Albania

Männerferien :)

Scandinavia

Short cut zu den Bildern

 
Ab in den Norden
Für einmal findet die Camperübergabe praktisch fliegend statt. Mam und Edi sind gestern von ihren Ferien in Holland retour gekommen, wir starten heute in Richtung Skandinavien. Kurz nach 15 Uhr haben wir unser sieben Sachen – in Tat und Wahrheit sind es eher 700 Sachen – gepackt und sind ready to go. Obwohl das Thermometer zeitweise 39.5 Grad anzeigt, halten sich alle Insassen bestens. Nini ist derart aufgeregt, dass sie auf der rund 6 stündigen Fahrt nur gerade eine halbe Stunde schläft. Den Rest der Zeit verbringen wir Ladies auf der Rückbank mit spielen, singen, lachen, essen und trinken während Odi uns sicher in Richtung Norden kutschiert. Irgendwann nach 9 Uhr haben wir genug Kilometer hinter uns gebracht und schlagen unser Nachtlager neben einem Haufen Brummies auf einem Autohof auf. Da die Tochter immer noch recht aus dem Häuschen ist, ist an Schlaf vorerst nicht zu denken. Zu vieles ist neu und muss erkundet werden. Erst als wir sie im schliesslich im Wägeli ein bisschen zur Ruhe stellen, findet sie irgendwann doch noch den Schlaf – und wir auch :-).

Dänemark erreicht!
Ziemlich ausgeschlafen (mindestens die Grossen, die Kleine holt den Rest dann während der Fahrt nach), geht es am nächsten Morgen gegen neun Uhr weiter in Richtung Dänemark. Da heute Pfingstmontag ist, hat es keine Brummies auf der Strasse, die uns den Weg versperren und wir können immer schön zufahren. Obwohl wir die Hitze von gestern gut überstanden haben, sind wir froh, dass es heute nur noch knapp 30 Grad ist. An einer Autobahnraststätte machen wir einen längeren Mittagsrast. Odi ist überglücklich findet er trotz Sonntag noch billiges Bier! Nun sollte der Vorrat doch einige Tage reichen… :-). In Dänemark angekommen, suchen wir ohne Umwege einen Camping. Obwohl die Saison begonnen hat, stossen wir erst beim zweiten Anlauf auf offene Türen. Wir geniessen den Abend in vollen Zügen. Odi weiht den neuen Grill ein, Nini spielt mit den Steinen, fährt Pucky und übt sich als Fussballerin und ich halte einen interessanten Schwatz mit den schottischen Nachbarn. Nach den bereits tollen – und auch ermüdenden Aktivitäten – wartet auf unsere Kleine noch ein weiteres Highlight. Das Familienbad ist derart super und kinder-like eingerichtet, dass sie aus dem Staunen gar nicht mehr raus kommt. So macht auch die Säuberung total Spass!

Norway, Oslo, Fjord, Bird

Weiter in Richtung Osten
Den ersten Stopp machen wir nur einige Minuten vom Camping entfernt. Zu Fuss erkunden wir das schmucke Städtchen Ribe, welches die älteste Stadt von Dänemark sein soll. Weiter führt uns der Weg über Land – die Landschaft ist herrlich und sehr idyllisch, besonders gefallen uns die naturbelassenen Wiesen – nach Jelling. Hier gibt es das erste Unesco Weltkulturerbe dieser Reise zu bestaunen. Ein Königsgrab mit Runensteinen erzählt von der Christianisierung Dänemarks. Von den Socken haut es uns nicht. Entsprechend sind wir schon bald wieder auf Achse. Auf der Fahrt in Richtung Kopenhagen bringt eine Glace die notwendige Ablenkung. In den frühen Abendstunden erreichen wir schliesslich einen Vorort der Hauptstadt. Obwohl wir auf dem Overflow-Platz landen – so sieht es wenigstens aus – finden wir alles was wir brauchen. Nini einen Kiesplatz und wir einen Campingstuhl und ein kühles Bier. Was will man mehr… Aus der Rubrik Wikipedia von unterwegs heute noch dies: der höchste Berg Dänemarks – wir würden sagen Erhebung – ist ganze 171 hoch. Entsprechend ist die Landschaft einfach flach und wir immer praktisch auf Meereshöhe. Und: die Dänen zahlen zwischen 30 bis fast 50% Steuern!

Plan A, B oder doch C
Um sieben Uhr werden wir von den Tropfen, die auf das Camperdach fallen, geweckt. So schnell war Odi noch nie in den Jeans! Schnell schmeissen wir alles irgendwie in und unter das Auto. Hmmm, eigentlich wollten wir ja heute Kopenhagen anschauen, aber mit Regen… Kurzerhand lassen wir Plan A links liegen und konzentrieren uns auf Plan B. Das heisst nach Roskilde und dann weiter in den Norden, wo die Fähre nach Schweden losfährt. In Roskilde, bekannt für das grösste Openair Europas, hören wir keine Musik vielmehr schauen wir uns den berühmten Dom an, in welchem alle dänischen Könige ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Da die Kirche auch noch die älteste und grösste Backstein-Kirche Dänemarks ist, gehört sie zum Unesco Weltkulturerbe. Nach einem Abstecher zum örtlichen Museum mit seinen Überbleibsel von fünf uralten Wikingerschiffen fahren wir weiter nach Helsingoer. Auch hier gibt es noch ein weiteres Strichli in unserem Unesco-Buch: das örtliche Schloss, welches u.a. Schauplatz von Shakespear’s Hamlet ist und während langer Zeit aufgrund seiner Lage an der engsten Stelle zwischen Dänemark und Schweden hart umkämpft war. Die Pracht des Schlosses wurde nur Dank der Wegzolle, die alle Schiffe zu bezahlen hatten, möglich. Als wir unsere Besichtigung abschliessen, fängt es wieder an zu regnen. Was nun? Weiter nach Schweden oder ab auf den Camping? Da es erst vier Uhr und aufgrund des Wetters ein gemütlicher Abend auf den Camping nicht möglich ist, beschliessen wir spontan die Überfahrt. Die zwanzig minütige Fahrt wird von allen genutzt, um billig an Alkohol zu kommen. Entsprechend ist das Treiben auf der Fähre denn auch sehr emsig. Wir brauchen zum Glück nix! Leider regnet es auch in Schweden und so fahren wir noch einige Kilometer weiter als zuerst gedacht. Da keine Besserung in Sicht ist, stoppen wir dann aber trotzdem Mal an einem kleinen See auf einem super schönen Campingplatz. Ausgerüstet mit Regenhosen, Regenjacke und Stiefel geht es für Nini auf Erkundungstour. Heute scheint sie allerdings nicht so wetterfest zu sein wie sonst und nach einigem Reklamieren ziehen wir sie wieder aus und wir uns mit ihr zurück im Aufenthaltsraum des Platzes. Nach dem königlichen Festmahl – Pasta mit Sauce und Rüebli aus der Büchse – hellt der Himmel dann tatsächlich nochmals auf. Wir nutzen die Gunst der Stunde und machen noch einen Spaziergang zum Ufer. Die wenigen Meter machen irgendwann müde und bald fällt Anina in den wohlverdienten Schlaf. Wir geniessen noch ein paar Minuten die Stimmung. Es ist schon sehr speziell, wenn es überhaupt nicht dunkel wird. Man merkt gar nicht, dass es eigentlich schon spät am Abend ist! Nachtrag für meine Familie: da wir von Plan A zu B zu C gehüpft sind, konnten wir heute keinen Stopp in Lund einlegen. Zu sehr hätten wir Per und Nit überfallen.

Sweden, Beach, Shell

Karlskrona und die Schären
Die Fahrt führt uns weiter nach Karlskrona. Noch heute ist hier die schwedische Marine beheimatet. Da die Stadt, die am besten erhaltene Marinenstadt Europas ist, hat sie den Status der Unesco als Weltkulturerbe erhalten. Bevor wir uns auf die Erkundungstour machen, gibt es einen grossen Teller mit allerhand schwedischen Spezialitäten als Stärkung. Keine Ahnung was wir alles reinhauen. Schmecken tut’s auf alle Fälle und Kötbullars sind definitv keine dabei. Im örtlichen Schifffahrtsmuseum lassen wir uns in die Geschichte der schwedischen Marine entführen. Schon eindrücklich, mit welchem Mitteln die Herren früher über die Meere gesegelt sind. Das Städtchen selber ist aus unserer Sicht kein Highlight und man muss wirklich nur hier stoppen, wenn man sich für die Marine interessiert. In den nahen Schären – das ganze Schärengebiet rund um Schweden ist ebenfalls Unesco Weltnaturerbe – schlagen wir unser Nachtlager auf. Zum Schlafen ist es zum Glück noch etwas zu früh, denn der Platz hat alles was sich ein Kinderherz wünschen kann. Das Highlight: die Rübba (Ruschbahn) gleich neben unserem Stellplatz. Am Abend schläft die Kleine subito ein nach so viel Action. Allerdings herrscht nur solange Ruhe bis auch wir ins Bett wollen. Dann wird Anina wieder fit und will gar nicht mehr aufhören zu plappern. Ich glaube, dass sie schlussendlich gar nach uns wieder einschläft. Ansonsten klappt es ganz gut mit unserem Bettgelage. Ist Bettzeit legen wir Nini ins Wägeli vor dem Camper, ist sie eingeschlafen, gibt es einen Transfer in den Camper auf die Matratze am Boden vor unserem ausziehbaren Bett. „System approved“ würden wir meinen. Die Kleine winkt übrigens immer ganz frenetisch und Königinnen-like, wenn wir dem Camping verlassen. Was ihr wohl dabei durch den Kopf geht?

Öland
Der Tag beginnt mit viel Sonne und voller Freude starten in wir in Richtung Öland. Dort angekommen, ziehen gleich beim ersten Stopp sehr dunkle Wolken auf. Es dauert nicht lange und die ersten grossen Tropfen fallen vom Himmel. Wir können uns knapp wieder ins Auto retten und sind erst mal zum Warten verdammt. Dafür haben wir danach die Burg fast für uns alleine. Leider tröpfelt resp. regnet es danach den ganzen Tag munter weiter. Immer wieder nutzen wir eine kurze regenfreie Zeit für einen Fotostopp. Beim südlichsten Punkt laufen wir ein paar Schritte in teilweise strömenden Regen. Schade, wir hätten die Landschaft gerne bei trockenem Wetter angeschaut, denn schliesslich gehört auch dieser Landteil zum Weltnaturerbe. Dies da der Boden derart unwirtschaftlich ist und die Einheimischen es trotzdem seit je geschafft haben etwas anzubauen auf dem sehr steinigen Boden. In der Hoffnung, dass es auf dem Festland Wetterbesserung gibt, verlassen wir die Insel am späten Nami wieder. Leider wird es jedoch überhaupt nicht besser und wir beschliessen, dass wir für heute Nacht ein Cabin suchen. Bei diesem Hundewetter macht campen schliesslich nur halb so viel Spass. Wir beziehen irgendwo am Meer eine gemütliche Hütte und fühlen uns gleich wie bei Ikea. Alles – aber wirklich alles – stammt aus dem schwedischen Möbelhaus. Der Nachteil der Hüttenmiete: man muss das ganze vor der Abreise selber putzen… Zum Glück hält sich der Dreck, den man in einer Nacht machen kann, in Grenzen – mal abgesehen vom Dreck der Vorgänger… :-(

Sweden, Öland, Tulip

Sonne gefunden!
Nachdem alles wieder seinen Platz im Auto gefunden hat, geht es weiter in Richtung Stockholm. Zu unserer Freude klart der Himmel immer mehr auf. Die Fahrt unterbrechen wir auf halber Strecke um Einzukaufen und im Mäc einen Hamburger und Pommes einzufresen. Zu Ninis Freude schmecken die Dinger hier genau gleich wie bei uns zu Hause. In Stockholm angekommen, steuern wir zuerst das nächste Unesco Weltkulturerbe der Reise an. Ein in einem Vorort gelegener Friedhof hat den Status aufgrund seiner Einbettung in die Landschaft erhalten. In der Tat ist es ein ganz ganz schönes Plätzchen für die letzte Ruhestätte. Das riesige Gebiet liegt wunderschön in einem Wald und die Gräber sind alle zwischen vielen Bäumen eingebettet. Danach ist es Zeit einen Camping für die nächsten zwei Nächte zu suchen. Da ich nicht Freund von Stadtbesuchen mit Camper bin – ganz im Gegensatz zu Odi – suche ich einen Platz mit guter öV-Anbindung in die Innenstadt. Als wir ankommen, sind wir ein bisschen geschockt. Obwohl wir früh da sind, ist der Platz schon überfüllt. Doch wir haben Glück und finden ganz hinten im Wald einen ruhigen Stellplatz mit etwas Privatsphäre. Nach dem Grillgelage machen wir noch einen Spaziergang an den nahe gelegenen See. Zum ersten Mal in Schweden haben wir das Gefühl, dass es tatsächlich angenehm warm ist. Die Sonne scheint, kein Wölkchen ist zu sehen und der Wind weht nur ganz leicht. Nini schläft übrigens heute ohne mit der Wimper zu zucken ein. Ob es am Schluck Captain Morgan liegt, den sie von Odi geklaut hat? (Ob sie wirklich was erwischt hat, bleibt ihr Geheimnis. Wir wissen nur, dass der Becher danach leer und ihr Saberlatz und das T-Shirt nass waren.) Wisst ihr eigentlich an was man die Schweden eindeutig erkennen kann? Sie tragen ab ca. 10 Grad nur ein T-Shirt, ab ca. 15 Grad die passenden kurzen Hosen und ab ca. 20 Grad sind sie gar in den Badehosen anzutreffen. Für uns „Südländer“ reichte es bis anhin meist nicht mal für ein T-Shirt…

Stockholm
Gegen acht Uhr hat die Tochter definitiv genug geschlafen und verlangt unmissverständlich etwas mehr Action. Nach dem Frühstück nehmen wir den Weg in die Hauptstadt in Angriff. In knapp 20 Minuten bringt uns die Metro direkt in die Altstadt. Die kleinen Gässchen und die gemütliche Atmosphäre gefallen uns sehr gut. Schade ist dieser Teil Stockholms nicht grösser! Vorbei am Schloss zieht es uns weiter in Richtung einer der vielen Uferpromenaden. Das Wetter ist fast schon traumhaft und wir geniessen die Sonne und den Spaziergang sehr. Nini findet vor allem Gefallen an den vielen Schiffen. Da wir nicht ganz die einzigen Touristen sind, lassen wir die Bootsfahrt jedoch bleiben und gehen stattdessen zu Fuss weiter in Richtung der Insel Djurgarden. Hier gibts zur Unterhaltung zuerst Gänse und dann Glace. Gegen vier Uhr haben wir genug gesehen von der schwedischen Hauptstadt und treten wieder die Heimreise zum Camper an. Zum Znacht grillt uns Odi ein feines Stück Fleisch. Nach dem obligaten Fussballmatch mit Papa ist die Kleine derart erledigt, dass sie bald einschläft – es geht also auch ohne Captain Morgan :-). Die Grossen geniessen den lauen Sommerabend bei einem Schluck Wein und planen dazu die Weiterfahrt.

Besuch beim König und bei den Wikingern
Die letzten zwei Nächte haben wir nur gerade drei Kilometer entfernt vom König genächtigt. Zwar nicht so luxuriös wie er, aber immerhin. Zeit also, dass wir ihm heute einen Besuch abstatten. Nicht dass wir – ich schon eher, aber Odi ganz und gar nicht – grosse Freunde der Monarchen wären. Aber da der Hauptwohnsitz von Karl Gustav und seiner Silvia zum Unesco Weltkulturerbe gehört, ist der Besuch des Schlosses nicht von unserem Programm wegzudenken. Besichtigen kann man den riesigen Garten – zum Glück hat der gute Mann genug Geld für ein paar Gärtner – einen Pavillion (lassen wir bleiben), sein Theater (schenken wir uns auch) und einen Teil seines Palastes. Wir hoffen, dass die beiden ein klein bisschen moderner wohnen und vielleicht mal bei Ikea oder so waren. Das Mobiliar und das ganz drum herum ist zwar imposant, aber doch ureselalt. Weiter geht es zu den Wikingern. Mit einer kostenlosen Fähre erreichen wir eine der zwei Inseln, die vor x Jahren als eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Ost und West galt. Heute sind von der ganzen Pracht von damals nur noch ein paar Steinhaufen zu sehen. Nicht einmal mit viel Fantasie kann man sich gross etwas vorstellen. Egal, die Insel und die Landschaft sind den kurzen Abstecher allemal wert. Ca. 150 westlich von Stockholm schlagen wir heute unsere Zelte auf. Wir sind einmal mehr froh, dass wir Strom haben und das Öfeli in Betrieb nehmen können. Es wird doch wieder sehr frisch in der Nacht.

Tag der Mienen – oder eben auch nicht…
Heute steht wieder einmal eine geballte Ladung Unesco auf dem Programm und zwar in Form von zwei Mienen – einmal Eisen und einmal Kupfer. Die beiden Mienen sind unter anderem mit verantwortlich, dass Schweden lange eine Weltmacht war. Beide waren lange Zeit die wichtigsten Lieferanten der beiden Materialien. Wir starten mit Eisen und haben ein erstes Mal Pech. Wir schaffen es tatsächlich genau an dem Tag hier anzukommen, wo es keine Führungen gibt. Wir lassen uns die Laune jedoch nicht verderben, satteln Nini auf den Rücken und schauen uns das ganze einfach statt von unten nur von oben an. Was uns freut: ohne Guide, ohne Tour und ohne einen einzigen anderen Touristen. In Falun gibt es wieder mal ein paar Pommes und einen Hamburger. Der liebe Mäc ist einfach so was von praktisch, kinderliebend und halt einfach auch fein – finden wir wenigstens. Netter Nebeneffekt: es hat immer gratis Wlan und das sucht man hier sonst im Norden vergebens. Bei der zweiten Miene angekommen, sind wir erfreut, dass bereits am Eingangstor steht, dass hier alle Tage was los ist. Voller Tatendrang stehen wir so dann auch bei der Kasse und wollen die nächste Tour buchen. Doch auch hier haben wir Pech. Dieses Mal wegen dem Alter von Nini. Die Tour ist erst ab 3 Jahre erlaubt… Na dann bleibt uns auch hier nichts anders übrig als das ganze nur von oben anzuschauen. Immerhin ist hier alles etwas professioneller aufgezogen und es gibt auch über Tag einiges zum Besichtigen. Da uns nun etwas mehr Zeit übrig bleibt und Anina noch keinen richtigen Mittagsschlaf gehalten hat, nutzen wir die Gunst der Stunde und fahren noch einige Kilometer weiter in Richtung Norwegen. Kurz nach 16 Uhr wissen wir wo wir heute bleiben werden. Von der Strasse aus sehen wir einen einfachen Campingplatz an einem wunderschönen See mit viel Platz und wenig Besuchern und schon ist unser Mobil parkiert. So macht das Campen in Schweden gaaaaaaaanz viel Spass und genau so haben wir es uns auch vorgestellt. Während die Tochter die grüne Wiese zum ihrem Wohnzimmer macht, schmeisst Papa den Grill an und ich die Waschmaschine. Da auch die Temperaturen wieder einigermassen angenehm sind, können wir gar den ganzen Abend ohne mit den Zähnen zu klappern draussen sitzen und die helle Nacht in vollen Zügen geniessen. Schweden aus dem Bilderbuch! By the way: die berühmte rote Farbe, welche 90% der schwedischen Häusern den Anstrich gibt, stammt aus der besagten Kupfermiene. Mit dem Kupfer und anderen Zutaten wird noch heute das berühmte Falun-rot gemischt, welches übrigens das Holz der Häuser Dank der speziellen Mischung bestens gegen Wind und Wetter schützt.

Norway, Preikenstollen, Sparrow

Eine etwas längere Fahrt nach Norwegen
Kurz nach acht Uhr sind wir wieder on the road. Im letzten Kaff vor der Grenze stocken wir unsere Vorräte auf und tanken nochmals. In Norwegen soll alles ca. 1/3 teurer sein. Da wir uns gestern ein bisschen zu wenig auf die heutige Fahrt vorbereitet haben, müssen wir ad hoc entscheiden, wo’s lang geht. Für mich der unnette Nebeneffekt: ich habe keine Ahnung an was für Sights wir gerade vorbeifahren, geschweige denn wo wir genau sind. In der Nähe des Osloer Flughafens machen wir Mittagsrast. Bei einem Kriegsmemorial gibts Pic Nic und Auslauf für Nini. Die Fahrt geht weiter immer in Richtung Westen. Irgendwann landen wir dann an einem See und vor allem ich habe genug vom Kilometer fressen. Odi hat erbarmen mit mir und steuert endlich den nächsten Camping an. Sogar die Tochter hatte heute mehr Ausdauer als ich! Ihr ist derart wohl beim Fahren, dass sie die langen Fahrtzeiten locker und ohne Probleme einfach so hinter sich bringt (nicht nur heute) – Hut ab! Sehr netter Nebeneffekt für den Rest des Nami: es ist fast 30 Grad und die Sonne scheint! Als Nini schläft bereite ich mich sehr gut auf den Tag morgen vor. Da ich vom Platzwart gar noch eine Karte vom Land bekomme, kann ich mir nun genau vorstellen, wo es in den nächsten Tagen lang gehen soll – gut so! By the way zum Ersten: der erste Eindruck von Norwegen ist ein kleiner Naturschock. Kurz nach überqueren der Grenze hört das wunderbare Waldgebiet mit den schönen Seen auf und es wird alles urbaner. Teilweise haben wir fast das Gefühl, als dass wir durch das Emmental fahren… Sniff und bye bye wunderbare Wildnis von Schweden! By the way zum Zweiten: an der Grenze gibt es überhaupt keine Kontrolle und wir können unser Biervorräte ohne Probleme ins Land einführen.

Stabkirche von Urnes
Die Fahrt geht mit maximal 80 km/h über Land weiter. Mehr liegt hier auf den kurvigen Strassen einfach nicht drin. Sogar Odi muss zugeben, dass er es sich doch nicht so kurvig vorgestellt hätte. Und wir sind hier erst im Hinterland; an den Fjorden ist es dann nochmals ganz anders! Nachdem wir die Passstrasse überquert und tatsächlich Schnee angetroffen haben, kommen wir in das besagte Fjordgebiet. Neben den wirklich kurvigen obsi-nidsi Strassen kommen hier noch die Fähren dazu. Wir nutzen heute gleich deren zwei und zwar beide 2x. Auf der ersten nehmen wir das Auto noch mit. Bei der zweiten lassen wir den Camper dann im Hafen stehen und fahren als Fussvolk über den Fjord. Auf der anderen Seite angekommen, laufen wir ein paar Minuten steil den Hang hinauf und schon stehen wir beim ältesten noch stehenden Holzkirchlein von Norwegen (Unesco Weltkulturerbe). Eindrücklich, dass das ganze solange überlebt hat! Nachdem wir die Stichstrecke und einen Tunnel von fast 25 Kilometer hinter uns gebracht haben, heisst es einmal mehr Nachtlager aufstellen. Wir sind schon sehr geübt und bestens aufeinander eingestellt, so dass sowohl am Abend und auch am Morgen alles super subito und effizient über die Bühne geht.

Bergen
Ohne Umwege geht es weiter nach Bergen. Da wir dort gegen Mittag eintreffen, nutzen wir den Ikea am Ortsrand gleich für die Verpflegung. Auch hier ist es gut und günstig. Weil wir heute zwei Mal einen Strassenmautabschnitt befahren haben, versuchen wir gleich noch die Strassengebühr zu bezahlen. Leider ist das ganz nicht so einfach und wir können unsere Angaben erst nach einigem suchen im Internet eingeben. Mal schauen, ob es klappt. In Bergen stellen wir das Auto in ein Parkhaus mit maximal zwei Meter Höhe. Uff, knapp, aber es reicht. Bergen gefällt uns sehr gut. Die Hafenpromenade mit dem Fischmarkt und dem berühmtem Häuserabschnitt Bryggen sind wunderschön. Die alten Holzhäuser gehören übrigens auch zum Unesco Weltkulturerbe. Nach einem kurzen Abstecher auf den Hausberg geht es weiter zu einem Campingplatz. Ca. 20 Kilometer ausserhalb der Stadt stellen wir unsere Zelte auf. Der Wind ist heute irgendwie besonders widerlich und wir frieren. Entsprechend hat Nini heute auch ein eher atypisches Souvenir aus den Sommerferien erhalten: eine echte norwegische Mütze!

Norway, Oslo, Fjord, Landscape

Fähre fahren in den Midsummer
Unser erster Besuch gilt heute einer Stabkirche etwas ausserhalb von Bergen. Dieses Exemplar ist ein bisschen grösser als die Urnes. Besonderheit dieser Kirche: ein Satanist hat das Teil vor rund 20 Jahren niedergebrannt. Davon sieht man heute jedoch nichts mehr. Alles wurde wieder in den Originalzustand gebracht. Ansonsten beschränken sich die Aktivitäten heute auf das Fähre fahren. Ganze drei Mal endet die Strasse an einem Hafen und wir müssen überschiffen. Wir nutzen die Unterbrechungen und gewähren Anina ihren Auslauf. Auch immer wieder faszinierend sind die Fjordtunnels. Heutiger Rekord: wir fahren am tiefsten Punkt 260 Meter unter Meer von der einen zur anderen Insel. Obwohl wir nur knapp 200 Kilometer zurück legen, sind wir erst gegen vier Uhr an unserem Ziel. Heute übernachten wir am Ausgangspunkt zur Wanderung auf den berühmten Felsen Preikestolen. Die Campinganlage gefällt uns super und obwohl es viele Touristen hat, finden alle ein grosszügiges Plätzchen. Als Nini schläft und wir den Schlummertrunk geniessen, wirds dann doch noch etwas eng. Ein altes Ami-Pärchen stellt ihren Mietschlitten direkt neben unser Mobil. Als ob es nicht genug Platz hätte… Heute ist übrigens Midsummer und damit der längste Tag im Jahr. Die Sonne hört nicht auf zu scheinen und als wir ins Bett gehen, ist es heller denn je – schön!

Preikestolen
Wir sind wie immer zeitig auf den Beinen und bald parat für die Wanderung. Nini schnallen wir in die Trage auf dem Rücken und los gehts. Der Aufstieg gibt warm und wir geniessen die Sonne und die tolle Aussicht. Da wir um neun Uhr aufgebrochen sind, sind wir teilweise sogar einige Wegabschnitte alleine unterwegs. In den angegebenen zwei Stunden schaffen wir es zum flachen, senkrecht in den Fjörd abfallenden Felsen. Odi bricht sofort zur Fotosession auf. Nini und ich halten uns im Hintergrund und geniessen einfach die Aussicht. Ich muss definitiv nicht zu ganz vorne an der Kante stehen! Sogar Odi meint, nachdem er auf der Kante Platz genommen hat, dass es doch ziemlich hoch sei… naha! Nach ca. einer Stunde machen wir uns wieder an den Abstieg. Ich bin froh, dass der trittsichere Papa die Kleine nach unten trägt. Man muss man doch ganz schön gut zu Fuss sein, um heil über die Steine zu kommen. Zum Glück sind wir schon wieder auf dem Rückweg. Von unten kommt uns eine nicht mehr enden wollende Lawine von Leuten entgegen. Um doch noch einige Kilometer weiter in den Süden zu kommen, fahren wir noch knapp zwei Stunden weiter. An einem einmal mehr sehr windigen Plätzchen machen wir halt. Lange bleiben wir heute nicht draussen sitzen… es ist einfach zu garstig.

Norway, Preikenstollen, Man

Ach, wie herrlich!
Da Papa die senile Bettflucht aus dem Camper drängt, sind wir schon um acht Uhr auf der Strasse. Heute ist wieder mal ein bisschen Autofahren angesagt. Weil sich unsere Ferien langsam zu Ende neigen, müssen wir jeden Tag ein paar Kilometer hinter uns bringen, um zeitig wieder zu Hause zu sein. Über eine wunderschöne Küstenstrasse, auf der man gerade mal 40 km/h fahren kann, nehmen wir es aber vorerst gemütlich und geniessen die Landschaft. Gegen Mittag stoppen wir zum Essen und zum Shoppen. Dann brettern wir noch so viele Kilometer in Richtung Oslo wie nur möglich. Nini macht einmal mehr super mit und verpennt volle zwei Stunden. Höhepunkt der Fahrt: wir können über einen kurzen Abschnitt ganze 110 km/h fahren. Das hatten wir noch nie in Norwegen! Im Süden von Oslo finden wir schliesslich einen super schönen Camping direkt am Fjord von Oslo. Das Wetter ist einfach genial. Kein Windchen geht, die Sonne scheint und die Temperaturen sind angenehm. Wir geniessen den tollen nordischen Sommerabend und werden ganz senil, wenn wir daran denken, dass es immer so hätte sein können. Anmerkung der Redaktion: die Norweger feiern erst heute Midsummer. Weiss der Geier warum. Auf jeden Fall hat es überall irrsinnig viele Leute, in der nahen Beiz spielt Musik und gegen 21.30 Uhr trifft sich das ganze Kaff am Strand, um ein grosses, sehr grosses! Feuer zu entfachen. Wir schauen dem Treiben aus der Ferne zu. Obwohl Nini heute eine Stunde länger Energie hatte als gewohnt, reicht es doch nicht ganz bis der Trubel angefangen hat resp. vorbei ist. Anmerkung der Redaktion: auf den Fotos von gestern sehe ich übrigens, dass Odi doch näher als mir lieb ist am Abgrand des Preikestolens stand. Zwei Holländer haben mich oben in ein Gespräch verwickelt (ich glaube er hat die engagiert…) und er hat während dessen frisch fröhlich den Abgrund fotografiert. Tsssss… Bei dem Foto wo er am Abgrund sitzt, musste ich übrigens vor dem Drücken des Auslösers kurz die Augen schliessen und tief durchatmen. Ganz wohl war mir definitiv nicht dabei!

Bye bye Norwegen
Schneller als uns lieb ist, liegt Norwegen hinter uns. Eine Fährenfahrt und einige Kilometer und bereits liegt das Land hinter uns. Nach nur einigen Kilometern in Schweden machen wir einen längeren Stopp beim letzten Unesco Weltkulturerbe dieser Reise. Während der Bronzezeit haben die Menschen, die hier lebten, unzählige Felszeichnungen in der ganzen Region hinterlassen. Eindrücklich ist vor allem ein riesiger flacher Stein, welcher voll ist mit interessanten Motiven. Gerade als es beginnt zu regnen, ist unsere Tour zu Ende. Es scheint fast, als ob uns Schweden wieder nicht sehr willkommen heissen will, denn inzwischen giesst aus vollen Kübeln. Einzig ein ELCH am Rand der Autobahn scheint uns begrüssen zu wollen. Als es wieder trockener wird, ist es Zeit einen Camping zu suchen. Wir finden direkt am Meer ein hübsches Plätzchen mit einem schönen Strand und einem riesigen Spielplatz – sehr zur Freude unserer Tochter! Habe ich übrigens schon erzählt, dass ihr aktuelles Lieblingswort Bagger ist? Unglaublich, wo sie alles Bagger entdeckt! Für die Rückfahrt konzentrieren wir uns nun auf die Lastwagen. Die Suche danach könnte die vielen Kilometer nach Hause ein bisschen abwechslungsreicher machen… danach konzentrieren wir uns dann wieder auf Begriffe aus der öV-Welt :-).

Norway, Oslo, Fjord, Stone

A taste of Copenhagen
Über die grosse Brücke zwischen Malmö und Kopenhaben geht es weiter nach Dänemark. Bye, bye Schweden! In der dänischen Hauptstadt suchen wir so zentral wie möglich einen Parkplatz. Da hier alles sehenswerte in Fussdistanz erreichbar ist und wir keine Lust auf einen Stadtcamping haben (wir sind am schlimmsten, den wir ever gesehen haben vorbei gefahren), ist dies die beste Alternative. Leider haut uns Kopenhagen nicht aus den Socken. Es hat mega viel Verkehr, unzählige Baustellen und viel, viel Lärm. Wacker schreiten wir trotzdem von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und fragen uns immer wieder, wie die Stadt zu den lebenswertesten der Welt zählen kann. However, vielleicht hat es uns Kopenhagen einfach auf dem falschen Fuss erwischt. Nach dem Hafen, der Meerjungfrau, zwei Schlössern und der Fussgängerzone landen wir zum Schluss im Tivoli. Nini kann sich kaum satt sehen an den vielen Bahnen, die die Leute zu ihrer grossen Verwunderung einfach so durch die Luft wirbeln. Nach einem feinen Glace ist es Zeit noch ein paar Kilometer gegen Süden zu fahren. Gerade noch vor dem Regen gibts Futter und Auslauf für die Kleine. Zum Glück haben wir ein Sonnendach am Camper. Dieses dient uns doch auch immer wieder als Regendach.

Safaritest
Heute ist unser eigentlicher letzter Tag der Ferien. Ab Morgen wird in erster Prio nur noch gebrettert. Bevor es soweit ist, landen wir noch ganz im Süden von Dänemark. Hier sehen wir uns zwei Sachen an: die Cliffs bei Mons und den Safaripark bei Maribo. Die Küste mit den Kalksteinfelsen ist schön und wenn man bedenkt, dass der höchste Berg 171 Meter hoch ist mit 128 Meter Höhe, die gegen das Meer abfallen gar nicht so übel. Danach geht es weiter zum Safaritest-Härtetest für Nini. Im grössten solchen Park in Europa drehen wir mit dem Auto ein paar Runden und bestaunen die vielen Tiere. Es hat Nashörner, Zebras, Giraffen, allerhand Antilopen, Wölfe, Kamele, Wasserbüffel, usw. In den Hochsicherheitstrakt der Tiger dürfen wir leider wegen des Fasses, welches wir hinten angehängt haben nicht rein fahren. Zu gross ist wahrscheinlich die Gefahr, dass die gefräsigen Tiere, dies mit einem netten Spielzeug verwechseln. Nini findet es solala. Am Anfang ist sie voll dabei, doch irgendwann sinkt die Konzentration und die Tiere sind nicht mehr so interessant. Zum Glück hat es für diesen Fall auch noch ein paar Gehege, in denen man frei laufen kann. Bei den Wallabies gefällt es ihr auf jeden Fall dann wieder sehr gut. Zum Schluss unserer Tour ergiesst sich ein Sommergewitter über uns und wir überlegen bereits, was wir nun tun sollen. Trotzdem campen? Hütte mieten? Hotel? Weiter direkt nach Deutschland? Doch wir haben Glück und je näher wir uns der Fähre nähern, desto mehr reisst der Himmel wieder auf, so dass wir am Schluss doch noch ein letztes Mal so richtig schön campen können. Wir finden einmal mehr ein tollen Platz, wo wir fast für uns alleine sind und die Ferien so richtig ausklingen lassen können. Heute kommt übrigens zum ersten Mal der Mückenspray zum Einsatz. So viel zum Thema in Skandinavien hat es viele Mücken…

Zum Abschluss noch ein Hotel
Nach der knapp einstündigen Fährefahrt liegt Skandinavien definitiv hinter uns; wir sind wieder in Deutschland. Heute haben wir nur ein Ziel: wir wollen möglichst weit fahren. Nach 600 Kilometern Fahrt machen wir uns auf die Suche nach dem Camping, welcher uns von der ADAC-App angezeigt wird. Zwar finden wir diesen, doch leider werden nur Dauermieter akzeptiert. Grrrr… So endet unser Campingurlaub heute schneller als geplant und wir landen für die letzte Nacht wohl oder übel in einem Hotel. Im Nachhinein betrachtet wars dann auch gar nicht so schlecht. Als wir nämlich beim Hotel vorfahren, beginnt es zu regnen!

Home sweet home
Auf den letzten paar Kilometer gibt es zur Unterhaltung aller zwei Stopps. Zuerst stoppen wir in Lorsch und schauen uns doch nochmals etwas aus dem Unesco Buch an. Leider entpuppt sich das Kloster als Reinfall, da wegen zu resp. Umbau geschlossen. In Lörrach stocken wir dann noch unsere Vorräte auf und posten alles was wir zu Hause in den nächsten Tagen so brauchen. Danach haben wir nur noch ein Ziel: home sweet home! Damit geht unsere tolle Skandinavien-Reise zu Ende. Wir haben es sehr genossen. Einzier Wermutstropfen: die Temperaturen hätten ein bisschen höher sein dürfen. Aber das war dann wirklich auch schon alles was es zu beklagen gibt. Wir werden sicher wieder einmal in den hohen Norden fahren. Es gibt noch sehr viel zu entdecken!
 

Short cut zu den Bildern

Beligum

Short cut zu den Bildern

 
Osterpause
Während Anina noch fast drei Stunden im Maxi Cosi schläft, brettern wir die ersten Kilometer in Richtung Belgien. Wir sind bereits über 250 Kilometer weit gefahren, bevor die Kleine aus ihren – hoffentlich süssen – Träumen erwacht. Auch der Rest der Fahrt bringen wir ohne Probleme hinter uns. Da Otto-Normalverbraucher die Ostertage eher im Süden verbringt (meinen wir wenigstens im Moment noch, den die Strassen sind fast frei…), haben wir bis Bruxelles praktisch freie Fahrt. In der Hauptstadt angekommen, schauen wir uns mit einer überraschend grossen Menge von anderen Touristen die bekanntesten Punkte der Stadt an. Am berühmtesten ist der Grand Place.

Belgium, Brussels, Houses

Unzählige stark verzierte und verschnörkelte Häuser säumen den doch eher kleinen Platz. Uns gefällts – nicht nur weil er zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Das Wahrzeichen der Stadt – ein kleiner urinierender Junge – können wir nur aus einiger Distanz anschauen. Es drängeln sich schlicht zu viele Touristen um den kleinen Racker. Zurück im Auto fahren wir noch rasch zum zweiten Unesco Weltkulturerbe der Stadt. Victor Horta, ein Architekt, hat hier Ende des 19. Jahrhundert diverse Jugendstilbauten geschaffen, die für die damalige Zeit aussergewöhnlich waren. Da man nur auf einer längeren Tour in die Häuser darf und wir dies Anina nicht zumuten wollen, belassen wir es beim Besichtigen eines der Häuser von aussen. Das gleiche machen wir beim europäischen Parlament. Noch interessiert sich die Kleine nicht soooooo sehr für Politik… Etwas ausserhalb von Bruxelles beziehen wir schliesslich ziemlich müde unser B&B. Die Besitzer sind äusserst nett und laden uns gleich auf ein Bier ein. Anina ist mehr als willkommen und wird umsorgt wie beim Grosi – trés sympa und überhaupt nicht selbstverständlich, wie wir finden.

Brügge, Ostsee und Atomium
Da heute wettertechnisch der beste Tag sein soll, fahren wir nach Brügge. Die Stadt soll die Perle von Belgien sein und beheimatet gleich drei Unesco Weltkulturerbe.

Belgium, Brugges, Painting

Da wäre einmal die Altstadt selber, dann einer der zahlreichen Beguinenhöfe (Kloster für Frauen), die man in ganz Belgien findet sowie ein Glockenturm, welcher ebenfalls einer von vielen im Lande ist. Die Stadt ist wirklich schmuck. Die Häuser sind alle sehr fotogen und um viele Wasserwege schön angeordnet. Wir sind fest überzeugt, dass Brügge zu Anina’s Lieblingsstädten gehört. Sie kann sich nämlich kaum satt sehen an den vielen Booten und den zahlreichen Kutschen! Nach dem Mittag vertreibt uns die Unmenge an Touristen in Richtung Meer. Leider geht dort jedoch ein derart starker Wind, dass wir “Südländer” nicht lange ausharren und stattdessen den Sand wieder gegen vier Räder tauschen. Der letzte Stopp ist wieder in Bruxelles. Wir sind alle müde und froh, dass wir beim Atomium nochmals kurz aussteigen und die Beine vertreten können. Das riesige Monument, das einem Atom nachgebaut ist, ist definitiv sehenswert. Da wir keine Lust zum lange Anstehen haben, verzichten wir allerdings auf den Aufstieg in die Kugeln. Zurück im B&B schnappen wir nochmals etwas frische Luft. Vor unserer Terrasse hat es einen grossen Platz mit Kieselsteinen – ein Paradies für kleine Entdecker, die noch gerade nicht ins Bett wollen.

Ghent, Tournai und Canal du Midi
Unser heutiges Programm beginnen wir in Ghent, welches auch Brügge für “Arme” genannt wird. Es findet sich hier praktisch das gleiche, einfach ein bisschen weniger kompakt und heraus geputzt. Wir werden nicht von Anfang an warm mit der Stadt. Dies hat mehrere Gründe: wir fahren das “falsche” Frauenkloster an (falsch weil wir eigentlich zu einem anderen wollten und erst zu spät merken, dass es mehrere gibt) und finden uns folgedessen überhaupt nicht auf der Karte zurecht. Als sich schliesslich auch noch die menschlichen Bedürfnisse wie Essen und Toilette melden, ist die Stimmung für einen Moment nicht gerade bombig. Irgendwann finden wir dann aber doch noch das Zentrum, ein Parkplatz und einen Mäc. Als alle wieder zufrieden sind, machen wir uns auf durch das Stadtzentrum. Ghent ist nicht ganz so hübsch wie Brügge, dafür hat es auch ein paar Touristen weniger. Ninis Highlight ist unbestritten die erste Karusselfahrt ihres Lebens. Weiter geht es nach Tournai. Hier wartet eine Kathedrale auf uns. Leider ist das Teil fast vollständig sowohl innen wie auch aussen eine einzige Baustelle, so dass sich die ganze Pracht nur erahnen lässt. Das Kaff an und für sich bietet sonst nicht viel. Letzter Stopp ist der Canal du Midi. Zum Weltkulturerbe gehören vier Schleusen, die den Bootsverkehr jeweils einige Meter nach unten resp. nach oben befördern. Heute werden die alten Schleusen nur noch für die Touristen und Hoppykapitäne gebraucht. Der Hauptverkehr wird über eine einzige fast 80 Meter (!) hohe Schleuse im neuen Kanal über den Höhenunterschied gebracht. Eindrücklich! Zurück im B&B gibts ein Bier und interessante Gespärche mit dem Besitzer sowie die bereits bekannte Kieselstein-Party. Das Wetter war übrigens heute wiedererwartet noch besser als gestern. Regen gabs nur während der Autofahrt, der Wind wehte kaum und die Temperaturen waren auch angenehmer.

Belgium, Family, Flower

Wetter gut, Programm weniger
Auch heute erwartet uns wieder stahlblauer Himmel und über 20 Grad Wärme! Wenn nur das Programm auch so schön gewesen wäre… Doch alles der Reihe nach. Nach dem letzten Frühstück bei George (morgen wollen wir wieder früh los und lassen deswegen das Frühstück aus) fahren wir zum letzten Unesco Welterbe dieser Reise. Zum Glück hat Odi vor der Abfahrt im Internet genau die Karte studiert, sonst hätten wir die Baracke ganz bestimmt nicht gefunden. Ja, es ist wirklich eine Baracke! Eigentlich sollte es eine Miene sein (ist es wahrscheinlich auch, nur können wir davon rein gar nichts sehen). Wir haben nicht viel erwartet, aber mit nur einer Baracke mit einem mudrigen Unesco-Sign auf der Tür in mitten eines Feldes mit ungeteerter Zugangsstrasse hätten wir nun doch nicht gerechnet. Tja, manchmal ist und bleibt die Aufnahme von Sights in unser Buch einfach ein Rätsel. Wir lassen uns die Stimmung davon nicht verderben und fahren zu einer anderen Miene (ganz nebenbei auch Unesco Ding, nur nicht in unserem Buch) weiter. Doch auch hier stehen wir vor verschlossenen Türen. Obwohl das ganze klar zu erkennen ist, sehr ordentlich und spannend aussieht, ist heute wegen zu geschlossen. Grrr… hätten wir das gewusst, hätten wir uns den Weg hierhin sparen können und wären statt dessen in den Norden in eine hübeschere Gegend gefahren. Da “hätti” und “wären” nun mal halt so sind wie sie sind, fahren wir stattdessen in das nächste grössere Kaff und flanieren mit null Touristen durch Namur. Das Highlight: eines der unzähligen einheimischen Biere auf einem Plätchen an der Sonne. Mehr als ein Bier kann man hier übrigens nur wohl überlegt geniessen. Achtet man sich nicht, hat man im Nu ein Bier mit 8 oder mehr Promille intus und ist entsprechend rasch nicht mehr fahrtüchtig. Das Znacht nehmen wir heute ausnahmsweise mal auswärts zu uns. In einem amerikanisch anmutenden Diners schlagen wir uns die Mägen wieder mal mit etwas halbwegs gesundem voll. Am Abend kommt dann der grosse Regen und so fällt Mama’s uns Papa’s Bierchen auf der Terrasse ins Wasser. Stattdessen packen wir unsere sieben Sachen in unseren Lodgy und gehen früh ins Bett. Guet Nacht!

Belgium, Flower

Gewappnet für die nächste Reise
Die lange Autofahrt klappt auch auf dem Rückweg ohne grössere Zwischenfälle. Da sich das frühe Aufstehen bei der Hinfahrt als gute Strategie erwiesen hat, sind wir auch dieses Mal bereits wieder um kurz vor fünf Uhr auf Achse. Der strömende Regen erleichtert das Ende der Ostertage. Unterwegs machen wir wie gewohnt regelmässige Stopps an Raststätten. In Lörrach legen wir zum Abschluss dann noch eine grössere Shoppingtour ein. Nini bekommt ein neues Autositzli für die nächste Reise. Damit kann sie nun wie die Grossen in Fahrtrichtung aus dem Fenster schauen. Auf den letzten paar Kilometern interessiert sie dies jedoch überhaupt nicht. Das Teil scheint sich auch für ein Nickerchen bestens zu eignen. Auf alle Fälle ist sie nun gewappnet für die nächste Reise im Juni nach Skandinavien.
 

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