Category Archives: Region Südostasien

Bangkok & Malaysia

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Durch den Nacktscanner

Schneller als erwartet, dürfen wir unsere Tramper und die Tauchsachen wieder packen und abdüsen nach Asien. Dieses Mal sind wir mit Franziska und Kojak unterwegs. Da Kojak erst in ein paar Tagen abreisen kann, machen wir drei anderen schon mal einen kurzen Abstecher nach Bangkok. In vier Tage werden wir dann in Kuala Lumpur aufeinander treffen. Die Reise klappt wie am Schnürchen. Das einzige „aussergewöhnliche“ ist der Nacktscanner am Flughafen von Amsterdam. Mit hocherhobenen Händen stehen wir nacheinander brav im Glaskasten und werden bis ins Innerste auf unerlaubte Mitbringsel durchleuchtet. Ein äusserst amüsantes Bild, welches leider zu fotografieren nicht erlaubt ist! In Bangkok angekommen, gönnen wir uns erstmals ein kurzes Nickerchen. Einigermassen erholt geniessen wir anschliessend das erste Bier auf der Dachterrasse des Hotels sowie den Fisch in unserer Stamm-Fischbeiz.

Thailand, Bangkok, Food Stall

Es fühlt sich wunderbar an wieder hier zu sein; als wären wir nie weg gewesen – einfach herrlich!

Zwei Meter Plastiktüten

Obwohl das Frühstück im Zimmerpreis inbegriffen ist, bevorzugen wir eine Nudelsuppe auf der Strasse. Mitten in Chinatown setzen wir uns auf die kniehohen Plastikstühle, schlürfen unsere Suppe und lassen uns vom bunten Treiben um uns herum in den Bann ziehen. Wir sind immer wieder erstaunt, was hier alles für brauchbares und unbrauchbares Zeugs feil geboten wird. Nach dem Spaziergang durch das Viertel steht schliesslich der Besuch im MBK auf dem Programm. Da wir auf dieser Reise sowohl Bangkok als auch Kuala Lumpur besuchen, haben wir bereits zu Hause genau aufgeschrieben, was wir wo kaufen möchten. Als Nebeneffekt sollen zudem unsere Tramper nicht schon am zweiten Tag mit zusätzlichen Kilos gefüllt werden. Trotz der vorzüglichen Vorbereitung und den vielen guten Vorsätzen können wir dann doch nicht widerstehen. Das Angebot ist einmal mehr zu verlockend! Am Schluss bringen es doch zu dritt tatsächlich auf ungefähr zwei Meter Plastiktüten inkl. Inhalt am Stück – crazy!

Chatuckak Weekend Market

Da unser Zimmer kein Fenster hat, bleibt es immer gleich hell resp. gleich dunkel. Diese Tatsache sowie der noch anhaltende Jetlag bringen mit sich, dass wir heute so richtig verschlafen. Erst um elf Uhr – nach zwölf Stunden Tiefschlaf! – wage ich einen ersten Blick auf die Uhr. Höchste Zeit die süssen Träume hinter uns zu lassen, denn heute wollen wir einen der grössten Märkte der Welt, den Chatuchak Weekend Market besuchen. Mit der Metro fahren wir an das andere Ende der Stadt. An der richtigen Station angekommen, müssen wir nicht lange suchen. Die menschliche Traube weist uns den richtigen Weg. Auf dem gigantischen Markt gibt es einfach alles zu kaufen. MBK-Insider sollen sich das gleiche, jedoch leicht günstigere Angebot x 1000 + noch eine unglaubliche Anzahl an zusätzlicher Ware vorstellen. Zum Glück ist es mit rund 36 Grad im Schatten schlicht zu heiss, so dass sich unsere Shoppinglaune einigermassen in Grenzen hält und nur weniges den Weg in unsere Tüten findet. Auf dem Heimweg werden wir von einem starken Gewitter überrascht. Wir flüchten vor den sintflutartigen Wassermassen und verschieben den geplanten Tempelbesuch auf Morgen. Der Abend wird feucht-fröhlich und lustig. Der Zufall will es, dass unsere Tauchkollegen, Ronny und Magge aus Stuttgart zurzeit auch in Bangkok sind. Klar, dass wir uns zum Znacht verabreden. Danke ihr beiden – es war wie immer super lustig mit euch!

Reisegruppe komplett

Heute geht der kurze Aufenthalt in Bangkok bereits wieder zu Ende und wir fliegen weiter nach K.L., wo wir am Abend auf Kojak treffen werden. Bevor wir jedoch mit Sack und Pack an den Flughafen fahren, holen wir noch den verschobenen Tempelbesuch nach. Leider hat der Wat seinen ursprünglichen Charakter fast vollends verloren. Aufgrund einer gröberen Renovation sowie zahlreichen Touristen wirkt dieser steril und lockt trotz des grössten goldenen Buddha von Thailand kaum mehr Einheimische an. Beim Check-in am Flughafen schlägt für unsere Gepäckgewichtslimite schliesslich die Stunde der Wahrheit. Haben wir genug Kilos vorgemeldet resp. vorbezahlt? Obwohl jeder von uns vier Kilos zugelegt hat, reicht es relativ locker. 70 Kilo (crazy! – nicht vergessen, wir haben das Tauchgepäck dabei…) sind doch nicht soooo schnell ausgeschöpft. Als wir zwei Stunden später in K.L. eintreffen, werden wir von Kojak bereits erwartet. Nach dem Welcome-Drink gibt’s den obligaten Stingray an der Jalan Alor. Mmmhhhhh… es schmeckt einfach wunderprächtig!

Unterwegs mit dem Lonely Planet

Kaum zu glauben, aber auf dieser Reise haben wir zum ersten Mal einen Reiseführer von Malaysia mit dabei. Wir staunen nicht schlecht, als wir beim Nachlesen merken, dass wir bis jetzt eigentlich fast alles “richtig” gemacht haben. Nichts desto trotz finden sich doch noch einige Sachen, welche uns nicht oder nicht mehr bewusst bekannt sind und wir beschliessen den Tag mit klassischem Sightseeing zu verbringen. Beim ersten Ziel scheitern wir jedoch bereits kläglich. Wir finden den anvisierten Frühstücks-Food-Court nicht. Zum Glück gibt es jedoch an jeder Ecke ein Starbucks, wo das Navigationsdebakel schnell vergessen geht. Da Franzi und Kojak eher in Shoppinglaune sind, setzen wir uns Touriprogramm alleine fort. Im Taxi lassen wir uns zu einem chinesischen Tempel auf einer kleinen Anhöhe mitten in der Stadt bringen. Die friedliche Atmosphäre, die vielen Farben und die tolle Aussicht sind einmalig. Gut haben wir den Weg hierhin wieder einmal gefunden. Beim Lonely Planet Walk durch Chinatown entdecken wir zwar nicht viel Neues, aber wir haben trotzdem unseren Spass. Kurz vor dem (fast) täglichen Nachmittags-Regen sind wir zurück im Hotel. Da wir wieder einmal im Federal abgestiegen sind, wollen wir die Annehmlichkeiten eines etwas teureren Hotels geniessen und legen uns vor dem Znacht noch ein bisschen auf die faule Haut.

Malaysia, Kuala Lumpur, Food Stall

Ab nach Borneo

Heute ist wieder Reisetag. Da der Flug nach Sandakan jedoch erst gegen Abend abhebt, haben wir genug Zeit noch das eine oder andere zu erledigen. Nach der Nudelsuppe machen wir uns auf die Suche nach einem neuen Rucksack. Unser Ziel ist es, das gewünschte Exemplar heute zu finden, damit wir vor dem Heimflug zielstrebig den Kauf tätigen können. Die Auswahl ist gross und die Qualität gut und wir werden erst nach ein paar Versuchen fündig. Hoffen wir, dass das Teil bei unserer Rückkehr nach K.L. immer noch im Gestell hängt. Beim Check-in machen wir betreffend Gepäckgewichtslimite eine Punktlandung. Wir haben für 85 Kilo bezahlt und haben exakt 85 Kilo (crazy!) mit dabei. Die zusätzlichen Kilos lassen sich mit Kojak’s Gepäckstück sowie einigen speziellen Einkäufen, welche wir für das Inselleben getätigt haben, begründen. Schliesslich ist dort nicht ganz alles so billig und einfach erhältlich… :-).

Die paradiesische Insel Lankayan

Vor der vereinbarten Zeit werden wir im Hotel abgeholt. Nach ein paar Minuten Fahrt sind wir bereits am Hafen und können bald ins Boot, welches uns nach Lankayan bringt, einsteigen. Nach 1,5 Stunden Fahrt haben wir “unser” Paradies erreicht. Wir sind richtig aus dem Häuschen und können kaum glauben wie geil (excusé…) die Insel ist. Auch die grosszügigen Strandbungalows mit Meerblick sind voll der Hammer. Und dass wir gleich auch noch einen Privatstrand haben, übertrifft wirklich alle unsere Erwartungen. Ja, hier lässt es sich definitiv leben… wenn auch nur für die nächsten sechs Tage… (vorgezogenes sniff!). Nach einer kurzen Inseleinführung sind wir schliesslich ready für den Check Dive. Wir absolvieren diesen direkt am Jetty. Damit es unter Wasser noch etwas mehr als nur Fische zu bestaunen gibt, wurde ein kleiner Unterwasserpark aufgestellt, wo man allerlei entdecken kann: Käfige, Container, kleines Wreck, Baumstämme, Steinhaufen, usw. Wir haben auf jeden Fall unseren Spass und springen trotz der schlechten Sicht gleich nochmals ins Wasser. Ab sofort können wir nämlich so viele Jetty Dives machen wie wir nur wollen. Mal schauen, auf wie viele wir neben den drei pro Tag vorgesehenen Bootstauchgängen schaffen.

Malaysia, Lankayan, Nemo

Inselleben

Um kurz nach acht Uhr sind wir parat für den ersten Bootstauchgang. Da die beiden anderen Divers kalte Füsse bekommen haben, sind wir vier alleine mit zwei Divemastern unterwegs. Überhaupt hat es nicht viele Taucher auf der Insel. Wir sind überrascht, wie viele Leute “nur” hier sind, um das Leben über dem Wasser zu geniessen. Ja nu, uns solls recht sein. Der Tauchgang ist interessant und abwechslungsreich. Wir finden sogar eine Nacktschnecke, welche wir bis dato noch nie gesehen haben! Als wir zwischen dem zweiten und dritten Bootstauchgang auch noch am Jetty ins Wasser springen, werden wir von den Divemastern als “a little bit crazy” erklärt. Sie sind alle froh, können sie uns hier alleine herum schwadern lassen. Auf so viel Wasser scheint ausser uns niemand wirklich Lust zu haben. Unser Tauchfazit nach dem ersten Tag: ganz nette Tauchplätze, viele farbige (meist intakte) Korallen, ziemlich viele Fische, viel Makro-Zeugs, kaum grösseres Tierleben, zum Teil miserable Sicht und ziemlich viel Oberflächenströmung.

Ein typischer Tag auf Lankayan

Auch auf dieser Insel wird uns wieder in keinster Weise langweilig. Hier unser Tagesablauf in Stichworten: erstes Frühstück, erster Bootstauchgang, zweites Frühstück, relaxing (Insel umlaufen, Tagebuch schreiben, Logbuch ausfüllen, fotografieren, lesen…), zweiter Bootstauchgang, Zmittag, Jetty-Tauchgang, relaxing, dritter Bootstauchgang, Dusche, Apéro, Znacht, Bettruhe. Heute kann dem typischen Tagesablauf gar noch ein weiterer Tauchgang angefügt werden. Nach dem vierten Tauchgang und etwas Erholung springen wir nämlich für den Sunset-Dive nochmals ins Wasser. Interessant ist, dass wir dieses Mal mit dem Divemaster die Rollen tauschen. Obwohl wir am Jetty eigentlich alleine abtauchen dürfen, hat er Lust uns zu begleiten. Damit wir doch noch ein bisschen uns selber überlassen sind, lässt er uns jedoch die Führung und schwimmt brav wie ein Tauchgast hinter uns her. Zum Glück geht er in der Sauce nicht verloren.

Malaysia, Lankayan, Sepia

Babyschildkröten

Die heutigen Tauchgänge werden von einer miserablen Sicht begleitet. Und als ob dies nicht schon genug wäre, wirbelt ein wirklich unfähiger Taucher – wir nennen ihn das Walross – auch noch immer ganz schön viel zusätzlichen Sand auf. Nach wenigen Minuten unter Wasser ist die Sicht schlechter als bei uns im See! Entsprechend sind wir dann heute auch nicht sonderlich vom abtauchen begeistert und gönnen uns einen easy Tag. Die Jetty-Dives werden ersatzlos gestrichen. Dafür können wir heute ein paar frisch geschlüpfte Baby-Schildkröten bestaunen. Lankayan liegt nämlich in Mitten eines National Parks, welcher sich vor allem dem Schutz von Schildkröten verschrieben hat. Die Tiere nutzen die zahlreichen kleinen Inseln in der Umgebung, um ihre Eier am Strand zu legen. Diese werden nach der Ablage immer sofort ausgegraben und an einem geschützten Strandabschnitt wieder vergraben. Dies gibt den Rangern unter anderem die Möglichkeit genau zu beobachten, wie viele Eier gelegt werden und wie viele Mini-Schildkröten danach effektiv schlüpfen und im Meer davon schwimmen. Zum Schutz der Tiere darf man deshalb nach sieben Uhr abends auch nicht mehr überall am Strand herum laufen. Damit man ein allfälliges Naturspektakel trotzdem nicht verpasst, kann man an die Tür des Bungalows statt dem “Do not disturb” die Schildchen “Nesting” und/oder “Baby Turtle Release” hängen. Schade nur, dass uns unter Wasser bis jetzt noch keine einzige Schildkröte begegnet ist.

Last day

Am letzten Tag auf Lankayan machen wir nochmals drei Bootstauchgänge. Wie immer so kurz vor dem Ende ist unser Taucherherz etwas wehmütig und der letzte extrem coole Tauchgang hilft nicht wirklich über diese Tatsache hinweg. Wann werden wir wohl das nächste Mal wieder die Unterwasserwelt bestaunen können? Zum Schluss unseres Aufenthaltes möchte ich noch kurz ein paar Worte über die Insel verlieren. Umrundet ist das Juwel zu Fuss in rund 15 Minuten. Total hat es 24 Holzbungalows, welche alle mit einem eigenen Balkon mit Meersicht und einem eigenen Strandabschnitt ausgestattet sind. Gegessen wird drei Mal täglich ab einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Buffet. Neben Tauchen kann man sich einzig mit Schnorcheln und Kayaken aktiv die Zeit vertreiben. Ansonsten ist nicht viel los und es ist vor allem eines angesagt: Entspannung pur! Wäre das Tauchgebiet noch ein bisschen spektakulärer (= bessere Sicht und mehr Grossfische), wäre die Malediven-ähnliche Insel schon fast perfekt!

Orang-Utans

Der Himmel weint in Strömen, als wir früh morgens um sieben Uhr mit dem Boot ablegen. Die stürmische See macht die Überfahrt aufs Festland zusätzlich unangenehm. Ich muss mich jedenfalls ziemlich auf den Horizont konzentrieren, um nicht seekrank zu werden. Immerhin finde ich nach einigen Minuten auf dem Boot ein Plätzchen, wo es sich einigermassen aushalten lässt. Dumm nur, dass ich dort von den grossen Wellen so richtig tropfnass werde. Nachdem wir im Hotel in Sandakan eingecheckt haben, sitzen wir bald im Taxi, welches uns zum berühmten Orang-Utan Rehabilitation Center bringt. Bevor wir der nachmittäglichen Fütterung beiwohnen, wollen wir noch ein bisschen durch den Regenwald wandern. Doch leider sind die Trails ausserhalb der Fütterungszeiten geschlossen und wir sind drei Stunden zum Warten verdammt. Als es endlich soweit ist, treffen wir schon nach wenigen Minuten auf den ersten Orang-Utan. Die Tiere werden in diesem Zentrum aus diversesten Gründen aufgepäppelt und wieder auf die Freiheit vorbereitet. Dazu steht ihnen ein grosses, natürliches Areal zur Verfügung, wo sie sich völlig frei bewegen können. Um ihnen das Leben vor der Auswilderung ein bisschen einfacher zu machen, gibt es zwei Mal pro Tag Futter. Diese Fütterungen sind DIE Chance für die Touris einen ungehinderten Blick auf die vom Aussterben bedrohten Tiere werfen zu können. Dazu wurde im Regenwald eine Fütterungs- und eine Zuschauer-Plattform aufgestellt. Wir haben einmal mehr Tierglück und können ca. zehn der seltenen Affen in fast freier Wildbahn bestaunen. Putzig, all diese Seppli‘s (gäu Fank!).

Malaysia, Sepilok, Oran Utan

Langnasen-Affen

Die nächsten drei Tage werden wir in einem Teil des Kinabatangan National Parkes verbringen. Je mehr wir uns von Sandakan entfernen desto schlechter werden die Strassen. Nach über drei Stunden Fahrt erreichen wir schliesslich unsere Lodge und nur wenige Minuten später sitzen wir bereits im Böötli, in welchem wir den ersten River Cruise absolvieren. Auch hier müssen wir nicht lange auf die ersten Tiere warten. Unzählige Langnasen-Affen warten unter grossem Geschrei und Gerangel in den Baumspitzen auf den Regen. Die Zeit beim Beobachten der Tiere vergeht wie im Flug und im Nu sind die zwei Stunden auf dem Fluss vorbei. Nach dem Znacht geht es im Dunkeln nochmals raus aufs Wasser. Dieses Mal begegnen uns verschiedene Vögel und Baby-Krokodile. Vor allem die Eulen lassen sich mit der Spotlampe bestens beobachten.

Dschungelblues

Eigentlich wollten wir uns neben den Böötlifahrten die Zeit im Dschungel auch noch mit ein paar Trekkings vertreiben. Da jedoch im Moment sämtliche (?!) Treks nicht zugänglich sind, beschränkt sich auch das heutige Programm ausschliesslich auf die Flussfahrten. Bereits um sechs Uhr morgens sitzen wir deshalb wieder im Boot und bewundern die Tierwelt erneut vom Wasser aus. Viel Neues gibt es heute nicht zu entdecken. Es gesellen sich einzig noch ein paar weitere Affen- und Vogelarten zum bisher gesichteten. Speziell erwähnenswert ist an dieser Stelle nur der Orang-Utan, welcher irgendwo weit oben in einem Baumwipfel herum hängt. Die restliche Zeit des Vormittages verbringen wir mit einem Spaziergang durch das kleine Dorf Sukau. Das Kaff bietet ausser extrem freundlichen Menschen nicht viel. Nach dem Zmittag verfallen wir schliesslich in den bei Einheimischen bereits beobachteten “Dschungelblues”. Die Hitze und die Feuchtigkeit sind derart erdrückend, dass wir uns hinlegen. Da wir selbst zum Lesen zu faul sind, verschlafen wir praktisch den ganzen Nachmittag.

Malaysia, Sakau, Monkey

Erst gegen Abend werden unsere Lebensgeister nochmals geweckt. Praktisch als „Gute Nacht-Geschichte“ fahren wir nochmals raus zum Tiere beobachten.

Meeting Coni & Patrick

Nach dem Zmorge verlassen wir den Dschungel und fahren zurück nach Sandakan. Unsere einzige Aktivität des heutigen Tages ist der Besuch eines buddhistischen Zentrums inkl. Tempel. Leider ist nicht gerade viel los, so dass wir bald in einem Restaurant an der Seafront landen. Dort verbringen wir dann auch gleich den Rest des Tages. Zum Znacht treffen wir nach Ronny und Magge nochmals auf Bekannte. Cornelia (= meine Arbeitskollegin) und Patrick sind zurzeit ebenfalls in Borneo unterwegs. Beim Austauschen der zahlreichen Erlebnisse vergeht die Zeit wie im Flug und bald gehört unser letzter Abend in Borneo auch schon wieder der Vergangenheit an.

Stammgäste

Am frühen Nachmittag kommen wir in K.L. an. Da uns nur noch zwei Tage bleiben, stürzen wir uns sofort ins Shoppingleben. Mit prallvollen Tüten und zwei neuen Rucksäcken ruft schliesslich der Stingray. Da uns die Restaurant-Inhaber langsam aber sicher kennen, werden wir herzlich begrüsst und wie Stammgäste behandelt. Den Rest des Abends gibts wieder einmal richtig Party. Wir besuchen den guten alten Beach Club und vertreiben uns die Zeit mit People Watching. Unglaublich was sich hier alles herum treibt! Wir werden derart gut unterhalten, dass wir erst um halb fünf den Weg in die Federn finden.

Chow Kit Market

Auch heute wollen wir in K.L. wieder Neues entdecken. Unweit vom Hotel soll es ein traditionelles Malay-Quartier mit einem riesigen Markt geben. Wir können kaum glauben, was wir schliesslich in Mitten der Grossstadt antreffen. Der Markt könnte genauso gut irgendwo im tiefsten Landesinnern sein. Es wird einfach alles was irgendwie essbar ist, verkauft! Das meiste ist tot, doch vieles schwadert auch noch ein bisschen auf dem Stand herum. Zu Fuss schlendern wir weiter zum Bukit Bintang. Die Hitze unterwegs ist gross und obwohl wir bald schweissgebadet sind, macht uns der Walk Spass. Es ist immer wieder erstaunlich, was man beim wiederholten Male hinschauen noch alles entdecken kann. Vor dem Znacht springt Odi tatsächlich über seinen Schatten und lässt sich mir zu liebe wieder einmal auf eine Fussmassage ein. Eine halbe Stunde lassen wir uns die müden Latschen massieren. Wunderbar – wenigstens für meine Wenigkeit! Zum Znacht gibts natürlich noch einmal einen Stingray. Wir geniessen ein letztes Mal die Atmosphäre an der Jalan Alor und lassen uns mit einem herrlichen Znacht verwöhnen. Mann, werden wir diesen Ort zu Hause wieder vermissen!

Bye bye zweite Heimat

Den letzten Tag lassen wir gemütlich angehen. Denn bevor allfällige weitere Einkäufe getätigt werden können, müssen wir erstmals schauen, ob es überhaupt noch Platz im Tramper gibt. Obwohl die Kapazitäten noch nicht ausgeschöpft sind, kommt kaum mehr Shopping-Laune auf. Da Sonntag ist, hat es viel zu viele Leute und wir verziehen uns deshalb lieber ins Kino. Um halb acht Uhr abends ist es wieder einmal Zeit Abschied zu nehmen. Schweren Herzens verlassen wir unsere zweite Heimat und sind gleichzeitig freudig gespannt wann und wo uns unsere nächste Reise hinführen wird… denn reisen ist und bleibt die wunderbarste Nebenbeschäftigung, die man sich überhaupt vorstellen kann.

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X-mas in Kuala Lumpur

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Merpati

Der heutige Tag ist wieder einmal ein Reisetag. Da wir das Zimmer nur bis zwölf Uhr behalten können und Merpati den Flug um zwei Stunden verschoben hat, treffen wir viel zu früh am Flughafen ein. Wer nun glaubt, dass der Flughafen von Sorong zum Verweilen einlädt, täuscht sich. Das Flughafengebäude ist zu klein und das Ghetto zu gross, um darin warten zu können. So setzen wir uns vor dem Gebäude in den Schatten und lassen uns vom Leben rund um den Flughafen berieseln. Da immer etwas los ist, geht die Zeit relativ rasch um. Als wir endlich im Flugzeug sitzen, wird uns einmal mehr bewusst, was für eine Fluggesellschaft Merpati ist. Das Flugzeug würde bei uns höchstens noch im Verkehrshaus zu etwas taugen. Es scheppert und gibt Töne von sich, die selbst wir Vielflieger noch nie gehört haben. Ob die Flight Attendants von Merpati wohl eine Gefahrenzulage bekommen? Einmal mehr geht aber alles gut und wir landen irgendwann gegen Abend sicher in Makassar. Da wir hier fast 24 Stunden Aufenthalt haben, nehmen wir den Weg in die Stadt trotz der Distanz unter die Räder. In der City gibt es in der Strassenbeiz um die Ecke noch ein Nasi Goreng bevor wir schliesslich ziemlich erledigt ins Bett fallen.

Bye bye Indonesia

Da unser Flug nach Kuala Lumpur erst um vier Uhr geht, haben wir genug Zeit, um am Morgen das Fort von Makassar zu besichtigen.

Indonesia, Makassar, Man

Ausser der grossen Mauer rund herum, ist nicht mehr vieles im Originalzustand. Trotzdem ist der Bau einen Besuch wert. Bald stossen vier junge Ladies zu uns, die uns ab sofort auf dem ganzen Rundgang begleiten. Sogar ins Museum kommen sie mit. Wir versuchen ihnen auf Englisch einige der ausgestellten Dinger zu erklären und machen mit ihnen auch noch einen kleinen Geografiekurs. Im Gegenzug lernen sie uns – mehr oder weniger erfolgreich – einige Wörter in Bahasa. Obwohl wir uns kaum verstehen, haben wir alle grossen Spass. Zum Abschied und als Dank für die nette Begleitung kaufen wir ihnen am Schluss eine Glace, welche natürlich ein noch grösseres Grinsen auf ihre Gesichter zaubert. Auch sonst sind wir fast die grössere Attraktion als das Fort selbst. Vor allem Odi muss mit zahlreichen Männern (und auch einigen Frauen…) Fotomodell stehen. Wir geniessen dieses typische indonesische Verhalten noch ein letztes Mal in vollen Zügen. Wer weiss, ob wir in Bangladesh und Indien auch überall so wohlwollend begrüsst und beachtet werden. Zurück im Hotel machen wir uns nach einem kurzen Abstecher ins Internet auf den Weg an den Flughafen. Unser Taxifahrer meint es extrem gut und brettert trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 40 km/h mit 120 km/h zum Flughafen. Odi meint anhand der gebeugten Haltung eine leichte Sehschwäche erkennen zu können. Die Nase befindet sich nämlich praktisch an der Windschutzscheibe. Vermutlich kann er nicht einmal bis zum Tacho sehen. Wie auch immer… wir kommen in Rekordzeit am Flughafen an und lassen Indonesien kurze Zeit später hinter uns. Bye bye Indonesia, schön wars! In K.L. treffen wir im Hotel auf Yves. Die Truppe wird morgen durch die Ankunft von Eva komplettiert. Wir haben uns mit beiden hier verabredet, um zusammen zwei Tage in der Hauptstadt von Malaysia zu verbringen. Da wir trotz relativ fortgeschrittener Zeit noch hungrig sind, beschliessen wir spontan noch einen Stingray essen zu gehen. Wirklich ein sensationeller Weihnachtsbraten! Obwohl in Malaysia nur gerade ungefähr 10% Christen sind, wird Weihnachten auch hier gefeiert. Allerdings geht das ganze nicht allzu klassisch über die Bühne. Vielmehr haben sich Tausende in der Jalan Bukit Bintang versammelt, um sich gegenseitig mit weissem Schaum einzusprühen. Wenn die wüssten, wie kalt Schnee wirklich ist, hätten sie wohl nicht eine derart grosse Sehnsucht nach der weissen Pracht. Merry x-mas to all of you!

Weihnachtsbraten, der Zweite

Eigentlich will ich nach dem Aufstehen nur rasch nachschauen, ob die Post heute wirklich geschlossen hat. Da dies effektiv so ist, müssen wir mit dem Abschicken des Tauchgepäcks wohl oder übel noch zuwarten. Mein Ausflug über die Strasse ist aber trotzdem erfolgreich. Der kurze Abstecher ins Shoppingcenter endet im Esprit Outlet mit einem unerwarteten, frühmorgendlichem Shoppingrausch. Gerade als wir das Hotel in Richtung Zentrum verlassen wollen, trifft Eva ein. Es gibt viel zu erzählen, so dass wir uns im BB Plaza erstmals in ein Restaurant setzen. Nach einer kurzen Shoppingtour steht mit den K.L.-Neulingen auch noch ein wenig Sightseeing auf dem Programm. Wir lassen uns im Lift des TV Tower’s 50 Stockwerke nach oben bringen und schauen K.L. aus luftiger Höhe an. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man auch nach mehreren Besuchen noch alles entdeckt. Danach kann uns nichts mehr aufhalten und wir machen uns auf den Weg zum zweiten Weihnachtsbrate“. Nicht nur Yves schmeckt der Stingray; auch Eva ist begeistert. Zur Feier des Tages und als kleines Versüecherli gibt es heute auch noch einen Frosch zum Probieren. Wären die vielen kleinen Knochen nicht, könnte man glatt von einem super Meal sprechen. Den Rest des Abends verbringen wir auf der Partymeile von K.L. Es ist wie immer ziemlich unterhaltsam was hier alles abgeht. Wir amüsieren uns auf jeden Fall köstlich – sowohl in der Bar an der Strassenecke als auch danach in einem Club.

29 kg weniger

Da unser Tramper absolut keine sauberen Klamotten mehr hergibt, steht heute eine Runde waschen an. Auch wollen wir unbedingt unsere Tauchsachen los werden. Während ich die Waschmaschine hüte, macht sich Odi deshalb im KLCC auf die Suche nach einer Kartonschachtel, Klebeband sowie Adressetiquetten. Eva und Yves bestaunen währenddessen die Petronas Towers aus der Nähe.

Malaysia, Kuala Lumpur, Petronas Towers

Danach will clever gepackt sein. Wir sind gut vorbereitet und haben die grosse Tauchtasche bereits am Flughafen in eine Folie einpacken lassen. Darin senden wir das grosse Zeugs nach Hause. Der Rest kommt in die Schachtel. Schlussendlich bringen wir 29 kg (!) auf die Post. Wir sind „erleichtert“, die Hälfte unseres Gepäcks los zu sein. Da man nie genau weiss, wann wir den nächsten Stingray geniessen können, gibt es heute nochmals das gleiche Essen wie am Vor- und am Vorvorabend. Die anderen zwei machen brav mit und lassen sich von uns nochmals in die Jalan Alor ausführen.

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West Papua (Raja Ampat)

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Auf nach Sorong

Um kurz vor fünf Uhr werden wir vom Iman in der Moschee neben dem Hotel geweckt. Zum Glück können wir noch einen Moment liegen bleiben… Am Flughafen holen wir zuerst unser Tauchgepäck. Wir sind froh, die Tasche unbeschadet in Empfang nehmen zu können. Beim Checkin erfahren wir schliesslich, dass unser Flug mindestens drei Stunden Verspätung hat. Zum Glück geht unser Tauchboot erst morgen! Da wir heute den ersten Bericht auf der Homepage aufschalten wollen, geht die Zeit mit Fotos sortieren rasch um. Einem kleinen Buben zeigen wir auch noch unser mitgebrachtes Fotoalbum mit Bildern aus der Schweiz. Er ist ganz hin und weg und kann sich vor allem am Schnee kaum satt sehen. Mit einem Handkuss bedankt er sich zum Abschied bei uns; ca. vierjährig und schon soooo charmant. Die Landung in Sorong ist aus mehreren Gründen spektakulär. Soweit das Auge reicht, ist nur Urwald zu erkennen. Als dann die Landepiste neben dem Flugi auftaucht, sehen wir Kinder, die unserem Jet nach der Landung nachrennen. Der Flughafen ist nicht wirklich eingezäunt und wird also auch als Spielplatz benutzt! Im Hotel machen wir uns sofort auf die Suche nach einem Internetanschluss. Da wir kein indonesisches Handy haben und wir das Passwort via SMS kaufen müssen, ist dies jedoch nicht ganz einfach. Schlussendlich können wir die Receptionistin von unserem Problem überzeugen und sie bestellt mit ihrem Natel für uns den Zugang. Irgendwie gibt es in Indonesien für alles immer eine Lösung!

Das ganze Schiff für uns alleine!

Pünktlich um acht Uhr werden wir vom Divemaster im Hotel abgeholt. Auf der Fahrt an den Hafen erzählt uns John, dass wir die einzigen Gäste seien, welche in den nächsten zehn Tagen die Tauchsafari auf der Putri Papua gebucht haben. Dass dies kein Witz ist, merken wir spätestens als, wir kurze Zeit später ohne andere Touristen mit nur gerade acht Begleitern im Hafen ablegen. Was wollen wir mehr: ein Schiff ganz für uns alleine in einem Tauchgebiet, welches zu den zehn besten Tauchplätzen der Welt gehört. Zum Start stehen heute bereits zwei Tauchgänge auf dem Programm. Der erste ist wie immer ein Check-Dive, welcher uns das Tauchfeeling wieder näher bringen soll. Es dauert nur ein paar Atemzüge und wir fühlen wir uns sofort wieder wohl unter Wasser.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Nudibranch

Der zweite Tauchgang wird dann bereits zu einem kleinen Highlight. Der Tauchplatz ist derart fischreich, dass wir vor lauter Fischen gar nicht mehr wissen, wohin wir schauen sollen: WOW! Wenn dies so weitergeht, hat sich der „Ausflug“ ans andere Ende der Welt definitiv mehr als gelohnt.

Manta!

Kurz nach sieben Uhr gibt es Tagwach. Noch vor dem Frühstück sind wir im Wasser. Nach wenigen Minuten können Odi und ich gleichzeitig einen Manta erkennen, welcher direkt auf uns zu schwimmt.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Manta

Wir können unser Glück kaum fassen und sind hin und weg vom ersten Manta, der uns beim Tauchen begegnet. Auch sonst ist der Tauchplatz spitze. Überall gibt es etwas zu sehen: viele ganz kleine Tierchen, viele Fischschwärme, Haie, usw. – kurz: einfach so ziemlich alles was das Taucherherz glücklich macht! Vor dem Mittag tauchen wir wieder ab und haben ein bisschen weniger Fischglück. Aber der Dive ist trotzdem toll. Am Nami kämpfen wir dann vor allem mit der Strömung. Diese ist derart stark, dass mir nach 50 Minuten sogar die Luft ausgeht. Vor dem Nachttauchgang besuchen wir das Resort, welches zur gleichen Firma gehört, wie unser Boot. Hier merkt man ganz deutlich, dass Raja Ampat als Tauchdestination immer wie beliebter wird. Es wird wie wild gebaut und gebaut. Auf dem Nachttauchgang haben wir dann nochmals Fischglück. John findet einen „Walking Shark“. Diesen Kollegen gibt es sonst auf der ganzen Welt nirgends zu sehen! Damit wäre der zweite Tag auf dem Boot auch schon vorbei. Ach und ja, haben wir schon erzählt, dass wir ein ganzes Boot für uns gaaaaaanz alleine haben??? (Diese Tatsache ist zu unserem „Running Gag“ geworden und wir lachen uns mehrmals pro Tag halb krumm deswegen… :-))

Unsere Crew

Heute gehört der Tagebucheintrag den Jungs auf unserem Schiff, welche sich den ganzen Tag vorzüglich um unser Wohl kümmern. Wie ich bereits erwähnt habe, gehören total acht Personen zur Crew. Die Aufgaben sind wie folgt unter ihnen aufgeteilt.

  • Divemaster (John)
  • Chefkoch (Koman II)
  • Hilfskoch (Made)
  • „Butler“, der das Essen bringt, den Tisch abräumt und unser Zimmer sauber hält (Elias)
  • Böötlifahrer, der uns im Zodiac immer zu den Divespots und wieder zurück bringt (Subi)
  • Kapitän (Ghandi)
  • Tauchflaschenauffüller (Koman I)
  • Mechankiker, der dafür sorgt, dass unser Schiff immer schön fährt (Sony)

Die Jungs sind alle sehr zurückhaltend, hilfsbereit und ober anständig. Jeder Wunsch wird uns förmlich von den Lippen abgelesen. Man könnte fast sagen, dass der Prinz und die Prinzessin from Switzerland sehr gut versorgt sind :-).
Sonst gibt es vom heutigen Tag noch folgendes zu berichten: drei Tauchgänge, zwei Mal mit extrem viel Strömung, VBF (= viele bunte Fische), viele Haie, eine Adlerroche, ein Schwarm riesiger Bumphead-Papagaienfische und vieles mehr. Am Abend gehen wir schliesslich noch so richtig „dick“ in den Ausgang. Da wir am Pier das Dive Resorts angelegt haben, gibt es das Decko-Bierchen heute auf der Terrasse des Resorts – prost!

Manta’s!!!

Voller Vorfreude hüpfen wir aus der Kajüte. Die ersten beiden Tauchgänge sind am Manta-Point geplant. Hier sollen sich die eleganten Tiere oft und gerne von den Putzerfischen reinigen lassen. Ob sie sich heute wohl blicken lassen? Kaum unter Wasser schwimmt tatsächlich ein erster Manta an uns vorbei. Wir beziehen sofort Position, damit wir den riesigen Fisch beobachten können. Bald darauf folgt sogar auch noch ein zweiter. Als die beiden kurze Zeit später wieder abhauen, widmen wir uns den ganz kleinen Dingern, welche ebenfalls unter Wasser zu Hause sind. Auch das Pygmy Seahorse hat nämlich seinen Reiz. Der Grössenunterschied könnte eindrücklicher kaum sein: auf der einen Seite die Manta’s mit einer Spannweite von ca. 3 Metern und auf der anderen Seite das Pygmy Seahorse, welches gerade mal so gross ist wie mein kleinster Fingernagel.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Pygmy Seahorse

Gegen Ende des Tauchgangs kommen dann die Manta’s wieder zurück. Und sie bringen auch gleich noch zwei Kollegen mit. Zu viert kurven sie majestätisch um uns herum: ober-affen-geil (sorry…)!!! Der zweite Tauchgang wird dann sogar noch besser. Wir tauchen ab und sind sofort von sechs Manta’s umgeben. Eine geschlagene Stunde schauen wir ihnen zu und saugen diesen Augenblick so richtig in uns auf – SUPER! Obwohl auch die beiden darauf folgenden Tauchgänge viel zu bieten haben, sind und bleiben die Manta’s am heutigen Tag einfach unschlagbar!

Ein normaler Tag an Bord der M.V. Putri Papua

Damit ihr eine Vorstellung über unsere Aktivitäten an Bord der Putri Papua bekommt, nachfolgend die Beschreibung eines ganz normalen Tagesablaufes:
Aufstehen; Kaffee trinken und Güetzi essen; 1. Tauchgang; frühstücken; lesen (= Karin) resp. Fotos des ersten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); 2. Tauchgang; Zmittag essen, lesen (= Karin) resp. Fotos des zweiten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); kurzes Nickerchen; 3. Tauchgang, Zvieri essen; lesen (= Karin) resp. Fotos des dritten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); 4. Tauchgang (= Nachttauchgang, machen wir nur jeden zweiten Tag); duschen; Znacht essen; lesen (= Karin) resp. Fotos des vierten Tauchganges bearbeiten (= Odi); Tagebuch schreiben (= Karin) resp. Lesen (= Odi); ins Bett hüpfen.
Wer jetzt denkt, dass dies langweilig sei, der täuscht sich gewaltig. Die Tage gehen wie im Nu vorbei und wir können kaum glauben, dass bereits mehr als die Hälfte des Tauchtrips um ist.

Die M.V. Putri Papua

Heute ist wieder ein ganz normaler Tag auf der Putri Papua (s. oben). Da es nichts aussergewöhnliches zu berichten gibt, nachfolgend für alle Interessierten ein paar Infos zu unserem Schiff:
An Board gibt es fünf Kabinen für insgesamt neun Personen. Alle sind mit Klimaanlage und eigenem Bad ausgerüstet. Da wir ja bekanntlich alleine auf dem Schiff sind – ja genau, wir sind ganz alleine!!! – haben wir die grösste Kabine bekommen. Dies bedeutet, dass wir eine 3er Kabine mit einem Doppel- und einem Einzelbett bezogen haben.
Weiter gibt es auch einen Aufenthaltsraum mit zwei Tischen. Den einen haben wir zu unserem Esstisch ernannt und den anderen zu unserem Bürotisch.
Natürlich gibt es auch ein Sonnendeck. Dort stehen uns drei Liegestühle zur Verfügung. Wir kommen also gut aneinander vorbei… :-).
Schliesslich gibt es noch zehn Plätze, wo die Tauchutensilien parat liegen. Auch hier kommen wir einander somit nie in die Quere.
An dieser Stelle sollen auch einige technische Angaben nicht vorenthalten werden:
Länge 26.12 m
Masthöhe 5.48 m
Topspeed 9 Knoten
Pferedestärke 270 PS.
Und ja, falls etwas schiefgehen sollte: es hat zwei Rettungsboote, vier Rettungsboien und 30 Schwimmwesten. Auch das sollte also für uns zwei knapp reichen :-).
Das einzige Problem, welches sich langsam aber sicher abzeichnet, ist, dass unser Ghetto jeden Tag ein bisschen grösser wird. Da wir bekanntlich die einzigen Gäste sind, können wir alles liegen lassen und irgendwie wird es von Tag zu Tag schwieriger unsere sieben Sachen wieder finden. Überall liegt ein bisschen etwas von uns rum…

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Coral

Logbuch

Ein Auszug aus dem Logbuch:

Tauchgang: 195 resp. 205
Tauchplatz: Mbraimuk Reef II
Maximale Tiefe: 24 m
Durchschnittliche Tiefe: 17 m
Tauchzeit: 56 Minuten
Diverses: Sehr starke Strömung, 3 Pygmy Seahorses (Hippocampus bargibanti) an einer Koralle, ein White Dip Shark mit einem gelben Fisch im Mund, Wobbegong Hai, Muräne, Blackbanded Seasnake, Turtel, Lionfish, viele verschiedene Nacktschnecken, Skorpionfisch, viele Quallen (die nicht brennen!), Nemo’s en masse, VBF (= viele bunte Fische – kleine und grosse) und vieles mehr



Auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen

John macht sich seit ein paar Dives einen Spass daraus uns praktisch nichts mehr aktiv zu zeigen. Stattdessen findet er, dass wir das Zeugs langsam aber sicher selber finden müssten. Die meisten Viecher finden wir effektiv auch. Doch beim Pygmy Seahorse scheitern wir immer noch kläglich. Minutenlang starren wir wie doof auf die Koralle und versuchen das ultimativ kleine Ding zu entdecken. Für uns ist es wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir müssen immer wieder kapitulieren und uns schliesslich das Tier von ihm zeigen lassen. Heute begegnet uns unter Wasser auch eine neue Spezies: Taucher! Bis dato waren wir an jedem Tauchplatz alleine. Umso komischer, dass nun auch noch andere um uns herum „schwaderen“. Herr Odermatt hatte heute unter Wasser noch eine weitere neuartige Begegnung. Er ist derart vertieft ein gutes Foto von einer Nacktschnecke zu schiessen, dass er doch tatsächlich in einen Skorpionfisch greift.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Nudibranch

Zum Glück ist das Teil nur ein bisschen giftig…

Zurück nach Sorong

Die Tauchsafari auf der Putri Papua geht langsam aber sicher dem Ende entgegen. Zum Abschluss machen wir nochmals zwei Dives. 29 Tauchgänge und unzählige tolle (Unterwasser-)Erlebnisse später treffen wir wieder in Sorong ein. Obwohl wir alles gepackt haben, teilt uns John mit, dass wir noch eine Nacht an Board bleiben dürfen. Wir haben eigentlich nicht damit gerechnet, doch da die Safari offiziell erst morgen endet und wir hier „gratis“ ein Bett sowie zu futtern und trinken haben, bleiben gerne noch eine Nacht in unserer Kajüte. Übrigens war die Suche nach der Nadel im Heuhaufen heute erfolgreich. Ich habe endlich das erste Pygmy Seahorse selber gefunden!

Ozeanmania à la Odermatt

Heute gehen wir definitiv von Board. Der Abschied von der Crew ist kurz aber herzlich. Die Jungs haben sich in den letzten zehn Tag wirklich ausgezeichnet um uns gekümmert. Im Hotel geniessen wir erstmals das grosse und geräumige Zimmer und zerlegen unser Gepäck in sämtliche Einzelteile. Es muss wieder einmal etwas Ordnung geschafft werden! Da es in Sorong genau gar nichts zum Besichtigen gibt, setzen wir uns einfach in einen Minibus und fahren ans andere Ende des Kaffs. Dort gibt es ein Bier mit Meersicht, bevor wir mit dem öV wieder retour ins Hotel fahren. Schliesslich treffen wir auch noch die Endauswahl der Bilder, welche ins Internet kommen sollen.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Transparent Shrimp

Da wir uns kaum entscheiden können, stellen wir die Gallery unter das Motto „Ozeanmania à la Odermatt“. Viel Spass beim vergleichen der Migros-Bildli. Das eine oder andere ist sicher an beiden Orten zu finden.

Short cut zu den Bildern