Istanbul

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Ab in den Sommer
Da die Wetterfrösche für das verlängerte Weekend wieder keinen Sommer prognostizieren, haben wir gestern Abend kurzerhand einen Flug nach Istanbul gebucht. Wir wollen endlich wieder einmal die Sonne sehen und ein bisschen heiss haben! In Istanbul angekommen, werden wir nicht enttäuscht. Die Sonne ist zwar schon untergegangen, aber die Tempartur mit 26 Grad genau nach unserem Gusto. Weil wir auf der asiatischen Seite landen, jedoch auf der europäischen Seite hausen, entpuppt sich die Suche nach dem gebuchten Hotel als nictht ganz einfach. Nach einer langen Busfahrt durch den Abendverkehr von Greater Istanbul werden wir in einem Stadtteil weit entfernt von unserem Quartier ausgeladen. Die Suche nach der richtigen Metro müssen wir nach kurzer Zeit aufgeben. Wir können uns nicht orientieren und sitzen deshalb bald in einem Taxi. Leider kennt der Taxifahrer unser Hotel auch nicht und lädt uns deshalb an der Hauptstrasse irgendwo in der Nähe ab. Auch die letzten paar Meter haben es schliesslich noch in sich. Die Strassennamen auf unserer Karte stimmen nämlich nicht mit den Strassenschildern überein, so dass wir auch hier noch ein bisschen durch die Gegend irren.

Turkey, Istanbul, Sunset

Irgendwann finden wir das Hotel dann doch aber noch. Hungrig und durstig stürzen wir uns sogleich in die nächste Strassenküche und kommen zum ersten türkischen Futter langsam aber sicher in Istanbul an.

Istanbuls Highlights
Den ersten Sightseeing-Tag starten wir mit den Höhepunkten Istanbuls. Die blaue Moschee hat mich schon bei einem Swissair-Aufenthalt vor mehr als zehn Jahren total beeindruckt.

Turkey, Istanbul, Blue Mosk

Auch heute werden wir nicht enttäuscht. Einen kurzen Augenblick fühlen wir uns beim Betreten des Geländes sogar an den Taj Mahal erinnert. Auch im Innern ist die Stimmung einmalig. Daran können nicht einmal die vielen Touristen etwas ändern. Nach einem kurzen Abstecher in die unterirdische Zisterne der Altstadt wartet auch schon das nächste Highlight auf uns. Die Haghia Sofya war ursprünglich eine Kirche des römischen Reiches (Fertigstellung 537 n. Chr.) und wurde erst fast Tausend Jahre später kurzerhand in eine Moschee umfunktioniert. Atatürk hat das Bauwerk schliesslich 1935 in ein Museum umgewandelt. Noch heute kann man die Spuren von beiden Religionen finden. Neben den üblichen islamischen Einschlägen erkennt man im Dachwölbung auch Engel- und Madonnagemälde. Irgendwie unnötig zu erwähnen, dass wir soeben Unesco Weltkulturerbe besichtigt haben. Bei einem Bier auf einer Dachterrasse mit Blick auf die beiden Bauwerke stellen wir das Programm für den restlichen Tag kurzer Hand um. Da der Planet meint, dass der grosse Bazar und der kleine Bruder, der Gewürzbasar, morgen Sonntag wahrscheinlich geschlossen haben, beschliessen wir unsere Stadtbesichtigung dort fortzusetzen.

Turkey, Istanbul, Spice Market

Der Gewürzbasar gefällt uns im Vergleich zum überdimensionalen grossen Barzars um einiges besser. Obwohl der Menschenauflauf imens ist und wir kaum einen Blick auf das vielfältige Angebot werfen können, ist es uns in Mitten der Einheimischen wohler als auf dem doch recht touristischen grossen Bazar. Trotz der vielen verlockenden Angeboten verbringen wir den restlichen Nami statt mit Shoppen und Feilschen mit einer Pause im Hotel. Wieder fit und munter gehen wir am Abend nochmals auf die Pirsch. Nach einem feinen Fischsandwich – eine saugünstige und sehr feine lokale Spezialität, welche direkt am Hafen frisch zubereitet wird – stellen wir uns auf der Galata-Brücke neben die unzähligen Fischer und geniessen den wunderbaren Sonnenuntergang. Die einmalige Stimmung wird sogar noch getoppt, als die Muezzins aus den zahlreichen Moscheen zum Abendgebet ausrufen. Unvergleichlich!

Zwischen Europa und Asien
Als wir das Hotel am Morgen verlassen, sind die Strasse noch fast leer und wir haben nicht nur die Süleymaniye Moschee praktisch für uns ganz alleine. Spätestens beim Topkapi Palace ist es dann aber vorbei mit der Ruhe. Praktisch im Rudel besichtigen wir die Residenz der vergangenen Sultane von Istanbul. Da wir keine Lust auf “Anstehen vor Bauwerken” haben, bleiben wir nicht allzu lange und fahren stattdessen mit der öffentlichen Fähre nach Asien und gleich wieder zurück nach Europa.

Turkey, Istanbul, Fishermen

In Taksim, dem modernsten Stadteil Istanbuls, hat das westliche Leben unverkennbar Einzug gehalten. Hier gibt es weder Bazare noch Strassenhändler und die Einkaufsstrasse unterscheidet sich kaum mehr von der Marktgasse in Bern. Zum Glück sind die Menschen in Istanbul jedoch überall gleich. Wir sind immer wieder positiv überrascht ab der freundlichen, unaufdringlichen und ehrlichen Art der Einheimischen. Einmal mehr wird damit ein allgemeingültiges und weitverbreitetes Vorurteil als unwahr wiederlegt. Nach dem wir vom Galata Tower einen letzten Blick auf die Stadt geworfen haben, ist an der Zeit sich langsam aber sicher wieder von der Stadt zu verabschieden. Bei einem letzten Znacht lassen wir den Abend ausklingen und freuen uns irgendwie so gar nicht auf die morgige Heimreise.

Knapper geht’s nimmer…
Der Tag beginnt gemütlich: gemütlich stehen wir auf, gemütlich nehmen wir eine Dusche, gemütlich packen wir unsere Sachen, gemütlich geniessen wir das Zmorge, gemütlich schlendern wir zum Tram und gemütlich fahren wir mit dem Gefährt durch die halbe Stadt. Danach trifft der Zeitpunkt ein, wo Herr Odermatt fragt, ob wir wirklich ab dem gleichen Flughafen zurück fliegen. Dumme Frage denke ich noch, schaue aber selbstverständlich trotzdem nach rasch auf der Flugbestätigung nach. Dass die Frage gar nicht soooooooooo dumm war, merke ich spätestens als ich nochmals die Abflugszeit checke. Sch*****, unser Flieger (natürlich ab dem gleichen Flughafen…) geht in einer Stunde und wir sind immer noch Mitten in Istanbul! Es ist kaum zu glauben, aber wir haben es doch tatsächlich geschafft, anstatt der Abflugszeit in Istanbul nochmals die Abflugszeit in Zürich im Kopf zu haben. Nach dieser doch eher unangenehmen Überraschung geht auf einmal alles sehr schnell. Fluchtartig verlassen die Tramstation und schnappen uns das nächstbeste Taxi. Im Eiltempo machen wir dem Taxifahrer klar, dass er doch bitte den Taxameter einschalten soll und dass er doch bitte in höchstmöglichen Tempo an den Flughafen zu fahren haben. Für die knapp 60 Kilometer habe er ganze 30 Minuten Zeit. Zum Glück entpuppt sich unser Taxifahrer als wahrer Ralley Fahrer. Wir rasen immer mindestens doppelt so schnell wie maximal erlaubt ist, schlängeln uns richtiggehend durch den Verkehr und wechseln so ca. alle fünf Sekunden die Spur. Das höchste der Gefühle ist dann allerdings die Fahrt auf dem Pannenstreifen. Wir trauen unseren Augen kaum, als der gute Mann doch tatsächlich den Stau auf dem Pannenstreifen umfährt. Mit über 80 km/h brettern wir auf dem schmalen Streiffen an den vielen Autos vorbei und kommen so maximal zügig voran. Dasss das ganze nicht ganz ungefährlich ist, muss wohl an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden… 30 Minuten vor Abflug treffen wir schliesslich am Flughafen ein. Wir lassen ein grosses Trinkgeld zurück und spurten los in Richtung Check-in Schalter. Dort wird uns wie erwartet erstmals erklärt, dass das Check-in für diesen Flug schon lange geschlossen sei. Da wir jedoch nur Handgepäck haben und wir diese Tatsache mit Hundeblick mehrmals wiederholen, passiert dann aber doch tatsächlich ein mittleres Wunder und wir bekommen unsere Boardingpässe. Total verschwitzt und ausser Atmen sitzen wir nur einige Minuten später im Flugi. Wow, wir haben einmal mehr wirklich einfach nur Glück gehabt. So knapp waren wir definitiv noch nie dran und wir sind uns einig, dass damit die Toleranz “mit knapp am Flughafen eintreffen” mehr als ausgeschöpft ist. Puh – Schwein gehabt!

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