Monthly Archives: March 2008

Fraser Island

Short cut zu den Bildern

Der geschenkte Tag

Nun wisst ihr alle warum wir im 2008 auf Reisen sind – ja, wir haben einen Tag mehr Ferien! Nach nur hundert Kilometer Fahrt sind wir heute an unserem Ziel, Airlie Beach. Wir wollen wir von hier aus die Whitsunday Islands besuchen. Doch zuerst gilt es aus den hunderten von Anbietern das für uns ideale Angebot zu finden. Eine Stunde und 30 Prospekte später haben auch wir uns entschieden und buchen die Tour. Damit wir nicht aus der Übung kommen, gibt es heute jedoch auch noch eine dreistündige Wanderung, dieses Mal durch den Convay National Park. Der Wanderweg ist definitiv der am schlechtesten gewartete, den wir je in Down Under angetroffen haben. Für Odi ist dies kein Problem, steigen so doch die Chancen auf interessante Begegnungen mit der Tierwelt. Wir entdecken viele Insekten, Frösche und ein paar Truthähne. Die handgrosse Spinne mitten auf dem Weg ist wirklich voll der Hammer und gewisse Leute (Karin) haben auch ein bischen Bammel. Beim BBQ in der Camp Kitchen verbringen wir den Abend mit vier Deutschen und Marco und Raphael Fahrni (weder verwandt, noch verheiratet!) aus Steffisburg resp. Uetendorf. Die Welt ist wirklich klein! Die beiden kennen Magali und Brunotti und sind passionierte Aare-Wellenbrettler (Basis einige hundert Meter weiter nördlich als das Plätschen von Odi und seinen Kumpels vor einigen Jahren).

Whitsunday Islands

Um möglichst viel von den Whitsunday Islands zu sehen, haben wir uns (entgegen unseren üblichen Präferenzen…) für die Tour mit dem schnellsten Boot im Hafen entschieden. Das Teil hat 450 PS 🙂 und ist nicht wirklich gross, so ca. 8 m! Leider sieht das Wetter auf dem Meer schlecht aus. Der Skipper verspricht uns, dem Regen immer zu entfliehen und last but not least bringt viel Wind hohe Wellen und damit auch mehr Spass beim Ocean Rafting. In nur 45 Minuten sind wir bei den beiden Schnorchelplätzen. Wir sind positiv überrascht vom schönen und intakten Korallenriff. Am berühmten Whitehaven Beach gibt es schliesslich etwas zu futtern. Auch an diesem Strand kann man wie fast überall in Queensland nur mit einem Stingeranzug im Meer baden. Dieser Anzug ist eine Art Overall der vor den bissigen Quallen schützen soll. Man gewöhnt sich aber recht schnell an diese zweite Haut… Ohne Box Jelly Fish-Attake (immer hin haben wir eine Qualle von weitem begutachtet) beenden wir unser Aktivitäten im Meer und sehen uns zum Abschluss der Tour den Hill Inlet, das wohl berühmteste Bild der Whitsunday Islands an. Wirklich schön! Mit Vollgas geht es nun dem Sturm davon, zurück nach Airlie Beach. Erst als wir wieder Land unter den Füssen haben, fängt es an zu regnen. Zum z’Nacht legen wir unsere Vorräte mit denen von Marc und Raphael zusammen und geniessen zusammen zu sechst (Tanja und Daniel, die beiden Stuttgarter gesellen sich auch noch zu uns) ein BBQ in der Camp Kitchen.

Endlich, Platypus gesichtet!

Aufgrund eines sehr penetranteren Geruches, der laut unbestätigten Gerüchten von meinen Flip Flops auszugehen scheint, bekomme ich heute doch auch noch ein Paar neue Schuhe. Damit steht es 3:1 für Odi in Sachen Schuhen. Im Eungella National Park wollen wir heute unsere letzte Chance nutzen und endlich einen Platypus beobachten. Da wir schon am Mittag am Ziel sind (wie wir als „Hobby-Tierbeobachter“ wissen zu früh für die Platypusse…), fahren wir zuerst zur Finch Hatton Gorge. Doch zwei Kilometer vor der Schlucht kommen wir tatsächlich zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ein Floodway macht die Strasse unpassierbar und damit der Besuch der Gorge unmöglich. So fahren wir weiter zum Broken Creek und hoffen auf einer Wanderung dem Fluss entlang bereits am Nachmittag auf Platypus-Glück. Doch die Kerle lassen sich nirgendwo blicken. Erst als wir gegen sechs Uhr nochmals zum Fluss fahren, haben wir Glück. Wir sehen tatsächlich zwei Platypus und können die Tiere längere Zeit beobachten. Was für coole Tiere, die Umstände haben sich auf jeden Fall gelohnt! Auf dem Rückweg zum Camping machen wir noch kurz an einer Fledermaus-Kolonie halt. Zu Hundert hängen sie hier in den Bäumen und warten auf die Dämmerung. Wirklich eindrücklich! Leider sind diese Tiere auch sehr schreckhaft und machen eine höllischen Lärm, wenn man ihnen zu nahe kommt. Am Abend gibt es wieder einmal ein bisschen Kino ab Laptop: Alien vs. Predator 2.

Zum Schluss noch die Zahl des Tages – aktuelle Anzahl der Mückenstiche:

  • Odi: 98 Stiche
  • Karin: 59 Stiche

Nein, das ist kein Witz und auch nicht geschätzt sondern einzeln gezählt! Keine Angst, die Stiche sind nicht halb so gross wie bei uns. Aber Achtung, jucken tun die Dinger wie blöd. Doch da wir nicht den ganzen Tag mit einstreichen von Fenistil (haben wir ja gar nicht dabei…) oder was auch immer („drüberfahren“ – kleiner Insider anbei) beschäftigt sein wollen, versuchen wir die Variante „nicht daran denken und möglichst wenig kratzen“ anzuwenden. Die unterschiedliche Anzahl kommt übrigens daher, dass Odi sich erst nach rund 40 Stichen eingesprüht hat. Zum Glück gibt es hier in Australien keine Malaria…

Road Trains

Die Distanzen in Australien sind einfach riesig. Dies wird uns heute wieder einmal so richtig bewusst, denn unser nächstes Ziel liegt nur gerade schlappe 800 Kilometer weiter südlich. So fahren wir um sieben Uhr los. Obwohl die Aussies eigentlich ganz angenehme Verkehrsteilnehmer sind, haben sie etwas definitiv nicht im Griff: das Auffahren. Sogar die Road Trains sitzen bei Tempo 110 km/h bis auf zwei Meter auf, bevor sie dann bei jeder sich bietenden Gelegenheit rechts vorbeibrettern! Na ja und wie lange so ein Überholmanöver dauert, kann sich jeder selber ausdenken, bei einer Länge der Road Trains von 50-70 Metern. Nach drei Tankstops, einer kurzen Essenspause und neun Stunden Fahrt sind wir kurz vor fünf Uhr endlich in Hervey Bay. Da wir uns wieder einmal mit der Fahrzeit verschätzt haben, wird es noch ein bisschen stressig. Bevor alles geschlossen wird, gilt es noch zu tanken, einzukaufen, einen Camping zu suchen und uns zu entscheiden, wie unser Besuch auf Fraser Island aussehen soll. Nach einigem hin und her entscheiden wir uns schliesslich aus Zeit- und Budgetgründen für eine „gebadgte“ 1-Tagestour. Wir haben Glück, es hat für morgen sogar noch freie Plätze.

Fraser Island

Bereits um sieben Uhr werden wir auf dem Campingplatz abgeholt. Auf Fraser Island angekommen, werden wir mit 29 anderen Touris in einen 4×4 Bus verfrachtet. Odi juckt es schon nach einigen Minuten in den Fingern zum selber fahern bei all den sandigen Tracks, die es hier gibt… Unser erstes Ziel ist der Wanggoolba Creek und die Central Station. Hier machen wir einen kurzen Walk durch den Regenwald, dieses Mal ohne Regen und ohne Pfützen, etwas neues für uns. Via 75 Mile Beach (das Fahren auf diesem Strand wäre keine Problem, der Sand ist wirklich hart…) geht es weiter zum Eli Creck. Leider führt der Fluss zu wenig Wasser, so dass wir statt schwimmen nur darin waten können. Beim Maheno Shipwreck schafft Odi es trotz Massenandrang ein Foto zu schiessen, ohne nette Touris im Hintergrund. Nach einem kurzen Stopp bei den Coloured Sands, wo die Aboriginies ihre Farben gewannen, geht es zurück zum Mittagessen im Eurong Beach Resort. Man könnte fast meinen, einige Touris seien nur um zu Essen nach Fraser gekommen. Es ist wirklich unglaublich, alle stürzen sich wie ausgehungerte Wölfe auf das Buffet. Der letzte Stopp der Tour ist der Lake Mckenzie. Wir haben definitiv noch nie einen solch sauberen Süsswassersee gesehen. Wow! Klar, dass auch wir uns eine Abkühlung gönnen. Und damit ist unser Ausflug in das von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannte Fraser Island auch schon wieder vorbei. Schön wars und mit einem eigenen 4×4 wäre es noch schöner gewesen…

Rainbow Beach

Bevor wir Hervey Beach verlassen, sind wir noch auf der Suche nach einem ganz bestimmten Roadsign. Odi will unbedingt noch ein „Achtung Wal“-Schild fotografieren. Leider bleibt die Suche im Hafen erfolglos und wir fahren weiter nach Rainbow Beach. Das Dorf liegt wie Fraser Island auch im Great Sandy National Park. Die Küste scheint Fraser in nichts nach zu stehen. Man kann hier ebenso über Sandy Tracks und am Beach entlang fahren wie auf Fraser – wenn man denn einen 4×4 hätte… Ohne 4×4 bleibt uns nichts anderes übrig als den Sand wieder zu Fuss unsicher zu machen und die Sanddüne am Strand, die Carlo Sandblow, zu besteigen. Via Sunshine Coast fahren wir weiter in Richtung Brisbane. Leider ist die Sunshine Coast der totale Reinfall. Nichts von schönen Strassen entlang der Küste, wie bei uns in Italien oder Frankreich. Auf dem Weg nach Brisbane machen wir kurz einen Fotostopp bei den Glass House Mountains. Sechs Vulkanhügel ragen hier wie aus dem Nichts in den Himmel. Die Glass House Mountains liegen übrigens gerade beim Australia Zoo, dem Zoo, der Steve Irwin gehörte. Nach seinem tragischen Tod wurde die ganze Zufahrtsstrasse zur „Steve Irwin Road“ umbenannt… Mitten in der Rush Hour geht es ab durch Brisbane. Wir brauchen ganze zwei Stunden, um die Stadt von Norden nach Süden zu durchqueren. Zum Glück haben wir einen gute Strassenkarte dabei… Im Fluglärm von Brisbane finden wir schliesslich ein Nachtlager. Übrigens, Mam und Edi, wir haben eine Lösung für zur harten Butter gefunden: es gibt eine Konfi, die gleich mit Butter gemischt und erst noch nicht gekühlt lagerbar ist!

Hier noch die Bilder