West Java

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Welcome Nadine & Mätthu

Heute verlassen wir Kuala Lumpur und fliegen nach Indonesien. Ein neues und uns total unbekanntes Land wartet! Die ersten zwei Wochen werden wir von Nadine und Mätthu begleiten. Wir treffen die beiden in Jakarta am Flughafen und freuen uns über die bekannten Gesichter. Welcome! Wir merken sofort, dass es nicht so einfach ist in diesem moslemischen Land Bier zu finden. Und so landen wir zum z’Nacht schlussendlich bei Hot Soup und Bier in einer chinesischen Beiz. Bei den Chinesen gibt es zum Glück immer Bier… Nach fünf Monaten gibt es viel zu erzählen und der Abend geht schnell vorbei.

Übrigens kann ich hier in Indonesien bald meinen EM-Kundenbetreungseinsatz starten. Neben Brot, Salami, Minipic, Chäsli, Farmer und Panini-Abziehbilder haben auch der knall gelbe SBB-Hut und das blaue SBB-Poloshirt den Weg hierhin gefunden. Mein Arbeitgeber hat mich auch während des unbezahlten Urlaub nicht vergessen und die EM-Ausrüstung zu meinen Eltern nach Hause geschickt. Dazu hat Mam für mich ein Schweizer T-Shirt mitgegeben. Nun bin ich wirklich gerüstet für die EM hier in Asien! Hopp Schwiiz!

Jakarta

Von der indonesischen Hauptstadt hat keiner von uns viel erwartet. Obwohl es hier nicht viel zu sehen gibt, sind wir positiv überrascht. Wir haben es uns doch einiges chaotischer und dreckiger vorgestellt. Vor allem die Einheimischen sind sehr nett. Überall winken sie uns freundlich zu und schenken uns ein Lächeln. Da die Schlange beim National Monument zu lang ist, besteigen wir das Wahrzeichen der Stadt nicht und erkunden stattdessen zu Fuss die Stadt. Unterwegs kaufen wir uns im Carrefour (ja genau der Carrefour, den es bei uns zu Hause auch gibt) etwas zu futtern und zu trinken. Die Preise sind hier wieder unglaublich tief. Auf dem Rückweg fahren wir mit dem Zug. Jeder Schalter verkauft hier für einen bestimmten Zug die Tickets. Der richtige Schalter ist schnell gefunden. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Zug. Es ist nirgends etwas angeschrieben und wir müssen uns durchfragen. Selbstverständlich bekommen wir nicht überall die gleiche Auskunft. Schlussendlich entscheiden wir uns für den Zug mit den meisten Stimmen und es scheint tatsächlich der richtige zu sein. Nun müssen wir nur noch am richtigen Ort aussteigen. Prompt erwischen wir eine Haltestelle zu früh. Ja nu, wir sind ja auch gut zu Fuss! Dafür können wir auf dem Weg zum Hotel den Einheimischen noch bei ihrem Nationalsport Fussball zu schauen. Die meisten kicken den Ball Barfuss auf dem geteerten Feld herum. Nach dem Apéro im Hotel essen wir in einer Strassenküche Chicken, Fisch und Reis. Das Essen ist einfach, aber tiptop. Morgen verlassen wir die Hauptstadt und fahren mit dem Bus Richtung Westen an das Meer. Wir sind gespannt, ob wir einen Bus finden, der uns innert nützlicher Frist dorthin bringt…

1. Zahl des Tages: 5 Touristen gesichtet bis 19.00 Uhr
2. Zahl des Tages: 10 Touristen gesichtet ab 19.00 Uhr

Bus fahren in Indonesien

Mit dem Taxi machen wir uns auf zum Busterminal. Entgegen unseren Befürchtungen finden wir den richtigen Bus sehr schnell. Kaum sind wir aus dem Taxi ausgestiegen, sitzen wir auch schon im richtigen Bus. Laut Lonely Planet dauert die Fahrt nach Labuan ungefähr 3,5 Stunden. Im unklimatisierten Bus kosten diese rund 120 Kilometer keine drei Franken. Die Fahrt wird äusserst amüsant und spannend. Neben dem Fahrer sind zwei Jungs für die Passagiere verantwortlich. Dieser Job beinhaltet bspw. das Einkassieren des Fahrpreises und das Ausrufen des nächsten Halteortes im Bus, das Ausrufen der Fahrroute auf der Strasse sowie das Helfen beim Ein- und Aussteigen. Letzteres ist besonders wichtig, denn die Rollstopps sind vor allem mit viel Gepäck nicht ganz ungefährlich. Zum Glück fahren wir von der Ausgangs- bis zur Endstation, so dass der Bus für uns immer vollständig stoppt! Unterwegs steigen immer wieder für eine kurze Strecke Musikanten zu. Diese spielen ein paar Songs und verdienen sich so ein paar Rupien und Zigaretten. Wir zählen auf der ganzen Strecke neun verschiedene Gruppen. Weit in grösserer Anzahl fahren aber die „Minibars“ mit. Bei ihnen kann man einfach alles kaufen: Getränke, Essen in hundert Variationen, Spielzeug, Frottiertücher, Bücher, Kugelschreiber, usw. Beim Zwischenstopp in einem Busterminal zählen wir an die 40 Händler, die alle gleichzeitig im Bus ihre Ware unter die Leute bringen wollen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was für ein Gaudi das ist! An der Endstation müssen wir in ein Sammeltaxi umsteigen. Mit unseren Tramper passen wir neben den anderen Fahrgästen nur ganz knapp in das Mobil. Das erste Taxi fährt uns nur ein paar wenige hundert Meter. Warum es nicht mehr weiter geht, werden wir wohl nie erfahren. Immerhin erhalten wir wieder die Hälfte des bezahlten Preises zurück. Selbstverständlich macht der Fahrer mit dem Rest trotzdem noch einen sehr guten Deal. Kurze Zeit später sitzen wir im nächsten Sammeltaxi, dass uns schliesslich an unser Ziel Carita bringt. Das wir hier die einzigen Touristen weit und breit sind, hat niemand von uns erwartet. Im Reiseführer wird dieses Kaff und seine Strände gross angepriesen. Wir finden rasch eine einfache, aber gute Unterkunft, die uns auch gleich eine Tour in den National Park organisieren kann. Nach der heissen Reise freuen wir uns über die wohlverdiente Abkühlung im Meer. Den Traumstrand haben wir hier aber nicht gefunden…

Zahl des Tages: 2 gesichtete Touristen

Wie viele Guides verträgt ein Tourist?

Frühmorgens brechen wir in den von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannten Ujon Kulon National Park auf. Unterwegs halten wir praktisch in jedem Dorf an, um Essen oder Getränke für den Trip zu kaufen. Am Schluss haben wir Futter und Flüssiges für eine halbe Armee geladen. Wer um Himmelswillen soll diesen Vorrat nur vernichten? Die Antwort auf unsere Frage erhalten wir bald. Zu den zwei Guides und dem Fahrer, die uns seit Carita begleiten, kommen beim Verlad auf das Boot ein Kapitän sowie zwei Schiffsjungs und später auch noch eine ganze Horde Ranger dazu. Auf der Überfahrt zum National Park ist eine keine Sandbank unser erstes Ziel. Hier können wir uns im Meer abkühlen und schnorcheln. Zum Baden ist der Platz tiptop, aber die Unterwasserwelt taugt nicht viel. Nach dem Badestopp tuckern wir mit unserem sehr, sehr langsamen Kahn weiter auf eine Insel des National Parks, wo wir in einem einfachen Resort übernachten werden. Vor dem Sonnenuntergang machen wir noch einen kurzen Ausflug in den Park. Auf einer Lichtung können wir eine ganze Herde Banteng (so eine Art Kühe) sowie Pfaue beobachten. Auch vor dem Resort hat es viele Tiere: Rehe grasen hier friedlich neben Affen. Ein ungewohntes Bild… Nach dem Fisch-BBQ lassen wir den Abend am Beach mit Lagerfeuer und Reiswein ausklingen. Die klare und sternenreiche Nacht sorgt für das richtige Ambiente. Was will man mehr…

Indonesien ist das grösste moslemische Land der Welt. Wir sind sehr erstaunt, wie moderat hier mit der Staatsreligion umgegangen wird. Zwar gibt es in jedem Ort eine Moschee, doch die Besucherzahlen halten sich eher tief. Auch tragen nur wenige Frauen ein Kopftuch. Ebenfalls das Alkoholverbot wird hier nicht strikt gelebt und so gilt der Reisewein vielerorts als Medizin. Ein indonesischer Moslem fasst das Religionsthema auf meine Fragen so zusammen: „Am Schluss sind wir alle gleich – nur unser Gott heisst anders!“

Zahl des Tages: 0 gesichtete Touristen

Ujon Kulon National Park

Vor zwei Tagen haben wir in Carita die letzten Touris getroffen. Auch heute bleiben wir wieder unter uns und haben den ganzen National Park für uns alleine. Der Ujon Kulon National Park ist bis anhin definitiv das am schwierigsten und aufwändigsten zu erreichende Unesco Weltkulturerbe, das wir je besucht haben. Begleitet von 5 (f-ü-n-f-!) Guides wandern wir durch den Dschungel. Im Park ist eine seltene und vom Aussterben bedrohte Art von Nashörnern zu Hause. Leider machen sich nicht nur die Rihnos rar, wir entdecken auch keine andere Tiere. Das einzige was wir klar und deutlich erkennen, ist der Müll, der hier überall in Strandnähe herumliegt. Der Abfall wird in grossen Mengen vom Festland angespült und verunstaltet die wunderschöne Natur arg. Richtig grusig! Nach rund fünf Stunden wandern, erreichen wir unser Boot und treten die Rückreise nach Carita an. Da der Wellengang recht hoch ist, sind wir noch langsamer unterwegs als gestern und werden zu dem noch richtig nass gespritzt. Wir sind froh, als wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit nach fast sechs Stunden Fahrt wieder in Carita ankommen.

Die indonesischen Badezimmer haben an dieser Stelle ein paar Zeilen verdient. In den günstigeren Unterkünften duscht man normalerweise mit Mandis. Dabei hat man keine Brause zur Verfügung, sondern schöpft das Wasser zum Duschen mit einem Plastikkübel. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich ganz praktisch. Weit gewöhnungsbedürftiger sind die Stehklos. Bis dato sind uns nur am Flughafen und im ersten Hotel in Jakarta westliche Klos begegnet. Für das kleine Geschäft ist dies kein Problem. Doch für das grosse Geschäft muss man sich doch etwas an diese Löcher im Boden gewöhnen. Nach vier Tagen Indonesien sind wir nun aber soweit, dass wir alles im stehen erledigen können. An dieser Stelle möchten wir deshalb ein Hoch auf unsere westlichen Badezimmer aussprechen! So lernt man wieder schätzen, was man zu Hause wirklich hat!

Zahl des Tages: 0 gesichtete Touristen

Im Bus gut durchgeschüttelt

Mit dem Bus fahren wir heute nach Bogor. Laut Reiseführer liegt die Stadt nur vier Fahrstunden von der Küste entfernt. Wie schon öfters, brauchen wir dann aber etwas länger als geplant… doch alles der Reihe nach. Mit dem Sammeltaxi erreichen wir das Busterminal von Labuan. Der erste Bus bringt uns in das nächst grössere Kaff, wo wir umsteigen müssen. Die Fahrpreise sind hier verhandelbar. Natürlich versuchen die Busjungs uns das Maximum abzuknöpfen. Da wir jedoch den Preise kennen und Mätthu standhaft bleibt, bezahlen wir nur leicht zu viel. Normalerweise liegen die Busterminals in den Dörfern nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Für diesen kurzen Weg versuchen die Sammeltaxis immer ein gutes Geschäft zu machen. Heute ohne uns, denken wir und machen uns zu Fuss auf den Weg. Leider ist dieses Kaff wohl das einzige in ganz Indonesien, wo der nächste Bus nicht in unmittelbarer Nähe weiter fährt. Und so müssen wir nach rund einer halben Stunde marschieren doch noch in ein Sammeltaxi hüpfen. Der Fahrer meint es derart gut mit uns, dass er uns sein Gefährt gleich als Charter verkauft. Mit anderen Worten, er fährt uns ohne anzuhalten in einem höllen Tempo zum Busstopp. Dieser Service kostet natürlich etwas mehr als im überfüllten Sammeltaxi, das an jeder Ecke anhält. Ja nu, wir können kein Bahasa und der Fahrer kein Englisch. Zum ersten Mal haben wir beim Umsteigen keinen Turnschuhanschluss und können uns Zeit lassen. Wir sichern uns die besten Plätze und weiter geht die Fahrt. Unterwegs füllt sich der Bus bis auf den letzten Stehplatz. Es ist einfach unglaublich, wie viele Leute überall immer wieder ein- und aussteigen. Unser Ziel will und will nicht näher kommen und aus den vier Stunden werden am Schluss fast acht! Dank dem Verkehrschaos in Bogor können wir praktisch vor dem Hotel aus dem Bus hüpfen. Wenigstens bleibt uns so das erneute Verhandeln mit dem nächsten Fahrer erspart. Im Reiseführer ist Bogor als nettes Städtchen mit viel englischem Charme beschrieben. Diesen suchen wir hier vergebens. Im Gegenteil, Bogor ist hässlich, dreckig, extrem smogig und hat sehr viele Bettler. Dafür wird das z’Nacht wieder einmal zu einem besonderen Erlebnis. Es gibt keine Karte und die nicht englisch sprechenden Servierboys bringen Teller um Teller mit allerlei Leckereien – unter anderem Hirn und Schnecken… Erst als wir beim zwanzigsten Teller mit Handzeichen die Notbremse ziehen, bringen sie keinen Nachschub mehr. Obwohl das Kaff, wie bereits erwähnt, nicht sehenswert scheint, beschliessen wir zwei Nächte zu bleiben. Keiner von uns hat Lust, morgen wieder eine längere Fahrt in einem Bus zu machen – auch unseren Füdlis zu liebe… Eigentlich wollen wir von Bogor per Bus oder Zug weiter nach Yogyakarta reisen. Beim studieren unserer Route merken wir aber, dass wir in diese Richtung aus diesem Kaff gar nicht mehr wegkommen. Uns bleibt nichts anders übrig, als wieder nach Jakarta zurück zu fahren und von dort nach Yogyakarta zu reisen. Mit welchen Verkehrsmitteln wir diese Strecke hinter uns bringen wollen, werden wir morgen organisieren.

1. Zahl des Tages: 0 gesichtete Touristen bis 18.00 Uhr
2. Zahl des Tages: 6 gesichtete Touristen ab 18.00 Uhr

Für alle die nicht rechnen mögen, ergibt dies sage und schreibe 74 Stunden ohne andere Touristen!

Bogor

Die im Reiseführer meist angepriesene Sehenswürdigkeit von Bogor ist der botanische Garten. In der Hoffnung doch noch etwas nettes in diesem Städtchen zu entdecken, machen wir uns nach dem z’Morge auf in den Park. Leider fällt uns auch hier als erstes der Müll und nicht das Grünzeugs auf. Aber wenigstens ist es hier bedeutend ruhiger und weit weniger smogig als in der Stadt selbst. Auf dem Rückweg finden wir ein schönes Kaffee mit Ausblick auf die Stadt. Hier lässt sich die Hektik und der Lärm prima verdrängen. Am Nami buchen wir im Hotelreisebüro unsere morgige Weiterreise. Wir werden mit dem Bus retour nach Jakarta fahren und von dort mit dem Flugzeug nach Solo im Osten der Insel fliegen. Dies scheint nach unseren Nachforschungen die beste und schnellste Lösung zu sein. Auch wenn uns Indonesien bis heute noch nicht aus den Socken gehauen hat, die Leute hier sind einfach super freundlich und sehr hilfsbereit. Wir werden oft angesprochen und dies nur aus reiner Neugier. Viele wollen einfach nur ihr Englisch üben und verbessern. Auch bei den Verkäufern reicht ein Nein und man wird in Ruhe gelassen. Sehr angenehm!

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2 thoughts on “West Java

  1. Miri

    Hallo zusammen

    Ich habe es geschafft kurz den ersten Teil eures neuen Reiseberichts zu lesen. Also die Ueberfahrt mit dem Bus, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Das scheint in Indonesien genau gleich zu und her zu gehen wie in Ecuador. Gibt es auch so viele Diebe?

    Haben grad gestern im Bus erlebt wie das Stehlen hier in Ecuador so laeuft. Zum Glueck hat es nicht uns “breicht”….hatte einen guten Riecher fuer die komischen Typen.

    Bis bald. Gruessli Miri

  2. Karin Fankhauser Post author

    hallo miri

    das busfahren in indonesien ist in der tat sehr, sehr amuesant. aber auf seine art auch recht anstrengend! ueberfuellte busse, keine klima, tausende von haendler und einkassierer, die versuchen uns mindestens das doppelte abzunehmen. aber das machts doch irgendwie auch gerade aus… :-). langweilig wirds auf alle faelle nie!

    nein, mit luschen typen und diebstahl usw. hatten wir noch keine probleme. ueberhaupt sind wir bis heute praktisch sorgenfrei gereist. hoffen wir, dass es so bleibt!

    wir wuenschen euch noch viel spass in ecuador und danach eine gute heimkehr in die schweiz!

    greets

    karin

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