Monthly Archives: December 2007

Ningaloo Reef

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Ningaloo Reef I, Light House Bay

Heute sind drei Dives im Ningaloo Reef geplant. Wir sind gespannt, ob sich unsere hohen Erwartungen erfüllen. Die drei Tauchgänge sind rasch vorbei und es „haut uns also nicht gerade aus den Socken“. Sipadan in Borneo hätten wir definitiv nie besuchen dürfen! Den Abend lassen wir bei unseren Nachbarn mit einem kühlen Bier ausklingen. Die beiden Aussies geben uns viele Tipps, was wir im Süden von Perth alles unternehmen können und erzählen uns viele Anekdoten aus ihrem und dem australischen Alltag.

Ningaloo Reef II, Navy Pier

Nach Exmouth sind wir eigentlich nur wegen dem berühmten Divespot, dem Navy Pier, gereist. Dieser Ort soll zu den zehn besten Spots weltweit gehören. Nach dem ganzen Papierkram (sage und schreibe fünf Unterschriften auf vier Formularen) geht es endlich los. Am Checkpoint zum Navy Pier müssen wir dann sogar noch unsere Pässe zeigen. Der Jump in das Wasser ist spektakulär und hoch (2 m). Und wirklich, die beiden Tauchgänge sind sehr schön, interessant sowie abwechslungs- und vor allem fischreich. Obwohl wir alle Spezien schon einmal irgendwo in der Unterwasserwelt gesichtet haben, tummeln sich hier auf kleinem Raum viele verschiedene Arten in zum Teil gehäuften Ansammlungen. Zufrieden fahren wir wieder retour ins Dorf, wo wir im Internet noch eine Unterkunft für Silvester in Perth buchen.

Uebrigens bin ich hier in Exmouth unter dem Namen Karin Fankhawez bekannt. Tja meine schöne Schrift lässt wieder mal grüssen…

Sind Delfine Kuscheltiere?

Heute verlassen wir Exmouth. Via Küste wollen wir, teilweise auf geteerter Strasse und teilweise auf einem Track, Richtung Coral Bay fahren. Am Eingang und im Visitor Centre des Nationalparks informieren wir uns über die heikelste Stelle der Route, den Yardie Creek. Der Fluss und das Meer kommen hier teilweise auf den sandigen Track und sollen die Durchfahrt abenteuerlich machen. Die Informationen sind widersprüchlich und unklar. Am Eingang erfahren wir, dass die Durchfahrt kein Problem ist. Im Visitor Center warnen sie uns davor und geben uns eine Tabelle mit, wann die Flut und die Ebbe welchen Stand hat. Ein Schweizer Paar steht genau vor der gleichen Entscheidung und so verabreden wir, dass wir am nächsten morgen früh bei Ebbe zusammen durch den Fluss fahren wollen. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit schnorcheln, fischen (ohne Erfolg…) und sünnele am Lakeside Beach. Im Gegensatz zu Monkey Mia müssen wir hier nicht lange auf die Delfine warten. Bereits nach fünf Minuten sind zwei im Riff am schwimmen und erschrecken zwei deutsche Mädels gehörig. Natürlich wollen wir auch mit Delfinen schwimmen und so packen wir unsere Schnorchelausrüstung und springen ins Meer. Doch die beiden Girls wagen sich so nahe ran, dass der Delfine sie schliesslich angreift und in die Hand beisst. Naja der Delfin hat wohl die Digitalkamera für einen leckeren Fisch gehalten. Und so ist unser Delfin-Abenteuer schon vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat. Wir lernen, dass auch Delfine keine niedlichen Kuscheltiere sind und vor allem beim Jagen nicht gestört werden sollten! Bevor wir unsere Camp Site direkt am Yardie Creek beziehen, wollen wir uns als Vorbereitung für die Durchfahrt die Stelle schon mal anschauen. Und welche Überraschung, es hat gar kein Wasser! Somit bleibt für morgen nur noch ein Problem, der Sand! Aber da sind wir inzwischen ja auch schon ein bisschen geübter als auch schon.

Yardie Creek

Wir sind bestens auf die 100 Kilometer Offroad-Strasse nach Coral Bay vorbereitet: 4×4 eingeschaltet, Pneudruck auf 30 psi reduziert sowie zwei Auto’s. Was will man mehr! Beim tiefsten Wasserstand durchqueren wir um kurz vor neun Uhr den Yardie Creek River. Leider ohne Wasser… wär doch spannend gewesen! Auf dem Track sehen wir endlich die Känguruh’s, die wir bis an hin immer vergebens gesucht haben. Gehäuft posieren sie hier für unsere Fotos und hoppeln dann davon. Nach fast vier Stunden haben wir die Strecke ohne Probleme hinter uns gebracht. In Coral Bay verabschieden wir uns von Claudia und Roman und stocken unsere flüssigen Vorräte auf. Danach fahren wir wieder zurück auf den Track und suchen unseren perfekten Schlafplatz am Strand. Nach rund 20 Kilometer und ein paar vergeblichen Sanddünen-Bezwingungsversuchen (Odi ist schon zum richtigen Offroad-Sand-Pilot mutiert) finden wir schliesslich unser Nachtlager in der Wildnis. Vom Strand aus können wir viele Schildkröten beim Schwimmen beobachten. Schnorcheln und fischen ist leider wegen dem Wind und dem aufgewühlten Meer nicht möglich. Das Lagerfeuer gefällt vor allem den Jungs und so heizen eh räuchern sie uns am Abend kräftig ein.

Alle guten Dinge sind drei

Heute haben wir eine lange Fahrt nach Tom Price vor uns. Ein langweiliger Tag könnte man annehmen… Doch weit gefehlt. Nach ca. 200 Kilometer bremst das Auto von einem komischen Geräusch begleitet plötzlich ab. Die Ursache ist schnell gefunden. Um das rechte Vorderrad hat sich ein Stacheldraht verwickelt. Kurz vor Tom Price winken uns dann Touristen um Hilfe. Sie haben einen Platten und ihr Wagenheber ist nur ein Bisschen zu klein, um den Pneu zu wechseln. Ehrensache, dass wir ihnen unseren imba (Ausdruck für Knolle und Räpsi) Wagenheber zur Verfügung stellen. In Tom Price reservieren wir nach einer kurzen Dorfrundfahrt den Campingplatz. Danach wollen wir noch zu den Minen fahren und uns ein Bisschen umsehen. Leider ist der Zugang für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach dem Turnaround bemerken wir, dass das rechte Hinterrad raucht und zwar heftig. Oh je, nun haben wir ein wirkliches Problem, dass wir nicht selber lösen können. Zum Glück ist uns diese Panne hier passiert und nicht „in the middle of nowhere“. Der Verkehr zwischen Dorf und Mine ist gross und so stoppen wir den nächsten Wagen und bitten ihn, uns die Pannenhilfe zu schicken. Nach einer Stunde Warten und auf Hinweis eines anderen Einheimischen „quietschen“ wir die restlichen fünf Kilometer zum Camping trotz Schaden. Zuerst wollen wir nun mal essen und uns dann wieder einmal eine Dusche gönnen. Geistig stellen wir uns schon einmal auf einen längeren Aufenthalt in Tom Price ein…

Abgeschleppt bei 51 Grad

Nun sind wir schon ein Monat unterwegs… hat sich leider nicht so lange angefühlt 🙁

Wir benachrichtigen gleich nach dem Aufstehen unseren Vermieter in Perth, um ihm mitzuteilen, dass unser Mobil nicht mehr fit genug für eine Weiterfahrt ist. Dieser verhandelt mit der örtlichen Garage und bittet uns auf den Abschleppdienst zu warten. Nach vier Stunden werden wir endlich abgeholt und in die Garage gebracht. Da wir mindestens bis morgen in Tom Price bleiben müssen, checken wir im einzigen Motel in diesem (excusé) gottlosen Kaff ein. Bei 51 Grad erkunden wir das Dorfzentrum (in 10, nein 9 Minuten haben wir alles gesehen…) und hängen den restlichen Nachmittag bei kühlen Getränken im Schatten ab. Schliesslich versuchen wir nochmals herauszufinden, wann das Auto wieder parat ist und werden für eine definitive Auskunft auf morgen vertröstet. Zum Glück haben wir Zeit, viel Zeit… Trotzdem hoffen wir, dass wir morgen Tom Price verlassen und weiter unserer Route folgen können. Was heute Abend bleibt, ist der Besuch des ersten echten australischen Pub.

Kurz zusammengefasst: Tom Price; GPS S 22.6953º E 117.7965º, Temperatur 51º; Wetter: wolkenlos, die Sonne brennt erbarmungslos, der Asphalt glüht, die Wasservorräte reichen noch für 12 Stunden… 🙂

Hier noch die Bilder

Westküste Australiens

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Der fünfte Kontinent

Um sechs Uhr brechen wir im Hotel Richtung Flughafen auf. Der Flug geht schnell und fast ohne Komplikationen vorbei. Da wir aber auch ein bisschen Abwechslung möchten, verliert Odi kurz nach der Landung seine Speicherkarte mit sämtlichen Kartenmaterial. Die Immigration klappt ohne Probleme: Wir können sowohl das Aromat als auch die Schweizer Schoggi behalten. Judihui… Am Flughafen informieren wir uns über die Übernachtungsmöglichkeiten in Perth und fahren danach mit dem Bus zu einem Hostel in der Stadt. Wir sind so ziemlich die letzten die nach fast zwei Stunden ausgeladen werden und leider hat es hier bereits keinen Platz mehr. So beginnt nun die grosse Suche nach einem Bett in Perth. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, wie sich herausstellt. Sämtliche Hotels in der Stadt sind nämlich voll… oder besser übervoll. Nach über zehn Versuchen beschliessen wir ein Taxi zu nehmen und unser Glück ein bisschen ausserhalb des Zentrums zu versuchen. Doch auch hier finden wir erst nach über fünf Versuchen eine Bleibe. Obwohl das Hotel fast wieder beim Flughafen draussen ist, freuen wir uns über unseren Sucherfolg. Fünf Stunden nach der Landung haben wir also endlich ein Dach über dem Kopf. Nun fehlt uns nur noch etwas für zwischen die Zähne. Doch auch das scheint hier ohne fahrbaren Untersatz nicht so einfach. Wir finden zwar einen Mc Donalds, doch nur noch das Drive Thru ist offen. Aber wir wissen uns zu helfen und wandeln den Drive Thru kurzfristig in ein Walk Thru um. Auf dem Parkplatzboden geniessen wir schliesslich unser wohlverdientes Z’nacht.

Das Klima hier ist übrigens total anders als in Singapore: etwa 10 Grad kälter, keine Luftfeuchtigkeit und viel Wind. Nur die Sonne ist wohl die gleiche…

Regen in Perth

Unser Hotel liegt etwa 20 Fahrminuten vom Zentrum entfernt. Doch auch hier gibt es öV und so fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Da die Prognosen für heute eher regnerisch sind, besuchen wir gleich am Morgen die Waterfront und den Kings Park. Die Aussicht aus dem riesigen Stadtpark ist gigantisch. Trotz des vielen Windes und den eher kühlen Temperaturen geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen. Am Nachmittag machen wir Geschlechter getrenntes Programm: Die Jungs vergnügen sich im Internetcafe (Odi muss schliesslich wieder an seine Karten kommen) und die Girls mit Shoppen – wie könnte es anders sein. Bevor wir wieder zurück in unser Hotel gehen, versuchen wir noch Food und Drinks einzukaufen. Es ist gar nicht so einfach hier im Zentrum einen Supermarkt zu finden. Mit dem Gratisbus, der hier auf drei Linien das Zentrum abdeckt, machen wir uns auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit für unser Z’nacht. Inzwischen ist das Wetter richtig schlecht und kalt geworden. Es regnet in immer heftigeren und kürzeren Abständen. So haben wir uns Australien nun wirklich nicht vorgestellt! Aber voilà, so schnell ist das Klischee vom roten Kontinent widerlegt. Wir sind froh, dass wir heute noch ein richtiges Dach über dem Kopf haben und hoffen für morgen auf schönes Wetter mit viel Sonne und einigen Grad mehr.

Perth finden wir übrigens nicht so den „Hammer“. Vor allem für Odi und mich erscheint diese Stadt nach den pulsierenden asiatsichen Cities eher langweilig. Vieles erinnert uns hier an Amerika und was nicht amerikanisch angehaucht ist, gleicht England. Bemerkenswert ist die ausgesprochene Freundlichkeit der Australier. Wir haben noch keinen einzigen getroffen, der nicht wirklich super nett gewesen wäre. Alle leben hier das Motto „no worries, mate“!

4×4 inkl. erste Ration

Um 10 Uhr sind wir abfahrbereit im Hotel. No worries, das Taxi braucht eine Stunde bis es beim Hotel ist… hmmm zum Glück haben wir ja alle Zeit der Welt. Die Off-Road-Camper-Instruktion ist schnell erledigt und nun wissen wir alles über unser fahrbares Heim und das 4×4 Abenteuer kann beginnen. Bevor wir losfahren, hat der Vermieter aber noch eine Überraschung für uns bereit. Den Samichlaus gibt es auch in Australien! Vier Freunde aus der Heimat haben veranlasst, dass wir eine erste Ration an Food und Drinks mit auf den Weg bekommen. Merci Maya, Barns, Babs und Lile! Im Shoppingcenter kaufen wir den Rest ein und füllen den Wagen mit allem möglichen an Proviant. Nun sind wir definitiv startklar.

Den richtigen Weg zu finden, ist gar nicht so einfach, lernen wir doch zuerst die Wohnviertel von Perth kennen… Schliesslich finden wir den Highway doch noch und wir fahren los Richtung Norden. Die Jungs haben sich gleich für den ersten Tag einen Offroad Track ausgesucht. Na ja, nach 2 Kilometer kehren wir wieder um und nehmen den offiziellen Weg nach Cervantes. Wenigstens haben wir so das erste Känguruh gesichtet. Hier suchen wir uns das erste lauschige Plätzchen und werfen den Grill an (1kg Fleisch, Salat, Tomaten, Gurken und Brot). Es schmeckt hervorragend! Langsam dunkelt es ein und so werden auch die Tiere aktiv. Das Resultat ist minus eine grössere Spinne. Nach einer Stunde sind auch die beiden Dachzelte bereit zum Schlafen und wir verbringen die erste Nacht in der freien Natur Australiens.

Noch einige Facts zu unserem 4×4:

  • 2 Tanks mit total 180 Liter Diesel
  • 1 Tank mit 45 Liter Wasser
  • 2 Ersatzräder
  • 1 feuchtes und ein trockenes Dachzelt inkl. Kissen und Duvet (wir haben das trockene erwischt…)
  • 1 portabler Kühlschrank
  • den üblichen Campinggerümpel

Pinnacles

Heute sind die nahe gelegenen Pinacles auf dem Programm. Durch Erosion entstandene Steinformationen. Eindrücklich! Die Girls übernehmen heute die Navigation und das Steuer und so fahren wir weiter nordwärts an drei Dörfern vorbei, in der Hoffnung irgendwo einen Ausflug zu den Seelöwen machen zu können. Hier an der Küste scheint die Hochsaison definitiv noch nicht angefangen zu haben. Den einzigen Anbieter, den wir finden, fährt erst nächsten Dienstag wieder auf die Inseln. Da erst Freitag ist, beschliessen wir weiter zu fahren. Das Wetter wäre nicht schlecht, wenn dieser starke und mühsame Wind nicht wäre. Im nächst grösseren Dorf beschliessen wir nach der Campingplatz Besichtigung noch ein Stück weiter zu fahren. Zum Glück wie sich herausstellt. Wir finden einen wunderschönen Platz an einem idylischen Wasserloch. Leider ist hier nichts mit Schwimmen… Meningitisgefahr! Hier hat es zwar nicht die typischen Campingplatz-Einrichtungen, aber immerhin WCs und eine Art Dusche. Das gemütliche BBQ rundet den Tag ab.

Wind und Fliegen

Je mehr wir gegen Norden fahren, desto besser und vor allem wärmer wird das Wetter. Die Hoffnung steigt, dass wir uns doch noch einmal in die Fluten werfen können… Der Wind und die vielen lästigen Fliegen sind jedoch irgendwie überall. In Geraldton kaufen die Jungs ihre lang ersehnten Fischerutensilien ein. Da wir nicht sicher sind, dass sie dann effektiv auch etwas fangen, kaufen wir vorsichtshalber noch ein grosses Stück Fleisch (1600 Gramm Beef) für auf den Grill ein. Weiter geht’s Richtung Kalbarri National Park. Hier hat es eine Art kleinen Grand Canyon, den man auf mehreren Aussichtspunkten anschauen kann. Das Nachtlager schlagen wir direkt an einem Highway auf. Dieser Highway ist nicht geteert und wird nur als Zufahrtsstrasse zu den diversen Farmen in der Umgebung benutzt. So sehen wir dann auch den ganzen Abend kein einziges Auto an uns vorbei fahren. Das grosse Fleischstück ist rasch verzehrt. Die Nacht ist stürmisch. Ein richtiger Härtetest für unsere zwei Dachzelte.

Auch mit grossen Pneus gibt es Plattfüsse

Obwohl wir inzwischen schon rasch bereit sind zur Abfahrt, verzögert sich diese heute unerwünscht. Wir haben die erste Panne und müssen den Pneu wechseln. Zum Glück stellen wir das Auto auf der richtigen Strassenseite auf, den nach 14 Stunden campen am Highway rast tatsächlich das erste Auto in einem höllen Tempo an uns vorbei, denn hier sind 110 km/h auch auf nicht befestigten Strassen erlaubt. Unter Odis Anleitung haben wir den Pneu rasch gewechselt und fahren los. Unser Ziel ist die Shark Bay, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Auf dem Weg sichten wir wieder einmal lebende Tiere. Drei Emus kreuzen unsere Strasse. Ansonsten liegen die Tiere hier vor allem am Rand der Highways und bewegen sich nicht mehr… Bereits um zwei Uhr finden wir einen schönen Campingplatz in Denham, auf dem wir uns für die nächsten zwei Nächte ein Chalet gönnen. Für rund 80 Franken bekommen wir zwei Schlafzimmer, eine Küche und ein Bad. Was für ein Luxus nach den drei Nächten in der freien Natur! Das verschlafene Kaff ist rasch angeschaut. Es gibt nur eine kurze Hauptstrasse, auf die sich alles konzentriert. Wir füllen unseren Wagen sowohl innen als auch aussen wieder auf, lassen den Pneu flicken und strapazieren die australischen Waschmaschinen mit unseren dreckigen Kleidern. Für den restlichen Nachmittag ist easy going angesagt. Die Jungs versuchen ihr Glück beim Fischen (Resultat: viel Seegras und ein angebissener Köder) und die Mädels stecken ihre Nasen in ein Buch. Auch wenn wir hier eine richtige Küche haben, grillen wir unser Z’nacht natürlich und gönnen uns vor der Nachtruhe die verdiente Dusche.

Ranger sollte man sein…

Wir nutzen die günstige Gelegenheit eines richtigen Bettes und schlafen heute ein bisschen länger. Um 10 Uhr brechen wir nach Monkey Mia auf. Hier kommen jeden Tag Delfine am Strand vorbei. Leider sind wir wohl ein bisschen zu spät dran, so dass wir nach zwei Stunden ohne einen Delfin gesehen zu haben, das Feld räumen und in den Francois Peron N.P. weiter fahren. Dieser National Park ist nur mit einem 4×4 befahrbar, da es nur sandige Pisten gibt. Kein Problem für uns, unser Mobil ist ja mit allem ausgerüstet. Die ersten 30 Kilometer geht alles gut. Doch kurz vor unserem Ziel bleiben wir tief im Sand stecken. Das Auto bewegt sich weder vor- noch rückwärts. Mit dem bereits bekannten Wagenheber versuchen wir die Räder wieder zu befreien. Wir sammeln Holz und unterlegen die Fahrbahn. Doch alle Mühe hilft nichts. Wir bleiben weiter stecken. Nach ungefähr einer Stunde kommt endlich ein anderes Auto angefahren. Wir haben Glück, vier Park Ranger steigen aus. Im Nu ist das Problem gelöst! Wir haben die Naben an den Räder falsch umgestellt, so dass der 4×4 zwar aktiviert war, aber nicht funktierte. Ein Wunder sind wir überhaupt soweit gekommen… hehe. Die Ranger lassen bei allen vier Pneus noch genug Luft ab und die Weiterfahrt ist ein Kinderspiel. Nun wissen wir definitiv wie unser Auto funktioniert, und zwar auf jeder Unterlage! Ein solches Malheur kann uns in Zukunft nicht mehr passieren. Zurück in Denham machen wir die Pneus wieder Highway tauglich und stocken unsere Vorräte für die Weiterfahrt morgen wieder auf. Beim BBQ am Abend sehen wir dann auch noch unsere erste australische Schlange. Zum Glück eine harmlose Wurmschlange!

Waiting for the dolphins

Heute wollen wir unbedingt die Delfine von Monkey Mia sehen. Deshalb gibt es schon um 6 Uhr Tagwach. Pünktlich um 7.30 Uhr, dies sei anscheinend die beste „Delfin-Zeit“, sind wir am Strand. Doch die Delfine lassen sich Zeit, sehr viel Zeit. Erst nach über drei Stunden kommen zwei Säugetiere an den Strand. Genau so schnell wie sie jedoch aufgetaucht sind, verschwinden sie auch schon wieder. Die Wartezeit hat sich wirklich nicht gelohnt und so verlassen wir langsam aber sicher die Shark Bay. Unterwegs schauen wir uns noch ein paar besonders schöne Plätze an: Shelly Beach, Nanga Bay und Eagle Bluff. Vor allem der Shelly Beach ist sehr beeindruckend. Der ganze Strand besteht aus zig Millionen von Muscheln. Wunderschön! Kurz vor Ende der Shark Bay biegen wir nochmals ab. Wir wollen noch einen einsamen Inselarm erkunden und uns die Klippen dort anschauen. Leider kommen wir nicht bis dorthin. Wir verpassen einerseits die Abzweigung zu den Klippen und müssen andererseits kurz vor dem Cape umdrehen, da uns sonst wieder das gleiche Schicksal wie gestern droht: fest fahren im Sand. Wenigstens willigen die Jungs nun endlich ein den Druck der Pneus wie empfohlen und gestern gelernt zu reduzieren… Zu den Klippen wollen wir es dann aber trotzdem noch versuchen. Diese erreichen wir zwar nicht, gelangen dafür aber an einen super schönen einsamen Beach. Doch oh Schreck, bereits nach der ersten Kurve stecken wir wieder einmal im Sand fest. Mit vereinten Kräften schaffen wir es aber auch dieses Mal uns aus dieser unglücklichen Lage zu befreien. Mindestens ich habe nun die Schnauze voll von solchen Tracks und so beschliessen wir uns ein Nachtlager zu suchen. An einer lauschigen Bay schlagen wir unsere Zelte für die Nacht auf und geniessen die sternenklare Nacht am Lagerfeuer.

Viele Kilometer und nette Nachbarn

Heute verlassen wir die Shark Bay. Als letztes schauen wir uns noch die Stromatoliten an. Diese sind mit ein Grund, dass dieses Gebiet von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Den Rest des Tages verbringen wir mehr oder weniger im Auto. Fast 500 Kilometer liegen vor uns, um unser nächstes Ziel zu erreichen: Exmouth. Um sechs Uhr kommen wir im „Taucherparadies“ an. Das Kaff ist erschreckend klein. Wir suchen uns einen Campingplatz und machen es uns gemütlich. Zum Z’nacht gibt es heute Känguru-Filet. Sehr, sehr fein und 98% fett frei… Komisch das die Aussies dieses Fleisch nicht wirklich essen. Einzig unser Nachbar, ein verkiffter Hippie mit einem krassen Aussie-Slang, stört den Abend ein wenig. Doch Ignoranz ist immer und überall auf dieser Welt ein gutes Mittel…

Exmouth

Die Anwesenheit von Wulf, dem Hippie, drängt uns zum Aufbruch da er nun doch etwas aufdringlich wird. Im Visitor Centre von Exmouth erkundigen wir uns, wo wir am besten Tauchen können. Und so landen wir beim einzigen Anbieter, der beim Navy Pier (gehört zu den Top 10 Tauchplätzen der Welt) abtaucht. Wir buchen für die nächsten zwei Tage total fünf Tauchgänge. Dank unserer Buchung kann jeder noch eine Stunde gratis im Internet surfen… endlich mal wieder ;-). Dieses Angebot nehmen wir gerne an, können wir doch so unsere Mails checken und die News aus der Heimat nachlesen (Adieu Blocher…). Am Nachmittag besuchen wir den Charles Knife und den Shot Hole Canyon. Auf der Rückfahrt wollen wir wissen, ob Stuwi tatsächlich nicht Auto fahren kann. So erhält er eine Fahrstunde mit dem Drei-Tonnen-Mobil von uns drei. Die Experten werden sich noch für ein abschliessendes Urteil zurück ziehen. Bereits um drei Uhr checken wir bei einem anderen Campingplatz im Ort ein. Wir genissen die heissen Temperaturen und lassen es uns bei einem kühlen Drink gut gehen. Nun erwacht das Australien-Feeling auch bei uns endgültig.

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Von Kuala Lumpur nach Singapore

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Kuala Lumpur

Obwohl wir schon zum x-ten Mal in K.L. sind, finden wir erst dieses Mal heraus, dass es neben dem Skytrain auch eine Metro gibt (ist ja schön, wenn man sich weiterentwickeln kann…). Da wir die Fahrpreis-Diskussionen mit dem Taxi-Chauffeur meiden wollen, nutzen wir diese, um zu den Twin Towers zu fahren. Wir verbringen den heutigen Tag vorwiegend im Starbucks mit eiskalten und erfrischenden „Zucker-Sahne-Kaffee-Bomben“. Unsere Homepage will gefüttert werden und das braucht Zeit, sehr viel Zeit. Zum Glück haben wir einen eigenen Notebook dabei und das Surfen im Starbucks ist gratis… ufff. Wir schaffen es noch knapp vor dem grossen Regen wieder zurück ins Hotel. Zum Z’nacht gönnen wir uns den obligaten, unverwechselbaren und geschmacklich unübertroffenen Stingray und machen zum Abschluss des heutigen Tages noch eine kurze Shoppingtour durch das BB Plaza, unserem Lieblingseinkaufszentrum hier in K.L.

Immer diese Informatik

Es ist wunderbar ohne schlechtes Gewissen einfach so in den Tag hin zu leben und tun, zu was man gerade Lust hat… Nach dem vielen chinesischen Essen probieren wir heute zum „Z’morge-Z’mittag“ etwas Neues. Beim Inder bekommen wir das günstigste Essen der ganzen bisherigen Reise. Es schmeckt hervorragend.

Da Shoppen nur wirklich Spass macht, wenn man auch etwas kaufen kann, haben wir heute morgen unsere Tramper ein erstes Mal nach „alten“ Shirts durchforstet. Ein neues gegen ein altes, lautet das Motto. Beide finden je zwei Shirts, die man eigentlich ersetzen könnte und schliesslich auch ersetzt werden. Via Internet suchen wir noch ein passendes Hotel in Singapore. Das erste Starbucks raubt vor allem Odi viel Nerven, da der Router nicht wirklich funktioniert… hmmm das war ne Pleite. Erst am zweiten Standort können wir schliesslich eine Reservation machen, aber die Surf-Geschwindigkeit lässt auch hier zu Wünschen übrig. Den Vorabend verbringen wir wieder einmal im Kino. Dieses Mal schauen wir uns den Film „The Kingdom“ an. Den letzten Stingray geniessen wir sichtlich. Und wie der Koch es gewusst hätte, er bereitet uns ein riesen Stück zu. Mit vollem Magen gehen wir zurück ins Hotel, wo wir noch unsere sieben Sachen für die Weiterreise nach Singapore packen müssen.

Hotel Suche

Unser Zug fährt um 8.30 Uhr in K.L. Sentral ab. Wir sind überrascht, wie pünktlich die Züge hier verkehren. Der Fahrplan wird praktisch auf die Minute eingehalten und das bis zur Grenze nach Singapore. Der einzige „Mangel“ an den Zügen in Malaysia: es gibt keine Minibars à la Thailand („Müetis“ mit allem möglichen Futter und Getränken). An der Grenze zu Singapore bleiben wir aus unbekannten Grund über eine Stunde stehen. Als wir endlich weiter können, fahren wir noch genau 300 m. Hier muss der ganze Zug inkl. Gepäck aussteigen und immigrieren. Erst als alle Pässe gecheckt sind, dürfen alle wieder einsteigen und die restlichen 10 Minuten in die Stadt fahren. Der Checkpoint Woodlands war doch etwas anstrengend. Der Hauptbahnhof von Singapore ist eher ein Vorortsbahnhof und entsprechend an weiteren öV angeschlossen. Zumindest finden wir nach langer Suche eine Wechselstube. Wir marschieren zur nächsten Metrostation und stellen fest, dass unser gebuchtes Hotel doch weiter entfernt ist, als wir gedacht haben. Konkret, wir haben uns verirrt. Aber es kommt noch besser: Bei der richtigen Metrostation angekommen, haben wir dann euch keine Karte mehr und machen einen gehörigen Umweg bis wir das Hotel endlich finden. Dummerweise fällt uns erst zu spät ein, dass wir ein GPS im Gepäck hätten. Leider hat das mit der Onlinebuchung nicht wirklich geklappt. Wir checken kurz das Mail und siehe da, die haben uns tatsächlich geschrieben, dass das Hotel ausgebucht sei. Na ja, Hotels hat es viele in Geylang, aber die meisten werden vor allem als Stundenhotels vermietet. Trotzdem checken wir im Hotel 6 (wofür die 6 steht, sind wir uns nicht einig…um das Hotel herum stehen jedenfalls sehr viele leicht bekleidete Damen) ein. Für morgen suchen wir dann eine neue Bleibe zwei Strassen weiter. Dort hat es ein bisschen weniger schöne Damen… Zum Z’nacht futtern wir fast wie immer chinesisch. Wir sind erstaunt, dass man bei dieser Küche immer wieder neue Geschmäcke in alle Richtungen findet. So ist zum Beispiel unser heutiges Essen eher fettig und etwas schwer aufliegend, aber trotzdem sehr schmackhaft. Im Hotelzimmer lassen wir den Tag zu einem Film ausklingen und relaxen noch ein bisschen.

Welcome KK & Stuwi

Heute sind wir früh wach und brechen bald in die City auf. Zuerst schlendern wir durch das River Valley District. Na ja, der Reiseführer hat mehr versprochen als wir dann effektiv zu Gesicht bekommen. Weiter geht es Richtung Boat Quai und Löwendenkmal. Hier in Singpore ist wirklich alles pick fein. Wir kommen uns teilweise vor wie im Disney Land. So richtig kitschig (wirklich?) schön… In einem Coffee Bean machen wir eine kurze Pause, bevor wir uns eine Noodelsoup mit extra grossen hausgemachten Fishballs gönnen. Fishballs sind übrigens das „Fisch-Pendent“ zu Cervelat. Beim anschliessenden Bummel durch China Town stellen wir fest, dass wir noch nie ein so sauberes Chinaviertel gesehen haben – Singpore eben. Bevor wir mit der Metro zurück zum Hotel fahren, schauen wir uns noch das Raffels Hotel von aussen an. Dieses Hotel ist definitv nichts für das Backpackers-Budget… Inzwischen haben wir auch herausgefunden, warum alle Hotels gut gebucht sind; heute findet der Singapore Marathon 2007 statt. Viel Spass bei dieser Hitze 42 Kilometer zu joggen… lieber die als wir! Nun ist es aber Zeit zum Flughafen zu fahren und die beiden Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen. Karin und Stuwi landen über pünktlich in Singapore. Die Freude über das Wiedersehen ist gross. In den Strassen um unser Hotel essen wir unser Z’nacht.

Stingray alla arrabiata

Um 10 Uhr starten wir unsere Tour in die Stadt. Vor dem Sightseeing wünscht sich Stuwi aber eine Noodelsoup. Diesen Wunsch können wir ihm natürlich nicht ausschlagen. Danach wollen wir Sentosa Island besuchen, die künstliche Insel der Stadt… noch künstlicher geht’s wirklich nicht. Wir unterschätzen die Distanz bis zur Gondelbahn ein bisschen und sind schliesslich über eine Stunde zu Fuss unterwegs. Der Flüssigkeitsverlust beträgt sicher mehrere Liter bei dieser Hitze. Die Gondel bringt uns zuerst auf den Hausberg der Stadt, den Mount Faber und danach auf die Insel. Die Gondel ist übrigens „real Swiss made“! In Sentosa besuchen wir zuerst den südlichsten Punkt von kontinental Asien. Die Strände auf der Insel sind schön, aber künstlich und direkt hinter dem grössten Hafen der Welt… na ja „Guten Appetit“. Schliesslich besuchen wir noch das Aquarium. In der Natur ist das oberste Motto immer „Don’t touch“, hier haben wir nun für einmal die Möglichkeit verschiedenste Fischarten anzufassen. Eine interessante, wenn auch etwas fragwürdige Erfahrung. Mit der Gondel verlassen wir die Insel wieder und genehmigen uns bei einem Bier im Chinatown die verdiente Abkühlung. Beim Z’nacht machen wir eine freudige Entdeckung: unseren geliebten Stingray. Auch wenn er etwas schärfer und mit einer Art alla arrabiata Sauce zubereitet wird, schmeckt es allen Vieren. Nun müssen wir aber noch packen, denn morgen verlassen wir Asien und fliegen nach Perth. Vier Monate Down Under erwarten uns!

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