Cyprus

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X-Mas Holidays 2018
Einmal mehr mussten wir vor dem Abflug etwas “bibere”. Einmal mehr klagte die grosse Tochter am Tag vor dem Abflug über Ohrenschmerzen. Einmal mehr landeten wir unverhofft beim Dottore. Zum Glück war der Mann in Weiss vom City-Notfall sehr cool und zum Glück sind wir sofort hingegangen. Mit der richtigen Medizin – Algifor und Antiobiotika kombiniert – und ein paar extra Tipps gab er uns grünes Licht für den Flug von heute. Und so sitzen wir wie geplant, zugegebenermassen leicht angespannt, im Flugi, welches uns nach Zypern bringt. Doch es geht alles gut: das Ohr hält und Nini hat keine Schmerzen. Schwein gehabt! Pünktlich landen wir in Larnaka. Langsam aber sicher sind einige ziemlich müde und wir sind froh, müssen wir nur noch wenige Kilometer fahren. Das grosse Haus ist schnell bezogen und bald schlummern alle in im Ferienhaus in ihrem Bett. Zypern da sind wir!

Nikosia
Im Lidl decken wir uns mit Futter und Getränken für die nächsten paar Tage ein. Danach fahren wir in die zwei geteilte Hauptstadt. Da man mit dem Mietauto nicht unbedingt auf die türkische Seite fahren sollte, lassen wir dieses auf der zypriotischen Seite in einem Parkhaus stehen und überqueren die Grenze zu Fuss. Die Unterschiede vom einem Teil zum anderen sind doch merklich. Hier kann man definitiv zwei Länder innert kurzer Zeit besuchen. Wir geniessen den Bummel durch die autofreien Strassen und landen irgendwann bei einem sehr interessanten Bauwerk: eine Kirche umfunktioniert in eine Moschee. Von aussen und auch von innen ist das Gebäude klar als Kirche erkennbar, aber die Minarette und der Teppich weisen unter anderem eindeutig auf eine Moschee hin. Die Kids wollen zuerst nicht rein. Das Ausziehen der Schuhe ist ihnen suspekt. Als ob diese alten Latschen irgendwer möchte… Schlussendlich lassen sie sich aber dann doch zu einem Besuch gewinnen. Im Park der Moschee hat es eines der unzähligen einladenen Restaurants. Das Meze ist herrlich, der Rest überzeugt nicht grenzenlos.Cyprus, Nicosia, Church

Zurück im zypriotischen Teil lassen wir uns von der Menge durch die Einkaufsgassen treiben. Irgenwann haben wir dann aber genug und fahren mit dem Auto retour zur Ferienwohnung. Da diese nur 50 m vom Strand entfernt liegt, ist klar, wo wir das Zvieri/Apero heute geniessen. Mit den letzten Sonnenstrahlen und einem tollen Ausblick auf das Meer gönnen wir uns Chips, Wasser und Bier. Melia sorgt mit einem angeschleppten Palmenwedel sogar noch für so etwas wie einen Weihnachtsbaum.

Cape Greko
Das Wetter ist wiederum sehr angenehm. Bei rund 20 Grad und viel Sonne geniessen wir den Besuch des westlichen Teils des Landes. Zuerst fahren wir in den National Park um das Cape Greko. Die Landschaft ist schön, die Felsen eindrücklich und das Meer tiefblau. Und doch haben wir uns von diesem Besuch irgendwie mehr erhofft. Weshab wissen wir auch nicht genau… Nach einem Pic-Nic im Park geht es weiter nach Aya Napa. Das Kaff ist ja so etwas wie die Touri-Hochburg des Landes und weitum bekannt. Wir können nur erahnen wie es hier in der Hochsaison zu und her gehen muss. Restaurant, Bar, Fastfood-Laden, Souvenirshops und weiteres reihen sich dicht aneinander. Heute ist aber quasi alles zu und das Kaff so gut wie ausgestorben. Nebensaison kombiniert mit dem 25. Dezember. Da es wirklich so gut wie gar nichts zu tun gibt, steigen wir nicht einmal zum Auto aus. Stattdessen fahren wir weiter nach Larnaca. Hier pulsiert das Familien- und Sonntags-Leben wie man sich dies so vorstellt. An der Strandpromenande schnappen wir uns einen der wenigen Parkplätze und machen was man so macht an einem Tag wie heute: wir schlendern an der Sonne die Promenande auf und ab. Die Kids haben Glück und wir finden einen kleinen Luna Park, wo sie sich vor allem im Gumpischloss lange und mit viel Freude beschäftigen. Zurück in der Ferienwohnung wollen wir noch einmal zum Strand. Doch der aufgezogene Wind ist nicht gerade einladend, so dass wir schliesslich im Garten bleiben. Sobald die Sonne weg ist, wird es auch hier zunehmends kühl und wir sind froh, dass wir auf die Heizung im Haus zählen können.Cyprus, Larnaca, Ship

Choirokoitia und andere Steinhaufen
Nach den drei Nächten im Osten ziehen wir für die nächsten vier Nächte in den Westen. Auf der Fahrt können wir unser erstes Unesco Weltkulturerbe besuchen. In Choirokoitia findet sich eine gut erhaltene Siedlung aus der Steinzeit. Das Ganze ist nicht gross und wir deshalb relativ schnell wieder im Auto. Auf dem Weg zum Mittagshalt an einen Beach kaufen wir Erdbeeren. Heute morgen frisch hier geerntet, verrät mir die Verkäuferin. Wunderbar!!! Das Zmittag ist solala. Immerhin schmeckt der frische Fisch; mindestens der einen Hälfte der Familie. Danach ist noch einmal Zeit für einen weiteren Steinhaufen. In Kurion findet sich ein Amphitheater, einige Mosaiksteinchen, Säulen und gaaaaanz viele sonstigen Steine aus Zeiten vor und nach den Römern. Wenn der doch extrem garstige Wind nicht wäre, dann könnte dies hier sehr toll sein. Das Gelände liegt auf einem Hügel direkt am Meer und die Szenerie ist einmalig. Mit Winterjacke und Mütze bewaffnet laufen wir etwas zackiger als geplant durch die Gegend.Cyprus, Choirokoitia, Gekko

Irgendwann haben dann nicht nur die Kinder genug und wir fahren weiter nach Pafos. Dort werden wir von der freundlichen Vermieterin schon erwartet. Das Haus gefällt uns sehr gut. Wiederum ist einfach alles vorhanden, was man so brauchen könnte – zum Glück auch eine funktionierende Heizung. Den Rest des Abends verbringen auf dem Sofa mit spielen, TV schauen und lesen.

Schnee!!!
Nein, es ist kein Witz:heute schneit es. Aber alles der Reihe nach. Die Wetterprognosen für den heutigen Tag sind schlecht. So entscheiden wir uns für die Fahrt in die Berge zu den Kirchen und Klöstern. Im Wissen, dass die Aussicht wohl ziemlich miserabel sein wird (aber Berge sehen wir ja auch zu Hause), ist der entscheidende Punkt für diese Ausfahrt, dass wir relativ viel Zeit fahrend verbringen können. Und da es bei diesem Wetter eh nicht viel zu tun gibt, ist im Auto sitzen, um zu ein paar Sehenswürdigkeiten zu fahren optimal. Wer sich nun fragt, warum wir überhaupt dorthin fahren wollen, darf 3x raten: genau, es handelt sich um ein Unesco Weltkulturerbe. Total hat es über zehn Kirchen/Klöster, die es anzuschauen gäbe. Wir entscheiden uns für die drei, die in unserem Buch als sehenswerteste deklariert sind. Auf der Fahrt haben wir ein bereits übliches und altbekanntes Problem. Wir fahren an x Tanken vorbei und als wir dann ernsthaft langsam aber sicher eine brauchen, finden wir grad keine. Grrrrrr… wie ich das hasse! Vollgetankt geht es dann doch noch zur ersten Kirche. Leider hat das Ding wegen zu geschlossen. Wir könnten jemanden anrufen, der dann kommen würde, aber dazu haben wir keine Lust. Da es grad nicht schiffet, nutzen wir den Halt stattdessen für ein Pic-Nic auf dem Parklplatz.Cyprus, Church, Roof

Unzählige Kurven weiter treffen wir auf das zweite Gotteshaus. Dieses scheint berühmter zu sein und hat seine Türen geöffnet. Leider regnet es jetzt dafür in strömen, so dass wir den Besuch auch nicht unnötig aussdehnen (die Fresken sind übrigens sehenswert). Zum dritten und letzten Bauwerk – Kirche und Kloster kombiniert – geht die Fahrt weiter den Berg hinauf. Und hier passiert es: aus dem Regen wird Schnee! Wir sind ziemlich froh, dass dieser nicht auf der Strasse ansetzt. Winterpneu haben wir nämlich am Mietauto keine montiert. Der Besuch der Anlage ist wiederum eine nasse Angelegenheit. Den Grossen gefällt die Anlage gut, die Kleinen haben genug Kirchen gesehen. Es ist ihnen schlicht zu dunkel und somit zu unheimlich in diesen Kirchen. Auf der Fahrt zurück nach Pafos sind die Strasssen fast ohne Unterbruch voll mit Steinen. Ziemlich unheimlich was hier an Steinschlag alles runter zu kommen scheint. In Pafos machen wir noch einen Halt in der grössten Mall von Zypern. Die Kids bekommen ein Shirt, die Eltern bekommen ein Zvieri im Taco Bell. Damit sind alle glücklich :-).

Mosaik und Gräber en masse
Da wir gerade im Unceso-Flow sind, steht auch heute ein solches auf dem Programm. Zum “entsetzen” der Kinder ist es wieder ein Steinhaufen. In der Morgensonne, die immer wärmer wird, schlendern wir durch die grosszügige Anlage mit Ruinen und sehr gut erhaltenen Mosaiken. Vor allem die Mosaike mögen zu beeindrucken (und werden am späteren Abend gar nachgezeichnet).Cyprus, Paphos, Castle

Nach dem Kulturprogramm gibt es Futter am Hafen. Während die Eltern sich einmal mehr ein paar Fische in den Magen schlagen, begnügen sich die Kinder mit einem Hot Dog. Wie immer sind sie essenstechnisch eher auf der misstrauischen Seite unterwegs. Wir staunen ab all den Engländern, die sich in Sommerröcken, kurzen Hosen und Flip Flops herum tummeln. Herti Sieche… so warm ist es nun doch auch nicht. Am Nami gibt es nochmals etwas Kultur. In der King Tombs-Anlage gibt es viel zu entdecken. Immer wieder kann man irgendwo in eine Höhle rein kraxeln und Gräber bestaunen. In der Ferienwohnung geniessen wir schliesslich den Rest des Tages mit spielen und lesen. Die Kids sind im Himmel als sie auch noch eine Ration Paw Patrol – ihre neue Lieblingsserie – schauen dürfen. Zum Znacht bleiben wir zu Hause und kochen Menu 2. Pasta und Tomaten und ein paar lokale Dips machen den Abend perfekt.Cyprus, Paphos, Tombs

Off road und Zoobesuch
Wir haben gesehen, was wir von Zypern sehen wollten und heute folgt somit quasi die Zugabe. Wir lassen den Tag entsprechend gemütlich angehen und sind eher spät on the road. Als erstes Ziel haben wir uns den Lara Beach ausgesucht. Hier soll es ganz viele Schildkröten geben, die ihre Eier ablegen und entsprechend wird dann auch fleissig geschlüpft. Dies findet zwar nicht zu dieser Jahreszeit statt, aber der Strand soll trotzdem ein Besuch wert sein. Die letzten Kilometer sind off road. Die Strasse ist doch ziemlich bumpig und wir müssen sogar mehrmals durch Wasser fahren. Alle sind sofort im Element und fühlen sich grad hurti wie in Afrika. Der Strand ist dann leider nicht so wie erwartet. Eine Schönheit sieht anders aus. Sowieso sind wir von den Stränden bis anhin sehr enttäuscht. Wir haben noch keinen “Traumstrand” gesichtet, an dem wir gerne einen Tag die Seele baumeln lassen würden. Zurück auf der Teerstrasse geht es nicht weit bis zum Zoo. Wie immer in anderen Länder sind Zoobesuche interessant und oft auch sehr grenzwertig. Hier geht es noch so einigermassen. Aber die Tiere hätten sicher den einen oder anderen Kumpanen und ein grösses Tiergehe verdient. Den Kids gefällt die Vogelschau, wo Papagaie und Eulen nur knapp über uns hinweg fliegen. Zum Schluss wird dann tatsächlich noch ein Baby-Tiger vorgeführt und alle die wollen, dürfen mit dem extrem süssen Tierchen ein Foto machen. Wir wollen nicht und schauen uns stattdessen den Rest des Areals an, wo es sogar Sibirische Tiger und weisse Löwen zu bestauen gibt. Die Kids sind auf jeden Fall bestens unterhalten und haben dies nach so vielen Steinhaufen und Kirchen auch mehr als verdient. Zurück in der Ferienwohnung werden die Resten verspiesen und der Koffer so halbwegs gepackt. Morgen Abend gehts nämlich bereits wieder zurück in die Schweiz.Cyprus, Paphos, Peafowl

Ein bisschen Aphrodite
Alles ist verstaut und wir sind ready für die Fahrt über die halbe Insel zum Flughafen. Da unser Flug erst um acht Uhr am Abend losgeht, haben wir genug Zeit, um noch die letzten Entdeckungen zu machen. Los gehts mit dem Sanctuary, wo Aphrodite gewohnt haben soll. Einmal mehr einige Steine und Mosaiks. Dank der Kombination mit Ausblick, Wetter und nettem Dorf ein sich lohnender Stopp. Weiter gehts zum Strand, wo Aphordite anno dazu mal aus dem Meer gestiegen sein soll. Der Strand ist gut besucht und wir können uns lebhaft vorstellen, wie es hier in der Hochsaison zu und her gehen muss. Kurze Zeit später sitzen wir in einem Restaurant und lassen uns nochmals so richtig verwöhnen. Das Essen wird zu einem wahren Highlight und wird als bestes dieser Ferien in Erinnerung bleiben. Die Kids finden es auch super, wenn auch mehr wegen dem tollen Spielplatz, welcher das Restaurant so nebenbei auch noch bietet. Nach einem weiteren Schlossbesuch fahren wir definitiv retour nach Larnaca. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen an der Meerpromenade spazieren. Aber da die Kids kurz vor dem Ziel einschlafen (wir sind froh, der Abend wird noch lang…) und das Wetter von sehr freundlich zu sehr garstig gewechselt hat, fahren wir ohne Plan noch ein bisschen im Mietauto umher. Irgendwann sind die Racker dann wieder wach und damit doch alle vor dem Flug noch etwas Auslauf bekommen, machen wir noch einen kurzen Walk an einem der Salzseen zwischen Stadt und Flughafen. Die Flamingos, die im Wasser herumstehen, scheint das Wetter nicht zu stören und wir können uns gerade ein bisschen auf zu Hause vorbereiten. Anschliessend folgt das normale Prozedere einer Flugreise. Einziger Action-Faktor: im Flugzeug gibt es einen inter-familiären Streit. Ich hole kurzerhand die Crew und die beiden Streithähne werden auseinandergesetzt. Die Kids merken davon nicht viel. Sie sind bis mehr oder weniger zur Landung mit dem IPad beschäftigt. Um elf Uhr (Mitternacht Zypern-Zeit) landen wir endlich in Zürich und die Beiden werden wie auf Knopfdruck hundemüde. Irgendwie schaffen sie es aber zu Fuss via Passkontrolle – Familien mit Kleinkindern werden an einem Extra-Schalter kontrolliert (grandios!) – zum Gepäckband und sitzen kurze Zeit später auch schon im Auto. Noch vor der Autobahnauffahrt schlafen sie tief und fest, während Papa uns alle sicher nach Hause fährt.Cyprus, Paphos, Lighthouse

Kurzfazit der Reise: sehr einfach zu bereisendes, sauberes und sicheres Land mit einigen Sehenswürdigkeiten und freudlichen, wenn auch zurückhaltenden Leuten. Für uns nicht unbedingt eine Badedestination, da wir keine netten Strände gesichtet haben. Zu dieser Jahreszeit absolut ausgestorben. Es ist null und gar nix los, viele Restaurants sind geschlossen. Uns war es fast ein bisschen zu wenig chaotisch und zu wenig speziell. Das würde man vermutlich auf der türkischen Seite eher finden. Wir haben die Tage genossen und freuen uns, dass wir ein neues Land besuchen durften.

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