Archive for October, 2008

Auszeit in Kuala Lumpur

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Boot, Taxi, Flugzeug, Bus…

Ganze 40 Minuten vor Flugplan landen wir am Nachmittag in K.L. Da an diesem Wochenende der Töff-Grand Prix von Malaysia stattfindet und wir das Schild „Shuttlebus to GP“ grosszügig überlesen, verlieren wir die gewonnene Zeit im Bus jedoch gleich wieder. Über eine Stunde fahren wir im Schritttempo durch die Menschenmassen bis wir auf dem Highway endlich Vollgas der Stadt entgegen brausen können. Aufgrund der fortgeschrittenen Abendstunde und des doch eher feuchten Wetters verschieben wir das Stingray-z’Nacht auf morgen und verköstigen uns stattdessen mit einem feinen Sandwich aus dem Subway. Nach zehn Tage Reis kommt uns diese Abwechslung eigentlich gar nicht so ungelegen…

Waschtag

Damit KK und Stuwi ab unserem Backpacker-Duft bei unserem Aufeinandertreffen in zwei Tagen nicht gleich in Ohnmacht fallen, legen wir heute nochmals einen grossen Waschtag ein. Irgendwie können wir uns auch kaum erklären, wie rasch der Tramper immer wieder diesen ganz speziellen Eigengeruch annimmt… Den Nachmittag verbringen wir in unserem Lieblingsshoppingzentrum. Da das T-Shirt-Angebot in Bangkok doch eher einseitig und langweilig ist, machen wir uns hier auf die Suche nach ein paar Schnäppchen. Im Gegensatz zu mir findet die Shopping-Tante Odermatt auf Anhieb acht T-Shirts. Nach dem grossen Regen, den wir in einem Pub an uns vorbei ziehen lassen, geniessen wir zum z’Nacht einen super leckeren Stingray in unserer Stammbeiz. Spätestens jetzt wird uns einmal mehr klar, warum wir immer wieder den Weg nach K.L. finden… Einfach lecker!

Eine Rutschpartie auf den Badezimmer-Plättli

Bevor wir nochmals beim Golden Triangle rund um Bukit Bintang vorbei schauen, verbringen wir einen grossen Teil des Tages im Hotelzimmer. Der Luxus eines passabel funktionierenden Internetanschlusses will schliesslich genutzt sein! Nachdem wir nochmals ein paar T-Shirts gekauft haben, müssen wir wieder ins Pub fliehen. Das einzige was uns an diesem Regenwetter wirklich stört, sind die Badezimmer-Plättli, mit denen hier alle Trottoirs gepflastert sind. Ab einer gewissen Feuchtigkeit kann man sich darauf wegen akuter Ausrutschgefahr nämlich nur noch maximal halb so schnell wie gewohnt fortbewegen. Irgendwie schaffen wir es aber dann doch noch unfallfrei in die Stingray-Beiz, wo wir das letzte Mal für wohl gaaannnnzzzzzz lange Zeit unseren Lieblingsfisch geniessen.

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Lembeh Strait and Bunaken

Short cut zu den Fischbildern

Manado

Trotz ausreichend grosser Sitzbank, schlafen wir am Flughafen von K.L. keine Minute. Erst als wir im Flugzeug nach Manado sitzen, überkommt uns die grosse Müdigkeit, die unsere Augen noch vor dem Start zufallen lässt. Während Odi nach zwei Stunden wieder wach ist, verschlafe ich die ganzen vier Stunden Flug bis nach Indonesien. Als wir das Land vor ein paar Monaten verlassen haben, waren wir uns eigentlich fast sicher, dass wir hier nicht so schnell wieder einreisen werden. Doch manchmal kommt es eben anders als man denkt… Auf der Suche nach einem letzten Tauchabenteuer, haben wir uns von den vielen positiven Erzählungen anderer Taucher inspirieren lassen und uns schliesslich entschieden, die Unterwasserwelt von Nordsulawesi genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei werden wir die ersten drei Nächte in Lembeh verbringen, bevor wir für weitere sechs Nächte nach Bunaken umziehen. Doch bevor wir heute überhaupt an irgendwelche Fische denken mögen, legen wir uns nun erstmals hin und erholen uns von der doch recht kurzen Nacht am Flughafen.

Lembeh Strait

Damit man am Tauchen in der Lembeh Strait seinen Spass findet, muss man vielleicht ein bisschen verrückt sein. Wer hier hin kommt, um mit tropischen Fischen an farbenfrohen Korallenriffen und guter Sicht zu tauchen, ist jedenfalls am falschen Platz. Die Lembeh Strait ist nämlich ein natürlicher Schiffskanal mit Hafenzugang sowie entsprechend viel Verkehr. Wer jedoch nichts gegen Sand- und Schlammtauchgänge einzuwenden hat sowie ganz spezielle und eher kleinere Meeresbewohner liebt, ist hier genau am richtigen Ort. Bereits auf dem ersten Tauchgang begegnen wir allerhand atemberaubenden Tieren, die wir noch nie in unserem Leben vor die Taucherbrille resp. die Unterwasserkamera bekommen haben. Teilweise sind die Dinger derart klein, dass wir sogar die Lupe zur Hilfe nehmen müssen! Wie sehr hier alle von dem vielen Kleingetier fasziniert sind, zeigt auch die Tatsache, dass ich die einzige Taucherin ohne eigene Kamera bin. Doch da Odi bekanntlich den Part des (Tier-)Fotografen übernimmt, bekomme auch ich ganz bestimmt von jeder Kreatur das entsprechende Abbild. Im Wissen, dass alle Nicht-Taucher die vielen Fischfotos wohl ziemlich ätzend finden werden, möchten wir uns bereits an dieser Stelle für die doch recht fischhaltige Gallery entschuldigen…

Indonesia, Lembeh, Squid

Zu unserer Überraschung hat es hier sogar der Nachttauchgang in sich! Eigentlich sind wir keine grossen Fans vom Tauchen mit Lampe, aber spätestens als sich eine spanische Tänzerin in meinem Lichtstrahl zeigt, bin ich hin und weg. Wow!

Abfallentsorgung à la Indonesien

Nach den üblichen zwei Tauchgängen am Morgen tauchen wir heute auch am Nachmittag nochmals ab. Schliesslich wollen wir die zwei Tage in Lembeh so gut wie möglich auskosten. Das einzige was uns unter Wasser wirklich stört, ist der viele Abfall. Wie wir bereits bei unserem ersten Aufenthalt in Indonesien festgestellt haben, wird hier so ziemlich alles was nicht mehr gebraucht wird im Meer versenkt. So unglaublich dies für uns auch klingen mag, fühlen sich die Meeresbewohner der Lembeh Strait auch gerade deswegen hier ganz besonders wohl. Auf der Insel gibt es ansonsten nicht viel zu tun. Den schönen Strand, die Sonnenliegen sowie jegliche weitere Luxusgüter sucht man jedenfalls vergebens. Neben der Hauptaktivität Tauchen bleibt so viel Zeit zum Lesen, Ausspannen und Schlafen. Ungewohnt ist für uns, dass alle Gäste drei Mal im Tag zusammen an einem riesigen Tisch essen. Da sich hierhin eigentlich nur Taucher verirren, müssen wir wohl nicht erwähnen, welches Thema dabei dominierend ist. Manchmal wird sogar für unseren Gusto etwas zu viel „gefachsimpelt“…

Auf zur nächsten Insel

Mit Sack und Pack machen wir uns nach dem Frühstück auf nach Bunaken, einer weiteren Taucherdestination in der Region um Manado. Da das Resort unserer Tauchschule in den ersten zwei Nächten ausgebucht war, werden wir vorerst in einer einfachen Bungalowanlage ein paar Minuten weiter untergebracht. Nach einer kurzen Erholungsphase in der hauseigenen Hängematte können wir uns trotz einigen Anlaufschwierigkeiten gegenseitig zu einem kurzen Schnorchelgang motivieren. Um zum Hausriff zu kommen, muss man je nach Wasserstand entweder durch einen Mangrovenwald waten oder schwimmen. Ich finde den Anblick der Bäume von unten nur bedingt amüsant und bin froh, dass es hier wie sonst in solchen Gewässern üblich keine Krokodile gibt… Zum Schlummerbier werden wir nach dem z’Nacht von den Langzeitgästen in die nächste Bar ausgeführt. Zu einem kalten Bier spielt die Hausband für uns ein paar Songs. Obwohl das Schlagzeug sowie das Mikrofon selbst gebastelt sind, liefern die Jungs eine tolle Show. Einmal mehr wird uns bewusst, dass Improvisation in diesen Ländern oft das halbe Leben ist!

Bunaken

Die Tauchplätze in Bunaken könnten im Vergleich zu Lembeh unterschiedlicher kaum sein. Hier gibt es wieder jede Menge nette Korallen und viele bunte Fische.

Indonesia, Lembeh, Fish

Bereits nach den ersten zwei Tauchgängen müssen wir feststellen, dass wir uns insgeheim ein bisschen mehr erhofft haben. Zu verwöhnt von den vielen Topspots, die wir überall auf der Welt schon betaucht haben, haut es uns mindestens nach dem ersten Tag (noch) nicht aus den Flossen. Zudem war heute die Strömung derart stark, dass wir vor allem für meinen Geschmack doch etwas gar heftig paddeln mussten. Es bleibt die Hoffnung, dass die besten Dive Sites noch auf uns warten…

Dekotauchgänge

Bevor wir heute mit dem Boot ablegen, bringen wir unsere sieben Sachen in das Tauchresort und beziehen die neue Unterkunft. Nach der doch sehr einfachen Hütte können wir kaum glauben, wie nett das neue Bungalow ist. Den Rest des Vormittages verbringen wir wie gewohnt im Wasser. Mit unserem persönlichen Diveguide, der langsam aber sicher seine Schüchternheit verliert, tauchen wir richtig tief ab. Irgendwie gilt für uns die allgemein gültige maximale Tiefe nicht wirklich und wir machen zwei richtige Dekotauchgänge. Ein Wunder, dass die Luft reicht, bis wir wieder nach oben dürfen… :-) . Am Nachmittag verwandelt sich vor allem Odi immer in eine wandelnde Schlaftablette, die zu fast keiner Aktivität mehr zu bewegen ist. Mindestens heute kann ich ihn aber zu einem Spaziergang ins Dorf überreden. Wie fast überall in Südostasien treffen wir auch hier auf Kinder, die sich kaum an den Fotos von ihnen satt sehen können und deshalb nur zu gerne für uns posieren. Selbstverständlich lassen wir uns nicht zweimal bitten und haben mindestens genau so viel Freude am Resultat wie die Kleinen.

Ein Auszug aus unseren Logbüchern

Datum: 16.10.2008
Tauchgang Nr.: 144 (Karin) / 133 (Odi)
Tauchplatz: Ron’s Point – Bunaken
Durchschnittliche Tiefe: 16,1 m
Maximale Tiefe: 33,8 m
Tauchzeit: 64 Minuten
Wassertemperatur: 29 Grad
Bemerkungen: Strömung wie in einer Waschmaschine, VBF (viele bunte Fische)

Datum: 16.10.2008
Tauchgang Nr. 145 (Karin) / 134 (Odi)
Tauchplatz: Lekuan II – Bunaken
Durchschnittliche Tiefe: 10.9 m
Maximale Tiefe: 26,5 m
Tauchzeit: 77 Minuten
Wassertemperatur: 29 Grad
Bemerkungen: nettes Riff an einer Steilwand, SAU (same as usual), zum Glück beisst der Triggerfish nur unserem Divemaster ein Loch in die Flossen

Ganz viele Delfine

Auf der langen Bootsfahrt zum Barracuda Point werden wir heute Morgen während ein paar Minuten von einer grossen Delfinschule begleitet. Überall springt immer wieder ein Tier aus dem Wasser und lässt dabei vor allem die Herzen der weiblichen Tauchgäste höher schlagen. Der nächste Höhepunkt folgt kurze Zeit später unter Wasser. Über zehn Minuten können wir mit einem Barracudaschwarm schwimmen und die Fische aus nächster Distanz bewundern. Auf dem zweiten Tauchgang zeigt sich auf einmal eine über zwei Meter lange Seeschlange. Das Tier ist derart übernatürlich gross, dass sich unser Diveguide vor lauter Schreck fast in die Hosen macht. Da wir die Schlange schon lange gesehen haben, machen wir uns auch fast in die Hosen – allerdings vor lauter Lachen! Nach so viel Action verbringen wir den Nachmittag ohne schlechtes Gewissen in der Hängematte. Wir wollen schliesslich unser Tierglück nicht übermässig strapazieren…

Ein letztes Mal abtauchen

Mit dem heutigen Tag gehen unsere Tauchferien in Sulawesi zu Ende. Sehr zur Freude von Odi steuern wir zuerst nochmals einen Tauchplatz mit viel Sand und komischen kleinen Kreaturen an.

Indonesia, Bunaken, Nudi Branch

Wir haben fast das Gefühl nochmals in Lembeh abtauchen zu können. Die letzte Flasche saugen wir an einer der unzähligen Steilwänden rund um die Insel leer. Endlich lassen sich dabei auch noch zwei Haie und ein paar Schildkröten blicken. Ein Turtle ist gar derart gross, dass wir uns daneben richtig klein fühlen. Da der Himmel sich langsam aber sicher verdunkelt, machen wir es uns für den Rest des Tages bei unserem Bungalow gemütlich. Dass dies ein weiser Entscheid war, zeigt sich kurze Zeit später, als es sintflutartig beginnt zu Regnen. Schliesslich wollen wir nicht schöner werden, als wir eh schon sind und nass sind wir in den letzten Tagen eigentlich auch mehr als genug gewesen… Beim Schlummerbier erfahren wir übrigens, dass der männliche Part des holländischen Ehepaares, mit welchem wir am Abend oft zusammen sassen, der kreative Kopf der „100’000 Mark Show“ und der „Traumhochzeit“ war. Wer hätte gedacht, dass wir im fernen Indonesien auf den Erfinder dieser in unserer Jugend doch sehr beliebten Shows treffen. Die Welt ist manchmal doch sehr, sehr klein :-) .

Hier sind die Fischbilder

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Auszeit in Bangkok

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Savatikaa Bangkok

Obwohl wir in aller Frühe an den Flughafen aufbrechen, ist die gesamte Hotelcrew schon wach, um uns nach einem kleinen Frühstück persönlich zu verabschieden. Ein letztes Mal sind wir hingerissen von der Herzlichkeit der Burmesen! Am Flughafen in Bangkok erhalten wir endlich die gesuchte Antwort auf unsere Frage betreffend den Einreisebestimmungen für Thailand. Vor der Passkontrolle finden wir des Rätsels Lösung in Form eines Plakates, auf welchem schwarz auf weiss steht was Sache ist. Judihui, die Vorschriften kollidieren nicht mit unseren Reiseplänen! Den Rest des Tages verbringen wir im MBK. Nach den elf Tagen in Myanmar ist das Angebot einfach immens. In Myanmar findet man nicht einmal den Hauch von ähnlichen Produkten. Da wir uns in den nächsten drei Tagen eine Sightseeing- und Reiseauszeit gönnen, verwenden wir unseren Aufenthalt im Shoppingparadies heute vor allem für das Update unserer Homepage. Von den Unruhen beim Parlamentsgebäude erfahren wir übrigens erst am Abend aus dem Fernsehen. Wir haben den ganzen Tag überhaupt nichts davon mitbekommen und da wir n

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Myanmar (Burma)

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Viele neue Eindrücke

Obwohl uns der Wecker um kurz vor fünf aus den Federn holt und wir um diese Zeit normalerweise kaum einen Meter weit sehen, lassen wir uns das Frühstück heute nicht entgehen. Seit langer Zeit gibt es wieder einmal ein fast europäisches Morgenessen! Nach etwas mehr als einer Stunde Flug landen wir schliesslich um acht Uhr Ortszeit in Yangon, der ehemaligen Hauptstadt von Myanmar. Für die Fahrt in die Stadt schliessen wir uns einem Franzosen und einem Aussie an. Der eine kennt das ganze Taxiprozedere und der andere weiss eine nette Unterkunft. Zu gerne lassen wir uns von den beiden führen und geniessen die passive Ankunft in diesem Land. Im Hotel werden wir herzlich begrüsst und fühlen uns auf Anhieb mehr als willkommen. Versorgt mit vielen guten Ratschlägen machen wir uns schliesslich auf in die Strassen von Yangon. Unser erster Eindruck: die Gebäude sehen aus wie in Havanna, die Menschen wie in Indien, die Strassen wie in Kambodscha und das Chaos wie in Indonesien. Obwohl unsere Vorstellungen von Yangon vielleicht ein bisschen idyllischer und romantischer waren, fühlen wir uns nicht unwohl. Nach dem wir den im alleinigen Planet vorgeschlagenen Rundgang abgelaufen sind sowie eine erste Pagode besucht haben, finden wir uns auf dem Markt wieder. Dies ist ein Ort, wo man in Myanmar Geld wechseln kann. Den besten Kurs bekommt man bei den Händlern, die einem an jeder Strassenecke ansprechen. Da dabei die Gefahr übers Ohr gehauen zu werden jedoch besonders gross ist, lassen wir die Finger davon. Die zweite Möglichkeit sind die Schmuck- und Souvenirläden auf dem Markt. Auch diese Variante zählt zum Schwarzmarkt, wird aber offiziell nicht bekämpft. Die Vorteile sind dabei, dass man in Ruhe das Geld zählen kann (dazu später mehr…), bei allfälliger Unzufriedenheit den Shop wieder findet und der Kurs fast so gut ist wie auf der Strasse. Weiter kann das Geld auch im Hotel gewechselt werden. Dieser Kurs unterliegt allerdings Steuern, die direkt in die Tasche der Regierung wandern und ist deshalb weder sonderlich attraktiv, noch sehr verantwortungsvoll. Die bei uns übliche Variante auf die Bank zu gehen, ist hier keine Option. Man bekommt nur etwa halb soviel Geld. Der langen Reden kurzer Sinn – nach einigem Zögern von Odi wagen wir uns schliesslich zu einem Juwelier und wickeln das Geschäft ab. Da die grösste Note dem Gegenwert von einem Dollar entspricht, verlassen wir kurze Zeit später den Laden mit einem riesigen Haufen Geldnoten. Kleine Bemerkung am Rande: in Myanmar gibt es keinen einzigen ATM! Kurz vor dem grossen Nachmittagsgewitter ziehen wir uns in einen westliches Kaffee zurück und gönnen uns eine kleine Auszeit. Auf dem Rückweg zum Hotel entdecken wir schliesslich ein Kino. Da wir den Film „The Mummy III“ bis dato überall verpasst haben, nutzen wir die Chance und sitzen kurze Zeit später im Filmtheater. Obwohl wir uns die zweit beste Kategorie leisten, bezahlen wir nur gerade 1,4 Franken Eintritt! Der einzige Nachteil: es gibt keine Popcorn. Zum z’Nacht und anschliessendem Schlummtertrunk treffen wir uns mit Greg, dem Aussie aus dem Taxi. Das Essen schmeckt weitaus besser, als die Güetzi mit Ablaufdatum Oktober 2007, die wir heute in einem Shop gekauft haben. Es scheint, als ob man hier auch beim Einkaufen den Kopf bei der Sache haben muss.

Thanks for coming!

Einmal mehr müssen wir uns heute morgen als erstes mit einem Visumproblem beschäftigen. Thailand hat vor kurzem die Einreisebestimmungen geändert und wir sind uns auf einmal nicht mehr sicher, ob unsere Reisepläne mit diesen Vorschriften kooperieren. Da wir auch nach einer Stunde im Internet nicht viel schlauer sind, wenden wir uns schliesslich an das thailändische Konsulat in der Schweiz. Schauen wir mal, was die dazu meinen. Ansonsten werden wir wohl mit einer einmaligen Provision dem Zöllner an der laotisch-thailändischen Grenze auf dem Sprünge helfen müssen :-) . Nachdem wir das Ticket für den Nachtbus nach Mandalay gekauft haben, finden wir tatsächlich einen richtigen Supermarket. Hier bekommt man fast alles, was man auf der Strasse weitgehend vergebens sucht. Nur ein Beispiel sind die Getränke. Auf der Strasse sowie in den kleinen Shops wird praktisch nur Wasser verkauft und Petflaschen sind hier immer eine Rarität. Dass Myanmar zu den ärmsten Ländern gehört, ist auch sonst allen Ecken ersichtlich. Die von den Engländern während der Kolonialzeit aufgebaute Infrastruktur wurde nach dem Bau nie unterhalten und zerfällt heute langsam aber sicher in Einzelteile. Die riesigen Löcher im Trottoir, durch die man locker bis zwei Meter in die Tiefe stürzen kann, sind nur ein Exempel. Das Wahrzeichen von Yangon ist die Shwedagon Paya, eine riesige Tempelanlage. Wir verbringen über eine Stunde zwischen all den Stupas und geniessen die friedliche Atmosphäre. Nicht zum ersten Mal bedankt sich ein älterer Mann bei uns, dass wir nach Myanmar gekommen sind. Nach den Unruhen im Herbst 2007 sowie dem verheerenden Wirbelsturm vor einem halben Jahr habe die Anzahl Touristen dramatisch abgenommen. Dabei brauche sein Land Reisende wie uns so dringend. Auch wir haben uns lange überlegt, ob wir in ein Land, das von einem Militärregime regiert wird, wirklich bereisen wollen. Die Reaktionen der Burmesen haben uns aber bereits in den ersten zwei Tagen gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir sind der Meinung, dass ein Boykott vor allem der Bevölkerung und nicht der Regierung schadet. Wir achten deshalb auch besonders darauf, dass unsere Devisen möglichst nicht in der Tasche der Regierung landen. Zum Glück gibt es mit dem Lonely Planet einen Reiseführer, der in die gleiche Richtung zielt und so ein vertretbares Reisen zulässt. Via Kandawgyi Lake spazieren wir schliesslich zurück ins Hotel. Den Abend verbringen wir wieder mit Greg. Nach einem authentischen burmesischen Leckerbissen geniessen wir den Schlummertrunk auch heute wieder in einer nobleren Bar über den Dächern von Yangon. Da wir die einzigen Gäste sind, werden wir von den zehn Angestellten ganz besonders aufmerksam bewirtet. Auch die Jazzband spielt nur für uns ganz alleine. Das einzige Anstrengende an der Sache ist, dass wir auch die einzigen zum Applaudieren sind.

Mit dem Bus 695 Kilometer in den Norden

Damit wir vor der langen Busfahrt nach Mandalay einigermassen frisch bleiben, beschränkt sich unser heutiges Programm eher auf „unschwitzige“ Aktivitäten. Nachdem wir auf dem Markt nochmals eine Stange Geld gewechselt haben, verziehen wir uns deshalb wieder ins Kino. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Theater schauen wir uns den Film „Wanted“ an. Als die Vorstellung zu Ende ist, sehen wir am Durcheinander auf dem Boden warum es die ganze Zeit um uns so knackte und raschelte. Es scheint als ob jeder mindestens ein halbes Kilo Sonnenblumenkerne verschlingt hat! Schliesslich ist es an der Zeit zum Busterminal zu fahren. Da die Informationen über die Dauer der Busfahrt zwischen 12 und 18 Stunden schwanken, haben wir uns mental auf eine sehr, sehr lange Fahrt eingestellt. Als wir mit dem Taxi am Busterminal ankommen, trauen wir unseren Augen kaum. Ein solch riesiges Terminal haben wir in unserem Leben noch nie gesehen! Auf der Fläche von mehreren Fussballfeldern reihen sich unzählige Busgesellschaften in einer Art Dorf aneinander. Obwohl unser Taxifahrer unsere Buscompany kennt, muss auch er über zehn Minuten suchen, bis er uns am richtigen Ort ausladen kann. Warum niemand auf Platz 1 und 2 sitzen wollte, wird uns spätestens beim Einsteigen klar. Die Platzverhältnisse sind doch eher beschränkt und wir brauchen einen Augenblick bis wir uns einigermassen bequem platziert haben. Zum Schlafen kommen wir die ganze Nacht nicht wirklich. Zwei grössere Polizeikontrollen sowie die vielen Pinkel- resp. Essenspausen, bei denen immer der ganze Bus aussteigen muss, halten uns mehr oder weniger wach. Einzig beim Stopp, wo der Strassengraben die übliche Toilette ersetzt, dürfen wir gnädigerweise sitzen bleiben. Wir können uns ein Grinsen nicht verkneifen, als wir praktisch alle Passagiere in Reih und Glied beim Erledigen ihres Geschäftes beobachten können. Die Fahrweise unserer zwei (!!! – wahrlich eine Seltenheit in Asien) Fahrer ist defensiv und angenehm. Wir sind froh, dass die Jungs so vorsichtig unterwegs sind, denn ansonsten könnte es für die vor ihrem Lastwagen auf der Strasse schlafenden Fahrer doch recht unangenehm werden. Als um sechs Uhr die Sonne aufgeht, können wir beobachten wie das Leben auf dem Lande langsam erwacht. Die Stimmung ist sehr eindrücklich. Besonders fasziniert bin ich von den vielen Mönche zwischen 5 und 90 Jahren, die sich in kleinen Gruppen auf den Weg machen, um ihr Essen bei der Bevölkerung einzusammeln. Odi erfreut sich währenddessen eher an den unzähligen Ochsenkarren, die uns am Strassenrand auf ihrem Weg auf die Felder begegnen. Obwohl wir nun doch schon einen Moment am Reisen sind, können wir kaum glauben wie viele neue Eindrücke dieses Land uns bietet. Uns kommt es jedenfalls vor, als ob wir irgendwie in einem anderen Jahrhundert gelandet wären!

Myanmar, Bagan, Transport

Geschafft, wir sind in Mandalay!

Nach 15 Stunden haben wir es geschafft – wir sind in Mandalay! Wie gewohnt finden wir ohne Probleme ein freies Zimmer in einem Guesthouse. Da wir von der Busfahrt doch ziemlich müde sind, gönnen wir uns erstmals ein bisschen Erholung. Doch auch nach drei Stunden Schlaf sind wir immer noch derart „groggy“, dass sich unsere erste Entdeckungstour auf einen gemütlichen Spaziergang beschränkt. In einem Teahouse essen wir das wohl günstigste Essen des ganze Jahres! Für umgerechnet nur 1,5 Franken verpflegen wir uns mit Nudeln und Cola. In Mandalay herrscht weniger Betrieb als in der Hauptstadt. Alles scheint hier ein bisschen langsamer und gemütlicher. Für uns Berner also definitiv ein Ort, an dem wir uns wohl fühlen sollten! Die Menschen heissen uns hier noch viel herzlicher willkommen als in Yangon. Von überall wird uns ein nettes „Hello“ zugerufen und ein Lächeln geschenkt. Wie in der Hauptstadt hat es auch in Mandalay viele Moscheen. Auch katholische Kirchen und Hindutempel gehören zum Strassenbild. Spätestens als wir auf der Dachterrasse unseres Guesthouses ein Bier geniessen und der Muezzin zum Gebet ruft, sind wir uns sicher, dass die Bevölkerung die Religionsvielfalt akzeptiert und lebt. Das gleiche gilt wohl weitgehend auch für Homosexuelle, sind wir doch heute auf dem Markt einer richtigen Schwulenparade begegnet. Das indische Essen an der Strassenecke, die Chapatis und das Curry schmecken hervorragend. Einzig die Kinder, die einem hier bedienen und die in ihrem ganzen Leben nie eine Schule von innen sehen werden, stimmen uns nachdenklich. Nach dem Essen lassen wir uns von einer Ritschka zu den Moustache Brothers fahren. Die drei Brüder sind die bekanntesten Gesichter einen Komödiantenfamilie und stehen aufgrund ihrer zweideutigen Äusserungen über die Regierung auf der schwarzen Liste. Zwei der drei Brüder wurden deshalb auch schon mehrmals verhaftet und in einem Arbeitslager festgehalten. Da die Regierung ihnen die öffentlichen Auftritte verboten hat, findet die Show nun jeden Abend in der Privatgarage der Familie statt. Obwohl wir uns etwas mehr Hintergrundinformationen zum Land erhofft haben und die Tanzeinlagen sowie der Eintritt doch eher an der oberen Grenze sind, werden wir ganz gut unterhalten. Alleine die Zivilcourage der Moustache Brothers der Regierung zu trotzen, verdient unseren Respekt.

Acient City’s

Zusammen mit Greg mieten wir uns heute einen 60-jährigen Oldtimer und besuchen die drei alten Königsstädte Amarapura, Sagaing und Inwa. Als wir über holprige Strassen zu unserem ersten Ziel fahren, fühlen wir uns ein bisschen wie britische Kolonialherren und wir können nicht genau eruieren, ob nun wir oder das Auto die grössere Attraktion sind. In Amarapura ist nicht mehr viel vom alten Glanz übrig. Der Ort wird heutzutage vor allem wegen seines Klosters und der 200-jährigen, 1,2 Kilometer langen Holzbrücke besucht. Jeden Tag nach zehn Uhr dürfen Interessierte die 1300 im Kloster lebenden Mönche beim Mittagessen beobachten. Eine schier endlose Reihe von Männern jeden Alters wandert an uns vorbei, um im riesigen Speisesaal zusammen die letzte Mahlzeit des Tages einzunehmen. Ab dem fünften Lebensjahr können grundsätzlich alle einem Kloster beitreten. Wie lange man bleiben möchte, ist jedem freigestellt. Einige bleiben nur eine Woche, viele einen Monat oder ein Jahr und andere für immer. Wer kann, kauft seinem Sohn oder seiner Tochter für umgerechnet drei Franken die vorgeschriebene Kleidung und übergibt seine Kinder in die Obhut der Mönche. So unvorstellbar dies für uns tönen mag – hier werden die Kinder mit allem notwendigen versorgt und ihre Eltern im täglichen Überlebenskampf ein wenig entlastet.

Myanmar, Mingung, Monk

Nachdem wir auch die Brücke besichtigt haben, fahren wir weiter nach Sagaing. In diesem Ort hat es nur gerade 500 Stupas und Pagoden. Soweit das Auge reicht, ragen die goldenen Dächer über die Baumkronen hinaus. Wir sind uns inzwischen fast sicher, dass es in Myanmar praktisch für jeden Einwohner eine Paya gibt. Vorbei an uralten Tempelanlagen werden wir an unserer letzten Destination mit der Kutsche zu einem weiteren Kloster gefahren. Die Bauten in Inwa sind für uns die Krönung des Tages. Umgeben von einer Landschaft mit einer unglaublich friedlichen Stimmung findet man hier einige wahre Kunstwerke an Bauten.

Mandalay

Das schlechte Wetter verschiebt unsere geplante Sightseeing-Tour auf den Nachmittag. Erst als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, machen wir uns auf die Suche nach einem Gefährt, das uns den Rest des Tages in der Stadt herum chauffieren kann. Da die Anzahl Touristen wie bereits erwähnt seit längerer Zeit schwindend klein ist, versuchen wir bei jedem Transport eine anderen Person zu berücksichtigen und so das Geld so gut wie möglich unter all den Fahrern zu verteilen. Bei einem Durchschnittseinkommen von einem Dollar pro Tag können wir so doch einigen Familien wenigstens für ein paar Tage über die Runden helfen. Mit einem kleinen Mazda-Pickup fahren wir los zu den Sehenswürdigkeiten von Mandalay. In der Mahamuni Paya können wir einen Buddha bestaunen, der mit einer 15 cm dicken Schicht aus Goldpapier überdeckt ist. Leider ist das weibliche Geschlecht auch im Buddhismus dem männlichen Pendant nicht ganz gleich gestellt, so dass ich das Heiligtum nur aus einer gewissen Entfernung betrachten darf. Im alten Königspalast verweilen wir nicht lange. Nach den grossartigen Bauten in Beijing beeindruckt uns diese Version nicht besonders und wir widmen uns stattdessen lieber den restlichen Pagoden und Klöstern in der Stadt. Auch wenn die Pagoden in ihren Grundzügen immer gleich aussehen, hat doch jede Paya ihre Besonderheit. Neben einem aus 20’000 Seiten bestehenden in Stein gehauenen Buch, gibt es auch einen 900 Tonnen schweren Buddha aus Marmor zu bestaunen. In einer weiteren Paya werden wir von einem jungen Mönch in perfektem Englisch angesprochen. Der 19-jährige scheint sehr gebildet und wir diskutieren mit ihm eine ganze Weile über den Buddhismus sowie die Probleme in seinem Land. Besonders interessiert ist er auch an unserem Lonely Planet, den wir ihm während wir uns die Pagode anschauen zum Lesen überlassen. Am meisten beeindruckt uns heute die Shewenandaw Kyaung, ein Klosterbau aus Holz, der sich durch seine filigranen Schnitzereien hervorhebt. Zum Schluss der Tour besteigen wir den 230 Meter hohen Mandalay Hill. Von hier soll der Sonnenuntergang bei schönem Wetter ganz besonders schön sein. Da der Himmel aber inzwischen wieder mit einer dicken Wolkenschicht überdeckt wird, sitzen wir bald wieder im Taxi und widmen uns stattdessen den üblichen Abend-Aktivitäten.

Mingun

Heute machen wir mit dem Schiff einen Ausflug nach Mingun. Da es Touristen nicht erlaubt ist mit dem öffentlichen Boot zu fahren, schippern wir auf einem Touristenboot und einer überraschend grossen Anzahl an Backpackern die elf Kilometer den Fluss hinauf. Mingun ist bekannt für seine aus dem 19. Jahrhundert stammende Pagode. Da der König während dem Bau verstarb, wurde das Heiligtum nie ganz fertig gebaut und erinnert teilweise eher an einen überdimensionalen Haufen von Ziegelsteinen. Als Kontrast zu den überwiegend weissen Payas finden wir es jedoch ganz nett zur Abwechslung einmal eine etwas andere Bauweise anschauen zu können. Zurück in Mandalay geniessen wir den Luxus einer Klimaanlage und bleiben vorwiegend im kühlen Zimmer. Irgendwie ist es uns heute fast zu heiss, um uns weiteren ernsthaften Aktivitäten zu widmen. Die Menschen in Myanmar haben ihre eigene Art, sich vor der Sonne und Hitze zu schützen. Die Frauen und Kinder benützen als Sonnenschutz eine gelbliche Paste, die sie sich vorwiegend in das Gesicht schmieren. Die Männer suchen ihre Abkühlung indem sie statt einer Hosen einen Sarong tragen. Beides scheint sehr hilfreich, laufen hier doch fast alle mit gelben Gesichtern und/oder Röcken durch die Strassen.

Durchgeschüttelt nach Bagan

In keinem Land haben wir bis jetzt derart schlechte Strasse angetroffen wie in Myanmar. Wie überall fehlt auch zum Strassenbau schlicht das Geld. Wird ausnahmsweise doch ab und zu irgendwo eine Strasse ausgebessert, werden alle passierenden Fahrzeuge unverzüglich zur Kasse gebeten. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man in einem Dorf innerhalb von 50 Metern zwei Mal eine Gebühr bezahlen muss. Auch die Route nach Bagan erinnert uns eher an eine staubige Wüsten-Ralley als an eine Hauptverbindungsachse zwischen zwei wichtigen Zentren. Ganze sechs Stunden werden wir auf unseren Sitzen so richtig durchgeschüttelt. Verglichen mit den Pick-ups, auf denen die Burmesen jeden möglichen Platz mindestens zu dritt besetzen, sind wir aber eigentlich ganz zufrieden mit unserem im Vergleich luxuriösen Bus. In Bagan angekommen, schnappen wir uns im Guesthouse ein Velo und machen uns auf zu den ersten Stupas. Auf einer Fläche von 42 km2 sind hier in den letzten 2000 Jahren unglaubliche 4400 Tempel entstanden. Erst als wir für den Sonnenuntergang auf eine der unzähligen Stupas steigen, wird uns die immense Anzahl an Anlagen so richtig bewusst. Soweit das Auge reicht, ragen die Spitzen zwischen den Feldern dem Himmel entgegen. Der Anblick ist atemberaubend! Durch Zufall hat sich Greg für den Sonnenuntergang die gleiche Stupa ausgesucht und so treffen wir schon ein bisschen früher als verabredet wieder auf unseren australischen Freund. Leider hat sich in der Zwischenzeit die einzige Wolke am ganzen Himmel genau vor die Sonne geschoben. Als Ersatz für den nicht ganz so optimalen Sonnenuntergang, geniessen wir das Abendessen neben einer beleuchteten Stupa unter dem Sternenhimmel. Was den Untergang der Sonne betrifft, bleiben uns zum Glück ja noch zwei Abende.

Bagan

Nach dem Frühstück satteln wir wieder unsere Velos und radeln los zu den Stupas. Unser primäres Ziel sind heute die Bauten in Old Bagan. Dort sind auf einer relativ kleinen Fläche einige der grössten Tempel versammelt. Wie im ganzen Land hat es auch Bagan nur vereinzelte Touristen. Während wir in Mandalay vor allem die Ritschkafahrer abwehren mussten, werden wir hier praktisch auf Schritt und Tritt von den Souvenirverkäufern verfolgt. Pro Tourist zählen wir mindestens 20 Verkäufer! Was meist mit einem „Where are you from?“ beginnt, endet über kurz oder lang immer mit einem Verkaufsgespräch. Da wir die Touristenzahlen und die damit verbundene Not der Bevölkerung kennen, versuchen wir so nett wie möglich zu bleiben und uns einen Spass aus den Belagerungen zu machen. Allerdings wird es auch uns ein paar Mal schlicht zu anstrengend, so dass nur klare Worte wieder ein bisschen Ruhe bringen. Kurz vor der letzten Pagode verabschiedet sich die Luft aus meinem Hinterreifen und die Fahrt über die Sandpisten wird noch ein bisschen anstrengender. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang schaffen wir es aber zur gleichen Pagode wie am Vorabend.

Myanmar, Bagan, Payas

Da uns die Verkäufer schon kennen, werden wir in Ruhe gelassen und geniessen die Aussicht bald tout seul. Ganz alleine bleiben wir dann aber doch nicht, gesellt sich doch kurz vor dem Grande Finale ein Haufen von schnatternden Archäologiestudenten zu uns… Am Abend landen wir in einem unscheinbaren Restaurant. Nach dem Motto „Good food takes time“ zaubert die ganze Familie für uns einen super feinen indischen Leckerbissen zu.

Mt. Popa

Der letzte Ausflug mit Greg bringt uns zum Mount Popa. Da wir am Vorabend eine Flasche Popsi – eine scheussliche malaysische Fälschung von Pepsi gekauft haben – wird uns der Fels wohl eher als Mount Popsi in Erinnerung bleiben. Der Berg ist der wichtigste Nat-Wahlfahrtsort im Lande. Die Nats sind eine Art Geister und gehören wie der Buddhismus zum spirituellen Alltag der Burmesen. Beim Aufstieg werden wir von unzähligen Affen begleitet. Zum Glück sind die Viecher hier aber nicht aggressiv und lassen uns einigermassen ungestört den Berg hinauf klettern. Wirklich stören tun uns nur die Affenschei… und Affenpi… der Tiere, die grosszügig überall auf den Treppenstufen verteilt sind. Pech, dass wir wie bei jedem Heiligtum auch hier die Schuhe ausziehen müssen… Zurück in Bagan heisst es Abschied nehmen von Greg. Thanks mate, for having a great time – see you again! Da erst kurz nach Mittag ist, schnappen wir uns wieder unsere Bikes und radeln nochmals los zu ein paar weiteren Stupas. Die Sonne scheint heute ganz besonders erbarmungslos auf uns nieder und wir kommen zeitweise kaum vom Fleck. Für den letzten Sonnenuntergang haben wir uns eine neue Stupa ausgesucht. Nach dem Einkreisverfahren nähern wir uns zum Abschluss unserer Tour de Bagan dem Tempel irgendwo mitten in einem Feld und geniessen einen letzten Ausblick auf Bagan. Auf der Rückfahrt darf sich heute Odi mit einem Platten abmühen. Nur gut, dass das Flicken der Reifen hier so günstig ist… In netter Gesellschaft von einem Deutschen lassen wir uns wieder von der gleichen Familie bekochen. Das Wonderful Tasty Restaurant ist wirklich wonderful and tasty!

Drei Stromsysteme

An unserem letzten Tag in Myanmar gönnen wir uns wieder einmal eine Auszeit. Nachdem wir ausgeschlafen haben, beschäftigen wir uns vor allem mit Fotos aussuchen, Tagebuch schreiben und lesen. Bei einem kurzen Spaziergang durch das Dorf kaufen wir unsere letzten Souvenirs ein. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir in der Luft und verlassen Bagan in Richtung Yangon. Da wir noch ein paar Dollar übrig haben, können wir uns diesen Flug leisten und müssen so nicht noch einmal 15 Stunden in einem Nachtbus verbringen. Man gönnt sich ja sonst nichts… Zum Abschluss unserer Reise noch eine kurze Geschichte zur Stromversorgung im Myanmar: die Häuser mit Stromanschluss sind mit drei verschiedenen Systemen ausgerüstet. Eine Stromart stellt die Regierung zur Verfügung. Diese Versorgung ist ziemlich unzuverlässig und fällt entsprechend oft aus. An dieser Leitung sind all Luxusdinger wie bspw. die Klimaanlage angeschlossen. Daneben gibt es den Strom von den Chinesen. Dieser ist dank des hohen Preises relativ stabil und versorgt den Rest des Hauses. Wer es sich leisten kann hat zudem als Notstrom einen Generator vor dem Haus. Dieser wird allerdings nur im äussersten Notfall angeworfen. Nach den vielen Stromausfällen und den anschliessenden Reset-Prozeduren wissen wir die Steckdosen in der Heimat nun jedenfalls wieder so richtig zu schätzen.

Wer unseren Bericht über Myanmar aufmerksam gelesen hat, weiss wie gut es uns hier gefallen hat. Da das Land unbedingt einen Besuch wert ist und wir den Menschen von ganzem Herzen mehr Touristen wünschen, haben wir nachfolgend noch einige zusätzliche Informationen zu Myanmar zusammengetragen:

Myanmar oder Burma?
Das Land wurde von den Engländern während der Kolonialzeit von Myanmar in Burma umbenannt. 1989 hat die Regierung den Namen schliesslich wieder gewechselt. Dies war eine von unzähligen Massnahmen, um sich so weit als möglich vom englischen Kolonialismus zu lösen.

Aung San Suu Kyi
Die wohl berühmteste Burmesin ist die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Ihre Partei hat 1988 die gewaltfreie prodemokratische Bewegung angeführt und in der Folge die demokratischen Wahlen von 1990 mit 82 % der Stimmen gewonnen. Entgegen dem Volkswillen hat die Militärregierung die Macht jedoch nie abgegeben und regiert resp.  kontrolliert das Land bis heute. Aung San Suu Kyi wurde seither dreimal unter Hausarrest gestellt. Sie lebt nach wie vor isoliert in ihrem Haus in Yangon.

Sanktionen aus dem Westen
Als Folge des dritten Hausarrestes von Aung San Suu Kyi im Jahr 2003 stellten die EU sowie die USA alle internationalen Beziehungen mit Myanmar ein. Die Sanktionen sind bis heute in Kraft. Die umliegenden asiatischen Länder – hauptsächlich China, Thailand und Singapore – beteiligen sich nicht an diesen Sanktionen.

Menschenrechte
Die Menschenrechte in Myanmar werden von der Militärregierung kontrolliert und eingeschränkt. Negative Äusserungen über die Regierung führen zu Verhaftung und Zwangsarbeit.

Unruhen im Herbst 2007
Vor einem Jahr haben in mehreren Städten Mönche und Studenten friedlich gegen die Militärregierung demonstriert. Die Proteste wurden von der Regierung gewaltsam unterbunden und haben bis heute keine Veränderung gebracht.

Taifun im Frühling 2008
In diesem Frühling wurde das Land von einem heftigen Taifun getroffen. Unglaublich viele Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Die besonders stark betroffen Gebiete sind für Touristen nicht zugänglich.

Informationsfluss
Wir haben das Gefühl, dass die Regierung hauptsächlich darauf bedacht ist, dass möglichst wenig Informationen das Land verlassen. Die Burmesen sind aus unserer Sicht sehr gut über das Weltgeschehen informiert. Mit den Touristen sowie zahlreichen ausländischen Fernsehsendern und Zeitungen gelangen die wichtigsten Informationen ins Land. Das Medium Internet wird vom Staat so gut als möglich kontrolliert. Einige Seiten sind gesperrt.

Sicherheit
Wir hatten während der ganzen Reise nie auch nur den Hauch eines Gefühls von Unsicherheit. Das Land ist aus unserer Sicht für Touristen absolut sicher.

Wie kann man den Menschen in Myanmar helfen?
Packt eure sieben Sachen und reist nach Myanmar! Die Burmesen warten regelrecht auf mehr Touristen. Bitte nicht vergessen: das mitgebrachte Geld sollte möglichst in den Taschen der Bevölkerung landen und nicht in denen der Regierung!!!

Hier sind die Bilder


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