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West Papua (Raja Ampat)

Short cut zu den Bildern

Auf nach Sorong

Um kurz vor fünf Uhr werden wir vom Iman in der Moschee neben dem Hotel geweckt. Zum Glück können wir noch einen Moment liegen bleiben… Am Flughafen holen wir zuerst unser Tauchgepäck. Wir sind froh, die Tasche unbeschadet in Empfang nehmen zu können. Beim Checkin erfahren wir schliesslich, dass unser Flug mindestens drei Stunden Verspätung hat. Zum Glück geht unser Tauchboot erst morgen! Da wir heute den ersten Bericht auf der Homepage aufschalten wollen, geht die Zeit mit Fotos sortieren rasch um. Einem kleinen Buben zeigen wir auch noch unser mitgebrachtes Fotoalbum mit Bildern aus der Schweiz. Er ist ganz hin und weg und kann sich vor allem am Schnee kaum satt sehen. Mit einem Handkuss bedankt er sich zum Abschied bei uns; ca. vierjährig und schon soooo charmant. Die Landung in Sorong ist aus mehreren Gründen spektakulär. Soweit das Auge reicht, ist nur Urwald zu erkennen. Als dann die Landepiste neben dem Flugi auftaucht, sehen wir Kinder, die unserem Jet nach der Landung nachrennen. Der Flughafen ist nicht wirklich eingezäunt und wird also auch als Spielplatz benutzt! Im Hotel machen wir uns sofort auf die Suche nach einem Internetanschluss. Da wir kein indonesisches Handy haben und wir das Passwort via SMS kaufen müssen, ist dies jedoch nicht ganz einfach. Schlussendlich können wir die Receptionistin von unserem Problem überzeugen und sie bestellt mit ihrem Natel für uns den Zugang. Irgendwie gibt es in Indonesien für alles immer eine Lösung!

Das ganze Schiff für uns alleine!

Pünktlich um acht Uhr werden wir vom Divemaster im Hotel abgeholt. Auf der Fahrt an den Hafen erzählt uns John, dass wir die einzigen Gäste seien, welche in den nächsten zehn Tagen die Tauchsafari auf der Putri Papua gebucht haben. Dass dies kein Witz ist, merken wir spätestens als, wir kurze Zeit später ohne andere Touristen mit nur gerade acht Begleitern im Hafen ablegen. Was wollen wir mehr: ein Schiff ganz für uns alleine in einem Tauchgebiet, welches zu den zehn besten Tauchplätzen der Welt gehört. Zum Start stehen heute bereits zwei Tauchgänge auf dem Programm. Der erste ist wie immer ein Check-Dive, welcher uns das Tauchfeeling wieder näher bringen soll. Es dauert nur ein paar Atemzüge und wir fühlen wir uns sofort wieder wohl unter Wasser.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Nudibranch

Der zweite Tauchgang wird dann bereits zu einem kleinen Highlight. Der Tauchplatz ist derart fischreich, dass wir vor lauter Fischen gar nicht mehr wissen, wohin wir schauen sollen: WOW! Wenn dies so weitergeht, hat sich der „Ausflug“ ans andere Ende der Welt definitiv mehr als gelohnt.

Manta!

Kurz nach sieben Uhr gibt es Tagwach. Noch vor dem Frühstück sind wir im Wasser. Nach wenigen Minuten können Odi und ich gleichzeitig einen Manta erkennen, welcher direkt auf uns zu schwimmt.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Manta

Wir können unser Glück kaum fassen und sind hin und weg vom ersten Manta, der uns beim Tauchen begegnet. Auch sonst ist der Tauchplatz spitze. Überall gibt es etwas zu sehen: viele ganz kleine Tierchen, viele Fischschwärme, Haie, usw. – kurz: einfach so ziemlich alles was das Taucherherz glücklich macht! Vor dem Mittag tauchen wir wieder ab und haben ein bisschen weniger Fischglück. Aber der Dive ist trotzdem toll. Am Nami kämpfen wir dann vor allem mit der Strömung. Diese ist derart stark, dass mir nach 50 Minuten sogar die Luft ausgeht. Vor dem Nachttauchgang besuchen wir das Resort, welches zur gleichen Firma gehört, wie unser Boot. Hier merkt man ganz deutlich, dass Raja Ampat als Tauchdestination immer wie beliebter wird. Es wird wie wild gebaut und gebaut. Auf dem Nachttauchgang haben wir dann nochmals Fischglück. John findet einen „Walking Shark“. Diesen Kollegen gibt es sonst auf der ganzen Welt nirgends zu sehen! Damit wäre der zweite Tag auf dem Boot auch schon vorbei. Ach und ja, haben wir schon erzählt, dass wir ein ganzes Boot für uns gaaaaaanz alleine haben??? (Diese Tatsache ist zu unserem „Running Gag“ geworden und wir lachen uns mehrmals pro Tag halb krumm deswegen… :-))

Unsere Crew

Heute gehört der Tagebucheintrag den Jungs auf unserem Schiff, welche sich den ganzen Tag vorzüglich um unser Wohl kümmern. Wie ich bereits erwähnt habe, gehören total acht Personen zur Crew. Die Aufgaben sind wie folgt unter ihnen aufgeteilt.

  • Divemaster (John)
  • Chefkoch (Koman II)
  • Hilfskoch (Made)
  • „Butler“, der das Essen bringt, den Tisch abräumt und unser Zimmer sauber hält (Elias)
  • Böötlifahrer, der uns im Zodiac immer zu den Divespots und wieder zurück bringt (Subi)
  • Kapitän (Ghandi)
  • Tauchflaschenauffüller (Koman I)
  • Mechankiker, der dafür sorgt, dass unser Schiff immer schön fährt (Sony)

Die Jungs sind alle sehr zurückhaltend, hilfsbereit und ober anständig. Jeder Wunsch wird uns förmlich von den Lippen abgelesen. Man könnte fast sagen, dass der Prinz und die Prinzessin from Switzerland sehr gut versorgt sind :-).
Sonst gibt es vom heutigen Tag noch folgendes zu berichten: drei Tauchgänge, zwei Mal mit extrem viel Strömung, VBF (= viele bunte Fische), viele Haie, eine Adlerroche, ein Schwarm riesiger Bumphead-Papagaienfische und vieles mehr. Am Abend gehen wir schliesslich noch so richtig „dick“ in den Ausgang. Da wir am Pier das Dive Resorts angelegt haben, gibt es das Decko-Bierchen heute auf der Terrasse des Resorts – prost!

Manta’s!!!

Voller Vorfreude hüpfen wir aus der Kajüte. Die ersten beiden Tauchgänge sind am Manta-Point geplant. Hier sollen sich die eleganten Tiere oft und gerne von den Putzerfischen reinigen lassen. Ob sie sich heute wohl blicken lassen? Kaum unter Wasser schwimmt tatsächlich ein erster Manta an uns vorbei. Wir beziehen sofort Position, damit wir den riesigen Fisch beobachten können. Bald darauf folgt sogar auch noch ein zweiter. Als die beiden kurze Zeit später wieder abhauen, widmen wir uns den ganz kleinen Dingern, welche ebenfalls unter Wasser zu Hause sind. Auch das Pygmy Seahorse hat nämlich seinen Reiz. Der Grössenunterschied könnte eindrücklicher kaum sein: auf der einen Seite die Manta’s mit einer Spannweite von ca. 3 Metern und auf der anderen Seite das Pygmy Seahorse, welches gerade mal so gross ist wie mein kleinster Fingernagel.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Pygmy Seahorse

Gegen Ende des Tauchgangs kommen dann die Manta’s wieder zurück. Und sie bringen auch gleich noch zwei Kollegen mit. Zu viert kurven sie majestätisch um uns herum: ober-affen-geil (sorry…)!!! Der zweite Tauchgang wird dann sogar noch besser. Wir tauchen ab und sind sofort von sechs Manta’s umgeben. Eine geschlagene Stunde schauen wir ihnen zu und saugen diesen Augenblick so richtig in uns auf – SUPER! Obwohl auch die beiden darauf folgenden Tauchgänge viel zu bieten haben, sind und bleiben die Manta’s am heutigen Tag einfach unschlagbar!

Ein normaler Tag an Bord der M.V. Putri Papua

Damit ihr eine Vorstellung über unsere Aktivitäten an Bord der Putri Papua bekommt, nachfolgend die Beschreibung eines ganz normalen Tagesablaufes:
Aufstehen; Kaffee trinken und Güetzi essen; 1. Tauchgang; frühstücken; lesen (= Karin) resp. Fotos des ersten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); 2. Tauchgang; Zmittag essen, lesen (= Karin) resp. Fotos des zweiten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); kurzes Nickerchen; 3. Tauchgang, Zvieri essen; lesen (= Karin) resp. Fotos des dritten Tauchganges bearbeiten und danach lesen (= Odi); 4. Tauchgang (= Nachttauchgang, machen wir nur jeden zweiten Tag); duschen; Znacht essen; lesen (= Karin) resp. Fotos des vierten Tauchganges bearbeiten (= Odi); Tagebuch schreiben (= Karin) resp. Lesen (= Odi); ins Bett hüpfen.
Wer jetzt denkt, dass dies langweilig sei, der täuscht sich gewaltig. Die Tage gehen wie im Nu vorbei und wir können kaum glauben, dass bereits mehr als die Hälfte des Tauchtrips um ist.

Die M.V. Putri Papua

Heute ist wieder ein ganz normaler Tag auf der Putri Papua (s. oben). Da es nichts aussergewöhnliches zu berichten gibt, nachfolgend für alle Interessierten ein paar Infos zu unserem Schiff:
An Board gibt es fünf Kabinen für insgesamt neun Personen. Alle sind mit Klimaanlage und eigenem Bad ausgerüstet. Da wir ja bekanntlich alleine auf dem Schiff sind – ja genau, wir sind ganz alleine!!! – haben wir die grösste Kabine bekommen. Dies bedeutet, dass wir eine 3er Kabine mit einem Doppel- und einem Einzelbett bezogen haben.
Weiter gibt es auch einen Aufenthaltsraum mit zwei Tischen. Den einen haben wir zu unserem Esstisch ernannt und den anderen zu unserem Bürotisch.
Natürlich gibt es auch ein Sonnendeck. Dort stehen uns drei Liegestühle zur Verfügung. Wir kommen also gut aneinander vorbei… :-).
Schliesslich gibt es noch zehn Plätze, wo die Tauchutensilien parat liegen. Auch hier kommen wir einander somit nie in die Quere.
An dieser Stelle sollen auch einige technische Angaben nicht vorenthalten werden:
Länge 26.12 m
Masthöhe 5.48 m
Topspeed 9 Knoten
Pferedestärke 270 PS.
Und ja, falls etwas schiefgehen sollte: es hat zwei Rettungsboote, vier Rettungsboien und 30 Schwimmwesten. Auch das sollte also für uns zwei knapp reichen :-).
Das einzige Problem, welches sich langsam aber sicher abzeichnet, ist, dass unser Ghetto jeden Tag ein bisschen grösser wird. Da wir bekanntlich die einzigen Gäste sind, können wir alles liegen lassen und irgendwie wird es von Tag zu Tag schwieriger unsere sieben Sachen wieder finden. Überall liegt ein bisschen etwas von uns rum…

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Coral

Logbuch

Ein Auszug aus dem Logbuch:

Tauchgang: 195 resp. 205
Tauchplatz: Mbraimuk Reef II
Maximale Tiefe: 24 m
Durchschnittliche Tiefe: 17 m
Tauchzeit: 56 Minuten
Diverses: Sehr starke Strömung, 3 Pygmy Seahorses (Hippocampus bargibanti) an einer Koralle, ein White Dip Shark mit einem gelben Fisch im Mund, Wobbegong Hai, Muräne, Blackbanded Seasnake, Turtel, Lionfish, viele verschiedene Nacktschnecken, Skorpionfisch, viele Quallen (die nicht brennen!), Nemo’s en masse, VBF (= viele bunte Fische – kleine und grosse) und vieles mehr



Auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen

John macht sich seit ein paar Dives einen Spass daraus uns praktisch nichts mehr aktiv zu zeigen. Stattdessen findet er, dass wir das Zeugs langsam aber sicher selber finden müssten. Die meisten Viecher finden wir effektiv auch. Doch beim Pygmy Seahorse scheitern wir immer noch kläglich. Minutenlang starren wir wie doof auf die Koralle und versuchen das ultimativ kleine Ding zu entdecken. Für uns ist es wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir müssen immer wieder kapitulieren und uns schliesslich das Tier von ihm zeigen lassen. Heute begegnet uns unter Wasser auch eine neue Spezies: Taucher! Bis dato waren wir an jedem Tauchplatz alleine. Umso komischer, dass nun auch noch andere um uns herum „schwaderen“. Herr Odermatt hatte heute unter Wasser noch eine weitere neuartige Begegnung. Er ist derart vertieft ein gutes Foto von einer Nacktschnecke zu schiessen, dass er doch tatsächlich in einen Skorpionfisch greift.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Nudibranch

Zum Glück ist das Teil nur ein bisschen giftig…

Zurück nach Sorong

Die Tauchsafari auf der Putri Papua geht langsam aber sicher dem Ende entgegen. Zum Abschluss machen wir nochmals zwei Dives. 29 Tauchgänge und unzählige tolle (Unterwasser-)Erlebnisse später treffen wir wieder in Sorong ein. Obwohl wir alles gepackt haben, teilt uns John mit, dass wir noch eine Nacht an Board bleiben dürfen. Wir haben eigentlich nicht damit gerechnet, doch da die Safari offiziell erst morgen endet und wir hier „gratis“ ein Bett sowie zu futtern und trinken haben, bleiben gerne noch eine Nacht in unserer Kajüte. Übrigens war die Suche nach der Nadel im Heuhaufen heute erfolgreich. Ich habe endlich das erste Pygmy Seahorse selber gefunden!

Ozeanmania à la Odermatt

Heute gehen wir definitiv von Board. Der Abschied von der Crew ist kurz aber herzlich. Die Jungs haben sich in den letzten zehn Tag wirklich ausgezeichnet um uns gekümmert. Im Hotel geniessen wir erstmals das grosse und geräumige Zimmer und zerlegen unser Gepäck in sämtliche Einzelteile. Es muss wieder einmal etwas Ordnung geschafft werden! Da es in Sorong genau gar nichts zum Besichtigen gibt, setzen wir uns einfach in einen Minibus und fahren ans andere Ende des Kaffs. Dort gibt es ein Bier mit Meersicht, bevor wir mit dem öV wieder retour ins Hotel fahren. Schliesslich treffen wir auch noch die Endauswahl der Bilder, welche ins Internet kommen sollen.

Indonesia, West Papua, Raja Ampat, Transparent Shrimp

Da wir uns kaum entscheiden können, stellen wir die Gallery unter das Motto „Ozeanmania à la Odermatt“. Viel Spass beim vergleichen der Migros-Bildli. Das eine oder andere ist sicher an beiden Orten zu finden.

Short cut zu den Bildern

South Sulawesi

Short cut zu den Bildern

Let’s hit the road again

Wieder einmal steht uns eine längere Auszeit bevor. Fast zwei Monate werden wir in Indonesien, Bangladesh und Indien unterwegs sein. Wir freuen uns sehr!

Mit unglaublich viel Gepäck – wir haben zum ersten Mal das eigene Tauchgepäck dabei – reisen wir bereits am Vorabend nach Genf. Da der Winter in den letzten Tag voll zugeschlagen hat, wollen wir lieber auf Nummer sicher gehen. In den Turnschuhen stampfen wir tapfer durch den Schneematsch zum Hotel. Die Distanz zum Hotel ist weiter als gedacht und wir bekommen nochmals so richtig etwas von der eisigen Kälte ab. Zum Glück haben wir uns für den Abend mit genug Futter und Flüssigem eingedeckt, so dass wir das warme Zimmer nicht mehr verlassen müssen.

Anfänger!

Ganz nach dem Motto “Morgenstund hat Gold im Mund” starten wir so richtig gemütlich in den Tag. Erst am Flughafen merken wir, dass wir vielleicht etwas zu gemütlich unterwegs sind. Als wir die Checkin-Halle betreten, steht nämlich bei unserem Flug bereits “Go to Gate”. Bravo – wir sind noch nicht einmal unser Gepäck los. Dank des unerwarteten Adrenalin-Kicks sind wir nun definitiv wach und suchen im Laufschritt den richtigen Schalter. Noch haben wir keine Ahnung, warum wir viel zu spät sind (der wahre Grund findet sich erst am Abend in Kuala Lumpur) und haben fest das Gefühl, dass Qatar Airways den Flug ohne eine Info an uns um eine Stunde vorverschoben hat. Hätten wir die Boarding-Cards, welche wir bereits zu Hause ausgedruckt haben besser angeschaut, wäre uns dies nicht passiert. Zum Glück nimmt der nette Herr am Checkin das Gepäck noch an und meint zum Schluss ganz süffisant: “Das Boarding hat begonnen. Es wäre gut, wenn Sie nun zum Gate gehen würden”. Okay, das machen wir glatt. Nach einem kurzen Stopover in Doha landen wir um 9 Uhr Ortszeit in Kuala Lumpur. Mit dem Bus fahren wir in die Stadt und geben uns grosse Mühe, dass wir den ersten Blick auf die Petronas Towers nicht verschlafen. Da die Zimmer im Tune Hotel erst ab 14 Uhr bezogen werden können, müssen wir noch über eine Stunde auf das Zimmer warten. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um uns bei einem Bier an die Hitze zu gewöhnen. Nach einem kurzen und erholsame Nickerchen ruft das Znacht. Die Insider unter euch wissen, dass dies ein Stingray sein muss. Mmmhhh, das Fischi ist einmal mehr einfach super! Zurück im Hotel planen wir noch kurz den morgigen Tag. Dabei kommt uns der ausgedruckte Flugplan in die Hände. Und siehe da: die Abflugzeit ab Genf war immer um diese Zeit geplant. Ich habe schlecht und Odermatt gar nicht geschaut… läck sind wir Anfänger :-).

Auf nach Indonesien

Damit uns nicht noch einmal das gleiche wie am Vortag passiert, sind wir frühzeitig unterwegs an den Flughafen. Wir staunen nicht schlecht, LCCT – das Low Cost Carrier Terminal von Air Asia – hat sich von der grauen Maus zu einem richtig gut ausgebauten Flughafen entwickelt. Nach drei Stunden Flug treffen wir in Makassar ein und bekommen sofort das Visa on Arrival. Da wir das Tauchgepäck in den nächsten sechs Tagen nicht mit uns herum schleppen wollen, suchen wir einen Ort, wo wir die schwere Tasche bis zum nächsten Flug aufbewahren können. Im Lost and Found Office kann niemand Englisch und so holen die Jungs kurzerhand einen Schnuri, der gut Englisch spricht. Er zeigt uns die Gepäckaufbewahrungsstelle und schon wir sind die Tauchausrüstung gegen ein paar Fränkli los. Der Schnuri entpuppt sich natürlich als Touristenführer und will uns anschliessend auch noch gleich die voll organisierte Tour andrehen. Und was für ein Zufall, morgen soll auch gleich eine der berühmten Beerdigungen in Tana Toraja, dem Berggebiet von Sulawesi, stattfinden. Da wir das ganze langsam und vor allem alleine angehen wollen, schlagen wir alle Angebote aus und machen uns stattdessen mit dem Taxi (immerhin dieses durfte er schliesslich für uns organisieren) auf in das Zentrum von Makassar. In einem alten Kolonialgebäude finden wir ein Bett für die erste Nacht. Zum Znacht finden wir eine grosse unklimatisierte Halle, welche voll mit Einheimischen ist. Der Fisch, welcher anschliessend auf den Grill kommt, wird direkt beim Eingang aus den Kühlboxen ausgesucht. Wir werfen zwei, drei gekonnte Blicke auf den frischen Fang und kurze Zeit später ist das Znacht bestimmt. Da fast alle Einheimischen von Hand essen, versuchen auch wir den Fisch von Hang zu erlegen. Dies gelingt uns ganz gut. Einzig der Reis will irgendwie nicht so richtig direkt in den Mund. Der Herr Odermatt wird hier übrigens wie uns aus früheren Indonesienreisen bekannt schon wieder an jeder Strassenecke nett angelächelt und gegrüsst. Einzig ein kleiner Jung ist nicht ganz so nett und zeigt ihm mit einem big smile auf dem Gesicht den Stickefinger und ruft dazu ganz laut “Fuck you”. Ob er weiss, was er genau gesagt hat, bleibt sein Geheimnis.

Foto, Foto in Pare-Pare

Der Tag beginnt gut. Gleich der erste Taxichauffeur will ohne Aufforderung den Taxameter einschalten – praktisch eine Premiere in Asien. Beim Busterminal angekommen, werden wir sofort zum richtigen Bus geführt. Dumm nur, dass dieser noch vollkommen leer ist. Von früheren Reisen wissen wir, dass dieser erst losfährt, wenn auch der letzte Platz besetzt ist. Heute ist aber irgendwie alles anders und so fahren wir rund eine halbe Stunde später halb leer los. Unsere Mitfahrer haben viel Freude an uns und Dank Mimik und Gestik können wir sogar ein bisschen miteinander kommunizieren. In Pare-Pare angekommen, nimmt sich uns ein Mitpassagier an. Er bringt uns mit einem Pete-Pete (kleiner Minibus) direkt in ein super Hotel und will erst noch keinen Cent dafür. Praktisch wieder eine Premiere in Asien, denn sonst kostet hier alles immer irgendwie etwas. Im Kaff selber ist nichts los und so sind wir bald die Hauptattraktion. An jeder Strassenecke werden wir freundlich begrüsst und angelächelt. Ein paar Mal sind alle sogar derart erfreut ab unserem Anblick, dass wir längere Fotosessions einlegen müssen. Überall werden die Handys gezückt und Fotos in jeder erdenklichen Kombination von uns und den Anwesenden geschossen. Auch wir haben dabei viel Spass und machen natürlich auch einige Fotos. Zum Znacht gibts Nasi Goreng an der Meerespromenade. Das feine Essen kostet gerade mal einen Franken pro Person. Für die Einheimischen ein fairer Preis, für uns ein Klacks.

Relax!

Für einmal hat der Planet nicht recht! Obwohl es in der Travellerbibel heisst, dass hier immer wieder Busse in Richtung Norden fahren, kommt heute irgendwie keiner. Wir beschliessen unser Glück beim offiziellen Busterminal zu versuchen. Obwohl dieses riesig ist, lässt sich jedoch auch hier weit und breit kein Bus finden. Stattdessen werden wir von einem fürsorglichen älteren Herrn informiert, dass der nächste Bus in rund drei Stunden fährt. Er kommentiert das ganze mit einem coolen “Relax”. Das machen wir dann auch und die drei Stunden gehen Dank der mitgebrachten Lektüre im Nu vorbei. Mit Bettina aus dem Gwatt (!) nehmen wir schliesslich die fünf Stunden nach Rantepao unter die Räder. An unserem Ziel angekommen, werden wir von den Busjungs direkt zum gewünschten Hotel chauffiert. Das nennen wir einen Service!

Indonesia, Sulawesi, Rantepao, Rice Paddies

Auf dem Spaziergang durchs Dorf quatscht uns ein Guide an. Er meint, dass morgen eine der berühmten Beerdigungen in der Umgebung stattfindet und er Zeit habe (natürlich hat er Zeit, quatschend Guides haben immer Zeit…), uns dorthin zu begleiten. Nach dem Znacht nehmen wir sein Angebot an und verabreden uns mit Immanuell, der übrigens ganz passabel Deutsch spricht, für morgen um acht Uhr.

Nichts für schwache Nerven

Der heutige Tag wird makaber, aber unvergesslich. Zart Besitteten wird das Weiterlesen nur bedingt empfohlen!
In einem Minibus für uns alleine verlassen wir Rantepao in Richtung Norden. Unser Ziel ist der Norden von Tana Toraja. Das Gebiet ist unter anderem für seine speziellen Beerdigungen bekannt. Stirbt ein Mensch wird er im Wohnzimmer aufgebahrt, bis die Familie genug Geld zusammen hat, um ein grosses Fest mit Opfergaben zu feiern. Dies kann bis zu mehr als einem Jahr dauern. Für das Leben nach dem Tod werden den Verstorbenen bei der Beerdigungen so viele Tiere wie der Rang der Familie es verlangt, mit auf den Weg gegeben. Das Fest selber dauert ebenfalls je nach Familie bis zu sechs Tage. Immanuell bringt uns zuerst in ein Dorf, wo die Feierlichkeiten gerade erst begonnen haben. Die Menschen strömen in Scharen herbei und jeder bringt irgendeine Spende, zum Beispiel ein lebendiges Schwein oder auch einfach nur Esswaren und Getränke, mit. Als wir eintreffen, liegt bereits ein toter Wasserbüffel auf dem Platz und wir werden gebeten bei der Trauerfamilie in einem sogenannten Ricebarn (Spicher, in dem das geerntete Reis aufbewahrt wird) Platz zu nehmen. Diese Ricebarns sind rund um den Platz gebaut und wo es für die Festivitäten keine solche gibt, wird im Vorfeld kurzerhand eine Art Tribüne aus Bambus aufgestellt. Vor unseren Augen wird der Wasserbüffel schliesslich in Einzelteile zerlegt. Das Fleisch wird anschliessend unter den Dorfchefs gleichmässig aufgeteilt. Unsere Befürchtungen, dass die Beerdigung wie bei uns zu Hause eine sehr traurige Angelegenheit ist, bewahrheiten sich zum Glück nicht. Da die Verstorbenen meist schon seit längerer Zeit verschieden sind, ist die Zusammenkunft eher mit einem Dorffest zu vergleichen. Immer wieder werden nun auch die Schweine auf den Platz gebracht. Doch da heute der erste Tag des Festes ist, finden während unserer Anwesenheit keine weiteren Opfergaben mehr statt. Nach rund einer Stunde, in der wir übrigens mit allen möglichen Köstlichkeiten verpflegt werden, verlassen wir das Fest wieder und fahren ein Dorf weiter. Und nun kommt das makabere… Hier ist die Beerdigung bald zu Ende und der grosse Höhepunkt naht sogleich. Kaum sind wir angekommen, werden zwölf Wasserbüffel auf den Platz geführt. Wie auf Kommando legen die Jungs schliesslich los und die Büffel werden unter lautem Gejohle der Zuschauer geopfert. Durch einen Schnitt in die Kehle verenden die Tiere nach und nach. Ganze zehn Minuten dauert es, bis alle zwölf Wasserbüffel tot auf dem Platz liegen. An dieser Stelle muss wohl nicht speziell erwähnt werden, dass bei der ganzen Sache ziemlich viel Blut fliesst resp. spritzt. Unter dem Aspekt, dass es sich hierbei um eine alte Tradition handelt, überstehen wir das ganze unbeschadet, wenn auch ziemlich nachdenklich. Als fader Beigeschmack bleibt das Gefühl, dass es hierbei weniger um die Beerdigung als vielmehr um das Gemetzel an und für sich geht. Wir haben versucht nur die harmloseren Bilder in der Gallery aufzuschalten und hoffen, dass uns dies einigermassen gelungen ist. Den Interessierten unter euch zeigen wir sonst die anderen Bilder gerne bei Gelegenheit persönlich. Im nächsten Dorf geht es zum Glück wieder etwas gesitteter zu und her: wir treffen auf eine Hochzeit. Spontan werden wir auch gleich zum Zmittag eingeladen. Bis das Brautpaar eintrifft und wir das Festmahl verspeisen können, müssen wir uns aber noch einen Moment gedulden.

Indonesia, Sulawesi, Village, Chicken

Während die geladenen Gäste in den Ricebarns auf ihre Ankunft warten, werden die beiden in der Kirche vermählt. Als das Brautpaar schliesslich mit dem geschmückten Auto eintrifft, folgen einige Festreden, bevor schliesslich das Essen beginnt. Interessant ist, dass die Brautleute selber nichts zu Essen bekommen. Stattdessen laufen sie an den Ricebarns vorbei, um die Gäste willkommen zu heissen. Bevor sich alle nach dem Zmittag auch schon wieder aus dem Staub machen, wird den Brautleuten zum Abschluss des Festes noch mehr oder weniger herzlich gratuliert. Der Rest des Ausfluges wird ruhig und wir können uns auf die schöne Landschaft konzentrieren. Darüber sind wir nicht ganz unglücklich, ist doch die Tagesportion an fremder Kultur für heute definitiv erschöpft.

Tana Toraja

Heute wollen wir die Gegend um Rantepao selbständig erkunden. Dazu mieten wir ein Motorbike und fahren in den Süden. Im Unterschied zu den Steingräbern im Norden, wo als letzte Ruhestätte ein Loch in die riesigen Steine geschlagen wird, finden die Verstorbenen im Süden im Sarg entweder in Höhlen oder an Felswänden ihre letzte Ruhestätte. Je tiefer in der Höhle resp. je höher am Felsen der Sarg gelagert wird, desto reicher ist die Familie. Berühmt sind hier auch die Tau-Tau’s. Die Steinfiguren symbolisieren die Toten und werden an den Felswänden auf einer Art Balkon aufgestellt. Nun haben wir aber definitiv genug vom Totenkult gesehen und geniessen nochmals so richtig die tolle Landschaft. Auf dem Töffli tuckerln wir auf holprigen Nebenstrassen durch die Gegend und halten oft an, um Fotos zu machen.

Indonesia, Sulawesi, Rantepao, Farmer

Auch hier werden wir immer wieder winkend begrüsst und wir sind einmal mehr überwältigt ab der Freundlichkeit der Menschen. An dieser Stelle soll auch die unglaubliche Ehrlichkeit der Sulawesi’s erwähnt werden. Mehrere Male haben wir zum Beispiel zu viel Geld hingegestreckt und jedes mal haben wir postwendend alles sofort zurück erhalten – dies auch, obwohl wir niemals merken würden, wenn sie uns wegen der paar Rappen übers Ohr hauen. Odi’s Fahrkünste sind übrigens nicht mehr weit von denen der Indonesier entfernt. Ganz nach Art der Einheimischen fährt er auch schon mitten über Baustellen und bringt uns vor dem grossen Regen sicher wieder zurück ins Guesthouse.

Fröhliche Sulawesis

Unsere Zeit in Rantepao geht heute zu Ende. Da wir morgen ab Makassar weiter in Richtung West Papua fliegen, verlassen wir die eindrückliche Gegend wieder. Der Bus fährt mit rund 30 Minuten Verspätung ab. Bis schlussendlich alle eingesammelt sind, haben wir bereits satte zwei Stunden Verspätung. Gelassen nehmen wir dies sowie die nächsten acht Stunden Fahrt hin. Als wir in Makassar einfahren, springen wir spontan an einer Strassenecke aus dem Bus. Vis-à-vis haben wir ein Hotel entdeckt und da das Zentrum fast 30 Kilometer vom Flughafen entfernt ist, macht es Sinn, wenn wir etwas ausserhalb ein Zimmer beziehen. In einem einfachen Restaurant ein paar Meter weiter, finden wir auch noch etwas zu essen. Doch bevor wir die Suppe und den Reis aus dem Bananenblatt verspeisen können, ist wieder einmal eine Fotosession angesagt. Die Studenten sind hin und weg und jeder will ein Foto mit uns. Obwohl sich der Lehrer praktisch im Sekundentakt für seine Schäfchen entschuldigt, kann er es am Schluss auch nicht lassen und wirft sich ebenfalls in Pose. Ein lustiges Völkchen, die Sulawesis!

Short cut zu den Bildern

Thailand Similan & Surin Islands

Short cut zu den Bildern/Images

Ab an die Wärme

Wir lassen die eisige Kälte hinter uns und steigen mit Flop Flop’s und anderen hitzigen Sachen bewaffnet in den Zug nach Frankfurt. Das gelobte Land mit den unzähligen 7’eleven erwartet uns – Thailand wir kommen! Kurz vor dem Erfrierungstod steigen wir pünktlich in das Flugzeug ein. Anschliessend ist Geduld gefragt. Ganze zwei Stunden braucht es bis wir bei der Enteisungsmaschine an der Reihe sind. Schon vor dem Abflug ist somit klar, dass wir den Anschlussflug in Bangkok verpassen werden. Mit einer asiatischen Gelassenheit nehmen wir diese Tatsache hin und geniessen zuerst den super Service von Thai Airways. In Bangkok angekommen, beschäftigen wir gleich mehrere nette Angestellte mit unserem Problem. Ziemlich müde warten wir auf eine Lösung. Obwohl wir einen Air Asia Flug gebucht haben, bekommen wir schliesslich schneller als erwartet einen Weiterflug nach Phuket – und erst noch mit der Thai Airways. Am Schluss müssen wir sogar noch zum Gate joggen, um noch mitzukommen – genug Training für zwei Wochen. Als dann sogar noch unser Gepäck auf dem Rollband in Phuket erscheint, sind wir mehr als zufrieden. Dass die Reflexe von Odi trotz Müdigkeit immer noch sehr gut funktionieren, beweist er als sein Gepäck im Bus dem falschen Touri mitgegeben wird und er urplötzlich schreiend (oohhhuuuu…) durch den Bus rennt. Das ganze geht so zackig über die Bühne, dass ich bis zum Schluss nicht kapiere, um was es eigentlich geht. Entgegen unseren Erwartungen ist Phuket Town (nicht Patong!) eine normale, sympathische thailändische Kleinstadt, die wir nach drei Stunden Schlaf zu Fuss erkunden. Auch das Bier und das Essen in einer Strassenkücke schmecken wie gewohnt ausgezeichent. Unsere Seelen haben ihre Heimat wieder im Nu gefunden! Asien wir lieben dich!

Kao Lak und wenn Frau Fankhauser sich im Datum irrt…

Ausgeschlafen steigen wir in den Bus nach Kao Lak. Auf der Fahrt macht mich Odi darauf aufmerksam, dass er eigentlich immer gemeint habe, dass die Tauchsafari erst am 23. Dezember los geht. Ziemlich irrtiert, beginne ich mit rechnen und komme zu keinem Resultat. In Kao Lak angekommen, bestätigt uns die Tauchschule, dass das Boot effektiv erst morgen losfährt. Hmmmm, damit hätte ich nicht gerechnet… Was soll’s, schliesslich kann man sich hier bestens einen Tag um die Ohren schlagen. Der Strand, die Bars und die Strassenküche sind wunderbar und trotz zahlreichen Neckermann- und TUI-Touristen mehr als aushaltbar.

Auf den Spuren von James Bond

Da wir bekanntlich einen Tag zu früh sind, mieten wir heute spontan einen Roller und machen uns auf den Weg zum berühmten James Bond-Felsen. Wie immer peilen wir die Sehenswürdigkeit nach dem Einkreisverfahren an. Am Hafen angekommen, sind wir erstaunt, dass wir praktisch die einzigen Touristen sind. Was ist hier wohl falsch? Gar nix – ausser dass es ein bisschen schwieriger ist, um den Preis zu feilschen. Durch enge und mit Mangroven gesäumten Wasserstrassen fahren wir zu den riesigen Kalksteinformationen im Meer. Spätestens als wir das Highlight erreichen, wird uns klar, dass wir doch nicht ganz die Einzigen sind. Im Nu sind wir von Touristenhorden umgeben, die alle ein Bild mit sich und dem berühmten Felsen wollen. Uns ist der ganze Auflauf ein bisschen zu viel des Guten, so dass wir bald wieder in unserem Boot sitzen. Auch die weiteren Touristopps lassen wir zur Freude unseres Captains anschliessend gleich aus. Auf dem Heimweg machen wir noch einen kurzen Stopp an einem Noudel Soup-Stand. Die heisse Suppe ist ein wahres Highlight. Es schwimmen ganz viele Wantons drin rum! Den guten Geschmack lassen wir uns auch durch die zahlreichen Ratten, die auf der Suche nach Nahrung wie wild durch die Küche rennen, nicht nehmen. Wie geplant, erreichen wir Kao Lak gegen Ende des Nachmittages. Nach einer erfrischenden Dusche laden wir nochmals alle Akkus auf, packen die Tauchsachen zusammen und warten bis es losgeht mit der Tauchsafari. Gegen neun Uhr abends erreichen wir das Schiff. Als die Kajüten bezogen sind, wird uns die Crew vorgestellt und erklärt, wo auf dem Boot was zu finden ist. Bei einem Bier werden schliesslich die ersten Kontakte geknüpft, bevor Nachtruhe einkehrt. Wir sind sehr gespannt, was uns in den nächsten vier Tage auf der Tauchsafari erwartet!

Tauchsafari I

Da heute vier Tauchgänge anstehen und das erste Tauchbriefing ein bisschen ausführlicher ist, werden wir bereits um kurz nach sechs Uhr geweckt. Im Halbschlaf lassen wir uns durch die zahlreichen Informationen berieseln. Spätestens nach dem Sprung in das kühle Nass werden wir wach. Die Unterwasserwelt ist ganz okay, haut uns verwöhnte Taucher jedoch nicht aus den Flossen. Wieder trocken, verwöhnt uns die Küchencrew mit einem grosszügigen Frühstück. Zu unserer Freude hat es neben Brot, Eier, Speck, Würstchen und Pommes (!!!) auch Reissuppe. Juppie – in den nächsten vier Tagen werden wir 3x pro Tag Reis essen können: zum Zmorge, zum Zmittag und zum Znacht! Da wir in der Nähe einer Insel ankern, haben wir eine Stunde Zeit diese zu erkundigen.

Thailand, Koh Similan, Beach

Odi und ich lassen uns nicht zweimal bitten und nehmen gleich den Weg zum Aussichtspunkt in Angriff. Barfuss kämpfen wir uns den steilen und einem Klettersteig ähnlichen Weg nach oben. Zum Glück hat es da und dort ein paar Seile, an denen wir uns festhalten können. Der Rest des Tages verläuft wie jeder typische Tag an Bord einer Safari: aufstehen, tauchen, Frühstück, relaxen ev. Ausflug auf eine Insel, tauchen, Zmittag, relaxen, tauchen, Zvieri, tauchen, Znacht, Bier trinken, schlafen. So lässt es sich definitiv leben… :-).

Tauchsafari II

Unsere Flucht von Weihnachten scheint nicht ganz aufzugehen. Bereits seit Kao Lak tragen alle Divemaster eine Samichlausmütze, vor dem TV steht ein Mini-Tannenbaum und bei jedem Briefing werden Engel, Päckli und andere typischen Dinge auf das Board gemalt. Und zu guter letzt ist für heute Abend sogar eine Weihnachtsparty angesagt! Im Unterschied zu Weihnachten in der Schweiz sind die Temperaturen jedoch viel, viel angenehmer… :-). Wenn jetzt nur noch unsere Wünsche betreffend Fischsichtungen in Erfüllung gehen würden!

Thailand, Koh Similan, Christmas Tree Worms

Doch leider schwimmt nix aussergewöhnliches an uns vorbei.

Thailand, Koh Similan, Nudibranch

Dafür wird die Party schön feucht-fröhlich.

Tauchsafari III

Während den vier Tagen tauchen wir immer mit Rony und Markus aus Deutschland. Da Rony heute seinen hundersten Tauchgang loggen kann, versuchen wir ihn zu einem Nackttauchgang zu überreden. Wir staunen nicht schlecht, als er dann tatsächlich äusserst spärlich bekleidet ins Wasser springt. Sein Adamskostüm besteht nur aus einer Samichlausenmütze, die durch den Bleigurt an Ort und Stelle gehalten wird. Wir lachen uns halb tod und haben Dank dieser tollen Verkleidung auch unter Wasser ganz schön viel zum Anschauen und Fotografieren. Auf dem zweiten Tauchgang schwimmt dann tatsächlich auch noch eine Adlerroche, ein Hai und eine Schildkröte an uns vorbei.

Thailand, Koh Surin, Squid

Beim Ausflug auf eine Insel muss ich übrigens unter Beweis stellen, dass ich auch ohne WC-Papier das grosse Geschäft erledigen kann. Ich meistere diese Herausforderung ganz asiatisch und mache dafür regen Gebrauch von der für solche Fällen vorgesehenen Duschbrause…

Thailand, Koh Surin, Children

Tauchsafari IV

Bis jetzt hat das Tauchen zwar Spass gemacht, doch hat der ultimative Tauchgang leider gefehlt. Am berühmten Richelieu Rock soll sich dies auf den letzten zwei Tauchgänge der Safari ändern. In der Tat bleibt uns schon beim Abtauchen fast die Luft weg. Vor lauter Fischen wissen wir gar nicht wohin schauen. Es scheint als ob das ganze Fischbuch hier herum schwimmt. Zusätzlich sind die Korallen super farbig und wunderschön.

Thailand, Richelieu Rock, Mantis Shrimp

Emma, unsere Divemasterin, zeigt uns sogar einen Fisch (Ananasfisch), der in unserem Fischbuch nicht zu finden ist. Wow!!! Wen man sich nun noch vorstellt, dass hier auch Mantas und Walhaie vorkommen, dann könnte das Taucherherz glatt stehen bleiben… Mit diesen tollen zwei letzten Tauchgängen geht die Safari langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das Boot bringt uns wieder zum Festland und im Bus werden wir zurück nach Kao Lak gefahren. Unser Fazit: das Tauchen war durchaus okay und das Safarileben auch. Uns hat der Bootsalltag gefallen, wir sind uns jedoch einig, dass wir an Land viel besser schlafen können… :-). Da mit unserer Zimmerreservation etwas nicht geklappt hat, werden wir spontan in ein anderes Hostel verfrachtet. Valeri, das Unikum aus der Tauchgruppe, hat uns das letzte Zimmer unbewusst wegschnappt. Den Rest des Abends verbringen wir mit ein paar Leuten vom Tauchboot. Der Abend wird auch dank Alleinunterhalter Valeri sehr lustig.

Chumphon

Da wir in Asien so gerne mit dem öV unterwegs sind, haben wir beschlossen, den Rückweg nach Bangkok auf die langsame Art und Weise in Angriff zu nehmen. Mit dem Bus verlassen wir Kao Lak und fahren fast sieben Stunden in Richtung Norden. Die Fahrt ist gemütlich, aber frisch – Klimaanlage sei Dank! Das Nachtquartier beziehen wir in Chumphon. Das Städtchen ist uns auf Anhieb sympathisch. Wir begegnen praktisch keinen anderen Tourisen und die Einheimischen sind super nett. Überall werden auf der Strasse irgendwelche Leckereien angeboten. Wir fressen uns praktisch von Stand zu Stand und geniessen die Atmosphäre sehr. Ganz nebenbei organisieren wir auch noch die morgige Weiterfahrt. Eigentlich wollten wir ja mit dem Zug in die nächste Stadt fahren. Doch die Fahrplandichte der Züge konzentriert sich hauptsächlich auf die Nacht, so dass wir uns dann doch wieder einen Platz in einem Bus sichern.

Petchaburi

Die Busfahrt beginnt eher harzig. Wir kurven fast eine Stunde in und um Champhon bis es endlich richtig losgeht. Am Schluss sind alle Plätze belegt und hinter uns hat ein stockbesoffener Thai seinen Platz bezogen. Wir sind froh, dass er bald einschläft und uns so mehr oder weniger in Ruhe lässt. Statt der angekündigten fünf Stunden sitzen wir bis Petchaburi fast sieben im Bus. In Petchaburi angekommen, werden wir irgendwo am Highway aus dem Bus geladen und zum Glück gleich von Mopedtaxis erwartet. Da sich der Tourismus hier auf ein Minimum beschränkt, müssen wir nicht um die Bath feilschen und werden sofort zu einem fairen Preis in die Stadt gefahren. Das Zimmer kostet in dieser Nacht pro Person vier Franken. Dafür müssen wir uns das Bad mit den restlichen Bewohner teilen und das Holzhaus liegt direkt an einer befahrenen Strasse: Backpacker-Feeling pur. Den Rest des Tages schlendern wir durch Petchaburi. Als ich nach einigem Suchen ein Hemd gefunden habe, dass meine nackten Schultern deckt, sind wir ready, um die einige der zahlreichen Tempel von innen zu bestaunen. In einem ist gerade eine Prozession im Gange. Es scheint, als ob sich alle wichtigen Mönche hier versammelt haben, damit die Thais sich für das neue Jahr segnen lassen können. Leider fällt unser nächstes Ziel ins Wasser. Der Hausberg mit seinem Palast hat bereits geschlossen, so dass wir uns am Fusse des Hügels mit ein paar Affen begnügen müssen. Petchaburi ist uns nicht ganz so sympathisch wie Chumphon, hat es hier doch einiges mehr an Verkehr, unendlich viele streunende Hunde und ganz viele Schüler. Das Znacht lassen wir uns im Hostel am Fluss servieren. Der Hausherr ist derart von uns angetan, dass er uns seine ganze Münzsammlung zeigt. Wir sind stolz, dass wir diese mit ein paar Fränkli ergänzen können (wir spenden fast soviel wie eine Übernachtung hier kostet!). Anzumerken gibt es auch noch, dass wir mehr Geld für Bier ausgeben, als die effektive Übernachtung kostet!

Here we are again!

Wie könnte mein Geburtstag besser beginnen: zum Zmorge gibts eine Reissuppe. Das Teil ist nicht nur äusserst nährhaft sondern auch sündhaft günstig und super fein! Ohne Verspätung erreichen wir nach zwei Stunden Fahrt. Während Anderen beim Gedanken an Bangkok das Herz eher langsam in Richtung Hosen rutscht, freuen wir uns unglaublich wieder hier zu sein. Der Taxichauffeur, der uns die letzten Kilometer zum Hotel bringt, staunt nicht schlecht, als ich mehrmals aufgeregt zu klatschen beginne. Home sweet home, here we are again! Nach dem Zimmerbezug in unserem Stammhotel machen wir die kleinen Gassen in Chinatown unsicher. Wir stürzen uns voller Freude in die engsten und überfülltesten Strässchen. Per Boot und Skytrain fahren wir schliesslich in Richtung Lumphini Park. Der Park bietet zwar eine kurze Verschnaufspause in der Megametropole, entpuppt sich aber nicht wirklich als DIE grüne Oase Bangkoks. Daran können auch die zahlreichen Leguane nichts ändern, die im und am dreckigen Teich hausen. Im MBK shoppen wir schliesslich nach Herzenslust. Normalerweise ist Herr Odermatt hier einiges kauflustiger als ich, doch heute schlage ich ihn um Längen. Voll bepackt (wir haben noch nicht alles eingekauft!), fahren wir mit dem Bus retour zum Hotel. Hier treffen wir zum Apero und Znacht Michi vom Tauchboot zu einem gemütlichen Abend. Was gibt’s noch mehr zu schreiben als: We love BKK!

Happy new Year!

Den letzten Tag im Jahr beginnen wir wiederum mit einem Spatziergang durch Chinatown.

Thailand, Bangkok, Buddha

Odi nutzt die Vorzüge seiner neuen Kamera und drückt alle paar Minuten auf den Auslöser. Das Resultat ist in der Gallery zu finden – enjoy! Irgendwo in einem Hinterhof entdecken wir schliesslich einen indischen Tempel. Da Indien wohl eines unserer nächsten Reiseziele sein wird, sind wir der Meinung, dass etwas Weiterbildung in dieser Richtung nicht schaden könnte. Ohne Schuhe dafür mit Kopfbedeckung lassen wir uns von einem Inder durch die Anlage führen. Schade haben wir schon gefrühstückt, denn das herrlich duftende Zmorge, welches uns “for free” angeboten wird, hätte sicher bestens geschmeckt. Auf dem Heimweg landen wir spontan in zwei Shoppingcenter. Hier entdecken wir super billige und erst noch toll geschnittene Jeans. Odi kauft ohne lange zu überlegen vier Paar, ich zwei. Zurück im Hotel werden wir bereits von Eva erwartet. Sie ist einen Monat in Laos, Kambodscha und Thailand unterwegs und hat ihre Reisepläne spontan unseren angepasst. Klar, dass nun erstmals eine Runde gequatscht wird. Den Nami verbringen wir im Kino und schauen uns “Avatar” an. Obwohl einige fast in die Hosen machen vor lauter Cola sind wir alle von diesem 3D (nicht D3 und auch nicht D4…) Spektakel begeistert. Nach dem obligaten Besuch im Skygarden gibt’s Fisch und Muscheln beim Chinesen. Punkt 12 Uhr stehen wir schliesslich auf der Hauptstrasse und begrüssen das neue Jahr. Da der Jahresbeginn der Chinesen erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet, geht die Post nicht soooo sehr ab. Trotzdem werden auch hier ein paar Raketen in den Himmel geschossen und aus mehreren Mündern hören wir ein fröhliches “Happy new year”.

Und tschüss…

Nach einer Nudelsuppe verabschiedet sich Eva in Richtung Krabi. Wir sind ziemlich neidisch, denn heute Abend geht unser Flug zurück in die kalte Schweiz :-(. Bevor es aber soweit ist, machen wir nochmals das MBK unsicher und shoppen hemmungslos. Stirnrunzelnd nehmen wir zur Kenntnis, dass alle Verkäufer super nett sind und uns unbedingt etwas verkaufen wollen. Meist bekommen wir sogar ohne zu fragen einen grösseren Rabatt. Erst nach mehreren getätigten Käufen kapieren wir, um was hier geht. Da heute bekanntlich der 1. Januar ist, will jeder unbedingt viele gute Geschäfte machen. Dies soll sich schliesslich auf das ganze neue Jahr übertragen und gute Einnahmen bringen. Bei einer Dame sind wir die ersten Kunden überhaupt, weshalb sie anschliessend mit dem Geld sogar den ganzen Stand und verschiedene Kleidungsstücke berührt. Zurück im Hotel zeigt sich, dass unsere Tramper mit all der neuen Ware zu platzen drohen. Doch mit ein bisschen mosten, können wir schlieslich alles irgendwie verstauen. Unsere Gepäckkilos haben sich nach den zwei Tagen im MBK praktisch veroppelt… Nach einem letzten Znacht um die Ecke bringt uns das Taxi zum Flughhafen und das Flugzeug nach Frankfurt. Schön war’s…!!!

Short cut zu den Bildern/Images