Elba

Short cut zu den Bildern

 
Plan B
Eigentlich war unser Plan, dass wir – wir drei und Lili – heute nach Marsa Alam fliegen. Da aber das EDA vor einer Woche eine Reisewarnung für Ägypten ausgesprochen und darauf Ltur unser Arrangement annulliert hat, sitzen wir nun in unserem Lodgy und fahren nach Elba. Plan B quasi, der wohlüberlegt ist und einige Tage in unseren Köpfen reiffen musste. Da es doch einen Moment geht bis auf die Insel und wir genügend Zeit haben, nehmen wir uns für die Fahrt in den Süden zwei Tage Zeit. Wir wollen unterwegs ein Unesco Welterbe bei Milano besichtigen und danach irgendwo auf halber Strecken übernachten. Crespi d’Adda ist eine Bilderbuch Arbeiterstadt resp. -siedlung neben einer alten Textilfabrik. Was auf den Bildern im Internet ganz vielversprechend ausgesehen hat, entpuppt sich vor Ort als Reinfall. Wegen zu geschlossen quasi. Und die Häuser, die übrigens alle noch bewohnt sind und uns an das Weissenstein-Quartier in Bern erinnen, laden auch nicht gerade zum Sightseeing ein. Na ja, irgendwie schlägt das ganze fast noch den Zahn (für Nichtinsider: super langweiliger Dinozahn in Java, Indonesien)! Am Ortsrand von Parma quartieren wir uns in einem Vierstern-Hotel ein. Als dann endlich auch der Strom funktioniert, hat es mindestens drei Sterne verdient. Bei Pizza, Bier und Wein lassen wir den Abend ausklingen. Einzig unser Tochter macht die Nacht weiterhin zum Tag. Sie will und will nicht schlafen. Kurz bevor die Eltern ins Komma fallen, findet auch sie dann doch noch den Schlaf.
Italienisches Chaos
Nach einem dürftigen Frühstück fahren wir weiter in Richtung Elba. Beim Ticketkauf für die Fähre lacht unser Herz. In nur gerade zwanzig Minuten soll unsere Fähre ablegen – super! Auf der Suche nach der richtigen Einspurlinie bricht dann buchstäblich das Chaos aus. Organisation und Ordnung ist definitv nicht die Stärke unserer südlichen Nachbarn. Die Zwei-Uhr-Fähre ist lange weg als wir endlich in der Nähe des Piers sind. Kein Problem für die Italiener, wir können uns einfach irgendwo sonst anstellen. Nach zwei Stunden warten sind dann auch wir endlich auf der Fähre. Zum Glück trägt Anina das ganze mit viel Fassung. In Elba angekommen, ist unser erster Stopp der Supermarkt. Nachdem das wichtigste eingekauft ist, machen wir uns auf die Suche nach unserer “Villa”. Die beiden gemieteten Ferienwohnungen in der Villa Morcone sind wirklich schön sowie geräumig und die Aussicht aufs Meer der Hammer. In der Tauchschule lassen wir uns noch kurz das wichtigste zeigen und erklären, bevor wir dann den Abend bei einem einfachen Znacht auf der Terrassse ausklingen lassen. Wir sind alle gespannt was uns der morgige Tag über und unter Wasser bringen wird.
Tauchen in Elba
Der erste Tauchgang steht an und Odi und ich dürfen Anina bei Lile lassen und einen Blick unter Wasser werfen. Gar nicht so schlecht könnte man sagen.

Italy, Elba, Morey Eel

Die Sicht ist sehr gut, es hat erstaunlich viele Fische, einige Moränen, viel Gestein und wie erwartet eher wenig Korallen. Das einzige negative auf dem ersten Tauchgang: Odi flutet zur Abwechslung wieder mal seine Kamera. Ein Haar im Gehäuse hat ausgereicht, um die Kamera der Ewigkeit zu übergeben. Immerhin können wir dieses Mal die Fotos retten. Den zweiten Tauchgang machen Lile und Odi am “Hausriff”. Viel Seegras, einige Fische und als Highlight ein Sepia. Am Nami sind dann die Damen dran. Mit dem Boot fahren wir aufs Meer. Leider kommen wir gar nicht erst zum Abtauchen. Liles Ohr überlebt den Sprung ins Wasser nur knapp und die folgenden Schmerzen lassen keinen Tauchgang mehr zu. Fazit des ersten Tages: Tauchen besser als erwartet, Konzept mit Anina hüten klappt, eine Kamera geflutet und Liles Ohr am A…
Arme Nanny, arme Anina
Da Liles Ohr noch nicht besser ist, dürfen Odi und ich am morgen wieder mit dem Boot raus. Wir sind wirklich positiv überrascht vom Mittelmeer!

Italy, Elba, Jelly Fish

Obwohl uns die Korallen und das ganz kleine Zeugs fehlen, ist es ganz toll und wir geniessen das Tauchen sehr. Der ultimative Ohrtest führen die Ladies wieder im Hausriff durch. Bis 5 Meter klappt alles ganz gut, aber einen tieferen Tauchgang lässt das Hörorgang von Lile aktuell leider nicht zu. Deshalb übernimmt sie am Nami nochmals die Funktion als Nanny und Odi und ich erkunden auch noch das Hausriff auf der anderen Seite der Bucht. Da wir ja mit ganz wenig zufrieden sind, finden wir auch hier wieder ein paar Sachen, die unser Taucherherz höher schlagen lassen. Gleichzeitig schlägt auch das Herz von Lile höher. Unsere Tochter schreit ohne Unterbruch und macht die Nanny ganz unglücklich. Wir finden bald heraus was das Problem ist: die Kleine kämpft mit einer Erkältung und ist entsprechend unruhig, muderig und anhänglich. Für die Nacht wird der Papa deshalb zum ersten Mal ausquartiert. Die Danen der Familie teilen sich das grosse Bett, während Papa mit dem Sofa im Wohnzimmer vorlieb nehmen muss. Obwohl ihr gar nicht wohl ist, kommen zu erstaunlich viel Schlaf.
Business as usual
Nach etwas Schlaf sieht die Welt meist schon viel besser aus. So auch bei unserer Tochter. Die Nase läuft zwar immer noch wie doof, aber das Lachen hat sie wieder gefunden. Trotzdem will ich Anina heute nicht alleine lassen und so macht sich der Herr des Hauses am Morgen alleine auf zum Tauchen. Die Ladies kommen dann später dran. Am Mittag gibts wieder den obligaten Lile-Ohrtest im Hausriff. Leider ist das Ohr immer noch nicht zum Tauchen auf dem Boot aufgelegt, weshalb ich am Nachmittag alleine rausfahre. Die Tauchgänge sind übrigens alle sehr ähnlich und gleich. Deshalb gibt es an dieser Stelle auch keine weiteren Ausführungen zu diesem Thema.
Einweggrille gibts auch in Elba
Heute wird unser Lazarett um einen Patienten vergrössert. Nun hat es auch noch mich ein wenig erwischt. Ich merke dies, als ich auf dem Tauchgang am Nami die Ohren auf rund 25 Meter nicht mehr wirklich ohne Probleme aufbringe. Am Abend bin ich dann derart verschnudert, dasss es schöner nicht sein könnte. Ansonsten gibts zum heutigen Tag nicht viel zu sagen: Mama und Papa dürfen zwei Mal aufs Boot, Lile und Anina vergnügen sich derweilen an Land, am Mittag gibts eine Einkaufstour im Kaff und am Nami absolviert Lile den ohrentechnisch bisher besten Tauchgan ab Strand. Das gibt Hoffnung für Morgen! Am Abend lassen wir uns von Odi bekochen. Auf dem Einweggrill gibts Hamburger und Poulet. Mmhhh…
Endlich!
Optimistisch verlassen Lile und Odi die Ferienwohnung, um mit dem Boot rauszufahren. Heute soll endlich auch sie an einem anderen Ort als im Hausriff den Kopf unter Wasser halten können! Ich geniesse derweilen mit Tochter und verstopfter Nase den Morgen. Der Versuch von Lile gelingt.

Italy, Elba, Fish

Endlich kann auch sie sich einen richtigen Eindruck von der Unterwasserwelt von Elba machen. Auch ihr Fazit: nicht mit Ägpyten vergleichbar, aber für Plan B mehr als in Ordnung. Mein Schnuderi ist zum Glück nicht schlimmer geworden und so bin auch ich am Nami wieder mit von der Partie. Ich muss zwar etwas fester als sonst für den Druckausgleich arbeiten, aber mit etwas Einsatz klappt es irgendwie.
Last day diving
Der letzte Tauchtag ist angebrochen. Odi und ich begleiten Lile je einmal aufs Boot.

Italy, Elba, Nudi Branch

Obwohl es wie bereits erwähnt für Plan B ganz okay war, sind wir nicht so unglücklich, dass dies der letzte Tag ist. Die Tauchgänge gleichen sich doch alle sehr. Als einziges Novum können die Ladies heute einen kleinen Schwarm Barracudas beim Jagen beobachten. An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein paar Worte über die Tauchschule und die Organisation verlieren. Das ganze ist wirklich sehr gut organisiert und dies obwohl es abartig viele Taucher hat! Der Staff ist super freundlich und hilfsbereit. Die Boote und Fahrten eher mühsam (man läuft mit der ganzen Ausrüstung zum Strand, steigt dort via Wasser ins Boot und behält immer und jederzeit alles an – vor allem für “Nach-dem-Tauchen-muss-ich-immer-und-unbedingt-Pinkler” wie mich eher eine Tortur), aber sehr effizient. Alles in allem ein grosses Bravo. Man merkt, dass das ganze in deutscher Hand ist. Der letzte Abend wird feucht fröhlich – fröhlich wars immer, feucht auch, aber nicht so feucht wie heute :-). Wir hatten eine tolle Zeit zu viert und die Woche ist ganz wunderbar, reibungslos und völlig stressfrei verlaufen. Nicht ganz selbstverständlich wie wir finden, schliesslich ist die Zusammensetzung der Reisegruppe doch nicht ganz alltäglich. Merci Lile für deine Begleitung!
Ciao Lile, ciao Elba
Bald haben wir unser ganzes Bagage im Auto verstaut und sind ready für die Fahrt an den Flughafen. Da Lile nur eine Woche Ferien hat und wir uns wieder etwas Zeit lassen wollen mit der Rückfahrt, fliegt sie heute retour in die Schweiz. Ein letztes Cappuccino und weg ist Anina’s Nanny und “Fast-schon-Tanti”. Wir drei machen uns subito auf zum Hafen. Da wir keine Reservation für die Fähre haben und ein ähnliches Ghetto wie bei der Hinfahrt erwarten, wollen wir möglichst keine Zeit verlieren. Zu unserer Überraschung läuft auf der Inselseite jedoch alles viel, viel organisierter und disziplinierter ab. Obwohl wir erst für in zwei Stunden ein Ticket haben, dürfen wir uns in der Warteschlaufe anstellen. Diese wird vorzu entleert, wenn eine Fähre noch Platz hat. So fahren wir zu unserer Freude tatsächlich auf der zweiten Fähre, die ablegt, in Richtung Festland. Unser nächstes Ziel ist die Toscana, genauer Pienza. Das kleine Dörfchen gilt als Idealstadt – erbaut im 15 Jahrhundert – und gehört zum Weltkulturerbe. Obwohl das Kaff nicht im Lonely Planet ist, erhält es regen Besuch. Wir finden in der ganzen Umgebung kein Zimmer und müssen uns wohl oder übel in einem doch recht teuren Appartement (145 Euro, das einzige was wir finden) einquartieren. In der Abendsonne machen wir uns auf Erkundungstour des schmucken Städtchens. Da sich die Sehenswürdigkeiten auf einen Platz und das Städtchen an und für sich auf wenige 100 Meter beschränken, ist der Abendspaziergang bald vorbei. Nach Pasta und Bier gibts die wohlverdiente Bettruhe in unserer überdimensional grossen Wohung. Buona notte!
San Marino, ein neues Land
Für heute haben wir drei Stopps eingeplant: zwei Unesco Dinger – Assis und Urbino – und ein neues Land – San Marino. Vom Franz von Assis hat wohl jeder schon mal gehört. Er hat 1210 im heutigen Assisi einen Franzsikanerorden gegründet, welcher sich als besonders friedlich rühmte. So ist denn heute die Stadt auch als Stadt des Friedens bekannt. Um den Orden von Franzikus zu beherbegen, wurde ein Kloster, ein schönes Städtchen sowie zwei riesige Kirchen gebaut. Die Kirchen und das Kloster beeindrucken aus der Ferne, das Städtchen gefällt aus der Nähe. Das einzige was stört, sind die zig Touristen, die sich Hordenweise durch die Gassen sowie die Kirchen schwemmen lassen. Assisi ist ein wichtiger katholischer Wahlfahrtsort geworden und die Wände der Kirchen gelten als grösste Freskenmalerei in ganz Italien. Von unserem nächsten Stopp sind wir nach dem eindrücklichens Assisi enttäuscht. Urbino ist nicht annähernd so hübsch. Einzig, dass es hier nicht so viele Touristen hat, gefällt uns gut. Das letzte Ziel des Tages ist San Marino. Praktisch, wenn man auf der Rückfahrt noch so rasch ein neues Land besuchen kann… Den Versuch in der Stadt ein Hotelzimmer zu suchen, geben wir bald auf. Wir haben keine Lust schon wieder ein halbes Vermögen auszugeben. Stattdessen landen wir irgendwo ausserhalb und fahren am Abend mit dem Auto in die Stadt am Berg. Die Gassen rauf und runter erkunden wir die Altstadt (auch Unesco, aber nicht im Buch). Es scheint alles ein bisschen besser organisiert und sauberer als in Italien. Auch zum Schoppen ist es anscheinend nicht ganz so schlecht. Vieles wie Parfum, Schmuck, Alkohol, Waffen usw. kosten deutlich weniger als zum Beispiel bei uns (Taxfree heisst das Zauberwort, wie sich später herausstellt). Wir können den zahlreichen Angeboten ohne Probleme widerstehen und investieren statt dessen in einheimisches Bier, Pizza und eine tolle Aussicht auf Rimini und das Meer. Ach ja zum Schluss noch dies: bei der Suche nach einem Hotel ist uns doch tatsächlich eine Vespa in den Arsch gerutschut. Die (hübsche) Ladie ist zuerst gefallen, dann in uns geputscht. Grund war der minimale Abstand zu uns. Der Chica ist zum Glück nix passiert und unser Lodgy hat das ganze nur mit einem kleinen Kratzer auch recht gut überstanden.
Zig Mosaics
Nach dem Zmorge gehts retour nach Italien. Heute stehen nochmals zwei Städte mit Unesco Status auf dem Programm. Der erste Stopp ist in Ravenna.

Italy, Ravenna, Church

Die Stadt der Mosaics gefällt uns sehr gut. Es geht völlig relaxt und gemütlich zu und her. Selbst der Verkehr ist hier eine Spur langsamer und es hat ganz viele Velos. Die Unesco-Bauten, acht an der Zahl, sind alles Gotteshäuser oder andere Heiligtümer. Wir besichtigen deren fünf und sind beeindruckt. Von aussen sind alle unauffällige Backsteinbauten. Beim Betreten ist der Ohhh-Effekt jedoch garantiert. Die super filigranen, riesigen Bilder aus kleinsten Mosaicsteinchen sind unglaublich. Gar nicht auszudenken, wie lange die Erschaffer dafür gebraucht haben. Ich stelle mir die Frage, ob die Menschen früher kleiner Hände hatten? Ich jedenfalls hätte keinen Nerv so zu “gäggelen”. Am Nami steht Ferrara auf dem Programm.

Italy, Ferrara, Church

Das Kaff gefällt uns weniger gut. Der Dom ist wegen Siesta geschlossen, der Palazzo und das Municipal Haus auch und auch sonst gibts eigentlich gar nix zu sehen. Entsprechend ist unser Aufenthalt eher von kurzer Dauer und wird hauptsächlich für die Verpflegung der Dame genutzt. Gegen fünf Uhr sind wir dann in der Nähe von Milano. Da Anina langsam aber sicher genug vom Auto fahren hat, ist es an der Zeit ein Bett zu suchen. Einfacher gesagt als getan! Im Feierabendverkehr kommen wir kaum vorwärts und die Hitze trägt auch nicht gerade zur besten Stimmung bei. Irgendwann finden wir dann in einem Kaff recht ausserhalb von Milano endlich ein Hotel. Ohne lange zu überlegen, schnappen wir uns ein Zimmer und geniessen nach der Autofahrt den Platz auf und um das grosse Bett. Als Anina im Wägeli tief und fest schläft, gibts in der Haus-Trattoria das letzte italiensche Znacht. Morgen gehts wieder heimwärts. Schön wars – ciao a tutti!
 

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