Monthly Archives: June 2012

Vienna

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Auf Besuch bei Margit & Otto

Was über den Jahreswechsel auf den Malediven begann, findet an Pfingsten seine Fortsetzung: wir besuchen unsere Freunde, Margit und Otto, in Kogl in der Nähe von Wien.

Seit einer gefühlten Ewigkeit sind wir schon nicht mehr ab Bern-Belp geflogen. Dass dies mehr als angenehm ist, wird uns rasch wieder bewusst. Da der Flug bereits um 6.20 Uhr abhebt, können wir zwar nicht gerade ausschlafen, aber doch immerhin für eine akzeptable Anzahl an Stunden die Nachtruhe im eigenen Bett geniessen. Der Flughafen ist wirklich klein und das übliche Flughafen-Prozedere in Rekordzeit vorbei. Auch der Flug ist äusserst angenehm und das Flughuhn (als ex-Flughuhn darf man dies sagen…) derart nett und zuvorkommend, dass man sich glatt als einen besonders geschätzten Gast fühlt. Wirklich zu empfehlen diese Skywork… In Wien werden wir bereits von Otto erwartet. Ach, wie ich das Gefühl liebe, wenn man im Ausland ankommend (oder vice versa) auf ein bekanntes Gesicht trifft, auf welches man sich gefreut hat. Nach einer Stunde Fahrt treffen wir in Kogl – ca. 20 Kilometer ausserhalb von Wien gelegen – auf das nächste bekannte und strahlende Gesicht: die Margit. Wir werden so herzlich im Hause aufgenommen, dass wir uns bereits nach wenigen Minuten wie zu Hause fühlen. Bei einem ausgiebigen Frühstück steht das erste ausführliche Gespräch an. Schliesslich gibt es doch einiges zu erzählen… Anschliessend steht das erste Unesco Welterbe auf dem Programm. Wir besuchen die Kulturlandschaft Wachau an der schönen Donau. Obst- und Winzerdörfer haben sich hier zwischen zahlreichen Burgen und Kirchen wunderbar in die Landschaft eingegliedert.

Austria, Kogl, Insect

Zum Znacht werden wir mit einem riesigen Stück Grillleisch verwöhnt. Doch bevor es soweit ist, geniessen wir erstmals ganz „Malediven-like“ einen Sundowner am resp. im Pool des schönen Heimes der beiden.

Wald- und Parkspaziergänge um und in Wien

Nach dem feinen Zmorge (wir werden hier verwöhnt und bekocht wie der Kaiser und die Kaiserin von Österreich…) machen wir uns auf zu einem ausgedehnten Waldspaziergang. Wir sind froh, dass wir die Haus-Jogging-Strecke ablaufen. Dies ist vor allem deswegen ganz besonders gut, als dass wir so nicht nur japsend ein paar Sätze von uns geben können, sondern richtig viel Luft für gute und interessante Gespräche haben. Am Nachmittag gibt’s auch einen Spaziergang. Dieses Mal aber durch die prächtige Parkanlage beim Schloss Schönbrunn.

Austria, Vienna, Castle Schönbrunn

Die ehemalige Sommerresidenz der Habsburger Herrscher, im dezenten schönbrunn-gelb gehalten und von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt, gefällt uns trotz der zahlreichen Touristen sehr gut. Ganz besonders interessant finde ich die Tatsache, dass man hier heute doch tatsächlich zur Miete wohnen kann. Man hat somit nicht nur einen super tollen Garten, in dem man sich locker auch verlaufen könnte, sondern bekommt auch gleich noch zahlreichen Hausgärtner dazu. Solche Insiderinformationen stehen natürlich nicht im Lonely Planet und wir schätzen, dass wir für diese Geschichten einen privaten Guide und Einheimischen, der gleichzeitig auch Taxichauffeur, Koch usw. ist, dabei haben. Nach wunderbaren Spaghetti al Tonno (auch das feine Risotto vom Mittag sollte hier noch erwähnt werden) widmen wir uns den Fotos und Erlebnissen unserer letzten Reise durch Botswana und Zimbabwe. Traveller unter Travellern könnte man sagen…

Wien und viele Traditionen

Am dritten Tag steht das dritte Unesco Welterbe auf dem Programm – Wien. Historische Bauten und prächtige Repräsentationsbauten aus drei Epochen reihen sich hier dicht aneinander. Zum Glück haben wir Ortskundige dabei, die uns all die Sachen zeigen. Ansonsten hätten wir sicher die Hälfte übersehen. Selbstverständlich werden wir von Margit und Otto auch in die Kultur der Wiener Kaffeehäuser eingeführt. Ja, die Wiener trinken gerne Kaffee… Überraschend ist, dass man in diesen Kaffeehäusern auch ganz „normal“ essen kann. Das Highlight aber sind und bleiben die zahlreichen und überdimensionalen Mehlspeisen (bei uns würde man Dessert sagen…). Am Abend werden wir in eine weitere Tradition eingeführt: wir besuchen die Heurigen. Wenn ihr jetzt nicht wisst, was das ist, ist dies nicht so schlimm. Wir hatten nämlich bis anhin auch keine Ahnung. Ich zitiere aus Wiki: „Heuriger bezeichnet in Österreich sowohl einen Jungwein als auch die Buschenschank, die ihn ausschenkt. Das Wort leitet sich von „heuer“ ab, dem süddeutschen Ausdruck für dieses Jahr. Heurig bedeutet also diesjährig. Man geht zum Heurigen, sitzt beim Heurigen und trinkt Heurigen. Das Recht der Weinhauer (österreichisch für Winzer), Eigenbauwein im eigenen Haus ohne besondere Lizenz auszuschenken, geht in Österreich auf eine Zirkularverordnung des Kaisers Joseph II. von 1784 zurück.“ Mit anderen Worten: man fährt zu einem Bauernhof, welcher ca. 3x pro Jahr seine Tore öffnet, setzt sich hin und geniesst alles aus Eigenproduktion: Wein, Wurstware, Käse, Brot, Mehlspeisen usw. Wichtig: ein richtiger Heuriger schenkt keinen Kaffee und kein Bier aus und bietet keine warmen Speisen an. Wunderbar kann ich euch sagen und sau gemütlich noch dazu. Wer also mal in Österreich ist und einen Heurigen besuchen möchte hier geht’s zum online Kalender: http://www.heurigenkalender.at/.

Austria, Kogl, Flower

Servus und bis bald

Wir sind alle noch ein bisschen müde und einige auch ein bisschen verkatert als wir uns in aller Frühe wieder auf den Heimweg machen müssen. Liebe Margit, lieber Otto – herzlichen Dank für die tolle Zeit bei euch. Ihr habt uns so verwöhnt und so gut zu uns geschaut, dass wir dies kaum toppen können, sollten wir die Chance für eine Revanche kriegen. Dies soll euch aber nicht davon abhalten, uns trotzdem bald einen Besuch in Bern abzustatten! In diesem Sinne: Servus und bis bald! Skywork war übrigens auch auf dem Heimweg super.

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