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Die Reise

North Thailand

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Judihui, bekannte Gesichter – KK und Stuwi sind da!

Heute treffen wir uns in Bangkok mit KK und Stuwi. Mit ihnen zusammen werden wir in den letzten drei Wochen den Norden Thailand’s sowie Laos bereisen. Auch wenn damit das Ende unserer Auszeit langsam aber sicher in greifbare Nähe rückt, können wir es kaum erwarten die beiden heute nach neun Monaten endlich wieder zu sehen. Doch bevor es soweit ist, müssen wir zuerst nach Bangkok fliegen und uns dort am Flughafen noch gut zwei Stunden gedulden bis endlich auch beim Flug aus Wien der Vermerk „landed“ aufleuchtet. Da die beiden nicht wissen, dass wir bereits hier auf sie warten, müssen wir uns ganz besonders auf die vielen westlichen Gesichter konzentrieren, um sie nicht zu verpassen. Mittlerweile sehen alle Westler gleich aus, nicht mehr die Asiaten :-). Wie gross dann die Freude über das Wiedersehen bei uns allen ist, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen. Nur so viel: die Mädels haben bereits im Flugzeug resp. beim Warten am Flughafen ein paar einzelne Freudentränen vergossen. Den Rest des Tages beschäftigen wir uns vor allem mit einer Aktivität – erzählen, erzählen und nochmals erzählen. Schliesslich ist in den letzten neun Monaten sowohl in der Schweiz als auch in der Ferne unglaublich viel passiert und alle wollen über alles informiert sein!

Ab in den Norden

Da Bangkok auch für KK und Stuwi eine altbekannte Stadt ist und es hier für uns vier eigentlich nur noch eine Tagesaktivität (Shopping….) gibt, verlassen wir die Stadt bereits heute wieder mit dem Zug in Richtung Norden. Obwohl das Rollmaterial schon bessere Tage gesehen hat, ist die Fahrt äusserst angenehm. Das einzige störende sind die beschlagenen Scheiben, die jeglichen Ausblick auf die umliegende Landschaft praktisch vollständig verhindern. Zu Odis und meiner Verwirrung wird auf der ganzen Fahrt sogar kostenlos Futter und Flüssiges serviert. Wir dürfen gar nicht daran denken, wie viele Bath wir dem Wagenchef das letzte Mal für die gleiche Dienstleistung abgedrückt haben… Mit nur gerade zehn Minuten Verspätung treffen wir in Phitsansulok ein. Da unser Tagesziel Sukothai heisst, sitzen wir ein paar Minuten später bereits wieder im nächsten Bus, der uns bis zum Einbruch der Dunkelheit das letzte Stück nach Sukothai fährt. Nach der langen Reise sind wir alle froh, dass wir im zweiten Anlauf eine nette Bleibe finden und anschliessend zu den angenehmeren Sache des Tages übergehen können.

Sukothai

Heute steht mit der Besichtigung der alten Königsstadt Sukothai wieder einmal ein Unesco Welterbe auf dem Programm. Damit wir die Kilometer zwischen den Anlagen möglichst schnell und unkompliziert bewältigen können, mieten wir uns ein Velo und radeln los. Leider müssen wir bald feststellen, dass die Tempel nicht besonders eindrücklich sind und vor allem KK und ich schauen uns die „Steinhaufen“ bald mehrheitlich vom Velosattel aus an.

Thailand, Sukothai, Temple

In der Mittagspause wagt sich Odi an die lokale Eisspezialität. Irgendwo an einem Strassenrand wird auf einer Hobelmaschine ein Stück Eis zu kleinen Stückchen verarbeitet und anschliessend mit süssem Sirup sowie künstlichen Fruchtstückchen verfeinert. Die Erfrischung schmeckt ihm überraschend gut, könnte aber in Anbetracht der äusseren Umständen auch einer schnellen Darmentleerung dienen. Wir werden sehen – bis jetzt sind noch keine Anzeichen erkennbar. Apropos WC: KK und Stuwi haben es zu unserer grossen Freude also bereits nach drei Nächten in Thailand geschafft, die erste Toilette zu verstopfen. Da sich die beiden nicht einig sind, wer genau wie viel WC-Papier der Spülung übergeben hat, konnte der Schuldige nicht abschliessend bestimmt werden :-).

Weiter geht’s…

Den heutigen Tag verbringen wir mehrheitlich im Bus. In fast sechs Stunden fahren wir von Sukothai nach Chiang Mai, der zweitgrössten Stadt Thailand’s. Auch unsere beiden Zugfahrer überleben die Fahrt einigermassen unbeschadet, sind sich jedoch einig, dass die Fahrt auf Schienen bedeutend angenehmer sei. Odis und meine Handbewegungen sowie unsere „Hmmmmm“, die im Moment vor allem zum Abwimmeln von irgendwelchen geschäftstüchtigen Thai’s eingesetzt werden, bringen KK und Stuwi übrigens immer wieder zum Schmunzeln. Wir haben uns in der Zwischenzeit so sehr an diese Zeichen und Laute gewöhnt, dass der richtige Einsatz am richtigen Ort irgendwie automatisch erfolgt. Hoffentlich können wir uns dann nach unserer Rückkehr noch an die Schweizer Verhaltensregeln erinnern!

Chiang Mai

Da (Langzeit-)Backpacker oft sehr faul sind und sich bei sämtlichen Entscheidungen gerne auf den Reiseführer verlassen, können wir KK und Stuwi heute überzeugen, die im alleinigen Planet vorgeschlagene „Walking Tour“ abzulaufen. Diese Tour beinhaltet neben allen wichtigen Sehenswürdigkeiten ebenfalls immer genügend Pausen und stösst auch bei unseren zwei Begleitern bald auf grossen Anklang. Da wir beide langsam aber sicher am so genannten „WatRepetingEffect“ (kurz WRE und zu deutsch „Tempelwiederholungseffekt“) leiden, fallen die vielen Wat- und Pagoden-Besichtigungen immer kürzer aus. Viel besser gefällt uns da der Sunday Night Market, wo man allerhand Kleider, Töpfe, Schalen, Statuen, etc. kaufen kann. Obwohl das Angebot schier endlos ist, verschieben wir den Zeitpunkt der „Tramper-Komplettfüllung“ auf Bangkok. Schliesslich wollen wir unser Gepäck für die Reise durch Laos nicht schon hier mit unnötigem Ballast füllen.

Thai Kochkurs und andere Beschäftigungen

Den heutigen Tag verbringen die Frauen getrennt von den Männern. Da die Jungs die Teilnahme an einem thailändischen Kochkurs einstimmig verweigern, machen KK und ich uns am morgen alleine auf den Weg, um die Kunst des thailändischen Kochens zu erlernen. Bevor wir uns aber hinter den Wok stellen, besuchen wir einen lokalen Markt, wo sämtliche Zutaten für den heutigen Tag eingekauft werden. Sechs verschiedene Gerichte darf jede von uns heute kochen und vor allem die Zubereitung der Curry Paste erfordert doch einiges an Muskelkraft. Unsere Kochlehrerin, eine strenge und quirlige Thailänderin, bringt uns bald zum Schwitzen und wir müssen uns richtig konzentrieren, um keine der zahlreichen Anweisungen zu verpassen. Obwohl Selbstruhm bekanntlich stinkt, erlauben wir uns an dieser Stelle zu erwähnen, dass uns die lokalen Spezialitäten super gut gelingen. Da wir bei weitem nicht alles alleine essen können, bekommen auch die Jungs am Abend etwas von unserem Tageswerk ab. Das Programm der Beiden wurde uns übrigens wie folgt beschrieben: auf einem öffentlichen Platz in Chiang Mai konnten sie neben Elefantenreiten, auch einen Dschungeltrek machen sowie alte Ruinen bestaunen. Dazu haben die beiden den MC Donalds und den Burger King verarscht, indem sie zwar beide Lokalitäten gefunden, aber danach trotzdem eine Strassenküche vorgezogen haben. Na ja, an dieser Stelle überlassen wir allen Lesern selber, welches Programm sie vorgezogen hätten…

Insekten zum Apéro

Gegen Mittag verlassen wir Chiang Mai und fahren mit dem Bus in drei Stunden nach Chiang Rai. Obwohl wir bei weitem nicht die einzigen mitfahrenden Ausländer sind, wird die Anzahl der Touristen je weiter wir in den Norden vorstossen merklich kleiner. Auch unser Endziel entpuppt sich ruhiger als die Touristen-Hochburg Chiang Mai. Nur ein kurzer Stadtrundgang genügt und alle wichtigen Spots der Stadt sind besichtigt.

Thailand, Chiang Rai, Temple

Die Atmosphäre auf dem Night Market ist in Chiang Rai unglaublich relaxt und angenehm. Wir können kaum glauben, dass niemand laut schreiend sein Angebot anpreist und wir alles in Ruhe betrachten können. Zur Freude der Jungs finden wir hier ebenfalls einen Stand mit DER lokalen Spezialität schlechthin. Der Insektensnack stösst auch bei KK auf grosses Interesse und zu dritt wird bald ein Teller mit frittierten Krabbeltieren verspiesen. Na dann, guten Appetit!

Golden Triangle

Obwohl die Jungs beide nicht ganz 100 % fit sind, mieten wir nach einer kurzen Lagenbesprechung trotzdem ein Auto und machen uns auf den Weg zum Goldenen Dreieck. Unser erstes Ziel ist ein Tempel mit zwei Höhlen sowie unterirdischen Seen. Obwohl wir beide Höhlen soweit als möglich mit der Taschenlampe erforschen, finden wir keinen der beiden Wassertümpel. Dafür unterhalten uns die zahlreichen Affen hervorragend. Die Tiere können gar nicht aufhören herum zu tollen und einige führen uns sogar ihre Schwimmkünste vor. In der Grenzstadt zu Myanmar besteigen wir eine Anhöhe und geniessen die Aussicht auf die grüne Landschaft des Nachbarlandes. Bei diesem Anblick werden bei Odi und mir natürlich sofort wieder viele schöne Erinnerungen an die Zeit in Myanmar wach! Der eigentliche Höhepunkt des Tages ist der Besuch des Golden Triangles. Hier wo die drei Länder Thailand, Myanmar und Laos aufeinander treffen, gehörte der Opiumanbau und -handel bis vor ein paar Jahren zum Alltag der Bevölkerung. Mindestens auf der thailändischen Seite sind diese Zeiten nun seit ein paar Jahren vorbei. Auch Dank der Unterstützung der Königsfamilie haben die Bauernfamilie eine neue Lebensaufgabe gefunden und müssen sich ihren Alltag nicht mehr mit dem illegalen Gift finanzieren. Dies alles und noch viel mehr erfahren wir beim Besuch der „Hall of Opium“. Über zwei Stunden verweilen wir in diesem interessanten Museum, bevor wir uns langsam aber sicher wieder auf den Weg nach Chiang Rai machen müssen.

Authentische und weniger authentische Hill Tribes

Da uns keine der angebotenen Touren vollständig zusagt, haben KK und Stuwi kurzerhand selber ein Programm zusammen gestellt, welches alle unsere Interessen an einem Tag abdeckt und uns zu ein paar weiteren Sehenswürdigkeiten in der Region bringen soll. Zusammen mit zwei Franzosen und drei Guides geht es am späteren Vormittag im Boot los zum ersten Hill Tribe, dem Stamm der Karen. Zu unserer Enttäuschung ist das Dorf weder auf einem Hügel noch besonders authentisch und ziemlich auf Massentourismus eingestellt. Etwas ursprünglicher geht es dafür beim zweiten Stopp, dem Stamm der Akha, zu und her. Kaum sind wir aus dem Bus ausgestiegen, werden wir von einer Horde Kiddies empfangen und an der Hand durch das Dorf geführt. Einmal mehr wird uns Westlern bewusst, wie verwöhnt wir eigentlich sind und wie wenig man zum Glücklichsein braucht! Da wir keine sinnvollen Geschenke für die Kinder dabei haben, versuchen wir uns für die Gastfreundschaft zu revanchieren, indem wir ihnen später im Dorf eine Ladung Bleistifte und Schulhefte kaufen, die unser Guide bei der nächsten Gelegenheit vorbei bringen will. Nach dem Mittagshalt an einem vollständig in weiss gehaltenem und entsprechen kitschigen Tempel, geht unsere gemütliche Tour mit einer kurzen Wanderung zu einem Wasserfall langsam dem Ende entgegen. Müde aber zufrieden geniessen wir an unserem letzten Abend im Norden Thailands ein einfaches Pic Nic im Hof des Guesthouses und schmieden Pläne für die kommenden Abenteuer in Laos.

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Auszeit in Kuala Lumpur

Short cut zu den Bildern

Boot, Taxi, Flugzeug, Bus…

Ganze 40 Minuten vor Flugplan landen wir am Nachmittag in K.L. Da an diesem Wochenende der Töff-Grand Prix von Malaysia stattfindet und wir das Schild „Shuttlebus to GP“ grosszügig überlesen, verlieren wir die gewonnene Zeit im Bus jedoch gleich wieder. Über eine Stunde fahren wir im Schritttempo durch die Menschenmassen bis wir auf dem Highway endlich Vollgas der Stadt entgegen brausen können. Aufgrund der fortgeschrittenen Abendstunde und des doch eher feuchten Wetters verschieben wir das Stingray-z’Nacht auf morgen und verköstigen uns stattdessen mit einem feinen Sandwich aus dem Subway. Nach zehn Tage Reis kommt uns diese Abwechslung eigentlich gar nicht so ungelegen…

Waschtag

Damit KK und Stuwi ab unserem Backpacker-Duft bei unserem Aufeinandertreffen in zwei Tagen nicht gleich in Ohnmacht fallen, legen wir heute nochmals einen grossen Waschtag ein. Irgendwie können wir uns auch kaum erklären, wie rasch der Tramper immer wieder diesen ganz speziellen Eigengeruch annimmt… Den Nachmittag verbringen wir in unserem Lieblingsshoppingzentrum. Da das T-Shirt-Angebot in Bangkok doch eher einseitig und langweilig ist, machen wir uns hier auf die Suche nach ein paar Schnäppchen. Im Gegensatz zu mir findet die Shopping-Tante Odermatt auf Anhieb acht T-Shirts. Nach dem grossen Regen, den wir in einem Pub an uns vorbei ziehen lassen, geniessen wir zum z’Nacht einen super leckeren Stingray in unserer Stammbeiz. Spätestens jetzt wird uns einmal mehr klar, warum wir immer wieder den Weg nach K.L. finden… Einfach lecker!

Eine Rutschpartie auf den Badezimmer-Plättli

Bevor wir nochmals beim Golden Triangle rund um Bukit Bintang vorbei schauen, verbringen wir einen grossen Teil des Tages im Hotelzimmer. Der Luxus eines passabel funktionierenden Internetanschlusses will schliesslich genutzt sein! Nachdem wir nochmals ein paar T-Shirts gekauft haben, müssen wir wieder ins Pub fliehen. Das einzige was uns an diesem Regenwetter wirklich stört, sind die Badezimmer-Plättli, mit denen hier alle Trottoirs gepflastert sind. Ab einer gewissen Feuchtigkeit kann man sich darauf wegen akuter Ausrutschgefahr nämlich nur noch maximal halb so schnell wie gewohnt fortbewegen. Irgendwie schaffen wir es aber dann doch noch unfallfrei in die Stingray-Beiz, wo wir das letzte Mal für wohl gaaannnnzzzzzz lange Zeit unseren Lieblingsfisch geniessen.

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Lembeh Strait and Bunaken

Short cut zu den Fischbildern

Manado

Trotz ausreichend grosser Sitzbank, schlafen wir am Flughafen von K.L. keine Minute. Erst als wir im Flugzeug nach Manado sitzen, überkommt uns die grosse Müdigkeit, die unsere Augen noch vor dem Start zufallen lässt. Während Odi nach zwei Stunden wieder wach ist, verschlafe ich die ganzen vier Stunden Flug bis nach Indonesien. Als wir das Land vor ein paar Monaten verlassen haben, waren wir uns eigentlich fast sicher, dass wir hier nicht so schnell wieder einreisen werden. Doch manchmal kommt es eben anders als man denkt… Auf der Suche nach einem letzten Tauchabenteuer, haben wir uns von den vielen positiven Erzählungen anderer Taucher inspirieren lassen und uns schliesslich entschieden, die Unterwasserwelt von Nordsulawesi genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei werden wir die ersten drei Nächte in Lembeh verbringen, bevor wir für weitere sechs Nächte nach Bunaken umziehen. Doch bevor wir heute überhaupt an irgendwelche Fische denken mögen, legen wir uns nun erstmals hin und erholen uns von der doch recht kurzen Nacht am Flughafen.

Lembeh Strait

Damit man am Tauchen in der Lembeh Strait seinen Spass findet, muss man vielleicht ein bisschen verrückt sein. Wer hier hin kommt, um mit tropischen Fischen an farbenfrohen Korallenriffen und guter Sicht zu tauchen, ist jedenfalls am falschen Platz. Die Lembeh Strait ist nämlich ein natürlicher Schiffskanal mit Hafenzugang sowie entsprechend viel Verkehr. Wer jedoch nichts gegen Sand- und Schlammtauchgänge einzuwenden hat sowie ganz spezielle und eher kleinere Meeresbewohner liebt, ist hier genau am richtigen Ort. Bereits auf dem ersten Tauchgang begegnen wir allerhand atemberaubenden Tieren, die wir noch nie in unserem Leben vor die Taucherbrille resp. die Unterwasserkamera bekommen haben. Teilweise sind die Dinger derart klein, dass wir sogar die Lupe zur Hilfe nehmen müssen! Wie sehr hier alle von dem vielen Kleingetier fasziniert sind, zeigt auch die Tatsache, dass ich die einzige Taucherin ohne eigene Kamera bin. Doch da Odi bekanntlich den Part des (Tier-)Fotografen übernimmt, bekomme auch ich ganz bestimmt von jeder Kreatur das entsprechende Abbild. Im Wissen, dass alle Nicht-Taucher die vielen Fischfotos wohl ziemlich ätzend finden werden, möchten wir uns bereits an dieser Stelle für die doch recht fischhaltige Gallery entschuldigen…

Indonesia, Lembeh, Squid

Zu unserer Überraschung hat es hier sogar der Nachttauchgang in sich! Eigentlich sind wir keine grossen Fans vom Tauchen mit Lampe, aber spätestens als sich eine spanische Tänzerin in meinem Lichtstrahl zeigt, bin ich hin und weg. Wow!

Abfallentsorgung à la Indonesien

Nach den üblichen zwei Tauchgängen am Morgen tauchen wir heute auch am Nachmittag nochmals ab. Schliesslich wollen wir die zwei Tage in Lembeh so gut wie möglich auskosten. Das einzige was uns unter Wasser wirklich stört, ist der viele Abfall. Wie wir bereits bei unserem ersten Aufenthalt in Indonesien festgestellt haben, wird hier so ziemlich alles was nicht mehr gebraucht wird im Meer versenkt. So unglaublich dies für uns auch klingen mag, fühlen sich die Meeresbewohner der Lembeh Strait auch gerade deswegen hier ganz besonders wohl. Auf der Insel gibt es ansonsten nicht viel zu tun. Den schönen Strand, die Sonnenliegen sowie jegliche weitere Luxusgüter sucht man jedenfalls vergebens. Neben der Hauptaktivität Tauchen bleibt so viel Zeit zum Lesen, Ausspannen und Schlafen. Ungewohnt ist für uns, dass alle Gäste drei Mal im Tag zusammen an einem riesigen Tisch essen. Da sich hierhin eigentlich nur Taucher verirren, müssen wir wohl nicht erwähnen, welches Thema dabei dominierend ist. Manchmal wird sogar für unseren Gusto etwas zu viel „gefachsimpelt“…

Auf zur nächsten Insel

Mit Sack und Pack machen wir uns nach dem Frühstück auf nach Bunaken, einer weiteren Taucherdestination in der Region um Manado. Da das Resort unserer Tauchschule in den ersten zwei Nächten ausgebucht war, werden wir vorerst in einer einfachen Bungalowanlage ein paar Minuten weiter untergebracht. Nach einer kurzen Erholungsphase in der hauseigenen Hängematte können wir uns trotz einigen Anlaufschwierigkeiten gegenseitig zu einem kurzen Schnorchelgang motivieren. Um zum Hausriff zu kommen, muss man je nach Wasserstand entweder durch einen Mangrovenwald waten oder schwimmen. Ich finde den Anblick der Bäume von unten nur bedingt amüsant und bin froh, dass es hier wie sonst in solchen Gewässern üblich keine Krokodile gibt… Zum Schlummerbier werden wir nach dem z’Nacht von den Langzeitgästen in die nächste Bar ausgeführt. Zu einem kalten Bier spielt die Hausband für uns ein paar Songs. Obwohl das Schlagzeug sowie das Mikrofon selbst gebastelt sind, liefern die Jungs eine tolle Show. Einmal mehr wird uns bewusst, dass Improvisation in diesen Ländern oft das halbe Leben ist!

Bunaken

Die Tauchplätze in Bunaken könnten im Vergleich zu Lembeh unterschiedlicher kaum sein. Hier gibt es wieder jede Menge nette Korallen und viele bunte Fische.

Indonesia, Lembeh, Fish

Bereits nach den ersten zwei Tauchgängen müssen wir feststellen, dass wir uns insgeheim ein bisschen mehr erhofft haben. Zu verwöhnt von den vielen Topspots, die wir überall auf der Welt schon betaucht haben, haut es uns mindestens nach dem ersten Tag (noch) nicht aus den Flossen. Zudem war heute die Strömung derart stark, dass wir vor allem für meinen Geschmack doch etwas gar heftig paddeln mussten. Es bleibt die Hoffnung, dass die besten Dive Sites noch auf uns warten…

Dekotauchgänge

Bevor wir heute mit dem Boot ablegen, bringen wir unsere sieben Sachen in das Tauchresort und beziehen die neue Unterkunft. Nach der doch sehr einfachen Hütte können wir kaum glauben, wie nett das neue Bungalow ist. Den Rest des Vormittages verbringen wir wie gewohnt im Wasser. Mit unserem persönlichen Diveguide, der langsam aber sicher seine Schüchternheit verliert, tauchen wir richtig tief ab. Irgendwie gilt für uns die allgemein gültige maximale Tiefe nicht wirklich und wir machen zwei richtige Dekotauchgänge. Ein Wunder, dass die Luft reicht, bis wir wieder nach oben dürfen… :-). Am Nachmittag verwandelt sich vor allem Odi immer in eine wandelnde Schlaftablette, die zu fast keiner Aktivität mehr zu bewegen ist. Mindestens heute kann ich ihn aber zu einem Spaziergang ins Dorf überreden. Wie fast überall in Südostasien treffen wir auch hier auf Kinder, die sich kaum an den Fotos von ihnen satt sehen können und deshalb nur zu gerne für uns posieren. Selbstverständlich lassen wir uns nicht zweimal bitten und haben mindestens genau so viel Freude am Resultat wie die Kleinen.

Ein Auszug aus unseren Logbüchern

Datum: 16.10.2008
Tauchgang Nr.: 144 (Karin) / 133 (Odi)
Tauchplatz: Ron’s Point – Bunaken
Durchschnittliche Tiefe: 16,1 m
Maximale Tiefe: 33,8 m
Tauchzeit: 64 Minuten
Wassertemperatur: 29 Grad
Bemerkungen: Strömung wie in einer Waschmaschine, VBF (viele bunte Fische)

Datum: 16.10.2008
Tauchgang Nr. 145 (Karin) / 134 (Odi)
Tauchplatz: Lekuan II – Bunaken
Durchschnittliche Tiefe: 10.9 m
Maximale Tiefe: 26,5 m
Tauchzeit: 77 Minuten
Wassertemperatur: 29 Grad
Bemerkungen: nettes Riff an einer Steilwand, SAU (same as usual), zum Glück beisst der Triggerfish nur unserem Divemaster ein Loch in die Flossen

Ganz viele Delfine

Auf der langen Bootsfahrt zum Barracuda Point werden wir heute Morgen während ein paar Minuten von einer grossen Delfinschule begleitet. Überall springt immer wieder ein Tier aus dem Wasser und lässt dabei vor allem die Herzen der weiblichen Tauchgäste höher schlagen. Der nächste Höhepunkt folgt kurze Zeit später unter Wasser. Über zehn Minuten können wir mit einem Barracudaschwarm schwimmen und die Fische aus nächster Distanz bewundern. Auf dem zweiten Tauchgang zeigt sich auf einmal eine über zwei Meter lange Seeschlange. Das Tier ist derart übernatürlich gross, dass sich unser Diveguide vor lauter Schreck fast in die Hosen macht. Da wir die Schlange schon lange gesehen haben, machen wir uns auch fast in die Hosen – allerdings vor lauter Lachen! Nach so viel Action verbringen wir den Nachmittag ohne schlechtes Gewissen in der Hängematte. Wir wollen schliesslich unser Tierglück nicht übermässig strapazieren…

Ein letztes Mal abtauchen

Mit dem heutigen Tag gehen unsere Tauchferien in Sulawesi zu Ende. Sehr zur Freude von Odi steuern wir zuerst nochmals einen Tauchplatz mit viel Sand und komischen kleinen Kreaturen an.

Indonesia, Bunaken, Nudi Branch

Wir haben fast das Gefühl nochmals in Lembeh abtauchen zu können. Die letzte Flasche saugen wir an einer der unzähligen Steilwänden rund um die Insel leer. Endlich lassen sich dabei auch noch zwei Haie und ein paar Schildkröten blicken. Ein Turtle ist gar derart gross, dass wir uns daneben richtig klein fühlen. Da der Himmel sich langsam aber sicher verdunkelt, machen wir es uns für den Rest des Tages bei unserem Bungalow gemütlich. Dass dies ein weiser Entscheid war, zeigt sich kurze Zeit später, als es sintflutartig beginnt zu Regnen. Schliesslich wollen wir nicht schöner werden, als wir eh schon sind und nass sind wir in den letzten Tagen eigentlich auch mehr als genug gewesen… Beim Schlummerbier erfahren wir übrigens, dass der männliche Part des holländischen Ehepaares, mit welchem wir am Abend oft zusammen sassen, der kreative Kopf der „100’000 Mark Show“ und der „Traumhochzeit“ war. Wer hätte gedacht, dass wir im fernen Indonesien auf den Erfinder dieser in unserer Jugend doch sehr beliebten Shows treffen. Die Welt ist manchmal doch sehr, sehr klein :-).

Hier sind die Fischbilder