London

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Kampf der Schirme

Leider kein Aprilscherz ist der Schnee, welcher heute Morgen unerwartet vor der Haustür liegt. Zum Glück verbringen wir die Ostertage in London und können so dem erneuten Wintereinbruch direkt entfliehen. In London erwartet uns dann auch tatsächlich die Sonne. Doch das englische Wetter wird seinem Ruf unerfreulich rasch gerecht: kaum in der Stadt fallen dicke Tropfen vom Himmel. Da wir keine Lust haben den Schirm aus dem Gepäck hervor zu kramen, verziehen wir uns spontan zu Fish & Chips in eine kleine Bar. Kaum ist der Fisch verdrückt, ist der Regen auch schon wieder vorbei. Wir staunen nicht schlecht über die Wetterkapriolen, die für uns doch eher ungewöhnlich sind. Das Hotel finden wir auf Anhieb. Für einmal sind wir nicht dem Backpacker-Strom gefolgt und haben ein Zimmer in einem normalen Hotel gebucht. Na ja, viel besser als in einem Hostel ist es nicht. Das Bad – vollständig aus Plastik – ist gar derart klein, dass man sich einmal drin nicht umdrehen kann. Was soll’s wir müssen hier ja nur nächtigen. London ist nun mal ein teurers Pflaster. Unser erstes Ziel ist gleich ein Unesco Kulturwelterbe. Da die Vorbereitungen für die Ostertage im vollen Gange sind, können wir die Westminster Abbey leider nur von aussen bestaunen. Anstatt im Trockenen die Kirche zu besichtigen, werden unsere Schirme dafür einem richtigen Härtetest unterzogen. Meine Billigvariante wird genau fünf Minuten alt, bevor das gute Teil in zwei Teile zerlegt wird. Das Wetter zwingt uns zu Plan B, Wir verschieben den geplanten Spaziergang und fahren stattdessen mit der Metro zum Picadilly Circus. Wir können kaum glauben, dass einige Minuten später schon wieder die Sonne scheint; da söu no eine drus cho! Zum Abschluss des ersten Tages lassen wir uns vom Lonely Planet führen und machen den vorgeschlagenen Walk. Der Planet bringt uns in ein Viertel mit wenig Touristen und zeigt uns, wie sich das moderne London in das alte London integriert. Natürlich wissen wir, dass es England viele Pub’s gibt. Mit sovielen haben wir jedoch auch wir nicht gerechnet. Wir staunen nicht schlecht, als wir an fast jeder Strassenecke eine Bierschenke entdecken. Da man in den Lokalen nicht mehr rauchen darf, sind die Pub’s noch einfacher zu finden. Überall dort wo viele Menschen zusammen auf der Strasse stehen, wird zusammen getrunken und laut diskutiert. Auch wir lassen uns von diesem Schauspiel anlocken und gönnen uns zum Ende des Walks ein englisches Bier. Cheers!

United Kingdom, London, The Gurk

Dumplings wie in Asien

Nach einem ausgiebigen englischen Frühstück mit Bohnen, Speck, Würstchen, Eier und Toast nutzen wir die regenfreien Morgenstunden und machen uns auf zum Tower of London. Die Fahrt mit der Tube wird zu einer kleinen Herausforderung. Die Hälfte der Linien sind wegen Umbau geschlossen und wir müssen mehrmals umsteigen. Obwohl wir relativ früh dran sind, haben bereits viele Touristen den Weg zum zweiten Kulturwelterbe London’s gefunden. Um einen Blick auf die Kronjuwelen werfen zu können, müssen wir sogar Schlange stehen. Besser als die glitzernden Schmuckstücke gefallen uns die Ritterrüstungen. Wir sind beeindruckt und fragen uns ernsthaft, wie man mit diesen Dingern reiten und kämpfen kann. Auch unser nächstes Ziel wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. In Greenwich befindet sich der Null-Meriadian sowie die Greenwich Mean Time, besser bekannt als GMT. Da es zur Abwechslung wieder einmal stark zu regnen beginnt, fahren wir bald zurück in die Stadt. Immerhin überlebt mein Schirm den Sturm dieses Mal schadlos. Richtig warm ums Herz wird es uns erst wieder im Chinatown. Die vielen Asiaten, die feinen Geschmäcker sowie die herrlichen Dumplings bringen uns im Nu – mindestens in Gedanken – in wärmere Regionen. Getreu unsere Motto folgend auch im Ausland ab und zu ins Kino zu gehen, entscheiden wir spontan den Rest des Abends im Kino zu verbringen. Es ist übrigens wirklich unglaublich, wie die Frauen sich hier “lützu” anziehen. Mir ist mit Mütze, Halstuch und Winterjacke immer noch kalt und die englischen Ladies laufen fast alle ohne mit der Wimper zu zucken mit Minijupe durch die Strassen. Ob das noch gesund ist? Sexyier wohl schon…

London ohne Regen!

Erfreut über den stahlblauen Himmel spazieren wir direkt in den Hyde Park. Wir haben richtig Glück und müssen heute den Schirm kein einziges mal auspacken. Es gibt sie also doch, die regenfreien Tage in London! Im Park besuchen wir den berühmten Hyde Park-Corner. Hier kann jeder und jede der Welt seine Meinung zu was auch immer für einem Thema frei und offen mitteilen. Einzig das englische Königshaus ist Tabuthema. Ausser fünf Asiaten scheint heute niemand eine Rede halten zu wollen und wir verlassen ein bisschen enttäuscht den Park. Die Menschenmassen haben sich stattdessen vor dem Buckingham Palace versammelt. Obwohl hier niemand etwas zu sagen hat und heute auch keine Wachablösung stattfindet, haben sich Tausende Schaulustige versammelt. Wir lassen uns nicht vom Phönomen “Königsfamilie” anstecken und besuchen stattdessen nochmals die Westminster Abbey. Wir übersehen grosszügig den horrenden Eintrittspreis und lassen uns von den zahlreichen Touristen durch die Kirche treiben. Alle Könige und viele weitere Persönlichkeiten England’s – u.a. William Shakespear –  haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zudem werden die Könige hier gekrönt. Auch am Nachmittag lassen wir uns von den Massen treiben. Dieses Mal jedoch an der Oxford Street, dem Shoppingparadies von London. Wir geben uns bereits nach wenigen Minuten geschlagen. Einerseits hat es uns einfach zu viele Leute und andererseits sind die Preise auch nicht gerade einladend. Da widmen uns lieber einem bekannten und deutlich preiswerterem Vergnügen und verziehen uns ins nächste Pub. Magisch angezogen von Chinatown gibts zum Znacht Futter beim Chinesen. Wenn es doch in Bern nur auch eine vergleichbare Strasse gäbe… Vom Reis gestärkt finden wir dann doch noch etwas zum Kaufen. Die neuen Trekkingschuhen sollen uns im Mai möglichst beschwerdenfrei zum Machu Pichu bringen.

Notting Hill

Wie immer will der letzte Tag gut geplant sein. Da wir unser Programm unerwarteterweise bereits gestern beendet haben, bleibt genug Zeit für einen Ausflug, der vor allem mein Wunsch war: Notting Hill.

United Kingdom, London, Trees

Mit dem vollgestopften Rucksack am Rücken (= Training für den Inka Trail) machen wir uns auf in das Quartier, welches seine Berühmtheit dem gleichnamigen Film verdankt. Dass wir nicht ganz die einzigen sind, die unbedingt sehen wollen, wo Julia Roberts und Hugh Grant sich verlieben, versteht sich von selbst. Obwohl wir weder den Bücherladen noch die blaue Türe finden, besticht das Quartier mit seinem ganz besonderen Charme. Unsere letzten Stunden verbringen wir nochmals beim Picadilly Circus. Wir lassen uns ein letztes Mal von einem Dumpling verwöhnen, schlürfen einen feinen Kaffee in der Wellness-Oase (Odi’s Meinung…) Starbucks und stossen schliesslich in einem Pub nochmals mit einem Bier an. Der Rest des Tages ist rasch erzählt. Per Bus, Flugzeug und Zug findet unser Osterausflug in der Tiefenau ein Ende. London hat uns gut gefallen, aber das englische Wetter wird wohl niemals unser Freund werden.

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