Southwestern United States

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Ab nach Trumplandia
Ein letztes Mal geht es einfach und ohne Aufwand ausserhalb der Schulferien auf Reise. Wir fliegen für fünf Wochen in die USA, genauer nach Las Vegas, und fahren danach mit einem Camper durch die vielen bekannten National Parks in der näheren und weiteren Umgebung.
Mühsam an einem Flug ist ja, dass man erst zum Zeitpunkt X das Haus verlassen kann. Irgendwann haben wir nämlich alles geputzt, den Briefkasten geleert, den Kühlschrank leer gefressen, die letzten Kleinigkeiten ins Handgepäck geschmissen, die Apotheke ein letztes Mal besucht (Nini’s Augen sind zugeklebt, Melias Ausschlag an den Armen ist wieder schlimmer geworden und Papa hat eine kleine Magenverstimmung…) und wären eigentlich ready. Da wir immer noch zu früh sind, kommt jetzt noch die Spielrunde mit den Kids. Ja, und dann passieren auch bei ganz trivialen Dingen wie am Boden sitzen und spielen, Sachen, bei denen man Glück haben muss. Und das geht so: die Kugel der Kugelbahn landet unter dem Sofa. Mama zieht am Sofa, damit die Kugel gerettet werden kann. Anina liegt am Boden, um die Kugel sofort im Empfang zu nehmen. Mit ihr liegt auch ihre Hand am Boden über welche die Mama schwungvoll die Polstergruppe rollt. Autsch, autsch, autsch! Wir haben Glück, die Finger sind noch alle dran und ungebrochen. Damit uns nicht noch mehr Blödsinn passiert, schnappen wir uns lieber die Rucksäcke und fahren – in Begleitung von Grosi – an den Flughafen. Nach einem letzten Eistee auf Schweizer Boden heisst es Abschied nehmen und langsam in Richtung Gate wandern. Die Kids sind ganz aufgeregt und kommentieren alles und jedes Detail, welches sie sehen. Endlich dürfen wir dann im Flugi Platz nehmen. Nach drei Stunden mehr oder weniger Ramba Zamba schlafen die Beiden 6 resp. 7 Stunden tief und fest ein. Wir Eltern können sogar zwei Filme schauen (wir können nicht schlafen…). Die letzten 3 resp. 2 Stunden gibt es dann nochmals Futter und ein weitere Runde elektronische Unterhaltung, bevor dann nach fast 12 Stunden bestens in Las Vegas landen. An der Immigriation ist die Schlange gewohnt riesig und wir sind definitiv zu hinterst. Doch auch in Amerika scheint der Kids-Bonus ab und an zu greiffen. Wir werden direkt vorgebeten und können ohne Wartezeit immigrieren. Und als dann auch noch das Gepäck kommt, könnte es besser kaum sein. Mit einem Taxi nehmen wir die letzten paar Meilen unter die Räder. Wir übernachten zwei Mal im Cirucs Circus am Strip, bevor wir den Camper fassen. Müde aber glücklich schmeissen wir uns im Zimmer auf die weichen Betten und schlafen irgendwann gegen Mitternacht mehr oder weniger bis um fünf Uhr durch. Damit wäre wohl auch der Jetlag bereits ein wenig besiegt…

Las Vegas
Um sechs Uhr sind alle wach und eine Stunde später sind wir bereits zu Fuss auf dem Strip unterwegs. Die Vorzüge der Morgenstunde sind gross: wir sind bei angenehmen Temperaturen quasi alleine unterwegs. Ein winziger Nachteil – wobei für das Portemonnaie eher ein Vorteil – offen hat ausser Starbucks und einige sonstigen Kaffeausschenker noch grad gar nix. Die Stadt ist wirklich crazy. Es gibt hier einfach alles was man sich nicht vorstellen kann. Selbstverständlich sind auch die Casinos um diese Zeit immer noch offen. Gambler hat es aber nicht viele, so dass wir mit den Kids relativ ungestört überall durchlaufen können. Nur einmal, als wir drei Sekunden stehen bleiben, werden wir gebeten weiter zu laufen. Vorbei an all den berühmten Hotels schlendern wir auf der einen Strassenseite bis zum Bellagio und auf der anderen wieder zurück. Uns ist egal, dass um diese Zeit noch keine Shows, wie zum Beispiel die Brunnenshow, stattfinden. Es haben alle mehr als genug zum Schauen. Ganz schrecklich finde vor allem ich den Mief, welcher einem in jedem Hotel und Casino sofort entgegen schlägt. Die uralten Teppichböden sind getränkt von Rauch und weiss der Geier was allem und verbreiten einen üblen, aber irgendwie typischen USA-Geruch. Zurück im Hotel gibt es Siesta. Da alle müde sind, schlafen auch alle ein. Zum Glück haben wir den Wecker gestellt und mit dem Pool auch eine Verlockung für die Kids wieder aufzustehen. Auch am Pool herrschen strikte Sitten. Eigentlich darf man nur im Wasser stehen… Den Kids gefällt es trotzdem in der Betonanlage ohne Schatten und mit Sound als Dauerberieselung. Zum Znacht gibts ein paar Happen im Dennys um die Ecke. Danach sind alle k.o. Die Kids schlafen sofort ein und die Eltern nach dem Zusammenräumen der sieben Sachen auch. Fazit von Las Vegas (wir waren übrigens schon 2001 mal hier): man muss es gesehen haben. Ein Tag hat uns aber völlig gereicht. Und noch ein Wort zu unserer Aussicht im Zimmer: wir sehen direkt und ausschliesslich auf das Hotel von Donald, dem Trump-Tower. Irgendwie bezeichnend…

Unser Camper
Heute fassen wir unseren fahrbaren Untersatz. Vor allem Anina ist besonders nervös und fragt im Minutentakt, wann wir denn nun endlich unseren Camper bekommen. Nachdem der Papierkram erledigt ist, ist es soweit: wir dürfen unseren Camper in Empfang nehmen. Die Augen von beiden Kids werden gaaaanz gross. So ein grosses Ding haben sie definitiv noch nie von innen gesehen. Als wir die wichtigsten Sachen wissen, schmeissen wir unsere Sachen hinein und fahren los zum nächsten Walmart. Ein Grosseinkauf steht an. Eine Stunde und 500 Dollar später sind wir an der Kasse und wollen bezahlen. Leider wird es richtig peinlich, denn unsere Kreditkarte streikt schlicht zum dümmsten Zeitpunkt. Wir müssen die beiden übervollen Einkaufswagen wohl oder übel dort stehen lassen und uns auf die Suche nach einem ATM machen. Wer hat schon mal zu Fuss bei einem Drive-In ATM Geld geholt? Wir! Als die Einkäufe alle verstaut sind, haben wir zu unserer Freude noch genug Zeit Las Vegas zu verlassen. Wir sind sehr froh, dass wir dies noch schaffen, denn die RV-Parks in Vegas haben null Charme und sind für uns nur eine Notlösung. Knapp eine Stunde ausserhalb der Stadt ist das Valley of Fire. Und es ist wunderschön! In Mitten von roten Felsen hat es zwei sehr einfache Campgrounds, wo wir uns nur zu gerne für die erste Nacht installieren. Doch bevor es ans geniessen geht, müssen wir noch ein bisschen nüschele und schauen, wer denn nun genau wo schlafen will/soll. Die Kids finden den Camper so toll, dass sie zuerst auf keinen Fall draussen spielen wollen. Vielmehr wird das Innenleben unseres Untersatzes zum Spielplatz. Irgendwann finden sie den Weg nach draussen dann aber doch noch. Wir schmeissen den Grill an und geniessen die Natur und die wunderschöne Umgebung. Als langsam Bettruhe angesagt ist, staunen wir nicht schlecht. So schnell waren die beiden noch nie ready zum Schlafen. Entweder sind sie so richtig müde oder sie sind derart aufgeregt, dass sie im Camper schlafen können, dass sie nur noch eines wollen. Uns Eltern ists egal. Hauptsache es kehrt bald Ruhe ein und wir können es uns in unseren neuen Camping-Stühlen unter dem Sternenhimmel noch etwas gut gehen lassen.

USA, Vally of Fire, Rock

Valley of Fire
Der Blick aus dem Bett ist einfach der Hammer. Die roten Felsen im Sonnenaufgang sind genau nach unserem Gusto. Nach dem Zmorge bleibt genug Zeit den State Park zu erkunden. Die Umgebung ist wirklich traumhaft. Schon bald wird es relativ heiss, weshalb wir auf längere Walks mit den Kids verzichten und es gemütlich und mehrheitlich aus dem Auto resp. vom Parkplatz aus angehen. Gegen Mittag fahren dann weiter und finden zur grossen Freude der Eltern einen Taco Bell. Die Kids sind zuerst skeptisch. Erst als wir Grossen fast alles aufgegessen haben, kommen sie doch noch auf den Geschmack. Nach einem Stopp im Walmart, wo wir uns noch mit ein paar fehlenden Camping-Sachen ausrüsten, geht es weiter in Richtung Zion N.P. Hier haben wir bereits einen Camping reserviert und finden so rasch unser Nachtlager. Wir Mädels springen sofort in den Pool, während Papa sich um den Haushalt inkl. Wäsche kümmert. Der Camping ist auch sonst ganz nach dem Gusto der Kids. Es hat einen Spielplatz und trotz vielen RV’s genug Platz zum Herumtollen. Langsam aber sicher gewöhnen sich alle an das Camperleben.

USA, Vally of Fire, Landscape

Zion N.P.
Nach ein paar Kelloggs wartet der erste National Park auf uns. Da der Zion N.P. für den Verkehr weitgehendst gesperrt ist, sind wir mit dem Shuttle Bus unterwegs. Dieser fährt bis ans Ende des Valleys und funktioniert unterwegs als Hop-on-Hop-off. Im Schatten der riesigen, senkrechten Berge wandern wir in der noch sehr kühlen Morgenbrise dem Fluss entlang immer weiter in die Schlucht hinein. Es ist erstaunlich wie sehr die Temperaturen sich hier innert kurzer Zeit verändern: sind es um sieben Uhr am Morgen erst rund 15 Grad, herrschen um 10 Uhr bereits 30 Grad. Die Sonne resp. der Schatten gibt hier alles. Vom Weg aus können wir in nur wenigen Metern Entfernung Rehe beim Fressen beobachten. Die Eichhörnchen sind einiges frecher unterwegs. Kaum haben wir unsere Verpflegung ausgepackt, werden wir von allen Seiten belagert. Nur Melia findet dies gar nicht lustig. Sie hat im Moment sogar Angst vor Fliegen, wenn diese auf ihr landen… Irgendwann sind wir dann wieder retour beim Busstopp und fahren mit zwei weiteren Stopps und einem kurzen Walk via Gelati-Shop zurück zum Camping. Der Zion ist eindrücklich und imposant. Vor allem die schöne rote Farbe der Felsen, die heute mit dem stahlblauen Himmel noch mehr zur Geltung kommt, mag uns zu gefallen. Die Berge an und für sich, sind für uns CHer aber eher in gewohntem Rahmen. Beim Campermobil gibt es zuerst ein bisschen Siesta und Recherche für den morgigen Tag, bevor wir dann nochmals in den Pool springen. Nach dem Znacht und dem Spieli ist Bettruhe angesagt. Die kleinen Wanderer sind müde. Übrigens wissen wir nun auch, wieso wir gestern erst so spät hier ankamen und die Kids partout nicht müde wurden: wir haben eine Stunde Zeitverschiebung hinter uns, von welcher wir überhaupt nichts gewusst haben. Welcome to Utah :-).

USA, Zion National Park, Rock

Bryce Canyon
Heute morgen machen wir uns zackig parat. Wir wollen sobald als möglich los, damit wir so rasch wie möglich beim Bryce Canyon sind. Nur zu gerne würden wir nämlich dort einen der begehrten First-come-first-serve Standplätze im Park bekommen. Da unser Camper zu gross ist für den Tunnel, müssen wir ein paar Meilen mehr unter die Räder nehmen und fahren retour zum Freeway. Nur für einen kurzen Tank- und einen kurzen Fotostopp im schönen Red Canyon unterbrechen wir die Fahrt. Zu unserer Freude hat sich die Mühe gelohnt. Wir können sogar noch den Platz aussuchen im schönen Wald. Da es auch hier Einschränkungen für den Verkehr gibt – RV’s dürfen nirgendwo parkieren – sind wir auch hier wieder auf den Shuttle angewiesen. Beim ersten Stopp verschlägt es uns fast die Sprache. Es ist einfach fantastisch was die Natur hier geschaffen hat. Sowas haben wir definitiv noch nie gesehen. Beim zweiten Stopp nimmt Melia im Ergo an meinem Rücken ein Nickerchen und so können wir es denn auch wagen auf der Krete entlang einen knappen Kilometer mit nur einem Kind an der Hand noch ein bisschen zu wandern. Die Aussicht ist einfach unschlagbar. Danach ist die Sightseeing-Tour auch schon beendet und wir machen uns mit dem Shuttle auf die Suche nach Feuerholz und Fleisch. Es wäre einfach zu schade auf diesem tollen Camping kein Feuer zu entfachen. Wir finden beides und verbringen den Rest des Tages um und im Camper. Langsam aber sicher haben sich alle an den Camper-Alltag gewöhnt und es ist schön zu sehen, wie die Kids immer wie selbstständiger und selbstverständlicher mit von der Partie sind. Toll ist auch, wie wenig sie brauchen, damit sie beschäftigt sind. So bauen sie heute zum Beispiel fast eine Stunde aus heruntergefallen Tannennadeln ein Bett für die vielen Eichhörnchen. Damit die kleinen Dreckspatzen wieder sauber werden, nehmen wir heute zum ersten Mal eine Dusche im Camper. Also nicht, dass wir bis jetzt nicht geduscht hätten, aber wir machen das normalerweise in der Dusche der Campinganlage. Aber hier draussen gibts sowas nicht, so dass wir unser fahrbares Haus heute so richtig von A bis Z auskosten.

USA, Bryce Canyon, Landscape

Capitol Reef
Nach einer eisigen Nacht sind wir froh, dass die ersten Sonnenstrahlen bald durch die Bäume scheinen. Zum Glück wird dies der höchste Punkt und somit hoffentlich der kälteste unserer Reise sein. Sonst müssten wir tatsächlich noch ein paar warme Klamotten nach kaufen. Bald sind wir wieder on the road. Unser heutiges Ziel ist der Capitol Reef National Park. Unterwegs versuchen wir unsere Vorräte aufzustocken. Doch wir finden nix brauchbares ausser ein paar Tankstellen-Shops. Wir sind wirklich fernab unterwegs. Beim Park angekommen, haben wir Glück. Wir bekommen tatsächlich den absolut letzten Stellplatz auf dem State Park-Camping. Da der Vormieter noch nicht ganz weg ist, machen wir zuerst ein Pic-Nic im Park nebenan. Dort hat es auch viel Platz für Fangis und Versteckis. Die Girls sind im Element. Am Nami erkunden wir dann den Capitol Reef State Park. Dieser beeindruckt vor allem, weil die Gegend rund herum null und gar keinen Hinweis auf diese riesigen Felsen gibt, die da auf einmal quasi aus dem Nix auftauchen. Zum Znacht gibts einmal mehr ein Feuer von Papa. Da die Mädels trotz viel Auslauf irgendwie nicht wirlich müde sind, gibt es noch gerade nicht Feierabend. Und als sie endlich im Bett sind, fängt es doch tatsächlich an zu Regnen, so dass der Camper-Abend der Eltern heute ins Wasser fällt.

USA, Capital Reef, Landscape

Dies & Das
Die Fahrt nach Moab unterbrechen wir nur zum Tanken. In Moab angekommen, quartieren wir uns zuerst auf einem normalen Camping ein. Normal will heissen: Strom, Wasser, Dusche, Pool, Internet, usw. Einzig die Wäscherei fehlt irgendwie und die hätten wir heute dringend nötig. So sind wir bald wieder im Kaff und schmeissen unsere stinkenden Sachen in einem Waschsalon in die Tonne. Die Zeit während dem Waschgang nutzen wir für Futter x2: einmal Magen füllen, einmal Kühlschrank füllen. Unterwegs schliesst die grosse Tochter zur Freude von Papa auch noch die Badezimmertür im Camper ab. Die amerikanischen Schlösser sind ja so toll, dass man drücken und somit die Türe schliessen kann und dann gar nicht drin sein muss, aber die Türe fest abgeschlossen ist. Zum Glück ist der Papa handwerklich begabt und kann die Türe wieder entschliessen nachdem er den ganzen Türgriff abgeschraubt hat. Und zum Glück ist die Tochter während dem ganzen Prozedere draussen und nicht drinnen… Zurück auf dem Camping müssen wir dann unerwartet nochmals los. Wir vermissen Melias Turnschuh und vermuten, dass dieser vor dem Waschsalon am Boden liegt. So ist es denn auch. Das Ding hat ungefragt den Camper verlassen. Der Sprung in den Pool fällt heute ganz besonders kurz aus. Es ist viel zu kalt, so dass wir uns einstimmig einigen, den Pool heute sein zu lassen und statt dessen noch ein bisschen dem Camperleben zu fröhnen. Für den Grill und das Znacht recht es noch vor dem Wolkenbruch. Danach wird es nass… ein richtiges Gewitter zieht über Moab.

Arches, Canyons, Rims, usw.
Leider ist der Himmel immer noch grau in grau. Schade, denn heute stehen zwei National Parks und ein State Park auf dem Programm. Trotz grauem Himmel ziehen wir wie geplant los. Unser erstes Ziel ist der Arches N.P. Wir wählen instiktiv richtig und fahren beim ersten Abzweiger rechts. Dort finden wir einen Parkplatz für unser Mobil und können fünf Arches anschauen. Auch wenn der blaue Himmel fehlt und die Pics so definitiv nicht nach unserem Geschmack sind, gefällt es uns. Nach dem Zmorge im Camper – das praktische an so einem Ding ist ja, dass man immer überall alles dabei hat – fahren wir weiter zum weltbekannten Delicate Arch. Da wir mit den Kids den längeren Trail nicht machen können/wollen, bleibt uns der Blick aus der Ferne vom Viewpoint Nummer 2. Leider fängt es just in dem Moment als wir ready sind an zu regnen. Wir sputen den Berg hinauf – jeder ein Kind auf den Schultern resp. auf dem Rücken – und erhaschen aus der Ferne einen kühl-nassen Blick auf das Naturwunder. Damit haben wir dann auch bereits alles wichtige gesehen und wir beschliessen aufgrund des Regenfalls weiter zu ziehen zum Dead Horse Point. Der kleine State Park bietet eine tolle Aussicht auf die umliegenden Canyons. Kleine, aber wichtige Randbemerkung: es regnet nicht mehr! Weiter geht die Fahrt zum Canyonland N.P. Auch hier gibt es, wie der Name schon sagt, zahlreiche Canyons von zahlreichen Viewpoints aus zu bestaunen. Unser Highlight ist aber ein weiterer Arch. Da die Kids langsam aber sicher am Ende ihrer Wanderkräfte sind, teilen wir uns auf: zuerst darf die Mama schauen, dann der Papa. Die Kinder bleiben während dessen im Camper und tanken neue Energie. Nach einem letzten Aussichtpunkt ist dann mindestens bei Melia Schluss. Der ausgedehnte Trotzanfall deutet uns an, dass nun wohl genug ist mit Sightseeing. Wir fahren zurück zum Camping, wo es Wurst und Tortellini gefolgt von Mashmallows gibt. Das macht alle wieder gücklich und froh!

Monument Valley
Am frühen Morgen beginnt es zu regnen und hört nicht mehr auf. Zeit, so dass wir das Kaff verlassen und weiterziehen. Leider wird das Wetter vorerst nicht besser. Es bleibt regnerisch und grau in grau. Im Natural Bridge State Park können wir aber immerhin die drei Arches oder eben Bridges ohne Regen bestaunen. Da das Wetter und auch die Temperaturen nicht zum Verweilen einladen, fahren wir weiter; immer in Richtung blauer Himmel quasi. Auch ich setze mich heute zum ersten Mal hinter das Steuer. Es klappt ganz wunderbar bis wir zu einer ungeteerten Teerstrasse kommen, wo mir schon nur beim Runterschauen mulmig wird. Die Strasse ist in die schnurgerade Felswand gemeisselt, fast überhängend und sicher 100 Meter abfallend. Kreuzen ist nur an gewissen Stellen möglich. Während Odi mit Freude die Strasse den Monkey Highway bezwingt, bin ich froh, als wir heil unten ankommen. Nach einem kurzen Halt im Gooseneck State Park – auch hier steile Felswand in den tiefen Canyon – fahren wir noch die paar Meilen zu unserem heutigen Ziel, dem Monument Valley. Wir stellen den Camper auf dem Platz im Park auf und haben so quasi freie Sicht auf die weltberühmten Felsen, welche u.a. aus der Malboro-Werbung bekannt sind. Das Set wird nach dem Spaziergang zum Souvenirshop und Museum sowie dem Znacht so richtig fantastisch. Im Abendlicht ist die Szenerie unschlagbar. Einziger negativer Punkt: es windet stark und ist dadurch kühl. Lange kann man nicht draussen bleiben. So sind denn die Kids auch im Camper am spielen während wir abwechslungsweise vor resp. im Camper die Aussicht geniessen.

USA, Monument Valley

Antelope Canyon zum Ersten
Heute haben wir extra den Wecker zum Sonnenaufgang gestellt. Und es lohnt sich. Auch in der Morgensonne bietet sich uns ein Naturspektakel sondergleichen. Das Monument Valley ist tatsächlich ein unglaublicher Ort, welcher uns gar ein bisschen an den Uluru erinnert. Bereits vor dem Zmittag sind wir in Page. Hier wollen wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Erster Programmpunkt ist ein kurzer Walk zum Ausblick auf den Horse Shoe Lookout. Dieser Teil gehört auch zum Grand Canyon und von hier aus sieht der Fluss wie ein Hufeisen aus. Auch hier wieder geht es unendlich tief und schnurgerade in den Canyon hinunter. Obwohl ich nicht Höhenangst habe, bin ich definitiv kein Freund von solchen vollständig ungesicherten Lookouts. Irgendwie schwingt immer die Angst mit, dass jemand von uns herunterfallen könnte. Einige Touris spüren sich wirklich kaum und jeder will das bessere Bild von sich an der Kante schiessen. Kleines Detail: in der heutigen Tageszeitung lese ich später, dass einer heruntergefallen ist… Zum Zmittag kehren wir auf Wunsch der Kids wieder einmal bei Ronald ein. Nach Hamburger und Pommes bleibt genug Zeit, um noch zum Ausgangspunkt der Antelope Canyon-Touren zu fahren. Eigentlich haben wir für morgen eine Tour reserviert. Aber es gibt ja zwei Teile – upper und lower part -, die man begehen kann und vielleicht haben wir ja noch irgendwo Platz. Und tatsächlich ist bald erst Odi – ich gehe mit den Kids einkaufen – und dann ich – Odi checkt mit den Kids auf dem Camping ein – auf einer Tour durch den Upper Canyon. Eindrücklich wie die Natur hier einen schmalen ca. zehn Meter hohen und bis zu zwei Meter breiten Canyon geschaffen hat. Ganz besonders schön ist das Ganze mit dem Sonnenlicht, welches in den Canyon scheint. Wir sind gespannt, ob der untere Teil auch so schön ist. Das werden wir morgen beantworten können.

Antelope Canyon zum Zweiten
Der Tag beginnt beim Antelope Canyon. Heute steht der Lower Part auf dem Programm. Wir bekommen Walk-in sofort Platz bei zwei aufeinanderfolgenden Touren. Odi ist als erster dran. Wir Mädels warten im Camper beim Zmorge, Laura Stern und Peppa Wutz auf Papa. Danach bin ich dran. Und weil unsere Grosse schon so gross ist, darf sie mitkommen. Und sie macht es ganz wunderbar. Ohne ein einziges Mal murren, läuft sie die 75 Minuten durch den Canyon und geniesst es sichtlich. Im Gegensatz zum Upper Part ist es hier viel enger und an einigen Stellen muss man sorgar klettern. Zum Glück hat es an den schwierigen Stellen aber Treppe und Leiter, so dass wir ohne Probleme durch den Canyon kommen. Wir sind uns einig, dass dieser Teil des Naturspektakels noch schöner ist, als der Teil, welchen wir gestern besichtigt haben. Unglaublich und mit dem Sonnenlicht einfach noch unglaublicher. Zufrieden geht es nach den Touren zu Taco Bell und in den Walmart. Am Nami ist Kids-Time angesagt. Unser Camping hat einen Indoor-Pool, welchen wir heute ausgiebig nutzen. Zudem kommt auch der Besuch auf dem Spielplatz nicht zu kurz. Am Abend geniessen wir nochmals das angenehme Wetter vor dem Camper. Gemäss Wetterprognose soll es in den nächsten Tagen wieder kälter werden… das freut uns nicht besonders. Aber wir nehmens wies kommt.

USA, Page, Antelope Canyon

Driving day
Heute gilt es einige Kilometer zu fahren. So sind wir denn auch schon bald on the road und fahren Meile um Meile. Wir kommen gut voran. Die Kids machen gut mit und mit zwei Tanzeinlagen – kurze Schwiizer-Goofe Pause im Camper begleitet von hemmungslosem Tanz – können wir bis zum Kaff vor dem National Park durchfahren. Hier gibt es auf Wunsch der Kids einen Hamburger und Pommes. Zu ihrer grossen Freude hat es sogar einen relativ grossen Indoor-Spielplatz. Irgendwann am Nami sind wir dann in Mesa Verde, unserem ersten Unesco Welterbe dieser Reise, angekommen. Da der Park weitläufig ist und die Sehenswürdigkeiten am anderen Ende sind, bleiben wir auf dem schönen Camping. Gegen Abend zieht Macy, eine 3-jährige, neben uns ein. Die drei sind ganz ausser sich vor Freude, springen um die Wette und fallen dann todmüde ins Bett.

Zwei Unesco Welterbe an einem Tag!
Im Mesa Verde N. P. haben die Indianer vor vielen, vielen Jahren (600 bis 1300 n. Chr.) Lehmziegelhäuser und teilweise sogar ganze Dörfer an Schutz bietende Felswände gebaut. Die eindrücklichen Bauten gehören heute zum Unesco Weltkulturerbe. Da wir mit den Kids keine Tour machen können, bestaunen wir die diveresen Sehenswürdigkeiten von den View Points aus. Im Museum fängt dann die Fragestunde an. Nini ist wahnsinnig fasziniert von den Indianern und muss einfach alles mögliche und unmögliche wissen. Melia plabbert munter nach und wiederholt immer wieder “Ninianer, Huus”. Nach dem wir mehr oder weniger alles besichtigt haben, verlassen wir den weitläufigen Park und fahren an den letzten Schneeresten vorbei nach Aztec. Hier quartieren wir uns auf einem typischen amerikanischen Trailerpark ein. Die meisten wohnen hier fix in ihren Camper oder Wohnwagen. Sanitäre Anlagen oder ähnliches gibt es für die Öffentlichkeit keine, alle scheinen alles in ihrem Mobil zu erledigen. Da wir noch genug Zeit haben, schauen wir uns noch den Aztec N. P. an. Auch hier haben Indianer gehaust, allerdings nicht in Häusern an Felswänden sondern in “normalen” Steindörfern. Die Sehenswürdigkeit gehört zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dessen Hauptteil wir dann morgen besuchen wollen. Die Ausstellung ist schön und die Häuser, die wir dieses Mal gar begehen können, faszinieren die Kids. Nini marschiert mit dem Mueseumsplan vorraus und erklärt der kleinen Schwester ganz altklug alles was sie bis dahin von uns erfahren hat. Nach dem Musuem stocken wir noch unsere Vorräte auf und fahren zur Feier des Tages zum Znacht zu Pizza Hut. Dank dem TV und den Farbstiften wird das Essen richtig relaxt und essbar ist es auch. Nach einer Fussballrunde versuchen wir die Rasselbande ins Bett zu kriegen. Doch obwohl sie eigentlich hundemüde sind, braucht es heute ein wenig Geduld. Waren wohl doch etwas zu viele Indianer-Geschichten…

USA, Mesa Verde, Indian Housing

Chaco N.P.
Der heutige Tag bringt ein gewisses Wagnis. Ob die Strasse zum Chaco N.P. für unseren RV befahrbar ist oder nicht, wissen wir nicht. Wir haben allerhand davon gehört und gelesen und wollen es einfach probieren. Der Grund ist klar: der Park gehört, wie schon erwähnt, zum Unesco Weltkulturerbe. Die ersten Meilen weg von der Hauptstrassse sind noch geteert. Danach folgt über mehrere Meilen die Schotterpiste, die wir mit ungefähr 30 Meilen pro Stunde befahren können. Die letzten vier Meilen haben es dann in sich. Die Piste ist nur noch im Schritttempo und bei trockenen Verhältnissen befahrbar. Irgendwann haben wir es geschafft: beim Eingang zum National Park fängt die geteerte Strasse wieder an. Wir sind stolz haben wir die Herausforderung auf uns genommen; nun können wir die Indianer-Pueblos besichtigen. Doch zuerst will noch ein Campingplatz gefunden sein. Obwohl schon beim Eingang steht, dass der Platz voll ist, bekommen wir noch einen Standplatz. Und ja, es hat noch andere riesige Mobile hier hinten am campieren. Im Vergleich zu den gestrigen Siedlungen ist das Ganze ziemlich viel grösser, wenn auch ziemlich weit verstreut. 6’000 bis 10’000 Indianer sollen hier gleichzeitig zwischen 900 bis 1150 n. Chr. gelebt haben. Wir fahren von Spot zu Spot und schauen uns alles in Ruhe an. Da wir mehr als genug Zeit haben, gibt es nach jeder kleinen Wanderung Siesta im Auto: einmal Zmittag, einmal zeichnen, einmal Früchte, einmal Gelati, usw. So geniessen alle den Nachmittag im National Park. Am Abend schmeissen wir die Kleine schon mal ins Bett. Nini darf heute ausnahmsweise noch ein bisschen aufbleiben. Wir wollen ihr einen richtigen Sternenhimmel zeigen. Bis dahin gibts Marshmallows am Campingfeuer, welches wir trotz starkem Wind zum Brennen bringen. Danach fängt das “Ohhh” und “Ahhh” an. Der wolkenfreie Himmel zeigt uns sein schönstes Sternenbild.

USA, Chaco Canyon, Road

Taos-Pueblo
Zeitig sind wir wieder unterwegs und erreichen den Freeway ohne Probleme. An dieser Stelle darf auch erwähnt werden, dass wenn etwas passiert wäre, wir voll und ganz dafür gehaftet hätten. Eine Fahrt über eine solche Strasse ist im Mietvertrag klar ausgeschlossen. Aber wie heissts so schön: no risk, no fun. Durch nicht sehr einladende Käffer fahren wir in Richtung Taos. Unterwegs machen wir in Espagnola einen Mittagshalt. Das Kaff ist wirklich hässlich (excusé…) und beim Zmittag begegnen uns eine handvoll interessante Menschen aus dem Kaff. Erwähnt seien hier der nette Angestelle der Fast Food-Kette, welcher nach einigen Minuten Gespräch fragt “Switzlerland, is it far away from here?” und der besoffene Penner, welcher warum auch immer, sofort erkennt, dass wir Deutsch sprechen. Klar ist, wenn Trump seine Gesetze alle durchbringt, werden wohl die Hälfte der Einwohner hier verschwinden. Fast alle sind mittelamerikanischer Abstammung und wohl nicht nur legal hier. In Taos fahren wir direkt zum nächsten Unesco Weltkulturerbe, dem Taos-Pueblo. Hier leben die Taos-Indianer wie vor Hunderten von Jahren in ihren typischen Lehmziegelhäuser und halten moderen Einflüssen und Landenteignungen stand. Das Dorf hat seinen eigenen Charme und gefällt uns. Besonders cool ist auch, dass die Bewohner aussehen, wie man das diese Tage von einem Indianer wohl erwarten darf: schwarze Haare, Zöpfe, Schmuck. Nini ist jedenfalls ganz fasziniert. Leider zieht der Himmel just als wir das Dorf betreten zu. Ein heftiger Sandsturm und Regen folgen. Trotzdem haben wir einen kurzen, aber interessanten Einblick in das Dorf bekommen. Unglaublich, wie die Leute hier in einem offenen Mueseum leben. Auf dem Camping ruft der Haushalt. Was soll man schon anderes machen bei diesem Wetter. Genau wegen dem Wetter haben wir heute auch beschlossen, die geplanten nördlich liegenden Great Sand Dunes rechts liegen zu lassen und stattdessen langsam aber sicher in den Süden zu reisen. Schliesslich wollen wir noch ein bisschen mehr als bis jetzt in den kurzen Hosen rum rennen.

USA, Taos Pueblo, Church

Kids-Day im Sumner Lake State Park
Unser Ziel für heute ist klar: möglichst weit in den Süden fahren. In Santa Fe machen wir einen längeren Halt. Eigentlich wollten wir in eine Shopping-Mall, aber wir verhängen bei Walmart und finden hier für alle etwas. Zum Zmittag dürfen heute wieder mal die Eltern bestimmen. Klar, dass unsere Wahl auf Taco Bell fällt. Obwohl Tacos zu Hause zu den Lieblingsessen der Kids gehören, mundet es hier überraschend wenig. Sie begnügen sich mit Reis und plabbern einander verschwörerisch zu, dass sie morgen wieder zu Ronald wollen. Weiter geht die Fahrt. Nach ungefähr zwei Stunden, die die Hälfte der Passagiere mehr oder weniger verschlafen, erreichen wir den Sumner Lake State Park. Wir haben die Qual der Wahl und wissen vor lauter Campingplatz-Möglichkeiten nicht wo parkieren. Wir entscheiden uns für einen grosszügigen Platz ganz nah beim sehr tollen Spielplatz. Der nächste Camper ist Luftlinie 100 Meter von uns weg – perfekt! Aber wie die Amis so sind, kommt später tatsächlich noch eine andere Familie und parkt direkt auf dem Platz neben uns – obwohl alles frei ist! Das passiert uns nicht das erste Mal. Aber es gibt schlimmeres und sowieso sind vor allem die Kids hier im siebten Himmel. Der Spielplatz ist einfach perfekt und die beiden geniessen es ausgiebig alleine auf der tollen Anlage herumtollen zu dürfen – den ganzen Nami und den ganzen Abend!

Höhlen von Calsberg
Nach dem gestrigen Kids-Day ist heute weniger Kids-Day angesagt – abgesehen vom gewünschten Besuch bei Ronald. Zuerst müssen wir wieder mal ein paar – ein paar viele – Meilen fahren. In Carlsberg lassen wir den Koa Camping – zum Glück wie sich später heraus stellt – links liegen und fahren weiter zum National Park. Gleich beim Eingang hat es auch einen, wenn auch etwas schäbigen Camping, auf dem wir sofort einchecken. Danach sind die Höhlen, welche das letzte Unesco Welterbe dieser Reise sind, an der Reihe. Wir beschliessen hinein zu laufen und den Lift erst beim Exit zu nutzen. Der Eingang zum riesigen Höhlenkomplex ist gigantisch, steil und lang. Die Kids kommen aus dem Staunen zuerst gar nicht mehr raus und laufen wacker mit. Als die erste den Kopf anschlägt, wird es etwas ungemütlicher. Das Geschrei ist wahrscheinlich in der ganze Höhle zu hören… Als sich alle wieder beruhtigt haben, sieht für sie wohl bald alles gleich aus. Sie plabbern und singen laut vor sich hin – auch das dürfte in der ganze Höhle zu hören sein – und wir müssen sie immer wieder ermahnen. Die Höhle ist sehr schön und abwechslungsreich – selbst für Nicht-Höhlen-Enthusiasten wie uns. Irgendwann sind wir dann wieder beim Lift, welcher uns bequem und direkt an die Oberfläche bringt. Schön wars! Auf dem Camping treffen wir auf die ersten Schweizer seit langer Zeit. Die Kids können kaum glauben, dass die beiden alles verstehen, was sie sagen. Den Massenflug der Fledermäuse, welcher beim Eindunkeln statt findet, lassen wir sein. Dieser findet für uns zu einer blöden Zeit (Bett-Zeit…) und wir Eltern durften dieses Naturspektakel zum Glück schon einmal in Malaysia miterleben. Übrigens ist das Wetter super und die Temperaturen wieder nach unserem Gusto. So kann es bleiben…

Vom Skiort in die Wüste in einer Stunde
Nach den ersten paar Meilen stocken wir wieder einmal unsere Vorräte auf. Die Shopping-Stopps sind einfach eine super Fahrtunterbrecher. Weiter geht unsere Reise durch grüne Wälder. Auf einmal sind wir mitten in einem touristischen Skiort (zum Glück aktuell ohne Schnee…) und nur ein paar Meilen später landen wir wieder in der Wüste. Es ist einfach unglaublich wie die Landschaft sich hier immer wieder abwechselt und sich neu erfindet. Eigentlich wollten wir ja heute auf einen KOA-Camping. Dies in der Absicht, dass der Pool unser Nami-Programm sein sollte. Leider ist es zu windig und für mehr als einen Zehen würde es wohl nicht reichen, weshalb wir beim KOA angekommen, gleich zum nächsten State Park weiterfahren. Hier finden wir ein tolles Plätzchen mit viel Umschwung quasi im Nix. Unnötig zu sagen, dass dies ganz nach unserem Geschmack ist.

White Sands National Monument
Nach kurzer Fahrt sind wir beim Visitor Center der White Sands. Hier mieten wir für die Kids einen Schlitten – in Form eines runden Plastikding – und fahren zur erst besten Düne. Barfuss laufen wir bei stahlblauem Himmel durch den schneeweissen Sand. Die Kids meinen zuerst, dass dies doch sicher Schnee sei. Die Bobs funktionieren mehr schlecht als recht. Die Geschwindigkeit lässt bei einigen zu wünschen übrig. Einige findens trotzdem schnell genug. Spass machts auf alle Fälle allen und ermüdend ist es sowieso. Irgendwann ist Melia derat k.o., dass sie nur noch im Sand herum liegt. Kombiniert mit der immer stärker werdenden Sonne, die einen fast schnee- resp. sandblind macht, ist das unser Zeichen für Schatten resp. für ein Schläfchen im Camper. Während die kleinen Abenteurer schlafen, nutzen wir die Zeit und fahren weiter. Unser Ziel ist heute wieder ein State Park – der Rock City S.P. Wir können es kaum glauben, dass es hier noch schöner ist als auf allen bisherigen solchen Plätzen. Diese State Parks sind einfach der Hammer und lassen jedes Camperherz viel, viel höher schlagen (für läpische 10 Dollar resp. 14 mit Strom sei hier noch erwähnt). Der Herr des Campers wird übrigens heute noch von einer Biene in die Stirn gestochen. Er hatte die Nase ganz weit vorne und kann sich das Botox nun sparen…

USA, White Sands, Anina

Zugabe
Alles was jetzt noch kommt ist quasi Zugabe – ausser der Grand Canyon und der Josua Tree N.P., die haben wir von Anfang an in unserer Route vorgesehen. Wir sind derart gut im Zeitplan, da wir den Chaco Canyon N.P. statt vom Süden vom Norden her angefahren und die White Sand Dunes aufgrund des kalten Wetters ausgelassen haben, dass alles was jetzt sonst noch kommt ungeplante Reiserei ist – wunderbar wie frei man doch mit so einem Mobil ist.Wir sind gespannt, was alles auf uns zukommt. Heute kommt schon mal relativ wenig auf uns zu. Einkaufen, fahren, futtern, fahren, Camping. Das muss heute reichen, denn wir haben den Kids versprochen, dass es heute wieder einmal einen Pool und einen Spielplatz gibt. So quartieren wir uns denn auch auf einem KOA ein und geniessen beides – Pool und Spielplatz den ganzen Nami nur für uns alleine. Hier finden wir auch die Hitze wieder. Dank dem Wind ist es aber absolut aushaltbar und wir freuen uns, dass wir wieder einmal die kurzen Hosen auspacken können.

Cowboys und Kaktus
Den Morgen verbringen wir bei den Cowboys. In Tombstone gibt es eine Art Cowboy-Ballenberg zu bestauenen. Wir sind früh da und haben quasi die ganze historische Strasse, die es hier wirklich vor über hundert Jahren so gegeben haben soll, für uns. Wirklich hübsch das Ganze. Langsam erwacht Tombstone und immer mehr Cowboys sind auf der Strasse. Auf Wunsch der Kids machen wir eine Kutschenfahrt und erfahren so alles über die vielen Salons, wo sich zahlreiche Schiessereien ereignet haben sollen. Nach einem üppigen Zmorge schauen Nini und ich dann noch eine der Gunfight-Shows an. Drei wahre Begebenheiten werden aufgeführt und jedes Mal wird am Schluss einer erschossen. Zum Glück haben wir Nini schon am Vorabend genau aufgeklärt was hier abgeht und sind auch jetzt für alle Fragen da. So geht das Theater effektiv als Theater durch. Unser nächstes Ziel ist der Saguaro N.P.. Der Name kommt von den zig tausenden von Kakteen, die hier über eine riesige Fläche verteilt in der Prärie stehen. Nach dem wir einen Platz auf dem Camping reserviert haben, fahren wir in das Visitor Center. Dieses ist sehr informativ und spätestens nach dem Film, in dem die Ureinwohner ihre Bedeutung der Saguaros erzählen, bekommen diese auch noch einen magischen Touch. Heute schaffen wir es Dank der einstündigen Zeitverschiebung von New Mexico nach Arizona gar den Sonnenuntergang vor dem Camper zu geniessen. Ansonsten war das bis jetzt meist etwas schwierig, da just zu diesem Zeitpunkt die Bettruhe der Kids angesagt war.

Heiss, heisser, am heissesten
Der heutige Tag geht als besonders heiss und als nicht besonderes Highlight in die Feriengeschichte ein. Nachdem unsere Vorräte aufgestockt sind, fahren wir zum Organ Pipe N. M. Dieser liegt direkt an der mexikanischen Grenze. Zahlreich sind denn auch die Polizisten und Ranger, die die Gegend bewachen. Der Drogenschmuggel soll hier sehr aktiv gelebt werden. Nur gerade sieben Kilometer wären es noch bis nach Mexico! Wir lassen den Grenzübertritt sein und konzentrieren uns auf die Kakteen. Als wir aus dem Camper steigen, verschlägt es uns fast den Atmen. Es ist knapp 40 Grad. Das haben Mama und Papa so nicht eingeplant. Eine Abkühlung bringt der Besuch im Visitor Center. Unglaublich wie alles auf einmal sehr, sehr interessant ist an der Kühle. Danach machen wir einen läpischen 34 km Loop im National Park. Schliesslich wollen wir die Organ Pipe – diese sind im Gegensatz zu den Saguaros, die es hier auch gehäuft gibt, quasi als Kaktus-Busch unterwegs – auch noch sehen. Leider ist die Strasse nicht asphaltiert. Zudem wäre unser Camper gar zu gross für den Loop. Wir lassen uns von beidem nicht abschrecken und kämpfen unser tapfer durch die Wüste. Mit den Kakteen ist es dann so wie mit allem. Irgendwann hat man genug gesehen und so sind wir froh, dass wir die normale Strasse wieder erreichen. Da man auf dem Camping hier den Generator, sprich aus aktuellen Anlass die Klimaanlage, nur gerade vier Stunden pro Tag offiziell laufen lassen darf, entschliessen wir uns spontan ins nächste Kaff zu fahren. Auf einem einfachen Platz in einem hübschen, mexikanisch anmutenden Kaff verbringen wir den Abend und die Nacht. Wir sind alle froh, dass der Herr des Hauses die Sonne und den Schatten derart gut einschätzen kann. So wird der Rest des Namis angenehm kühl… so kühl, dass gar eine Cola-Dose im Kofferraum platzt!

Und es geht noch heisser: 41 Grad
Die Nacht war ziemlich warm – aber aushaltbar. Nur Melia ist ein paar Mal wach geworden (also die Eltern folgedessen auch…). Weiter geht die Fahrt wieder in Richtung Norden. Unterwegs müssen wir einmal mehr – in dieser Gegend gehört das zum Strassen-Alltag – eine Polizeikontrolle über uns ergehen lassen. Wie immer werden uns diverse Fragen gestellt und unsere Pässe gecheckt. Da wir nicht von Mexiko kommen und wohl auch sonst relativ unverdächtig aussehen, ist der Spass stets rasch vorbei. Am Rande von Phoenix gibts einen ersten Stopp. Wieder ist uns einiges ausgegangen und es gilt den Kühlschrank mit kühlen Getränke zu füllen. Danach durchqueren wir Phoenix. Unglaubliche 60 Kilometer fahren wir auf dem Freeway von der einen Agglo-Seite auf die andere Agglo-Seite. Unterwegs versuchen wir bei Taco Bell einzukehren. Da unser Mobil zu gross ist und wir schlicht keinen Parkplatz finden, bleibt es beim Versuch. Nur unser Mobil bekommt etwas Flüssiges. Kurz vor dem Camping kommt dann doch noch ein Taco Bell und damit unser wohlverdientes Zmittag. Am Nami heisst das einzige wahre: Pool! Wir haben inzwischen gesehen, dass es 41 Grad ist. Trotz der Hitze sind alle bester Laune und freuen sich ab dem kühlen Nass, welches wir uns gleich zwei Mal ausgiebig gönnen. Wir fühlen uns ein bisschen, wie wenn jemand den Föhn angelassen hat… herrlich.
Was ich schon lange sagen wollte: ich finde es ganz schrecklich, dass in der Pampa draussen überall unbewohnte und zerfallene Häuser herumstehen. Entweder sind die Besitzer einfach weitergezogen oder haben einfach ein neues Haus neben dem alten hingestellt. Mit der Zeit sind das dann immer wie verwahrloster und trostloser aus. Auch in den Käffern werden die Häuser, sobald sie nicht mehr genutzt werden, einfach stehen gelassen. Ich würde dringend zu einem Rück-Bau-Gesetz raten. Ansonsten besteht das Land bald nur noch aus Ruinen.

Outlet-Day
Da wir die das kommende Weekend etwas besser planen als bis anhin und vor allem vorbuchen mussten – es ist Memorial-Day und damit verlängertes Weekend, welches anscheinend ganz Amerika auf einem Camping verbringen wird – bleiben wir noch eine weitere Nacht in Phoenix und Umgebung. Nach dem ersten ausgiebigen Frühstück dieser Ferien – von uns ist niemand so frühstückerisch, meist reicht uns Milch resp. Kaffee -, bei welchem wir endlich den gemieteten Toaster anwerfen, nehmen wir um neun Uhr morgens zuerst einmal ein ausgiebiges Bad im Pool. Wir das heisst wir Girls. Für Papa ist es noch etwas zu nass. Nini will nun immer ohne Flügeli umher tollen und lernt grad extrem schnell extrem viel dazu im Wasser. Nachdem alle wieder trocken sind, fahren wir in eine Outlet-Shopping-Mall. Eigentllich wollten wir diesen Einkauf erst am letzten Tag in Vegas machen, aber da wir gerade so schön Zeit haben, es hier nicht x Sehengswürdigkeiten gibt und wir bei 40 Grad eh nicht viel anderes machen können, starten wir den Shopping-Day schon heute. Unser erster Shop wird denn auch gleich der erfolgreichste. Im Gap finden wir für alle etwas. Mit gefüllten Tüten verlassen wir den Kleider-Himmel. Danach folgt nicht mehr viel gescheites. Und so gibt es ausser einer Regenjacke und Sommerkleider für die Kids nichts mehr in unsere Bags. Zurück auf dem Camping-Platz sind wir subito wieder im Pool. Es einfach herrlich, wenn man über eine Stunde planschen kann ohne kalt zu bekommen. Und für die Gfrölis unter uns – Papa und Melia – hats zur Not auch noch einen Hot Pool.

Zurück in die Berge
Adieu Hitze – es geht nordwärts in die Berge. Bereits auf dem Freeway merken wir, dass das kommende Weekend wohl etwas busier werden wird als gewohnt. Es hat unzählige Camper, Wohnwagen und mit Zelt beladene Pick-ups, die Vollgas um die Wette fahren. Alle scheinen Angst zu haben, dass sie keinen Stellplatz mehr bekommen. Wir sind guten Mutes und lassen uns nicht auf die Raserei ein. Wir haben einen Platz ausgewählt, welcher wie viele Campgrounds “first come, first serve” anbietet und sind zeitig dran. Obwohl man eigentlich erst um 14 Uhr hier auftauchen und einen Platz reservieren darf, halten wir uns nicht an die Zeitvorgabe. Tourimässig unwissend tauchen wir um elf Uhr auf und schnappen uns einen der begehrten Plätze. Obwohl der Platzwart uns danach ganz genau erklärt wie das eigentlich alles läuft, drückt er beide Augen zu und lässt uns gewähren. Nach Zmittag und Shopping im Kaff fahren wir in einen nah gelegene State Park. Hier gibt es eine Art Höhlen-Brücke zu bestaunen. Die Kids finden vor allem Gefallen am Wasserfall (leicht übertrieben sowas Wasserfall zu nennen…). Das Rinnsal reicht, um die beiden nass zu machen und ihnen den Nami zu versüssen.
Heute noch eine Frage zum Camping-Leben: wie erkennt man einen amerikanischen vs. einen ausländischen Camper (Zeltcamper ausgeschlossen)?

Amerikanischer Camper:

  1. hat ein überdimensional grosses Campermobil – quasi ein fahrendes Heim
  2. würde nie freiwillig sein Campermobil verlassen (die Stühle davor sind eine Art Attrappe)
  3. fährt mit dem Auto zur Abfallentsorgung/Pool/Dusche/usw.
  4. kocht nie selber und isst immer auswärts

ausländischer Camper (also wir):

  1. sitzt wenn immer möglich vor dem Campermobil
  2. läuft zur Abfalleimer/Pool/Dusche/usw.
  3. kocht immer selber – selbstverständlich draussen

Wegen überfüllt geschlossen
So, nun sind wohl definitiv alle unterwegs, um dieses Weekend auswärts zu geniessen. Unser erstes Ziel ist Montezumas Castle. Odi kennt diesen Namen aus irgend einem Indianer-Film und will unbedingt einen Blick darauf werfen. Und es lohnt sich. Uns erwartet eine Art Mini-Mesa Verde – nur von näher. Weiter geht die Fahrt in den Red Rock State Park. Hier geniessen wir erstmals ein Pic-Nic. Wir sind erstaunt, dass es nicht mehr Leute hat, werden aber später herausfinden, dass diese alle im Kaff resp. im State Park auf der anderen Seite sind. Da es zu heiss ist, lassen wir den Walk aus und schauen uns nur im Visitor Center um. Die Kids sind dies schon derart gewohnt, dass sie davon kaum mehr genug bekommen können. Das Interesse und die Fragestunde sind stets sehr gross. Durch Sedona – eine Art Grindelwald von hier; eingebettet in einer malerischen roten Felslandschaft mit zig-hunderten von Touristen – geht es weiter zum Slide Rock State Park. Hier wollten wir eigentlich auch noch kurz einen Stopp einlegen und unsere Füsse in den kalten Fluss halten. Leider bleibts beim wollen. Schon bald kann man an den am Strassenrand überall geparkten Autos erahnen, dass hier wohl die Hölle los sein muss. Die Entscheidung Besuch ja oder nein wird uns denn auch abgenommen. Es hat keinen Platz mehr im State Park, weshalb dieser kurzerhand geschlossen wurde. Die letzten Meilen nach Flagstaff, wo wir uns auf einem KOA einen Platz reserviert haben, sind bald vorbei. Hier ist zum Glück auch für viel Unterhaltung gesorgt: toller Spielplatz, Zügli hinter Golfmobil, usw. Die Kids findens super. Der Platz ist, wie nicht anderes zu erwarten war, übervoll und es herrscht ein riesiges Gewusel. Damit wäre Memorial-Day-Weekend Nr. 1 überstanden.

Wupatki N. M.
Wir bleiben noch für zwei weitere Nächte in der Greater Area vom Grand Canyon. Da wir vermuten, dass es heute mehr Leute hat als morgen, verschieben wir den Besuch des Grand Canyons um einen Tag. Heute verlassen wir uns ganz auf unser Gefühl und beschliessen ein National Monument in der Nähe anzuschauen, bei welchem uns vor allem der Name anspricht: Wupatki N. M. Das muss doch einfach toll sein… Und es wird toll. Schon nur die Fahrt dorthin hat es in sich. Durch einen schönen Wald und später eine Gegend, die voll von alter Lava und schwarzen Hängen ist, fahren wir zum Monument. Hier können wir ein letztes Mal auf dieser Reise schöne Steinhäuser von Indianer bestaunen. Eindrücklich ist vor allem die Farbkombination, die uns die Natur beschert: stahlblauer Himmel, rotes Gestein, grüne Büsche auf schwarzem Boden dazu die tollen Bauten. Da sich der Besuch des Parks etwas länger gestaltet als wir ursprünglich gedacht haben, machen wir einzig noch einen Halt im Walmart bevor es weiter in das nächst grössere Kaff auf einen Camping geht. Hier haben wir wieder zwei Nächte reserviert und sind froh, dass wir wissen wohin und dass man uns erwartet. Der Platz ist nicht der Hammer, aber wir habens schlimmer erwartet. So nennen wohl auch einige viele Amis ihr Campingleben ein tolles Abenteuer: der Platz ist eine Betonwüste direkt an der Bahnlinie. Grün sind einzig ein paar wenige kleine Büsche. Uns solls recht sein, schliesslich ist das berühmt berüchtigte Weekend und wir sind froh ohne zu suchen irgendwo untergekommen zu sein. Für die Kids stimmt sowieso; es hat ein Hallenbad und einen tollen Spielplatz und auf unserem Betonplatz kann man so richtig schön mit Strassenkreide alles vermahlen.

The grand Grand Canyon
2001 waren wir schon einmal hier – also mindestens die Hälfte von uns. Wir waren uns deshalb zuerst nicht sicher, ob sich ein Abstecher hierhin nochmals lohnt. Damals flogen wir ab Las Vegas in den Canyon und wieder zurück. Heute sind wir mit dem Camper weiter östlich unterwegs. Damit wir der Masse noch ein wenig aus dem Weg gehen können, stellen wir für einmal den Wecker. Bis zum Parkeingang steht uns noch eine Stunde Fahrt bevor. Um kurz nach acht fahren wir auf dem RV-Parking ein und steigen bald in den Shuttle Bus, welcher uns auf die linke Seite des Parks bringt. Und siehe da, wir schaffen es tatsächlich beim ersten Stopp ein paar Minuten für uns ganz alleine zu sein. Die Aussicht ist der Hammer, wir werden nicht enttäuscht. Der Weg hierhin hat sich definitiv noch einmal gelohnt. Danach machen wir eine kurze Wanderung auf dem Rim. Melia schläft im Ergo auf dem Rücken, Nini ist immer an der Hand. Nur ich hätte besser andere Schuhe angezogen… Flip Flops sind nicht überall der Hit. Danach kommen die anderen Touristen. Wie auf Kommando sind die Busse platschvoll und die Aussichtspunkte gut besucht. Irgendwann am frühen Nami sind wir zurück im Visitor Center. Ab dem Aussichtspunkt gleich vorne dran, werfen wir einen letzten Blick auf die wunderschöne Landschaft. Danach sind wir froh, dass wir das Gewusel hinter uns lassen können und fahren mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Williams. Schön wars!

USA, Grand Canyon

Route 66
Ja, man kann die Route 66 – oder mindestens Teile davon – auch mit einem RV abfahren. Und genau das tun wir heute. Nach einem kurzen Stück auf dem Freeway biegen wir rechts ab und fahren durchs Hinterland auf der historischen Strasse mit der berühmten Nummer 66. Beim ersten Kaff verpassen wir es leider glatt zu stoppen. Irgendwie haben wir gedacht, dass jedes nun folgende Kaff mindestens ein Fotosujet hergeben wird. Leider ist dem nicht so und ich ärgere mich schon ein bisschen, dass wir das doch sehr fotogene Seligman einfach so haben ziehen lassen. Doch dann kommt sie doch noch: die Tanke in the middle of fucking no where mit dem Route 66-Charme wie aus dem Bilderbuch. Vor dem wirklich sehr speziellen Souvenir-Shop spielt ein Cowboy auf seiner Gitarre und im Shop gibt es einfach alles mögliche und unmögliche zur Route 66 zu kaufen. Wir entscheiden uns für alte Nummernschilder, von den States, die wir auf dieser Reise besucht haben (leider ist Utah nicht erhältlich). Nach dem Mittagsstopp in Kingsman biegen wir spontan nochmals vom schnellsten und bequemsten Weg ab. Die Kids schlafen und die Eltern fahren über eine enge Bergstrasse auf der historischen Route weiter. In Oatman treffen wir wieder auf ein richtiges Biker-Kaff. Neben den Bikes stehen hier die Esel auf den Strassen (warum auch immer…). Es gäbe viel zu entdecken, aber da hinten im Camper immer noch Siesta-Time ist, fahren wir weiter. Das Nachtlager beziehen wir auf einem Koa. Bei knapp 40 Grad sollen die Kids einen Pool bekommen. Dies ist dann auch die Beschäftigung für den Rest des Tages. Auf dem Abendspaziergang mit den Mädels passiert mir dann wieder erstaunliches (zum zweiten Mal auf dieser Reise): wildfremde Menschen entschuldigen sich einfach so bei mir, dass Trump ihr Präsident ist und danken mir dafür, dass wir trotzdem hierher gereist sind. Das anschliessende kurze Gespräch wäre abendfüllend und interessant, aber die Racker müssen ins Bett und Trump ist und bleibt mindestens für die nächsten vier Jahre Präsident der USA.

USA, Hackberry, Route 66

Josua Tree N. P.
Der Tag beginnt harzig. Bevor wir zum Josua Tree National Park aufbrechen, müssen wir noch unsere Vorräte aufstocken (wahrscheinlich zum letzten Mal… 🙁 ). Zuerst wollen wir tanken. Die erste Tanke hat kein Benzin mehr (sind wir in Afrika?), die zweite Tanke verlangt fast doppelt so viel wie die Tanken bis anhin (um was geits?), erst die dritte Tanke hat alles: Benzin und den gewohnten Preis. Das mit dem Preis können wir uns erklären. Wir sind gestern kurz vor dem Kaff von Arizona nach California gefahren – neuer Staat, neue Preise. Da es nur wenige Meilen zurück nach Arizona sind, nehmen wir den Weg gerne auf uns. Es sind doch ein paar Dollar, die wir beim Volltanken von unserer Riesenmaschine sparen. Dann gehen wir auf die Suche nach Futter. Wir brauchen Gemüse und frisches Fleisch. Erster Shop: führt weder noch. Zweiter Shop: führt weder noch. Dritter Shop: führt weder noch. Vierter Shop: gibt es in diesem Kaff nicht. Wir fragen uns ernsthaft, ob das wirklich wahr sein kann, dass es in diesem Kaff nirgends frisches Gemüse und Fleisch zu kaufen gibt. Amerika, wie es im Bilderbuch steht! Unverrichteter Dinge verlassen wir das Kaff. Zwischen hier (Needles) und dort (Eingang zum Josua Tree N.P.) gibt es nichts – nur Prärie und Wüste und das über 200 km. Im doch rund 30’000 Einwohner zählenden Twentynine Palms (es hat mehr als 29 Palmen!) gibt es immerhin einen Mäc. Sehr zur Freude der Kinder kehren wir dort ein (ich hoffe, dass dies das letzte Mal war in diesen Ferien…). Mit vollem Magen machen wir uns dann nochmals auf die Suche nach Fleisch und Gemüse. Erster Shop: Fehlanzeige – ich kaufe Bier… (immerhin…) Zweiter Shop: ich kaufe tiefgefrorene undefinierbare Würstchen, tiefgefrorenen Broccoli und eine Büchse Mais. Was will man mehr… Im Josua Tree angekommen, suchen wir uns zuerst einen Stellplatz. Wir haben die Qual der Wahl und tun uns schwer mit der Auswahl (später wechseln wir den Platz gar noch, da das auf den ersten Blick lauschige Plätzchen sich als nicht so lauschig heraus stellt; es hat eher viel Müll, Fäkalien und Bienen). Danach machen wir einen kurzen Trail durch die interessante Landschaft. Überall kann man auf den Felsen herum klettern. Die Kids haben ihre helle Freude und wandern wacker mit. Leider ist das Wetter nicht ganz nach Plan. Die Temperaturen sind zwar angenehm, aber die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkenschicht. Es ist so ein bisschen der Arches N.P.-Effekt: auf Arches und Josua Tree haben wir uns ganz besonders gefreut und an beiden Orten ist das Wetter mässig bis schitter. Ansonsten gefällt es uns aber sehr gut. Die Josua’s sind eigentlich ein Baum aus Yuccas. Und wem das jetzt nichts sagt, darf gerne bei uns im Garten schauen kommen. Wir durften auf dieser Reise lernen, dass wir einen Yucca im Garten haben. Für alle Naturkundler unter uns, wir kennen nun folgende Kateen-Arten: Saguaro, Organ Pipe, Yucca, Josua Tree – noch Fragen? Der Camping an und für sich wäre super toll. Leider ist er aber eher ungepflegt. Es hat ziemlich viel Müll am Boden, die Grillstellen werden nicht geputzt und die Tische haben wohl auch vor langer Zeit zum letzten Mal Wasser gesehen. Schade für diesen wunderbaren Ort. Ewas ähnliches haben wir auf dieser Reise noch nie angetroffen in einem Park.

USA, Joshua Tree, Rocks

Majove N. P.
Judihui, der Himmel ist tiefblau! Entsprechend verweilen wir noch bisschen im Park und machen gar einen kurzen Trail im Hidden Valley. Gegen Mittag sind wir wieder beim Camper – zum Glück, langsam wirds heiss. Wir sagen der schönen Umgebung Tschüss und fahren nordwärts. Die letzte Nacht auf einem einfachen Campingplatz werden wir im Majove N. P. verbringen. Der eher unbekannte Park liegt rund 3 Stunden südlich von Las Vegas. Nach einer längeren Fahrt durch eine lebensfeindliche Gegend erreichen wir den Park. Wir quartieren uns auf einem der sehr grossen Plätze ein und lassen es uns vor dem Camper gut gehen. Irgendwann ist dann die erste Pack-Orgie angesagt. Unglaublich, was sich in den letzten paar Wochen in den zahlreichen Schäftli so alles angesammelt hat. Die Kids kümmert das wenig bis gar nix. Sie spielen vor dem Camper mit Steinen, Sand und allem anderen was sie finden und sehen am Schluss aus wie Sau. Zum Glück haben wir eine Dusche im Camper, die wir heute nochmals voll zum Einsatz bringen. Beim letzten Feuer verbrennt das restliche Holz. Die letzten Burger landen auf dem Grill. Der letzte Sternenhimmel ohne Lichteinfluss zeigt nochmals sein schönstes Gesicht. Morgen geht es zurück in die Zivilsation nach Las Vegas. Und übermorgen ist dann defnitiv fertig…

Back to Vegas
Schon vor dem Mittag sind wir in Las Vegas und checken auf einem der Stadtcampings ein. Nach kurzer Zeit sind wir auch schon wieder unterwegs. Heute dürfen die Grossen nochmals aussuchen, was es zum Zmittag gibt. Selbstverständlich landen wir im Taco Bell. Und siehe da, so am Ende der Reise kommen auch die Kids noch auf den Geschmack und fressen uns die Hälfte einfach weg. Dann geht es noch ein letztes Mal zu Walmart. Wir brauchen noch etwas Kleines zum Znacht und ein allerletztes T-Shirt. Den Nami verbringen wir auf dem Camping resp. im Pool. Es ist heiss und wir freuen uns alle über die Abkühlung. Zum Znacht werfen wir noch einmal den Kohlegrill an. Langsam aber sicher sind unsere Vorräte aufgebraucht. Nach dem Znacht – die Kids im Piji – machen wir noch einen kurzen Spaziergang. Wir landen schliesslich im Casino resp. Hotels des Campings und staunen nicht schlecht. Wir treffen auf einen halben Urwald mit tausenden kleinen Lichter in einer Stadt. Einmal mehr lässt Las Vegas staunen. Und trotzdem, wir sind keine Fans des Glamours, der Lichter und der Glückspiele. Aber man muss es wohl einmal gesehen haben.

Tschüss Mobil!
Obwohl wir gut vorbereitet sind, wird die Abgeben des Campers noch ein bisschen stressig. Wir haben alles noch brauchbare sauber verstaut, dies in der Absicht, dass die Angestellten der Firma sich sicher darüber freuen. Doch wir müssen alles ausräumen und direkt in den Müll schmeissen. Eine riesige und unnötige Verschwendung. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns schon auf dem Camping von den Dingen verabschiedet. Hier hätte nämlich sicher noch das eine oder andere einen neuen Besitzer gefunden. Immerhin können wir die Stühle und ähnliches auf ein Gestell schmeissen, wo andere Traveller schauen können, ob sie was brauchen können. Mit dem Taxi geht es an den Flughafen. Dort beginnt die grosse Warterei. Unser Flug geht erst in 6 Stunden… zu unserer Überraschung geht die Zeit aber trotz allem relativ rasch vorbei. Es gibt irgendwie immer was zu tun oder zu schauen. Irgendwann können wir dann in das Flug einsteigen. Der Flug verläuft ähnlich gut wie der Hinflug. Die Kids sind irgendwann müde und verschlafen wieder einen grossen Teil der Flugzeit. In Zürich werden wir von meinen Eltern erwartet. Das freut uns und ist erst noch praktisch: die Müdigkeit der Kleinen ist beim Anblick von Grosi wie weggeblasen.
Das wars! Es war absolut fantastisch. Eine perfekte Reise mit allem was das Herz wünscht. Die Natur ist einfach unschlagbar. Das Reisen mit einem RV und Kids perfekt. Wir kommen sicher wieder! Bye bye…

 

Short cut zu den Bildern

Best of 2016