Southwestern United States

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Ab nach Trumplandia
Ein letztes Mal geht es einfach und ohne Aufwand ausserhalb der Schulferien auf Reise. Wir fliegen für fünf Wochen in die USA, genauer nach Las Vegas, und fahren danach mit einem Camper durch die vielen bekannten National Parks in der näheren und weiteren Umgebung.
Mühsam an einem Flug ist ja, dass man erst zum Zeitpunkt X das Haus verlassen kann. Irgendwann haben wir nämlich alles geputzt, den Briefkasten geleert, den Kühlschrank leer gefressen, die letzten Kleinigkeiten ins Handgepäck geschmissen, die Apotheke ein letztes Mal besucht (Nini’s Augen sind zugeklebt, Melias Ausschlag an den Armen ist wieder schlimmer geworden und Papa hat eine kleine Magenverstimmung…) und wären eigentlich ready. Da wir immer noch zu früh sind, kommt jetzt noch die Spielrunde mit den Kids. Ja, und dann passieren auch bei ganz trivialen Dingen wie am Boden sitzen und spielen, Sachen, bei denen man Glück haben muss. Und das geht so: die Kugel der Kugelbahn landet unter dem Sofa. Mama zieht am Sofa, damit die Kugel gerettet werden kann. Anina liegt am Boden, um die Kugel sofort im Empfang zu nehmen. Mit ihr liegt auch ihre Hand am Boden über welche die Mama schwungvoll die Polstergruppe rollt. Autsch, autsch, autsch! Wir haben Glück, die Finger sind noch alle dran und ungebrochen. Damit uns nicht noch mehr Blödsinn passiert, schnappen wir uns lieber die Rucksäcke und fahren – in Begleitung von Grosi – an den Flughafen. Nach einem letzten Eistee auf Schweizer Boden heisst es Abschied nehmen und langsam in Richtung Gate wandern. Die Kids sind ganz aufgeregt und kommentieren alles und jedes Detail, welches sie sehen. Endlich dürfen wir dann im Flugi Platz nehmen. Nach drei Stunden mehr oder weniger Ramba Zamba schlafen die Beiden 6 resp. 7 Stunden tief und fest ein. Wir Eltern können sogar zwei Filme schauen (wir können nicht schlafen…). Die letzten 3 resp. 2 Stunden gibt es dann nochmals Futter und ein weitere Runde elektronische Unterhaltung, bevor dann nach fast 12 Stunden bestens in Las Vegas landen. An der Immigriation ist die Schlange gewohnt riesig und wir sind definitiv zu hinterst. Doch auch in Amerika scheint der Kids-Bonus ab und an zu greiffen. Wir werden direkt vorgebeten und können ohne Wartezeit immigrieren. Und als dann auch noch das Gepäck kommt, könnte es besser kaum sein. Mit einem Taxi nehmen wir die letzten paar Meilen unter die Räder. Wir übernachten zwei Mal im Cirucs Circus am Strip, bevor wir den Camper fassen. Müde aber glücklich schmeissen wir uns im Zimmer auf die weichen Betten und schlafen irgendwann gegen Mitternacht mehr oder weniger bis um fünf Uhr durch. Damit wäre wohl auch der Jetlag bereits ein wenig besiegt…

Las Vegas
Um sechs Uhr sind alle wach und eine Stunde später sind wir bereits zu Fuss auf dem Strip unterwegs. Die Vorzüge der Morgenstunde sind gross: wir sind bei angenehmen Temperaturen quasi alleine unterwegs. Ein winziger Nachteil – wobei für das Portemonnaie eher ein Vorteil – offen hat ausser Starbucks und einige sonstigen Kaffeausschenker noch grad gar nix. Die Stadt ist wirklich crazy. Es gibt hier einfach alles was man sich nicht vorstellen kann. Selbstverständlich sind auch die Casinos um diese Zeit immer noch offen. Gambler hat es aber nicht viele, so dass wir mit den Kids relativ ungestört überall durchlaufen können. Nur einmal, als wir drei Sekunden stehen bleiben, werden wir gebeten weiter zu laufen. Vorbei an all den berühmten Hotels schlendern wir auf der einen Strassenseite bis zum Bellagio und auf der anderen wieder zurück. Uns ist egal, dass um diese Zeit noch keine Shows, wie zum Beispiel die Brunnenshow, stattfinden. Es haben alle mehr als genug zum Schauen. Ganz schrecklich finde vor allem ich den Mief, welcher einem in jedem Hotel und Casino sofort entgegen schlägt. Die uralten Teppichböden sind getränkt von Rauch und weiss der Geier was allem und verbreiten einen üblen, aber irgendwie typischen USA-Geruch. Zurück im Hotel gibt es Siesta. Da alle müde sind, schlafen auch alle ein. Zum Glück haben wir den Wecker gestellt und mit dem Pool auch eine Verlockung für die Kids wieder aufzustehen. Auch am Pool herrschen strikte Sitten. Eigentlich darf man nur im Wasser stehen… Den Kids gefällt es trotzdem in der Betonanlage ohne Schatten und mit Sound als Dauerberieselung. Zum Znacht gibts ein paar Happen im Dennys um die Ecke. Danach sind alle k.o. Die Kids schlafen sofort ein und die Eltern nach dem Zusammenräumen der sieben Sachen auch. Fazit von Las Vegas (wir waren übrigens schon 2001 mal hier): man muss es gesehen haben. Ein Tag hat uns aber völlig gereicht. Und noch ein Wort zu unserer Aussicht im Zimmer: wir sehen direkt und ausschliesslich auf das Hotel von Donald, dem Trump-Tower. Irgendwie bezeichnend…

Unser Camper
Heute fassen wir unseren fahrbaren Untersatz. Vor allem Anina ist besonders nervös und fragt im Minutentakt, wann wir denn nun endlich unseren Camper bekommen. Nachdem der Papierkram erledigt ist, ist es soweit: wir dürfen unseren Camper in Empfang nehmen. Die Augen von beiden Kids werden gaaaanz gross. So ein grosses Ding haben sie definitiv noch nie von innen gesehen. Als wir die wichtigsten Sachen wissen, schmeissen wir unsere Sachen hinein und fahren los zum nächsten Walmart. Ein Grosseinkauf steht an. Eine Stunde und 500 Dollar später sind wir an der Kasse und wollen bezahlen. Leider wird es richtig peinlich, denn unsere Kreditkarte streikt schlicht zum dümmsten Zeitpunkt. Wir müssen die beiden übervollen Einkaufswagen wohl oder übel dort stehen lassen und uns auf die Suche nach einem ATM machen. Wer hat schon mal zu Fuss bei einem Drive-In ATM Geld geholt? Wir! Als die Einkäufe alle verstaut sind, haben wir zu unserer Freude noch genug Zeit Las Vegas zu verlassen. Wir sind sehr froh, dass wir dies noch schaffen, denn die RV-Parks in Vegas haben null Charme und sind für uns nur eine Notlösung. Knapp eine Stunde ausserhalb der Stadt ist das Valley of Fire. Und es ist wunderschön! In Mitten von roten Felsen hat es zwei sehr einfache Campgrounds, wo wir uns nur zu gerne für die erste Nacht installieren. Doch bevor es ans geniessen geht, müssen wir noch ein bisschen nüschele und schauen, wer denn nun genau wo schlafen will/soll. Die Kids finden den Camper so toll, dass sie zuerst auf keinen Fall draussen spielen wollen. Vielmehr wird das Innenleben unseres Untersatzes zum Spielplatz. Irgendwann finden sie den Weg nach draussen dann aber doch noch. Wir schmeissen den Grill an und geniessen die Natur und die wunderschöne Umgebung. Als langsam Bettruhe angesagt ist, staunen wir nicht schlecht. So schnell waren die beiden noch nie ready zum Schlafen. Entweder sind sie so richtig müde oder sie sind derart aufgeregt, dass sie im Camper schlafen können, dass sie nur noch eines wollen. Uns Eltern ists egal. Hauptsache es kehrt bald Ruhe ein und wir können es uns in unseren neuen Camping-Stühlen unter dem Sternenhimmel noch etwas gut gehen lassen.

USA, Vally of Fire, Rock

Valley of Fire
Der Blick aus dem Bett ist einfach der Hammer. Die roten Felsen im Sonnenaufgang sind genau nach unserem Gusto. Nach dem Zmorge bleibt genug Zeit den State Park zu erkunden. Die Umgebung ist wirklich traumhaft. Schon bald wird es relativ heiss, weshalb wir auf längere Walks mit den Kids verzichten und es gemütlich und mehrheitlich aus dem Auto resp. vom Parkplatz aus angehen. Gegen Mittag fahren dann weiter und finden zur grossen Freude der Eltern einen Taco Bell. Die Kids sind zuerst skeptisch. Erst als wir Grossen fast alles aufgegessen haben, kommen sie doch noch auf den Geschmack. Nach einem Stopp im Walmart, wo wir uns noch mit ein paar fehlenden Camping-Sachen ausrüsten, geht es weiter in Richtung Zion N.P. Hier haben wir bereits einen Camping reserviert und finden so rasch unser Nachtlager. Wir Mädels springen sofort in den Pool, während Papa sich um den Haushalt inkl. Wäsche kümmert. Der Camping ist auch sonst ganz nach dem Gusto der Kids. Es hat einen Spielplatz und trotz vielen RV’s genug Platz zum Herumtollen. Langsam aber sicher gewöhnen sich alle an das Camperleben.

USA, Vally of Fire, Landscape

Zion N.P.
Nach ein paar Kelloggs wartet der erste National Park auf uns. Da der Zion N.P. für den Verkehr weitgehendst gesperrt ist, sind wir mit dem Shuttle Bus unterwegs. Dieser fährt bis ans Ende des Valleys und funktioniert unterwegs als Hop-on-Hop-off. Im Schatten der riesigen, senkrechten Berge wandern wir in der noch sehr kühlen Morgenbrise dem Fluss entlang immer weiter in die Schlucht hinein. Es ist erstaunlich wie sehr die Temperaturen sich hier innert kurzer Zeit verändern: sind es um sieben Uhr am Morgen erst rund 15 Grad, herrschen um 10 Uhr bereits 30 Grad. Die Sonne resp. der Schatten gibt hier alles. Vom Weg aus können wir in nur wenigen Metern Entfernung Rehe beim Fressen beobachten. Die Eichhörnchen sind einiges frecher unterwegs. Kaum haben wir unsere Verpflegung ausgepackt, werden wir von allen Seiten belagert. Nur Melia findet dies gar nicht lustig. Sie hat im Moment sogar Angst vor Fliegen, wenn diese auf ihr landen… Irgendwann sind wir dann wieder retour beim Busstopp und fahren mit zwei weiteren Stopps und einem kurzen Walk via Gelati-Shop zurück zum Camping. Der Zion ist eindrücklich und imposant. Vor allem die schöne rote Farbe der Felsen, die heute mit dem stahlblauen Himmel noch mehr zur Geltung kommt, mag uns zu gefallen. Die Berge an und für sich, sind für uns CHer aber eher in gewohntem Rahmen. Beim Campermobil gibt es zuerst ein bisschen Siesta und Recherche für den morgigen Tag, bevor wir dann nochmals in den Pool springen. Nach dem Znacht und dem Spieli ist Bettruhe angesagt. Die kleinen Wanderer sind müde. Übrigens wissen wir nun auch, wieso wir gestern erst so spät hier ankamen und die Kids partout nicht müde wurden: wir haben eine Stunde Zeitverschiebung hinter uns, von welcher wir überhaupt nichts gewusst haben. Welcome to Utah :-).

USA, Zion National Park, Rock

Bryce Canyon
Heute morgen machen wir uns zackig parat. Wir wollen sobald als möglich los, damit wir so rasch wie möglich beim Bryce Canyon sind. Nur zu gerne würden wir nämlich dort einen der begehrten First-come-first-serve Standplätze im Park bekommen. Da unser Camper zu gross ist für den Tunnel, müssen wir ein paar Meilen mehr unter die Räder nehmen und fahren retour zum Freeway. Nur für einen kurzen Tank- und einen kurzen Fotostopp im schönen Red Canyon unterbrechen wir die Fahrt. Zu unserer Freude hat sich die Mühe gelohnt. Wir können sogar noch den Platz aussuchen im schönen Wald. Da es auch hier Einschränkungen für den Verkehr gibt – RV’s dürfen nirgendwo parkieren – sind wir auch hier wieder auf den Shuttle angewiesen. Beim ersten Stopp verschlägt es uns fast die Sprache. Es ist einfach fantastisch was die Natur hier geschaffen hat. Sowas haben wir definitiv noch nie gesehen. Beim zweiten Stopp nimmt Melia im Ergo an meinem Rücken ein Nickerchen und so können wir es denn auch wagen auf der Krete entlang einen knappen Kilometer mit nur einem Kind an der Hand noch ein bisschen zu wandern. Die Aussicht ist einfach unschlagbar. Danach ist die Sightseeing-Tour auch schon beendet und wir machen uns mit dem Shuttle auf die Suche nach Feuerholz und Fleisch. Es wäre einfach zu schade auf diesem tollen Camping kein Feuer zu entfachen. Wir finden beides und verbringen den Rest des Tages um und im Camper. Langsam aber sicher haben sich alle an den Camper-Alltag gewöhnt und es ist schön zu sehen, wie die Kids immer wie selbstständiger und selbstverständlicher mit von der Partie sind. Toll ist auch, wie wenig sie brauchen, damit sie beschäftigt sind. So bauen sie heute zum Beispiel fast eine Stunde aus heruntergefallen Tannennadeln ein Bett für die vielen Eichhörnchen. Damit die kleinen Dreckspatzen wieder sauber werden, nehmen wir heute zum ersten Mal eine Dusche im Camper. Also nicht, dass wir bis jetzt nicht geduscht hätten, aber wir machen das normalerweise in der Dusche der Campinganlage. Aber hier draussen gibts sowas nicht, so dass wir unser fahrbares Haus heute so richtig von A bis Z auskosten.

USA, Bryce Canyon, Landscape

Capitol Reef
Nach einer eisigen Nacht sind wir froh, dass die ersten Sonnenstrahlen bald durch die Bäume scheinen. Zum Glück wird dies der höchste Punkt und somit hoffentlich der kälteste unserer Reise sein. Sonst müssten wir tatsächlich noch ein paar warme Klamotten nach kaufen. Bald sind wir wieder on the road. Unser heutiges Ziel ist der Capitol Reef National Park. Unterwegs versuchen wir unsere Vorräte aufzustocken. Doch wir finden nix brauchbares ausser ein paar Tankstellen-Shops. Wir sind wirklich fernab unterwegs. Beim Park angekommen, haben wir Glück. Wir bekommen tatsächlich den absolut letzten Stellplatz auf dem State Park-Camping. Da der Vormieter noch nicht ganz weg ist, machen wir zuerst ein Pic-Nic im Park nebenan. Dort hat es auch viel Platz für Fangis und Versteckis. Die Girls sind im Element. Am Nami erkunden wir dann den Capitol Reef State Park. Dieser beeindruckt vor allem, weil die Gegend rund herum null und gar keinen Hinweis auf diese riesigen Felsen gibt, die da auf einmal quasi aus dem Nix auftauchen. Zum Znacht gibts einmal mehr ein Feuer von Papa. Da die Mädels trotz viel Auslauf irgendwie nicht wirlich müde sind, gibt es noch gerade nicht Feierabend. Und als sie endlich im Bett sind, fängt es doch tatsächlich an zu Regnen, so dass der Camper-Abend der Eltern heute ins Wasser fällt.

USA, Capital Reef, Landscape

Dies & Das
Die Fahrt nach Moab unterbrechen wir nur zum Tanken. In Moab angekommen, quartieren wir uns zuerst auf einem normalen Camping ein. Normal will heissen: Strom, Wasser, Dusche, Pool, Internet, usw. Einzig die Wäscherei fehlt irgendwie und die hätten wir heute dringend nötig. So sind wir bald wieder im Kaff und schmeissen unsere stinkenden Sachen in einem Waschsalon in die Tonne. Die Zeit während dem Waschgang nutzen wir für Futter x2: einmal Magen füllen, einmal Kühlschrank füllen. Unterwegs schliesst die grosse Tochter zur Freude von Papa auch noch die Badezimmertür im Camper ab. Die amerikanischen Schlösser sind ja so toll, dass man drücken und somit die Türe schliessen kann und dann gar nicht drin sein muss, aber die Türe fest abgeschlossen ist. Zum Glück ist der Papa handwerklich begabt und kann die Türe wieder entschliessen nachdem er den ganzen Türgriff abgeschraubt hat. Und zum Glück ist die Tochter während dem ganzen Prozedere draussen und nicht drinnen… Zurück auf dem Camping müssen wir dann unerwartet nochmals los. Wir vermissen Melias Turnschuh und vermuten, dass dieser vor dem Waschsalon am Boden liegt. So ist es denn auch. Das Ding hat ungefragt den Camper verlassen. Der Sprung in den Pool fällt heute ganz besonders kurz aus. Es ist viel zu kalt, so dass wir uns einstimmig einigen, den Pool heute sein zu lassen und statt dessen noch ein bisschen dem Camperleben zu fröhnen. Für den Grill und das Znacht recht es noch vor dem Wolkenbruch. Danach wird es nass… ein richtiges Gewitter zieht über Moab.

Arches, Canyons, Rims, usw.
Leider ist der Himmel immer noch grau in grau. Schade, denn heute stehen zwei National Parks und ein State Park auf dem Programm. Trotz grauem Himmel ziehen wir wie geplant los. Unser erstes Ziel ist der Arches N.P. Wir wählen instiktiv richtig und fahren beim ersten Abzweiger rechts. Dort finden wir einen Parkplatz für unser Mobil und können fünf Arches anschauen. Auch wenn der blaue Himmel fehlt und die Pics so definitiv nicht nach unserem Geschmack sind, gefällt es uns. Nach dem Zmorge im Camper – das praktische an so einem Ding ist ja, dass man immer überall alles dabei hat – fahren wir weiter zum weltbekannten Delicate Arch. Da wir mit den Kids den längeren Trail nicht machen können/wollen, bleibt uns der Blick aus der Ferne vom Viewpoint Nummer 2. Leider fängt es just in dem Moment als wir ready sind an zu regnen. Wir sputen den Berg hinauf – jeder ein Kind auf den Schultern resp. auf dem Rücken – und erhaschen aus der Ferne einen kühl-nassen Blick auf das Naturwunder. Damit haben wir dann auch bereits alles wichtige gesehen und wir beschliessen aufgrund des Regenfalls weiter zu ziehen zum Dead Horse Point. Der kleine State Park bietet eine tolle Aussicht auf die umliegenden Canyons. Kleine, aber wichtige Randbemerkung: es regnet nicht mehr! Weiter geht die Fahrt zum Canyonland N.P. Auch hier gibt es, wie der Name schon sagt, zahlreiche Canyons von zahlreichen Viewpoints aus zu bestaunen. Unser Highlight ist aber ein weiterer Arch. Da die Kids langsam aber sicher am Ende ihrer Wanderkräfte sind, teilen wir uns auf: zuerst darf die Mama schauen, dann der Papa. Die Kinder bleiben während dessen im Camper und tanken neue Energie. Nach einem letzten Aussichtpunkt ist dann mindestens bei Melia Schluss. Der ausgedehnte Trotzanfall deutet uns an, dass nun wohl genug ist mit Sightseeing. Wir fahren zurück zum Camping, wo es Wurst und Tortellini gefolgt von Mashmallows gibt. Das macht alle wieder gücklich und froh!

Monument Valley
Am frühen Morgen beginnt es zu regnen und hört nicht mehr auf. Zeit, so dass wir das Kaff verlassen und weiterziehen. Leider wird das Wetter vorerst nicht besser. Es bleibt regnerisch und grau in grau. Im Natural Bridge State Park können wir aber immerhin die drei Arches oder eben Bridges ohne Regen bestaunen. Da das Wetter und auch die Temperaturen nicht zum Verweilen einladen, fahren wir weiter; immer in Richtung blauer Himmel quasi. Auch ich setze mich heute zum ersten Mal hinter das Steuer. Es klappt ganz wunderbar bis wir zu einer ungeteerten Teerstrasse kommen, wo mir schon nur beim Runterschauen mulmig wird. Die Strasse ist in die schnurgerade Felswand gemeisselt, fast überhängend und sicher 100 Meter abfallend. Kreuzen ist nur an gewissen Stellen möglich. Während Odi mit Freude die Strasse den Monkey Highway bezwingt, bin ich froh, als wir heil unten ankommen. Nach einem kurzen Halt im Gooseneck State Park – auch hier steile Felswand in den tiefen Canyon – fahren wir noch die paar Meilen zu unserem heutigen Ziel, dem Monument Valley. Wir stellen den Camper auf dem Platz im Park auf und haben so quasi freie Sicht auf die weltberühmten Felsen, welche u.a. aus der Malboro-Werbung bekannt sind. Das Set wird nach dem Spaziergang zum Souvenirshop und Museum sowie dem Znacht so richtig fantastisch. Im Abendlicht ist die Szenerie unschlagbar. Einziger negativer Punkt: es windet stark und ist dadurch kühl. Lange kann man nicht draussen bleiben. So sind denn die Kids auch im Camper am spielen während wir abwechslungsweise vor resp. im Camper die Aussicht geniessen.

USA, Monument Valley

Antelope Canyon zum Ersten
Heute haben wir extra den Wecker zum Sonnenaufgang gestellt. Und es lohnt sich. Auch in der Morgensonne bietet sich uns ein Naturspektakel sondergleichen. Das Monument Valley ist tatsächlich ein unglaublicher Ort, welcher uns gar ein bisschen an den Uluru erinnert. Bereits vor dem Zmittag sind wir in Page. Hier wollen wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Erster Programmpunkt ist ein kurzer Walk zum Ausblick auf den Horse Shoe Lookout. Dieser Teil gehört auch zum Grand Canyon und von hier aus sieht der Fluss wie ein Hufeisen aus. Auch hier wieder geht es unendlich tief und schnurgerade in den Canyon hinunter. Obwohl ich nicht Höhenangst habe, bin ich definitiv kein Freund von solchen vollständig ungesicherten Lookouts. Irgendwie schwingt immer die Angst mit, dass jemand von uns herunterfallen könnte. Einige Touris spüren sich wirklich kaum und jeder will das bessere Bild von sich an der Kante schiessen. Kleines Detail: in der heutigen Tageszeitung lese ich später, dass einer heruntergefallen ist… Zum Zmittag kehren wir auf Wunsch der Kids wieder einmal bei Ronald ein. Nach Hamburger und Pommes bleibt genug Zeit, um noch zum Ausgangspunkt der Antelope Canyon-Touren zu fahren. Eigentlich haben wir für morgen eine Tour reserviert. Aber es gibt ja zwei Teile – upper und lower part -, die man begehen kann und vielleicht haben wir ja noch irgendwo Platz. Und tatsächlich ist bald erst Odi – ich gehe mit den Kids einkaufen – und dann ich – Odi checkt mit den Kids auf dem Camping ein – auf einer Tour durch den Upper Canyon. Eindrücklich wie die Natur hier einen schmalen ca. zehn Meter hohen und bis zu zwei Meter breiten Canyon geschaffen hat. Ganz besonders schön ist das Ganze mit dem Sonnenlicht, welches in den Canyon scheint. Wir sind gespannt, ob der untere Teil auch so schön ist. Das werden wir morgen beantworten können.

Antelope Canyon zum Zweiten
Der Tag beginnt beim Antelope Canyon. Heute steht der Lower Part auf dem Programm. Wir bekommen Walk-in sofort Platz bei zwei aufeinanderfolgenden Touren. Odi ist als erster dran. Wir Mädels warten im Camper beim Zmorge, Laura Stern und Peppa Wutz auf Papa. Danach bin ich dran. Und weil unsere Grosse schon so gross ist, darf sie mitkommen. Und sie macht es ganz wunderbar. Ohne ein einziges Mal murren, läuft sie die 75 Minuten durch den Canyon und geniesst es sichtlich. Im Gegensatz zum Upper Part ist es hier viel enger und an einigen Stellen muss man sorgar klettern. Zum Glück hat es an den schwierigen Stellen aber Treppe und Leiter, so dass wir ohne Probleme durch den Canyon kommen. Wir sind uns einig, dass dieser Teil des Naturspektakels noch schöner ist, als der Teil, welchen wir gestern besichtigt haben. Unglaublich und mit dem Sonnenlicht einfach noch unglaublicher. Zufrieden geht es nach den Touren zu Taco Bell und in den Walmart. Am Nami ist Kids-Time angesagt. Unser Camping hat einen Indoor-Pool, welchen wir heute ausgiebig nutzen. Zudem kommt auch der Besuch auf dem Spielplatz nicht zu kurz. Am Abend geniessen wir nochmals das angenehme Wetter vor dem Camper. Gemäss Wetterprognose soll es in den nächsten Tagen wieder kälter werden… das freut uns nicht besonders. Aber wir nehmens wies kommt.

USA, Page, Antelope Canyon

Driving day
Heute gilt es einige Kilometer zu fahren. So sind wir denn auch schon bald on the road und fahren Meile um Meile. Wir kommen gut voran. Die Kids machen gut mit und mit zwei Tanzeinlagen – kurze Schwiizer-Goofe Pause im Camper begleitet von hemmungslosem Tanz – können wir bis zum Kaff vor dem National Park durchfahren. Hier gibt es auf Wunsch der Kids einen Hamburger und Pommes. Zu ihrer grossen Freude hat es sogar einen relativ grossen Indoor-Spielplatz. Irgendwann am Nami sind wir dann in Mesa Verde, unserem ersten Unesco Welterbe dieser Reise, angekommen. Da der Park weitläufig ist und die Sehenswürdigkeiten am anderen Ende sind, bleiben wir auf dem schönen Camping. Gegen Abend zieht Macy, eine 3-jährige, neben uns ein. Die drei sind ganz ausser sich vor Freude, springen um die Wette und fallen dann todmüde ins Bett.

Zwei Unesco Welterbe an einem Tag!
Im Mesa Verde N. P. haben die Indianer vor vielen, vielen Jahren (600 bis 1300 n. Chr.) Lehmziegelhäuser und teilweise sogar ganze Dörfer an Schutz bietende Felswände gebaut. Die eindrücklichen Bauten gehören heute zum Unesco Weltkulturerbe. Da wir mit den Kids keine Tour machen können, bestaunen wir die diveresen Sehenswürdigkeiten von den View Points aus. Im Museum fängt dann die Fragestunde an. Nini ist wahnsinnig fasziniert von den Indianern und muss einfach alles mögliche und unmögliche wissen. Melia plabbert munter nach und wiederholt immer wieder “Ninianer, Huus”. Nach dem wir mehr oder weniger alles besichtigt haben, verlassen wir den weitläufigen Park und fahren an den letzten Schneeresten vorbei nach Aztec. Hier quartieren wir uns auf einem typischen amerikanischen Trailerpark ein. Die meisten wohnen hier fix in ihren Camper oder Wohnwagen. Sanitäre Anlagen oder ähnliches gibt es für die Öffentlichkeit keine, alle scheinen alles in ihrem Mobil zu erledigen. Da wir noch genug Zeit haben, schauen wir uns noch den Aztec N. P. an. Auch hier haben Indianer gehaust, allerdings nicht in Häusern an Felswänden sondern in “normalen” Steindörfern. Die Sehenswürdigkeit gehört zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dessen Hauptteil wir dann morgen besuchen wollen. Die Ausstellung ist schön und die Häuser, die wir dieses Mal gar begehen können, faszinieren die Kids. Nini marschiert mit dem Mueseumsplan vorraus und erklärt der kleinen Schwester ganz altklug alles was sie bis dahin von uns erfahren hat. Nach dem Musuem stocken wir noch unsere Vorräte auf und fahren zur Feier des Tages zum Znacht zu Pizza Hut. Dank dem TV und den Farbstiften wird das Essen richtig relaxt und essbar ist es auch. Nach einer Fussballrunde versuchen wir die Rasselbande ins Bett zu kriegen. Doch obwohl sie eigentlich hundemüde sind, braucht es heute ein wenig Geduld. Waren wohl doch etwas zu viele Indianer-Geschichten…

USA, Mesa Verde, Indian Housing

Chaco N.P.
Der heutige Tag bringt ein gewisses Wagnis. Ob die Strasse zum Chaco N.P. für unseren RV befahrbar ist oder nicht, wissen wir nicht. Wir haben allerhand davon gehört und gelesen und wollen es einfach probieren. Der Grund ist klar: der Park gehört, wie schon erwähnt, zum Unesco Weltkulturerbe. Die ersten Meilen weg von der Hauptstrassse sind noch geteert. Danach folgt über mehrere Meilen die Schotterpiste, die wir mit ungefähr 30 Meilen pro Stunde befahren können. Die letzten vier Meilen haben es dann in sich. Die Piste ist nur noch im Schritttempo und bei trockenen Verhältnissen befahrbar. Irgendwann haben wir es geschafft: beim Eingang zum National Park fängt die geteerte Strasse wieder an. Wir sind stolz haben wir die Herausforderung auf uns genommen; nun können wir die Indianer-Pueblos besichtigen. Doch zuerst will noch ein Campingplatz gefunden sein. Obwohl schon beim Eingang steht, dass der Platz voll ist, bekommen wir noch einen Standplatz. Und ja, es hat noch andere riesige Mobile hier hinten am campieren. Im Vergleich zu den gestrigen Siedlungen ist das Ganze ziemlich viel grösser, wenn auch ziemlich weit verstreut. 6’000 bis 10’000 Indianer sollen hier gleichzeitig zwischen 900 bis 1150 n. Chr. gelebt haben. Wir fahren von Spot zu Spot und schauen uns alles in Ruhe an. Da wir mehr als genug Zeit haben, gibt es nach jeder kleinen Wanderung Siesta im Auto: einmal Zmittag, einmal zeichnen, einmal Früchte, einmal Gelati, usw. So geniessen alle den Nachmittag im National Park. Am Abend schmeissen wir die Kleine schon mal ins Bett. Nini darf heute ausnahmsweise noch ein bisschen aufbleiben. Wir wollen ihr einen richtigen Sternenhimmel zeigen. Bis dahin gibts Marshmallows am Campingfeuer, welches wir trotz starkem Wind zum Brennen bringen. Danach fängt das “Ohhh” und “Ahhh” an. Der wolkenfreie Himmel zeigt uns sein schönstes Sternenbild.

USA, Chaco Canyon, Road

Taos-Pueblo
Zeitig sind wir wieder unterwegs und erreichen den Freeway ohne Probleme. An dieser Stelle darf auch erwähnt werden, dass wenn etwas passiert wäre, wir voll und ganz dafür gehaftet hätten. Eine Fahrt über eine solche Strasse ist im Mietvertrag klar ausgeschlossen. Aber wie heissts so schön: no risk, no fun. Durch nicht sehr einladende Käffer fahren wir in Richtung Taos. Unterwegs machen wir in Espagnola einen Mittagshalt. Das Kaff ist wirklich hässlich (excusé…) und beim Zmittag begegnen uns eine handvoll interessante Menschen aus dem Kaff. Erwähnt seien hier der nette Angestelle der Fast Food-Kette, welcher nach einigen Minuten Gespräch fragt “Switzlerland, is it far away from here?” und der besoffene Penner, welcher warum auch immer, sofort erkennt, dass wir Deutsch sprechen. Klar ist, wenn Trump seine Gesetze alle durchbringt, werden wohl die Hälfte der Einwohner hier verschwinden. Fast alle sind mittelamerikanischer Abstammung und wohl nicht nur legal hier. In Taos fahren wir direkt zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dem Taos-Pueblo. Hier leben die Taos-Indianer wie vor Hunderten von Jahren in ihren typischen Lehmziegelhäuser und halten moderen Einflüssen und Landenteignungen stand. Das Dorf hat seinen eigenen Charme und gefällt uns. Besonders cool ist auch, dass die Bewohner aussehen, wie man das diese Tage von einem Indianer wohl erwarten darf: schwarze Haare, Zöpfe, Schmuck. Nini ist jedenfalls ganz fasziniert. Leider zieht der Himmel just als wir das Dorf betreten zu. Ein heftiger Sandsturm und Regen folgen. Trotzdem haben wir einen kurzen, aber interessanten Einblick in das Dorf bekommen. Unglaublich, wie die Leute hier in einem offenen Mueseum leben. Auf dem Camping ruft der Haushalt. Was soll man schon anderes machen bei diesem Wetter. Genau wegen dem Wetter haben wir heute auch beschlossen, die geplanten nördlich liegenden Great Sand Dunes rechts liegen zu lassen und stattdessen langsam aber sicher in den Süden zu reisen. Schliesslich wollen wir noch ein bisschen mehr als bis jetzt in den kurzen Hosen rum rennen.

USA, Taos Pueblo, Church

Kids-Day im Sumner Lake State Park
Unser Ziel für heute ist klar: möglichst weit in den Süden fahren. In Santa Fe machen wir einen längeren Halt. Eigentlich wollten wir in eine Shopping-Mall, aber wir verhängen bei Walmart und finden hier für alle etwas. Zum Zmittag dürfen heute wieder mal die Eltern bestimmen. Klar, dass unsere Wahl auf Taco Bell fällt. Obwohl Tacos zu Hause zu den Lieblingsessen der Kids gehören, mundet es hier überraschend wenig. Sie begnügen sich mit Reis und plabbern einander verschwörerisch zu, dass sie morgen wieder zu Ronald wollen. Weiter geht die Fahrt. Nach ungefähr zwei Stunden, die die Hälfte der Passagiere mehr oder weniger verschlafen, erreichen wir den Sumner Lake State Park. Wir haben die Qual der Wahl und wissen vor lauter Campingplatz-Möglichkeiten nicht wo parkieren. Wir entscheiden uns für einen grosszügigen Platz ganz nah beim sehr tollen Spielplatz. Der nächste Camper ist Luftlinie 100 Meter von uns weg – perfekt! Aber wie die Amis so sind, kommt später tatsächlich noch eine andere Familie und parkt direkt auf dem Platz neben uns – obwohl alles frei ist! Das passiert uns nicht das erste Mal. Aber es gibt schlimmeres und sowieso sind vor allem die Kids hier im siebten Himmel. Der Spielplatz ist einfach perfekt und die beiden geniessen es ausgiebig alleine auf der tollen Anlage herumtollen zu dürfen – den ganzen Nami und den ganzen Abend!

Höhlen von Calsberg
Nach dem gestrigen Kids-Day ist heute weniger Kids-Day angesagt – abgesehen vom gewünschten Besuch bei Ronald. Zuerst müssen wir wieder mal ein paar – ein paar viele – Meilen fahren. In Carlsberg lassen wir den Koa Camping – zum Glück wie sich später heraus stellt – links liegen und fahren weiter zum National Park. Gleich beim Eingang hat es auch einen, wenn auch etwas schäbigen Camping, auf dem wir sofort einchecken. Danach sind die Höhlen, welche das letzte Unesco Welterbe dieser Reise sind, an der Reihe. Wir beschliessen hinein zu laufen und den Lift erst beim Exit zu nutzen. Der Eingang zum riesigen Höhlenkomplex ist gigantisch, steil und lang. Die Kids kommen aus dem Staunen zuerst gar nicht mehr raus und laufen wacker mit. Als die erste den Kopf anschlägt, wird es etwas ungemütlicher. Das Geschrei ist wahrscheinlich in der ganze Höhle zu hören… Als sich alle wieder beruhtigt haben, sieht für sie wohl bald alles gleich aus. Sie plabbern und singen laut vor sich hin – auch das dürfte in der ganze Höhle zu hören sein – und wir müssen sie immer wieder ermahnen. Die Höhle ist sehr schön und abwechslungsreich – selbst für Nicht-Höhlen-Enthusiasten wie uns. Irgendwann sind wir dann wieder beim Lift, welcher uns bequem und direkt an die Oberfläche bringt. Schön wars! Auf dem Camping treffen wir auf die ersten Schweizer seit langer Zeit. Die Kids können kaum glauben, dass die beiden alles verstehen, was sie sagen. Den Massenflug der Fledermäuse, welcher beim Eindunkeln statt findet, lassen wir sein. Dieser findet für uns zu einer blöden Zeit (Bett-Zeit…) und wir Eltern durften dieses Naturspektakel zum Glück schon einmal in Malaysia miterleben. Übrigens ist das Wetter super und die Temperaturen wieder nach unserem Gusto. So kann es bleiben…

Vom Skiort in die Wüste in einer Stunde
Nach den ersten paar Meilen stocken wir wieder einmal unsere Vorräte auf. Die Shopping-Stopps sind einfach eine super Fahrtunterbrecher. Weiter geht unsere Reise durch grüne Wälder. Auf einmal sind wir mitten in einem touristischen Skiort (zum Glück aktuell ohne Schnee…) und nur ein paar Meilen später landen wir wieder in der Wüste. Es ist einfach unglaublich wie die Landschaft sich hier immer wieder abwechselt und sich neu erfindet. Eigentlich wollten wir ja heute auf einen KOA-Camping. Dies in der Absicht, dass der Pool unser Nami-Programm sein sollte. Leider ist es zu windig und für mehr als einen Zehen würde es wohl nicht reichen, weshalb wir beim KOA angekommen, gleich zum nächsten State Park weiterfahren. Hier finden wir ein tolles Plätzchen mit viel Umschwung quasi im Nix. Unnötig zu sagen, dass dies ganz nach unserem Geschmack ist.

White Sands National Monument
Nach kurzer Fahrt sind wir beim Visitor Center der White Sands. Hier mieten wir für die Kids einen Schlitten – in Form eines runden Plastikding – und fahren zur erst besten Düne. Barfuss laufen wir bei stahlblauem Himmel durch den schneeweissen Sand. Die Kids meinen zuerst, dass dies doch sicher Schnee sei. Die Bobs funktionieren mehr schlecht als recht. Die Geschwindigkeit lässt bei einigen zu wünschen übrig. Einige findens trotzdem schnell genug. Spass machts auf alle Fälle allen und ermüdend ist es sowieso. Irgendwann ist Melia derat k.o., dass sie nur noch im Sand herum liegt. Kombiniert mit der immer stärker werdenden Sonne, die einen fast schnee- resp. sandblind macht, ist das unser Zeichen für Schatten resp. für ein Schläfchen im Camper. Während die kleinen Abenteurer schlafen, nutzen wir die Zeit und fahren weiter. Unser Ziel ist heute wieder ein State Park – der Rock City S.P. Wir können es kaum glauben, dass es hier noch schöner ist als auf allen bisherigen solchen Plätzen. Diese State Parks sind einfach der Hammer und lassen jedes Camperherz viel, viel höher schlagen (für läpische 10 Dollar resp. 14 mit Strom sei hier noch erwähnt). Der Herr des Campers wird übrigens heute noch von einer Biene in die Stirn gestochen. Er hatte die Nase ganz weit vorne und kann sich das Botox nun sparen…

USA, White Sands, Anina

Zugabe
Alles was jetzt noch kommt ist quasi Zugabe – ausser der Grand Canyon und der Josua Tree N.P., die haben wir von Anfang an in unserer Route vorgesehen. Wir sind derart gut im Zeitplan, da wir den Chaco Canyon N.P. statt vom Süden vom Norden her angefahren und die White Sand Dunes aufgrund des kalten Wetters ausgelassen haben, dass alles was jetzt sonst noch kommt ungeplante Reiserei ist – wunderbar wie frei man doch mit so einem Mobil ist.Wir sind gespannt, was alles auf uns zukommt. Heute kommt schon mal relativ wenig auf uns zu. Einkaufen, fahren, futtern, fahren, Camping. Das muss heute reichen, denn wir haben den Kids versprochen, dass es heute wieder einmal einen Pool und einen Spielplatz gibt. So quartieren wir uns denn auch auf einem KOA ein und geniessen beides – Pool und Spielplatz den ganzen Nami nur für uns alleine. Hier finden wir auch die Hitze wieder. Dank dem Wind ist es aber absolut aushaltbar und wir freuen uns, dass wir wieder einmal die kurzen Hosen auspacken können.

Cowboys und Kaktus
Den Morgen verbringen wir bei den Cowboys. In Tombstone gibt es eine Art Cowboy-Ballenberg zu bestauenen. Wir sind früh da und haben quasi die ganze historische Strasse, die es hier wirklich vor über hundert Jahren so gegeben haben soll, für uns. Wirklich hübsch das Ganze. Langsam erwacht Tombstone und immer mehr Cowboys sind auf der Strasse. Auf Wunsch der Kids machen wir eine Kutschenfahrt und erfahren so alles über die vielen Salons, wo sich zahlreiche Schiessereien ereignet haben sollen. Nach einem üppigen Zmorge schauen Nini und ich dann noch eine der Gunfight-Shows an. Drei wahre Begebenheiten werden aufgeführt und jedes Mal wird am Schluss einer erschossen. Zum Glück haben wir Nini schon am Vorabend genau aufgeklärt was hier abgeht und sind auch jetzt für alle Fragen da. So geht das Theater effektiv als Theater durch. Unser nächstes Ziel ist der Saguaro N.P.. Der Name kommt von den zig tausenden von Kakteen, die hier über eine riesige Fläche verteilt in der Prärie stehen. Nach dem wir einen Platz auf dem Camping reserviert haben, fahren wir in das Visitor Center. Dieses ist sehr informativ und spätestens nach dem Film, in dem die Ureinwohner ihre Bedeutung der Saguaros erzählen, bekommen diese auch noch einen magischen Touch. Heute schaffen wir es Dank der einstündigen Zeitverschiebung von New Mexico nach Arizona gar den Sonnenuntergang vor dem Camper zu geniessen. Ansonsten war das bis jetzt meist etwas schwierig, da just zu diesem Zeitpunkt die Bettruhe der Kids angesagt war.

Heiss, heisser, am heissesten
Der heutige Tag geht als besonders heiss und als nicht besonderes Highlight in die Feriengeschichte ein. Nachdem unsere Vorräte aufgestockt sind, fahren wir zum Organ Pipe N. M. Dieser liegt direkt an der mexikanischen Grenze. Zahlreich sind denn auch die Polizisten und Ranger, die die Gegend bewachen. Der Drogenschmuggel soll hier sehr aktiv gelebt werden. Nur gerade sieben Kilometer wären es noch bis nach Mexico! Wir lassen den Grenzübertritt sein und konzentrieren uns auf die Kakteen. Als wir aus dem Camper steigen, verschlägt es uns fast den Atmen. Es ist knapp 40 Grad. Das haben Mama und Papa so nicht eingeplant. Eine Abkühlung bringt der Besuch im Visitor Center. Unglaublich wie alles auf einmal sehr, sehr interessant ist an der Kühle. Danach machen wir einen läpischen 34 km Loop im National Park. Schliesslich wollen wir die Organ Pipe – diese sind im Gegensatz zu den Saguaros, die es hier auch gehäuft gibt, quasi als Kaktus-Busch unterwegs – auch noch sehen. Leider ist die Strasse nicht asphaltiert. Zudem wäre unser Camper gar zu gross für den Loop. Wir lassen uns von beidem nicht abschrecken und kämpfen unser tapfer durch die Wüste. Mit den Kakteen ist es dann so wie mit allem. Irgendwann hat man genug gesehen und so sind wir froh, dass wir die normale Strasse wieder erreichen. Da man auf dem Camping hier den Generator, sprich aus aktuellen Anlass die Klimaanlage, nur gerade vier Stunden pro Tag offiziell laufen lassen darf, entschliessen wir uns spontan ins nächste Kaff zu fahren. Auf einem einfachen Platz in einem hübschen, mexikanisch anmutenden Kaff verbringen wir den Abend und die Nacht. Wir sind alle froh, dass der Herr des Hauses die Sonne und den Schatten derart gut einschätzen kann. So wird der Rest des Namis angenehm kühl… so kühl, dass gar eine Cola-Dose im Kofferraum platzt!

Und es geht noch heisser: 41 Grad
Die Nacht war ziemlich warm – aber aushaltbar. Nur Melia ist ein paar Mal wach geworden (also die Eltern folgedessen auch…). Weiter geht die Fahrt wieder in Richtung Norden. Unterwegs müssen wir einmal mehr – in dieser Gegend gehört das zum Strassen-Alltag – eine Polizeikontrolle über uns ergehen lassen. Wie immer werden uns diverse Fragen gestellt und unsere Pässe gecheckt. Da wir nicht von Mexiko kommen und wohl auch sonst relativ unverdächtig aussehen, ist der Spass stets rasch vorbei. Am Rande von Phoenix gibts einen ersten Stopp. Wieder ist uns einiges ausgegangen und es gilt den Kühlschrank mit kühlen Getränke zu füllen. Danach durchqueren wir Phoenix. Unglaubliche 60 Kilometer fahren wir auf dem Freeway von der einen Agglo-Seite auf die andere Agglo-Seite. Unterwegs versuchen wir bei Taco Bell einzukehren. Da unser Mobil zu gross ist und wir schlicht keinen Parkplatz finden, bleibt es beim Versuch. Nur unser Mobil bekommt etwas Flüssiges. Kurz vor dem Camping kommt dann doch noch ein Taco Bell und damit unser wohlverdientes Zmittag. Am Nami heisst das einzige wahre: Pool! Wir haben inzwischen gesehen, dass es 41 Grad ist. Trotz der Hitze sind alle bester Laune und freuen sich ab dem kühlen Nass, welches wir uns gleich zwei Mal ausgiebig gönnen. Wir fühlen uns ein bisschen, wie wenn jemand den Föhn angelassen hat… herrlich.
Was ich schon lange sagen wollte: ich finde es ganz schrecklich, dass in der Pampa draussen überall unbewohnte und zerfallene Häuser herumstehen. Entweder sind die Besitzer einfach weitergezogen oder haben einfach ein neues Haus neben dem alten hingestellt. Mit der Zeit sind das dann immer wie verwahrloster und trostloser aus. Auch in den Käffern werden die Häuser, sobald sie nicht mehr genutzt werden, einfach stehen gelassen. Ich würde dringend zu einem Rück-Bau-Gesetz raten. Ansonsten besteht das Land bald nur noch aus Ruinen.

Outlet-Day
Da wir die das kommende Weekend etwas besser planen als bis anhin und vor allem vorbuchen mussten – es ist Memorial-Day und damit verlängertes Weekend, welches anscheinend ganz Amerika auf einem Camping verbringen wird – bleiben wir noch eine weitere Nacht in Phoenix und Umgebung. Nach dem ersten ausgiebigen Frühstück dieser Ferien – von uns ist niemand so frühstückerisch, meist reicht uns Milch resp. Kaffee -, bei welchem wir endlich den gemieteten Toaster anwerfen, nehmen wir um neun Uhr morgens zuerst einmal ein ausgiebiges Bad im Pool. Wir das heisst wir Girls. Für Papa ist es noch etwas zu nass. Nini will nun immer ohne Flügeli umher tollen und lernt grad extrem schnell extrem viel dazu im Wasser. Nachdem alle wieder trocken sind, fahren wir in eine Outlet-Shopping-Mall. Eigentllich wollten wir diesen Einkauf erst am letzten Tag in Vegas machen, aber da wir gerade so schön Zeit haben, es hier nicht x Sehengswürdigkeiten gibt und wir bei 40 Grad eh nicht viel anderes machen können, starten wir den Shopping-Day schon heute. Unser erster Shop wird denn auch gleich der erfolgreichste. Im Gap finden wir für alle etwas. Mit gefüllten Tüten verlassen wir den Kleider-Himmel. Danach folgt nicht mehr viel gescheites. Und so gibt es ausser einer Regenjacke und Sommerkleider für die Kids nichts mehr in unsere Bags. Zurück auf dem Camping-Platz sind wir subito wieder im Pool. Es einfach herrlich, wenn man über eine Stunde planschen kann ohne kalt zu bekommen. Und für die Gfrölis unter uns – Papa und Melia – hats zur Not auch noch einen Hot Pool.

Zurück in die Berge
Adieu Hitze – es geht nordwärts in die Berge. Bereits auf dem Freeway merken wir, dass das kommende Weekend wohl etwas busier werden wird als gewohnt. Es hat unzählige Camper, Wohnwagen und mit Zelt beladene Pick-ups, die Vollgas um die Wette fahren. Alle scheinen Angst zu haben, dass sie keinen Stellplatz mehr bekommen. Wir sind guten Mutes und lassen uns nicht auf die Raserei ein. Wir haben einen Platz ausgewählt, welcher wie viele Campgrounds “first come, first serve” anbietet und sind zeitig dran. Obwohl man eigentlich erst um 14 Uhr hier auftauchen und einen Platz reservieren darf, halten wir uns nicht an die Zeitvorgabe. Tourimässig unwissend tauchen wir um elf Uhr auf und schnappen uns einen der begehrten Plätze. Obwohl der Platzwart uns danach ganz genau erklärt wie das eigentlich alles läuft, drückt er beide Augen zu und lässt uns gewähren. Nach Zmittag und Shopping im Kaff fahren wir in einen nah gelegene State Park. Hier gibt es eine Art Höhlen-Brücke zu bestaunen. Die Kids finden vor allem Gefallen am Wasserfall (leicht übertrieben sowas Wasserfall zu nennen…). Das Rinnsal reicht, um die beiden nass zu machen und ihnen den Nami zu versüssen.
Heute noch eine Frage zum Camping-Leben: wie erkennt man einen amerikanischen vs. einen ausländischen Camper (Zeltcamper ausgeschlossen)?

Amerikanischer Camper:

  1. hat ein überdimensional grosses Campermobil – quasi ein fahrendes Heim
  2. würde nie freiwillig sein Campermobil verlassen (die Stühle davor sind eine Art Attrappe)
  3. fährt mit dem Auto zur Abfallentsorgung/Pool/Dusche/usw.
  4. kocht nie selber und isst immer auswärts

ausländischer Camper (also wir):

  1. sitzt wenn immer möglich vor dem Campermobil
  2. läuft zur Abfalleimer/Pool/Dusche/usw.
  3. kocht immer selber – selbstverständlich draussen

Wegen überfüllt geschlossen
So, nun sind wohl definitiv alle unterwegs, um dieses Weekend auswärts zu geniessen. Unser erstes Ziel ist Montezumas Castle. Odi kennt diesen Namen aus irgend einem Indianer-Film und will unbedingt einen Blick darauf werfen. Und es lohnt sich. Uns erwartet eine Art Mini-Mesa Verde – nur von näher. Weiter geht die Fahrt in den Red Rock State Park. Hier geniessen wir erstmals ein Pic-Nic. Wir sind erstaunt, dass es nicht mehr Leute hat, werden aber später herausfinden, dass diese alle im Kaff resp. im State Park auf der anderen Seite sind. Da es zu heiss ist, lassen wir den Walk aus und schauen uns nur im Visitor Center um. Die Kids sind dies schon derart gewohnt, dass sie davon kaum mehr genug bekommen können. Das Interesse und die Fragestunde sind stets sehr gross. Durch Sedona – eine Art Grindelwald von hier; eingebettet in einer malerischen roten Felslandschaft mit zig-hunderten von Touristen – geht es weiter zum Slide Rock State Park. Hier wollten wir eigentlich auch noch kurz einen Stopp einlegen und unsere Füsse in den kalten Fluss halten. Leider bleibts beim wollen. Schon bald kann man an den am Strassenrand überall geparkten Autos erahnen, dass hier wohl die Hölle los sein muss. Die Entscheidung Besuch ja oder nein wird uns denn auch abgenommen. Es hat keinen Platz mehr im State Park, weshalb dieser kurzerhand geschlossen wurde. Die letzten Meilen nach Flagstaff, wo wir uns auf einem KOA einen Platz reserviert haben, sind bald vorbei. Hier ist zum Glück auch für viel Unterhaltung gesorgt: toller Spielplatz, Zügli hinter Golfmobil, usw. Die Kids findens super. Der Platz ist, wie nicht anderes zu erwarten war, übervoll und es herrscht ein riesiges Gewusel. Damit wäre Memorial-Day-Weekend Nr. 1 überstanden.

Wupatki N. M.
Wir bleiben noch für zwei weitere Nächte in der Greater Area vom Grand Canyon. Da wir vermuten, dass es heute mehr Leute hat als morgen, verschieben wir den Besuch des Grand Canyons um einen Tag. Heute verlassen wir uns ganz auf unser Gefühl und beschliessen ein National Monument in der Nähe anzuschauen, bei welchem uns vor allem der Name anspricht: Wupatki N. M. Das muss doch einfach toll sein… Und es wird toll. Schon nur die Fahrt dorthin hat es in sich. Durch einen schönen Wald und später eine Gegend, die voll von alter Lava und schwarzen Hängen ist, fahren wir zum Monument. Hier können wir ein letztes Mal auf dieser Reise schöne Steinhäuser von Indianer bestaunen. Eindrücklich ist vor allem die Farbkombination, die uns die Natur beschert: stahlblauer Himmel, rotes Gestein, grüne Büsche auf schwarzem Boden dazu die tollen Bauten. Da sich der Besuch des Parks etwas länger gestaltet als wir ursprünglich gedacht haben, machen wir einzig noch einen Halt im Walmart bevor es weiter in das nächst grössere Kaff auf einen Camping geht. Hier haben wir wieder zwei Nächte reserviert und sind froh, dass wir wissen wohin und dass man uns erwartet. Der Platz ist nicht der Hammer, aber wir habens schlimmer erwartet. So nennen wohl auch einige viele Amis ihr Campingleben ein tolles Abenteuer: der Platz ist eine Betonwüste direkt an der Bahnlinie. Grün sind einzig ein paar wenige kleine Büsche. Uns solls recht sein, schliesslich ist das berühmt berüchtigte Weekend und wir sind froh ohne zu suchen irgendwo untergekommen zu sein. Für die Kids stimmt sowieso; es hat ein Hallenbad und einen tollen Spielplatz und auf unserem Betonplatz kann man so richtig schön mit Strassenkreide alles vermahlen.

The grand Grand Canyon
2001 waren wir schon einmal hier – also mindestens die Hälfte von uns. Wir waren uns deshalb zuerst nicht sicher, ob sich ein Abstecher hierhin nochmals lohnt. Damals flogen wir ab Las Vegas in den Canyon und wieder zurück. Heute sind wir mit dem Camper weiter östlich unterwegs. Damit wir der Masse noch ein wenig aus dem Weg gehen können, stellen wir für einmal den Wecker. Bis zum Parkeingang steht uns noch eine Stunde Fahrt bevor. Um kurz nach acht fahren wir auf dem RV-Parking ein und steigen bald in den Shuttle Bus, welcher uns auf die linke Seite des Parks bringt. Und siehe da, wir schaffen es tatsächlich beim ersten Stopp ein paar Minuten für uns ganz alleine zu sein. Die Aussicht ist der Hammer, wir werden nicht enttäuscht. Der Weg hierhin hat sich definitiv noch einmal gelohnt. Danach machen wir eine kurze Wanderung auf dem Rim. Melia schläft im Ergo auf dem Rücken, Nini ist immer an der Hand. Nur ich hätte besser andere Schuhe angezogen… Flip Flops sind nicht überall der Hit. Danach kommen die anderen Touristen. Wie auf Kommando sind die Busse platschvoll und die Aussichtspunkte gut besucht. Irgendwann am frühen Nami sind wir zurück im Visitor Center. Ab dem Aussichtspunkt gleich vorne dran, werfen wir einen letzten Blick auf die wunderschöne Landschaft. Danach sind wir froh, dass wir das Gewusel hinter uns lassen können und fahren mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Williams. Schön wars!

USA, Grand Canyon

Route 66
Ja, man kann die Route 66 – oder mindestens Teile davon – auch mit einem RV abfahren. Und genau das tun wir heute. Nach einem kurzen Stück auf dem Freeway biegen wir rechts ab und fahren durchs Hinterland auf der historischen Strasse mit der berühmten Nummer 66. Beim ersten Kaff verpassen wir es leider glatt zu stoppen. Irgendwie haben wir gedacht, dass jedes nun folgende Kaff mindestens ein Fotosujet hergeben wird. Leider ist dem nicht so und ich ärgere mich schon ein bisschen, dass wir das doch sehr fotogene Seligman einfach so haben ziehen lassen. Doch dann kommt sie doch noch: die Tanke in the middle of fucking no where mit dem Route 66-Charme wie aus dem Bilderbuch. Vor dem wirklich sehr speziellen Souvenir-Shop spielt ein Cowboy auf seiner Gitarre und im Shop gibt es einfach alles mögliche und unmögliche zur Route 66 zu kaufen. Wir entscheiden uns für alte Nummernschilder, von den States, die wir auf dieser Reise besucht haben (leider ist Utah nicht erhältlich). Nach dem Mittagsstopp in Kingsman biegen wir spontan nochmals vom schnellsten und bequemsten Weg ab. Die Kids schlafen und die Eltern fahren über eine enge Bergstrasse auf der historischen Route weiter. In Oatman treffen wir wieder auf ein richtiges Biker-Kaff. Neben den Bikes stehen hier die Esel auf den Strassen (warum auch immer…). Es gäbe viel zu entdecken, aber da hinten im Camper immer noch Siesta-Time ist, fahren wir weiter. Das Nachtlager beziehen wir auf einem Koa. Bei knapp 40 Grad sollen die Kids einen Pool bekommen. Dies ist dann auch die Beschäftigung für den Rest des Tages. Auf dem Abendspaziergang mit den Mädels passiert mir dann wieder erstaunliches (zum zweiten Mal auf dieser Reise): wildfremde Menschen entschuldigen sich einfach so bei mir, dass Trump ihr Präsident ist und danken mir dafür, dass wir trotzdem hierher gereist sind. Das anschliessende kurze Gespräch wäre abendfüllend und interessant, aber die Racker müssen ins Bett und Trump ist und bleibt mindestens für die nächsten vier Jahre Präsident der USA.

USA, Hackberry, Route 66

Josua Tree N. P.
Der Tag beginnt harzig. Bevor wir zum Josua Tree National Park aufbrechen, müssen wir noch unsere Vorräte aufstocken (wahrscheinlich zum letzten Mal… 🙁 ). Zuerst wollen wir tanken. Die erste Tanke hat kein Benzin mehr (sind wir in Afrika?), die zweite Tanke verlangt fast doppelt so viel wie die Tanken bis anhin (um was geits?), erst die dritte Tanke hat alles: Benzin und den gewohnten Preis. Das mit dem Preis können wir uns erklären. Wir sind gestern kurz vor dem Kaff von Arizona nach California gefahren – neuer Staat, neue Preise. Da es nur wenige Meilen zurück nach Arizona sind, nehmen wir den Weg gerne auf uns. Es sind doch ein paar Dollar, die wir beim Volltanken von unserer Riesenmaschine sparen. Dann gehen wir auf die Suche nach Futter. Wir brauchen Gemüse und frisches Fleisch. Erster Shop: führt weder noch. Zweiter Shop: führt weder noch. Dritter Shop: führt weder noch. Vierter Shop: gibt es in diesem Kaff nicht. Wir fragen uns ernsthaft, ob das wirklich wahr sein kann, dass es in diesem Kaff nirgends frisches Gemüse und Fleisch zu kaufen gibt. Amerika, wie es im Bilderbuch steht! Unverrichteter Dinge verlassen wir das Kaff. Zwischen hier (Needles) und dort (Eingang zum Josua Tree N.P.) gibt es nichts – nur Prärie und Wüste und das über 200 km. Im doch rund 30’000 Einwohner zählenden Twentynine Palms (es hat mehr als 29 Palmen!) gibt es immerhin einen Mäc. Sehr zur Freude der Kinder kehren wir dort ein (ich hoffe, dass dies das letzte Mal war in diesen Ferien…). Mit vollem Magen machen wir uns dann nochmals auf die Suche nach Fleisch und Gemüse. Erster Shop: Fehlanzeige – ich kaufe Bier… (immerhin…) Zweiter Shop: ich kaufe tiefgefrorene undefinierbare Würstchen, tiefgefrorenen Broccoli und eine Büchse Mais. Was will man mehr… Im Josua Tree angekommen, suchen wir uns zuerst einen Stellplatz. Wir haben die Qual der Wahl und tun uns schwer mit der Auswahl (später wechseln wir den Platz gar noch, da das auf den ersten Blick lauschige Plätzchen sich als nicht so lauschig heraus stellt; es hat eher viel Müll, Fäkalien und Bienen). Danach machen wir einen kurzen Trail durch die interessante Landschaft. Überall kann man auf den Felsen herum klettern. Die Kids haben ihre helle Freude und wandern wacker mit. Leider ist das Wetter nicht ganz nach Plan. Die Temperaturen sind zwar angenehm, aber die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkenschicht. Es ist so ein bisschen der Arches N.P.-Effekt: auf Arches und Josua Tree haben wir uns ganz besonders gefreut und an beiden Orten ist das Wetter mässig bis schitter. Ansonsten gefällt es uns aber sehr gut. Die Josua’s sind eigentlich ein Baum aus Yuccas. Und wem das jetzt nichts sagt, darf gerne bei uns im Garten schauen kommen. Wir durften auf dieser Reise lernen, dass wir einen Yucca im Garten haben. Für alle Naturkundler unter uns, wir kennen nun folgende Kateen-Arten: Saguaro, Organ Pipe, Yucca, Josua Tree – noch Fragen? Der Camping an und für sich wäre super toll. Leider ist er aber eher ungepflegt. Es hat ziemlich viel Müll am Boden, die Grillstellen werden nicht geputzt und die Tische haben wohl auch vor langer Zeit zum letzten Mal Wasser gesehen. Schade für diesen wunderbaren Ort. Ewas ähnliches haben wir auf dieser Reise noch nie angetroffen in einem Park.

USA, Joshua Tree, Rocks

Majove N. P.
Judihui, der Himmel ist tiefblau! Entsprechend verweilen wir noch bisschen im Park und machen gar einen kurzen Trail im Hidden Valley. Gegen Mittag sind wir wieder beim Camper – zum Glück, langsam wirds heiss. Wir sagen der schönen Umgebung Tschüss und fahren nordwärts. Die letzte Nacht auf einem einfachen Campingplatz werden wir im Majove N. P. verbringen. Der eher unbekannte Park liegt rund 3 Stunden südlich von Las Vegas. Nach einer längeren Fahrt durch eine lebensfeindliche Gegend erreichen wir den Park. Wir quartieren uns auf einem der sehr grossen Plätze ein und lassen es uns vor dem Camper gut gehen. Irgendwann ist dann die erste Pack-Orgie angesagt. Unglaublich, was sich in den letzten paar Wochen in den zahlreichen Schäftli so alles angesammelt hat. Die Kids kümmert das wenig bis gar nix. Sie spielen vor dem Camper mit Steinen, Sand und allem anderen was sie finden und sehen am Schluss aus wie Sau. Zum Glück haben wir eine Dusche im Camper, die wir heute nochmals voll zum Einsatz bringen. Beim letzten Feuer verbrennt das restliche Holz. Die letzten Burger landen auf dem Grill. Der letzte Sternenhimmel ohne Lichteinfluss zeigt nochmals sein schönstes Gesicht. Morgen geht es zurück in die Zivilsation nach Las Vegas. Und übermorgen ist dann defnitiv fertig…

Back to Vegas
Schon vor dem Mittag sind wir in Las Vegas und checken auf einem der Stadtcampings ein. Nach kurzer Zeit sind wir auch schon wieder unterwegs. Heute dürfen die Grossen nochmals aussuchen, was es zum Zmittag gibt. Selbstverständlich landen wir im Taco Bell. Und siehe da, so am Ende der Reise kommen auch die Kids noch auf den Geschmack und fressen uns die Hälfte einfach weg. Dann geht es noch ein letztes Mal zu Walmart. Wir brauchen noch etwas Kleines zum Znacht und ein allerletztes T-Shirt. Den Nami verbringen wir auf dem Camping resp. im Pool. Es ist heiss und wir freuen uns alle über die Abkühlung. Zum Znacht werfen wir noch einmal den Kohlegrill an. Langsam aber sicher sind unsere Vorräte aufgebraucht. Nach dem Znacht – die Kids im Piji – machen wir noch einen kurzen Spaziergang. Wir landen schliesslich im Casino resp. Hotels des Campings und staunen nicht schlecht. Wir treffen auf einen halben Urwald mit tausenden kleinen Lichter in einer Stadt. Einmal mehr lässt Las Vegas staunen. Und trotzdem, wir sind keine Fans des Glamours, der Lichter und der Glückspiele. Aber man muss es wohl einmal gesehen haben.

Tschüss Mobil!
Obwohl wir gut vorbereitet sind, wird die Abgeben des Campers noch ein bisschen stressig. Wir haben alles noch brauchbare sauber verstaut, dies in der Absicht, dass die Angestellten der Firma sich sicher darüber freuen. Doch wir müssen alles ausräumen und direkt in den Müll schmeissen. Eine riesige und unnötige Verschwendung. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns schon auf dem Camping von den Dingen verabschiedet. Hier hätte nämlich sicher noch das eine oder andere einen neuen Besitzer gefunden. Immerhin können wir die Stühle und ähnliches auf ein Gestell schmeissen, wo andere Traveller schauen können, ob sie was brauchen können. Mit dem Taxi geht es an den Flughafen. Dort beginnt die grosse Warterei. Unser Flug geht erst in 6 Stunden… zu unserer Überraschung geht die Zeit aber trotz allem relativ rasch vorbei. Es gibt irgendwie immer was zu tun oder zu schauen. Irgendwann können wir dann in das Flug einsteigen. Der Flug verläuft ähnlich gut wie der Hinflug. Die Kids sind irgendwann müde und verschlafen wieder einen grossen Teil der Flugzeit. In Zürich werden wir von meinen Eltern erwartet. Das freut uns und ist erst noch praktisch: die Müdigkeit der Kleinen ist beim Anblick von Grosi wie weggeblasen.
Das wars! Es war absolut fantastisch. Eine perfekte Reise mit allem was das Herz wünscht. Die Natur ist einfach unschlagbar. Das Reisen mit einem RV und Kids perfekt. Wir kommen sicher wieder! Bye bye…

 

Short cut zu den Bildern

Eastern Thailand

Short cut zu den Bildern

 
Travelling… what it’s all about
Das “bibbere” ist vorbei: nach der Mittelohrentzündung von Nini haben wir zwei Tage vor dem Abflug von der Kinderärztin das OK bekommen. Wir dürfen in den Flieger steigen! Unnötig zu erwähnen, wie froh wir sind und wie fest wir uns freuen. Endlich geht es wieder einmal nach Asien, genauer nach Thailand! Mam und Edi bringen uns an den Flughafen. Die Girls schätzen dies sehr und freuen sich ab der Begleitung. Nach einem letzten Wink zurück, sind wir definitiv unterwegs. Bei der Handgepäck-Kontrolle werden wir von einem kinderfreundichen Angestellten direkt zur First-Line vorgewunken. Wir sind ihm sehr dankbar, haben wir doch Unmengen an Handgepäck dabei. Wir brauchen dann auch fast 10 Minuten bis alle unsere Sachen durchgecheckt und wieder eingepackt sind. Auch sonst klappt rund um den Flug alles wie am Schnürchen. Melia verschläft drei Viertel von ihrem ersten Flug und Anina ist auch die Hälfte im Land der Träume. Die übrige Zeit verbringen die Girls mit in den TV resp. Ipad glotzen. Schliesslich haben wir ihnen zu Hause fest versprochen, dass sie solange schauen dürfen bis ihnen die Augen aus dem Kopf fallen. Bitte sehr… Ein weiteres Highlight: der Flug dauert statt wie angenommen 12 nur knapp 10 Stunden. So sind wir denn auch überpünktlich in Bangkok. Auch bei der Immigration geniessen wir den Kinderrabatt. Dieses Mal ist die Diplomaten-Line an der Reihe. Als dann auch noch das Gepäck super rasch kommt, sehen wir uns schon fast im Traveller-Himmel angekommen. Aber ganz so glatt geht es dann doch nicht weiter. Wir finden unsere Autovermietung nicht und als wir endlich den vereinbarten Treffpunkt entdeckt haben, ist natürlich niemand hier von unserer Lowcost-Vermietung. Während wir Eltern uns abwechselungsweise auf die Suche nach dem Autoherr machen, nimmt Nini schon mal ein Nickerchen auf dem Koffer und Melia vertreibt sich die Zeit mit Wasserflaschen umräumen. Irgendwann fragen wir dann einen Thai an einem Schalter, ob er nicht rasch für uns anrufen kann. Selbstverständlich erledigt er dies prompt, der Typ kommt dann auch ziemlich prompt und übergibt uns die geräumige Karre im platschvollen Parkhaus. Dummerweise schnallen wir nicht, dass er uns auch das Parkticket – wir meinen, dass dies seine Karte sei – übergibt und verursachen beim Rausfahren einen gröberen Stau. Dank der netten Dame bei der Barriere, welche uns zeigt, wo wir welche Busse bezahlen müssen, schaffen wir es dann doch noch loszufahren. Im Hotel angekommen, ist dann wieder alles perfetto. Zimmer parat, Pool für die Kids, riesiger 7n11 für alle notwendigen Einkäufe, Balkon und Bier für die Eltern. Mit Balkon und Bier müssen wir uns aber zuerst noch ein wenig gedulden. Nach dem Bad im Pool und dem Znacht am Pool sind die Kids nicht müde. Irgendwann als sie dann doch schlafen, kann mindestens der Papa nach Bier auf dem Balkon nicht schlafen und als dieser endlich einschläft, will die Kleinste nicht mehr schlafen. Sie ist gar derart wach, dass Mama sogar einen Nachtspaziergang mit ihr machen muss. Retour im Zimmer ist dann auch noch Nini wach und nur noch die Eltern sind hundemüde. Da Papa noch fast gar nicht geschlafen hat, übernehme ich die erste Nachtschicht. Irgendwann gegen zwei Uhr kehrt dann doch endlich Ruhe ein. Jetlag lässt grüssen… 🙂

Thailand, Ko Mak, Leaf

Los geht die Rundreise
Um acht Uhr sind wir alle wach. Nach dem Zmorge verlassen wir Bangkok und fahren zu unserem ersten Ziel südlich von Pattaya. Wir sind überrascht ab all dem Verkehr – auch ausserhalb von Bangkok – und kommen nur langsam vorwärts. Unterwegs sehen wir zwei schlimme Unfälle, was uns gleich zu Beginn der Reise daran mahnt, immer schön defensiv unterwegs zu sein. Am frühen Nami erreichen wir unser Ziel. Die kleine Hotelanlage ist sehr schön und wir werden herzlich empfangen. Am Strand gibt es dann auch etwas zu futtern. Der Strand selber ist nicht der Hammer und da der Himmel bedeckt ist, nehmen wir statt dessen ein ausgiebiges Bad im Pool. Zum Znacht gibts Pic-Nic im Zimmer. Nini ist kaum mehr aus ihrem Bett zu kriegen. Sie hat eine Hello-Kitty-Decke bekommen. Mädchen-Herz was willst du mehr! Die Nacht verläuft dann auch viel besser als gestern. Nur Melia macht um Mitternacht noch eine halbe Stunde Radau und will unterhalten sein. Nini schläft zum Glück jedes Mal, wenn sie wach wird wieder subito ein. Langsam aber sicher kommen wir in den Rythmus.

Gassenküche-Feuertaufe
Dass wir doch noch nicht ganz im Rythmus sind, verrät der Blick auf die Uhr. Als ich es endlich schaffe meinen Kopf vom Kissen hochzuheben ist bereits nach neun Uhr. Herrlich, wenn auch die Kids ausschlafen (auch wenn die Zeitverschiebung Schuld ist…). Wir haben heute eine ziemliche Strecke vor uns, weshalb wir nach dem Frühstück bald aufbrechen. Dank dem, dass wir gestern Abend noch kurzfristig unseren Plan geändert und das Hotel umgebucht haben, sind es jedoch nur 280 statt wie ursprünglich geplant fast 350 Kilometer. Unterwegs gibts zwei lokale Highlights zu bestauenen: einen Supermarkt und einen Mc Donalds. Beides bringt genug Abwechslung und genug Zeit sich die Beine zu vertreten, so dass die Fahrt nach Trat relativ rasch vorbei geht. In Trat werden wir wiederum sehr herzlich empfangen und bekommen ein schönes Zimmer mit Balkon und Blick auf den Fluss. Nur der Pool fehlt. Obwohl ich das Wort gestern beim Umbuchen im Internet mehrmals gelesen habe, suchen wir das Kühle nass vergebens. Nicht so schlimm, denn es windet ziemlich stark und ist mit knapp 30 Grad auch gar nicht so warm :-). Stattdessen gibts Apero und Dusche und dann steht die Gassenküche-Feuertaufe unserer Girls auf dem Programm. Alles klappt ganz wunderbar: die Nudelsuppe schmeckt und der Reis sowieso. Im Kaff kaufen wir auch noch eine Babymatratze für Melia. Nachdem wir gestern ein viel zu kleines Babybett bekommen haben und heute gar keins (nicht mal eine Matratze können sie uns auf die Schnelle beschaffen), sorgen wir für die nächsten Wochen vor und kaufen für knapp 9 Franken eine Schlafunterlage. Die Thais haben übrigens überall viel Freude an den Mädels. Beide sind jedoch noch sehr zurückhaltend und verstehen überhaupt nicht, warum ihnen so viele winken oder sie gar anfassen. Wir sind gespannt, ob sich das noch verändern wird…

Thailändischer Alltag
Der Tag beginnt mit einer Froschjagd im Zimmer spektakulär. Als ich Melias Bett versorgen will, fliegt mir auf einmal ein Frosch um die Ohren. Zum Glück ist Odi ein halber Ranger und Anina eine halbe Hilfsrangerin. Zusammen schaffen sie es nach einigem hin und her und einer Jagd durch das ganze Zimmer den Frosch zu fangen und draussen wieder frei zulassen. Nächster Programmpunkt ist der Besuch beim Dottore im Spital. Nini hat in der Nacht wieder angefangen über Ohrenschmerzen zu klagen. Da wir morgen auf die Insel gehen und dort die medizinische Versorgung wohl nicht so gut ist wie hier in Trat, beschliessen wir vorzusorgen. Nachdem wir via Notfallstation am richtigen Ort landen und unsere Personalien angegeben haben, müsssen wir vor Raum 5 – wahrscheinlich der Kinderärztin – auf unsere Nummer warten. Das ganze geht ganz zackig und bald sitzen wir vor der gut englisch sprechenden Dame, welche uns bestätigt, dass das Ohr immer noch rot ist, es aber nicht so schlimm sei und Nini noch etwas Antibiotika einnehme soll – um auf Nummer sicher zu gehen. Mühsamer resp. langwieriger wird es dann bei der Medi-Ausgabe. Nachdem ich bezahlt habe – ganze 7.50 Franken für drei Medis – bekommen wir eine Nummer, welche dazu dient einen aufzurufen, wenn das ganze parat ist. Fast zwei Studen und über 70 Nummern später bekommen wir dann endlich unseren Plastiksack mit den letzten Instruktionen überreicht. Die Kids haben das ganze mit Fassung getragen und mehr als gut gemacht. Für uns Eltern war es ein interessanter Einblick in den thailändischen Alltag. Sehr interessant war, dass ausschliesslich Frauen im Spital gearbeitet haben! Auf dem Retourweg zum Hotel darf Nini ihr lang gewünschtes Fussballleibchen kaufen. Zuerst ist sie bitter enttäuscht, dass es nix von YB zur Auswahl hat. Nach einigem erklären entschliesst sie sich schliesslich für ein Liverpool-Dress – dies da der Götti sicher auch das genommen hätte :-). Retour im Hotel gibt es Futter und Siesta. Erst als vor allem der Papa droht einzuschlafen und die Kids immer auf dümmere Ideen kommen, beschliesst die Mama dem nächsten Tempel einen Besuch abzustatten. Leider ist es kein klassischer Tempel sondern eher eine Parkanlage mit undefnierbaren Häusern und einer Schule für die ganz Kleinen. Diese ist es dann auch, welche unser Interesse weckt. Bald stehen Nini und ich auf dem Pausenhof und spielen mit den kleinen Thais. Nini ist immer noch sehr zurückhaltend, geniesst aber es aber, andere Kids in ihrem Alter um sich herum zu haben. Irgendwann ist dann aber auch dieser Spass zu Ende und wir laufen via Satay-Spiessli-Grill (sogar die auch essenstechnisch zurückhaltende Nini findet gefallen an diesen) retour zum Hotel. Hier gibts die wohlersehnte Dusche und als alle wieder frisch sind, das wohlverdiente Znacht gleich vor dem Hotel. Die Kids sind heute derart k.o., dass wir Eltern rasch in das Feierabend-Bier auf dem Balkon übergehen können. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Morgen geht es weiter auf die Insel. Koh Mak wir kommen!

Ab auf die Insel
Die Fahrt an den Pier dauert nur 20 Minuten. Bald sitzen wir im Speedboat, welches uns auf die Insel Koh Mak bringt. Wir haben diesen Geheimtipp von Baumers bekommen, welche letzten Winter hier waren (danke ihr Lieben!). Nach knapp einer Stunde Fahrt mit Vollgas über das Meer (die Kids sitzen wie Lämmchen auf unserer Schoss und verziehen keine Miene) erreichen wir die Insel. Ein perfekt deutsch sprechender Thai, der Owner des Resorts, erwartet uns am Pier und bringt uns ins Lazy Day-Resort. Wir bekommen die Schlüssel und Bungalow Nummer 4 gehört für die nächsten drei Nächte uns. Wir sind von der ersten Sekunde an begeistert. Alles liegt direkt am Meer und ist einfach total schön – ein Juwel quasi. Die Kids sind auch gleich wie im siebten Himmel. Nach Spaghetti ohne Sauce gibts Meer und Sand ohne Ende. Die beiden kriegen kaum genug und sind gegen Ende Nami nur schwer vom Strand weg zu bekommen. Nach dem Duschen machen wir uns auf die Suche nach einem Market. Wir brauchen noch Milch. Der Marsch dauert ein bisschen länger als erwartet, weshalb ich für die Rückfahrt spontan das Taxi vom Hotel bestelle und uns chauffieren lasse. Zum Znacht gibts wieder Spaghetti ohne Sauce für die Kids. Getoppt wird das ganze noch mit einem Stracciatella-Glace… Für die Eltern gibts selbstverständlich Thai-Food und Chang. Damit sind alle mehr als glücklich. Nun haben wir den Traveller-Himmel definitiv erreicht!

Thailand, Ko Mak, Swimming

Jedes Paradies hat seine Schattenseiten
Beim Frühstück erfahren wir von einem anderen Gast, dass er sich gestern von einer aggressiven Quallenart ziemlich starke Verbrennungen zugezogen hatte. Blöd für ihn, beunruhigend für uns. Das ganze ist nämlich innerhalb des Netzes passiert, wo wir mit den Kids gestern hemmungslos rumgeplanscht sind und welches extra dafür aufgestellt wurde, dass einem beim Schwimmen möglichst keine Quallen in die Quere kommen. Mit anderen Eltern, welche auch hier im Resort hausen und mit welchen wir danach den ganzen Tag am Strand verbringen – Nini und Jonathan sind beide gleich alt und haben viel Spass miteinander – beraten wir, was wir machen sollen. Wir sind uns einig, dass ein Badeverbot nicht durchsetzbar ist. Wir beschliessen deshalb die Kleinen ab sofort nur noch mit Leggins und Shirt ins Wasser zu lassen, nicht mehr weit raus zu schwimmen und als Eltern stets ein wachsames Auge ins Wasser zu werfen. Das klappt alles ganz hervorragend und wir geniessen uneingeschränktes – mal abgesehen von den Leggins vielleicht; ein Burkini wäre jetzt super 🙂 – Badevergnügen. Gegen Abend gibts dann tatsächlich zwei Mal Quallenalarm. Die beiden Papa’s haben zwei entdeckt und fischen die Dinger souverän mit einem Netz aus dem Wasser. Die Quallen sind übrigens nicht immer so zahlreich hier. Dies sei sehr Wetter abhängig. Beim Znacht unterhält sich die Rasselbande gleich selbst. Das Restaurant wird in Beschlag genommen und zum Spiel- und Tummelplatz umfunktioniert. Die Angestellen entpuppen sich als hervorragende Spielpartner, welche die Kids zusätzlich verwöhnen und wohl am liebsten fressen würden…

An other lazy day at Lazy Day Resort
Heute sind wir quasi den ganzen Tag mutterseelenalleine am Beach. Die Kids können nicht genug bekommen vom salzigen Nass und sind praktisch dauernd im Wasser. Quallen sichten wir heute keine mehr. Es gilt aber das gleiche wie gestern: lange Kleidung und Mama und Papa als Watcher im Einsatz. Irgendwann gehen Nini und Papa mit dem Kanu auf das Meer. Der kleine Kapitän vorne im Boot geniesst die Ausfahrt sichtlich. Für Mama gibs zwischendurch eine wohltuende Massage. Und die Kleine geniesst ihre neuste Errungenschaft: sich im Meer mit den Schwimmflügeln dahintreiben lassen. Sie macht das wirklich erstaunlich gut und man sieht ihr den Spass richtig an. Am Ende des Tages vermeldet unsere grosse Tochter, dass sie nie mehr aus dem Meer komme und hier bleibe… Uns gefällt diese Wortmeldung natürlich und trotzdem muss einmal Schluss sein. Nach Dusche und Apero geniessen wir unser letztes Znacht auf der Insel. Morgen gehts wieder retour aufs Festland, wo wir die nächsten zwei Wochen das Hinterland erkunden werden.

Bye bye Koh Mak
Bis elf Uhr müssen unsere sieben Sachen im Koffer sein. Bis dahin gehen wir es ruhig an und lassen die Kids auf dem Balkon spielen. Das aktuelle Lieblingsspiel: die eigenen Spielsachen in eine Kartonschachtel verpacken, Happy Birthday singen und abwechslungsreiche das grosszügige Geschenk auspacken. Gegen Mittag wird es Zeit dem Paradies Adieu zu sagen. Mit dem überfüllten Speedboot und ein bisschen mehr Wellen geht es zurück aufs Festland. Die Kids beweisen einmal mehr ihre Reisefähigkeiten: sie verschlafen die Bootsfahrt trotz Geschüttel und wenig Platz. Zurück in unserem Auto liegen noch fast vier Stunden Fahrt vor uns. Nach einem kurzen Stopp an der Tanke und im 7n11 sind wir gerüstet für die Fahrt und können, da die Kids wieder sehr gut mitmachen, in einem Schuss durchfahren. Um halb fünf erreichen wir das Motel ähnliche Hotel irgendwo am Rande einer unbekannten Stadt. Das Zimmer ist klein, aber zweckmässig und kostet nur 20 Franken. Als alle eine Matratze haben, sieht es aus wie im Skilager… Zum Znacht landen wir in einer riesigen Halle, wo es nur Hot Pot oder Grill gibt. Wir entscheiden uns für die Suppe und probieren allerhand Zutaten aus. Sogar Nini findet Gefallen am Essen und ist mit grossem Appetit dabei. Die Beiz hat sogar einen Spielplatz. Na ja, die zwei Rohrgestelle sind nicht gerade vergleichbar mit einem Spieli bei uns, aber die Kids haben trotzdem Fun.

Thai Märit
Nach einem mässigen Frühstück geht die Fahrt weiter in den Norden. Heute stehen nur etwas mehr als zwei Stunden auf dem Programm. So sind wir denn auch schon vor Mittag im Hotel und beziehen das grosse Familienzimmer. Es ist immer wieder ein Phänomen, wie schnell es geht und das Zimmer zum Spielplatz umfunktioniert wird und es fast aussieht wie bei uns zu Hause. Nach dem Zmittag im Hotelrestaurant kommt die Abkühlung im Pool. Während Papa mit den Mädels planscht, buche ich noch ein Hotel um. Da wir besser als erwartet vorwärts kommen, können wir nun doch noch zu einem Elephanten Camp, welches bei der ursprünglichen Planung zuerst gestrichen wurde. Nach der Duschefahren wir noch rasch ins Kaff. Die Mädels wünschen sich ein neues T-Shirt und wir vermuten, dass wir das auf dem lokalen Markt finden werden. Doch zuerst gilt es einen Markt und dann einen Parkplatz zu finden. Das T-Shirt ist dann keine grosse Herausforderung mehr. Die Mädels werden auf dem Markt überall freudig begrüsst und manchmal sogar angefasst. Während Melia bei mir auf dem sicheren Arm allen auf Vorrat winkt, ist Nini sehr zurückhaltend und mag es gar nicht, wenn sie angefasst wird. Nach einem letzten Stopp im Supermarkt verbringen wir den Abend mit Pic-Nicen auf dem Zimmerboden. Danach spielen wir thailändischen Märit und dürfen unzählige Male das gleiche einkaufen gehen.

Mini Angkor Wat
Der Grund warum wir überhaupt in diesem Kaff gelandet sind, sind die angeblich schönsten Khmer Tempelanlagen Thailands. Anscheinend sollen diese sogar beeindruckend sein, wenn man schon in Angkor Wat war. Wir werden sehen… Da der Wetterbericht heute eher mässig ist (schlussendlich regnet es über den ganzen Tag verteilt vielleicht zwanzig Tropfen), trödeln wir nicht lange herum und fahren direkt nach dem Zmorge los. Wie besichtigen die ersten Ruinen. Der Tempel wurde auf einem 200 Meter hohen Hügel gebaut und gefällt uns sehr gut. Wir fühlen uns tatsächlich ein bisschen wie in Angkor Wat. Einzig die Touristen, die aufdringlichen Souvenirverkäufer und die bettelnden Kinder fehlen. Stattdessen besichtigen wir das ganze mit einer Unmenge von Thaikindern, die auf der Schulreise sind. Wir sind uns teilweise nicht sicher, ob nun wir oder die Tempelanlage die grössere Attraktion sind. Auf jeden Fall werden wir heute auf sehr vielen Fotos verewigt. Melia ist wie meist eher offen und interessiert. Nini dagegen ist wie meist eher zurückhaltend und scheu. Erst beim Zmittag als einige Mädels anfangen Grimassen zu schneiden, taut sie auf. Und wie… der Abschiedsschmerz danach ist enorm und sie bricht mehrere Male in Tränen aus, weil sie unbedingt mit den “Gelben” (die Schuluniform war gelb) spielen will. Erst bei der nächsten Tempelanlage beruhigt sie sich allmählich wieder. Hier sind wir alleine bis wieder eine Schulklasse eintrifft und wir von ausnahmslos allen umrundet werden. Die Kids wiederholen im Chor unsere Namen und am Schluss klatschen wir alle laut in die Hände. Unsere Kids sind mit all dem Rummel eher überfordert… Zurück im Auto fallen beide in einen tiefen Schlaf und Papa und Mama machen sich auf die Suche nach einem weiteren Steinhaufen. Diesen finden wir aber nicht und landen stattdessen vor einem uralten Ofen, welcher eigentlich nur noch ein Stein- resp. Dreckshaufen ist. Zurück in unserem Kaff gibts zuerst eine Gelati und danach ein Bad im Pool. Damit geht ein weiterer toller Tag langsam seinem Ende entgegen. Fazit betreffend Tempelanlage: wir können diese tatäschlich sehr empfehlen – egal ob man Angkor Wat schon gesehen hat oder nicht.

Thailand, Prasat Phanom Rung

Elephant Village
Heute besuchen wir das doch einigermassen bekannte Elephant Village nördlich von Surin. Angeblich sollen hier 190 Elefanten und etwa drei Mal soviele Menschen miteinander leben. Die Hauptattraktion ist eine Show, die zwei Mal im Tag aufgeführt wird. Wir treffen kurz vor Mittag ein und müssen uns erstmals noch etwas gedulden. Die nächste Show ist nämlich erst in drei Stunden. Das Village entpuppt sich als Dorf im Dorf, damit dann auch jeder brav den Eintritt bezahlen kann. Die Elefanten sind in der Tat überall zu sehen. Die grauen Riesen stehen an fast jeder Ecke – angekettet wohlbemerkt – herum und fressen. Wir vertreiben uns die Zeit vor allem auf dem Spielplatz. Dieser ist für thailändische Verhältnisse ein absoluter Traum und die Kids sind bestens unterhalten. Eigentlich hätten wir gerne auch noch etwas gegessen. Doch ausser den Souvenirshops mit den in den Hängematte abhängenden Verkäuferinnen, die nur Instant Nudelsuppe anbieten, können wir nix finden. Es scheint, als ob sies nicht nötig hätten dem Arbeitswahn zu verfallen. Zum Glück haben wir noch allerhand ungesundes Zeug im Auto. Die Kids freuts, denn ein solches Zmittag wird selten aufgetischt. Bevor die nächste Schulklasse eintrifft, lassen wir uns auf einem Elefanten durch das Village tragen. Die Kids freuts und sie geniessen den Ausritt sichtlich. Dann beginnt endlich die Show. Und die ist wie Tiervorstellungen halt so sind. Man kann ja diesbezüglich geteilter Meinung sein… Beeindruckend ist vor allem der malende Elefant. Das Bild ist doch recht hübsch. Melia findet die Show ab den durch den Pfeilwurf des Elefanten zerplatzenden Ballonen nicht mehr lustig. Nini hingegen ist die ganze Zeit am staunen. Nur beim Essen geben, will sie partout nicht mitmachen und macht sich fast in die Hosen. Fazit des Besuches: so schlimm wie der Tiger Tempel ist es nicht. Aber man muss nicht extra für einen Besuch hierhin fahren. Im nächsten Kaff beziehen wir ein kleines Hotelzimmer im Bungalow-Styl. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt – für die 18 Franken sind wir mehr als bedient. Nach dem obligaten Poolbesuch, welcher heute aufgrund der für thailändische Verhältnisse doch recht steilen Bise nur kurz ausfällt, verbringen wir den Rest des Tages in einem Shopping-Center. Neben den üblichen Alltags-Dinger bekommen alle noch etwas zum Anziehen. Zum Znacht bleiben wir gleich dort und verköstigen uns im KFC.

Man gönnt sich ja sonst nichts
Die Fahrt nach Khon Kaen zieht sich hin. Nach fast vier Stunden im Auto stehen wir endlich in der Auffahrt des heutigen Hotels, einem Fünfstern Schuppen! Da wir ja zur allgemeinen Unterhaltung versuchen immer ein Hotel mit einem Pool zu buchen, sind wir hier gelandet. Selbstverständlich zu einem sehr anständigen Preis, denn sonst hätten wir ja nicht hier gebucht. Für knapp 80 Franken können wir hier eine Nacht über unserem normalen Standard geniessen, Das Zimmer ist noch der grössere Abenteuerspielplatz als sonst. Die Kids wollen zuerst das Hotelzimmer gar nicht mehr verlassen so viel gibt es zu entdecken (Nini fragt am Abend: “Mama, bleiben wir hier drei Nächte? Nein, nur eine! Och nein, ich will nicht nur eine Nacht hier schlafen…”). Der geplante Poolbesuch fällt dann ins Wasser. Es ist nämlich nur noch 24 Grad und wir ziehen alle statt das Badekleid einen Langarm-Pulli an. Stattdessen machen wir uns zu Fuss auf zu einem künstlichen See mit Parkanlage. Leider dauert die Radiowanderung etwas länger als erwartet, wir schlagen nämlich prompt die falsche Himmelsrichtung ein. Dafür finden wir die wohl Wägeli-freundlichste Strasse in ganz Thailand. Der ganze Weg ist auf Rollstühle ausgerichtet und somit mit dem Buggy bestens befahrbar. Irgendwann finden wir den Park dann doch. Zu unserer Freude wird gerade ein Markt aufgebaut – später gibt es Futter und allerhand sonstiges Zeugs en masse. Zuerst füttern wir aber eine riesige Schar von Tauben, kaufen zwei Vögel und lassen diese frei und staunen ab all den anderen Tieren, die man sonst noch so kaufen und denen man die Freiheit schenken kann. Der Park und der See sind natürlich bei weitem nicht so idyllisch wie bei uns, aber die Kids haben genug Auslauf und Chicken Satay gibts auch. Auf dem Heimweg gibts schliesslich noch die erste Fahrt in einem Tuk Tuk. Nini ist derart aus dem Häuschen, dass sie jedem winkt, der uns auf dem Weg ins Hotel begegnet – und das sind doch einige! Im Hotelzimmer geniessen wir nochmals alle den Luxus, baden und duschen ausgiebig, erfreuen uns ab der Aussicht und faulenzen in den super bequemen Betten. Morgen ist dann wieder was einfachers an der Reihe…

Thailand, Khon Kaen, Buddha

Hotel nicht auffindbar
Der Tag beginnt sehr gut: in der kleinen deutschen Bäckerei in der Hotellobby werden quasi echte Silserli verkauft, was alle sehr freut. Danach gibt es erstmals etwas Kultur. Wir besichtigen mit den Kids endlich den ersten Tempel dieser Reise. Das Gebäude ist eindrücklich und über neun Stockwerke, die man alle begehen kann, hoch. Die Kids staunen was das Zeug hält ab all den Buddhas und betenden Thais. Vor dem Tempel müssen wir dann wieder Vögel zum Freilassen kaufen. Dieses Mal können fünf Vögelchen Dank uns wieder in Freiheit leben. Nach einer kurzen Fahrt treffen wir in Udan Thani ein. Hier steuern wir direkt ins Shopping Center. Schliesslich wollen wir nicht alle Mitbringsel erst in Bangkok kaufen. Wir finden einiges, aber für das meiste sind wir zu wenig ortskundig, weshalb wir dann wohl doch auch noch einiges im MBK in BKK kaufen werden :-). Danach haben wir genug Zeit eingerechnet, um zum Hotel zu fahren, dort in den Pool zu springen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Doch leider kommt es etwas anders raus: wir finden nämlich das Hotel nicht! Wir suchen und suchen – sogar mit der Hilfe von mehreren Einheimischen – und kommen trotzdem nicht zum Ziel. Da es uns langsam aber sicher zu doof ist und es schon bald dunkel wird, beschliessen wir ein anderes Nachtlager zu suchen. Wir steigen in einem einfachen, aber äusserst zweckmässigen Hotel am Stadtrand ab und verbringen den Abend notgedrungen ohne Pool und Znacht mit Dusche und Pic-Nic (“Mama, macht doch nichts, Chips sind ja aus Härdöpfu…”) im Hotelzimmer. Nach dem Studieren von Google Maps sind wir zudem guter Dinge, dass wir morgen zum Ziel kommen und so doch noch die zweite Nacht im gebuchten Guesthouse verbringen werden. We will see…

Ban Chiang – unser letztes Unesco Welterbe in Thailand
Nach dem Frühstück fahren wir direkt zum Guesthouse, welches wir gestern vergebens gesucht haben. Und siehe da, wir finden es Dank dem Vorstudium auf Google Maps auf Anhieb. Das paradoxe: wir waren extrem nahe dran, quasi ein Feldweg entfernt, und habens trotzdem nicht gefunden… Das Schild war zudem nur in Thai und auch nicht wahnsinng gross. Eh nu, wir werden auch heute morgen noch erwartet und bekommen sofort unser Zimmer. Bevor wir in den Pool springen, steht jedoch noch das letzte Weltkulturerbe Thailands auf dem Programm. In Bang Chiang wurden vor einigen Jahren ureselalte Tontöpfe gefunden. Doch damit nicht genug: es konnte auch nachgewiesen werden, dass hier schon früh Bronze gegossen und Landwirtschaft fast wie heute betrieben wurde. Grund genug das ganze zum Weltkulturerbe zu erklären. Das Mueseum ist interessant und das Kaff relaxt. Da das Ganze auch nicht riesig ist, sind wir am frühen Nami bereits zurück im Guesthouse. Die Kids lassen sich nicht zwei Mal bitten und nehmen den Pool gleich in Beschlag. Den ganzen Nami verbringen wir im kühlen Nass. Erst als das Gstürm, wer denn nun den Schwimmring wie lange brauchen darf nicht auffhört, setzen wir dem ganzen ein Ende und starten das gewohnte Abendprogramm: duschen, spielen, in der Dämmerung ins Zimmer, Znacht essen, ins Piji springen, Schoppen trinken, Zähne putzen, einige noch UNO spielen und ab in die Haja. In diesem Sinne guet Nacht an alle!

Learnings aus der Hotelsuche: Wenn das Navi anzeigt, dass ungeteerte Strassen dorthin führen, die Wegbeschreibung und die Lage ein bisschen genauer anschauen. Alle Schilder – auch die in Thai – genauer anschauen. Vielleicht das Telefon benutzen.

Thailand, Prasat Phanom Rung, Snake

Die Kleinen Stars auf dem Nachtmarkt
Ab heute gehts nur noch südwärts. Phimai ist unser nächstes Ziel. Bevor wir dort ankommen, geht es aber noch 279 km. Unterbrechen tun wir die Fahrt in einer Schopping Mall. Ganz nach dem Motto “Man sollte das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden”. Zur Freude der Kids gibts zum Zmittag Lasagne und Pizza. Beides wird verschlungen, als ob es schon seit Tagen nichts mehr zu essen gegeben hätten. Am Nami erreichen wir schliesslich Phimai. Unser Resort liegt direkt an einem Fluss, wo man auch baden könnte. Da wir uns aber die Wasserqualität der Aare gewöhnt sind, verzichten wir lieber darauf. Nach der Dämmerung gehts auf den Nachtmarkt. Unsere Girls sind die grossen Stars an diesem Abend. Aber auch wirklich jeder winkt den Beiden und ruft ihnen irgendetwas auf Thai zu. Und nicht nur dass, wir werden gar noch beschenkt und bekommen Reis, eine Nudelsuppe, einen Granatapfel und zwei Eier. Melia kann ja noch nicht wirklich viel sprechen, aber neben “nei, nei” (ihrem aktuellen Lieblingswort) beherrscht sie nun auch perfekt “Bye bye” begleitet von einem Winken. Zum Znacht gibts Spiessli und Nudelsuppe mitten auf dem Markt. Die Innereien hätten sie sich sparen können, aber ansonsten schmeckt alles ganz wunderbar. In der Nacht gibts noch etwas ungewollte Action: Nini fällt aus dem Bett. Zum Glück geht trotz Plattenboden alles gut aus. Für die nächste Reise ist aber klar, dass wohl noch so ein Bettrausfallschutz in den Koffer muss.

Phimai
Der Tag wird heiss, sehr heiss… wir kommen zum ersten Mal so richtig ins Schwitzen und dies obwohl wir die eindrucksvollen Khmer Tempel von Phimai in der doch sonst kühlen Morgenstunde besichtigen. Abkühlung bringt hier nur die Klimaanlage und die gibt es zum Beispiel im 7n11, welches wir sofort nach der Tempelbesichtigung konsultieren. Danach gehts zum zweiten Highlight der kleinen Stadt, einem riesigen über 350 Jahre alten Banyan Tree, welcher inzwischen so gross ist, dass man das Gefühl hat, man sei in einem Wald. Nach der Mittagsverpflegung gibts die nächste Abkühlung im Tesco Lotus Supermarkt. Wir sind inzwischen fast schon Stammgäste dieser Kette. Es gibt hier einfach alles – auch tolle Kleider zu super Preisen. Heute gibts Jeans für Mama, Flip Flops für Papa und Prinzessinnen Schuhe für die Verkleiderlikiste zu Hause. Danach ist mit dem Besuch des National Muesems wieder etwas Kultur angesagt. Zurück im Bungalow lagern wir dann noch ein bisschen die Beine hoch – so gut das geht mit den zwei kleinen Rackern – bevor wir nach der allgemeinen Säuberung nochmals zu Tesco fahren. Wir haben gemerkt, dass wir einen neuen Koffer brauchen, um unsere neuen Sachen zu verstauen… Und siehe da: das gibts bei Tesco nicht! Dafür finden wir die thailändische Ausgabe des Kinderparadieses, wo unsere Kids 45 Minuten wie wild durch die gegen springen und ihr Glück kaum fassen können. Nach dem Znacht im KFC sind die beiden dann derart erledigt, dass wir so früh und rasch Ruhe haben wie noch nie in diesen Ferien. Wunderbar… beer time :-).

Viele fragen sich vielleicht, ob man was merkt vom Tod des König. Ja und nein. Grundsätzlich im Alltag nein. Beim zweiten hinsehen, dann aber doch. Alle öffentlichen Gebäude sind mit schwarz-weissen Schleifen verziert, das Bild vom König in schwarz so wie schwarze Tafeln sind omnipräsent und last but not least – und für die Touristen wohl am wichtigsten – alle Eintrittspreise zu jeglichen touristischen Einrichtugen sind bis Ende Januar 2017 auf Null gesetzt.

Thailand, Khon Kaen, Temple

Der kälteste Pool ever
Bereits am Mittag sind wir in unserem nächsten Hotel gleich vor den Toren des Khao Yai National Park. Das Zimmer ist riesig und perfetto ausgestattet, so dass wir uns mit dem nächsten Programmpunkt Zeit lassen. Und dieser nächste Programmpunkt wird frisch, sehr frisch. Der Pool liegt quasi den ganzen Tag im Schatten und ist bitterkalt. Auch wenn es draussen über 30 Grad ist und man sich ab einer Abkühlung freuen müsste, diese hier ist definitiv zu kühl. Hart wie wir sind, schaffen wir es ungefähr eine Viertelstunde im Becken zu bleiben. Danach klappern alle Zähne ganz fest und wir stürzen uns gerne wieder in die Kleider. Da noch viel Zeit bleibt, beschliessen wir dem National Park schon mal einen Besuch abzustatten. Die ersten Affen sehen wir bald und Nini fliegt fast aus dem Auto vor lauter Freude. In der späten Nachmittagssonne machen wir einen kurzen Walk zu einem Aussichtspunkt. Hier soll es anscheinend immer wieder Elefanten zu sehen geben. Das niedergetrampelte Gras zeigt uns dies klar. Auch wenn wir gerne einen wilden Elefanten sehen würden, ist es gerade ok, dass uns dieser nicht auf dem Walk begegnet. Wir geniessen vor allem die Ruhe. Wenn ansonsten immer so ein Grundlärm herrscht, ist diese einfach nur wunderbar. Das ihre für die tolle Stimmung trägt die Abendsonne bei. Es ist einfach nur schön. Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center gehts zurück ins Hotel. Leider hat es hier entgegene unserer Annahme kein Restaurant, so dass wir nochmals ins Auto steigen müssen. Da wir keine Lust auf eine lange Suche haben, landen wir im erst besten Schuppen, einem Western Salon mit Thai Food. Zu unserer Überraschung ist das Essen sehr fein und die Kids finden Spielkameraden, tanzen auf der Bühne und dürfen Velo fahren. Morgen geht die Elefantensuche weiter… lets keep our fingers crossed!

Khao Yai National Park
Um es gleich vorne weg zu nehmen: leider habe wir kein Elefanten-Glück. Ausser ein paar abgeknickten Ästen und vielen grossen Geschäften sehen wir nichts was auf die Dickhäuter hinweisen würde. Wir geniessen aber den Tag trotzdem. Tiermässig mit Rehen, einem Wildschwein und den einfach zu findenden Affen. Unsere erstes Ziel ist ein Wasserfall, welcher im Film “The Beach” für die Dreharbeiten hinhalten musste. Danach machen wir einen ein Kilometer langen Walk durch den Dschungel. Nini schafft den Walk trotz einigem Gemaule ganz alleine. Zurück im Headquarter gibts was zu Futtern und für die kleinen Wanderer eine Glace. Weiter gehts in Richtung dem südlichen Gate. Unterwegs wollen wir noch einen weiteren Wasserfall besichtigen. Beim wollen bleibt es, da erstens die Kids schlafen, zweitens der Walk hin und zurück eine Stunde dauern würde und wir drittens aus der Schweiz kommen, was heissen soll, dass uns ein thailändischer Wasserfall nicht unbedingt aus den Socken haut. Im Kaff, wo sich unser Hotel befindet, geht die Suche wieder einmal los. Nachdem wir unser gestriges Ziel Dank GPS trotz Thaischrift auf Anhieb gefunden haben, bekunden wir heute wieder einmal etwas mehr Mühe. Wir fragen uns durch und bitten schlussendlich einen Thai für uns im Hotel anzurufen. Und siehe da, mit der Beschreibung finden wir sogar hin. Nach einer Abkühlung im heute doch recht angenehm warmen Pool fahren wir zurück zu Hauptstrasse. Heute ist wieder einmal etwas Farang-Food angesagt. Odi hat auf Google Maps eine Pizzeria entdeckt, wo es Pizza im Holzofen geben soll. Wir werden einmal mehr überrascht, ab dem feinen Essen. Natürlich ist es nicht ganz so günstig wie sonst, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Und die Essensmenge der Kids spricht für sich: sie verputzen die Pizza richtig gehend.

Driving day
Die letzte Insel steht ab morgen an. Und um dahin zu kommen, müssen wir heute ein bisschen fahren. Das Gemaule ist ausnahmsweise eher gross in den hinteren Rängen und jegliche Einlagen, Spielzeuge, Büchlein, Futter, usw. stossen eher auf Granit. Irgendwann kehrt dann trotzdem Ruhe ein. Die beiden schlafen…!!! Wir nutzen die Gunst der Stunde und fahren zu. Unser Plan geht auf: um die Mittagszeit sind wir in einem Kaff, welches noch rund 50 km vom Ziel entfernt ist und hier gibt es einen – ja ratet mal – Tesco Lotus!!! Für einmal schaffen wir es ohne Schopping, Stattdessen gibts Futter und eine halbe Stunde austoben im Kinderparadies. Wir befürchten ja, dass wir nie mehr in einen Tesco Louts können, ohne dass die Kids hier hin wollen… Am Nami erreichen wir schliesslich unser Ziel direkt am Meer. Zu unserer Überraschung ist es richtig nett. Der Strand lädt zum Baden und Verweilen ein. Die Kids sind ganz aus dem Häusschen und freuen sich, dass wir wieder am Meer sind. Nur das Kaff lässt zu wünschen übrig resp. hat definitiv schon bessere Zeiten erlebt. Ab Morgen gibt es nochmals eine volle Ladung Meer. Wir freuen uns auf Koh Samet (obwohl es sicher nicht ganz so toll sein wird wie in Koh Mak – schon nur, weil X-mas ist und es sicher den einen oder anderen Gast hat).

Und heute noch zwei Nachträge:
Ja, heute morgen hat uns eine frohe Botschaft erreicht: wir sind Gotti/Tanti, Cousine und Onkel geworden. Der kleine Elio hatte es ganz besonders pressant und ist schon da. Herzlich willkommen, kleiner Mann! Wir freuen uns auf dich!

Wir waren ja schon mehrere Male in Thailand und nie ist uns der gefährliche Hundertfüssler begegnet. Doch neulich bei dem einen Khmer Tempel haben uns ein paar Teenies ganz wehement wegzogen als so ein Viech hinter uns durch schlich. Wir haben uns da noch gewundert, was das soll. Beim Gespräch mit einem Guesthouse-Besitzer stellte sich dann aber herraus, dass dies so ziemlich das fieseste Tierchen in Thailand ist, welches einen sehr, sehr schmerzhaften Stich hinterlassen kann, welcher bei Kleinkindern und älteren reps. schwachen Menschen sogar zum Tod führen kann. Die ganz Interessierten können ein Bild im Netz suchen. Für die anderen eine kurze Beschreibung: sieht aus wie ein überdimensionaler Tausendfüssler, aber mit weniger Füssen, meist schwarz, hat zwei Hörner in einer anderen Farbe – meist rot – am Arsch, mit welchen dann zugestochen wird.

Sandmänner statt Schneemänner
Am Mittag fährt unser Boot nach Koh Samet. Da unser Hotel etwas im Süden liegt (wir finden erst dort heraus, dass wir doch nicht so extrem im Süden sind…), wählen wir die faule Variante und lassen uns vom Hotel eigenen Speedboat direkt vom Mainland auf die Insel bringen. Kleines Detail am Rande: wir mussten 50 Minuten warten und einmal nachfragen bis wir endlich abgeholt wurden. Melia findet die Fahrt übrigens gar nicht toll und fängt laut an zu protestieren. Nini dagegen geniesst den Fahrtwind und singt mit mir um die Wette. Am Strand angekommen, beziehen wir ein sehr schönes, modernes und grosses Zimmer. Da wir die günstigste Kategorie gebucht haben – die ist auch nicht gerade günstig – sind wir in der dritten Reihe irgendwo unten, hinten rechts neben der Küche untergebracht. Nachdem die Mittagshitze etwas vorbei ist und wir die umliegenden 100 Meter erkundet haben, zieht es uns an den Strand. Wie bereits befürchtet, hat es hier doch einige mehr Leute als auf Koh Mak. Ich würde schätzen eine mehr als Verhundertfachung und das an einem fast gleich grossen Strand. Die Kids stört das überhaupt nicht. Sie planschen in den Wellen um die Wette. Wie immer müssen wir sie richtig zwingen irgendwann wieder raus zu kommen. Zum Znacht gibts das obligatorische, völlig überteuerte X-Mas-Dinner. Im Hotel Wer sich jetzt denkt, warum geht ihr überhaupt, der soll wissen, dass dies zu einem horrenden Preis mitgebucht werden musste. Somit ist auch klar, dass wir zwar nicht lange verweilen – man stelle sich vor: wir mit den zwei kleinen Mädels an einem Sandstrand – Betonung auf Sand! – am Meer neben allen Gästen des Hotels –, aber wir doch mindestens etwas Essen wollen. Nach dem Znacht, welches halb wegs akzeptabel war, machen wir einen Strandspaziergang. Da noch alle am Speisen sind, haben wir diesen fast für uns alleine. Wir jagen die Kids durch den Sand und hoffen, dass sie so dann rasch einschlafen werden. Bevor es aber soweit ist, gibts noch eine Feuer- und Tanzshow, welche vor allem bein Melia Anklang findet. Nini ist schon fast im Koma… In diesem Sinne, merry X-Mas to all of you und liebe Grüsse aus dem heissen Thailand!

Kötzer-Day by Melia
Auch am Morgen sind wir quasi alleine am Strand. Als die Kids wach wurden, haben wir noch leise geflucht, jetzt aber so fast alleine am Strand ist es doch auch ganz schön. Ein weiterer Nebeneffekt: wir kriegen noch einen Liegestuhl und erst noch in der ersten Reihe! Um elf Uhr wird es uns defintiv zu warm. Melia macht mit Papa Siesta und Nini und ich stocken die Vorräte auf und gehen zusammen einen Shake trinken. Nach dem Zmittag wollen wir ins Kaff fahren. Da uns die zu vermietenden Fahrzeuge entweder zu teuer oder mit Melia nicht praktsich sind, fahren wir mit dem Taxi. Das Hauptkaff, wenn man denn dieses als solches bezeichnen kann, ist wahrlich kein Highlight. Überall Bars, Rollervermietungen, billige Absteigen und Souvenrishops. Auf einmal finden wir es bei uns hinten gaaaaaaaaanz nett! Bei der Glace gibt es dann den ersten Magenentleerer von Melia. Leider zieht sich das ganze hin bis spät am Abend. Die arme kleine Maus kann nichts behalten – nicht einmal das Wasser, dass sie am liebsten ununterbrochen in sich hinein schütten möchte. Nini wird von uns abwechslungsweise drinnen und draussen unterhalten. Und so schlafen wir dann irgendwann doch alle und hoffen auf eine rasche Genesung von Melia.

Last beach day
Die Nacht war überraschend gut. Melia musste sich nicht mehr übergeben und verlangt früh morgens nach einer Banane und Wasser, was auch alles drinnen bleibt. Soviel sei hier schon erwähnt, der Tag wird ruhig hinsichtlich Magenentleerungen. Damit wir die Gesundheit der Kleinen trotzdem nicht überstrapazieren – sie ist doch noch eher schwach auf den Beinen – gibt es heute zwar ausgiebiges baden im Meer, aber kein sandele am Strand. Wir wollen immer wieder im Hotelzimmer für Abkühlung sorgen. Und das machen wir dann auch so: Zmorge, Meer, Siesta, Zmittag, Siesta, Meer, Siesta, Znacht, Strandautobahn (wir Eltern zeichnen eine Strasse in den Sand, die Kinder rennen wie blöd der Strasse entlang). Ja, und das wäre er dann auch gewesen, der letzte Tag am Strand – sniff… das Meer ist einfach zu schön!!!

Ein Tag eher zum Vergessen
Der Tag beginnt mit einer Magenentleerung von Anina. Die Milch kommt vollständig wieder raus ins vom Hotel netterweise bereit gestellte Baby-Badewännchen. So hat auch dieses am letzten Morgen noch (s)einen Zweck erfüllt. Leider wird es mit Nini nicht besser und so sind wir froh, dass wir uns wieder ein privates Speedboat (Melia findet es dieses Mal ganz ok und winkt mit mir der Insel um die Wette) geleistet haben und so früher als geplant auf das Festland können. Im Auto werden weiter brav Plastiksäcke gefüllt. Zum Glück ist die Grosse schon so gross, dass sie alles rechtzeitig ankündigen kann und sich der Schaden, mal abgesehen von den Löchern in den Säcken, in Grenzen hält. Wir müssen heute zum Glück nur etwas mehr als eine Stunde fahren. Und so sind wir dann am Mittag bei unserem gebuchen Hotel. Doch leider werden wir nicht erwartet! Das Hotel entpuppt sich als Appartement-Haus, wo Zimmer von wem auch immer vermietet werden. Da eine Reception inexistent ist, ruft ein Thai für uns die Nummer auf der Hotelreservation an und teilt uns mit, dass heute keine Gäste erwartet werden und es kein freies Zimmer hat. Bravo, wir dürfen also mit einem kotzenden Kleinkind ein neues Hotel suchen! Das machen wir dann auch. Das erste Zimmer verlasse ich schnell wieder. Die überdimensionale tote Kackerlacke lädt nicht zum Verweilen ein. Beim nächsten Anlauf landen wir dann einen Volltreffer. Wir bekommen zwei Zimmer mit Verbindungstür. Für Melia hat es sogar einen Pool. Klar, dass wir nicht lange überlegen und zuschlagen. Nini braucht dringend ein klimatisiertes Zimmer mit Bett. Während Melia und ich im Pool planschen, erholt sie sich im Hotelzimmer. Nach dem Pool schliesst sich Melia dann auch noch in einem der beiden Zimmer ein. Schwups, kurz mal nicht geschaut und die Tür ist zu. Während Odi versucht sie bei Laune zu halten, renne ich an die Reception und hole den Ersatzschlüssel. Melia lässt sich von der ganzen Aufregung nichts anmerken, sitzt frisch fröhlich auf der Toilette und fühlt diese mit WC-Papier als wir sie wieder befreien. Zum Glück geht es Nini auch wieder zusehends besser, so dass wir uns gegen Abend sogar aus dem Hotelzimmer in die nächste Shopping-Mall wagen. Leider verpennt Nini den Reis und Melia fällt auch schon fast ins Komma, so dass wir nach dem Kofferkauf (!!!) und einer schnellen Verpflegung zurück ins Hotel düsen, wo es Bettruhe gibt. Das andere Hotel bombadiert uns übrigens den ganzen Nachmittag über noch mit mühsamen Mails und ist sich keiner Schuld bewusst. Obwohl wir mehrmals antworten und die Lage schildern, ist für sie klar, dass wir im Fehler sind. Wir seien zu früh angereist… Ja nu, die doch immerhin 80 Franken – nicht gerade wenig für ein Hotelzimmer in Thailand – werden wir wohl nie mehr sehen. Aber zum Glück gibt es ja auch Reviews im Netz, so dass wir auch ein wenig zurückschlagen können. Morgen gehts zurück nach Bangkok. Auto abgeben und unser Gepäck, dass sich aus unerklärlichen Gründen irgenwie verdoppelt hat, ins letzte Hotel schaffen. Wir sind gespannt, ob wir den Autotypen finden – und er uns – und ob wir im Hotel erwartet werden.

Back to BKK
Heute klappt alles wie am Schnürchen. Wir finden das Parkhaus für die Autorückgabe, der Typ steht nach zwei Minuten neben uns (an dieser Stelle gibt es vielleicht noch anzumerken, dass die Vermietung keinen Schalter hat und man sich für alle Aktionen um eine bestimmte Zeit am Treffpunkt x im Flughafen trifft), das Auto sind wir nach weiteren zwei Minuten los, die Autositzli sind bald mit der Dreckwäsche zusammen im Sack verstaut sowie in der Gepäckaufbewahrung hinterlegt und nach etwas Fast Food sitzen wir bald im Taxi in die Stad. Auch hier ist alles wie immer: der Taxifahrer will partout den Taxameter nicht einschalten und lallt irgendetwas von einem grösseren Taxi, dass halt einfach mehr koste und ich insisietiere solange bis der Taxameter endlich läuft. Für Nini ist das Ganze zu komisch. Sie hat sich so auf eine Taxifahrt gefreut und nun sitzt da einer mit dem Mama zuerst mehrere Minuten stürmen muss. Hoteltechnisch beziehen wir in Bangkok wieder einmal Neuland. Ich habe ein Appartament mit viel Platz und einem Pool gebucht. Wir sind sehr positiv überrascht, als wir ins Zimmer eintreten: hell, sauber und gross (zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, ein Ess- uns Sitzbereich, kleiner Balkon) und fühlen uns sofort wohl. Die Kids sind gar derart wohl, dass sie sich zuerst gar weigern das Zimmer in Richtung Pool zu verlassen. Nach Pool und Dusche zieht es Mama und Papa ins MBK. Mit dem hoteleigenen Tuk Tuk werden wir kostenlos hingefahren. Alles ist wie eh und je! Das richtige Shoppingfieber bleibt aber aus. Es hat schlicht zu viele Leute und die Kids sind auch nicht mehr die frischesten. Den Rückweg zum Hotel nehmen wir zu Fuss auf. Wir sind überrascht, als wir durch so etwas wie eine grüne, riesige Wohnoase und durch verkehrsberuhigte Zonen laufen – dass es sowas in Bangkok gibt! Im Zimmr lassen wir die Kids bis neun Uhr spielen. Unser Plan ist, dass wir dem Jetlag schon ein bisschen versuchen entgegenzuwirken. Mal schauen, ob der Plan aufgeht.

Thailand, Bangkok, Food Stall

Tour de Chinatown
Die Temperaturen sind aktuell mit rund 27 Grad wirklich äusserst angenehm und für eine kleine Tour durch Chinatown mehr als optimal. Mit dem Hotelminibus gehts zum Pier, wo wir für ein paar Stationen das Boot besteigen. Danach geht es quer durch Chinatown. Wir freuen uns, wieder hier zu sein. Es fühlt sich gar ein wenig an, wie Heimkommen (Anmerkung der Redaktion: wir haben weiss nicht wie oft mitten in Chinatown unser Hotel gehabt). Obwohl es noch nicht sooooo viele Leute hat, sind wir froh, dass wir ohne Buggy unterwegs sind und Melia statt dessen im Ergo tragen. Wie immer ist das Puff auch ohne grössere Mengen an Leuten für unsere Verhältnisse doch gross. Die Kids bekommen den versprochenen Kleinkram und können sich ab den zig Millionen Sachen kaum satt sehen. Überall gäbe es etwas tolles zum Kaufen. Nachher ist etwas “religious studies” angesagt. Wir besuchen zuerst einen chinesischen und danach einen buddhistischen Tempel. Im ersteren sind wir mit den Einheimischen alleine. Im zweiteren fühlen wir uns wie in Indien und müssen feststellen, dass wir Indien mit Kids wohl nicht schaffen würden (und aktuell auch gar nicht schaffen wollen…). Nach so viel Sightseeing melden sich allmählich unser Magen. Da wir nicht weit vom Riverview Guesthouse, dem GH, in dem Lile und ich die letzten zwei Mal in Bangkok übernachtet haben, sind und ich dieses schon lange Odi zeigen wollte, ist unser nächstes Ziel klar. Auf der tollen Dachterrasse gibts Futter und frischere Luft für alle. Zurück im Hotel verabschiedet sich die Mama gleich in Richtung MBK. Ich löse heute quasi mein Geburigeschenk ein und mache mich alleine auf Shoppingtour. Die drei anderen bleiben während dessen im Hotel bei Siesta und Pool. Vor dem Znacht mischen wir uns wieder unter die Thais. Auf einem Platz unweit vom Hotel hat es eine Art Buddeler und die Kids dürfen auf das Karrussel und das Riesenrad. Beides ist nicht mehr gerade die Ausgabe vom letzten Jahr, aber es fährt und macht genauso viel Spass wie zu Hause. Nur die Musik dürften sie ein bisschen leiser stellen…

Thailand, Bangkok, Wat Saket

Last day…
Nun ist er also da, der letzte Tag. Kommentar von Nini: ich freue mich auf das Flugzeug, aber nicht auf das Heimgehen. Wenn es so etwas wie “unseren” Tempel in Bangkok gibt, ist es der Golden Mountain. Wir waren u.a. am letzten Tag unserer einjährigen Reise da und seither sind wir/ich immer wieder hier gewesen. Auch den Kids gefällts. Die zahlreichen Glocken, die man beim Auf- und Abstieg bimmeln kann, finden vor allem bei Nini Anklang. Im Tempel selber zünden wir wie immer ein paar Räucherstäbchen an. Hier gibt es es quasi als add on noch eine Blume und eine Kerze dazu. Die grosse Tochter ist schon beinahe Expertin in Sachen Tempelbesuch! Danach steht die letzte Tuk Tuk-Fahrt an. Der Fahrer bringt uns zum Siam Center, wo wir das Aquarium besuchen wollen. Leider sind wir nicht ganz die einzigen und müssen in den abgedunkelten Räumen ziemlich gut schauen, dass uns keine der Beiden weg springt. Das Aquarium ist nett. Vor allem die grossen Tanks sind eindrücklich. Ja, und dann steht nach einer kurzen Abkühlung im Pool eigentlich nur noch packen auf dem Programm. So viel sei gesagt: wir hätten also noch mehr schoppen können… Nach der letzten Karussel- und Riesenrad-Runde gibts der Einfachheithalber Znacht auf dem Hoteldach. Leider sind die Kids nicht gut drauf, so dass wir die Übung bald abbrechen und sie früher als vorgesehen ins Bett bringen. Mama und Papa betrinken den letzten Abend stattdessen mit Chang auf dem Mini-Balkon neben der brummenden Klimaanlage. Bangkok pur… we love it – auch mit Kids!

Ab nach Hause
Heute steht nur noch Reisen auf dem Programm – heimreisen… Da unser Flug ein Tagesflug ist, schlafen die beiden nicht mehr ganz so viel wie auf dem Hinflug. Nini findet fliegen einfach genial und gibt sich alle Mühe möglichst lang wach zu bleiben. Melia braucht etwas mehr Bewegung und wir sind froh, dass hinter uns niemand sitzt und sich durch die Kletterei von ihr gestört fühlt. Irgendwann übermahnt sie der Schlaf aber doch. Die Flugzeiten sind Jetlag mässig perfekt. Bangkok-Zeit mitten in der Nacht und Schweizer Zeit um sieben Uhr Abends landen wir in Zürich. Somit wird der Schlaf unterbrochen und Dank dem Spielwagen im Zug schaffen wir es alle wach zu halten bis zu Hause. Hier angekommen, fallen wir dann alle todmüde ins Bett und schlafen tief und fest bis zum nächsten Morgen. Damit ist die erste Fernreise mit den beiden Kindern Geschichte und wir blicken auf eine wunderbare Zeit zurück. Thailand hat uns genau das gegeben, was wir uns erwünscht und erhofft hatten. Viel zu schnell ist die Zeit vorbei gegangen. Wir sind dankbar für all die tollen Erlebnisse und freuen uns über die vielen positiven Eindrücke, die wir mit nach Hause nehmen dürfen. Happy new year to everybody!
 

Short cut zu den Bildern

Italy

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Ein paar Cherzli…
Der runde Geburi von Odi verschlägt uns für eine Woche in den Süden. Da ich nach der Thailand-Buchungsrunde (ein Monat im Dezember erwartet uns 🙂 ) keine Lust hatte wieder stundenlang im Internet zu suchen resp. buchen, beschliessen wir spontan Verona und Turin zu besuchen und dazwischen bei (Gross-)Tante Edith am Meer noch ein bisschen Sonne zu tanken. Die beiden Städte sind seit längerer Zeit, da Unesco Weltkulturerbe, auf unserer To do-Liste und bei Edith ist es sowieso immer super! Via Simplon erreichen wir kurz vor Mittag Italien und landen in einem grossen Schopping-Center in Gravallone Toce im Mäc, im Spielsalon, auf dem Spielplatz und im Einkaufsladen. Da hats irgendwie für alle was dabei :-). Nach weiteren zwei Stunden auf der Autobahn erreichen wir das Agriturismo, wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben werden. Wie immer sind diese Dinger richtig gut. Die Kids können sich im grossen Zimmer, im Pool und auf dem Spielplatz so richtig austoben. Da wir zum Znacht nicht nochmals Lust haben irgendwo hinzufahren, geniessen wir ein improvisiertes Pic-Nic vor dem Haus und Dank der vier kleinen Küchlein mit Kerzli kommt sogar noch etwas Geburi-Stimmung auf. Happy Birthday, Mäzu/Papa! Du bisch dr Best! Mir fröie üs uf mindestens vierzg witere Jahr mit dir.

Wunderschönes Verona
Endlich, Verona wir kommen. Gefühlte 20ig Mal wollten wir hier schon hin und jedes Mal haben wir es verschoben, ganz nach dem Motto “hier sind wir ja so schnell, lass es uns das nächste Mal anschauen”. Dass die Stadt Unesco Weltkulturerbe ist, habe ich ja schon erwähnt. Wir sind früh auf den Beinen und entsprechend früh – ich spreche hier von kurz nach neun Uhr – starten wir unsere Sightseeing-Tour. Die Morgenstunde hat zwei grosse Vorteile: es ist erstens noch angenehm kühl und zweitens sind wir noch fast alleine unterwegs. Die berühmte Arena, wo jedes Jahr Opern aufgeführt werden, ist unser erstes Ziel. Da die Aufführungen zur Zeit jeden Abend stattfinden, ist das meiste in der Arena mit Stühlen zugepflastert. Wer weiss, vielleicht führt mich ja der Herr Odermatt mal zu einer Oper aus, denn dabei erst soll sich die ganze Pracht entfalten.

Italy, Verona, Arena

Weiter geht es durch kleine Gässchen, an schönen Häusern vorbei, durch Kirchen und über Plätze. Verona ist wirklich ganz wunderbar und überaus romantisch.

Italy, Verona, Houses

Wir sind gar nicht verwundert, dass Romeo und Julia hierher kommen sollen. Hier beim Haus der beiden – die beiden haben übrigens nie gelebt und sind reine Phantasiegestalten – wird es uns mit den zahlreichen Toursiten langsam aber sicher ein bisschen too much. Keine Ahnung, wo sie diese Horden raus gelassen haben. Die Julias mit ihren Romeos sind jedenfalls sehr zahlreich. Die wir keine Lust auf eine Touribeiz haben, landen wir wieder im Mäc. Die Kinder und der Papa freuts und die Mama freut sich auf Edith und Costa. Da gibts dann so richtig feines italienisches Essen. Die Kids machen einmal mehr hervorragend mit und wir sind überaus erstaunt, dass sie bei der Stadttour fast den längere Schnauf haben als wir. Melia ergibt sich erst kurz vor dem Parkhaus endlich dem Schlaf, was wir kurzerhand für ein Bier und eine Gelati nutzen. Nini fliegt gar erst im Auto ins Koma. Zurück im Agriturismo schmeissen wir uns in den Pool. Die Baderatten können kaum genug bekommen vom Wasser. Auch der Rest des Tages ist analog gestern. Nur an Schlaf ist zuerst noch grad nicht zu denken. Obwohl beide eigentlich hundemüde sind, gibt es zuerst im Bett noch eine kleine Party. Irgendwann ist dann aber zum Glück doch Ruhe.

Italy, Verona, Church

Auf nach Costa
Weiter geht es heute nach Costarainera. Die nächsten drei Nächte dürfen wir wieder einmal bei Edith logieren. Die Kids machen derart gut mit auf der Fahrt, dass wir in einem Schlenk die vier Stunden durchziehen können und so viel früher als erwartet am Ziel sind. Dafür reicht es jetzt auch noch für einen Sprung ins Meer. Die Kinder können es kaum erwarten und jauchzen beim Anblick des Meers laut drauflos. Nach der verdienten Abkühlung geht es schliesslich zu Edith. Wir werden bereits erwartet. Die Freude über das Wiedersehen ist gross. Der Abend wird wie immer gemütlich. Einmal mehr werden wir kulinarisch mehr als verwöhnt. Wie gut es uns doch geht!

Italienischer Strandtag zum Ersten
Die Meeresluft scheint allen gut zu tun. Die Kids schlafen bis acht Uhr! Nach Kaffi und Milch sind wir bald ready für den Strand. Edith spendiert uns heute zwei Liegen mit Sonnenschirm. Die Kids sind sofort im siebten Himmel: es hat Spielsachen, Häuschen und Rutschen à gogo. Der Tag wird dann auch derart gemütlich, dass wir zur Mittagszeit gar nicht erst nach Hause gehen. In der Strandbeiz gibts feine Spaghetti alle Vengole und Tintenfisch-Salat. Die Kids essen wacker alles Meeresgetier mit. Nach der Siesta von Melia gibts dann auch noch eine Gelati. Kinder-Herz was willst du mehr! Gegen vier Uhr haben wir dann genug Sonne getankt, nutzen die Dusche vor Ort zur allgemeinen Säuberung und gehen nach einem kleinen Apéro zurück zu Ediths Haus. Zum Znacht gibt es viel feines Gemüse nach Edith-Art und Wurst vom Grill.

Italy, Costarainera, Beach

Italiensicher Strandtag zum Zweiten
Wieder schlafen wir alle bis acht Uhr! Daran könnten wir uns glatt gewöhnen! Anmerkung der Redaktion: die Kids gehen nicht viel später ins Bett als gewohnt. Heute findet das Tüechli wieder seinen Platz unter dem eigenen Sonnenschirm im Sand. Das hat für die Kids auch Vorteile, ist so doch das Meer doch so quasi vor der Nase. So sind wir dann auch einiges mehr im Meer als gestern. Dies ist auch notwendig. Denn wir sind auch einiges sandiger und panierter als gestern. Einige liegen gar Kopf voran im Sandloch… Zum Zmittag gibts wieder viel Meeresgetier in der Strandbeiz. Nach einem Spaziergang am Schatten und der obligaten Gelati gibts nochmals Strand und Meer pur. Es macht viel Freude zu sehen, wie viel Spass die Jungmannschaft am ganzen hat und wir geniessen die letzten Stunden am Meer sehr. So wie wir auch den letzten Abend mit Edith geniessen. Danke, liebe Edith, es war wie immer sehr unkompliziert und total schön! Einmal mehr wurden wir von dir von A bis Z so richtig verwöhnt. Nächstes Jahr kommen wir wie versprochen vier Nächte vorbei :-).

Italy, Costarainera, Sky

Torino
Nach der Verabschiedung von Edith geht es weiter zu unserem letzten Stopp auf dieser kurzen Reise: nach Turin. Auch hier gibt es einige Unesco Dinger zu bestaunen. Da wir nicht die Zeit und die Lust haben die ungefähr zehn Paläste alle vollständig zu besichtigen, pflücken wir den in der Innenstadt raus und lassen die restlichen links liegen. So schlagen wir zwei Fliegen auf einen Streich: wir sehen was von Turin und können das Unesco Weltkulturerbe als erledigt betrachten. Die Stadt ist überraschend aufgeräumt, grosszügig, mondän und überhaupt nicht choatisch. Die vielen hohen Arkaden verschönern die Stadt sehr. Auch der Palast mag zu gefallen. Sogar die Jungmannschaft findet das Prinzessinnen-Schloss (alles ist ja eine Frage des Marketings… hier wird grad Eltern-Marketing betrieben) mega cool. Nur dass der Thron nicht bestiegen werden darf, ist schwer zu verstehen. Die Nacht verbringen wir auf einem riesigen, anonymen Agriturismo. Wir sind die einzigen Gäste, weshalb wir den Pool und die Tiere ganz für uns alleine haben. Die Kids finden beides super und die Zeit bis zur Nachtruhe geht wie im Flug vorbei.

Italy, Turin, Palace

Zurück nach Hause
Zum letzten Mal packen wir unsere Sachen in den Dacia und fahren los. In Aosta legen wir eine ausgedehnte Pause ein. Shopping und Futtern steht auf dem Programm. Wir finden für alle etwas: Papa kauft sich den grössten Limocello ever plus Moretti à gogo und die Kids dürfen sich ein Spielzeug aussuchen. So geht unsere Woche Ferien langsam aber sicher dem Ende entgegen. Der Rest der Fahrt ist rasch vorbei und wir kommen am frühen Nami wohlbehalten wieder zu Hause an. Dank dem, dass Nadine (danke tusig!) die Kids ohne Voranmeldung einfach so abholen kommt, ist auch alles in Rekordzeit wieder an seinem Platz. Kurz, aber schön wars! Nun freuen wir uns auf das nächste Abenteuer: ein Monat Thailand!
 

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