Category Archives: Region Ostasien

Xi’an

Short cut zu den Bildern

Ins Zentrum von China

Eigentlich wollten wir ja China möglichst oft mit Bus und mit Zug herum reisen. Da uns aber die lieben Chinesen bekanntlich nur dreissig Tage in ihrem Land wollen, sind wir aus Zeitgründen gezwungen zwei Mal auf das Flugzeug auszuweichen. Bevor wir jedoch heute von Guangzhou nach Xi’an fliegen können, gilt es zuerst den richtigen Bus an den Flughafen zu finden. Ausgerechnet am Busterminal ist natürlich praktisch alles in Chinesisch angeschrieben. Wir geben uns bereits nach kurzer Suche geschlagen und holen uns Hilfe an einem Schalter. In weiser Voraussicht hat Odi im Hostel die chinesischen Zeichen für „Flughafen Bayiun“ fotografisch festgehalten und wir können dem Schalterbeamten schlussendlich nur Dank dem Foto klar machen, wo wir hin wollen. Da er uns nicht antworten kann, schliesst er spontan seinen Schalter und bringt uns zum richtigen Bus. Das nennen wir noch Kundenservice! Bis dato haben wir die Chinesen als eher scheu und uns gegenüber sehr zurück haltend kennen gelernt. Natürlich werden wir überall beobachtet, aber dies geschieht eher hinter unserem Rücken. Umso erstaunter bin ich, als eine Familie am Flughafen plötzlich beginnt wie wild auf mich einzureden. Selbstverständlich verstehe ich kein Wort und wir sind alle froh, dass sich eine Flughafenangestellte als Dolmetscherin zur Verfügung stellt. Der Flug in das Zentrum von China dauert 2,5 Stunden und führt uns vor Augen wie gross das Land wirklich ist. Wir sparen uns mit diesem Flug immerhin 26 Stunden Bahnfahrt… In Xi’an suchen wir das Hotel ein bisschen länger als auch schon. Obwohl wir mit einer Karte bewaffnet durch die Strassen irren, sind wir uns nicht ganz einig, wo wir hin müssen. Nach einem kleinen Umweg finden wir das Hostel dann aber doch noch. Würden wir uns auf den Geschmack im Treppenhaus verlassen, wären wir wohl gerade wieder umgekehrt. Wir lassen uns jedoch nicht beirren und bekommen tatsächlich eine überraschend nette und saubere Bleibe irgendwo im vierten Stock. Auf den ersten Blick sind wir ein bisschen enttäuscht von Xi’an. Wir haben uns das ganze etwas ursprünglicher, gemütlicher und kleiner vorgestellt. Aber auch hier wohnen wieder über eine Million Menschen, die eine entsprechende Infrastruktur brauchen. Als wir das Hostel nochmals kurz zum Einkaufen verlassen, spüren wir dann doch noch den Charme des Hochplateaus, der uns ganz zuversichtlich für die nächsten Tage stimmt. Den Rest des Abends verbringen wir erneut vor dem TV. Langsam aber sicher können wir die chinesische Hymne auswendig! Es ist einfach unglaublich, wie viele Goldmedaillen die Chinesen in Peking gewinnen. Wir wollen auf keinen Fall die Leistung irgend eines Sportlers schmälern, doch ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Punkterichter manchmal nicht etwas gar nett mit den Lokalmatadoren umgehen. Manche unter euch fragen sich sicher, warum wir im Moment Peking grossräumig meiden und nicht als Zuschauer live an der Olympiade mit dabei sind. Natürlich würde vor allem ich sehr gerne in einem Stadion sitzen und ein Schweizer Fähnchen durch die Luft schwingen. Doch leider ist dieser Spass für uns nicht erschwinglich. Die Eintrittstickets kosten enorm viel und was die Hotels verlangen, ist schlicht eine Frechheit. So bleibt auch uns – obwohl wir doch verdammt nahe sind – nur der Griff zur Fernbedienung :-(. Und wer weiss, vielleicht können wir ja noch ein Ticket für die Paralympics ergattern. Diese Spiele finden nämlich genau zu der Zeit statt, wenn auch wir in Peking sind. Übrigens gibt es in China nur chinesische Fernsehsender! Schliesslich will das Volk kontrolliert sein… Und bezeichnenderweise gibt es auch in keiner Stadt – ausser Hong Kong – öffentliche Plätze, wo man zusammen den Sportlern in Peking die Daumen drücken kann. Auch dies wäre wohl nicht ganz im Sinne der Regierung…

Die Chinesen und ihre Eintrittspreise

Heute steht ein erster Besichtigungstag in Xi’an auf dem Programm. Unser Hostel ist derart gut gelegen, dass die ersten vier Highlights praktisch um die Ecke zu finden sind. Im Bell und Drum Tower bestaunen wir riesige Glocken und Trommeln, mit denen früher die Bewohner der Stadt vor allem möglichen gewarnt wurde. Auch heute scheinen die Chinesen immer noch eng mit diesen Instrumenten verbunden zu sein. Jedenfalls schlagen sie bei jeder sich bietenden Möglichkeit mit voller Freude auf die Dinger. Gleich um die Ecke liegt auch das muslimische Quartier der Stadt. Tatsächlich fühlen wir uns plötzlich wie in einem arabischen Land. Überall entdecken wir Männer mit der typischen Kopfbedeckung und Frauen, die ein Kopftuch tragen. Nur schade, dass das an jeder Ecke zubereitete Essen nicht sehr schmackhaft aussieht. Dabei habe ich mich ja so auf ein feines Fladenbrot mit Humus gefreut. Dafür ist der Besuch der Moschee umso interessanter. Wer hätte gedacht, dass es irgendwo auf der Welt eine Moschee gibt, die architektonisch so viel chinesischen Einfluss hat. In der Nähe der Stadtmauer machen wir uns auf die Suche nach einem Museum. Leider ohne Erfolg… Dafür landen wir in einer ruhigen Strasse mit vielen netten Marktständen. Was wir schon in Guangzhou festgestellt haben, ist in Xi’an nicht anders. Man könnte nicht meinen, dass wir uns in einem kommunistischen Land befinden. Richtig kapitalistisch kostet hier nämlich so ziemlich alles Eintritt. Der einzige Unterschied zu Guangzhou: hier sind die Preise ungemein höher. Aus diesem Grund verzichten wir auch auf den Besuch einer durch Zufall entdeckten Tempelanlage und machen uns stattdessen auf zur Small Goose Pagoda. Doch auch hier hat sich der Preis gegenüber den Angaben im Reiseführer verdoppelt. Da wir aber nur für diese Pagode ziemlich weit marschiert sind, beschliessen wir den Eintritt doch zu bezahlen. Ganz so hoch fällt dieser dann auch nicht aus, strecken wir dem Schalterfräulein doch einfach unsere Schweizer ID’s unter die Nase und geben uns stinkfrech als Studenten aus. Neben der Pagode stossen wir dann schliesslich auch noch auf den Neubau des bereits verzweifelt gesuchten Museums. Seit heute können wir nun auch beim Dauerthema Smog in China mitreden. Die Luft ist heute den ganzen Tag etwas dick. Obwohl alle mit einem Elektro-Roller durch die Gegend fahren und es auch sonst recht wenig Verkehr hat, ist die Luft wirklich schlecht. Wir werden nicht schlüssig, warum dies so ist. Ist es der Staub aus der Wüste, die Fabriken rund um Xi’an oder doch der Verkehr? Wahrscheinlich liegt es an allem ein bisschen… Was uns ein bisschen spanisch vorkommt, sind die Elektro-Velos. Nun sind wir endlich im Land des Velos angekommen und praktisch alle fahren mit einem Elektromotor durch die Gegend. Wo gibt’s denn so was?

Army of the Terracotta Warriors

Da der alleinigen Planet meint, es sei ein Kinderspiel mit dem ÖV zu den Terracotta Soldaten zu finden, nehmen wir die Herausforderung an und machen uns am Hauptbahnhof auf die Suche nach dem richtigen Bus. Am Bahnhofplatz können wir unseren Augen kaum trauen. Überall laufen, stehen und sitzen Leute, die auf ihr Transportmittel warten und wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir so den Bus wirklich innert nützlicher Frist finden werden. Doch irgendwie schlagen wir uns zur anderen Seite durch und entdecken dort tatsächlich den richtigen Bus, der uns zu einem weiteren Unesco Welterbe bringt. Wie im Reiseführer vorgeschlagen, schauen wir uns die drei Ausgrabungsorte in umgekehrter Reihenfolge an. Dabei nimmt die Anzahl der Krieger und Pferde von 72 im kleinsten Pit, über 1300 im mittleren Pit, zu 6000 im grössten Pit stetig zu.

China, Xi'an, Terracotta Armz

Obwohl das Ganze ziemlich spektakulär ist, haben wir doch mehr erwartet und sind ein wenig enttäuscht. Die Ausgrabungsarbeiten sind noch lange nicht beendet und so können wir zum Beispiel im zweiten Pit im Moment keinen einzigen und im dritten Pit nur ein paar Krieger wirklich bestaunen. Selbstverständlich hat aus auch hier Tausende von Chinesen, die sich so rücksichtslos wie nur möglich an die besten Plätze drängen. Wir sind erstaunt, dass selbst im eigenen Land die meisten in einer Gruppe unterwegs sind. Richtige Herdentiere halt, wie fast alle Asiaten… Auf dem Rückweg nach Xi’an besuchen wir auch noch das Mausoleum von Qin Shi Huang, dem König, der die Terracotta Armee für die Zeit nach seinem Tod hat erbauen lassen. Leider gibt es nicht viel mehr zu besichtigen, als den Hügel, in dem er seine letzte Ruhe fand. Das Grab ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Unglaublich ist die Tatsache, dass die mit dem Bau des Grabes beschäftigten 700’000 Arbeiter am Schluss der Bauarbeiten laut Überlieferung alle bei lebendigem Leibe verbrannt wurden und damit den König ins Grab folgten. Zurück in Xi’an entdeckt Odi einen kleinen blauen Flecken am Himmel und ist plötzlich nicht mehr von der Idee abzubringen, via Stadtmauer ins Hostel zu gehen. Und so gibt es zum Abschluss des Tages noch einen Umweg von schlappen sieben Kilometern vom Nord- zum Südtor des Stadtzentrums.

Volksport „Drängeln“

Heute steht nur die Besichtigung der „Big Goose Pagoda“ auf unserem Programm. Die Pagode ist das berühmteste Wahrzeichen der Stadt und dementsprechend ein beliebtes Fotomotiv. Da es uns fast ein bisschen zu heiss ist, halten wir den Besuch kurz und sitzen bald wieder im Bus zurück ins Zentrum. Den restlichen Nami verbringen wir vor allem mit faulenzen und nichts tun. Auch das gehört ab und zu zum Traveller-Leben und tut richtig gut… Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Exkurs zum Thema „Drängeln“.

In China gibt es einen Volkssport, von dem auch wir nicht verschont bleiben: „Drängeln“! In der Metro vor dem Ticketautomat, beim Anstehen im MC Donalds, am Schalter der Fähre, im Supermarkt an der Kasse oder kurz gesagt einfach überall, wird gedrängt was das Zeugs hält. Schon mehrmals haben wir eine Sekunde nicht aufgepasst oder sind dem Vordermann nicht gerade auf den Schuhen gestanden und schwups haben wir unseren Platz an einen Chinesen verloren. Höchste Achtsamkeit und voller Ellbogeneinsatz sind wahrlich das Einzige, was in dieser Situation helfen. Wir müssen uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass man in einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern wohl oft nur zu seinem Ziel kommt, wenn man mit vollem (Körper-)Einsatz bei der Sache ist. Von Anstand fehlt hier jede Spur… Heute konnten wir zum Beispiel beobachten, wie die Chinesen richtig gehend darum gekämpft haben, wer zuerst in den Bus einsteigen durfte. Das nicht einer unter dem Bus gelandet ist, grenzt an ein wahres Wunder. Selbstverständlich hatte es am Schluss mehr als genug Platz für alle! Wir überlegen uns, ob wir beim IOC nicht einen Antrag stellen sollen, damit „Drängeln“ möglichst bald olympisch wird. Gut trainiert wie wir sind, würden wir selbstverständlich freiwillig unser Land bei dieser Disziplin vertreten.

Mount Hua Shan

Die erste Hürde ist heute das Kaufen des Bustickets nach Hua Shan. Dazu gibt es weder einen Schalter noch irgend ein erkennbares System. Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als mich in den Knäuel von Chinesen zu werfen und wie wild mit dem Geld um mich fuchteln. Obwohl ich nach meiner Beurteilung nicht weniger energisch zur Sache gehe, bin ich trotzdem die letzte die zwei der begehrten Billette bekommt. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir schliesslich Hua Shan, von wo aus man den gleichnamigen Berg und seine fünf Gipfel besteigen kann. Der Berg ist aus unterschiedlichen Gründen bekannt. Einerseits ist er für die Anhänger des Taoismus heilig und anderseits soll er die gefährlichsten Wanderwege der Welt beheimaten. Nachdem wir ein Zimmer gefunden und uns mit einer Nudelsuppe für den Aufstieg gestärkt haben, wandern wir los. Der Aufstieg hat es wahrlich in sich und wir sind bald Schweiss nass. Vor allem die letzten zwei Kilometer sind ganz schön anstrengend, führt der Weg doch beinahe senkrecht dem North Peak entgegen.

China, Hua Shan

Da unsere Beine noch nicht streiken, beschliessen wir nach dem geniessen der herrlichen Aussicht auch gleich noch zurück ins Tal zu wandern. Nach x-Treppenstufen ist auch dies geschafft! Die berühmt berüchtigten Stellen haben wir heute übrigens (noch) nicht gefunden. Alle Wege waren aus unserer Sicht ungefährlich. Dies zeigt auch die Tatsache, dass die Chinesen zu Tausenden hierhin pilgern und teilweise mit recht fragwürdigem Schuhwerk auf dem Berg herum kraxeln. Gibt es dann doch ab und zu eine etwas steilere Stelle, findet man gleich daneben immer eine für alle taugliche Alternativroute. Da wir morgen auch noch die anderen vier Peaks besteigen wollen, hat vor allem Odi seine Hoffnungen auf ein paar besonders herausfordernde Stellen noch nicht ganz aufgegeben. Wir werden sehen…

Tour de Peak

Nach einer stärkenden Nudelsuppe machen wir uns wieder auf zum Mount Hua Shan. Bevor wir jedoch mit dem Shuttlebus bis zur Gondelbahn fahren dürfen, müssen wir zum zweiten Mal in zwei Tagen die Eintrittsgebühr für den Berg bezahlen. Ja, sogar zum Wandern muss man hier ein paar Yuan abdrücken und das obwohl auf dem Ticket in Englisch steht, das dieses zwei Tage gültig sei. Doch auch diese Übersetzungen ist wie alle Übersetzungen derart schlecht, dass es auch ganz gut etwas anderes heissen könnte. Unser heutiges Ziel ist  die Besteigung der restlichen vier Peaks. Auf der Green Dragon Ridge gewinnen wir mit Hunderten von Chinesen die ersten Höhenmeter bis zum Gold Lock Pass. Hier findet man  wie auch überall sonst auf dem Berg verteilt Unmengen an Schlössern. Diese werden vor allem von Liebespaaren aufgemacht und symbolisieren, dass man für immer zusammen gehört. Ja, ihr Romantiker, auch wir haben unsere schwachen fünf Minuten und verewigen uns auf diese Weise am South Peak des Mount Hua Shan . Ist das nicht schöööön…. :-)? Vor dem West Peak finden wir schliesslich auch noch den Pfad, der für all die Horrorstories, die diesem Berg vorauseilen, zuständig ist. Keine Angst, niemand muss hier durch und man wird gut gesichert. Klar, dass sich Odi nicht zwei mal bitten lässt und bald schon weit über den Abgründen umher balanciert.
 

 
Für mich ist es doch etwas gar hoch und ich warte ich lieber an einem sicheren Ort auf ihn. Nach dem West Peak haben wir unser Tagesziel erreicht und alle Peaks besteigen. Vor allem unsere Knie, die vom ewigen Treppensteigen nun doch langsam aber sicher etwas lädiert sind, sind dankbar, dass wir uns wieder auf den Rückweg zur Gondelbahn machen. Müde aber zufrieden, verbringen wir den Abend bei Bier und Nudeln im Hotelzimmer.

Die Fahrkünste der Chinesen

Nach dem wir unsere sieben Sachen gepackt haben, machen wir uns auf zum Busterminal. Da der Bus nach Xi’an weit und breit der einzige ist, finden wir das richtige Gefährt sehr schnell. Leider ist der Bus aber erst halb voll und so müssen wir uns noch eine Stunde gedulden, bis es endlich los geht. Die Fahrkünste der Chinesen sind eine Sache für sich. So werden wir auch heute auf der Fahrt zurück nach Xi’an wieder Zeuge von teilweise haarsträubenden Manövern. Doch eigentlich ist dies ja auch kein Wunder, denn mit einem Autokauf erwirbt man hier gleichzeitig auch den Führerausweis. Weiter gilt, wer mit mehr Blech durch die Gegend fährt, hat mehr Recht. Mit anderen Worten, Fussgänger haben kein Recht. Und last but not least: hupen hilft immer und wer bremst verliert sowieso. In Xi’an gönnen wir unseren mit Muskelkater geplagten „Wadlis“ etwas Ruhe und verbringen den restlichen Tag mit Reiseführer lesen und im Internet. Ich registriere mich endlich bei Facebook und bin schon nach wenigen Minuten völlig hin und weg von dieser Website. So viele Freunde habe ich in so kurzer Zeit definitiv noch nie gefunden. Wirklich eine coole Sache!

Alles chinesisch oder was?

Damit wir den letzten Tag in der Region um Xi’an nochmals voll auskosten können, haben wir für heute eine organisierte Tour in den Westen der Stadt gebucht. Kleines Detail am Rande: der Tourguide spricht nur chinesisch und wir sind sind die einzigen westlichen Touristen. Nach einem chaotischen chinesischen Pick-up haben wir nach zwei Stunden den Stadtrand von Xi’an endlich erreicht und fahren zur ersten Sehenswürdigkeit, dem City Museum von Xianyang. Hier kann man eine Terracotta Army von einem weiteren König im Kleinformat bewundern. Damit wir nicht den chinesischen Ausführungen des Guides lauschen müssen, haben wir mit ihm vereinbart, dass wir jeweils alleine los ziehen und er uns am Anfang immer auf einem Zettel aufschreibt, um welche Zeit der Bus wieder abfährt. Dies klappt wunderbar und wir sind so trotz Tour relativ unabhängig unterwegs. Zum Programm gehören auch drei Gräber von irgendwelchen wichtigen Herrschern. Besonders gut gefällt uns das Mausoleum von Quinling, welches man betreten kann. Die Fresken im Untergrund sind sehr gut erhalten und aufgrund ihres Alters besonders eindrücklich. Der Witz des Tages ist der Besuch eines traditionellen Dorfes. A la Ballenberg mit einem Schuss Disney Land wird den Touristen gezeigt, wie man in der Region bis vor kurzem gelebt hat. Das ganze ist derart kitschig, dass wir uns schon wieder amüsieren. Immerhin bekommen wir auch vier Ureinwohner, ein Esel und ein Bär zu Gesicht. Nach einem weiteren Tomb, fahren wir zum eigentlichen Höhepunkt der Tour. Im Famen Temple können tatsächlich vier Knochen von Buddha bestaunt werden. Unsere chinesischen Mitreisenden sind voll aus dem Häuschen und wir lassen uns derart von ihrer Euphorie anstecken, dass wir sogar den chinesischen Ausführungen unseres Guides lauschen, bevor wir nach einigen Minuten merken, dass wir ja eigentlich gar nix verstehen. Via Autobahn geht es zurück nach Xi’an, wo wir nach über zwölf Stunden wieder abgeladen werden. Da uns langsam aber sicher die Sehenswürdigkeiten in Xi’an ausgehen, ist es an der Zeit morgen ein Stück weiter zu reisen. Wir freuen uns auf die Megametropole Shanghai!

Hier geht es zu den Bildern

Guangzhou

Short cut zu den Bildern

Die Grenze ist offen

Wie immer wenn wir kurz vor dem Grenzübertritt in ein neues Land stehen, macht sich heute morgen bei beiden eine gewisse Nervosität bemerkbar. Wie ihr seht, sind wir auch nach neun Monaten reisen noch nicht gegen alles immun. Bevor wir Hong Kong verlassen, wollen wir noch ein paar Hygieneartikel einkaufen. Wir stocken praktisch unser ganzes Necessaire mit Nachschub auf. Dazu kauft sich Odi seine persönliche Traummenge an WC-Papier. Nach unbestätigten Gerüchten schmuggelt er in seinem Tramper ganze neun Rollen nach China. Man weiss ja nie was passiert… Mit dem Bus fahren wir schliesslich los in Richtung Grenze. Wie immer bei solchen Grenzübertritten müssen alle Fahrgäste aussteigen und mit sämtlichem Gepäck zu Fuss durch die Passkontrolle und Zollabfertigung marschieren. Wir sind überrascht wie problemlos alles klappt. Klar werden unsere Pässe und unsere Visa besonders aufmerksam kontrolliert, doch wir waren auf eine weitaus mühsamere Abfertigung gefasst. Nach der Grenze werden wir in einen anderen Bus verladen. Zum Glück hört Odi irgendwo zwischen vielen chinesischen Wörtern unsere Zieldestination, so dass wir schliesslich wieder im richtigen Gefährt landen. Vorbei an riesigen Wohnsilos mit direktem Fabrikanschluss fahren wir auf einer Autobahn nach Guangzhou, unserem ersten Ziel. Was wir beim Lesen unseres Reiseführers schon gelernt haben, in China gibt es keine kleinen Städte. Als klein gelten hier Orte, die knapp weniger als eine Million Einwohner haben. Hier im Süden jedenfalls scheinen irgendwie flächendeckend überall Menschen zu wohnen. Dank eines Staus brauchen wir zwei Stunden länger bis Guangzhou. Trotz ersten Befürchtungen finden wir nach einem kurzen (Kommentar von Odi: na ja mittellang) Marsch eine Metrostation, die uns in die Nähe des Hotels bringt. Wir steigen in einer Jugi ab. Umso überraschter sind wir, dass unser Zimmer mindestens mit einem Hotel der Mittelklasse verglichen werden kann. Mit ein paar Englischlehrern geniessen wir unser erstes Bier in China. Zum Abendessen gibt es eine Nudelsuppe um die Ecke. Da niemand Englisch spricht, werden uns bei der Bestellung die chinesischen Wörter für Nudeln und Coca Cola beigebracht. Wenn das so weiter geht, können wir nach einem Monat unser Essen vielleicht auf Chinesisch bestellen… Auf jeden Fall ist unser erster Eindruck von China mehr als positiv und wir fühlen uns wohl.

Adoptionshochburg Guangzhou

Um uns langsam an China zu gewöhnen, bleiben wir drei Nächte in Guangzhou. Somit bleibt uns mehr als genug Zeit die Sehenswürdigkeiten dieser Millionenstadt zu besichtigen. Unser erstes Ziel ist wieder einmal ein hohes Gebäude. Seit Odi im „Taipei 101“ die Rangliste der zehn höchsten Gebäude der Welt gesehen hat, ist er ganz wild auf diese Dinger… Doch leider kann auch das sechst höchste Gebäude der Welt mit dem Namen „CITIC Plaza“ nicht besteigen werden, weshalb wir uns bald auf den Weg zum Stadtpark machen. Da heute Sonntag ist, sind wir nicht ganz die einzigen, die durch den riesigen Park spazieren. Als wir neben unzähligen chinesischen Familien den Gründungsort von Guangzhou bestaunt haben, wird es uns schlicht zu heiss und wir suchen im Mausoleum des Nan-Yue King die dringend notwendige Abkühlung. Das Mausoleum und das angrenzende Museum sind ganz interessant und es gibt praktisch nichts, was der König nach seinem Tod nicht in sein Grab mitgenommen hätte. Wir sind jedenfalls wieder fit für die Hitze, bevor wir all den Prunk vollständig besichtigt haben. Unsere nächsten Ziele sind der Liurong Temple und der Guangxiao Temple.

China, Guangzhou, Monks

Seit Odi realisiert hat, dass es in den Tempelanlagen lauter geniale Fotomotiven hat, begleitet er mich seit neustem immer voller Freude an diese heiligen Stätten. Unser letztes Ziel ist die Shamian Island. Hier haben sich während des Opiumkrieges einige Briten und Franzosen niedergelassen und ein paar nette Häuser aufgestellt. Mehr als die Gebäude fallen uns jedoch die vielen westlichen Paare auf, die in einem Kinderwagen ein chinesisches Kind durch die Gegend fahren. Von einem Englischlehrer in der Jugi wissen wir, dass Guangzhou eine Adoptionshochburg ist. Damit die Westler allerdings ihre neuen Sprösslinge definitiv mit nach Hause nehmen können, müssen sie zuerst einen Monat in einem Fünfsterne-Bunker in der Stadt wohnen. Erst wenn diese Probezeit überstanden ist, wird der Deal perfekt und das Kind darf mit seinen neuen Eltern China verlassen. Zum z’Nacht suchen wir heute ein Restaurant, in welchem wir anhand von Bildern bestellen können. Da jedoch auch die Bilder nicht immer eindeutig zu identifizieren sind, können wir leider an dieser Stelle nicht berichten, was für Fleisch wir zum Fried Rice vorgesetzt bekommen. Aber schmecken tut es auf alle Fälle ganz ordentlich.

Qingping Market

Nach dem halben Marathon von gestern erwartet uns heute nur noch ein kleiner Teil dieser riesigen Stadt zum Besichtigen. Unsere Füsse sind uns auf jeden Fall sehr dankbar, dass wir das Ganze heute ein bisschen ruhiger angehen wollen. Mit der Metro fahren wir zu den Hallen der Vorfahren der Cheng Familie. Die Typen waren ganz schön reich und das Ganze ist für unseren Geschmack doch etwas zu viel des Guten, weshalb nicht sehr lange verweilen. Im Lonely Planet ist tatsächlich ein Markt beschrieben, der vom Autor als „nicht zu empfehlen“ deklariert wird. Klar, dass wir bei einer solchen Ankündigung unbedingt dort vorbei müssen, um uns eine eigene Meinung über den Haustier-Markt zu bilden. Auf dem Weg dorthin schauen wir noch beim Temple of the Five Immortals und bei einer Kathedrale vorbei. Auf dem Qingping Market angekommen, sind wir eigentlich positiv überrascht. Klar entspricht die Tierhaltung nicht durchwegs einem westlichen Standard, aber wir sind  schliesslich in Asien und hier haben die Menschen nun mal eine ganz andere Beziehung zu den Tieren. Neben den üblichen Hunden, Katzen, Fischen, Schildkröten und anderem Kleingetier wird das meiste in trockenem Zustand verkauft und als traditionelle chinesische Medizin verwendet. Ganz grundsätzlich sind wir sowieso der Meinung, dass zarte Gemüter in Asien eher falsch aufgehoben sind und können deshalb die Meinung des Autors nicht unbedingt teilen. Den Rest des Tages verbringen wir im kühlen Hotelzimmer. Schliesslich läuft ja immer noch die Olympiade, welche wenigstens meine Wenigkeit mehr als genug unterhält. Der einzige Nachteil: die TV-Kanäle sind alle auf chinesisch…

Heute konnten wir noch beobachten, was mit Velofahrern passiert, die einen Regelverstoss begehen. Hier das Vorgehen der chinesischen Polizei im Kurzabriss: Der Sünder wird aus dem Verkehr gezogen. Auf dem Trottoir muss er das Velo parkieren und in einem offenen Zelt Platz nehmen. Hier werden seine Personalien erfasst und er wird zum Anschauen eines hübschen Lernvideos verknurrt. Das Video zeigt alle möglichen Verletzungen und Folgen von Velounfällen in voller Pracht. Das Zelt ist stets gut besucht und kaum wird ein Platz frei, kommt auch auch schon der nächste Sünder angefahren.

Hier sind die Bilder

Hong Kong

Short cut zu den Bildern

Die Chinesen und ihre Einreisebestimmungen

Der Tag beginnt eigentlich ganz gut. Zum definitiv letzten Mal verlassen wir Manila und fliegen nach Hong Kong. Bereits am Flughafen spürt man auch hier ein bisschen den olympischen Geist. Überall stehen Voulenteers herum, die den Touristen den Weg durch den Flughafen oder in die Stadt erklären wollen. In Hong Kong finden alle Wettkämpfe statt, die irgendetwas mit Pferden zu tun haben. Also nicht wirklich der Knüller – jedenfalls für uns nicht (Sorry Cindy…). Im Hostel beginnt sich unser Tag langsam aber sicher zu verschlechtern. Der Typ an der Reception kennt das Package, das wir gebucht haben nicht und auf der Reservationsliste fehlen wir ebenfalls. Zum Glück ist der Tag noch jung und damit das Hostel noch nicht ausgebucht. Das Zimmer ist zwar winzig, aber neu und sehr sauber. Einzig das das auf der Homepage gross angepriesene W-Lan im Zimmer fehlt leider gänzlich. Unsere nächste Station ist ein uns empfohlenes Reisebüro, das einem bei der Organisation von China-Visa behilflich ist. Schon nach den ersten paar Sätzen macht sich bei uns die grosse Ernüchterung breit. Wir können maximal 30 Tage bleiben und das Ding ist nicht verlängerbar. Dazu müssen wir mit dem Antragsformular möglichst alle Hotelübernachtungen und eien Rückflug vorweisen. Dies ist natürlich gar nicht in unserem Sinn und zerstört den Geist vom individuell und unabhängig Reisen völlig. Deprimiert verlassen wir das Reisebüro. Nach einer kurzen Diskussion und ein paar Minuten „langen Gesichtern“, beschliessen wir nur einen statt wie geplant zwei Monate in China zu verbringen. Somit bleibt uns leider nur Zeit um die Region um Xi’an, Shanghai und Peking zu bereisen. Zu meinem Leidwesen fällt damit Tibet wohl oder übel ins Wasser. Doch aufgeschoben ist bestimmt nicht aufgehoben… Schliesslich machen wir uns auf die Suche nach einer Post. Wir müssen wieder einmal ein paar Kilos nach Hause schicken und brauchen dazu das nötige Verpackungsmaterial und die Versandformulare. Doch in Hong Kong eine Post zu finden, scheint Ähnlichkeiten mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu haben. Zuerst führe ich uns zu einem Gebäude, wo gar keine Post drin ist und danach landen wir bei einer Post, die sich gerade in eine Baustelle verwandelt hat. Als wir dann schlussendlich das Gesuchte finden, hat das Teil natürlich schon geschlossen. Grrr….!!! Um uns doppelt abzusichern, fragen wir bei einer weiteren Quelle nochmals betreffend dem Visum nach. Leider bleibt alles dabei und wir verziehen uns ins Hotel, um bei Bier und Sushi unsere 30-tägige Reise zu organisiere und via Internet zu buchen. Wir sind froh, dass wir eine super Homepage finden, bei der man eine sofortige Bestätigung der Hotelbuchung erhält, nur 10% anzahlen muss und für drei Dollar pro Buchung eine Annullationskostenversicherung abschliessen kann. Falls unser Antrag also abgelehnt werden sollte, verlieren wir wenigstens nicht eine Unmenge an Geld. Warum die Einreisebestimmungen seit diesem April derart krass sind, wissen wir leider nicht so genau. Aber es scheint, dass die Olympiade daran nicht ganz unschuldig ist. Für Rita und Rotsch hoffen wir, dass diese strikten Regeln bald wieder etwas gelockert werden!

Dim Sum

Heute haben wir uns mit Derek, einem echten Hong Konger, zum Mittagessen verabredet. Wir haben ihn vor einigen Jahren beim Tauchen in Ägypten kennen gelernt und den Kontakt nie ganz verloren. Doch bevor wir uns mit ihm treffen, haben wir noch kurz Zeit im Victoria Park gleich neben dem Hostel eine Runde zu drehen. Kaum haben wir den Park betreten, fühlen wir uns wie in Indonesien. Tausende von Indonesierinnen, die in Hong Kong als billige Arbeitskräfte tätig sind, treffen sich hier Sonntag für Sonntag mit ihren Landsleuten zum Essen, Spielen und Quatschen (Odi würde es wohl eher als schnattern bezeichnen…). Schliesslich ist es Zeit zu DER Hong Konger Spezialität schlechthin überzugehen. Derek führt uns in ein beliebtes Dim Sum-Restaurant. Der ganze Saal ist voll mit chinesischen Familien, die hier ihr Sonntagsessen geniessen und auch wir können die lokale Spezialität hier in allen möglichen Variationen probieren. Und so verbringen wir mit Derek und drei seiner Kolleginnen einen lustigen Lunch bei exzellentem Essen. Nach dem Mittagessen verabschieden wir uns und fahren mit dem Bus zum Stanley Market. Viele gute Erinnerungen von meinem ersten Aufenthalt in Hong Kong bringen mich wieder hierher. Zu meiner Freude hat sich nicht viel verändert und wir erstehen einige tolle Schnäppchen. Zum Abschluss des Tages wollen wir endlich einen Blick auf die Skyline werfen und fahren mit der Star Ferry auf die andere Seite der Stadt. Unser Timing ist perfekt und wir treffen gerade zu Beginn der täglichen Lichtshow an der Wasserfront ein. Na ja, die Lichtshow haut uns nicht gerade aus den Socken, aber die Skyline ist und bleibt bombastisch. Als wir nach einigem Suchen endlich auch noch einen Drucker für unsere Hotelbestätigungen für China gefunden haben, machen wir uns auf den Heimweg. Vor allem Odi ist geschafft von den nie enden wollenden Menschenströmen, die einem in dieser Stadt den ganzen Tag auf Schritt und Tritt begleiten und verfolgen. Was uns an den beiden ersten Tagen in Hong Kong zudem besonders auffällt ist, dass alle Baugerüste aus Bambus sind. Das ganze erscheint sehr platzsparenden und zudem stabil!

Ein klitzekleines Missverständnis…

Da wir fast alle Unterlagen für den Visa-Antrag zusammen haben, führt uns unser erster Gang wieder in das Reisebüro. Einzig das Retourbillett nach Hong Kong fehlt uns jetzt noch, um den Papierkrieg definitiv abgeben zu können. Die nette Reiseverkäuferin findet rasch einen günstigen Flug an die Grenze von Hong Kong. Dieser kann aber nicht erstattet und dazu kann das Anschlussbillett für die Weiterfahrt nach Hong Kong zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gebucht werden. Schliesslich hat die Damen eine blendende Idee. Und so kaufen wir schlussendlich pro forma ein Zugsbillett von Peking nach Hong Kong, das wir auf jedem Fall gegen eine kleine Gebühr wieder erstatten können. Zu guter Letzt empfiehlt uns die Verkäuferin auch noch einen Ausdruck unseres Heimfluges in drei Monaten bei zulegen. So machen wir uns nochmals auf die Suche nach einem Internetkaffee mit Drucker, welches wir heute zum Glück in der öffentlichen Bibliothek rasch finden. Da das Wetter miserabel ist, passen wir unser restliches Tagesprogramm dem Regen an. Wir konzentriert uns auf Sehenswürdigkeiten, die mehr oder weniger am trockenen zu besichtigen sind. Zuerst versuchen wir das fünft höchste Gebäude der Welt zu besteigen. Doch sehr zum Leidwesen von Odi finden wir keinen Lift, der uns ganz nach oben bringt. Mit der längsten Rolltreppe der Welt fahren wir anschliessend 17 Minuten durch SoHo. Obwohl man zwischendurch immer wieder umsteigen muss, will die Rolltreppe fast nicht mehr enden. Der einzige Nachteil: zurück geht es nur zu Fuss. Da unsere Backpacker-Frisuren nun doch schon einige versteckte Seitenhiebe aus der Heimat bekommen haben, will wenigstens ich etwas dagegen tun. Um das Resultat gleich vorwegzunehmen, meine Haare sind nun kürzer als die von Odi! Oh Schreck, oh Schreck! Dies ist die Folge eines klitzekleinen Missverständnisses zwischen mir und dem Coiffeur. Die Länge, die ich ihm am Anfang zeige, soll eigentlich abgeschnitten werden. Doch er interpretiert, das ich genau diese Länge noch auf meinem Kopf wünsche. Ja nu, da kann man nichts machen – weg ist weg. Dafür sind nun mit 100%iger Sicherheit alle kaputten Federn ebenfalls weg. Falls ihr in den nächsten Wochen keine Bilder mehr von mir in der Gallery findet, kennt ihr nun den Grund. Ich bin mir nicht sicher, ob meine vielen „Chruseli“ (die der Coiffeur natürlich voll der Hammer findet) auf dieser Seite öffentlich verewigt werden sollen…

The Giant Buddha

Mit dem Tram verlassen wir unser Quartier und fahren Richtung Ferry Pier. Obwohl wir beide der Meinung sind, dass jede Tramlinie beim Fährterminal vorbei kommt, erwischen wir prompt das falsche Tram. Irgendwo unterwegs steigen wir deshalb aus, um den Rest zum Terminal zu marschieren. Wir nutzen diese Gelegenheit und wählen den Weg am neunt höchsten Gebäude der Welt sowie am Convention und Exhibition Centre von Hong Kong vorbei. Mit der Boot fahren wir danach nach Lantau. Habt ihr gewusst, dass Hong Kong zu einem grossen Teil aus Inseln, Dschungel, Hügeln und Stränden (von der Wasserqualität wollen wir hier nicht sprechen) besteht? Wir auch nicht, aber dieser Ausflug beweist es uns endgültig. Nach einer kurzen Busfahrt erreichen wir schliesslich den grössten an der frischen Luft sitzenden bronzenen Buddha der Welt. Wow! Leider fängt es bei unserer Ankunft an zu regnen und der Buddha verschwindet im tiefen Nebel. Doch unser Karma und mein Versprechen, dass ich bei einer sofortigen Wetterbesserung eine Buddha-Statue kaufen werde, bringen die Sonne wie durch ein Wunder nach nur fünf Minuten wieder zum Vorschein. Selbstverständlich löse ich mein Versprechen sofort ein und kaufe mir einen kleinen Buddha. Mit der Gondelbahn fahren wir auf der anderen Seite des Hügels wieder zurück zur Metro. Dort wird unsere Aufmerksamkeit von einem riesigen Outlet Shoppingcenter in den Bann gezogen. Das Angebot ist gross und wir landen schlussendlich bei Esprit. Sehr zur Freude von Odi finde ich endlich einen Ersatz für meine ausgewaschenen und ausgetragenen Hosen. Er kauft sich ein neues T-Shirt. Bevor wir unser Budget noch mehr strapazieren, nehmen wir schliesslich die Metro nach Kowloon zu einem Night Market. Fressstände wie in Taiwan gibt es hier leider keine, dafür aber eine ganze Menge Markstände, bei denen man alle möglichen tollen Dinge kaufen kann. Dank Odis Verhandlungsgeschick erstehen wir erneut einen Buddha zu einem super Preis. Nach einem kurzen Fotostopp an der Wasserfront, geht es wieder zurück zum Hostel. Hier treffen wir auf einen Griechen, der uns eine Adresse gibt, wo man uns ganz bestimmt ein Visum für China ausstellen kann, falls es mit dem offiziellen Antrag nicht klappt. Bei dieser Variante braucht man weder irgendwelche Hotelreservationen noch irgendwelche Flüge. Wie das möglich ist? Na ja, die Variante ist nicht ganz legal und irgendeiner verdient wohl ein paar Dollar extra. Uns soll’s recht sein…

The Peak

Eigentlich wollen wir heute als allererstes auf die Post, um eine grössere Schachtel zu besorgen. Ja, wir haben zu viel eingekauft… Nach wenigen Metern werden unsere Blicke aber von einer gelben Schrift auf blauem Hintergrund magisch angezogen und wir landen stattdessen im Ikea. Der Laden und das Angebot scheinen überall auf der Welt absolut identisch zu sein. Der einzige Unterschied, hier wird zusätzlich alles auf Chinesisch angeschrieben. Da sich auch Odi entschieden hat seiner Backpacker-Frisur Bye bye zu sagen, kauft er – obwohl ich ihn immer noch zum Coiffeur schicken will – drei Scheren. Beim Ausgang essen wir zum z’Morge den obligaten Ikea-Hotdog und finden schliesslich auch noch die ursprünglich gesuchte Kartonschachtel. Auf dem Weg zum Hostel setzt Herr Odermatt all seine Überredungskünste ein und schafft es schliesslich mich davon zu überzeugen ihn nicht zum Coiffeur zu schicken (er will ja nicht so enden wie ich…). Ob das Resultat akzeptabel ist, könnt ihr selber entscheiden. Nun wollen wir aber das fantastische Wetter ausnutzen und uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Hong Kong anschauen. Nach einem kurzen Tempelbesuch versuchen wir uns nochmals im Tram fahren und landen tatsächlich auf Anhieb am richtigen Ort, dem wohl berühmtesten Hochhaus der Stadt. Der Bank of China Tower ist das zehnt höchste Gebäude der Welt und endlich kann man mit dem Lift auch ein paar Stockwerke nach oben fahren, um die Aussicht zu geniessen. Als nächstes wollen wir uns das sympathische Soho-Quartier bei schönem Wetter anschauen. Hier gibt es einen weiteren berühmten Tempel, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nach einem kleinen Orientierungslauf durch den botanischen Garten finden wir schliesslich das Peak-Tram. Die Aussicht auf dem Hausberg ist fantastisch. Keine einzige Wolke zeigt sich im stahlblauen Himmel und wir geniessen den Ausblick bei Tages- und Nachtlicht mit Hunderten von anderen Touristen.

Hong Kong, Skyline

We got it!

Heute schlafen wir wieder einmal richtig aus. Wir haben praktisch alles was wir uns vorgenommen haben besichtigt und wollen deshalb den Tag ruhig angehen. Wie jeden Morgen lassen wir uns zuerst etwas vom Olympiafieber anstecken. Zum TV schauen, packen wir unsere Souvenirs in das überdimensionale Päckli. Wow, das Teil wird richtig schwer und wir bringen schliesslich ganze 9,5 Kilo zur Post. Unser nächster Termin ist um sieben Uhr abends. Um diese Zeit wird sich entscheiden, ob wir unkompliziert in China einreisen können oder nicht. Da wir beide viel zu gespannt sind, ist unser Unternehmensgeist eher klein und wir lassen die Zeit beim „internetlen“ verstreichen. Endlich können wir schliesslich beim Reisebüro antraben und unsere Pässe wieder in Empfang nehmen. Wir können es kaum glauben, aber wir haben tatsächlich ein Visum für 30 Tage erhalten! Zum Abendessen treffen wir uns nochmals mit Derek. Er bringt uns in ein Restaurant mit feinem chinesischem Essen und zum Dessert in ein Restaurant, das sich auf Süsses spezialisiert hat. Beide Plätze sind sehr beliebt und entsprechend voll. Beim zweiten Restaurant müssen wir sogar mit einer Nummer auf der Strasse warten bis wir schliesslich einen Tisch bekommen. Da die Mieten in Hong Kong extrem hoch sind, werden alle Restaurants möglichst eng bestuhlt und vom Gast wird erwartet, dass er das Restaurant nach dem Essen mehr oder weniger sofort wieder verlässt. Doch eher ungewöhnlich für uns gemütliche Berner. Im Hotel haben wir übrigens einen ganz speziellen TV-Kanal. Wir können tatsächlich live alles was im Lift, in der Lobby und vor der Haustür passiert, beobachten. Zum Glück wissen wir nicht, wo es sonst noch alles irgendwelche Kameras hat…

Buchungssession

Wieder einmal steht uns heute eine Buchungssession im Internet bevor. Da wir morgen nun definitiv nach China reisen werden, müssen wir noch ein paar Sachen organisieren. Man weiss ja nie, welche Homepages in China funktionieren und welche von der Regierung gesperrt wurden. Nachdem wir uns auch mit allen notwendigen Printouts und genug Lesestoff eingedeckt haben, machen wir noch einen Ausflug aufs Land. Da wir keine Karte vom Kaff haben, müssen wir die Sehenswürdigkeit nach dem Einkreisverfahren suchen. Als wir schon fast aufgeben, entdecken wir die Stadt in der Stadt dann doch noch. Hier im Kat Hing Wai leben die Menschen seit Jahrhunderten Wand an Wand. Die Häuser wurden alle nur wenige Zentimeter von einander entfernt gebaut und man muss sich wirklich sehr gut mit seinem Nachbarn verstehen, um so leben zu können… Für das letzte z’Nacht in Hong Kong fahren wir nochmals zum Temple Street Night Market. Wie in K.L. und Bangkok findet man hier viele Strassenbeizen, wo man an der frischen Luft die asiatischen Spezialitäten geniessen kann. Ab morgen wartet also wieder ein neues Land auf uns. Wir sind gespannt, wie wir uns in diesem riesigen Land mit den vielen komischen Schriftzeichen zu Recht finden werden. Die Fortsetzung folgt wie immer auf dieser Homepage…

Hier geht es zu den Bildern