Monthly Archives: January 2011

Kolkata and Varanasi

Short cut zu den Bildern

Bye, bye Bangladesh; Hello India

Ohne Probleme bekommen wir unser Ticket für die Bahnfahrt an die indische Grenze. Die dreistündige Fahrt kostet uns satte 45 Rappen pro Person! Bis zur Abfahrt des Zuges dürfen wir uns in den VIP-Raum (wir sind die einzigen dir rein dürfen…) setzen. Um die Wartezeit bis zur Abfahrt ein bisschen zu verkürzen, wird uns sogar ein Tee serviert. Da Khulna die Abgangsstation ist, finden wir easy einen Sitzplatz. Darüber sind wir bald sehr froh, denn der Zug füllt sich von Station zu Station immer wie mehr. Bald ist es derart platschvoll, dass unserer Meinung nach gar niemand mehr rein passt. Zum Glück müssen wir erst an der Endstation raus… Die Ausreise aus Bangladesh klappt problemlos. Die Zöllner sind nett und freuen sich über den kurzen Schwatz mit uns. Bei den Indern wird es dann schon etwas komplizierter. Nach einem einzigen Blick auf unser Visum schnautzt der Zöllner, dass wir damit nicht einreisen könnten. Wir hätten ein Double Entry Visa (dummerweise haben wir in Double Entry erhalten, obwohl wir nur ein Single Entry beantragt haben…) und müssten uns somit seit dem letzten Aufenthalt mindestens zwei Monate ausserhalb von Indien aufgehalten haben. Unser Hinweis, dass dies unser erster Aufenthalt in Indien überhaupt sei, wird grosszügig überhört. Es bleibt uns nichts anderes übrig als Platz zu nehmen und abzuwarten. Irgendwann erinnert sich der Zöllner wieder an unsere Anwesenheit und erklärt uns nochmals die gleiche Leier. Auch wir betonen nochmals(dieses mal ein bisschen deutlicher…), dass wir noch nie in unserem Leben in Indien gewesen seien, erklären ihm unsere Reiseroute und zeigen ihm die dazugehörigen Stempel im Pass. Als er merkt, dass wir wahrscheinlich nicht ganz unrecht haben und ihm unsere Jobs in der Schweiz ansprechend genug sind, können wir schliesslich doch einreisen. Nach der Grenze steigen wir in einen Bus und fahren den Rest des Weges nach Kalkutta.

India, Kolkata, Taxies

Der erwartete Indien-Kulturschock bleibt (vorerst?!?) aus. Im Vergleich zu Bangladesh geht es hier weit weniger chaotisch zu und her und man merkt, dass Indien als Land doch einiges reicher ist. Ab der Stadtgrenze von Kalkutta geht schliesslich wieder einmal gar nichts mehr. Meter für Meter kämpfen wir uns durch den Stossverkehr und die Busfahrt will und will nicht enden. Zum Glück können wir uns irgendwann auf der Karte im Planet orientieren und wissen so wenigstens, wo wir uns ungefähr befinden und in welche Richtung wir fahren. Als wir endlich ankommen, finden wir nach zwei erfolglosen Anläufen ein ganz nettes Zimmer zu einem einigermassen akzeptablen Preis. Das letzte Ziel des heutigen Tages ist die Bar um die Ecke. Das Bier schmeckt hervorragend und wir geniessen das Kingfisher vom ersten bis zum letzten Schluck – prost!

Kalkutta

Liest man im Reiseführer die Sehenswürdigkeiten von Kalkutta durch, merkt man bald, dass es hier nicht wirklich viel bahnbrechendes zu bestaunen gibt. Entsprechend lassen wir den Tag ruhig angehen und nehmen uns nicht allzu viel vor. Nach dem Frühstück organisieren wir erstmals unsere Weiterreise nach Varanasi und verbringen fast zwei Stunden im Internet. Danach besuchen wir das Victoria Memorial. Das grosse Gebäude liegt in einem schönen und sauberen Park, welcher zum Flanieren einlädt. Das Bauwerk selber sieht aus wie ein Mix zwischen Taj Mahal und US-Capitol. Bevor wir uns am New Market auf die Dachterrasse eines Restaurants setzen, lassen wir uns noch ein bisschen vom indischen Strassenleben inspirieren und spazieren durch die Strassen von Kalkutta. Die Gerüche, die den Weg in unsere Nasen finden, sind vielfältig. Meist schmeckt es nach wunderbarem Curry oder anderen Snacks; nach Räucherstäbchen oder anderen angenehmen Gerüchen. Doch oft riecht es auch nicht ziemlich unappetitlich. Überall liegt Müll und die Notdurft wird an jeder nur erdenklichen Ecke erledigt. Das Gefälle innerhalb der Bevölkerung könnte kaum grösser sein: Businessmänner in Anzügen hetzen mit dem Handy am Ohr an Leuten vorbei, die mit ihrem wenigen Hab und Gut auf dem Trottoir leben. Zu kaufen gibt es überall alles: vom einfachen Kiosk in einem Bretterverschlag bis zum Rolex-Laden findet sich ebenfalls alles. Die Frauen in ihren farbigen Sahris sind so bunt wie das Leben in den Strassen in Kalkutta.

Lieber eine Reservationen zu viel, als eine zu wenig

Auf dem Spaziergang zum Kolonialviertel laufen wir per Zufall am Büro vorbei, wo Ausländer sämtliche Züge reservieren können. Eigentlich haben wir das bereits gestern an der Backbacker-Strasse in einem kleinen Reisebüro erledigt. Doch da wir die Reservation bis jetzt noch nicht wie besprochen abholen konnten und wir heute nach Varanasi weiterreisen wollen, machen wir nochmals eine Reservation. Man weiss ja nie… und für 12 Franken haben wir auch schon dümmeres gekauft. Zudem ist der Kauf selber ist jeden Franken wert: Bei Herr Nummer 1 müssen wir ein Formular ausfüllen. Bevor er uns hilft, singt er uns erstmals ein Lied vor. Mit dem ausgefüllten Formular müssen wir anschliessend warten bis unsere Nummer dran ist, bevor wir bei Herr Nummer 2 die Reservation tätigen können. Bei ihm müssen wir das Formular unter seiner fachkundigen Anleitung fertig ausfüllen, bevor er das Ticket schliesslich definitiv druckt. Pressiert ist hier niemand und so dauert das ganze Prozedere einige Zeit. Kleine Anmerkung am Rande: Wechselgeld gibt es keines… Das sind Zustände bei den indischen Staatsbahnen! Kein Wunder sind die Inder in der Schweiz immer derart erfreut ab den SBB… :-). Da wir schon mal dabei sind, testen wir auch noch gleich die Angestellten der Post. Auch der Markenkauf ist äusserst amüsant. Als wir den richtigen Schalter gefunden haben, werden wir zur Begrüssung erstmals so richtig angegorpst – very funny… Unser nächstes Ziel ist der Flower Market. Die Strasse ist lang, extrem farbenfroh und total overcrowded. Ein wahres Paradies für gute Fotos!

India, Kolkata, Flower Market

Via New Market und Dachterrasse mit Bier schauen wir nochmals beim Reisebüro vorbei, wo wir die erste Reservation getätigt haben. Und siehe da, auch sie haben es noch geschafft die Tickets auszustellen. Was wir Dank des doppelten Kaufes auch gleich gelernt haben: geh immer zum offiziellen Verkaufsschalter. Die Provisionen bei den Reisebüros sind hoch! Gut, dass wir diesen „Lehrblätz“ gleich am zweiten Tag in Indien gemacht haben. Die restliche Zeit bis zur Zugabfahrt verbringen wir im Hotel. Odi sortiert Fotos und ich mache mich im Planet über unsere weiteren Destinationen schlau. Mit dem Taxi geht es schliesslich an den Bahnhof. Da wir ganz schweizerisch überpünktlich sind, haben wir genug Zeit dem Treiben am Bahnhof noch ein bisschen zuzuschauen. Es geht zu und her wie in einem Bienenhaus. Vor allem die Vorortszüge platzen aus allen Nähten. Aus allen Ecken strömen die Inder auf die Züge. Die ganz Schlauen überqueren kurz vor Ankunft des Zuges sogar das Gleis und steigen anschliessend auf der Seite ohne Perronanschluss in den Zug ein! Was macht man nicht alles, um einen Platz zu ergattern. Nach drei Gleiswechseln finden auch wir das richtige Perron. Auch hier warten extrem viele Passagiere und wir fragen uns, ob diese wirklich alle Platz im Zug finden. Bevor wir einsteigen können, macht uns ein Amerikaner darauf aufmerksam, dass wir im Couchette unbedingt unser Gepäck anketten müssten. Untermauert mit ein paar Schauermärchen kaufen wir schliesslich zwei Ketten inkl. Schloss. Sicher ist sicher… Auch unser Zug ist schliesslich vollkommen überfüllt und wir sind nicht ganz sicher, ob wir wohl wirklich die richtigen Plätze gefunden haben. In unserem Abteil mit acht Betten sitzen und stehen ca. 20 Leute! Des Rätsels Lösung findet sich eine resp. zwei Stationen weiter. Die meisten steigen nämlich wieder aus und schlussendlich alle bekommen eine Liege.

Winter? Winter!

Wir schlafen recht gut im Nachtzug. Einzig die Kälte macht uns zu schaffen. Je weiter wir gegen Norden fahren, desto kühler wird es. Irgendwann müssen wir sogar unsere Winterjacken auspacken, damit wir einigermassen warm bleiben. Am Morgen versuchen wir uns mit Cha (= Tee) aufzuwärmen, welcher im Minutentakt an uns vorbei getragen wird. In der Holzklasse herrscht auch am Morgen reges Treiben. Passagiere kommen und gehen, Minibars servieren alle möglichen Leckereien und viele (Kinder-)Bettler finden den Weg in den Zug. Wie immer in solchen Situationen ist es nicht ganz einfach, das richtige Mass an Hilfe resp. unterlassener Hilfe zu finden. Die Armut ist allgegenwärtig und wir versuchen die Gratwanderung, die einem in Indien überall begegnet, so fair wie nur irgendwie möglich zu gestalten. Dass dies nicht immer ganz einfach ist, muss hier wohl nicht extra erwähnt werden. Übrigens haben wir am Morgen noch alle unsere sieben Sachen. Auch Odi’s Schuhe, welche kurzfristig als vermisst galten, finden sich unter dem einen Bett wieder. Nach 16 Stunden kommen wir in Varanasi an. Ich packe als erstes meine Kappe aus, damit mir nicht gleich die Ohren abfrieren. Es ist kaum über null Grad und wir sind total überrascht ab der Kälte. Nach dem wir ein Hotel gefunden haben, machen wir uns dann auch gleich auf die Suche nach zwei dicken Pullis und je einer Decke. Wir frieren derart, dass wir gegen Abend auch noch ein Öfeli fürs Hotelzimmer verlangen müssen. Irgendwie haben wir uns Indien ein bisschen wärmer vorgestellt und beim super feinen Znacht machen wir uns Gedanken über einen allfälligen Plan B.

India, Varanasi, Food Stand

Bevor wir unsere Pläne jedoch total umkrempeln, wollen wir erstmals die nächsten Tage abwarten. Vielleicht sieht es ja morgen schon wieder ganz anders aus. Unsere Gedanken sind heute auch immer wieder bei den Leuten, die bei diesen Temperaturen jede Nacht draussen übernachten müssen. Uns wird wieder einmal klar, wie gut wir es haben und wie glücklich wir uns schätzen können.

Varanasi

Der Nebel, welcher sich beim Blick aus dem Fenster zeigt, verheisst keine wärmeren Temperaturen als gestern. Wir lassen es deshalb ruhig angehen und verbringen den Morgen im Internetkaffee des Hotels. Als alles erledigt ist, packen wir uns warm ein und fahren zum Bahnhof, um die morgige Weiterfahrt zu organisieren. Hier in Varanasi sind die Schalterbeamten nicht ganz so lustig wie in Kalkutta. Wechselgeld gibt es jedoch auch hier keines. Anschliessend geht es zum Ganges.

India, Varanasi, Man

Varanasi gehört zu den sieben heiligsten Städten Indiens und der Ganges gilt als heiligster Fluss des Landes. Ein Bad im Fluss ist deshalb so ziemlich etwas vom Heiligsten was ein Hindu in seinem Leben machen kann. Am Ganges hat es dazu viele so genannte Gats. Die meisten dieser treppenartigen Zugänge sind für die Badenden reserviert und trotz der kalten Temperaturen (es ist ein bisschen wärmer als gestern, da sich in der Zwischenzeit die Sonne zeigt) hat es ziemlich viele Hindu’s, die sich dem heiligen Bad unterziehen. Wir schlendern von Gat zu Gat und beobachten die Gläubigen bei ihren Ritualen. Einige Gats sind für Kremierungen reserviert. Wie das Bad gilt auch die Kremierung in Varanasi als besonders erstrebenswert. Bevor die Leichen am Fluss verbrannt werden, wird der Verstorbene auf einer Barre ein letztes Maln in den Ganges getaucht. Wer nicht genug Geld für das Holz aufbringen kann, wird ohne Kremierung direkt dem Fluss übergeben. Es herrscht ziemlich viel Betrieb bei diesen Gats und ein Einheimischer erzählt uns, dass 24 Stunden pro Tag Leute kremiert werden. Bis die Leiche verbrannt ist, vergehen im Normalfall drei Stunden und es gilt als Kunst für jeden Leichnam die genau richtige Menge an Holz anzuzünden. In Varanasi trifft man auch auf viele alte Leute. Es heisst, wer hier sterbe, überspringe den Zyklus der Wiedergeburt, weshalb die älteren Menschen hier geduldig auf ihren Tod warten. Die Zeit vergeht schnell und nach vier Stunden „soaking up the atmosphere“ (der Lieblingsspruch eines jeden Lonely Planet-Autors…) haben wir genug gesehen und lassen uns wieder ins Hotel kutschieren. Irgendwie haben wir uns Varanasi ein bisschen anders vorgestellt „heiliger“, farbiger, chaotischer, lebendiger… An diese Stelle passt deshalb das Zitat von Mel:„A holy place is never holy. Holyness is within you!“.

2AC

Den Sonnenaufgang können wir auch heute wieder getrost sausen lassen. Der Nebel ist derart dick, dass die Sonne weit und breit nirgendwo zusehen ist. Gut verpackt in sechs Schichten machen wir uns trotzdem nochmals auf zum Ganges.

India, Varanasi, Woman

Beim ersten Gat mieten wir ein Boot und lassen uns fast zwei Stunden den Fluss hinauf und hinunter gondeln. Der Nebel hat auch sein Gutes; irgendwie sieht alles etwas mythisch aus. Auch heute morgen haben sich wieder viele Hindus am Fluss versammelt. Die ganz Hartgesottenen springen trotz der Kälte in den Fluss und waschen sich mit dem heiligen Wasser. Als unsere Glieder auch nach einem Spaziergang durch die Stadt nicht wieder warm werden wollen, fahren wir zurück zum Hotel und geniessen eine warme Dusche. Gegen vier Uhr verlassen wir schliesslich Varanasi und steigen am Bahnhof in den Nachtzug nach Mathura ein. Obwohl wir eigentlich nach Agra (= Taj Mahal) wollen, nehmen wir diesen kleinen Umweg auf uns. Der Herr vom Tourist Office hat uns dies empfohlen, da der Zug, welcher direkt nach Agra reist, nie pünktlich sei. Und siehe da, losfahren tun wir schon mal ganz „on time“. Für diese Nacht gönnen wir uns etwas Luxus. Wir haben zwei Betten in einem sogenannten 2 AC reserviert. 2 bedeutet 2 Betten übereinander und AC ist die Klimaanlage. Wir staunen nicht schlecht ab den super Plätzen, welche uns zugewiesen werden. Gegenüber der Sleeper-Klasse ist es hier WARM, ruhig, man bekommt Decken, Kissen und Lacken und wenn man wünscht auch Essen am Platz. Eine ziemlich gediegene Sache!

Short cut zu den Bildern

Bangladesh

Short cut zu den Bildern

Auf nach Bangladesh

Heute trennen sich unsere Wege wieder. Eva verabschiedet sich in Richtung Penang und Yves verbringt die nächsten Tage im Vietnam auf einer Töfftour. Merci für aues – wir hatten viel Spass mit euch! Kaum sitzen wir im Bus zum Flughafen, macht sich eine leichte Nervosität bemerkbar: Bangladesh wartet und wir haben keine Ahnung was dort auf uns zukommt! Auf dem Flug sind auch noch ein paar weitere Westler dabei. Doch es scheint, dass diese eher zum Missionieren in das Land reisen. Bereits am Gate setzen sie sich in einen grossen Kreis und fangen an religiöse Lieder zu singen. Wir können ein paar Worte mit einem älteren Ehepaar sprechen, welches vor 28 Jahren von Bangladesh nach Australien ausgewandert ist. Sie geben uns einige Tips und beantworten geduldig unsere Fragen. Nach vier Stunden Flug landen wir in Dhaka, der Hauptstadt. Auf der Taxifahrt (11km in 2h) bekommen wir einen ersten Eindruck vom Land. Hier einige Schlagwörter, welche uns spontan in den Sinn kommen: extrem viele Autos; der Stärkere gewinnt; hupen à la Wahnsinn; extrem viel Smog; viele Ritschkas; Augen brennen; Busse ohne Farbe; platschvolle Busse; viele Popcorn-Verkäufer; Passagiere auf dem Zugdach…

Bangladesh, Dhaka, Market

Wir sind gespannt, welche weiteren Eindrücke das Land in den nächsten Tagen für uns bereit hält. Die Nervosität ist auf jeden Fall weg.

Dhaka

Ausgeschlafen wagen wir uns in das Chaos. Bereits das Überqueren der Strasse ist ein echtes Abenteuer. Von allen Seiten drängen sich Rischkas, Moto-Rischkas, Töffli, Velos, Autos, Busse und Fussgänger an uns vorbei. Dank einem netten Polizisten finden wir schliesslich heraus, in welche Richtung wir laufen müssen. Entgegen der Vorhersage des Planet-Autors werden wir zwar angestarrt, aber nicht von ganzen Horden verfolgt. Die Leute sind sehr zurückhaltend und nur vereinzelt wagen sie uns zu winken, uns zu grüssen oder gar einige Worte mit uns zu wechseln. Am Hafen werden wir von einem Guide angesprochen. Nach einigen Verhandlungen willigen wir ein, dass er uns mit einem Boot auf dem Fluss herumführen darf.

Bangladesh, Dhaka, Boats

Auf dem Wasser gibt es fast so viel Verkehr wie auf der Strasse. Da die Boote aber keine Hupe haben, geht es jedoch einiges relaxter zu und her. Der Fluss selber ist eine stinkende Brühe und wir sind froh, dass die Nussschale uns sicher auf die andere Seite bringt. Hier steigen wir aus und schauen uns eine „Openair-Schiffswerkstatt“ an. Etwa 20 riesige Schiffe werden von Hand entweder neu gebaut oder repariert. Überall wird der Stahl mit Hammer und Manneskraft in die gewünschte Form gebracht. Die Propeller werden am Boden im Sand gegossen. Die Arbeiter sind erfreut uns zu sehen und wir dürfen alles aus nächster Nähe begutachten und fotografieren. Wieder retour am Hafen hilft uns unser Guide das Busbillett für die morgige Weiterfahrt zu organisieren. Wir quetschen uns zu dritt in eine Moto-Rischka und fahren fast eine Stunde durch das Verkehrschaos zum Busterminal. Es ist wirklich unglaublich, was hier auf der Strasse abgeht. Jeder Millimeter Platz wird schonungslos ausgenutzt, es wird gedrängelt was das Zeugs hält und wenn gar nichts mehr geht – was so ca. alle zehn Meter der Fall ist – artet das ganze zu einem Dauergehupe aus. Mit den Busbillett im Sack geht es zurück ins Hotel. Nach all den Eindrücken brauchen wir nun erstmals etwas Ruhe, weshalb wir uns für einen Moment in die Oase “Hotel” zurückziehen. Später “wagen” wir uns nochmals auf die Strasse. Mit einer Rischka lassen wir uns zum Fort von Dhaka bringen.

Bangladesh, Dhaka, Ricksaw

Da man für den Besuch Eintritt zahlen muss, treffen wir hier vor allem auf die Oberschicht. Entsprechend sind auch einige Fotoapparate und Handys zu finden und die Bengalen fangen an uns wie wild abzulichten. Da wir relativ spät dran sind, reicht es nur noch für einen kurzen Spaziergang auf dem grossen und recht grünen Gelände. Mit Trillerpfeiffen werden wir bald zum Verlassen des Forts aufgefordert. Auf der Rückfahrt hat unser Fahrer Mühe das Hotel zu finden. Da wir uns überhaupt nicht orientieren können, sind wir ihm keine grosse Hilfe. Irgendwie findet sich das Hotel dann aber doch noch. Mit einer Dusche versuchen wir den Dreck von Dhaka wieder loszuwerden. Unglaublich aber wahr: selbst nach der Dusche sind unsere Köpfe immer noch mit einer schwarzen Staubschicht überzogen. Der Tag hat uns geschafft und wir sind froh, dass wir die Beine nun definitiv hochlagern können. Im Vergleich zu Dhaka ist Bangkok eine Naherholungsoase im Grünen!

Bogra

Eine Stunde vor der abgemachten Zeit werden wir geweckt; das Taxi sei parat. Da der Verkehr um diese Zeit noch recht überschaubar ist, treffen wir viel zu früh am Busterminal ein. Zu unserer Freude dürfen wir aber bald in einen Bus einsteigen. Wohl wissend, dass unser Ticket erst für den übernächsten ist, machen wir es uns noch nicht allzu bequem. Und siehe da, wir müssen tatsächlich wir wieder aussteigen. Die Jungs sind flexibel genug und buchen uns auf den nächsten Bus um. Je weiter wir uns von Dhaka entfernen, desto idyllischer wird die Landschaft. Da im Moment überhaupt kein Regen fällt, ist alles ziemlich staubig und braun. Ich bin froh, dass wir nicht in den vordersten Reihen sitzen, denn so bekommen wir die Fahrkünste unseres Fahrers nur teilweise mit. Das Tempo ist sehr hoch und die Überholmanöver sind durchwegs riskant. Aber daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen… Pünktlich treffen wir in Bogra ein. Wir haben uns für ein Hotel entschieden, welches direkt neben der Busstation liegen soll. Dumm nur, dass wir am Busterminal am anderen Ende der Stadt angekommen sind. Erst als wir mit der Rischka quer durch die Stadt fahren, wird uns dies bewusst. Zu unserer Überraschung sind alle Zimmer besetzt. Die Cricket Nationalmannschaft von Bangladesh hat sich heute Nacht hier einquartiert. Die Jungs im Hotel sind aber sehr hilfsbereit und bringen uns schliesslich im benachbarten Motel unter. Als Gegenleistung müssen wir versprechen, dass wir morgen in ihrem Hotel übernachten werden. Zum Abschluss des Tages machen wir noch einen Spaziergang ins Kaff. Obwohl auch hier extrem viele Leute auf der Strasse anzutreffen sind, ist es doch einiges beschaulicher und nicht ganz so chaotisch wie in Dhaka. Fasziniert sind wir vor allem von der Bahnlinie, welche durch Bogra führt. Fährt gerade kein Zug, spielt sich das Leben vollends auf den Schienen ab. Unglaublich in welcher Geschwindigkeit bei einem herannahenden Zug alles weg geräumt wird.

Etwas Luxus muss sein

An meinem Geburi leisten wir uns etwas Luxus. Wir mieten uns einen Fahrer mit Auto und lassen uns bequem und stressfrei zu den uralten Tempelanlagen von Pharapur, 53 km nördlich von Bogra, bringen. Die Ruinen sind eines der drei Unseco Welterbe, welche es in Bangladesh zu finden gibt. Einmal mehr sind wir die einzigen westlichen Touristen. Teilweise sind wir uns nicht ganz sicher, ob die Einheimischen nun uns oder die Tempel für die grössere Attraktion halten. Bei der Besichtigung sind wir jedenfalls nie ganz alleine… Es wäre falsch an dieser Stelle von schönen Bauwerken zu sprechen. Den Bengalen fehlt – verständlicherweise – schlicht und einfach das Geld, um das Optimum aus den Bauten herauszuholen. Nichts desto trotz hat sich der Ausflug gelohnt. Die Fahrt ist abgesehen von diversen spektakulären Überholmanövern interessant und abwechslungsreich. Hier im Norden ist die Landschaft auch nicht nur braun in braun. Da neben Reis auch noch diverse Gemüsearten sowie Früchte angeplanzt werden, ist es teilweise sogar schön grün. Auf dem Rückweg machen wir auch noch bei einer anderen archäologischen Stätte Halt. Diese ist jedoch nur noch teilweise erhalten, so dass wir bald wieder aufbrechen und den Rest des Nami im Hotelzimmer verbringen. Wir fühlen uns beide nicht ganz hundertprozentig fit, so dass etwas Erholung nicht schaden kann. Übrigens haben wir mit Cola auf meinen Geburi angestossen. In Bangladesh gibt es – ausser in den Fünfsterne Hotels in Dhaka – keinen Alkohol. Ich hoffe fest, dass ihr zu Hause das eine oder andere Bierchen oder Glas Wein auf mich getrunken habt… Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: In einem Dorf werden wir tatsächlich gefragt, ob wir aus China kommen. Sehen wir wirklich schon derart asiatisch aus?!?

Wütende Menge

Bevor wir in den Bus einsteigen, werden wir zum ersten Mal von einer richtig grossen Menge umzingelt. Würde von uns keine Interaktion erfolgen, bliebe es beim Anstarren. Mit einem Lächeln und einem Gruss kann das Eis jedoch meistens gebrochen werden. Nur einige bleiben danach immer noch sehr konsterniert und starren uns ohne eine Miene zu verziehen weiter munter an. Knappe acht Stunden soll die Fahrt nach Kuhlna dauern. Wir merken jedoch bald, dass wir dies wohl nicht schaffen werden. Für einmal fährt unser Fahrer nicht wie ein Henker. Bereits mehrmals haben wir festgestellt, dass auf den Busfahrten in Asien vor allem den Frauen ziemlich schnell schlecht wird. Normalerweise wird dann munter in Plastiksäcke – sorry – gekotzt, welche danach im hohen Bogen via Fenster entsorgt werden. Da es in Bangladesh keine Plastiksäcke gibt (ein super Gesetz, welches den Müll ein bisschen eindämmt), funktioniert dies hier jedoch ein bisschen anders. Im Optimalfall kann der Mageninhalt bis zum nächsten Stopp gespart werden. Ansonsten wird direkt aus dem Fenster oder wie heute auch zweimal geschehen direkt im Bus an den Boden gekotzt. Ziemlich gewöhnungsbedürftig… Kurz vor unserem Ziel geht dann auf einmal gar nichts mehr. Ein riesiger Stau verunmöglicht unsere Weiterfahrt. Irgendwann erklärt uns jemand, dass es einen Unfall gegeben hat. Als wir nach ungefähr einer Stunde weiterfahren können, werden wir Zeuge von einer sehr aufgebrachten Menge. Im Dorf, wo der Unfall geschehen ist (wir können nicht sehen, was passiert ist), werden die Busse kaum mehr durchgelassen und die Leute hämmern wie wild auf alle Fahrzeug ein. Im Planet haben wir gelesen, dass die Bengalen in solchen Situationen sehr aufgebracht sind. Dass es jedoch derart krass ist, haben wir nicht erwartet. Überhaupt finden wir, dass die Leute hier ziemlich rasch sehr aufgebracht sind. Bereits mehrmals wurden wir Zeuge, wie sie sich angeschrienen haben und handgreiflich wurden. Da wir kein Wort verstehen, können wir leider nicht nachvollziehen, was jeweils der Grund für diese heftige Reaktionen war. Mit über drei Stunden Verspätung treffen wir schliesslich ziemlich erledigt in Kuhlna ein. Zum Glück finden wir sofort ein Hotel. Nach einem kurzen Znacht über die Gasse verbringen wir den Silvester im Hotelzimmer. Es scheint, als ob die Bengalen das neue Jahr nicht gross willkommen heissen würden. Nichts desto trotz ein Neujahrgruss aus Banglades an euch alle: Happy new year!

Bangladesh, Bagerhat, Rice Field

Gastfreundschaft pur

Mit dem Tagesprogramm im Hinterkopf verlassen wir das Hotel. Wir kommen nicht weit und schon ändern sich unsere Pläne komplett. Auf dem Weg zur Travel Office, bei welcher wir bereits von zu Hause aus den Trip in die Sundarbans gebucht haben, spricht uns ein netter Herr in Englisch. Nach einem kurzen Smalltalk sitzen wir dann auch schon in seinem Haus, um seine Frau inklusiv Kind zu begrüssen. Die Familie ist derart „pleased to see us“, dass wir spontan zum Zmittag eingeladen werden. Ohne lange zu zögern, willigen wir ein und verabreden uns für später. Bis zum Essen wollen wir trotzdem noch einiges erledigen. Wie wir kurze Zeit später erfahren, wird jedoch heute niemand im Travel Office auftauchen, so dass wir diesen Task definitiv auf morgen verschieben müssen. Stattdessen machen wir uns nach einem kurzen Abstecher ins Internet, wo wir versuchen ein Hotel in Kalkutta zu reservieren, auf die Suche nach einem geeigneten Gastgeschenk. Wir kaufen diverse Esswaren, Getränke und Spielzeug und hoffen, dass das dann auch alles gut ankommen wird. Als wir bei unserem Gastgeber eintreffen, stossen wir auf eine ganze Horde weiterer Familienmitglieder. Ca. 20 Leute haben sich versammelt, um zusammen den Beginn des neuen Jahres zu feiern. Wir werden von allen herzlich aufgenommen und vorzüglich umsorgt. Zum Zmittag gibt es einen wunderbaren Huhn-Reis-Eintopf. Auf Grund der eingeschränkten Platzverhältnisse wird in mehreren Schichten auf dem Bett gegessen. Da die meisten ziemlich akzeptabel Englisch sprechen, unterhalten wir uns bestens. Einmal mehr ist auch unser Fotoalbum der absolute Hit. Odi wird auf dem einen Foto gar als DER Moviestar bezeichnet. Wie immer in solchen Ländern erzählen wir den Leuten, dass wir verheiratet sind. Einmal mehr sind alle extrem entzückt und können kaum glauben, was für ein tolles Ehepaar wir doch sind – gröhl!!! Bevor wir uns vor dem Abendgebet in Richtung Hotel verabschieden, darf natürlich die obligate Fotosession nicht fehlen. Wir sind wirklich sehr entzückt, ab all der Gastfreundschaft, die uns diese Familie entgegen gebracht hat und blicken auf einen erfolgreichen und nicht planbaren, interkulturellen, erfolgreichen Tag zurück – wow!

Nicht immer klappt alles…

Bevor wir von unserem Fahrer für den heutigen Ausflug abgeholt werden, wollen wir nochmals bei der Travel Office sowie auf einer Bank, wo wir die obligate Ausreisegebühr bezahlen können, vorbeischauen. An beiden Orten treffen wir jedoch zuerst auf verschlossene Türen. Damit wir nicht immer vergebens bei der Travel Office auftauchen, rufen wir in Dhaka an, um mitzuteilen, dass wir nun hier wären und die gebuchte Tour bezahlen wollen. Auch die Bank ist inzwischen geöffnet, doch leider kann die Gebühr nur auf der Hauptstelle bezahlt werden. Da der Fahrer inzwischen da ist, lassen wir uns schliesslich mit dem Auto an beide Orte bringen. Der Besuch auf der Bank endet erfolgreich. Wir sind nun im Besitz der richtigen Quittungen und sollte somit ohne Probleme aus Bangladesh ausreisen können. In der Travel Office haben wir weniger Glück. Der sehr reservierte Herr will nichts von unserer Buchung wissen und teilt uns mit, dass das nächste Schiff erst in vier Tagen losfährt und bis dahin alle Boote von sämtlichen Touroperatern ausgebucht seien. Unzählige Telefone später haben wir die definitive Bestätigung: wir werden keine mehrtägige Tour in die Sundarbans machen können. Obwohl wir bereits von zu Hause aus die Reservierung gemacht und auch bestätigt haben, ist unsere Reservierung irgendwo verloren gegangen oder gar nie gemacht worden. Wir finden uns ziemlich rasch mit dem Gedanken ab, dass wir uns wohl oder übel mit einem 1-Tagestrip begnügen müssen. Nervig finden wir nur, dass sich hier niemand auch nur mit einem Ton entschuldigt und für den eintägigen Ausflug erst noch eine horrende Summe verlangt wird. Da der Ausflug jedoch ein Highlight von Bangladesh und zudem ein Unesco Welterbe ist, wollen wir auf keinen Fall darauf verzichten und willigen schliesslich ein. Mit drei Stunden Verspätung starten wir schliesslich unseren Ausflug zu den Moscheen von Bagerhat.

Bangladesh, Bagerhat, Boy

Diese wurden im 15. Jahrhundert durch einen Türken gebaut und damit der Grundstein für die Staatsreligion Islam gelegt. Die Bauten sind recht eindrücklich und werden immer noch von zahlreichen Pilgern besucht. Bevor wir nach Khulna zurückfahren, bringt uns unser Fahrer noch in eine Art Vergnügungspark für Einheimische. Hier gibt es neben einem kleinen Zoo – unter anderem gibt es Katzen, Hasen und junge Hunde zu bestaunen – und diversen Teichen sowie einem kleinen Schloss viel Platz für Spaziergänge und Familienfeste. Ein genau solches Familienfest lässt uns den Ärger von heute morgen definitiv vergessen. Die Leute sind derart herzlich und zeigen soviel Freude, dass wir uns kaum mehr losreissen können. Auch super finden die Bengalen übrigens die Telefone in den Hotelzimmern. Mindestens einmal pro Tag ruft uns jemand vom Hotel an, um uns irgend etwas zu fragen oder mitzuteilen. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Tages- oder Nachtzeit es sich dabei handelt. Auch noch ganz lustig ist, dass hier nach dem Anklopfen niemand wartet, bis er in das Zimmer gebeten wird. Klopfen und gleichzeitig eintreten ist die Norm. Also immer schön die Tür verriegeln…

Sundarban Nationalpark

Überpünktlich werden wir von Guide und Fahrer im Hotel abgeholt. Nach einer kurzen Fahrt sind wir auch schon am Hafen, von wo uns das Boot in den Nationalpark bringt.

Bangladesh, Sunderbans, People

Am ersten Stopp hat es einen Holzweg, wo wir einen ersten Eindruck des dichten Waldes gewinnen können. Anschliessend fahren wir in einen Seitenarm des Parks. Der Sundarban Nationalpark, der grösste Mangroven-Wald der Welt, ist vor allem wegen der hohen Dichte an Bengalischen Tigern berühmt. Über 500 der seltenen Tiere sollen hier noch leben. Die Tiger werden von den Einheimischen sehr gefürchtet. Jedes Jahr fallen ihnen über 100 Personen zum Opfer. Kein Wunder können wir beim nächsten Halt nur ein paar Meter in den Wald eintreten. Zu gross ist die Angst, dass wir angegriffen werden könnten. Bei einer solchen Attacke würde wohl auch der bewaffnete Ranger, welcher uns begleitet, kaum etwas ausrichten können. Nach dem Besuch eines Fischerdorfes ist der Ausflug dann auch schon fast wieder zu Ende. Im Nachhinein sind wir ziemlich froh, dass wir nur ein Tag durch die Sümpfe fahren. Nach den paar Stunden auf dem Boot sieht doch irgendwie alles gleich aus und der Tiger hätte sich sicher auch tiefer im Nationalpark nicht blicken lassen. Immerhin haben wir heute wilde Affen, Flussdelfine, einen Leguan, eine Art Erdmännchen und viele Vögel gesehen.
Mit dem heutigen Tag geht unser Aufenthalt in Bangladesh langsam aber sicher dem Ende entgegen. Wir haben das Land richtig schätzen gelernt und können definitiv sagen, dass es uns hier sehr gut gefallen hat. Unsere Ängste haben sich in keinster Weise bestätigt. Die Leute haben uns zahlreiche unvergesslich Begegnungen geschenkt, für die wir unendlich dankbar sind. Obwohl das Land extrem arm ist, haben wir uns nie fehl am Platz gefühlt. Hierbei spielt sicher eine grosse Rolle, dass es fast allen Bengalen gleich gut oder besser gleich schlecht geht. Es gibt wenige sehr arme und wenige sehr reiche Leute. Der weit aus grösste Teil der Bevölkerung lebt etwa in gleichen Verhältnissen, so dass das Gefälle sich kaum bemerkbar macht. Der Entscheid, welcher eher aus einer blöden Idee entstanden ist, Bangladesh zu besuchen war definitiv ein sehr guter Entscheid!

Zum Abschluss möchten wir nachfolgend noch einige Beispiele von unseren unzähligen Gesprächen mit den Bengalis wiedergeben. Diese waren sich immer extrem ähnlich und wir fanden sie immer total funny

Die ganz kurzen Gespräche (wir = kursiv):

  • (… staunen…) Hello! Ok, ok!
  • Sister? No, wife! Ahhh… Thank you.
  • Picture? Yes (…wir machen ein Bild und zeigen es auf dem Display) Ok, thank you. Thank YOU!

Die mittellangen Gespräche (wir = kursiv):

  • Your country? Switzerland. Swiserland? Yes. Ok.
  • How (manachmal auch who) are you? I’m fine. And you? Thank you.
  • Bakschisch (Trinkgeld)? No. Ok, thank you.
    Hello. How are you? I’m fine, thank you. And you? Goodbye!

Ausführliche Konversationen (wir = kursiv):

  • Hello. What’s your name? My name is Raphael. Nice to meet you. What’s your name? My name is Mohammed. Nice to meet you.. … Ok, thank you. Bye.
  • Hello. Your wife? Yes. Very nice! Children? No. Ahhh…How long you married? Five years. Ahhh…

Short cut zu den Bildern

X-mas in Kuala Lumpur

Short cut zu den Bildern

Merpati

Der heutige Tag ist wieder einmal ein Reisetag. Da wir das Zimmer nur bis zwölf Uhr behalten können und Merpati den Flug um zwei Stunden verschoben hat, treffen wir viel zu früh am Flughafen ein. Wer nun glaubt, dass der Flughafen von Sorong zum Verweilen einlädt, täuscht sich. Das Flughafengebäude ist zu klein und das Ghetto zu gross, um darin warten zu können. So setzen wir uns vor dem Gebäude in den Schatten und lassen uns vom Leben rund um den Flughafen berieseln. Da immer etwas los ist, geht die Zeit relativ rasch um. Als wir endlich im Flugzeug sitzen, wird uns einmal mehr bewusst, was für eine Fluggesellschaft Merpati ist. Das Flugzeug würde bei uns höchstens noch im Verkehrshaus zu etwas taugen. Es scheppert und gibt Töne von sich, die selbst wir Vielflieger noch nie gehört haben. Ob die Flight Attendants von Merpati wohl eine Gefahrenzulage bekommen? Einmal mehr geht aber alles gut und wir landen irgendwann gegen Abend sicher in Makassar. Da wir hier fast 24 Stunden Aufenthalt haben, nehmen wir den Weg in die Stadt trotz der Distanz unter die Räder. In der City gibt es in der Strassenbeiz um die Ecke noch ein Nasi Goreng bevor wir schliesslich ziemlich erledigt ins Bett fallen.

Bye bye Indonesia

Da unser Flug nach Kuala Lumpur erst um vier Uhr geht, haben wir genug Zeit, um am Morgen das Fort von Makassar zu besichtigen.

Indonesia, Makassar, Man

Ausser der grossen Mauer rund herum, ist nicht mehr vieles im Originalzustand. Trotzdem ist der Bau einen Besuch wert. Bald stossen vier junge Ladies zu uns, die uns ab sofort auf dem ganzen Rundgang begleiten. Sogar ins Museum kommen sie mit. Wir versuchen ihnen auf Englisch einige der ausgestellten Dinger zu erklären und machen mit ihnen auch noch einen kleinen Geografiekurs. Im Gegenzug lernen sie uns – mehr oder weniger erfolgreich – einige Wörter in Bahasa. Obwohl wir uns kaum verstehen, haben wir alle grossen Spass. Zum Abschied und als Dank für die nette Begleitung kaufen wir ihnen am Schluss eine Glace, welche natürlich ein noch grösseres Grinsen auf ihre Gesichter zaubert. Auch sonst sind wir fast die grössere Attraktion als das Fort selbst. Vor allem Odi muss mit zahlreichen Männern (und auch einigen Frauen…) Fotomodell stehen. Wir geniessen dieses typische indonesische Verhalten noch ein letztes Mal in vollen Zügen. Wer weiss, ob wir in Bangladesh und Indien auch überall so wohlwollend begrüsst und beachtet werden. Zurück im Hotel machen wir uns nach einem kurzen Abstecher ins Internet auf den Weg an den Flughafen. Unser Taxifahrer meint es extrem gut und brettert trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 40 km/h mit 120 km/h zum Flughafen. Odi meint anhand der gebeugten Haltung eine leichte Sehschwäche erkennen zu können. Die Nase befindet sich nämlich praktisch an der Windschutzscheibe. Vermutlich kann er nicht einmal bis zum Tacho sehen. Wie auch immer… wir kommen in Rekordzeit am Flughafen an und lassen Indonesien kurze Zeit später hinter uns. Bye bye Indonesia, schön wars! In K.L. treffen wir im Hotel auf Yves. Die Truppe wird morgen durch die Ankunft von Eva komplettiert. Wir haben uns mit beiden hier verabredet, um zusammen zwei Tage in der Hauptstadt von Malaysia zu verbringen. Da wir trotz relativ fortgeschrittener Zeit noch hungrig sind, beschliessen wir spontan noch einen Stingray essen zu gehen. Wirklich ein sensationeller Weihnachtsbraten! Obwohl in Malaysia nur gerade ungefähr 10% Christen sind, wird Weihnachten auch hier gefeiert. Allerdings geht das ganze nicht allzu klassisch über die Bühne. Vielmehr haben sich Tausende in der Jalan Bukit Bintang versammelt, um sich gegenseitig mit weissem Schaum einzusprühen. Wenn die wüssten, wie kalt Schnee wirklich ist, hätten sie wohl nicht eine derart grosse Sehnsucht nach der weissen Pracht. Merry x-mas to all of you!

Weihnachtsbraten, der Zweite

Eigentlich will ich nach dem Aufstehen nur rasch nachschauen, ob die Post heute wirklich geschlossen hat. Da dies effektiv so ist, müssen wir mit dem Abschicken des Tauchgepäcks wohl oder übel noch zuwarten. Mein Ausflug über die Strasse ist aber trotzdem erfolgreich. Der kurze Abstecher ins Shoppingcenter endet im Esprit Outlet mit einem unerwarteten, frühmorgendlichem Shoppingrausch. Gerade als wir das Hotel in Richtung Zentrum verlassen wollen, trifft Eva ein. Es gibt viel zu erzählen, so dass wir uns im BB Plaza erstmals in ein Restaurant setzen. Nach einer kurzen Shoppingtour steht mit den K.L.-Neulingen auch noch ein wenig Sightseeing auf dem Programm. Wir lassen uns im Lift des TV Tower’s 50 Stockwerke nach oben bringen und schauen K.L. aus luftiger Höhe an. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man auch nach mehreren Besuchen noch alles entdeckt. Danach kann uns nichts mehr aufhalten und wir machen uns auf den Weg zum zweiten Weihnachtsbrate“. Nicht nur Yves schmeckt der Stingray; auch Eva ist begeistert. Zur Feier des Tages und als kleines Versüecherli gibt es heute auch noch einen Frosch zum Probieren. Wären die vielen kleinen Knochen nicht, könnte man glatt von einem super Meal sprechen. Den Rest des Abends verbringen wir auf der Partymeile von K.L. Es ist wie immer ziemlich unterhaltsam was hier alles abgeht. Wir amüsieren uns auf jeden Fall köstlich – sowohl in der Bar an der Strassenecke als auch danach in einem Club.

29 kg weniger

Da unser Tramper absolut keine sauberen Klamotten mehr hergibt, steht heute eine Runde waschen an. Auch wollen wir unbedingt unsere Tauchsachen los werden. Während ich die Waschmaschine hüte, macht sich Odi deshalb im KLCC auf die Suche nach einer Kartonschachtel, Klebeband sowie Adressetiquetten. Eva und Yves bestaunen währenddessen die Petronas Towers aus der Nähe.

Malaysia, Kuala Lumpur, Petronas Towers

Danach will clever gepackt sein. Wir sind gut vorbereitet und haben die grosse Tauchtasche bereits am Flughafen in eine Folie einpacken lassen. Darin senden wir das grosse Zeugs nach Hause. Der Rest kommt in die Schachtel. Schlussendlich bringen wir 29 kg (!) auf die Post. Wir sind „erleichtert“, die Hälfte unseres Gepäcks los zu sein. Da man nie genau weiss, wann wir den nächsten Stingray geniessen können, gibt es heute nochmals das gleiche Essen wie am Vor- und am Vorvorabend. Die anderen zwei machen brav mit und lassen sich von uns nochmals in die Jalan Alor ausführen.

Short cut zu den Bildern