South Africa, Lesotho & Swaziland

Short cut zu den Bildern

Kapstadt

Mit der Egypt Air verlassen wir die Schweiz pünktlich in Richtung Kairo. Die Fluggesellschaft unterscheidet sich wie erwartet kein bisschen von den allgemein bekannten Airlines. Einzig das Gebet, welches vor dem Start über die Lautsprecher ertönt ist etwas ungewohnt. Ach ja – und es gibt natürlich keinen Alkohol… In Kairo müssen wir uns bis zum Anschlussflug fünf Stunden um die Ohren schlagen. Mit mehreren Besuchen in der Heineken Bar und dem Burger im King geht die Zeit jedoch rasch vorbei. Nach dem Mitternachtssnack versuchen wir alle einige Stunden zu schlafen. Auch Odi muss sich wohl oder übel zu den Schlafenden gesellen, da das Entertainementsystem auf diesem Flug leider unbrauchbar ist. Acht Stunden später landen wir in Jo’burg und haben bald einen weiteren Stempel im Pass. Uns bleibt nicht viel Zeit, denn der nächste Flug wartet gleich wieder auf uns. Mit der Kulula Air nehmen die letzten zwei Flugstunden in Angriff. Obwohl wir alle hundemüde sind, ist an Schlaf nicht zu denken. Die “Super Crew” (so nennen sie sich selbst) bietet uns einen unvergleichbar unterhaltsamen Flug. Alle Ansagen sind mit irgendeinem Witz versehen, so dass sogar die Sicherheitsdemo von jedem Passagier mit viel Gelächter verfolgt wird. Als schliesslich während des Fluges auch noch alle laut ein “Happy Birthday” anstimmen, sind wir vollends überzeugt, dass wir die witzigste Crew “ever” gefunden haben. Nach 28 Stunden Reise erreichen wir schliesslich unser Hostel in Kapstadt. Wir nehmen es gelassen, als uns die Dame an der Rezeption mitteilt, dass nur ein statt zwei Zimmer reserviert sind. Ganz afrikanisch wird im Nu eine Alternative organisiert und Stuwi und KK werden die zwei nächsten Nächte im Hostel gleich um die Ecke verbringen. Nach dem ersten Bier machen wir einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. In einem amerikanischen anmutenden Restaurant füllen wir unsere Mägen mit viel Fleisch, Fisch und sonstigen Leckereien. Nach einem kurzen und windigen Schlummertrunk ergeben wir uns schliesslich gegen acht Uhr der Müdigkeit. Gute Nacht und auf eine super Zeit in Südafrika!

Table Mountain

An unserem ersten Tag in Südafrika wollen wir den Uluru Südafrikas besuchen: den Table Mountain. Da das Wetter in den letzten drei Tagen ziemlich windig und dadurch der Hausberg von Kapstadt praktisch geschlossen war, sind wir nicht ganz die einzigen, die sich am Morgen am Fusse einfinden. Irgendwie sind wir wahrscheinlich noch etwas müde und sehen so nur die Hälfte der Anstehschlange. Unbewusst und eher an asiatische Sitten gewohnt, lassen wir auf einen Schlag locker ein paar Hundert Touristen hinter uns. Bequem und schweissfrei bringt uns die Drehgondel – selbstverständlich made in Switzerland – nach oben. Wir geniessen die tolle Aussicht und machen die obligaten Fotos. Sogar das südafrikanische Murmeli – hier unter dem Namen “Dassie” bekannt – gibt uns die Ehre. Anscheinend kann man auf über hundert Wegen zurück in die Stadt wandern. Da nicht alle gleich zu empfehlen sind, lassen sich die Mädels im Souvenirshop den Weg auf einen Fresszettel schreiben – ganz afrikanisch eben… Auf dem steilen Abstieg können wir die vielfältige Flora nochmals so richtig geniessen. Wer hat gewusst, dass man um den Tafelberg die höchste Biodiversität auf der ganzen Welt finden kann? Nach dem Abstieg wollen die müden Beine geschont werden, so dass wir den Rest des Tages bei kaltem Bier, einheimischem Wein und gutem Essen verbringen.

Robben Island

Heute steht das erste Unesco Welterbe unserer Südafrika Reise auf dem Programm. Um vier der begehrten Plätze für die Tour nach Robben Island zu ergattern, haben wir bereits vor ein paar Wochen von zu Hause aus die Tickets reserviert. Nach 20 Minuten Bootsfahrt erreichen wir die geschichtsträchtige Insel. In einem Bus werden wir zuerst auf der Insel herum gefahren und mit allerhand Informationen versorgt. Durch das Gefängnis führt uns anschliessend ein ehemaliger politischer Gefangener, der viel von seinen eigenen Erfahrungen aus seiner Zeit in Gefangenschaft preis gibt. Selbstverständlich gehört auch der Besuch der Zelle von Nelson Mandela zum Programm. Obwohl die Tour informativ und interessant ist, hätten wir die Insel doch lieber selbstständig erkundet. Das Ganze ist uns doch etwas zu gut durch organsiert. Wieder zurück auf dem Festland schlendern wir durch das Waterfront-Quartier. Alles hier ist picobello und todschick. Wir fühlen uns so gar nicht wie in Afrika und machen uns deshalb lieber auf die Suche nach dem Fussballstadion, in welchem an der WM 2010 um den Weltmeistertitel gekämpft wird. Da die Arena noch im Bau ist, müssen wir uns mit einem Foto aus der Ferne begnügen. Einige Minuten schwelgen wir in unserem Träumen (mindestens jedenfalls drei von uns…) und hoffen, dass die CHer Nati hier im nächsten Sommer um den Finaleinzug kämpfen wird: HOPP SCHWIIZ!

Langa – ein Township in Kapstadt

Die erste Tageshälfte verbringen wir auf einer Tour durch Langa. Langa ist das erste der zahlreichen Townships, welche sich hier um Kapstadt gebildet haben. Unser Guide ist selbst in Langa geboren sowie aufgewachsen und wohnt auch heute mit seiner Familie noch dort. Entsprechend gibt er uns einen informativen und realen Einblick in den Alltag der Menschen in den Townships. Der erste Stopp führt uns in eine Kirche. Die Messe ist voll im Gang und wir lauschen geraume Zeit den Gospelgesängen der Kirchengänger. Wir sind beeindruckt, wie die Menschen aus voller Kehle singen und freudig tanzen. Auch wir können uns den einen anderen Hüftschwung nicht verkneifen. Nur mit dem Singen hapert‘s doch sehr… Als zweites besichtigen wir ein Community-Center, in welchem die Kinder sobald die Schule fertig ist einer Beschäftigung nachgehen können und so von der Strasse geholt werden sollen. KK und ich probieren uns spontan im Trommeln spielen und haben den Takt tatsächlich ziemlich rasch raus. In einem Hinterhof können wir schliesslich das lokale Bier probieren, welches die Frauen in einer Art Pub brauen, das zugleich als Wohnhaus dient. Doch eher ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges Kaltgetränk… Der nächste Halt ist wohl der eindrücklichste. Unser Guide führt uns ein Wohnhaus, in welchem mehrere Familien zusammen wohnen. Dabei teilen sich jeweils drei Familien ein Zimmer. Wir dürfen einen Raum besichtigen, in dem sage und schreibe 13 Personen (!!!) jeglichen Alters zusammen hausen. Da wird sich unsereins doch wieder einmal schlagartig bewusst, wie gut wir es doch haben. Die Regierung hat nun begonnen diese Häuser zu sanieren und so umzubauen, dass sich nur noch zwei Familien ein Haus teilen müssen. Die restlichen Familien werden umquartiert. Das Dilemma: die Miete kostet neu statt 20 (ca. CHF 3.20), 350 Rand (ca. CHF 56.00). Können sich die Familien diesen Luxus nicht leisten, bekommen sie gratis eine Unterkunft, welche allerdings extrem weit von der Stadt entfernt ist und die Transportkosten entsprechend unbezahlbar werden. In den Townships gibt es neben diesen Regierungshäusern auch die informellen Blechhütten, sowie einige wirklich nette Wohnhäuser. Diese werden sarkastischer Weise die Beverly Hills Häuser der Townships genannt. Wir sind sehr beeindruckt und können kaum glauben, dass es hier unter den Einwohnern keine Eifersucht geben soll. Nicht nur die unterschiedliche Wohnsituation birgt aus unserer Sicht ein gewisses Konfliktpotential. Teilweise fahren doch auch einige ganz chice Autos durch die Gegend. Zum Schluss besuchen wir noch einen Medizinmann. Die vielen toten Tiere, welche überall im Raum aufgehängt sind, sollen gegen alle möglichen Bobos helfen. Wir verzichten dankend auf seinen Rat und trauen auch künftig lieber der klassischen Schulmedizin. Zurück in der Innenstadt machen wir noch einen kurzen Spaziergang. Obwohl Stuwi wirklich versucht uns für die Wanderung auf den Lions Head zu motivieren, widmen wir drei anderen uns lieber dem richtigen Backpacker-Leben: Bier trinken und Wäsche waschen!

Cape of Good Hope

Um 9 Uhr morgens haben wir mit Harry, unserem Autovermieter abgemacht. Bei der Waterfront übergibt er uns den gebuchten 4×4. Unsere Herzen schlagen sofort höher als wir die zwei Dachzelte sehen. Die Vorfreude auf die kommenden Abenteuer steigt! Eine Stunde und unzählige Unterschriften später sind wir ready zum Abfahren. Auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung erleichtern wir unsere Haushaltskasse um einige Rand und kaufen einen Grundstock an Nahrung und Getränken ein. Den Rest des Tages verbringen wir im National Park am Kap. Obwohl uns der Wind fast über die Klippen bläst, können wir uns kaum von den zahlreichen Dassies trennen.

South Africa, Cape of Good Hope, Dassie

Die einheimischen Murmeli sind praktisch handzahm und posieren ohne Scheu vor unseren Kameras. In Simonstown schlagen wir das erste Nachtlager auf. Geübt wie wir sind, bauen wir die Dachzelte im Nu auf. Die Mädels sind sogar zwei Sekunden schneller fertig als die Jungs! Nun kann uns vor dem ersten BBQ in Südafrika nichts und niemand mehr abhalten – cheers!

Keine Wale dafür Pinguine

Nach dem Zmorge wartet die Kolonie der Jackass Penguins auf uns. Die Tiere sind Besucher gewohnt und wir können praktisch direkt neben ihnen am Strand absitzen.

South Africa, Simon's Town, Penguin

Die Tierfotografen Odermatt und Brunner sind voll in ihrem Element und lichten jeden Pinguin mindestens einmal ab. Nach einem kurzen Fotostopp an einem schneeweissen Strand fahren wir weiter in Richtung Osten. Die Küste ist als weltbester Küstenbeobachtungspunkt für Walfische bekannt. Zwischen Juni und November soll es hier vor Walen nur so wimmeln. Als wir am Strand sitzen, fühlen wir uns fast wie in Monkey Mia, Australien. Dort haben wir vor rund zwei Jahren mehrere Stunden erfolglos auf Delfine gewartet. Da wir uns dieses Schicksal ersparen wollen, harren wir nicht lange aus und lassen die Wale, Wale sein. Stattdessen fahren wir ein Ortschaft weiter und geniessen den Abend auf einem super schönen Camping mit Safari-Charme.

White Shark Cage Diving

Heute gibt es früh Tagwache. Bereits um 5.30 Uhr klingelt uns der Wecker aus den süssen Träumen. In Rekordzeit sind wir startbereit und fahren zum Hafen. Ein Highlight der Reise wartet auf uns: White Shark Cage Diving! Nach einem ausgiebigen Frühstück – es könnte schliesslich unser letztes sein – geht es los. Bereits die Fahrt aufs Meer bringt ein erstes Highlight mit sich. Ein Wal zieht gemütlich an unserem Boot vorbei. Nach rund zwanzig Minuten Fahrt hat die Crew den optimalen Standplatz für das Aufeinandertreffen mit dem weissen Hai gefunden. Noch bevor wir richtig geankert haben, schwimmt ein weisser Hai direkt am Boot vorbei. Die erste Gruppe macht sich sofort startklar und steigt in den Käfig. Wir bewundern das grosse Tier erstmals vom sicheren Bootsdeck und sind äusserst beeindruckt. Gemütlich schwimmt der Hai um das Boot und lässt sich immer wieder vom Köder anlocken. Obwohl KK und Stuwi zuerst nicht mit in den Käfig kommen wollten, steigen wir bald darauf alle vier in das kalte Meer. Bei rund 12 Grad Wassertemperatur lassen wir uns von der Crew, welche immer sofort “Down” schreit, wenn wir abtauchen sollen, dirigieren und versuchen so unter Wasser einen Blick auf den Great White zu werfen. Leider sind Hai 1 und Hai 2 bald nicht mehr an uns interessiert und wir warten vergebens ziemlich lange im eiskalten Wasser bis wir schliesslich mit dem Boot einige Meter weiterfahren. Hier folgt schliesslich der absolute Höhepunkt unseres Abenteuers. Zweimal schwimmt ein vier Meter Tier direkt am Käfig vorbei, macht sofort wieder kehrt und kommt zu unserer Freude noch näher an uns heran. Einen kurzen Augenblick reisst der Hai sogar sein riesiges Maul auf, um einen Happen vom Köder zu ergattern. Halb erfroren, klettern wir schliesslich wieder auf das Boot und fahren zurück zum Hafen. Was für ein Erlebnis – wow! Da es erst Mittag ist, fahren wir noch zum südlichsten Punkt von Afrika. Hier bekommen wir zum ersten Mal ein paar Tropfen Regen ab, weshalb wir nicht lange verweilen und relativ rasch wieder weiter fahren. Den Rest des Nachmittags verbringen wir im Auto und machen Kilometer um Kilometer gut. Das Wetter schlägt weiter seine Kapriolen: im Landesinnern ist es windstill und fast 30 Grad, am Meer windet es sehr stark und ist mit 18 Grad doch etwas weniger warm. Als geübte Camper lassen wir uns davon jedoch nicht beeindrucken und geniessen im Windschatten unseres Mobils ein weiteres BBQ à la South Africa.

Nachtrag: Kurz nach dem Tagebucheintrag gibt es noch ein bisschen Action, welcher uns geübte Camper vor bis anhin unbekannte Herausforderungen stellt. Der Essig hat sich aus unerklärlichen Gründen selbständig gemacht und die Hälfte des Kofferraums praktisch überschwemmt. Mit viel Haushaltspapier meistern wir jedoch auch diese Herausforderung mit Bravour.

Garden Route im Schnellzugstempo

Irgendwie haben wir uns die Garden Route ein bisschen anders vorgestellt. Obwohl wir angestrengt versuchen an diesem Küstenabschnitt irgendwelche Aktivitäten auszuüben und uns in Wilderness mit allerhand Prospektmaterial eindecken, werden wir nicht wirklich fündig. Nach einer demokratischen Abstimmung beschliessen wir kurzerhand die Landschaft von der Autobahn aus zu begutachten und stattdessen weiter zu fahren. Unser nächstes Ziel: Addo Elephant National Park. Wir haben Glück und bekommen trotz fehlender Reservation noch eine der raren Camp Sites. Morgen geht’s somit zum ersten Mal auf die langersehnte Suche nach den Big 5. Mindestens einen Elefant sollte wir eigentlich zu Gesicht bekommen. Lassen wir uns überraschen…

In Südafrika ist man übrigens gut bedient, wenn man auf den öffentlichen Parkplätzen den sogenannten Parkwächtern umgerechnet ca. zwei Franken abdrückt. Die meist schwarzen Südafrikaner schauen danach zum Auto und sind dafür besorgt, dass dem fahrbaren Untersatz samt Inhalt nichts passiert. Auf die Jungs ist bis jetzt wirklich Verlass.

Addo Elephant National Park

Safaritouristen stehen früh auf; um fünf Uhr gibt es Betrieb auf dem Camping Platz. Wir lassen uns vorerst nicht beeindrucken und dösen noch ein wenig weiter. Kurz vor sieben sind aber auch wir auf den Beinen und packen unsere sieben Sachen zusammen. Nach einem Schluck Orangensaft resp. Schoggimilch geht es los. Bereits nach wenigen Minuten erspähen wir die ersten Tiere. Einige Kuddu’s, eine Landschildkröte und ein paar Warzenschweine können wir erspähen. Doch auch die ersten Elefanten lassen nicht lange auf sich warten. Mehrere Herden ziehen gemütlich grasend an uns vorbei. Kurz darauf folgen die Büffel und in der Ferne zeigen sich einige Zebras. Als wir einige Minuten später auch noch den ersten Löwen erblicken, ist der Tag bereits mehr als ein Erfolg. Bevor wir uns auf die Suche nach weiteren Tieren machen, geniessen wir nun aber zuerst einen ausgiebigen Brunch auf dem schönen Pic Nic-Platz. Nach dem Stopp fahren wir direkt an eine Elefantenherde, welche sich an einem Wasserloch mit Schlamm vollspritzen.

South Africa, Addo Elephant National Park, Elephant

Nach einer kurzen Durststrecke mit wenig bis gar keinen Tieren erspähen wir tatsächlich auch noch ein kleines Rudel Löwen. Vier ausgewachsene Ladies liegen im Schatten und lassen sich mit dem Feldstecher ausgezeichnet beobachten. Langsam aber sicher ist es Zeit sich von den zahlreichen Tieren zu verabschieden. Nach einem ganzen Tag im Auto sind wir froh, dass wir nur wenige Kilometer vom Park entfernt unser Nachtlager aufschlagen können. Unser erster Tag auf Safari war wirklich mehr als ein Erfolg und wir freuen uns bereits jetzt auf die kommenden Nationalparks.

Driving Day

Vom heutigen Tag gibt‘s es eigentlich nichts zu erzählen: wir fahren den ganzen Tag. In Bloimefontaine, unserem Tagesziel, finden wir nach wenigen Minuten einen Campingplatz. Da dieser aber keine Waschmaschine hat, machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Stellplatz (Odi und mir geht langsam die saubere Kleidung aus…). Wir fahren über eine Stunde erfolglos durch die Stadt und landen am Schluss dann doch wieder auf dem bereits angefahrenen Platz. Immerhin haben wir bei der unfreiwilligen Stadtrundfahrt das fixfertige Fussballstadion für die WM gesehen. Sogar die Wegweiser für die Funktionäre und Fans sind bereits aufgestellt. Diese Stadt ist also bereits zum heutigen Zeitpunkt für den Grossevent im nächsten Winter gerüstet.

Einige Gedanken zu Südafrika:
In praktisch jeder Stadt können wir am Stadtrand immer wieder neue Townships finden. Wir sind beeindruckt von den immensen Flächen, welche diese Häuserburgen einnehmen. Der grösste Teil der schwarzen Bevölkerung lebt dort in äusserst einfachen Hütten. Nur einige konnten ihren Standard mit einem leicht besseren Haus etwas erhöhen. Der Unterschied zwischen schwarz und weiss ist allgegenwärtig. Erschreckend ist, dass die beiden Bevölkerungsgruppen sich mehr oder weniger überhaupt nicht füreinander interessieren uns sich auch entsprechend nicht miteinander beschäftigen. Wir haben beide Seiten als äusserst nett und freundlich kennengelernt und erleben vor allem auch die schwarze Bevölkerung als extrem lebensfroh und aufgeschlossen. Die weisse Seite erinnert uns mit ihrer unkomplizierten Art oft an die Aussies. Es ist zu hoffen, dass sich die Zweiklassengesellschaft irgendwann zu einer einzigen Nation vereinen wird.

Lesotho

Laut Lonely Planet muss an der Grenze zwischen Südafrika und Lesotho mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, weshalb wir früher als gewohnt unterwegs sind. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die Grenze. Wie an jeder Grenze herrscht reger Betrieb. Da jedoch die meisten zu Fuss in Lesotho immigrieren, ist unsere Einreise praktisch im Nu erledigt. Alles verläuft derart reibungslos, dass wir prompt das Häuschen verpassen, wo wir unsere Pässe zeigen müssen. Eine Gesichtskontrolle scheint hier überflüssig und Stuwi und ich können den Stempel für alle vier holen. Kaum über die Grenze sind wir auch schon in der Hauptstadt. Obwohl das Kaff nicht viel zu bieten, lassen wir uns von einem ausgiebigen Spaziergang nicht abhalten. Maseru entpuppt sich als friedliches Provinzhauptstädtchen, in welchem sich der afrikanische Alltag bestens beobachten lässt. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und sind vor allem von der Freundlichkeit der Menschen positiv beeindruckt. Nach rund zwei Stunden fahren wir wieder weiter. Leider können wir aus Zeitmangel nicht mehr als einen Tag in Lesotho verbringen. Aus diesem Grund entwickeln sich die nächsten paar Stunden zu einer Sonntagsspazierfahrt mit Sightseeing aus dem Auto. Die Landschaft ist wunderschön und würde eigentlich zu einem längeren Aufenthalt mehr als einladen. Zurück in Südafrika entdecken wir zum Abschluss des Tages eine Zebraherde sowie die überall gefürchteten Baboons (Affen). Beide Spezies sind jedoch heute eher scheu unterwegs und lassen sich kaum aus der Nähe fotografieren. Am Abend finden wir einen Camping mit der langersehnten Waschmaschine. Endlich können wir unsere stinkenden Klamotten mit Wasser und Waschpulver behandeln!

Plan B

Das Wetter macht uns heute einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollten wir eine Tagestour im Royal Natal National Park machen. Kurz nach dem wir die Zelte verstaut haben, fängt es jedoch an zu Regnen. Voller Zuversicht fahren wir trotzdem zum Parkeingang, in der Hoffnung doch noch einen Blick auf das Unesco Gebiet werfen zu können. Doch der Regen wird leider stärker. In einem Coffee Shop in Bergville suchen wir nach einem Plan B. Dieser sieht schlussendlich vor, dass wir zu einem richtigen Kriegsschauplatz fahren. Dort haben vor rund Hundert Jahren 130 englische Soldaten einen Angriff von 4000 Zulu’s erfolgreich abgewehrt. Das eigentliche Highlight unseres Plan B ist der ungeteerte Weg, welcher uns zurück auf die Hauptstrasse führt. Von überall her winken uns die Menschen fröhlich zu und wir winken freudig zurück. Da diese Gegend touristisch überhaupt nicht erschlossen ist, müssen wir wohl oder übel wieder zurück an die Küste fahren. Wir unterschätzen die Distanz ein wenig und bald wird es eindunkeln. Da man in Südafrika nach Einbruch der Dunkelheit aus verschiedenen Gründen nicht mehr unterwegs sein sollte, ist es an der Zeit einen Campingplatz zu suchen. Beim ersten Wegweiser spuren wir ein, um auf einen Feldweg abzubiegen. Da zwei komische Typen ihr anscheinend kaputtes Auto mitten auf der Zufahrtsstrasse parkiert haben und sofort zum Vorschein kommen, als sie uns bremsen hören, fährt KK spontan sofort weiter. Die Situation war uns allen etwas zu undurchsichtig und wir können nur spekulieren, was die beiden von uns wollten. Schliesslich finden wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit dann doch noch einen Camping. Wir zögern nicht lange und checken ein. Da es immer noch regnet, lassen wir die Vorräte für heute Abend Vorräte sein und gönnen uns stattdessen im Restaurant ein Znacht im Trockenen. Auf dem Rückweg zum Zelt entdecken wir dann tatsächlich noch Verwandte von unserer “Es Schnegge”. Odi ist ganz aus dem Häuschen und erst nach einer beachtlichen Sammlung Achatschnecken ins Zelt zu kriegen.

St. Lucia Wetland National Park

Heute steht gleich das nächste Unesco Welterbe auf dem Programm: der National Park um St. Lucia. Wir starten den Tag mit einer Bootsfahrt auf dem Fluss. Das Tierglück ist weiter auf unserer Seite und wir erspähen bereits nach wenigen Minuten die ersten Hippos. Obwohl die Tiere nicht schwimmen können, halten sie sich am Tag praktisch ausschliesslich im Wasser auf. Statt zu schwimmen, laufen sie dabei mit bis zu 22 km/h durch das seichte Wasser. Die erste Gruppe verhält sich bei unserem Anblick atypisch und zeigt sich uns beim Verlassen des Wassers in voller Grösse. Auf der ganzen Tour fahren wir immer wieder an grösseren Ansammlungen von Hippos vorbei und entdecken neben diversen Vögeln auch drei Krokodile.

South Africa, St Lucia National Park, Hippo

Nach einem kurzen Stopp beim Souvenirmarkt fahren wir mit dem Auto weiter in den National Park. Zebra’s, Kudu’s, Büffel, Warzenschweine und viele andere rehänliche Arten laufen uns vor die Kamera. Als KK durch den Feldstecher ein Nashorn entdeckt, bricht im Auto Jubel aus. Mit einem gewissen Respekt – diese Tiere sollen ja nicht ganz ungefährlich sein – manövrieren wir das Auto in eine gute Fotoposition.

South Africa, St Lucia National Park, Rhino

Odi macht ca. 200 Fotos alleine von diesem Rhino. Nur einige Hundert Meter weiter kommen uns dann tatsächlich nochmals zwei Nashörner entgegen. Klar, dass wir auch hier einen längeren Stopp einlegen. Nun fehlt uns für die Komplettierung der Big 5 einzig noch der Leopard.

Imfolozi National Park

Da es im Imfolozi National Park keine Möglichkeit zum Campieren gibt, buchen die Girls am Parkeingang spontan eine zahlbare Hütte in einem der Camps. Nach einer kurzen Stärkung brechen wir auf zur nächsten Safari. Schon bald müssen wir feststellen, dass das Nashorn doch nicht so eine seltene Spezies ist. Wir entdecken innert kürzester Zeit sieben Rhinos. Auch sonst gibt es viele Tiere zusehen.

South Africa, Imfolozi National Park, Buffalo

Allerdings ist die Giraffe, die einzige Sichtung des heutigen Tages. Die Zeit vergeht einmal mehr wie im Flug. Nach über fünf Stunden im Auto erreichen wir pünktlich zum Sonnenuntergang wieder das Camp.

South Africa, Imfolozi National Park, Ghecko

Nach den obligaten kitschigen Fotos feuern die Jungs richtig ein und entscheiden den inoffiziellen Männer-Wettbewerb mit dem grössten Feuer einmal mehr für sich. Das Camp ist übrigens wunderschön auf einem Hügel gelegen. Ganz besonders sympathisch ist, dass wir auf dem Hügel nicht eingezäunt sind und wir so praktisch neben den wilden Tieren nächtigen können. Während des ganzen Abends zeigen sich jedoch nur zwei Warzenschweine.

Bush Walk

Um 5.30 Uhr brechen wir zu einem dreistündigen Bush Walk auf. Begleitet werden wir von einer bewaffneten Rangerin, zwei unbewaffneten Rangern sowie vier anderen Touristen. Die Tiere ergreifen immer lange bevor wir irgendwo auftauchen die Flucht. Nur so lässt sich wohl erklären, dass wir nirgendwo einen Bushbewohner entdecken können. Auf halber Strecke gibt es dann aber doch noch etwas Action. In einem Wasserloch liegt ein Spitzmaulnashorn. Diese Art ist äusserst aggressiv sowie unberechenbar und soll so ziemlich alles angreifen. Die Ranger sind jedenfalls sofort in Alarmbereitschaft und führen uns hinter einen Busch in Deckung. Zurück im Camp erwartet uns im Zimmer das reinste Chaos. Ein Affe hat unsere Vergesslichkeit voll ausgenutzt und ist durch das offene Fenster in unser Zimmer eingedrungen. Das Brot und der Käse haben dem Eindringling derart gut geschmeckt, dass er auch gleich seine Morgentoilette auf dem Kühlschrank erledigt hat. Auf der letzten Autofahrt durch den Park ist die Hyäne das einzige neue Gesicht das sich uns zeigt. Vor allem die Kätzchen haben sich in diesem Park für unseren Geschmack etwas gar rar gemacht. Am Abend buchen wir in Sodwana Bay für morgen zwei Tauchgänge. Wir sind gespannt, ob wir hier dem weissen Hai auch begegnen…

Tauchen in Sodwana Bay

Um sechs Uhr treffen wir noch ein wenig schlaftrunken bei der Tauchschule ein. Per Traktor geht es mit einer Art Shuttlebus weiter an den Strand. Um das Equipment braucht man sich hier nicht zu kümmern. Sofort tauchen ein paar Freelancer auf, die einem gegen ein Trinkgeld diese Arbeit abnehmen. Da das Zodiac auf dem Strand steht, müssen wir zuerst alle anpacken bevor die rasante Fahrt zur ersten Divesite so richtig los geht. Unser Skipper gibt Vollgas und wir müssen uns gut festhalten, um nicht aus dem Boot katapultiert zu werden. Auch den Delfinen scheint unser Tempo Spass zu machen, tauchen doch auf einmal einige Schwanzflossen neben dem Boot auf. Schliesslich müssen wir dann aber doch noch ganz stoppen. Etwa 200 Meter neben dem Boot schwimmt ein Wal mit seinem Kalb. Die beiden riesigen Fische sind guter Laune, zeigen uns mehrmals ihre Flossen und springen sogar einmal aus dem Wasser. Wow, das macht Freude! Unter Wasser gefällt es uns nicht ganz so gut. Die Sicht ist mit ungefähr zehn Meter sehr schlecht und der hohe Wellengang macht ein anständiges Tarieren fast unmöglich. Trotzdem entdecken wir einige Dinge, die wir bis anhin noch nie gesehen haben. Nach einer kurzen Pause tauchen wir ein zweites Mal ab. Viele bunte Fische, ein nettes Riff, eine Schildkröte und eine freischwimmende Muräne sind kurz zusammengefasst die Ausbeute aus diesem Tauchgang. Nachdem wir in den letzten Tagen immer relativ spät auf einem Campingplatz eintrafen, wollen wir heute ein bisschen früher unser Nachtlager aufschlagen, um noch ein paar gemütliche Stunden auf dem Campingstuhl zu verbringen. Das Vorhaben scheitert beinahe als wir vor den geschlossenen Toren des anvisierten Platzes stehen. Zum Glück gibt uns der Ranger jedoch einen wertvollen Tipp und so landen wir auf einer gemütlichen Lodge ein paar Kilometer weiter.

Ne Banane in Mbabane

Der Tag beginnt in der Garage, wo wir unseren Platten flicken müssen. Zwanzig Minuten später und sieben Franken ärmer sind wir wieder fit für die Strasse. Das Wetter ist perfekt für einen Driving-Day durch Swasiland. Der Grenzübertritt klappt ohne Probleme. Alle Pässe sind bald kontrolliert und wir können einreisen. Da es in den ersten zwei Stunden keine touristischen Spots gibt, ist die Fahrt zuerst ein bisschen langweilig. Uns fällt sofort auf, dass die Bevölkerung in Swasiland doch etwas ärmer ist als in Südafrika. Unser erster Stopp ist schliesslich ein riesiger Souvenirmarkt. Wir Girls können uns kaum zurückhalten und kaufen eine ganze Menge an super günstigen Souvenirs ein. In Mbabane, der Hauptstadt, kommen danach die Jungs auf ihre Kosten. Die zwei werden auf dem Markt ausgeladen und kaufen Früchte – in erster Prio Bananen – und Gemüse ein. Nach unbestätigten Berichten schmeckt die Banane in Mbabane am besten auf der ganzen Welt! Anscheinend heilt der König damit sogar die vielen HIV-Kranken im ganzen Land… Als wir für einen Fotospot im schönen Norden stoppen, sind wir um Nu von Kindern umzingelt. Beim Anblick der Kleinen sind wir uns sofort einig, dass nun die erste Gelegenheit gekommen ist, um einige alten Kleider loszuwerden. Die Kiddies freuen sich ungemein und laufen voller Freude zu ihren Familien zurück. Der Kontakt zur Bevölkerung war resp. ist in Lesotho und Swasiland ungemein einfacher herzustellen. Hier begegnet man uns Weissen offen, interessiert und unvoreingenommen. In Südafrika ist die Apartheit immer noch ein riesiges Thema, welches diesen Kontakt praktisch nicht zulässt. Nach der Ausreise steuern wir auf direktem Weg den Krüger National Park an. Obwohl wir keine Reservation haben, bekommen wir im ersten Camp ohne Probleme einen Stellplatz. Die nächsten vier Tage wollen wir in diesem weltweit bekannten National Park verbringen, um noch möglichst viele Tiere zu sichten.

Big 5

Heute begeben wir uns erneut auf die Jagd nach den Big 5. Im Krüger National Park ist es ziemlich einfach, die wirklich wichtigen Sachen nicht zu verpassen. Wird nämlich irgendwo ein Tier gesichtet, bildet sich rasch ein Stau und man muss richtig gehend anstehen, um irgendwann dann auch noch einen Blick auf das Gesichtete werfen zu können. Bereits nach wenigen Minuten bildet sich so die erste Staulage. Der beissende Gestank, welcher uns durch die offenen Fenster entgegen schlägt, deutet auf ein totes Tier hin. Wir haben wirklich Glück und können einer Löwenherde beim Fressen eines Büffels zuschauen. Wir sind derart fasziniert von diesem Anblick, dass wir ganz vergessen Platz zu machen. Eine Touristin macht uns schliesslich etwas unsanft auf die “Etikette” aufmerksam: Fünf Minuten schauen und dann Platz machen. Wie allerdings diese Regel genau auszulegen ist, bleibt Spekulation: Fünf Minuten pro Tier, fünf Minuten pro Auto oder fünf Minuten pro Passagier? Und fängt der Countdown wieder von vorne an, wenn man sich einen Meter bewegt? Um nicht noch andere Touris zu verärgern, räumen wir schliesslich das Feld. Der Gestank wäre eh nicht viel länger aushaltbar gewesen… Unterwegs begegnen uns immer wieder Elefanten, Giraffen, Zebras, Böcke in jeglichen Varianten, Affen, Störche (von denen gibt es in ganz Südafrika nur noch 100 Stück) und vieles mehr. Das nächste Highlight ist wieder mit viel Gestank verbunden. Eine Horde Geier macht sich gierig über einen toten Elefanten her. Der Kadaver ist bereits derart verwest, dass wir die “Etikette” hier locker einhalten können und bald weiter fahren. Das einzige Tier, welches uns von den Big 5 noch fehlt, ist immer noch der Leopard. Wir geben nicht auf und starren richtig gehend jeden Baum an. Irgendwo muss doch mindestens ein Kätzchen für uns bereit liegen! Als bereits einige nicht mehr sehr aufmerksam jede Baumkrone anschauen, entdecke ich dann auf einmal etwas atypisches. Und tatsächlich, ein wunderbares Exemplar hat es sich auf einem Ast bequem gemacht. Hier bringt uns so schnell niemand mehr weg – “Etikette” hin oder her, dieses Tier haben schliesslich wir entdeckt. Wir fahren erst weiter, als uns jemand darauf aufmerksam macht, dass ein paar Kilometer weiter nochmals drei Leoparden zu sehen seien. Auf dem Weg dorthin komplettieren wir praktisch nebenbei noch die Big 5-Sichtungen des heutigen Tages. Links grast eine Büffelherde und rechts haben es sich drei Rhinos gemütlich gemacht. Damit haben wir die fünf bekannten Tierarten in weniger als einem Tag im Krüger National Park gesehen. Auch die Leoparden-Familie finden wir Dank der vielen Autos am Strassenrand ohne Mühe. Leider ist die Savanne hier derart dicht, dass die Tiere nur schwer auszumachen sind. Mehr als zufrieden mit der Ausbeute der heutigen Jagd geniessen wir den Abend bei Bier und Wein vor dem Grill.

Ein Novembertag im Krüger National Park

Das Wetter ist über Nacht nicht besser geworden – im Gegenteil. Es nieselt aus der dicken Wolkenschicht und auch die Tiere scheinen das Novemberwetter nicht zu mögen. Auf der ersten Rundfahrt des Tages entdecken wir praktisch nichts. Zurück im Camp kochen wir uns im Windschatten der Campingplatzküche eine wärmende Nudelsuppe. Wasserfest eingepackt, machen wir uns schliesslich auf zur geführten Sunset Safari. Vom Sonnenuntergang ist weiterhin nirgendwo etwas zu entdecken. Mit dem Schirm versuchen wir das gröbste an Wasser von uns fernzuhalten. Zum Glück haben wir einen Ranger dabei, der für uns Ausschau nach Tieren hält, so dass wir uns auf die Abwehr des Regens konzentrieren können. Bereits nach wenigen Minuten bereuen wir die nasskalte Ausfahrt keine weitere Minute. Ein Rudel Löwen – drei Männchen und drei Weibchen – haben ein Zebra gerissen und machen sich am Strassenrand gemütlich darüber her. Drum herum haben sich etwa zwanzig Hyänen versammelt, die geduldig versuchen ebenfalls einen Happen vom Fang abzubekommen. Das Schauspiel ist unglaublich eindrücklich und zeigt klar, wer der Herr in der Steppe ist. Als die Löwen satt sind, überlassen sie den Rest des toten Tieres den Hyänen. Diese lassen sich nicht zweimal bitten und machen sich mit viel Krach und Gelächter über den Kadaver her.

South Africa, Kruger National Park, Hyena

Inzwischen hat es sogar aufgehört zu regnen und wir geniessen die dreistündige Ausfahrt trotz der fast schon eisigen Kälte zusehends. Zu unserer Freude fahren wir nochmals an zwei Löwen vorbei, welche sich umrundet von Schakalen ebenfalls über ihr Znacht hermachen.

Brrrrr, wir frieren in Südafrika!

Die Wolkenschicht ist immer noch da. Doch wenigstens ist es trocken. Da heute an eine Wanderung im nahen Blyde River Canyon nicht zu denken ist, machen wir nochmals eine kleine Tour im Krüger. Tiermässig gibt es nichts Neues zu berichten. Immerhin erspähen wir aber nochmals einen Leoparden. Die Tiere sind derart gut getarnt, dass sie von blossem Auge praktisch nicht auszumachen sind. Nach dem Mittag verlassen wir den National Park endgültig. Wir sind guter Hoffnung, dass das Wetter mit jedem Kilometer besser wird. Unsere Hoffnungen werden leider nicht erfüllt. Die Temperaturen sinken weiter und der Nieselregen setzt wieder ein. Kurz vor unserem Ziel werden wir uns einig, dass wir uns für heute Nacht eine trockene und wärmere Unterkunft suchen wollen. Unser 4×4 mit den Dachzelten ist wirklich super, doch bei diesem Wetter kann er nicht mit einem Wohnmobil oder ähnlichem mithalten. Nachdem wir in Sabie einige Bleiben angeschaut haben, entscheiden wir uns für eine halbes Haus mit jedem erdenklichen Komfort. Inzwischen ist es nur noch ca. zehn Grad, so dass wir bald den Ofen einschalten müssen. Während die Girls in der Küche walten, lassen es sich die Jungs nicht nehmen und entzünden das obligate Feuer. Die beiden verbrennen sogar einen nassen Telefonmast. Der Abend wird gemütlich und bleibt vor allem trocken sowie einigermassen warm.

Blyde River Canyon

Entgegen den Wetterprognosen scheint uns Petrus heute besser gesinnt. Obwohl es immer noch frisch ist, hat es aufgehört zu regnen. Nachdem wir unsere Vorräte aufgestockt haben, machen wir uns auf Weg zum Blyde River Canyon. Unterwegs gibt es jedoch erstmals einen Stopp für die Girls. KK und ich lassen uns nicht zweimal bitten und kaufen Souvenir um Souvenir ein. Inzwischen hat auch die Sonne den Weg durch die Wolkenschicht gefunden. Mit dem Auto fahren wir die Great Ocean-Road Südafrikas ab und machen an jedem Aussichtspunkt einen Fotohalt. Die Natur hat hier einmal mehr ein Glanzstück geschaffen. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Das Nachtlager schlagen wir auf einem etwas abgesifften Campingplatz ganz in der Nähe auf. Dank der grossen Feuerstelle verbringen wir einen warmen Abend am Lagerfeuer. Dabei finden Odi’s ausgediente Turnschuhe den Weg in die wohlverdiente Ewigkeit.

The Cradle of Humankind

Gegen Mittag erreichen wir den Westen von Johannesburg. Hier wurden zwei praktisch vollständige Skelette gefunden, die mehr als drei Millionen Jahre alt sind. Die Funde zeigen die Entwicklung der Menschheit, die hier ihren Anfang genommen hat. Entsprechend gehört das Gebiet zum Unesco Weltkulturerbe. Während dem Besuch fängt es an sintflutartig zu Regnen. Wir sehen unsere letzte Campingnacht langsam aber sicher davon schwimmen… Trotzdem machen wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Je nach Wetterentwicklung wollen wir die Zelte aufspannen oder ein Häuschen mieten. Die Entscheidung wird uns insofern abgenommen, dass wir gar keinen Zeltplatz finden. Nach über einer Stunde Suchen können wir schliesslich an einer Tankstelle eine bessere Karte der Region organisieren. Da die Zeit langsam drängt, fahren wir kurzentschlossen das nächste Cottage an. Unglaublich aber wahr, die Lodge ist voll. Wir versuchen unser Glück ein paar Meter weiter. Hier kann uns jedoch niemand mehr einchecken. Shit…! Per Telefon suchen wir weiter nach einem Bett. Und tatsächlich, nach zwei Stunden suchen, sind wir endlich erfolgreich. Wir beziehen zwei Zimmer in einem schmucken B&B. Die Besitzer sind derart gastfreundlich, dass sie uns auch gleich noch den gesamten Hotel-Grill zur Verfügung stellen und wir unsere Vorräte so doch noch aufbrauchen können.

Bye bye 4×4

Es regnet immer noch in Strömen… Unsere Autovermieterin kontaktiert uns noch vor dem Zmorge per SMS. Sie ist derart zuvorkommend, dass sie uns gleich eine Unterkunft für die letzte Nacht in Südafrika bucht. Als alle Crafts im Tramper einen Platz gefunden haben, machen wir uns auf die Suche nach dem Guesthouse. Ohne Probleme finden wir den Weg durch Jo’burg. Im Regen stellen wir ein letztes Mal die Dachzelte auf. Wir kommen nicht drum herum, da wir das ganze Bettzeugs noch dort oben verstaut haben. Ein Glück haben wir in der letzten Nacht in einem normalen Bett übernachtet. Die Zelte und deren Inhalt sind fast tropfnass! Da wir noch einige Stunden Zeit haben bis wir wieder autolos sind, machen wir noch einen kurzen Ausflug in die nächste Shoppingmall. Da die Preise gleich hoch sind wie bei uns, bricht kein Shoppingrausch aus. Wir decken uns nur mit Flüssigem und Nahrung für die nächsten 24 Stunden ein. Zurück im Guesthouse kommt Heather vorbei, um den 4×4 abzuholen. Die Rückgabe ist unkompliziert und nach fünf Minuten Smalltalk erledigt. Mit dem Guesthouse haben wir übrigens einen super Fang gemacht. Für nur 30 Franken pro Person bekommen wir einen super Luxus in einer Villa. Hier werden sich die Stunden bis zum Abflug gut aushalten lassen. Einzig der Pool wird wohl unbenutzt bleiben. Dafür kommen die Bettheizdecke und der Ofen zum Einsatz. Den Rest des Tages verbringen wir mit DVD schauen, lesen, abhängen, essen und trinken. Zu weiteren Aktivitäten hat bei diesem sch… Wetter irgendwie niemand Lust.

Im Hotelbunker von Jo’burg

Auch heute verlassen wir die gut gesicherte Hotelburg nicht. Stattdessen schauen wir uns drei weitere DVD’s an, verfuttern die restlichen Nahrungsmittel und vernichten alle Getränke. Fisch geduscht, geht es schliesslich gegen Abend an den Flughafen. Zum Abschied zeigt sich sogar nochmals ein wenig die Sonne am afrikanischen Himmel. Im Flugi bin ich richtig frech und schnappe mir einen Sitz, der eigentlich für die Crew reserviert ist. Dafür schlafen wir richtig gut und der Flug bis Kairo geht wahrlich wie im Flug vorbei. Nach vier Stunden Aufenthalt in Ägypten fliegen wir schliesslich nach Genf ab. Damit sind unsere Ferien in Südafrika definitiv vorbei. Interessant war’s, schön war’s, spannend war’s, aufregend war’s: Afrika wir kommen wieder, dieses Mal jedoch weiter im Norden!

Short cut zu den Bildern

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