Best of 2013

UAE & Oman

Short cut zu den Bildern

 
Aninas erster Flug
Auf gehts in unser nächstes Abenteuer! Dieses Mal führt uns unsere Reise in die Vereinigten Arabischen Emiraten – kurz UAE – und den Oman. Nach UAE zieht es uns hauptsächlich wegen des günstigen Fluges. Gerade mal die Hälfte vom Flugpreis können wir so sparen (und dies obwohl unser Flug weiter nach Muskat geht und der Weiterflug nur noch schlappe 45 Minuten gedauert hätte). Mit dem Mietauto ist man übrigens in rund zwei Stunden ab Dubai im Oman.
Vor dem ersten Flug mit unserer Kleinen sind wir doch etwas angespannt. Wird sie den Druckausgleich schaffen? Wir sie die ganze Zeit schreien? Wird sie etwas schlafen können? Im Family Room überbrücken wir die Zeit bis zum Abflug in höchst angenehmer Atmospähre. In einem riesigen Raum hat es alles was Mama, Papa und die Kleinen sich wünschen damit die Zeit rasch vorüber geht. Dank einem äussert netten Omani können wir im Flugi schlussendlich doch noch alle drei beeinander sitzen. Wir sind sehr froh, dass es klappt, denn so können wir uns zu zweit während des Fluges um Anina kümmern. Start und Landung sowie einmal eine halbe Stunde während des Fluges schläft sie. Den Rest der Zeit verbringen wir mit Essen, herum schauen, spielen, herum laufen, TV schauen… etwas Action muss immer sein! Nur ein paar Mal fängt sie an zu meckern. Meist stört sie dann der Husten und die laufende Nase. Zum Glück daueren diese lauten Wortmeldungen aber immer nur ein paar Minuten. Was sie übrigens gar nicht lustig findet, ist das Babybasket. Viel lieber sitzt sie bei uns auf der Schoss und begutachtet alles vom sicheren Terrain aus. Immerhin eignet sich das Ding als Ablage für unsere 700 Sachen. Nach sechs Stunden Flug landen wir pünktlich in Dubai. Obwohl alles bestens lief, sind wir froh, dass der Flug überstanden ist. Es ist doch ein ganz wenig weniger relaxt mit einem Kleinkind im Flugzeug zu sitzen. Das Reisen mit Baby hat ja durchaus auch seine Vorteile. Von einem konnten wir schon in Zürich mit dem Family Room profitieren. Der nächste erwartet uns bei der Immigration in Dubai. Wir dürfen direkt zum Officer und müssen keine Sekunde in der langen Schlange warten – herrlich! Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir schliesslich auch die Autoschlüssel unseres Mietwagens in der Hand und können uns auf die Suche nach dem Hotel machen. Obwohl es hier schon Mitternacht ist, hat es immer noch sehr viel Verkehr und wir kommen nicht schnell vorwärts. Anina ist immer noch bester Laune, kein bisschen Müde und bewundert lauthals ihren neues Maxi-Cosi. Im Hotel angekommen, gehen wir alle mehr oder weniger direkt ins Bett. Der Tag war doch ganz schön lang und anstrengend.

Anklimatisieren in Dubai
Die Zeitverschiebung CH – UAE beträgt drei Stunden. Entsprechend lange bleiben wir heute im Bett. Erst um halb elf Uhr gibt es Tagwache. Nachdem Anina gepflegt und verpflegt ist sowie die erste Spielstunde hinter sich gebracht hat, fahren wir in ein grosses Einkaufszentrum. Odi hatte schon gestern die ganze Zeit das Gefühl, dass er in Malaysia gelandet sei. Heute geht es nun auch mir ein bisschen so. Wir finden ganz viele Ähnlichkeiten und erfreuen uns vor allem an den vielen Nationalitäten, die hier zu leben scheinen. Nie hätten wir gedacht, dass Dubai so multikulti ist. Im Carrefour stocken wir unsere Vorräte auf. Aus Platzgründen haben wir nur das notwendigste an Windeln, Brei usw. mitgenommen. Wir sind erstaunt, dass wir hier sogar HIPP-Gläser finden. Im Burger King bekommt Anina ihr erstes Pommesfrites. Mit einem lauten Mmmmhhhhh wird dies von ihr freudig kommentiert. Zurück im Hotel gibt es erstmal Siesta. Papa und Tochter machen den Mittagsschlaf während Mama in die Tasten haut und das Tagebuch schreibt. Als alle wieder fit sind, erkunden wir zu Fuss die Waterfront am Dubai Creek. Auf dem Weg dorthin ist es weniger wie in Malaysia als vielmehr wie in Indien, Pakistan oder Sri Lanka. Die Waterfront ist hübsch, fast zu hübsch. Alles ist feinsäuberlich geputzt und ziemlich kitschig nachgebaut. Anina gefallen vor allem die vielen Lichterketten. Den Abend verbringen wir im Hotelzimmer. Wir wollen schliesslich die Reize und Sinne unserer Tochter nicht schon am ersten Tag überstrapazieren. Wirklich Ruhe gibt es aufgrund der Zeitumstellung noch eine Weile nicht. Zudem ist für Anina das meiste einfach noch zu neu, um einfach so einschlafen zu können.

Mussandam
Zu unserer Überraschung werden wir um sieben Uhr von Anina geweckt. Hat sie die Zeitverschiebung überwunden oder ist sie einfach sonst schon wach geworden? Was auch immer der Grund sein mag, wir nutzen die Gunst der Stunde und stehen auf. Den Weg aus Dubai raus zu finden ist gar nicht so einfach. Es hat unglaublich viele Strassen. Ohne Navi wären wir ziemlich verloren. Irgendwann nimmt der Verkehr ab und wir düsen in Richtung des nördlichsten Zipfels vom Oman. Unterwegs gibts einen kurzen Stopp in einem Shoppingcenter. Nahrungsaufnahme und Windeln wechseln sind angesagt. Uns fällt sofort auf, dass hier praktisch nur noch traditionell gekleidete Frauen und Männer anzutreffen sind. Die Tourihochburg Dubai liegt definitiv hinter uns. Der Grenzübertritt klappt ohne Probleme und an einer schönen Küstenstrasse fahren wir weiter nach Kasabh. Kasabah liegt in Mussandam, dem nördlichsten Zipfel’s des Oman’s, welcher von UAE umrahmt wird. Unsere Zweizimmerwohung ist rasch bezogen. So viel Platz hatten wir schon lange nicht mehr. Richtig schade, dass wir uns nur für eine Nacht ausbreiten können. Bevor wir zu einer Erkundungsfahrt aufbrechen gibts Siesta (Anina) resp. wird Wäsche gewaschen (Parentis). Kurz vor Sonnenuntergang finden wir die berühmte Ecke, von welcher wir einen fantastischen Ausblick auf einen der zahlreichen Fjords der Region bestauen können. Nicht umsonst wird die Ecke hier oft mit Norwegen verglichen – Norwegen in Staub könnte man sagen. Das Znacht wird super romantisch. Während neben uns eine deutsche Schulklasse lautstark ihr Znacht geniesst, kotzt unsere Tochter zwei Mal alles voll… Lecker! Der Jetlag scheint übrigens definitv überwunden. Punkt sieben fällt die Kleine ins Koma. Aninas Entdeckung des Tages: Fliegen!
Folgendes können wir nach dem ersten Tag im Oman bereits berichten: super freundliche Leute, alle fahren ganz anständig, hupen ist verboten und für schmutzige Autos bekommt man eine Busse (dies finden wir ganz besonders lustig, haben wir doch in Zimbabwe mal über eine Stunde mit einem Polizist darüber verhandelt, ob wir für unser nicht ganz mehr so sauberes Auto eine Busse bezahlen müssen oder nicht).

Keine Fussgänger erwünscht!
Wir beginnen den Tag im örtlichen Museum von Khasab, welches in einem schönen Fort untergebracht ist. Auf dem Rückweg der Küstenstrasse entlang, stoppen wir einige Male um ein paar Fotos zu machen. Anina geniesst den Wind im Haar und schaut ganz entzückt auf das Meer und die hohen Wellen. Zurück in UAE fahren wir entlang der wohl längsten Baustelle des Landes zum wohl fussgängerunfreundlichsten Kaff des Landes. In Al Fujairah wollen wir uns nach Bezug des Hotels, welches übrigens absolut top ist und überhaupt nicht viel kostet, die Füsse vertreten. Doch leider finden wir praktisch keine Möglichkeit einigermassen anständig mit dem Buggy zum Meer zu laufen. Die ganze Stadt ist ganz Ami-like praktisch auf eine Hauptstrasse konzentriert. Links und rechts findet man alles was man braucht und überall kann man bequem mit dem Auto vorfahren. Nach ungefähr einer halben Stunde geben wir entnervt auf, springen ins nächste Taxi, lassen uns retour zum Hotel fahren und steigen in unser Auto um. Leider werden wir auch an der Meerpromenade nicht warm mit dem Kaff. Es herrscht absolut tote Hosen und der ablandige Wind bläst uns fast ins Meer hinaus. Nach wenigen Minuten sind wir derart durchgeblasen, dass wir uns lieber wieder ins Auto verziehen und an die abendliche Verpflegung denken. Da wir ja eh praktisch in the US and A gelandet sind, ziehen wir die Aminummer gleich durch und kehren im Pizza Hut ein. Auch hier eisige Temperaturen dank der laut röhrenden Klimaanlage. Nichts zum Trotz: die Pizza ist heiss und schmeckt. Nach diesem Tag in UAE freuen wir umso mehr, dass es morgen endlich richtig losgeht mit dem primären Ziel dieser Reise. Oman, wir kommen!

UAE, Fujairah, Minaret

Back to Oman
Bis zur Grenze ist es nicht weit und auch dieses Mal sind wir relativ schnell und ohne viel Papierkram im Oman. Die Fahrt bis nach Muskat dauert dafür ein Weilchen. Nini verschläft mindestens die Hälfte davon, so dass wir trotzdem zackig vorwärts kommen. In der Haupstadt angekommen, gibt es zuerst eine Zappelstunde für die Kleine. Der Drang nach Bewegung ist nach einer Autofahrt immer gross. Am späten Nami fahren wir zum Stadtstrand und geniessen mit ganz vielen Einheimischen die letzten Stunden bei Tageslicht. In einem westlichen Restaurant – die anderen haben wir auf die schnelle noch nicht gefunden – gibts ein feines Znacht an der frischen Luft. Zurück im Hotel muss sich die Kleine zuerst einmal an ihr Babybett gewöhnen. Bis jetzt hat sie immer am Boden gut gepolstert auf einer Campingmatte geschlafen. Nun haben wir zum ersten Mal in einem Hotel auch ein Bett für sie bekommen. Aktueller Stand: Papa gibt nochmals Schoppen, die Kleine zappelt nicht mehr ganz so fest…

Muscat
Heute steht Sightseeing in der Hauptstadt auf dem Programm. Die Stadt verteilt sich auf einer Länge von sage und schreibe 50 Kilometer. Und dies bei 1 Million Einwohner! Irgendwie nachvollziebar, dass man hier vergebens nach Hochhäusern sucht. Was man auch vergebens sucht, ist ein richtiges Zentrum. Überall (ist ein wenig übertrieben, so viel hats nicht…) findet sich eine Kleinigkeit zum Anschauen. Wir beginnen die Tour im alten Teil von Muskat. Hier gibt es zwei Forts und den Palast vom Sultan zum Bestaunen. Da man alles nur von aussen besichtigen kann, ist dieser Teil rasch abgehackt. Weiter gehts an einen Abschnitt der Meerespromenade resp. in einen Park am Meer. Fläschchen und Siesta sind angesagt. Da Nini nach einer Stunde noch immer hundemüde ist, aber im Wagen nicht mehr schlafen will, fahren wir mit dem Auto einen weiteren Teil der Stadt ab. Hier gibts allerdings nichts zu sehen ausser Stau und gaaaaaaaaaaaanz viele Autos. Kein Wunder hat es hier so viele Autos, wir haben heute für schlappe 8 Franken 30 Liter getankt! Und öV gibt es praktisch keinen! Und für mich als Bahni ganz unvorstellbar: es gibt keinen Zug im Oman! Als nächstes ist das Quartier rund um den Hafen an der Reihe. Hier hat es am meisten Touristen. Ein Grund ist sicher das Kreuzfahrtschiff, welches geankert hat. Ein weiterer ist der Suk, wo man alles mögliche und unmögliche erstehen kann. Zum Schluss des Tages gehen wir nochmals an einen Abschnitt des Stadtstrandes. Wiederum haben sich viele Einheimische – vor allem zum Fussball spielen – versammelt. Ein schöner Abschluss dieses Tages in Muskat. Futter gibts im Hotelzimmer. Wir sind derart hundemüde und erledigt, dass wir nur noch Lust auf eine Nudelsuppe haben. Kurz nach der Tochter zieht es auch uns ins Bett. Die ungewohnt viele Sonne und der Wind haben an der Energie gezehrt. Guet Nacht!

Oman, Muscat, Dove

Zwei Forts und einige Sorgen
Da man Muscat nach einem Tag angeschaut hat, fahren wir heute ins Hinterland. Zwei Forts stehen auf dem Programm. Das erste ist solala. Das zweite ist dann wirklich ein Besuch wert.

Oman, Nakhal, Fort

Die Ruhe und die Weite sind der Hammer. Nini ist auch ganz aus dem Häuschen. Wie die Tochter von Indiana Jones schaut sie umher. Es gibt ganz viel neues zu entdecken. Zurück im Hotel kommt dann der weniger schöne Teil des Tages. Die Kleine hat Durchfall und wir sind in Sorge was sich daraus noch ergeben wird. Schlussendlich geben wir ihr eines dieser Mittel, die ich für den äussersten Notfall gekauft habe, und lesen im Internet nochmals alles zu diesem Thema nach. Schauen wir mal was der morgige Tag bringt und hoffen wir das Beste.

Allerlei
Um es vorneweg zu nehmen: Anina gehts leicht besser. Nur noch einmal muss sie den ganzen Tag stuhlen und dieses Mal sieht das Ganze ziemlich flockig aus. Was wir nun noch versuchen müssen, ist, sie zum Trinken zu zwingen. Futtern findet sie irgendwie gar nicht lustig und so sind wir den ganzen Tag bemüht, ihr immer wieder etwas Flüssigkeit zu verabreichen. Ansonsten ist sie wieder recht fröhlich und fit – Glück gehabt! Mama’s Durchfall sei deshalb hier nur am Rande erwähnt. Mir helfen ein paar Immodiums und Bioflorins durch den Tag. Fertig von den Sch…-Geschichten, schliesslich haben wir heute auch noch anderes zu berichten. Also: Südlich von Muscat besuchen wir das erste Wadi. Mit dem Boot fahren wir die ersten paar Meter in die Schlucht hinein bevor es zu Fuss weitergeht. Irgendwann wird es mir mit der Kleinen zu steinig, so dass wir Siesta (und interkultureller Austausch mit zwei pakistanischen Familien) machen und den Papa alleine losziehen lassen. Das einzige was die schöne Szenerie trübt, sind die vielen Wasserrohre und der Abfall, den mal leider immer wieder am Boden verstreut findet. In Sur, einem Städtchen direkt am Meer, ist dann überhaupt nix los. Eigentlich wollten wir hier ein bisschen herum spazieren und das tägliche Leben beobachten. Da aber heute Freitag (= Sonntag) ist, bleibt alles geschlossen und so ziemlich jeder Omani zu Hause. So fahren wir bald weiter nach Ras-al-Hadd. Hier haben wir ein Zimmer direkt am Meer reserviert. Die Küste ist berühmt für die vielen Schildkröten, die hier ihre Eier ablegen. Leider tönt das ganze etwas schöner als es dann schlussendlich ist. Der Strand wird vor allem für 4×4-Experimente und Familien-Pic-Nic’s mit viel Abfall genutzt. Anscheinend soll es einige Kilometer weiter südlich einen geschützten Strandabschnitt geben. Hoffen wir, dass dem effektiv so ist und die Turtles dort ihre Ruhe haben. Am Abend wir leider der Durchfall von Anina wieder schlimmer. Wir beschliessen, dass wir morgen früh die Hotline des Inselspitals kontaktieren, um nachzufragen, ob wir alles richtig machen und was wir sonst noch beachten sollen. Da wird das erste Bier im Oman gleich wieder zur Nebensache…

Spital und Wüstencamp von Aussen und Innen
Wie vorgenommen, ist unsere erste Tat heute der Anruf in die Schweiz. Die Ärztin meint, dass wir alles korrekt machen und wir uns aufgrund der von uns geschilderten Tatsachen nicht allzu viele Sorgen machen sollen. Leider nützen die bis anhin verabreichten Bioflorin’s überhaupt nichts. Kaum im Auto gibt es wieder unschöne Geräusche aus dem Windelbereich. Beim nächsten Spital legen wir deshalb einen Halt ein. Wir wollen ihr Gewicht checken lassen. Ohne warten zu müssen, werden wir gleich in ein Behandlungszimmer geführt, wo wir alleine das Gewicht checken dürfen (alles i.O.) und anschliessend auch noch eine Ärztin vorbei kommt. Auch sie meint, dass wir uns keine Sorgen machen sollen (sie schiebt das ganze auf die vier Zähne ab, die oben am wachsen sind…) und versorgt uns gleich noch mit einem Sack voller Medis. Der ganze Service inkl. Medis kostet keinen Cent! Beruhigt fahren wir weiter. Am Nami treffen wir im Wüstencamp Al Areesh ein. Hier zwischen der ersten und der zweiten Düne links (so Odis Wegbeschreibung.. er findets!) werden wir heute nächtigen. Wir haben uns für dieses Camp entschieden, da es das einzige ist, welches per 2×2 erreichbar ist. Das Camp ist sehr in die Jahre gekommen und absolut Basic. Wie auch immer, wir geniessen’s trotzdem – auch mit Hausmaus im Zimmer… Als die ärgste Sonne vorbei ist, besteigen wir die Dünen gleich hinter dem Camp. Anina findet den Sand äusserst suspekt und will partout keinen Fuss hinein setzen. Latest news von der Durchfallfront: Anina dank Medi trocken resp. sauber. Last but not least: der Appetit ist zurück gekehrt. Sie trinkt Milch wie eine Irre und schafft sogar fast wieder ein ganzes Gläschen Früchte. Well done, little honey!

Fast ein bisschen wie auf dem Campingplatz
Nach einer recht mückenreichen Nacht (seit wann um Himmelswillen hat es in der Wüste Mücken?) schnappen wir uns noch kurz was zum Frühstück bevor wir in die gebrigige Region Omans weiterfahren. In der Nähe von Nizwa beziehen wir in einer Camping ähnlichen Anlage ein kleines Häuschen mit Kunstrasen und viel Schatten. Den Nami haben wir für relaxen, haushalten und Vorräte aufstocken reserviert. Während die Ladies den Kunstrasen zum Spielen nutzen, wäscht der Herr die Wäsche (gut erzogen, nicht? :-)). Das Znacht gibt es auf dem grossen Bett in Form eines Pic-Nic. Der Kleinen passt das sichtlich. Sie schmatzt das Toastbrot mit grosser Freude und vielen Brosmen weg. Den Durchfall erklären wir heute übrigens offiziell als für beendet. Nun ist es nur noch grüslig :-).
Folgender Gedanken, der uns immer wieder zu Gesprächen anregt, sei heute noch erwähnt: Wir finden es irgendwie paradox, dass wir uns bis anhin fast überall in UAE und an den Küstenorten im Oman oft wie in Amerika fühlen. Obwohl der Nahe Osten doch meist sehr bemüht ist, sich vom Kapitalismus und vom Westen fern zu halten, sind schlussendlich auch in diesen Breitengraden keine anderen Bedürfnisse vorhanden. Hmmmm… Last but not least eine schöne Gegebenheit zur Kleidung der Omani’s: Die Männer tragen fast ausnahmslos alle sehr stolz diese immer schneeweissen Gewänder (wie schaffen die das bloss immer so sauber zu bleiben?) und die traditionelle Kopfbedeckung. Anina findet diese weissen Umhänge sehr faszinierend. Etwas weniger faszinierend sind für sie die in schwarze “Umhänge” gekleideten Frauen mit den bedeckten Gesichtern. Denen schaut sie irgendwie weniger gerne hinterher. Obs am Geschlecht, an den Farben oder an was auch immer liegt, bleibt ihr Geheimnis.

Ein langer Tag mit vielen Highlights
Heute stehen ganz viele Highlights auf dem Programm. Beginnen tun wir mit einem Blick auf Wadi Ghun. Am Hang des Wadi – also am Felsen – bietet ein altes aus Lehm gebautes Dorf mit seinen grünen Gärten ein wunderschönes Motiv. Weiter gehts zum Grand Canyon von Arabien. Die Strasse wird immer steiler und wir kämpfen uns Meter für Meter den Berg hinauf. Im Lonely steht, dass man auch mit einem 2×2 bis ganz nach oben fahren kann. Dies sei aber eher leicht gestört, denn vernünftig. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken und schaffen auch die ungeteerte Teerstrasse ohne Probleme. Schliesslich sind wir aus der Schweiz und der Weg ist in etwa so, wie wenn man bei uns auf eine Alp fährt. Der Blick in den Canyon ist ziemlich beeindruckend. 1000 Meter solls hier runter gehen. Vom höchsten Berg (knapp 3100 Meter) gleich vis-à-vis bekommen wir aufgrund der Wolken leider nicht viel zu sehen. Zum Glück haben wir übrigens nicht hier oben übernachtet. Es ist saukalt und ausser in den Canyon zu blicken und sich etwas die Beine zu vertreten gibts genau gar nix zu tun. Anina verpennt fast den ganzen Gipfelaufenthalt und die Rückkehr ins Tal – trotz Geschüttel. Der nächste Stopp ist wieder ein Dorf am Hang. Auch hier viele Lehmbauten, viele Gärten, viele Bewässerungskanäle, usw. Hübsch! Last but not least gibts zum Abschluss des Tages noch ein Unesco Weltkulturerbe. Die Festung bei Bahla und die dazugehörige 20 Kilometer lange Mauer zeigen sich in der schönsten Abendsonne. Leider können wir das Fort nicht von innen besichtigen. Das Ding wird seit mehreren Jahren renoviert und ist nur am Freitag und Samstag geöffnet. Stattdessen beobachten wir das Daily Live von Bahla. Genau so haben wir uns den Oman vorgestellt! Ein würdiger Abschluss des ereignisreichen Tages.

High -und Lowlights
Den Tag starten wir beim Schloss von Jabrin. Auch diese Festung gefällt uns sehr gut und wir geniessen die friedlich und idyllische Morgenstimmung in und auf der Burg. Weiter gehts zum zweiten und auch gleich letzten Unesco Weltkulturerbe dieser Reise. Unweit von hier finden sich im Hinterland auf vielen Hügeln uralte Gräber, die aussehen wir Bienenstöcke. Im ersten Dorf können wir diese klar sehen. Leider finden wir aber keinen Weg zu den Steinhaufen, um das ganze aus der Nähe beboachten zu können. Dafür entschädigt die Landschaft drum herum mit einer einzigartigen Szenerie.

Oman, Landscape

Auch im nächsten Kaff – hier sollte das eigentlich Zentrum der Grabüberbleibsel sein – wirds nicht besser. Im Gegenteil, hier muss man richtig genau schauen, um überhaupt etwas erkennen zu können. Wir sind ziemlich enttäuscht und haben eindeutig mehr erwartet. Das nächste Lowlight wartet nicht lange auf sich. Wir haben uns eingestellt auf ein grosses Zimmer mit seating area und Balkon. So stands auch auf unserem Voucher… Als wir jedoch das Zimmer im Hotel betreten, können wir nicht einmal ein Fenster entdecken. Guten Mutes gehen wir dies an der Reception melden und bekommen prompt einen neuen Schlüssel. Leider ist die Freude nur von kurzer Dauer. Das Zimmer sieht genau gleich aus! Verarschen können wir uns auch selber… Nach einigen Diskussionen mit dem nicht wahnsinnig netten Receptionisten müssen wir feststellen, dass wir uns wohl oder übel mit der Absteige abfinden müssen. Es gäbe zwar grössere Zimmer mit Fenster und so, aber wir hätten eben ein anderes gebucht. Da wir keine Lust haben uns davon den Tag verderben zu lassen, stoppen wir die doch sinnlosen Diskussionen und werden uns stattdessen mit einem entsprechenden Review im Internet nochmals zu Wort melden. Anina gefällts übrigens auch gar nicht. Sie hat bereits beim Betreten des Hotels angefangen zu weinen. Und im Zimmer wirds zuerst auch nicht besser. Das ganz ist wohl auch ihr einfach zu düster. Der Abschluss des Tages wird dann wieder sehr versöhnlich. Im Fort in der Stadtmitte platzen wir in einen kuluturellen Event. Uns scheint, dass hier verschiedene Dörfer mit verschiedenen Trachten und Traditionen ihr Leben und ihr handwerkliches Geschick den Stammesältesten der Region vorstellen. Mit offenen Armen werden wir empfangen und gebeten uns alles genau anzuschauen. Und es kommt noch besser: wir müssen für das staatliche Fernsehen ein Interview geben! Na ja, viel schlaues haben wir nicht über die Lippen gebracht. Aber wir wurden auch nicht viel schlaues gefragt. Unseren Weihnachtsbraten genehemigen wir uns mit einem feinen Pic-Nic aus dem Supermarkt auf dem Bett im ach so gemütlichen Zimmer. In diesem Sinne “Merry X-Mas to all of you”. Im Einkaufszentrum ruft der Imam übrigens über die Lautsprecher zum Gebet auf… Fast wie bei uns die Hinweise auf die Aktionen.

Bye bye Oman, back to UAE
Wir sind früh on the road und fahren Richtung Grenze. In UAE, genauer in Al-Ain, angekommen, schauen wir uns zuerst den Kamelmarkt an. Es hat unzählige Tiere, die man hier für “wir-wissen-nicht-wie-viel” kaufen kann. Genau wie für uns die Kamele eine Attraktion sind, ist unsere Kleine für die Kamelverkäufer eine Attraktion. Mehrere Male wird sie mir buchstäblich aus den Armen gerissen und freudig begrüsst. Sie trägt das ganze mit Fassung und zeigt viel Interesse an den grossen Tieren. Im nahen Shoppingcenter gibts Verpflegung bevor wir den lokalen Zoo besuchen. Für diese Breitengrade ist die Anlage gar nicht so schlecht. Zu unserer Freude zeigt Anina bei den afrikanischen Tieren am meisten Interesse. Vor allem die Giraffen scheinen ihr sehr zu gefallen. Am späteren Nami schliessen wir das Sightseeing-Programm ab und checken im Hotel ein. Heute erwartet uns diesbezüglich das genaue Gegenteil von gestern. Wir haben nämlich im Hilton ein Zimmer gebucht. Nicht dass wir zu viel Kleingeld hätten, aber das Zimmer war auf Booking.com derart günstig, dass es doof gewesen wäre etwas anderes zu buchen. Wir fühlen uns gleich sehr willkommen. Nicht nur weil wir sogar ein Upgrade in ein noch besseres Zimmer bekommen. Auch sonst ist alles um Klassen besser (war ja auch zu erwarten). Den Rest des Tages geniessen wir diesen Luxus und lassen es uns einfach nur gut gehen. Einzig Paris zeigt sich nicht…

Liwa Oasis
Ein letztes Mal wollen wir heute Wüstenluft schnuppern. Dazu fahren wir in die Oase von Liwa. Ca. 200 Kilometer landeinwärts taucht wie aus dem Nichts plötzlich ganz viel grün auf. Wir sind da! Es ist wirklich unglaublich, wie es auf einen Schlag so grün werden kann. Die meisten Farbtupfer kommen von den Dattelpalmen. Es gibt aber auch eine Düne, welche von oben bis unten mit Gras bewachsen ist. Crazy! Wie viel Wasser das wohl braucht!?! Auch heute ist das Hotel nicht von schlechtern Eltern. Da das Zimmer bei unserem Eintreffen noch nicht ready ist, relaxen wir auf der Terrasse am Schatten und geniessen die Ruhe. Am späteren Nami fahren wir nochmals ein Stück weiter in die Dünen hinein. Mitten durch die Wüstenlandschaft führt eine geteerte Strasse zu einer der höchsten Dünen der Welt. 300 Meter hoch soll diese sein. Gefühlsmässig scheint uns dies jedoch leicht übertrieben. Bei der Düne selber ist es nicht mehr ganz so schön wie auf der Fahrt dorthin. Hier findet sich einer der grössten Männerspielplätze, die wir je gesehen haben. Mit allen möglichen und unmöglichen Fahrzeugen kann man die Dünen rauf und wieder runter rasen. Wir besteigen das Ganze lieber zu Fuss einige Kilometer entfernt. Hier werden wir nicht von Motorengeräuschen gestört und haben den umliegenden Sandkasten für uns ganz alleine. Anina gefällts. Sie jauchzt laut beim Besteigen der Dünen und beim bergab Rennen sowieso.

UAE, Liwa, Desert

Tolle Corniche!
Die Fahrt nach Abu Dhabi ist relativ lang. Um ein bisschen die Beine vertreten zu können, machen wir in der Garage eines Scheiches Halt. Der Autofreak hat hier alle seine Fahrzeuge parkiert. Wenn ich von allen spreche, dann meine ich ca. 200 Autos! Jedem sein Hobby… Die Sammlung ist auf jeden Fall auch für Nicht-Auto-Freaks eindrücklich. In Abu Dhabi angekommen, werden wir einmal mehr in ein besseres Zimmer gesteckt. Wir haben viel Platz und im Nu sieht es aus, wie eine Bombe eingeschlagen hätte :-). Die Hauptstadt gefällt uns auch auf Anhieb. Vor allem die Wasserfront (= Corniche) ist super sympa. Auf der einen Seite viele Parks (voll mit Familien beim Pic-Nic und Grillen) auf der anderen Seite der wohl sauberste Strand, den wir je gesehen haben. Anina findets auch Klasse. Nicht nur die vielen Spielplätze sind ein Traum, auch am Sand findet sie diese Mal sofort Gefallen. Leider ist es zum Baden viel zu kalt und windig. Seit ein paar Tagen fegt uns immer ein kühler Wind um die Ohren. In der riesigen Marina Hall gibts im Food Court Futter und im Carrefour einen kurzen Einkauf. Ansonsten kommt keine Shoppinglaune auf. Es hat viel zu viele Leute und wir sind froh, als wir wieder im Auto sitzen und bald im Hotel ankommen.

Abu Dhabi
Sightseeing-mässig bietet Abu Dhabi nicht allzu viel – klammert man die Vergnügungsparks und die Museen aus. Wir sind trotzdem zuversichtlich, dass wir uns den Tag ohne Langeweile um die Ohren schlagen können. Beginnen tun wir mit unserer Tour in der grossen Moschee. Das ganz in weiss gehaltene immens grosse Bauwerk ist sehr eindrücklich. Über 40’000 Gläubige sollen hier Platz zum Beten finden. Anina ist vor allem von der Innenausstattung fasziniert.

UAE, Abu Dhabi, Mosque

Noch nie hat sie so viele funkelnde Steinchen (für uns die Kronleuchter) auf einmal gesehen. Immer wieder japst sie laut los und klatscht vor lauter Freude in die Hände. Weiter gehts ins Hotel Emirate Palace. Hier steigen die Superreichen ab (ein Blick auf Booking.com zeigt, dass das günstigste Zimmer für 800 Dollar die Nacht zu haben ist). Das Fussvolk darf immerhin einfach so in der Lobby herum laufen. Obwohl Flip Flops eigentlich nicht erlaubt sind, können wir uns ohne Probleme mit unseren Strassenlatschen am vielen Sicherheitspersonal vorbei schleusen. Das Highlight ist wohl der WC-Besuch. Ansonsten ist uns alles eine Spur zu kitschig, zu goldig, zu funkelnd, zu mondän. Nach einem Imbiss in einem Restaurant mit Blick aufs Wasser machen wir uns auf die Suche nach einem Strand. Wir wollen unserer Kleinen nochmals den grossen Sandkasten zeigen. Die Suche erweist sich als nicht ganz einfach. Zwei verschiedene Orte, bei denen im GPS das Wort Beach vorkommt, fahren wir an. Schlussendlich landen wir wieder an der Corniche und haben einen Umweg von rund 50 Kilometer gemacht. Das Gute am ganzen: Anina hat im Auto herrlich ihren wohlverdienten Nachmittagsschlaf abgehalten.

Skifahren in Dubai
Langsam aber sicher gehen unsere Ferien dem Ende entgegen. Unser Kreis schliesst sich so denn auch heute in Dubai. Auf dem Weg dorthin fahren wir zuerst auf die berühmte Palme. Ausser vielen Wohnhäuser und dem Hotel Atlantis gibt es hier aber überhaupt nichts anzuschauen. Nicht einmal die Beine können wir uns am Meer vertreten. Alle Parkplätze sind ausnahmslos gesperrt (später erfahren wir warum: am Silvester soll hier das grösste Feuerwerk ever gezündet werden. Dazu braucht es natürlich ein bisschen an Vorbereitung). So sind wir schlussendlich schneller als gedacht in der Mall of Emirates. Diese Mall hat die Besonderheit, dass dort eine Skihalle untergebracht ist. Und so stehen wir auf einmal in Flip Flops vor dem Winter und blicken auf in Einheitsskianzüge gekleidete verrückte Touristen, die hinter einer Scheibe mit Schnee spielen. Crazy!!! Da wir uns zu Hause noch früh genug wieder mit dem Winter beschäftigen müssen, schauen wir dem bunten Treiben aus sicherer Distanz zu. Uns frierts schon, wenn wir nur daran denken, wie kalt es hinter der Scheibe resp. bei uns zu Hause ist. Im Hotel angekommen, müssen wir zuerst unsere siebenhundert Sachen ins Zimmer transportieren und ein bisschen Ordnung schaffen. Immer wieder erstaunlich, wie viel sich in drei Wochen ansammeln kann! Zum Znacht gehts wieder mal in einen Food Court in einem Shopping Center. Obwohl wir heute gesund asiatisch essen und absichtlich auf Pommes verzichten, schafft es unsere Tochter dem Nachbarstisch einige Fritten abzuschnorren. Ihre Charmeoffensive ist einfach immer wieder erfolgreich.

Burij Khalifa – das höchste Gebäude der Welt (881 Meter)
Unglaublich aber wahr: Heute verbringen wir den ganzen Tag in und um die Mall of Dubai! Das Auto lassen wir im Autoland UAE stehen und fahren stattdessen mit der Metro zur Mall. Der erste Versuch in diese einzusteigen, ist nicht sehr erfolgreich. Wir kommen nämlich mit dem Buggy gar nicht erst in den Wagen rein, so viele Leute hat es (es ist bereits nach 9 Uhr!). Ohne lange zu überlegen, kaufen wir neue Tickets. Dieses Mal für die Golden Class. Und siehe da, hier ist das Ganze doch um einiges angenehmer. In der Mall angekommen, suchen wir zuerst das Eisfeld. Während man gestern Skifahren konnte, kann man sich hier nun die Zeit mit “schlööfle” vertreiben. Weiter gehts zum Aquarium. Anina gefällts. Sie fängt bereits beim grossen Becken an laut zu kreischen und in die Hände zu klatschen. Das riesige Becken inkl. Tunnel ist wirklich eindrücklich. Es hat unglaublich viele verschiedene Fische und unsere Tauchgene machen sich entsprechend bemerkbar. Zwei Stockwerke weiter oben gibt es zudem ganz viele kleinere Becken und Gehege mit allerhand Fischen, Pinguinen, Otter, Reptilien usw. Auch hier ist alles sehr schön hergerichtet. Das Dälhölzli ist wirklich ein Sch**** dagegen – auch das neue Aquarium! Während die Kleine anschliessend Siesta macht, stärken sich die Eltern mit iranischem Futter. Die Stärkung ist denn auch dringend notwendig, denn die Mall ist derart gross, dass wir gefühlte Kilometer latschen müssen, um einerseits den Brunnenpark und andererseits den Eingang zum höchsten Gebäude der Welt, dem Burij Khalifa, zu finden. Der Burij ist eine Augenweide für sich.

UAE, Dubai, Burj Khalifa

Das schlanke Gebäude mit dem schlichten Design gefällt uns. Nach dem Bestaunen von Aussen ist die Fahrt zum Observation Desk an der Reihe. Die Tickets haben wir von zu Hause aus für eine fix definierte Zeit reserviert. Man tut gut daran, dies so zu tun. Tickets ab der Stange kosten 4x mehr – über 100 Franken pro Person! Der Lift bietet auch einen Weltrekord. 10 Meter pro Sekunde schafft das Ding. Im 124. Stock, also etwa in der Hälfte, gibts dann ganz viel Aussicht. Dubai ist immens gross. Aber uns scheint, dass es immer noch viel Platz für weitere Bauten und Projekte gibt. Die Skyline gehört eher in die Kategorie “na ja…”. Nach all dem Programm haben wir genug und machen uns auf in Richtung Hotel. Auch jetzt ist die Golden Class wieder die weitaus bessere Entscheidung. Die 2 Franken pro Person sind sehr gut investiert und bringen uns stressfrei “nach Hause”.

Last lazy day in Dubai
Frisch und munter machen wir uns auf zu den Souks von Dubai. Gewürze, Gold und sonst alles was man sich vorstellen kann, wird hier feil geboten. Nachdem wir vor einem Jahr die Märkte in Marokko besucht haben, haut uns das Angebot und vor allem die Aufmachung hier aber alles andere als aus den Socken. Entsprechend sind wir dann auch schnell wieder in Richtung Hotel unterwegs. Dort schnappen wir uns zum letzten Mal das Auto und fahren in einigen riesigen Park. Wir wollen noch ein bisschen die Sonne geniessen und uns etwas frische Luft gönnen. Das Angebot im Park ist übrigens immens: mehrere Spielplätze, Minigolf, Vergnügungspark, Velos, Gondelbahn, Vogelpark usw. Wir liegen vor allem im Rasen… Um dann doch noch etwas anzuschauen, suchen wir das Delfinarium. Irgendwie landen wir dann aber in einer Art Verkehrshaus für Kinder. Auch nicht schlecht, für Kids sehr unterhaltsam und sowieso gesünder für die Delfine. Am Abend bleiben wir im Hotel. Packen und noch ein bisschen die Füsse hochlagern ist angesagt. Die Nacht wird lang genug. Unser Flug geht um 2.15 Uhr! Und so brechen wir denn spät am Abend auf zum Flughafen, geben das Auto retour, checken ein und rutschen am Flughafen von Dubai in das neue Jahr. In diesem Sinne HAPPY NEW YEAR TO ALL OF YOU. By the way, der Flug verläuft zurück in die Schweiz verläuft optimal. Nini schläft bis zum Früstück und ist auch sonst ein Engel über den Wolken.
 

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Elba

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Plan B
Eigentlich war unser Plan, dass wir – wir drei und Lili – heute nach Marsa Alam fliegen. Da aber das EDA vor einer Woche eine Reisewarnung für Ägypten ausgesprochen und darauf Ltur unser Arrangement annulliert hat, sitzen wir nun in unserem Lodgy und fahren nach Elba. Plan B quasi, der wohlüberlegt ist und einige Tage in unseren Köpfen reiffen musste. Da es doch einen Moment geht bis auf die Insel und wir genügend Zeit haben, nehmen wir uns für die Fahrt in den Süden zwei Tage Zeit. Wir wollen unterwegs ein Unesco Welterbe bei Milano besichtigen und danach irgendwo auf halber Strecken übernachten. Crespi d’Adda ist eine Bilderbuch Arbeiterstadt resp. -siedlung neben einer alten Textilfabrik. Was auf den Bildern im Internet ganz vielversprechend ausgesehen hat, entpuppt sich vor Ort als Reinfall. Wegen zu geschlossen quasi. Und die Häuser, die übrigens alle noch bewohnt sind und uns an das Weissenstein-Quartier in Bern erinnen, laden auch nicht gerade zum Sightseeing ein. Na ja, irgendwie schlägt das ganze fast noch den Zahn (für Nichtinsider: super langweiliger Dinozahn in Java, Indonesien)! Am Ortsrand von Parma quartieren wir uns in einem Vierstern-Hotel ein. Als dann endlich auch der Strom funktioniert, hat es mindestens drei Sterne verdient. Bei Pizza, Bier und Wein lassen wir den Abend ausklingen. Einzig unser Tochter macht die Nacht weiterhin zum Tag. Sie will und will nicht schlafen. Kurz bevor die Eltern ins Komma fallen, findet auch sie dann doch noch den Schlaf.
Italienisches Chaos
Nach einem dürftigen Frühstück fahren wir weiter in Richtung Elba. Beim Ticketkauf für die Fähre lacht unser Herz. In nur gerade zwanzig Minuten soll unsere Fähre ablegen – super! Auf der Suche nach der richtigen Einspurlinie bricht dann buchstäblich das Chaos aus. Organisation und Ordnung ist definitv nicht die Stärke unserer südlichen Nachbarn. Die Zwei-Uhr-Fähre ist lange weg als wir endlich in der Nähe des Piers sind. Kein Problem für die Italiener, wir können uns einfach irgendwo sonst anstellen. Nach zwei Stunden warten sind dann auch wir endlich auf der Fähre. Zum Glück trägt Anina das ganze mit viel Fassung. In Elba angekommen, ist unser erster Stopp der Supermarkt. Nachdem das wichtigste eingekauft ist, machen wir uns auf die Suche nach unserer “Villa”. Die beiden gemieteten Ferienwohnungen in der Villa Morcone sind wirklich schön sowie geräumig und die Aussicht aufs Meer der Hammer. In der Tauchschule lassen wir uns noch kurz das wichtigste zeigen und erklären, bevor wir dann den Abend bei einem einfachen Znacht auf der Terrassse ausklingen lassen. Wir sind alle gespannt was uns der morgige Tag über und unter Wasser bringen wird.
Tauchen in Elba
Der erste Tauchgang steht an und Odi und ich dürfen Anina bei Lile lassen und einen Blick unter Wasser werfen. Gar nicht so schlecht könnte man sagen.

Italy, Elba, Morey Eel

Die Sicht ist sehr gut, es hat erstaunlich viele Fische, einige Moränen, viel Gestein und wie erwartet eher wenig Korallen. Das einzige negative auf dem ersten Tauchgang: Odi flutet zur Abwechslung wieder mal seine Kamera. Ein Haar im Gehäuse hat ausgereicht, um die Kamera der Ewigkeit zu übergeben. Immerhin können wir dieses Mal die Fotos retten. Den zweiten Tauchgang machen Lile und Odi am “Hausriff”. Viel Seegras, einige Fische und als Highlight ein Sepia. Am Nami sind dann die Damen dran. Mit dem Boot fahren wir aufs Meer. Leider kommen wir gar nicht erst zum Abtauchen. Liles Ohr überlebt den Sprung ins Wasser nur knapp und die folgenden Schmerzen lassen keinen Tauchgang mehr zu. Fazit des ersten Tages: Tauchen besser als erwartet, Konzept mit Anina hüten klappt, eine Kamera geflutet und Liles Ohr am A…
Arme Nanny, arme Anina
Da Liles Ohr noch nicht besser ist, dürfen Odi und ich am morgen wieder mit dem Boot raus. Wir sind wirklich positiv überrascht vom Mittelmeer!

Italy, Elba, Jelly Fish

Obwohl uns die Korallen und das ganz kleine Zeugs fehlen, ist es ganz toll und wir geniessen das Tauchen sehr. Der ultimative Ohrtest führen die Ladies wieder im Hausriff durch. Bis 5 Meter klappt alles ganz gut, aber einen tieferen Tauchgang lässt das Hörorgang von Lile aktuell leider nicht zu. Deshalb übernimmt sie am Nami nochmals die Funktion als Nanny und Odi und ich erkunden auch noch das Hausriff auf der anderen Seite der Bucht. Da wir ja mit ganz wenig zufrieden sind, finden wir auch hier wieder ein paar Sachen, die unser Taucherherz höher schlagen lassen. Gleichzeitig schlägt auch das Herz von Lile höher. Unsere Tochter schreit ohne Unterbruch und macht die Nanny ganz unglücklich. Wir finden bald heraus was das Problem ist: die Kleine kämpft mit einer Erkältung und ist entsprechend unruhig, muderig und anhänglich. Für die Nacht wird der Papa deshalb zum ersten Mal ausquartiert. Die Danen der Familie teilen sich das grosse Bett, während Papa mit dem Sofa im Wohnzimmer vorlieb nehmen muss. Obwohl ihr gar nicht wohl ist, kommen zu erstaunlich viel Schlaf.
Business as usual
Nach etwas Schlaf sieht die Welt meist schon viel besser aus. So auch bei unserer Tochter. Die Nase läuft zwar immer noch wie doof, aber das Lachen hat sie wieder gefunden. Trotzdem will ich Anina heute nicht alleine lassen und so macht sich der Herr des Hauses am Morgen alleine auf zum Tauchen. Die Ladies kommen dann später dran. Am Mittag gibts wieder den obligaten Lile-Ohrtest im Hausriff. Leider ist das Ohr immer noch nicht zum Tauchen auf dem Boot aufgelegt, weshalb ich am Nachmittag alleine rausfahre. Die Tauchgänge sind übrigens alle sehr ähnlich und gleich. Deshalb gibt es an dieser Stelle auch keine weiteren Ausführungen zu diesem Thema.
Einweggrille gibts auch in Elba
Heute wird unser Lazarett um einen Patienten vergrössert. Nun hat es auch noch mich ein wenig erwischt. Ich merke dies, als ich auf dem Tauchgang am Nami die Ohren auf rund 25 Meter nicht mehr wirklich ohne Probleme aufbringe. Am Abend bin ich dann derart verschnudert, dasss es schöner nicht sein könnte. Ansonsten gibts zum heutigen Tag nicht viel zu sagen: Mama und Papa dürfen zwei Mal aufs Boot, Lile und Anina vergnügen sich derweilen an Land, am Mittag gibts eine Einkaufstour im Kaff und am Nami absolviert Lile den ohrentechnisch bisher besten Tauchgan ab Strand. Das gibt Hoffnung für Morgen! Am Abend lassen wir uns von Odi bekochen. Auf dem Einweggrill gibts Hamburger und Poulet. Mmhhh…
Endlich!
Optimistisch verlassen Lile und Odi die Ferienwohnung, um mit dem Boot rauszufahren. Heute soll endlich auch sie an einem anderen Ort als im Hausriff den Kopf unter Wasser halten können! Ich geniesse derweilen mit Tochter und verstopfter Nase den Morgen. Der Versuch von Lile gelingt.

Italy, Elba, Fish

Endlich kann auch sie sich einen richtigen Eindruck von der Unterwasserwelt von Elba machen. Auch ihr Fazit: nicht mit Ägpyten vergleichbar, aber für Plan B mehr als in Ordnung. Mein Schnuderi ist zum Glück nicht schlimmer geworden und so bin auch ich am Nami wieder mit von der Partie. Ich muss zwar etwas fester als sonst für den Druckausgleich arbeiten, aber mit etwas Einsatz klappt es irgendwie.
Last day diving
Der letzte Tauchtag ist angebrochen. Odi und ich begleiten Lile je einmal aufs Boot.

Italy, Elba, Nudi Branch

Obwohl es wie bereits erwähnt für Plan B ganz okay war, sind wir nicht so unglücklich, dass dies der letzte Tag ist. Die Tauchgänge gleichen sich doch alle sehr. Als einziges Novum können die Ladies heute einen kleinen Schwarm Barracudas beim Jagen beobachten. An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein paar Worte über die Tauchschule und die Organisation verlieren. Das ganze ist wirklich sehr gut organisiert und dies obwohl es abartig viele Taucher hat! Der Staff ist super freundlich und hilfsbereit. Die Boote und Fahrten eher mühsam (man läuft mit der ganzen Ausrüstung zum Strand, steigt dort via Wasser ins Boot und behält immer und jederzeit alles an – vor allem für “Nach-dem-Tauchen-muss-ich-immer-und-unbedingt-Pinkler” wie mich eher eine Tortur), aber sehr effizient. Alles in allem ein grosses Bravo. Man merkt, dass das ganze in deutscher Hand ist. Der letzte Abend wird feucht fröhlich – fröhlich wars immer, feucht auch, aber nicht so feucht wie heute :-). Wir hatten eine tolle Zeit zu viert und die Woche ist ganz wunderbar, reibungslos und völlig stressfrei verlaufen. Nicht ganz selbstverständlich wie wir finden, schliesslich ist die Zusammensetzung der Reisegruppe doch nicht ganz alltäglich. Merci Lile für deine Begleitung!
Ciao Lile, ciao Elba
Bald haben wir unser ganzes Bagage im Auto verstaut und sind ready für die Fahrt an den Flughafen. Da Lile nur eine Woche Ferien hat und wir uns wieder etwas Zeit lassen wollen mit der Rückfahrt, fliegt sie heute retour in die Schweiz. Ein letztes Cappuccino und weg ist Anina’s Nanny und “Fast-schon-Tanti”. Wir drei machen uns subito auf zum Hafen. Da wir keine Reservation für die Fähre haben und ein ähnliches Ghetto wie bei der Hinfahrt erwarten, wollen wir möglichst keine Zeit verlieren. Zu unserer Überraschung läuft auf der Inselseite jedoch alles viel, viel organisierter und disziplinierter ab. Obwohl wir erst für in zwei Stunden ein Ticket haben, dürfen wir uns in der Warteschlaufe anstellen. Diese wird vorzu entleert, wenn eine Fähre noch Platz hat. So fahren wir zu unserer Freude tatsächlich auf der zweiten Fähre, die ablegt, in Richtung Festland. Unser nächstes Ziel ist die Toscana, genauer Pienza. Das kleine Dörfchen gilt als Idealstadt – erbaut im 15 Jahrhundert – und gehört zum Weltkulturerbe. Obwohl das Kaff nicht im Lonely Planet ist, erhält es regen Besuch. Wir finden in der ganzen Umgebung kein Zimmer und müssen uns wohl oder übel in einem doch recht teuren Appartement (145 Euro, das einzige was wir finden) einquartieren. In der Abendsonne machen wir uns auf Erkundungstour des schmucken Städtchens. Da sich die Sehenswürdigkeiten auf einen Platz und das Städtchen an und für sich auf wenige 100 Meter beschränken, ist der Abendspaziergang bald vorbei. Nach Pasta und Bier gibts die wohlverdiente Bettruhe in unserer überdimensional grossen Wohung. Buona notte!
San Marino, ein neues Land
Für heute haben wir drei Stopps eingeplant: zwei Unesco Dinger – Assis und Urbino – und ein neues Land – San Marino. Vom Franz von Assis hat wohl jeder schon mal gehört. Er hat 1210 im heutigen Assisi einen Franzsikanerorden gegründet, welcher sich als besonders friedlich rühmte. So ist denn heute die Stadt auch als Stadt des Friedens bekannt. Um den Orden von Franzikus zu beherbegen, wurde ein Kloster, ein schönes Städtchen sowie zwei riesige Kirchen gebaut. Die Kirchen und das Kloster beeindrucken aus der Ferne, das Städtchen gefällt aus der Nähe. Das einzige was stört, sind die zig Touristen, die sich Hordenweise durch die Gassen sowie die Kirchen schwemmen lassen. Assisi ist ein wichtiger katholischer Wahlfahrtsort geworden und die Wände der Kirchen gelten als grösste Freskenmalerei in ganz Italien. Von unserem nächsten Stopp sind wir nach dem eindrücklichens Assisi enttäuscht. Urbino ist nicht annähernd so hübsch. Einzig, dass es hier nicht so viele Touristen hat, gefällt uns gut. Das letzte Ziel des Tages ist San Marino. Praktisch, wenn man auf der Rückfahrt noch so rasch ein neues Land besuchen kann… Den Versuch in der Stadt ein Hotelzimmer zu suchen, geben wir bald auf. Wir haben keine Lust schon wieder ein halbes Vermögen auszugeben. Stattdessen landen wir irgendwo ausserhalb und fahren am Abend mit dem Auto in die Stadt am Berg. Die Gassen rauf und runter erkunden wir die Altstadt (auch Unesco, aber nicht im Buch). Es scheint alles ein bisschen besser organisiert und sauberer als in Italien. Auch zum Schoppen ist es anscheinend nicht ganz so schlecht. Vieles wie Parfum, Schmuck, Alkohol, Waffen usw. kosten deutlich weniger als zum Beispiel bei uns (Taxfree heisst das Zauberwort, wie sich später herausstellt). Wir können den zahlreichen Angeboten ohne Probleme widerstehen und investieren statt dessen in einheimisches Bier, Pizza und eine tolle Aussicht auf Rimini und das Meer. Ach ja zum Schluss noch dies: bei der Suche nach einem Hotel ist uns doch tatsächlich eine Vespa in den Arsch gerutschut. Die (hübsche) Ladie ist zuerst gefallen, dann in uns geputscht. Grund war der minimale Abstand zu uns. Der Chica ist zum Glück nix passiert und unser Lodgy hat das ganze nur mit einem kleinen Kratzer auch recht gut überstanden.
Zig Mosaics
Nach dem Zmorge gehts retour nach Italien. Heute stehen nochmals zwei Städte mit Unesco Status auf dem Programm. Der erste Stopp ist in Ravenna.

Italy, Ravenna, Church

Die Stadt der Mosaics gefällt uns sehr gut. Es geht völlig relaxt und gemütlich zu und her. Selbst der Verkehr ist hier eine Spur langsamer und es hat ganz viele Velos. Die Unesco-Bauten, acht an der Zahl, sind alles Gotteshäuser oder andere Heiligtümer. Wir besichtigen deren fünf und sind beeindruckt. Von aussen sind alle unauffällige Backsteinbauten. Beim Betreten ist der Ohhh-Effekt jedoch garantiert. Die super filigranen, riesigen Bilder aus kleinsten Mosaicsteinchen sind unglaublich. Gar nicht auszudenken, wie lange die Erschaffer dafür gebraucht haben. Ich stelle mir die Frage, ob die Menschen früher kleiner Hände hatten? Ich jedenfalls hätte keinen Nerv so zu “gäggelen”. Am Nami steht Ferrara auf dem Programm.

Italy, Ferrara, Church

Das Kaff gefällt uns weniger gut. Der Dom ist wegen Siesta geschlossen, der Palazzo und das Municipal Haus auch und auch sonst gibts eigentlich gar nix zu sehen. Entsprechend ist unser Aufenthalt eher von kurzer Dauer und wird hauptsächlich für die Verpflegung der Dame genutzt. Gegen fünf Uhr sind wir dann in der Nähe von Milano. Da Anina langsam aber sicher genug vom Auto fahren hat, ist es an der Zeit ein Bett zu suchen. Einfacher gesagt als getan! Im Feierabendverkehr kommen wir kaum vorwärts und die Hitze trägt auch nicht gerade zur besten Stimmung bei. Irgendwann finden wir dann in einem Kaff recht ausserhalb von Milano endlich ein Hotel. Ohne lange zu überlegen, schnappen wir uns ein Zimmer und geniessen nach der Autofahrt den Platz auf und um das grosse Bett. Als Anina im Wägeli tief und fest schläft, gibts in der Haus-Trattoria das letzte italiensche Znacht. Morgen gehts wieder heimwärts. Schön wars – ciao a tutti!
 

Short cut zu den Bildern