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Botswana & Zimbabwe

Short cut zu den Bildern

 

Off we go to the Southern Africa

Eine Stunde Verspätung? Kein Problem, wenn wir in Istanbul den Screen anschauen und sehen, dass mind. acht andere Flüge über acht Stunden Verspätung haben. Wir nutzen die Gunst der Stunde und legen uns flach neben eine Horde schlafende Asiaten auf die Bänke. Turkish Airlines enttäuscht nicht und wurde nicht umsonst zur besten Airline von Europa 2011 gewählt: spotbilliger Flug, super Service, nette Crew, feines Essen und das beste Entertainment-System ever. In Jo’burg sind wir im Nu bei der Autovermietung. Harrie und Heather haben für uns den besten 4×4 im ganzen Stall reserviert (obwohl wir diesen nicht reserviert haben und somit auch nicht bezahlen…). Ein überdimensionaler Toyota Landrover mit extra Bodenfreiheit, 150 Liter Tank und allem sonstigen Schnick Schnack erwartet uns. Die Übergabe ist wie bereits beim letzten Mal unkomplimpliziert und so sind wir bald “on the road again”. Nicht unweit nach Beginn der Fahrt müssen wir ein erstes Mal ein Rotlicht überfahren. Brav wie wir sind, halten wir natürlich an. Dass dies allerdings nicht usus ist, merken wir erst als alle um uns anfangen zu hupen. Warum man hier nicht halten sollte, finden wir leider nicht heraus. Wir passieren die Kreuzung jedenfalls ohne weitere Zwischenfälle. Die erste Nacht verbringen wir ca. 250 Kilometer nördlich von Jo’burg auf einem riesigen Campingplatz. Die heutigen Herausforderungen sind: 1. schön und nett diese Bodenfreiheit, aber leider reicht die Leiter nicht bis zum Boden und wir haben nicht genau zugehört, wo die Verlängerung versteckt ist. 2. Der CD-Player spuckt die CD nicht mehr raus. Zum Glück haben wir dieses eine Mal überhaupt an CD’s gedacht… Red Hot Chili Peppers forever ist nun wohl das Motto…

Zurück ins Land der Esel

Noch im Zelt können wir Problem Nummer 1 lösen. Odi merkt beim Erwachen, dass ihn irgendetwas unter der Matratze stört. Und siehe da, hier ist die Verlängerung für die Leiter versteckt. Meine ganz persönliche Herausforderung ist anschliessend, dass ich überhaupt zum Steuerrad und den Pedalen komme. Harrie hat extra für die grossen Männer eine Vorrichtung eingebaut (Odi sitzt ganz vorne!). Dass es aber allenfalls auch noch kleinere Frauen gibt, die eine solche Karre ab und zu fahren, hat er wohl vergessen. Mit allen Jacken am Rückenpolster erreiche ich zum Glück doch irgendwie die Pedale (von morgen an werde ich mir mit einem Kissen helfen…). Kurz nach dem Kaff, wo wir genächtigt haben, erwartet uns die wohl längste Baustelle in Südafrika: 43 Kilometer! Und so wird aus der Abkürzung eher ein Umweg… Nichts desto trotz erreichen wir irgendwann die Grenze und immigrieren relativ zügig (50 Minuten) in Botswana, wo uns bald der erste obligate Esel am Strassenrand begrüsst. Im ersten Ort stocken wir die Vorräte auf. Das Tanklämpli leuchtet schliesslich schon seit einigen Kilometern (nie gut in Afrika…), Geld haben wir auch noch keines und Fleisch sowieso nicht. Diesel und Geld finden wir rasch. Das Fleisch glustet uns weniger (die Kühlregale sind ausgeschaltet und der Geschmack ist doch eher komisch…), so dass wir im nächsten Kaff nochmals anhalten. Hier gibts zwar auch wenig Strom, aber immerhin appetitlicheres Fleisch. Unser Ziel, das Khama Rhino Sanctuary, erreichen wir vor Sonnenuntergang. Hier beginnt nun definitiv das afrikanische Feeling, welches wir so lieben. Ein Stellplatz ganz alleine für uns, ohne irgenwelche Nachbarn in Sichtnähe, ein grosses Feuer und – neu – kein Zaun, um das Camp! Immerhin ein paar Rebhühner, Impalas und Kudu’s erweisen uns die Ehre. Dass das Nashorn nicht vorbei kommt, finde ich eigentlich ganz ok… :-)

Kubu Island

Bevor wir das Rhino Sanctuary hinter uns lassen, machen wir uns natürlich auf die Suche nach den Nashörnern. Ganze sechs Stück der über 40 Einwohner finden wir und sind ziemlich stolz auf unseren Erfolg. Die Dame am Eingangstor meint dazu allerdings nur ganz trocken “Only?”. Die Fahrt nach Kubu Island wird erst auf den letzten 40 km spekatakulär.

Botswana, Kubu Island, Tree

Mitten durchs Nichts, über die Steppe und Pfanne, gehts in Richtung unseres heutigen Ziels. Zum Glück haben wir ein GPS auf dem Handy! Ohne hätten wir das kleine Paradies mitten im Nirgendwo wohl nicht gefunden. Hier gibt es eigentlich genau nichts zu tun ausser die Aussicht auf die Pfanne geniessen, die vielen Baobab Trees bestaunen, die unendliche Ruhe wirken lassen und später die Millionen von Sternen anschauen. Camping-Herz was willst du mehr!
Ps: die CD ist wieder raus. Irgendwie lässt sich in Afrika mit ein bisschen Ausdauer alles reparieren.

Am Ende der Welt

Dank des Windes (wir sind selber schuld, haben wir doch das Aussenzelt nicht sachgemäss befestigt) sind wir sind früh wach und machen uns bald auf den 100 Kilometer langen Weg an die nächste geteerte Strasse. Kubu Island ist wirklich am Ende der Welt und wenn wir ab und zu auf einen kleinen Bauernhof stossen (gemessen an der Anzahl Kühe ist klein zwar das flasche Wort…), ist dies schon eher eine Ausnahme. Irgendwann weiss unser GPS nicht mehr wo wir sind. Da die Strasse aber ganz in Ordnung ist und die Himmelsrichtung nach wie vor stimmt, fahren wir einfach weiter. Am Veteriärzaun müssen wir zu unserer Überraschung den Kühlschrank nicht öffnen. Der Zaunwächter ist vielmehr an einem Aspirin interessiert, da ihm anscheinend der Schädel brummt. Ein guter Deal für uns ist der Kühlschrank doch noch voll mit Zeugs, welches wir sonst immer abgeben mussten. Unterwegs werden wir von einem Bauern angehalten. Bei unserem Anblick beschliesst er spontan ins nächste grössere Kaff zu reisen und bittet uns ihn mitzunehmen. Der Herr spricht etwas English ist aber eigentlich an uns und unserer Herkunft überhaupt nicht interessiert (dies ein grosser Unterschied zu Asien, wo man immer die halbe Lebensgeschichte zum Besten geben darf). Bevor es wirklich weitergeht, fahren wir aber irgendwie noch alle Nachbarn an, um zu fragen, ob die denn auch noch was brauchen aus der Zivilisation. Für uns ist dies eine gute Gelegenheit die Schlumpfbehausungen aus der Nähe anzuschauen. Die Fahrt auf der geteerten Strasse ist danach weitaus weniger spannend, wenn nicht gar langweilig. Kein Dorf, viel Verkehr, viele Baustellen… die einzige Abwechslung ist die wilde Elefantenherde, die direkt neben dem Highway das geliebte Baumfutter zu sich nimmt. Auch in Kasane, unserem Ziel, werden wir gleich von Elefanten und Pumbas begrüsst. Wir können kaum glauben, dass diese einfach im Kaff gleich neben der Hauptstrasse herum laufen. Da wir von zu Hause das Ihaha Camp im Chobe N.P. nicht reservieren konnten (gemäss Lonely Planet sollte man dies ein Jahr im Vorraus machen), versuchen wir unser Glück direkt am Gate. Und siehe da, wir können für morgen tatsächlich eine Reservation machen. Den Rest Tages verbringen wir mit Aufstocken von allerhand nützlichen Dingen. Als die erste Tankstelle uns mitteilt, dass sie keinen Diesel mehr haben, sind wir baff. Na Bravo, und jetzt? Wohl oder übel bleibt uns nichts anderes übrigs als wieder 10 km zurück zu fahren und dort das Auto zu tanken. Der Camping ist wie erwartet nicht mehr ganz so einsam und naturnah. Aber dafür sind wir wieder einmal sauber… schliesslich soll man die Unterhosen nicht länger als drei Tage anbehalten :-) .

Chobe N.P.

Der Chobe N.P. ist eigentlich der einzige Grund, warum wir schon wieder in Botswana sind. Wir haben so viel gutes davon gehört und wollen unbedingt selber einen Blick darauf werfen. Wir werden nicht enttäuscht.

Botswana, Chobe National Park, Bird (flying)

Bereits auf den ersten Metern sind wir fasziniert von diesem Naturparadies. Roter Sand, Steppe, üppige Vegetation und viele Bäume (entweder immer noch ganz in grün oder schon im Indian Summer-Look) am blauen Chobe River. Dazu die vielen Tiere, die uns immer wieder vor die Linse laufen. Einfach wunderbar! Für die ca. 30 km bis zum Camp brauchen wir denn auch über sechs Stunden. Dies nicht nur wegen der vielen Fotostopps. Auch der Weg lädt nicht gerade zum Rasen ein. Die Strassen sind alle naturbelassen. Im Vergleich zu den anderen National Parks, die wir kennen, sogar richtige Tracks. Zum Glück haben wir ein so tolles Auto, welches jede kleinere und grössere Sanddüne und jedes kleinere und grössere Wasserloch problemlos schafft. Der Abend wird fast noch schöner. (Es folgen nun einige nicht jugendfreie Wörter… excusé) Goppverdammi-Heilandstutz ist dies oberaffengeil!!! Wenn mans nicht gesehen hat, kann man es kaum glauben. Mir kommen also beinahe dir Tränen. Das Ihaha Camp (kleine Nebenbemerkung: das Camp ist nicht eingezäunt, am Eingang grast eine Herde Büffel mit ca. 500 Tieren und unser Platz ist direkt am Wasser gelegen, von wo uns die Hippos entgegen grunzen) ist einfach der Hammer! Kurz vor dem Eindunkeln kommen auch noch die Ranger vorbei. Eigentlich erwarten wir nun einige Instruktionen für die Nacht. Aber nein, die netten Herren verkaufen Feuerholz. Ach wie ist das herrlich hier! Beim Znacht erhalten wir weiteren Besuch. Das Hippo hat das Wasser verlassen und läuft am Ufer entlang an unserem Zeltplatz vorbei. Da es stockdunkel ist, können wir leider nichts sehen. Zudem haben unsere Taschenlampe just heute den Geist aufgegeben… Das ganze ist auf jeden Fall spannender als jeder Krimi.

Elefanten soweit das Auge reicht

Heute brauchen wir für das Tierglück ein bisschen Geduld. Die ersten drei Stunden sehen wir so gut wie nix. Wo haben sich die Viecher nur alle versteckt? Wir vertreiben uns die Zeit mit dem Fahren von richtigen Tracks. Quer durch lange Wasserwege kurvt Odi direkt IM Chobe River. Yeppa, er hat viel Freude!

Botswana, Chobe National Park, Bird

Schliesslich stossen wir auf ein Rudel Löwen. Die Fünf liegen faul im Schatten herum und lassen sich von uns überhaupt nicht beeindrucken. Danach ist Elefanten-Time. Wie wenn jemand auf einen Knopf gedrückt hätte, tauchen die Kolosse plötzlich überall auf. Die aktuelle Jahreszeit hat zwei Vorteile: der Himmel ist meistens tiefblau (deshalb all die kitschigen Fotos… und ja, es sieht so aus) und es hat ganz viele Jungtiere. Fast jede Elefantenherde hat so denn auch mindestens ein Baby dabei. Sehr cool (das freut mich mehr…). Am Nami ist haushalten angesagt: einkaufen und waschen. (Insider: schade kann ich das Auto nicht mit dem Besen entstauben. Der Besen fehlt und ist auf dem Teppich eh schwer zu gebrauchen). Und ja, wir haben wieder Taschenlampen!

Victoria Falls

Zeitig erreichen wir die Grenze zu Zimbabwe. Wir haben allerhand üble Geschichten über den Grenzübertritt gehört und sind gespannt was sich denn nun wirklich alles bewahrheitet. Da wir die einzigen sind, kommen wir sofort an die Reihe. Der erste Zöllner ist super nett und begrüsst uns sogar mit einem souveränen “Grüezi”. Am nächsten Schalter wirds dann ein bisschen komplizierter. Der Herr ist nicht mehr ganz sooooo nett und erlaubt sich tatsächlich, mich wegen meiner Handschrift zu rügen. Bei ihm lassen wir denn auch allerhand Geld liegen. Nach den je 30 Dollar für das Visa, sind hier 75 Dollar für Zoll, Benzingebühr, Strassengebühr usw. fällig. Irgendwann – nach einer gefühlten Ewigkeit – hat er mittels Adlersystem – alles über uns im PC eingegeben und wir dürfen zum nächsten Schalter vortreten. Hier müssen wir nochmals fast 100 Dollar für die Autoversicherung (als ob die zahlen würden, wenn etwas passiert…) und den Import der Karre bezahlen. Mit unzähligen Papieren und Permits bewaffnet, können wir schliesslich in Zimbabwe einreisen. Die Fahrt zu den Vic Falls dauert nur eine knappe Stunde und kurz nachdem wir den Campingplatz bezogen haben, sind wir ready für dieses Highlight.

Zimbabwe, Victoria Falls

Wir werden nicht enttäuscht, der Wasserfall ist einfach gigantisch! Da wir kurz nach der Regenzeit hier sind, führt der Sambesi enorme Wassermassen mit sich. Die Aussicht im unteren Drittel der Aussichtspunkte ist denn auch für gar nix. Die Gist ist derart stark, dass wir uns fühlen wie bei uns im Herbst auf einem völlig eingenebelten Berg. Einziger Unterschied: es schiffet usem Näbu was es abe mah! Alles was nicht irgendwie unter dem Poncho versteckt ist, wird pflotschnass. Wir sind trotzdem happy und geniessen den Ausblick von den einigermassen trockenen Aussichtspunkten und der berühmten Brücke, welche gleichzeitig die Grenze nach Sambia ist. Hier können wir auch einen Fuss nach Sambia setzen. Und ja, der erste Einwohner aus Sambia, dem ich hier begegne, kennt Mayuka (Hopp YB)! Den Rest des Nami und Abends verbringen wir in der Gesellschaft von Nadine und Roger (und später auch Alexandra und Pascal). Die beiden sind mit dem Auto von Langnau a. A. hierher gefahren. Klar, dass uns der Gesprächsstoff nicht ausgeht. Danke für die tollen Geschichten und gute Weiterreise!

Die erste Polizeikontrolle

Da es gestern ein bisschen später geworden ist als gewohnt (normalerweise sind wir um etwa neun Uhr im Bett und stehen um ca. sieben Uhr auf), sind wir leicht später als sonst unterwegs. Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt, wo wir für die paar Sachen ein kleineres Vermögen ausgeben (wie können sich die Einheimischen hier überhaupt etwas kaufen?), fahren wir in Richtung Hwange National Park. Nach nur gerade zehn Kilometer müssen wir die Fahrt aber schon wieder unterbrechen. Die erste Polizeikontrolle (wir haben viel davon gehört und gelesen…) erwartet uns. Natürlich fragt der Polizist genau nach dem Ding, welches wir gerade so spontan nicht zeigen können. Wo ist nur dieses verdammte Pannendreieck? Odi räumt fast die ganze Karre geduldig aus und zeigt dem Herr all die anderen notwendigen Dinger wie Warnweste, Papierkram, Feuerlöscher, usw. Nur das Pannendreieck ist nirgends auffindbar. Als er schliesslich auch noch in der Futterschublade nachschaut, wird der Herr Polizist urplötzlich extrem hungrig. Mit einem Päckli Biscuits können wir die Sache schliesslich subito beenden. Unglaublich, wie hier gewirtschaftet wird! Günstiger als eine Busse ist es aber allemal. Da wir den Hwange N.P. unbedingt in seiner ganzen Breite durchfahren wollen, fahren wir den riesigen Park am äussersten westlichen Zipfel an. In the middle of nowhere – unterwegs nehmen wir wieder jemanden mit – finden wir schliesslich irgendwann das Gate. Nach nur kurzer Zeit müssen wir feststellen, dass sich in diesem Winkel des Parkes so gut wie gar keine Tiere aufhalten. Der Park scheint wie leer gefegt. Einzig die Tracks können uns ein bisschen erheitern. Als wir dann aber irgendwann auch keine Ahnung mehr haben, wo wir genau sind und auch das GPS seinen Geist aufgegeben hat, finden wir auch das nicht mehr ganz soooo lustig. Mit einigen Umwegen finden wir zum Glück wieder auf den Hauptweg zurück und somit auch das angesteuerte Nachtlager. Wir sind absolut die einzigen, die hier übernachten und werden deshalb bestens umsorgt. Der Ranger heizt die Dusche ein, spaltet Feuerholz und erzählt uns zudem bei einem Bier allerhand über das Leben in Zimbabwe. Unser Fazit: die Leute hier haben es definitiv nicht einfach und müssen an allen Ecken und Enden um das tägliche Brot kämpfen. Die Inflation hat einfach alles zerstört – krass!

Where are the animals?

Unsere Erwartungen vom Hwange N.P. werden leider überhaupt nicht erfüllt. Nur gerade zu Beginn der Pirschfahrt und am Abend bei Sonnenuntergang sehen wir einige wenige Tiere. Die Stunden dazwischen sind von gähnender Leere geprägt. Sehen wir dann doch mal irgend ein Tier, sprintet dieses meist in gestrecktem Galopp vor uns davon ab in den Busch. Uns wird derart langweilig, dass wir uns die Zeit mit einem simplen Spiel um die Ohren schlagen. Pro Tier (alles ausser Vögel und Insekten zählt) gibt es einen Punkt und ein Biskuit. Für Löwen gäbe es drei Punkte und für einen Leoparden gar fünf Punkte. Wir starren sicher fünf Stunden wie doof in den Busch. Odi gewinnt am Schluss mit 10:5 – ohne Löwen und Leoparden. Dieser Score sagt wohl alles. Sind wir zu verwöhnt von den anderen Parks oder haben wir einfach nur Pech? Oder ist der Park einfach zu gross? Oder finden die Tiere genug Wasser weit ab der üblichen Wasserlöcher? Who knows… Auf jeden Fall haben wir beschlossen, dass wir den Park einen Tag früher als geplant verlassen und uns stattdessen lieber mehr Zeit für die Fahrt zu den Mana Pools nehmen. Morgen geht es deshalb weiter in Richtung Osten.

Zimbabwe, Hwange National Park, Landscape

Navigation gleich null

Trotz den wenigen Tiersichtungen der Vortage wollen wir uns resp. den Tieren und somit dem National Park nochmals eine Chance geben und beginnen den Tag mit der gewohnten Pirschfahrt.

Zimbabwe, Hwange National Park, Sunset

Wir planen ganz in den Süden zufahren und dort durch das Gate den Park zuverlassen. Unterwegs zum Gate sehen wir dann tatsächlich auch einige der 30’000 Elefanten, die hier wohnen sollen, und einige andere Tiere. Hier scheinen die Viecher auch mehr an Autos gewohnt und machen sich bei unserem Anblick nicht immer gleich auf und davon. Die Landschaft ist zudem super toll. Einziges Malheure: wir finden das Gate nicht! Die Schilder sind derart spärlich, dass wir praktisch keine Chance haben. Nach einer gefühlten Ewigkeit können wir uns ganz am äussersten Zipfel des Parkes endlich wieder orientieren. Natürlich sind wir meilenweit an unserem Ziel vorbei geschossen. Guten Mutes starten wir nochmals einen Versuch, merken aber bald, dass wir im Kreis gefahren sind. Himmel, unser Navigationssinn hat uns total im Stich gelassen. Um den Park doch noch irgendwann wieder verlassen zu können, beschliessen wir auf Nummer sich zu gehen und zum Main Camp – dort haben wir übernachtet – zurückzufahren. Vielleicht war gar der Umweg gar nicht so schlecht. Dank diesem finden wir nämlich in einer Lodge Diesel und können volltanken. Das Benzin kostet hier übrigens genau gleich viel wie zu Hause! Die Fahrt nach Binga ist abwechslungsreich und kurzweilig. Überall hat es Dörfer und Leute auf der Strasse, die uns freudig winken. In Binga versuchen wir dann nochmals die Vorräte aufzustocken. Da die Auswahl spärlich ist, landen wir bei Nudeln und Büchsenfutter. Auch die Suche nach Diesel ist hier nicht allzu einfach. Zwei Tankstellen haben keinen Tropfen übrig. Am Schluss finden wir in einer Garage einen Zapfhahnen. Damit sollte die Weiterfahrt im Hinterland gesichert sein. Direkt am Ufer des Lake Kariba, einem riesigen künstlichen See, schlagen wir schliesslich unser Nachtlager auf. Übrigens begegnen wir heute wieder drei Polizeikontrollen. Bei der ersten fahren ich einfach weiter. Ich habe das Handzeichen als Gruss interpretiert, Odi als Stopp-Zeichen. Bei den zwei anderen müssen wir nur alle Papiere zeigen. Ansonsten können wir ohne Probleme weiterfahren. Es geht also auch anders…

Wow, diese Strasse!

Da wir heute einen Drittel des Landes durchqueren müssen, sind wir früh unterwegs. Bald ist es vorbei mit der geteerten Strasse und wir fahren offroad. Am Anfang ist der Weg ja noch ganz ok, irgendwann müssen wir dann aber sogar den 4×4 einschalten. Durch tiefen Sand und Schotter sowie über vom Wasser ausgewaschene Felsen bahnen wir uns langsam aber stettig den Weg in Richtung A1. Kleines Detail: die Strasse ist eigentlich als gute Verbindung auf der Karte eingezeichnet! Unterwegs nehmen wir zwei Anhalter mit. Ein älterer Herr, das Gesicht voll mit Fliegen, bleibt nur ca. 30 Minuten im Auto. Beim Aussteigen schenkt er uns ein zahnloses Lächeln und die zwei einzigen englischen Wörter, die er beherrscht “very much”. Der Nächste macht es sich dann für über fünf Stunden bei uns bequem. Der gute Mann trifft Dank unserer Fahrgelegenheit ganze 24 Stunden (crazy…!) früher an seinem Ziel ein. Der öffentliche Bus, welcher hier einmal pro Tag durchfährt, hätte für die Strecke definitiv viel mehr Zeit gebraucht. Die Fahrt ist zum Glück wieder sehr abwechslungsreich. Wir kommen fast nicht mehr aus dem Winken raus und befürchten für morgen schon einen gewissen Muskelkater in der Winkhand. Die Schlumpfhäuser reihen sich praktisch ununterbrochen aneinander. Irgendwann gibt es dann auch noch eine Tse Tse-Fliegenkontrolle. Der Herr (die Szenerie ist vergleichbar mit der Jellyfish-Fangsszene aus Spongebob) sprintet mit Spray und weissem Fangnetz unserem Auto entgegen. Nett wie wir sind, lassen wir ihn sogar im hinteren Teil des Autos ein bisschen herum sprayen. Nach 300 Kilometer erreichen wir endlich wieder geteerten Untergrund. Die letzten 200 km sind entsprechend im Nu zurückgelegt. In Kariba finden wir zu unserem Erstauenen sofort Diesel. Einzig die Suche nach dem Spar scheint hier schwieriger. Am Schluss können wir immerhin vier Colas und vier Kartoffeln kaufen. Von Trinkwasser (Nestlé hat – oh Wunder – hier noch keinen Markt aufgebaut) fehlt weit und breit jede Spur. Zum Glück haben wir noch einige Liter dabei, so dass wir wohl nicht verdursten werden. Und Bier haben wir sonst auch noch an Lager… Der Camping in Kariba ist einmal mehr Basic pur. Damit hätten wir eigentlich nicht gerechnet, ist das Kaff im Lonely Planet doch recht gut beschrieben. Aber wie sollte die ganze Infrastruktur erhalten bleiben, wenn kein Mensch mehr hier Ferien macht? Heutige Anzahl Polizeikontrollen: null! Kein Wunder bei der abgelegenen Sache… Übrigens hätte es von Binga nach Kariba auch eine Fähre gegeben. Diese hätte aber 22 Stunden gedauert und erst noch 360 Dollar gekostet. Da sind wir ja mit der Tagesfahrt noch ganz gut bedient.

Mana Pools I

Voller Vorfreude machen wir uns am Morgen auf zu den Mana Pools. Der National Park gehört zum Unesco Weltnaturerbe und wir sind sehr gespannt was uns dort erwarten wird.

Zimbabwe, Kariba, Zebra

Ein Highlight des Parks – oder besser der grosse Unterschied zu all den anderen Parks – ist, dass man hier das Auto offiziell verlassen und in der Prärie herumlaufen darf. Self-guided Walking-Safari nennt man dies (wir werden dies natürlich nicht machen, da es doch etwas gefährlich ist. Schliesslich läuft hier alles herum. Aber wir werden selbstverständlich aussteigen und uns ein paar Meter von der Karre weg bewegen). Gegen Mittag erreichen wir das Camp direkt am Sambesi. Nachdem wir uns angemeldet haben und mit diversen Infos versort wurden, sind wir ready für die erste Prischfahrt. Was sofort auffällt, ist die offene Landschaft. Kein Wunder entdecken wir überall Impalas, Springböcke, Pumbas, Elefanten, Affen, Hippos, Crocs und viele andere Tiere. Die Tracks sind für unseren 4×4 ein Nasenwasser. Wie man hier allerdings mit einem normalen PW herumkurven sollte (dies ist offiziell möglich…), ist uns ein Rätsel. Müde aber zufrieden sind wir bei Sonnenuntergang wieder zurück im Camp. Da es schon dämmert und es hier keinen Strom gibt, müssen wir im Dunkeln duschen. Ein eckliges Gefühl, wenn man nicht weiss, was einem alles begegnen kann. Da uns heute aufgrund der Holperpisten zudem wieder zwei Pet-Flaschen geplatzt sind, müssen wir nach dem Znacht auch noch den Kühlschrank putzen. Aludosen sind im afrikanischen Busch wohl die bessere Alternative!

Mana Pools II

Da in der kühlen Morgenluft die Tiere weitaus aktiver sind als während des Tages und wir die Hoffnung auf Löwen, Leoparden und Cheetah’s noch nicht aufgegeben haben, sind wir bereits um 6.20 Uhr auf der Pirsch. Leider scheinen heute jedoch auch wieder nur die üblichen Tiere die kühle Morgenbrise geniessen zu wollen. Nirgends zeigt sich uns eine Neuentdeckung.

Botswana, Chobe National Park, Antilope

In mein Tauchlogbuch würde ich denn wohl heute auch nur zwei Wörter schreiben: SAU (= same as usual) & VBF (= viele bunte Fische). In der Mittagshitze ziehen wir uns in den Schatten des Camps zurück und ich komme endlich dazu einen Blick in mein Buch zu werfen. Am Nami wieder das gleiche Spiel. Viel bekanntes, wenig Neues. Zum Glück gibts die Hippo’s, die sind konstant immer am gleichen Ort zu finden. Zum Znacht folgt schliesslich das kulinarische Highlight dieser Ferien. Da wir seit Tagen keinen gut ausgerüsteten Shop mehr gefunden haben, bleiben uns die Spaghetti aus der Dose. Schmeckt wie Ravioli nur irgendwie noch hässlicher (meine Meinung… Odi findet sie super). E Guete! Ausgerechnet in dieser Nacht muss ich natürlich auf’s WC. Tönt unspektakulär, ist es aber nicht. Die Hippos grunzen aus allen Ecken und wenn man weiss, dass die Viecher nur in der Nacht an Land kommen um zu fressen (wir pennen ca. 30 Meter vom Fluss weg) und zudem zu den gefährlichsten Tieren Afrikas gehören, muss man schon genau schauen, ob man beim nächtlichen Geschäft nicht alleine ist. Ich bins zum Glück!

Prall gefüllter Supermarkt

Heute beginnt offiziell die Rückreise in Richtung Südafrika. Unser heutiges Ziel ist ein kleiner See wenige Kilometer westlich von Harare. Im ersten grösseren Kaff machen wir einen Shopping-Stopp. Die paar Kilometer in den Süden haben es in sich. Wir kommen ohne Vorwarnung von praktisch null Angebot, zu einer riesigen Auswahl. Wir trauen unseren Augen kaum und freuen uns schon jetzt auf das Braii am Abend. Das Camp am See ist sehr idyllisch. Da wir früh genug sind, können wir sogar noch den Bird Park, welcher zum Resort gehört, anschauen. Diverse Vögel, welche wir bereits in der Natur entdeckt haben, lassen sich so nun auch aus der Nähe betrachten. Zur Abwechslung auch ganz nett… Das Highlight ist wohl der Strauss, welcher Odi am liebesten attakieren möchte. Das riesige Viech legt sich direkt vor ihm auf den Boden und schlägt richtig gehend mit seinen Flügeln aus. Gott sei Dank ist ein Zaun dazwischen, so dass wir die Drohgebärde äusserst gelassen nehmen. Kaum ist die Sonne weg, macht sich der Herbst heute zum ersten Mal bemerkbar. Im Nu wird es derart kühl, dass wir alle Jacken anziehen müssen, die wir dabei haben. Zum Glück hat Heather uns eine dicke Wolldecke eingepackt. Die brauchen wir heute Nacht im Zelt unbedingt.

Great Zimbabwe

Die Fahrt durch Harare ist unspektakulär und easy. Der einzige Verkehr bilden die zahlreichen Minibusse, die die Berufstätigen in das Zentrum bringen. Ansonsten ist nur am Stadtrand etwas los. Von hier fahren die grossen Busse in alle möglichen Himmelsrichtungen los. Wir amüsieren uns köstlich, was alles transportiert wird. Ganze Schränke, Sofas, Matratzen, Velos und anderer Kram lässt sich irgendwie auf dem Bus verstauen. Das Fahrzeug ist danach meist doppelt so hoch wie vorher. Ob das Zeugs auch gut angemacht ist, wissen die Götter. Die Fahrt in den Süden wird von vielen Polizeikontrollen begleitet. Meist müssen wir nicht einmal anhalten – entweder weil die Polizisten gerade beschäftigt sind oder weil wir sie keinen Grund sehen uns zu kontrollieren. Nach ca. zehn Kontrollen ist es dann aber wieder soweit und wir müssen am Strassenrand halten. Da unsere Papiere in Ordnung sind, suchen die Schmierlappen verzweifelt nach einem anderen Grund uns etwas Geld abzuknöpfen. Dabei sind sie ganz besonders einfallsreich. Der Bulle will uns tatsächlich eine Busse für das unsaubere – genau, zu viel Dreck! – Fahrzeug geben. Dazu soll der Feuerlöscher nicht mit dem amtlichen Siegel versehen sein. Für den Dreck verlangt er 70 Dollar, für den Feuerlöscher 40, macht nach simbabwischer Rechnung 150 Dollar (ja, rechnen scheint nicht ihre Stärke zu sein…). Odi zeigt ihnen auf wie sinnlos es ist, uns wegen eines dreckigen Autos zu büssen. Das sehen die Jungs dann tatsächlich auch ein. Bleibt der Feuerlöscher, welchen sie partout nicht als geprüft anerkennen wollen. Nachdem wir so ziemlich mit jedem anwesenden Polizisten gesprochen haben und wir langsam aber sicher keine Lust mehr zum Diskutieren haben, fragt uns der Polizist wieviel wir den überhaupt zahlen möchten. Odi offeriert zehn Dollar. Nach längerem hin und her willigt endlich einer ein. Als wir dafür aber eine Quittung verlangen, fängt die Diskussion wieder von vorne an. Mit Quittung kostet der Spass immer noch 40 Bucks. Irgendwann landen wir wieder bei den ursprünglichen zehn Dollar, bezahlen diese und fahren ohne Quittung davon. Tja, das war Korruption pur. Die nächsten zwei Kontrollen passieren wir trotz Stopp unbeschadet. Beide Male werden wir von einer Ladie aufgehalten und wir müssen feststellen, dass die Frauen doch einiges umgänglicher, freundlicher und korrekter unterwegs sind als die Männer. In Great Zimbabwe angekommen, befolgen wir den Tipp von Nadine und Roger und finden ein wunderbares Camp mit Seesicht. Neben einem riesigen Holzhaufen bekommen wir hier sogar ein privates Badezimmer. Wunderbar! Den Nami verbringen wir in Great Zimbabwe, dem wichtigsten nationalem Monument des Landes, welches gleichzeitig Unesco Welterbe ist. Great Zimbabwe hat dem Land 1980 seinen Namen gegeben. Zimbabwe bedeutet übesetzt: grosse Häuser aus Stein. Die Steinhäuser sind denn auch gross und zimlich eindrücklich aufeinander geschichtet. Bis vor wenigen Jahrzehnten war man sich denn auch uneinig, ob Afrikaner vor dieser langen Zeit(Entstehung ab dem ca. 10 Jahrhundert) überhaupt fähig waren, etwas derartigs zu bauen. Die Steingebäude sind zudem die grösste Ruine des afrikanischen Kontinentes, welche sich südlich der Sahara finden lassen. Wir geniessen den Spaziergang durch die Anlage mit vielen Einheimischen und der nigerianischen Air Force. Da man Dank dem obligaten “How are you?” schnell in Kontakt kommt, müssen wir immer wieder einen kleinen Schwatz abhalten und werden zu Fotos aufgefordert. Wir fühlen uns gar etwas wie in Asien und geniessen es :-)

Khami Ruinen

Unser letztes Ziel in Zimbabwe sind die Ruinen von Khami bei Bulawayo. Auch diese Steinhaufen gehören zum Unesco Kulturerbe. Auf dem Weg dorthin passieren wie wieder einmal eine ganze Menge an Polizeikontrollen: 12! Heute scheint uns das Glück hold und wir müssen nur zwei Mal die Papiere zeigen, können aber sonst ohne Probleme passieren. Unsere neuste Theorie: bin ich am Steuer, ist die Gefahr einer langen Diskussion gering. Nach dem Abzweiger, welcher uns auf die Stichstrecke nach Bulawayo führt, peilen wir die erst besteLodge an, denn wir wollen morgen früh für die Rückfahrt nach Südafrika bereits möglichst viele Kilometer und Polizeikontrollen hinter uns gebracht haben. Obwohl es hier offiziell keine Campingplätze gibt, werden wir freundlich aufgenommen und haben erst noch die ganze Lodge für uns alleine. Die Khami Ruinen haben wir rasch besichtigt. Nach Great Zimbabwe ist das ganze doch eher klein und nicht gerade ein absolutes Highlight. Was uns dafür positiv überrascht, ist Bulawayo. Das quirrlige Zentrum ist relativ modern und die Strassen sind mit viel Leben gefüllt. Den letzten Abend in Zimbabwe verbringen wir mit einem grossen Braii. Wir gönnen uns ein sehr gutes Stück Fleisch und verabschieden uns so langsam aber sicher von diesem schönen Land, welches es nicht verdient hat, dass praktisch niemand mehr hier Ferien macht. Die Schauermärchen, die bei uns in den Medien herum gereicht werden, haben sich auf jeden Fall überhaupt nicht bestätigt. Wir haben uns in keiner Sekunde unsicher gefühlt und können jedem, der schon ein bisschen Afrika-Erfahrung hat, eine Reise zu diesen freundlichen und aufgeschlossenen Menschen nur empfehlen. Es bleibt die Hoffnung, dass irgendwann auch die Regierung wieder auf den richtigen Pfad kommt.

Sonnenbaden an der Grenze zu Südafrika

Die letzten 300 Kilometer zur Grenze bringen wir ohne Probleme hinter uns. Da ich fahre, werden wir an allen Kontrollen von den noch etwas schlaftrunkenen Polizisten vorbei gewunken. An der Grenze angekommen, geht es zuerst ganz zackig weiter. Die Ausreise aus Zimbabwe dauert nur gerade schlappe 30 Minuten. Als wir beim südafrikanischen Zoll ankommen, trauen wir unseren Augen kaum. Eine riesige Schlange hat sich vor einem Zelt versammelt und wartet auf die Immigration. Uns bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig als uns auch anzustellen. Mit uns warten ca. 1000 Afrikaner an der brütenden Sonne – ca. 30 Grad im Schatten, diesen gibt es aber leider nicht – auf die Einreise. Leider kommen wir kaum vorwärts. Ein Glück können die Zimbabwer Schlange stehen. Kein Gedränge, gar nix. Als wir nach zwei Stunden warten endlich an der Reihe sind, wird uns auch bewusst wieso das Ganze so lange gedauert hat. Nur gerade zwei Zollbeamte nehmen sich den Einreisenden an. Immerhin lässt sich der Grenzbeamte bei uns auf einen Schwatz ein. Allerdings zeigt er sich überhaupt nicht beeindruckt ab der langen Wartezeit. Nachdem wir auch noch den letzten Schalter, dieses mal ohne anstehen, hinter uns gebracht haben, geht es endlich weiter. Die Ankunft in Südafrika gleicht einem kleineren Kulturschock. Alles ist geordneter, morderner und westlicher. Zu unserem Erstauenen schaffen wir es trotz der Warterei an unser ursprüngliches Ziel. In Bela-Bela – hier haben wir auch schon die erste Nacht verbracht – schlagen wir wieder in einer riesigen Ferienganlage unser letztes Nachtquartier auf. Entsperchend sind wir hier nicht mehr ganz alleine… Cheers auf unseren letzten Abend dieser wunderbaren Reise!

Goodbye Africa

Bevor wir die letzten paar Kilometer nach Jo’burg unter die Räder nehmen, müssen wir das Auto aufräumen und unsere sieben Sachen irgendwie wieder in den Tramper bringen. Drei Wochen in einem solchen Auto bringen viel Potential für eine gewisse Unordnung mit sich! Irgendwann ist alles verstaut und nachdem wir auch den letzten Staub gründlich abgeduscht haben, sind wir ready für die Heimreise. Nach einem kurzen Stopp im Mäc und bei einem Supermarkt – mein Tramper ist voll mit meinem geliebten Peri Peri – treffen wir bei Heather und Harrie ein. Die Zeit reicht nur für einen kurzen Schwatz und schon sitzen wir im Taxi zum Flughafen.
Leider ist Afrika damit schon wieder passé… für den Moment wenigstens. Denn wir haben bereits wieder ganz viele Ideen für mögliche weitere Touren im südlichen Afrika. We hope, we will be back soon!

Short cut zu den Bildern

 


Best of 2011


Budapest

 

SOM plus Anhang featering Retro

Als der Retro uns vor einigen Monaten eröffnete, dass er das nächste Semester studierend in Budapest verbringen wird, waren wir SOMler uns sofort einig, dass wir ihn während dieser Zeit unbedingt mal besuchen wollen. Dieses Wochenende ist es schliesslich soweit: Barbara, Flo und ich machen uns mit Anhang auf den Weg in die ungarische Hauptstadt.
Aufgrund unterschiedlichsten Umständen findet die Hin- und Rückreise separat statt. Während die vier anderen sich unbedingt zwei Nächte im Nachtzug um die Ohren schlagen wollen, reisen Odi und ich bereits am Freitag Abend bequem und zügig mit dem Flugi nach Budapest. In absoluter Rekordzeit – zwischen Landung und Ankunft im Hotel vergeht nur gerade eine Stunde – sind wir auch schon in der Stadt und treffen auf den schon fast einheimisch anmutenden Studenten. Retro berichtet über Dies und Das aus dem hiesigen Studentenleben und wir haben das Gefühl, dass es ihm ausgezeichnet gefällt und er sich bestens eingelebt hat. Dies sicher nicht nur wegen der französischen Austauschstudentin… :-) . Noch vor Mitternacht macht sich bei uns langsam aber sicher die Müdigkeit bemerkbar. Schliesslich sind wir heute morgen normal zur Arbeit gegangen und deshalb nicht ganz unglücklich, dass ein bequemes Bett auf uns wartet. Noch glücklicher sind wir, wenn wir dabei daran denken, dass die anderen jetzt immer noch in der Schweiz sind! Die vier werden tatsächlich gleichviel Zeit im Zug wie in Budapest verbringen… na dann jasst mal schön, ihr Lieben!

Schönes und weniger schönes in Budapest

Da der Nachtzug aus Zürich erst kurz vor Mittag in Budapest eintrifft, machen wir uns nach dem Frühstück schon mal alleine auf eine erste Erkundungstour. Wir schlendern durch die Strassen und lassen Budapest ein erstes Mal auf uns einwirken. Am Hero Square wird der bis anhin gute Eindruck leider ein bisschen getrübt. Hier haben sich ca. 1000 Rechtsextreme versammelt, um – wie wir später herausfinden – ihren Eid für die Aufnahme in die Rechtsradikale Partei des Landes abzulegen. Das Polizeiaufgebot ist riesig und als einige Gegner still versuchen einen kaum erwähnenswerten Gegenprotest zu lancieren, kommt Bewegung in die Truppen. Besonders Eindrücklich – negativer Art versteht sich – sind einige Männer, die sich tatsächlich mit brauner Uniform auf dem Platz zeigen. Einfach unglaublich! Da unsere Reisekumpanen in der Zwischenzeit auch endlich ihr Ziel erreicht haben, lassen wir die Demo hinter uns und laufen via Stadtpark zurück ins Hotel. Nach dem Willkommensdrink führt uns Retro auf die andere Flussseite zu den wohl berühmtesten Bauwerken der Stadt. Das Wetter könnte besser kaum sein und wir können – obwohl erst Mitte März – im T-Shirt von Sehengswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schlendern. Nach Bier- und Absinth-Stopp gibts Futter in einer von Retro’s Lieblingsbeizen. Das Essen ist üppig und schmackhaft. Vollgestopft führt uns Retro schliesslich zum Abschluss des Tages noch in eine originelle Bar. Da wir alle keine zwanzig und auch keine Studenten – Retro scheint ziemlich gut trainiert – mehr sind, müssen wir jedoch auch heute bald Forvait geben. Sorry Retro…

Auch in Ungarn gibt es sowas wie die Billettpflicht

Ausgeschlafen und fit treffen wir uns beim Zmorge wieder. Auch heute wartet Budapest mit stahlblauem Himmel auf uns. T-Shirt-Wetter…! Wir geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen und spazieren auf den Hausberg der Stadt, um die Freiheitsstatue aus der Nähe zu besichtigen. Unterwegs wird unser Flo doch tatsächlich von einer Taube voll gekackt. Treffsicher entleert sich das Tier genau über seinem Haupt. Ob das Glück bringt? Mit dem Tram fahren wir danach der Donau entlang zur Insel am Stadtende. Leider finden wir keinen Billettautomaten und da der Retro meinte, dass schwarz Tramfahren überhaupt kein Problem sei und gerade zwei Kontolleure aussteigen als wir rein wollen, fahren wir ohne Ticket zur nächsten Brücke (das tönt jetzt relativ unspektakulär, ist aber für die späteren Ereignisse wichtig zu wissen…). Auf der Insel ist gefühlsmässig halb Budapest am flanieren. Da wir nicht mehr wahnsinnig viel Zeit haben und wir doch etwas mehr als nur die ersten 50 Meter der Insel sehen wollen, mieten wir kurzerhand für eine halbe Stunde einen Golfwagen für vier Personen. An dieser Stelle muss wohl nicht erwähnt werden, dass dort locker auch sechs Personen Platz haben! Über Stock und Stein und quer über die grossen Grasflächen tuckerln wir durch die Gegend. Top Speed ca. 5 km/h, Bremse praktisch unbrauchbar, Hupe sehr laut, noch besser funktioniert mein Ruf „no break“. Auf dem Rückweg ins Hotel fahren wir dann wieder Tram. Obwohl wir dieses Mal den einzigen Billettautomat im Umkreis von mind. 10 Minuten Fussmarsch finden, können wir keine Tickets lösen. Das Ding geht nämlich nicht, weshalb wir zum zweiten Mal am heutigen Tag den öV in Budapest hintergehen müssen. Leider geht die Geschichte dieses Mal nicht soooo gut aus. Nach zwei Stationen steigt tatsächlich eine Kontrolle zu und wir folglich mit der Kontrolle an der nächsten Haltestelle wieder aus – Bravo! Die Dame erklärt uns ziemlich klar was Sache ist: wenn wir jetzt bezahlen, kostet der Spass pro Person umgerechnet 32 Franken, wenn wir nicht bezahlen gibt’s pro Person einen Busse in der Höhe von 64 Franken. Leider nützen alle unsere Erklärungen betreffend defektem Automaten null und gar nichts. Irgendwie können wir ihr schliesslich klar machen, dass wir nicht mehr als 20 Franken übrig haben (stimmt natürlich nicht…), dass wir keine Kreditkarte haben (stimmt natürlich auch nicht…) und dass wir in einer Stunde zum Flughafen fahren müssen (stimmt immerhin für zwei von uns sechs…). Die Dame wird unter unserem unablässigen Geschwafel immer nervöser und unsicherer. Irgendwann stimmt sie schliesslich zu, dass wir ihr einfach die restlichen 5000 Florint – eben diese 20 Franken – überlassen und sie uns dafür ziehen lässt. Nach einigem hin und her willigt sie schliesslich ein und lässt uns ziehen. Glück gehabt…! Ich hätte nie gedacht, dass meine ersten Bestechungsversuche überhaupt erstens in Ungarn und zweitens derart erfolgreich sind. Nicht schlecht für einen Anfänger… Hoffentlich hat sich die Dame etwas Nettes gegönnt. In Bier ausgedrückt kann sie so in der richtigen Bar doch ganze 50 Biere ausgeben! Nach unserem letzten Bierchen ist es schliesslich auch schon wieder Zeit von Retro und den anderen Abschied zu nehmen. Danke euch allen für das coole Weekend. Retro, eine gute Zeit weiterhin in Budapest. Barbara, Ivan, Claudia & Flo, gute Heimreise mit dem Nachtzug. Wir freuen uns auf den kurzen Flug und unser Bett zu Hause in Bern– ätschi bätsch!!!


Sri Lanka & Maldives

Short cut zu den Bildern

 

Sri Lanka wir kommen

Wieder einmal dürfen wir über die Festtage verreisen. Dieses Mal verschlägt es uns für zwei Wochen nach Sri Lanka und danach für eine Woche auf ein Tauchschiff quer durch die Malediven. Für die Reise haben wir uns zwei Herausforderungen auferlegt. Zum einen werden wir alleine mit einem Mietauto durch Sri Lanka fahren (uns erwarten wohl nicht gerade schweizerische Strassenverhältnisse…) und zum anderen haben wir für uns beide nur einen Tramper dabei. Dies ist eigentlich nichts besonderes, doch wer Odis und meine manchmal doch sehr unterschiedliche Auffassung von Ordnung kennt, kann erahnen, dass dies durchaus zu den Herausforderungen zählt :-) . Um uns langsam an die Ferien zu gewöhnen, sind wir bereits gestern nach Frankfurt gereist. Ausgeschlafen und top fit geht es schliesslich am Vormittag zum Flughafen. Da wir den Frankfurter Flughafen langsam aber sicher kennen, finden wir das neue Terminal auf Anhieb und können bald zum obligaten “vor-dem-Abflug-Gin-Tonic” übergehen. Etwas Action erwartet uns schliesslich bei der Sicherheitskontrolle vor dem Gate. Irgendein Koffer ist liegen geblieben und das ganze Areal muss evakuiert werden. Trotz der grossräumigen Absperraktion heben wir mit nur 40 Minuten Verspätung ab. Der Flug ist ruhig und fast perfekt. Nur am Schlaf fehlt es uns. Entsprechend k.o. landen wir im am Morgen um 4.30 Uhr in Colombo.

Colombo

Zu unserer Freude klappt der bestellte Abholservice einwandfrei und wir sitzen bald im Auto, welches uns ins Hostel bringt. Im Hostel angekommen, führt uns unserer Weg direkt ins Bett. Wir wollen ein paar Stunden schlafen, bevor wir uns in die Grossstadt wagen. Einigermassen ausgeruht und frisch geduscht geht es schliesslich auf Erkundungstour. Ohne lange zu zögern, springen wir in den erst besten Bus und lassen uns in die Stadtmitte fahren. Dort wo uns der nette Busmann wieder raus schmeisst, pulsiert das Leben. Die Strassen sind voll mit Händler, die lautstark ihre Ware anpreisen und mit Käufern, die die vielen unnötigen erstehen. Wer geglaubt hat, dass wir in Sri Lanka von sämtlichen weihnächtlichen Aktivitäten verschont bleiben, täuscht sich. Wir müssen bald feststellen, dass das Fest hier genauso so ausgiebig und dazu noch um einiges kitschiger als bei uns zu Hause gefeiert wird. Alles Mögliche wird feil geboten, überall ertönt weihnächtliche Musik und ab und zu winkt uns sogar ein Samichlaus zu. Unser nächstes Ziel ist das Fort. Erst als wir nach längerem suchen kein Fort finden, dämmert es uns, dass es gar kein Fort gibt. Hätten wir den Planeten etwas besser gelesen, hätten wir sofort gemerkt, dass nur das Quartier so heisst. Dafür finden wir die Strandpromenade auf Anhieb. Die wahre Sehenswürdigkeit sind hier die vielen Liebespärchen, die sich hier unter dem Regenschirm (dieser dient als Sonnenschutz, es ist ca. 35 Grad warm und tropisch feucht…) auf den Parkbäncken verstecken. Auf der Suche nach einem kühlen Bier landen wir schliesslich in einem Hotel der gehobenen Klasse direkt am Meer. Wir geniessen die Aussicht, das kühle Blonde und kommen langsam aber sicher in Sri Lanka an. Nach dem langen Fussmarsch zurück ins Hotel sind wir wieder ziemlich erledigt und das Schlafmanko macht sich bemerkbar. Entsprechend holen wir nur noch rasch einen kleinen Snack und verspeisen diesen bei unserem doch sehr gewöhungsbedürftigen Gastgeber im Hostel. Der Typ zeigt sich gesprächig und interessiert.Aber irgendwie werden wir nicht ganz schlau aus ihm. Als Höhepunkt verpasst er mich doch tatsächlich einen Gutenacht-Kuss. Ob man das hier immer so macht, werden wir wohl heute kaum mehr herausfinden… :-)

Abenteuer Mietauto in Sri Lanka – los geht’s

Nach einem ausgiebigen Frühstück warten wir auf unseren Pick-up, welcher uns zur Autovermietung bringen soll. Als nach einer halben Stunde immer noch niemand da ist, werden wir langsam – so richtig swiss-like – ungeduldig und rufen an. Irgendwie haben wir zwar immer jemand am Apparat, aber so richtig Auskunft geben kann trotzdem niemand. Wie durch ein Wunder taucht ein paar Minuten später dann tatsächlich jemand auf. In der Vermietstation gilt es zuerst den ganzen Papierkram zu erledigen. Es scheint als ob alles geklappt hat – ausser der GPS-Reservation! Unser Auto hat weder eine Einrichtung dazu, noch lässt sich auf die schnelle ein funktionierendes Gerät auftreiben. So sind wir plötzlich auch noch mit einer dritten Herausforderung konfrontiert… Kleine Bemerkung am Rande: wir sind ab sofort stolze Besitzer eines Sri Lankesischen Driving Licence… :-) Da uns jeder Angestellter für die Fahrt aus Colombo raus mit einem anderen Tip ausstattet, biegen wir bereits bei der Ausfahrt der Vermietstation in die falsche Richtung ab. Das meinen jedenfalls die drei Typen, die uns winkend nachspringen und uns in die genau entgegengesetzte Richtung lotsen. Wie auch immer, biegen wir halt nach rechts ab, irgendwie werden wir schon aus Colombo heraus finden. Mit Mäzu am Steuer und mir als Kartenleser klappt es jedenfalls auf Anhieb und wir finden auf direktem Weg aus der Millionenstadt raus. Um uns am Anfang nicht gleich zu fest zu überfordern, nehmen wir den Weg nach Anuradhapura entlang der Küste unter die Räder. Da alles ziemlich gut angeschrieben ist und wir uns sonst auf unsere Intuition verlassen können, finden wir ohne Probleme an unser Ziel. Die Strassen sind meist derart gut, dass wir fast immer mit 60 km/h fahren können. Das tönt nun nicht nach gerade viel Geschwindigkeit, ist aber in Anbetracht des doch teilweise recht chaotischen Verkehrs eine echte Leistung. An unserem Ziel angekommen, versagen unsere Navigationskünste dann doch noch. Wir können uns auf der Karte kaum orientieren und irren ziemlich ziellos durch die Gegend. Als wir dann endlich das Guesthouse finden, ist es natürlich schon voll. Auch beim zweiten Anlauf werden wir abgewiesen. Beim dritten Versuch lehnen wir dankend ab, ist das Zimmer doch eher ein stinkiges Maloch als etwas anderes. Am vierten Ort treffen wir zwar auch nicht gerade auf das Paradies, doch da es bald dunkel wird und wir nicht mehr weitersuchen wollen, entschliessen wir uns zu bleiben. Das Znacht gibts in einer einheimischen Beiz. Da der Kassierjunge kein Englisch kann, will er uns zuerst nicht bedienen und übersieht uns grosszügig. Erst als ein anderer Einheimischer uns zu Hilfe kommt, werden wir schliesslich bedient. Die Bestellung ist der Hit – ich zum Einheimischen: two fried rice; der Einheimische zum Kassierer: two fried rice; der Kassierer zum Einheimischen: ok, two fried rice. Im Hostel bekommen wir dann sogar noch ein Feierabendbier. Der Hostelowner hat lange in Europa gewohnt und sieht uns wahrscheinlich an, dass wir nichts gegen ein Bierchen einzuwenden hätte. Jedenfalls fackelt er nicht lange, steigt auf sein Mofa und bringt uns zwei Bier. Das nennen wir Service! Das Wetter ist übrigens heute ziemlich hässlich geworden. Je weiter wir nach Norden kamen, desto öfter hat’s geregnet. Am Schluss hat es schliesslich gar nicht mehr aufgehört. Und siehe da, im Reiseführer steht schwarz auf weiss, dass die Trockenzeit zurzeit nur im Westen und im Süden ist. Im Landesinnern rund um die antiken Städte (hier werden wir sicher die drei nächsten Tage verbringen…) ist Regenzeit! Eh nu, wir haben ja einen Schirm dabei…

 Sri Lanka, Anuradhapura, Stair

U wes de rägnet!

Wir nutzen die Gunst der Morgenstunde und besuchen bei fast regenfreien Verhältnissen den buddhistischen Tempel mit dem wichtigsten Baum in Sri Lanka überhaupt. Man sagt, dass der Setzling vom Baum stammt, unter welchem Buddha zur Erleuchtung gelangt ist. Der Ort ist noch heute ein wichtiger Pilgerort und entsprechend gut besucht. Das wars dann auch schon mit dem einigermassen guten Wetter. Den Rest des Tages hört es praktisch kaum mehr auf zu regnen. Teilweise giesst es derart stark, dass wir uns kaum mehr aus dem Auto wagen und stattdessen die zahlreichen antiken und weniger antiken Stupas nur noch aus dem Trockenen bestaunen. Da keine Besserung in Sicht ist, verlassen wir das Unesco Welterbe nach dem Mittag in Richtung Süden. Das Highlight auf der Fahrt nach Polonnaruwa ist eindeutig der wilde Elefant, der es sich im strömenden Regen in irgendeinem Feld gemütlich gemacht hat. Wir können nur noch staunen, hätten wir doch definitiv nicht erwartet irgendwo auf einem Feld einfach so einen Elefanten zu entdecken. An unserem Ziel angekommen, finden wir auf Anhieb ein nettes, sauberes und zahlbares Zimmer. Den Rest des Tages schauen wir vom Balkon aus dem Regen zu und hoffen, dass es irgendwann – spätestens morgen Vormittag – wieder trockener wird.

Polonnaruwa & Sigiriya

Der Wettergott meint es tatsächlich gut mit uns. Wir können alle Tempelanlagen des Unesco Welterbes in Polonnaruwa ohne Schirm besuchen. Weltklasse! Wie ihr seht, haben wir unsere Erwartungen an das Wetter stark herab gestuft… Die Anlage ist riesig und wir sind froh, dass wir ein Auto haben. So können wir ganz nach dem Motto “Do as the locals do” von einem Tempel zum nächsten fahren und haben erst noch keinen “Schnurri-Tuk-Tuk-Fahrer” im Schlepptau. Zeitweise fühlen wir uns wie in einer versunken Stadt. Wegen des vielen Regens ist alles links und rechts neben den Strässchen überflutet. Entsprechend sind auch die Anlagen eher in grün gehalten, sprich mit Moos überwachsen. Auf der Fahrt nach Sigiriya, dem nächsten Unesco Welterbe, müssen wir dann sogar fast 100 Meter über eine überflutete Strasse fahren. Früher hätten wir wohl gewendet. Heute jedoch fahren wir ohne mit der Wimper zu zucken mit unserem Mini-Chruzli durch und freuen uns, dass kein Wasser ins Auto reinkommt. In Sigiriya angekommen, ist das Wetter immer noch ganz nett und wir besteigen auf direktem Weg den Löwenfelsen. Erst als wir oben ankommen, fängt es an zu regnen. Leider ist somit auch die Aussicht, die sonst sicher super toll wäre, am Arsch. Schade, dass das schlechte Wetter die Atmosphäre dieses einmaligen Ortes damit gleich mit fort wäscht.

 Sri Lanka, Polonnaruwa, Stair

Dambulla & Kandy – und wie wir fast den Zahn verpasst hätten

Die Klimacharts im Reiseführer erzählen tatsächlich die Wahrheit. Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Wir müssen heute den Schirm kein einziges Mal aufspannen! Doch alles der Reihe nach… Unsere Aufmerksamkeit gilt heute als erstes den Höhlentempeln von Dambulla. In den Felsen eingehauen, sind hier fünf Tempel entstanden, die mit zahlreichen Buddhas gefüllt sind. Von aussen sieht das ganze nicht sehr schmuck aus. Erst im Innern kann man erkennen, warum die Tempel von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurden.. Vor allem die zahlreichen Felsmalereien sind sehr eindrücklich. Weiter geht es nach Kandy. Der Verkehr im Kaff ist anstrengend und es dauert seine Zeit bis wir uns auf der Karte orientieren können. Da wir das ursprünglich angepeilte Hostel nicht finden, beschliessen wir spontan uns etwas Luxus zu gönnen. Wir steigen in einem zwar alten, aber sehr edlen Hotel direkt im Zentrum ab. Der Hauptvorteil liegt auf der Hand: wir können alle Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichen und das Auto stehen lassen. Als erstes besuchen wir den Tempel des Zahns. Der Zahn, den es dort zu bestaunen gibt, soll Buddha gehört haben. Entsprechend heilig und verehrt ist der Ort. An dieser Stelle muss wohl kaum erwähnt werden, dass auch dieser Ort zum Unesco Welterbe gehört. Unsere Zahnbesichtigung geht beim ersten Mal jedoch in die Hosen. Wir bemerken nicht, dass wir beim Zahn vorbeilaufen und fragen uns später, wo denn nun dieser heilige Zahn eigentlich sei. Erst beim genaueren studieren des Reiseführers wird uns klar, dass wir eigentlich schon daran vorbei gelaufen sind. Da der Zahn zur aktuellen Tageszeit hinter einer Tür versteckt ist, sind wir ein bisschen entschuldigt. Nichts desto trotz nehmen wir nochmals einen Anlauf und pilgern bewusst an diesem Reliquie vorbei. Neben dem Zahn gibt es in Kandy nicht viel zu entdecken. Entsprechend erlauben wir uns ein Mittagsnickerchen – wir sind beide ziemlich verschnupft und nicht ganz fit – und schlendern erst später am Nami um den See und noch ein bisschen im treibsamen Kaff herum.

Fahrt durch das Hill Country

Heute steht uns eine längere Autofahrt bevor. Wir wollen durch das Hill Country soweit als möglich gegen Süden fahren. Die Fahrt ist abwechslungsreich und kurvig. Unterwegs machen wir immer wieder einen Stopp, um die Teeplantagen und die Landschaft zu fotografieren. In der Zwischenzeit fühlen wir uns mehr als wohl auf den Strassen von Sri Lanka. Wir überholen, hornen, und blinken wie die Einheimischen. Wir sind stets eine mittlere Sensation, wie wir hier selbstbewusst den Verkehr meistern und immer wenn uns jemand entdeckt – Touristen mit einem Fahrer oder Einheimische – ernten wir viele unglaubliche Blicke. Gegen vier Uhr sind wir schliesslich an einer Kreuzung, wo wir für die Bettsuche eine Entscheidung treffen müssen. Guten Mutes beschliessen wir noch einige Kilometer weiter in Richtung eines Passes zu fahren. Wir haben Glück und stossen tatsächlich in the middle of nowhere auf ein Dorf, welches sogar ein Guesthouse hat. Im alten britischen Kolonialhaus werden wir herzlich bewirtet und bekocht. Alle haben ihre helle Freude, dass wir den Weg in das abgelegene Kaff Namens Rakwana gefunden haben. Nur der nächtliche Dauer-Klopfer hätte nicht sein müssen.

 Sri Lanka, Polonnaruwa, Monkey

A17

Die Passüberquerung von heute ist spektakulär. Normalerweise sind die A-Strassen bestens bewirtschaftet und genug breit. Die A17 jedoch bildet eine Ausnahme. Die vielen Schlaglöcher und die dünne Strasse machen vor allem die Kreuzungen mit dem Bus abenteuerlich. Wir sind froh, dass wir gestern nicht noch weiter gefahren sind. Lange wäre nichts mehr gekommen und für die 30 Kilometer Fahrt zu unserem ursprünglichen Ziel brauchen wir fast drei Stunden. Leider ist das Wetter ziemlich verhangen. Zum Glück haben wir bereits gestern viele Teeplantagen sowie die Landschaft bestaunen können. Mit jedem Meter, welchen wir näher ans Meer kommen, wird es freundlicher. Nur die Sonne macht sich noch etwas rar. Direkt am Meer finden wir in einem Surfer Hostel ein tolles Zimmer. Da wir keine Surfer sind, geniessen wir die Wellen als Badende. Das Meerwasser tut uns beiden gut. Endlich können wir unsere Nasen so richtig entstopfen. Zum Znacht gibt einen riesigen ganzen Fisch. Mal abgesehen vom vielen Knoblauch könnte man glatt von einem perfekten Znacht sprechen. Ganz besonders freut mich der kurze Telefontalk mit Johnson. Leider wohnt er an der regnerischen und inzwischen weit entfernten Westküste, weshalb ein Besuch bei ihm nicht möglich ist.

X-Mas in Unawatura

Bevor wir uns einige Kilometer weiter in Richtung Colombo vorarbeiten, machen wir einen kurzen Abstecher nach Matara. Die Stadt wird als ursprünglich und nicht touristisch angepriesen. In der Tat sehen wir praktisch keine Touris und geniessen auf einem Walk den kurzen Einblick in den Alltag der Einheimischen. In einem grösseren Tourikaff kurz vor Galle machen wir uns schliesslich auf die Suche nach unserem Hotel für die nächsten zwei Nächte. Nach einigen Fehlversuchen finden wir praktisch direkt am Meer ein tolles Zimmer mit Balkon und sonst allem was das Traveller-Herz begehrt. Wir fühlen uns hier ziemlich an Goa erinnert und doch ist das meiste irgendwie viel netter. Obwohl Sri Lanka in vielem mit Indien vergleichbar ist, finden wir doch immer markante Unterschiede. Als Hauptunterschiede fallen uns vor allem die durchwegs freundlichen und kaum aufdringlichen Menschen auf. Zudem ist es viiiiiiieeeeeeel sauberer. Last but not least ist das Futter nur begrenzt mit dem indischen Essen vergleichbar. Der Abend wir etwas surreal. Vor allem die Familie inkl. Samichlaus, die hier irgendwelche Weihnachtslieder von sich gibt, schiesst doch ziemlich am Ziel vorbei. Während Odi kaum mehr zum Kopfschütteln heraus kommt, kriege ich eher einen Lachanfall. Nicht nur die wirklich unbegabte Familie ist funny. Vor allem die vielen Touris, welche ab diesem Theater fast in Ekstase verfallen, sind extrem unterhaltsam. Merry X-Mas to all of you!

 Sri Lanka, Hikkaduwa, Surfer

Galle

Mit dem Bus fahren wir nach Galle und besuchen das letzte Unesco Welterbe auf dieser Reise. Die Altstadt ist total relaxt und wir spazieren durch so ziemlich jede Strasse. Die alten Häuser, die kleinen Shops und die zahlreichen Cafes haben irgendwie Charme. Wunderbar finden wir vor allem das geringe Verkehrsaufkommen innerhalb der Mauern des Forts. Manchmal ist es einfach viel angenehmer, wenn man einfach latschen kann und nicht immer schauen muss, dass man nicht gleich unter dem nächsten Auto landet. Während sich die meisten Fahrer eines motorisierten Untersatzes einigermassen zu benehmen wissen, sind vor allem die Busfahrer eine wahre Plage. Die Könige der Strasse kennen kaum Gnade und fahren unter Dauer-Gehupe wie die Doofen durch die Gegend. Als wir mit dem Bus zurück zu unserem Dorf fahren, kommen wir in den Genuss genau einer solchen Busfahrt. Der Röhrenblick unseres Fahrers spricht Bände und die linke Hand ist eigentlich immer auf der Hupe platziert Nach einem erfrischenden Bad im Meer widmen wir uns dem Task “Souvenirs”. Wir sind erfreut über die unaufdringlichen Verkäufer und erstehen einige tolle Holzsachen. Zum Znacht gibts den obligaten Seafood. Was gibt es besseres, als am Meer frischen Fisch zu geniessen?

Diving Sri Lanka

Da wir noch genug Zeit haben und es uns irgendwie interessiert, wie die Unterwasserwelt in Sri Lanka aussieht, wagen wir den Sprung ins Wasser und legen heute einen Tauchtag ein. Ohne jegliche Erwartungen springen wir ins Wasser und tauchen am Morgen an einem ganz passablen Wreck. Die Sicht ist unerwartet gut und es gibt tatsächlich einige Fische zu bestaunen. Leider ist der zweite Tauchgang am Nami dann eher ein Rheinfall. Das sogenannte Riff besteht aus einem Haufen von Steinen und Korallen und Fische sind mehr als Mangelware. Zudem ist die See derart rau, dass wir noch auf 20 Meter unter Wasser den Wellengang spüren (wohl auch der Hauptgrund, warum es hier unten so aussieht…). Ziemlich mühsam ist dies vor allem auch beim ins Boot steigen. Bis alle wieder drin sind und der Anker wieder eingezogen ist, werden wir gehörig durchgeschüttelt. Unser Urteil zum Tauchen in Sri Lanka ist nach diesem Tag klar: Sri Lanka ist definitiv keine Tauchdestination!
Zu Unawatuna und dem Beach-Leben im Allgemeinen gibt es noch folgendes zu bemerken: 1. es ist einfach unglaublich wie Nahe hier alles ans Meer gebaut wurde. Es scheint, als ob es wie einen Wettlauf gibt, welcher Hausbesitzer es schafft Bar, Hotel oder was auch immer möglichst nahe am Wasser zu bauen. Die Konsequenzen sind klar: der Strand ist auf ein Minimum geschrumpft und die Brandung frisst sich täglich ein bisschen weiter in die Häuser. Der Bauschutt ist nicht immer ein Hingucker! 2. Die Einheimischen halten sich praktisch nie am Strand der Touristen auf. Nicht das dies irgendwie verboten wäre oder so. Aber es scheint, dass ihnen wohler ist, wenn sie unter sich selber bleiben. Nur die Jungs wagen ab und zu einen Spaziergang zu den Touris. Schliesslich sind ihre Mädels mit der gesamten Kleidung am Baden und die Bikinis der Touristinnen irgendwie anziehender.

Lazy day

Unser heutiges Programm ist schnell erzählt: wir wollen rund 30 Kilometer weiter nordwärts fahren und uns im Strandkaff Number 1 (gemäss Lonely Planet…) ein Hotel suchen. Um nicht bereits nach einer Stunde am Ziel zu sein, fahren wir auf dem Weg nach Hikkaduwa immer der Nase nach den grössten Teil der Fahrt durchs Hinterland. Nur wenige Meter von der Hauptstrasse sind sich die Einheimischen unsere weissen Gesichter (weiss ist etwas untertrieben, schliesslich haben wir doch etwas Farbe angenommen…) kaum mehr gewohnt und winken uns alle ganz aufgeregt zu. Die Menschen sowie die Tee- und Reisplantagen vermitteln ein idyllisches Leben und machen einen total friedlichen und stressfreien Eindruck. Schön! In Hikkaduwa angekommen, müssen wir ein paar Hotels abklappern bis wir endlich ein Zimmer finden. Die Altjahrswoche und die grossen Wellen haben ganz viele Touristen und Surfer in das Kaff gelockt. Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf machen wir es uns am Strand gemütlich und schauen dem bunten Treiben im Wasser zu. Die Wellen sind ziemlich hoch und eigentlich schaffen es nur die Einheimischen immer wieder gekonnt durch das Wasser zu surfen. Zum Znacht muss ich heute auf nicht sehr einheimische Spaghetti umsteigen. Ich habe mir gestern komisch den Magen (schreckliches Fried Rice gepaart mit dem hohen Wellengang auf dem Boot) verdorben (ohne Durchfall und so…) und konnte seither nichts mehr essen. In diesen Fällen hilft auch bei mir nur noch Hausmannskost. Bestellt habe ich al pomodoro fresco. Geliefert wurde alla carbonara mit ein bisschen pomodoro fresco… Na ja, den Speck hätten sie behalten können, aber der Rest war ganz okay.
Was wir hier übrigens total cool finden, ist der Umgang mit Schuhen. Eigentlich könnte man fast sagen, dass Sri Lanka eine barfuss Insel ist. Mindestens 50% der Leute haben hier nämlich keine Schuhe an – und dies unabhängig davon was sie gerade am machen sind! Wir haben uns ziemlich an diese Sitte gewöhnt und sind nun auch oft schuhlos unterwegs. Und wenn wir Schuhe anhaben, dann Flip Flops. Und in diesem Fall passen wir sowieso auch bestens zu Land und Leute; das hätten dann nämlich die anderen 50% an den Füssen.

 Sri Lanka, Hikkaduwa, Farmer

Herausforderung GPS gemeistert

Nach einem erfrischenden Wellenbad im Meer nehmen wir die letzten Kilometer nach Colombo unter die Räder. Die Taktik mit dem durchs nette Hinterland fahren, geht heute nicht mehr ganz auf. Je mehr wir uns der Hauptstadt nähern, desto weniger Landleben gibt es zu entdecken und der Verkehr nimmt zu und zu. Zu unserem Erstaunen finden wir unser Hotel auf Anhieb. Damit können wir an dieser Stelle mit guten Gewissen behaupten (wir glauben fest daran, dass wir morgen auch noch die Autovermietung finden werden…), dass wir die Herausforderung “ohne GPS durch Sri Lanka” gemeistert haben. Die letzte Nacht logieren wir in einem Hotel ganz im Süden der Stadt. Hier gibt es ein relativ ruhiges Quartier, welches sogar Strand- und Meeranschluss vorweisen kann. Der Strand ist zwar weiterhin nicht gerade der Hammer (wir sind rückblickend nicht zu grossen Fans von den Stränden im Süden und Westen Sri Lankas geworden und ziehen nach wie vor die Strände in Südostasien bei weitem vor…), aber für ein Bierchen zwei, ein feines Znacht und ein bisschen People-Watching reicht es auf alle Fälle.

Weiter gehts nach Male

Als alles irgendwie im Tramper verstaut ist, machen wir uns auf die Suche nach der Autovermietung. Und siehe da, auch diese Nadel im Heuhaufen finden wir auf Anhieb. Alle sind höchst erfreut uns zu sehen. Wir haben fast ein wenig den Eindruck, dass ein bisschen am Erfolg unseres Vorhabens gezweifelt wurde. Damit ist auch Task Nummer 2 erfolgreich überstanden und wir geben nicht ganz ohne Stolz die Autochlüssel wieder ab. In Male angekommen, müssen wir erstmals direkt eines der neu erstandenen Souvenirs abgeben. Das Einführen eines Buddhas ist nicht erlaubt! Immerhin sind die Behörden derart kooperativ, dass wir die Statue bei der Ausreise wieder abholen dürfen. Mit Boot (1 Dollar) und Pick-up-Taxi (pauschal 4 Dollar) gehts zum Hotel. Dass hier nur die Transporte billig sind, wird uns spätestens beim Einkaufen bewusst. Unser Znacht – Crackers und Wurst aus Belgien, Käse aus Deutschland, Chips aus der EU und Eistee aus Australien – kostet ganze 17 Dollar. Willkommen im Import-Land Malediven, wo nur die Kokosnüsse, Ananas, Mangos und Papayas sowie die Fische “wachsen”!

Zum Abschluss der Sri Lanka-Rundreise noch einige Eindrücke zum Fahrstil im Land:
– das grösste Fahrzeug hat immer Vortritt
– zwei Fahrbahnen = mindestens drei Fahrzeuge
– Sicherheitslinien inkl. doppelte sind Strassenverzierungen
– Busfahrer sind doch etwas crazy unterwegs und überholen immer und überall
– wer bremst, verliert
– einmal hornen = man wird überholt und zwar bald
– blinken und mit dem Licht hupen erleichtern das Überholen
– überholen kann man überall – auch wenn man nicht sieht, ob jemand entgegen kommt
– überholen kann man auch vor Kurven (auch mit doppelter Sicherheitslinie)
– stoppen kann man immer und überall (immer wieder getestet, vor allem für Samosa Kauf)
– in den Käffern wirkt der Verkehr chaotisch. Polizisten versuchen ihr Bestes
– Polizeikontrollen gibt es viele (wir wurden leider nie angehalten und dies obwohl wir diese Extra-Permits dabei hatten – auch die Polizisten können kaum glauben, dass ein Weisser am Steuer sitzt und lächeln uns nett zu)
Resume: Auto mieten in Sri Lanka ist mit der notwendigen Aufmerksamkeit, ein bisschen viel Wachsamkeit, ein klein wenig Mut und einem Flair für ein bisschen Chaos auf den Strassen überhaupt kein Problem. Unser Tipp: go for it!

Suite?!

Pünktlich um neun Uhr sind wir im Flughafen. Bis auf zwei Taucher sind bald alle Gäste der Nautilus One versammelt. Auf die beiden Vermissten müssen wir glatte drei Stunden warten. Wegen schlechter Kommunikation haben sie im Hotel auf den Pick-up gewartet… Die Nautilus One übertrifft unsere Erwartungen. Das Schiff ist in unseren Augen riesig und bietet allerhand Platz zum Relaxen und Faulenzen: Chill-out Area am Schatten, Sonnendeck und riesige Esskabine. Riesig ist auch unsere Kajüte. Wir haben Platz zum Verschleudern – Doppelbett und Badezimmer inklusive. Die Gästeschar ist international und auch vom Alter her bunt gemischt. Die nächsten sieben Tage werden wir mit zwei Schwedinnen, drei Österreichern, fünf Deutschen, einer Japanerin, einem Russen, einem Chilenen und einer Taucherin aus Honduras verbringen. Zum Tauchen kommen wir heute nicht gross. Auf dem Programm steht nur der Check-dive. Weil wir weitaus am langsamsten unterwegs sind, verpassen wir bereits auf diesem ersten Tauchgang den Anschluss an unsere Gruppe. Die ersten Minuten reichen dem Divemaster jedoch aus, um unser Tauch-Skills zu beurteilen und so dürfen wir fortan stets alleine und in unserem Tempo durch das Meer schwadern.

 Maldives, Nautilus, Fish red

Suppe?!

Entgegen den üblichen Tauchzeiten dürfen wir heute ausschlafen. Aufgrund der schlechten Sicht unter Wasser haben wir nämlich kurzerhand die Route geändert, weshalb wir vor dem ersten Dive ins nächste Atoll schippern. Hier ist die Sicht zwar auch nicht gerade der Hammer, doch die vielen grossen Riffhaie können wir trotzdem bestens erkennen. Dazu kommt ein überdimensionaler Napoleon, welchen ich aufgrund seiner Grösse zuerst doch glatt für einen Korallenblock gehalten habe. Die beiden folgenden Tauchgänge machen wir direkt vor der Insel Maayafushi, wo wir im 2004 in den Ferien weilten. Das Highlight in der trüben Suppe ist der weisse Manta, welcher gemütlich an uns vorbei segelt. Diese Tiere sind einfach immer wieder besonders eindrücklich und wir müssen uns richtig gehend zwingen, ihm nicht in die Tiefe nachzuschwimmen. Für den heutigen Silvesterabend hat die Crew die gesamte Essenskabine mit Unmengen von Ballonen und Lichterketten geschmückt. Nach dem feinen Znacht warten wir bei guten Gesprächen, kühlem Bier und lauter Musik auf den Jahreswechsel. Pünktlich um Mitternacht gibts Kuchen und Tequilla aufs Haus resp. Schiff. Wir wünschen allen ein gutes neues Jahr – bleibt fit und munter!

Manta?!

Heute ist die Sicht unter Wasser schon viiiiiel besser. Die Wirkung des Tauchplatzes ist denn auch ganz anders. Ich weiss oft gar nicht wo hinschauen, so viel gibts am Riff zu entdecken. Auf dem zweiten Tauchgang haben wir nur ein Ziel. Wir wollen Mantas sehen! Wir müssen nicht lange warten und schon bevor wir die Putzerstelle erreichen, schweben die gigantischen Tiere an uns vorbei. An der Putzerstation selber legen wir uns über 20 Minuten auf den Boden und schauen den Tieren einfach nur zu. Teilweise kommen die Mantas so nahe, dass ich ein, zwei Glückstränchen kaum zurückhalten kann. Toll! Zum Znacht hat sich die Crew etwas ganz besonderes einfallen lassen. Auf einer einsamen Insel haben sie aus Sand einen Tisch in Form eines Walhaies gebaut. Ein besserer Ort für das erste Barbecue in diesem Jahr gibt es eigentlich nicht, oder?

Walhai?

Faktisch waren wir noch nie so Nahe an einem Walhai dran wie heute – sagt wenigsten der Divemaster Nick. Also gut, machen wir uns auf die Suche! Der erste Tauchgang ist einfach der Hammer. Die Sicht ist super gut, das Riff wunderbar farbig und die Adlerroche, die lange Zeit mit uns schwimmt, das Tüpfchen auf dem i. Taucherherz was willst du mehr? Unser Taucherherz hat trotzallem noch einen Wunsch: Walhai! Auf der Suche nach dem grössten Fisch fahren wir am Atollrand rauf und runter. Odi und ich stehen über zwei Stunden auf dem Sonnendeck und schauen aufs Wasser. Leider für nichts respektiv nur für einen Sonnenbrand. Auch auf dem zweiten Tauchgang nix… Ja nu, hats nicht sollen sein. Irgendwelche (Taucher-)Träume muss man sich ja erhalten… Mein Highlight des Tages sind die Mantas, mit welchen wir auf der Rückfahrt schnorcheln können. Einfach nur toll, wie ich neben den Viechern her schwimmen kann.

 Maldives, Nautilus, Fish white

Strömung, Nullzeit und andere Herausforderungen

Der Tag beginnt früh. Um halb sieben Uhr sind wir bereits im Wasser. Da die Strömung auf dem Thila ziemlich stark ist, brauche ich viel Luft. Kombiniert mit der immer näher kommenden Nullzeit muss ich wohl oder übel bereits nach 40 Minuten das Zeichen zum Aufstieg geben. Für einmal sind wir damit bei den ersten, die wieder zurück im Boot sind. Sowieso habe ich heute eine Art “taucherischer” Stillstand zu vermelden. Auch auf den zwei weiteren Dives schwimme ich eher neben als in den Flossen. Zudem gibt es überhaupt nichts Spezielles zu sehen. Ja nu, nicht jeder Tag unter Wasser kann perfekt sein.

Ein ganz normaler Tag an Bord der Nautilus One

Nachfolgend die Beschreibung eines ganz normalen Tages auf der Nautlius One:
Aufstehen; Kaffee trinken und Güetzi essen; 1. Tauchgang; frühstücken; quatschen mit Margit und Otto (zwei super coole Abenteurer aus der Nähe von Wien – wonderful to know you guys!) sowie den anderen Divern; 2. Tauchgang; Zmittag essen; lesen, quatschen, loggen, faulenzen; 3. Tauchgang; duschen; Deko-Bier zum Sonnenuntergang; Znacht essen; qautschen und den Abend ausklingen lassen; ins Bett hüpfen.
Unser Fazit: wunderbar, wobei ein vierter Tauchgang den Tag noch perfekter gemacht hätte…

Last day diving

Da die meisten bereits morgen in der Früh ihren Flug haben, gibt es heute nur einen Tauchgang. Und da zwischen dem letzten Tauchgang und dem Abflug 24 Stunden liegen sollten, sind wir bereits um sieben Uhr im Wasser! Wir finden beides etwas mühsam, denn erstes geht unser Flug erst einen Tag später und zweitens haben wir somit faktisch den ganzen Tag „nichts“ zu tun. Aus für uns unerklärlichen Gründen schwimmt die Gruppe beim Abstieg wie die Doofen gegen die Strömung. Ich habe innerhalb von wenigen Minuten bereits 50 bar gesoffen, weshalb wir irgendwann alleine in die andere Richtung abhauen. Gute Entscheidung, denn nach nur wenigen Minuten stossen wir auf eine Haiputzstation. Zwei ziemliche „Tütschi“ lassen sich von uns überhaupt nicht stören und schwimmen langsam mit uns über das Riff – cool. Den Rest des Tages verbringen wir faulenzenderweise auf dem Schiff. Wir haben keine Lust mit den meisten anderen nach Male zu fahren, da wir zum Abschluss eh noch zwei ganze Tag in der Stadt verbringen werden.

 Maldives, Nautilus, Nemo

Male

Nach dem Frühstück ist es Zeit das Schiff zu verlassen und Abschied zu nehmen. Besonders schwer fällt uns der Abschied von Margit und Otto. Wir haben die beiden in den letzten Tagen sehr ins Herz geschlossen und freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit ihnen – wo auch immer, dies sein wird! Im Guesthouse angekommen ist unser Zimmer bereits parat. Und da Male in wenigen Stunden besichtigt sein soll, lassen wir es ruhig angehen und surfen stattdessen erstmals gehörig durchs Internet sowie durch die zahlreichen TV-Programme. Irgendwann muss man sich ja wieder auf den neusten Stand bringen… Am Nami wollen wir zu Fuss die Insel umrunden. Vorbei am „Strand“ der Einheimischen, Hafen, Früchtemarkt, Fischmarkt, zahlreichen Spielplätzen usw. schaffen wir bis zum Wolkenbruch in über zwei Stunden nur gerade drei Viertel der Insel abzulaufen. Da soll mal einer sagen, dass die Insel klein sei! Entgegen der allgemein gültigen Meinung von allen Malediven-Touristen finden wir Male auch gar nicht mal so langweilig. An jeder Strassenecke gibt es etwas Spannendes zu entdecken. Der heutige Regen war übrigens auf den Malediven fast eine Premiere. Das erste Mal hat es gestern Abend geregnet. Ansonsten war das Wetter in der letzten Woche voll und ganz nach unserem Gusto.

Bier gefunden!

Ausgeschlafen machen wir uns auf, um auch noch den Rest von Male zu entdecken. Ohne Karte schlendern wir durch die Strassen und geniessen nochmals so richtig die Hitze. Nach dem Besuch der grössten Moschee der Malediven sowie einigen Fotostopps bei ein paar weiteren Male-„Highlights“ wollen wir unseren Durst mit einem Bier löschen. Da es in ganz Male keinen einzigen Tropfen Alkohol gibt, nehmen wir kurzerhand die Fähre zur Flughafeninsel und setzen uns an den Pool des dortigen Resorts. Was macht man nicht alles für ein kühles Blondes? Schmecken tut’s jedenfalls ausgezeichnet. Über den Preis machen wir an dieser Stelle keine Angaben… Die nächste Fahrt mit der Flughafenfähre ist dann leider auch die letzte. Der Abschied wird uns insofern versüsst, als dass wir nochmals auf Margit und Otto treffen. Die beiden warten bereits am Jetty auf uns. Der definitive Abschied geht dann beinahe noch in die Hosen. Da unser Flug früher ist, können wir nicht zusammen in das Terminal hinein. Kurz bevor auf dem Bildschirm für unseren Flug „Final Call“ angeschrieben wird, schaffen wir es zum Glück doch noch. Ein Schmatzer und eine Umarmung später sitzen wir auch schon fast im Flugzeug, welches uns via Colombo zurück nach Frankfurt bringt. Schön wars, die letzten drei Wochen auf Achse!

Short cut zu den Bildern

 


Namibia & Botswana

Short cut zu den Bildern

 

Zeit zum Abzuhauen
Obwohl wir schon ziemlich oft ab Frankfurt geflogen sind, haben wir noch nie auch nur einen Fuss in die Finanzmetrople Deutschlands gesetzt. Dies wollen wir bei diesem Trip unbedingt nachholen und reisen deshalb bereits am Vortag unseres Fluges an. Leider ist das Wetter bei der Ankunft aber derart garstig, dass wir uns direkt in die erste Bierbar resp. in eine asiatische Beiz retten. Nur Bier, Curry und Nudelsuppe können unser Herz bei dieser Kälte wieder erwärmen. Zum Glück sind die Wetterprognosen für Namibia um einiges besser!

Auf Nummer sicher…
Kalt ist es noch immer, aber die Sonne zaubert heute ein paar Extragrad aufs Thermometer und begleitet uns netterweise auf unserer Walking-Tour durch Frankfurt. Ausser den Riegelhäuser rund um den Römerplatz entdecken wir jedoch nicht viel Schönes. Auch der Blick auf die Skyline ist eher enttäuschend und so finden wir trotz intensivster Suche den Charme dieser Stadt nicht wirklich. Vielleicht liegt dies auch ein bisschen daran, dass wir beide irgendwie ein etwas nervös sind. Die Istanbul-Reise resp. die abenteuerliche Taxifahrt an den Flughafen von Istanbul hat wohl doch einige Spuren hinterlassen… So verwunderts dann auch nicht, dass wir unglaubliche fünf Stunden (das ist nicht zum Lachen…!) vor Abflug am Flughafen eintreffen. Auch wenn dies total übertrieben ist, sind wir schlussendlich nicht ganz unfroh darüber. Alleine bis wir endlich unser Terminal finden, ist locker eine Stunde vorbei. Wie auch immer: dieses Mal gibts definitiv keine spektakulären Berichte über die Anreise nachzulesen – sorry… Und so sitzen wir dann irgendwann viel später völlig entspannt im Flugzeug und freuen uns auf die bevorstehende Reise. Kleine Randbemerkung zum Schluss: Im Flugzeug hat es nur einen einzigen schwarzen Passagier. Und auch wir fallen irgendwie auf. Der durchschnittliche Tourist ist eher grau meliert und erst noch gut mit hochmoderner Safariausrüstung getarnt.

Freiheit pur!
Nach nicht einmal zehn Stunden Flug landen wir frühmorgens um sechs Uhr in Windhoek. Wir merken schnell, dass wir in Afrika angekommen sind; das Anstehen an der Passkontrolle und am Bancomat braucht vieeeeeeel Geduld. Da wir von der Autovermietung abgeholt werden, sind wir dafür umso schneller im Besitz unseres 4×4 Fahrzeuges. Der Papierkrieg ist erfreulich rasch erledigt und auch die Fahrzeug-Instruktion bringen wir im Nu hinter uns (mir kennes ja scho chli…). Nachdem wir auch noch den halben Supermarkt leer gekauft haben, sind wir definitiv parat, um in das Abenteuer Namibia zu starten. Da wir das heutige Nachtlager so nahe wie möglich am Etosha National Park aufschlagen wollen, müssen wir heute noch ein paar Kilometer zurücklegen. Zu unserer Freude kommen wir zügig voran und finden am Nami rund 60 Kilometer südlich vom Etosha ein erstes kleines Paradies. Der private Camping-Platz hat nur fünf Stellplätze und liegt in einem kleinen geschützten Tal. Das Bad ist Openair und in den Fels gehauen. Die Wasserversorgung wird durch den natürlichen Pool auf den Felsen sicher gestellt. Um das Glück perfekt zu machen (gäu Odi…), darf natürlich das erste grosse Feuer am Abend nicht fehlen. Mitten in der afrikanischen Natur verbringen wir so unsere erste Nacht in absoluter Ruhe und Freiheit ganz alleine auf dem Camping von Oppiklippe – einfach fantastisch!

Bleib stehen, lieber Elefant!
Nach einer erholsamen Nacht, in der wir den Schlafmangel aus der vorherigen Nacht wieder wett machen, gehts es am Morgen auf zum Etosha National Park. Damit wir möglichst viele Tiere beobachten können, werden wir ganze drei Nächte hier verbringen. Wir müssen nicht lange suchen und schon bald geht es los mit Zebras, Gnus, Wüstenfüchsen, Impalas, Kudus, Giraffen, Springböcken und vor allem Elefanten.

 Namibia, Ethosha, Zebra

Diese sind es dann auch, die uns einen ersten kleinen (Odi) bis mittleren (Karin) Adrenalinschub verpassen. Bei einem Wasserloch kommt eine Herde mit über 30 Stück vorbei und gönnt sich ein Schlammbad mit anschliessender Sanddusche. Als die ersten drei Tiere (Mami mit Baby und älterer Tochter) fertig sind, haben die Viecher nichts besseres zu tun als direkt unser Auto anzusteuern. Bevor wir realisieren was abgeht, ist es dann auch schon zu spät, um wegzufahren. Netterweise bleiben die beiden grösseren Tiere dann doch noch einen Meter von unserem Auto entfernt bock still stehen. Wir sind auch bock still, kurbeln vorsichtshalber schon mal die Fenster hoch und hören sogar auf zu fotografieren. Irgendwann – gefühlte 5 Minuten später – ist der Spuk vorbei und die Elefanten umlaufen uns schliesslich doch noch. Man kann sich kaum vorstellen, wie klein wir uns im Auto neben diesen riesigen Tieren gefühlt haben. Für Nicht-Insider: Elefanten könnten unser Auto locker umstossen! Der Rest des Tages verläuft zum Glück ohne weitere Zwischenfälle. In unserem ersten Nachtlager treffen wir auf Krobi und Milva. Krobi und ich kennen uns vom Unihockey, von der HSW und von der SBB. Grund genug mit den beiden einen gemütlichen Braii-Abend zu verbringen. Bevor es jedoch soweit ist, nutzen wir die kühlere Abendstunde noch für eine kurze Ausfahrt zum nächsten Wasserloch. Der traumhafte afrikanische Sonnenuntergang und die Löwen am Wasserloch sind einfach der Hammer!

Etosha National Park
Emsiges Treiben auf dem Campingplatz lockt uns kurz nach sieben Uhr aus dem Zelt. Da die Viecher in den kühleren Morgen- und auch Abendstunden am aktivsten und somit am einfachsten zu sichten sind, will jeder so früh wie möglich wieder auf die Pirsch. Wir lassen es ein bisschen gemütlicher angehen und genehmigen uns mit den zwei anderen zuerst noch einen Kaffee. Nach dem wir uns von Krobi und Milva verabschiedet haben, ist es jedoch auch für uns an der Zeit den Park wieder unsicher zu machen. Fast acht Stunden fahren wir über alle möglichen Wege zu allen möglichen Wasserlöcher. Die spektakuläre Sichtung bleibt jedoch aus. Nur das übliche, leicht zu sichtende Wild macht sich bemerkbar.

 Namibia, Ethosha, Springbock

Den Sonnenuntergang geniessen wir am Wasserloch des Camps. Leider kommt auch hier ausser ein paar Perlhühner vorerst niemand auf einen Schluck vorbei. Erst als wir nach dem Braii nochmals auf Tiersuche gehen, haben wir mehr Glück und sichten tatsächlich ein Nashorn. Genau so schnell wie es aufgetaucht ist, ist es auch schon wieder verschwunden. Glück gehabt, sind wir genau zu diesem Zeitpunkt auch am Wasserloch. Guet Nacht, liebs Nashorn!

Viele Löwen und Zebras wie Sand am Meer
Die zahlreichen Möchte-Gern-Safari-Ranger haben uns angesteckt. Auch wir sind heute kurz nach sechs Uhr auf den Beinen. Um möglichst rasch wegzukommen, verzichten wir sogar auf den sonst obligaten Kaffee (unser Wasserkocher würde die Abreise mind. 30 Minuten verzögern – das Ding ist einfach zu lahm…). Wir steuern auf direktem Weg ein Wasserloch an, wo es anscheinend in den Morgenstunden immer wieder Löwen zu sichten gibt. Und tatsächlich – ganze sieben Stück liegen faul herum und lassen sich über eine Stunde von uns beobachten.

 Namibia, Ethosha, Lion

Erst als sie sich davon machen, machen auch wir uns davon. Viele Kilometer später treffen wir dann tatsächlich nochmals auf weitere sechs Löwen. Diese sind jedoch ziemlich weit von der Strasse entfernt, so dass wir nicht mehr ganz solange ausharren. Unser Highlight sind heute jedoch die Zebras. An einem anderen Wasserloch sind schon ganz viele Tiere am trinken als wir ankommen. Wir trauen unseren Augen kaum, als auf einmal eine riesige Karawane von weiteren Tieren auftaucht. In Einerkolonne kommen sie langsam zum Wasserloch, um ihren Durst zu löschen. Am Schluss sind sicher 500 Zebras um uns herum versammelt. Ein wahnsinniges Erlebnis! Diese zahlreichen Tiererlebnisse schaffen uns. Wir sind derart “ufem Hung”, dass wir am nächsten Wasserloch kurzerhand ein Nickerchen einlegen. Bevor wir in der Abendsonne nochmals durch die Gegend kurven, wird auch im Camp noch ein bisschen relaxt. Dass es auch die letzten Stunden bis Sonnenuntergang in sich haben, zeigt sich auch wieder eindrücklich. Wir sind richtig im Stress, um die zahlreichen Tiere (nochmals Löwen, Rhino, Schakale usw.) noch rechtzeitig abzulichten. Rechtzeitig heisst hier “Das Tor schliesst um 18.56 Uhr”. Wer bis dann nicht zurück im Camp ist, hat Pech gehabt. Man muss zwar in diesem Fall nicht draussen übernachten, aber eine Busse und eine Verwarnung gibt es auf alle Fälle. Und wer jetzt denkt, dass wir munter weiter plöffen, dann machen wir dies sehr gerne. Am Wasserloch vom Camp hat es nochmals Rhinos, Löwen, Elefanten, Giraffen, Schakale usw. Juhee, so macht doch Safari so richtig Spass.

Bye, bye Etosha
Wir sind wieder früh unterwegs. Doch dieses Mal haben wir nicht so viel Glück. Wir müssen ziemlich durch den Park kurven, um endlich etwas Spannendes zu finden. Es scheint fast, als ob die Tiere heute frei haben. Nur die Löwen haben erbarmen mit uns. Mehrere Male finden wir im Schatten unter den Bäumen die Könige der Savanne faul am herum liegen. In diesen vier Tagen haben wir nun derart viel Löwen gesehen, dass wir schon fast an einem Löwen-Überdruss leiden. Zum Abschied zeigen sich am letzten Wasserloch dann auch noch ein paar andere Tiere. Wir sagen “Tschüss” und bedanken uns für die wunderbare und tierreiche Zeit im Etosha. Schön wars… Das Nachtlager schlagen wir ca. 100 Kilometer weiter südlich auf einer Farm auf. Wieder haben wir den ganzen Campingplatz für uns alleine und können tun und lassen was wir wollen. Ich fühle mich fast ein bisschen wie in einem der zahlreichen Schundromanen, die es von Afrika gibt – einfach herrlich!

 Namibia, Ethosha, Ostrich

Uff, Schwein gehabt! / Afrika? Afrika!
Der heutige Tag hat zwei Titel verdient -doch alles der Reihe nach. Nicht weit von uns entfernt, besuchen wir den grösste Meteoriten der Welt. Ein gewaltiges Teil von über 50’000 Kilo, welches irgendwann vor geschätzten 80’000 Jahren vom Himmel gefallen ist. Netterweise ist beim Eingang ein Schild angebracht, welches uns vor allfälligen weiteren Meteoriten warnt. Wir haben Glück, während unseres Besuches fällt nichts vom Himmel :-) . Das nächste Happening ist für den ersten Titel von heute verantwortlich. In Groonfontein stocken wir unsere Vorräte auf. Als wir dies auch noch am Bancomat machen wollen, passiert es: wir tappen in eine – im Nachhinein extrem offensichtliche – Falle. Odi wird am Bancomat von zwei Typen belagert. Auf den ersten Blick scheint es, als wollten sie ihm helfen die richtigen Knöpfe zu drücken (wie wir das nicht wüssten…). Auf den zweiten Blick ist klar, dass sie nur zwei Sachen wollen: unseren Pin und unsere Karte. Um das ganze noch ein bisschen trickreicher zu gestalten, fängt ein netter Herr direkt im Sichtfeld des Bancomates ein Gespräch mit mir an. Irgendwann schnalle ich, dass dieser mir nur die Sicht verdecken will. Derweilen ist Odi ein Security-Man vom nächsten Bancomat zu Hilfe geeilt, der wenigstens einen der beiden Typen irgendwie versucht in Schach zu halten. Odi merkt zum Glück auch, dass etwas nicht ganz proper ist und wehrt sich tapfer gegen den drohenden Pin- und Kartenklau. Am Schluss gehen wir als Sieger aus der Situation hervor. Genau gar nichts haben uns die Arschlöcher geklaut… doch ein bisschen aufgeregt sind wir nach der Aktion schon. Der Adrenalin-Schub ist spätestens beim Boababs-Tree vorbei. Der uralte Baum – über 3000 Jahre alt – holt uns wieder zurück auf den Boden der Realität. Wir sind uns einig, dass wir nun nicht gleich einer unangebrachten Paranoia verfallen wollen. Jetzt folgt der Grund für den zweiten Titel. Ca. 100 Kilometer nördlich von Groonfontain verläuft die rote Grenze. Diese Grenze soll die Maul- und Klauenseuche von den Farmen im Süden fernhalten. Die Grenze ist aus unserer Sicht jedoch eher einer krasser Schnitt zwischen arm und reich. Kaum haben wir das Tor durchquert, treffen wir auf einen extrem krassen und unerwarteten Kontrast. Statt auf Farmen treffen wir auf typisch afrikanische Dörfer mit Leuten, die mit dem absoluten Minimum in Lehmhütten leben. Der Unterschied könnte krasser kaum sein. Dies hier ist wirklich Afrika! Ganz besonders wird uns dies bewusst, als wir an einem Souvenir Shop am Strassenrand stoppen. Die Kinder haben nur noch Lumpen an. Mir den Geschenken von Jara und Mia, unsere Nachbars-Mädels, können wir ihnen wenigstens eine kleine Freude machen. Da wir morgen Dani in Rundu treffen werden, suchen wir einen Camp in seiner Nähe. Leider finden wir beim ersten Versuch weder einen Typen, bei dem wir bezahlen können, noch Wasser. Die Anfahrt hat sich trotzdem gelohnt – wir können zum ersten Mal unseren 4×4 einschalten. Beim zweiten Camp haben wir mehr Glück. Das Camp ist eine kleine Oase am Kovango River. Für wenige Franken bekommen wir hier das ziemlich gehobene (und zugegebenermassen schon fast übertriebene – Afrika-Lode-Feeling.

Meeting Dani von Interteam
Bevor wir uns am späteren Nami mit Dani aus der Schweiz treffen, welcher für die Organisation Interteam in Rundu als Informatiker tätig ist, machen wir entlang dem Kavango, welcher auch die Grenze zu Angola ist, eine kleine Ausfahrt. Alle paar Meter treffen wir auf umzäunte Lehmhütten. Die meisten “Häuser” und ihre “Zimmer” sind leer, denn heute ist schliesslich Sonntag und fast alle sind irgendwo an einem Gottesdienst. Erst auf der Rückfahrt treffen wir dann auf zahlreiche Menschen, die in ihren schönsten Kleidern von der Kirche nach Hause spazieren. Auch wenn die Kleider bei uns nicht zum letzten Schrei gehören, ist der farbige Anblick einfach schön. Zurück in Rundu melden wir uns schliesslich bei Dani. Wir haben ihn ganz frech aufgrund seiner tollen Rundbriefe aus seinem Einsatz angeschrieben und ihn gebeten uns ein bisschen über seinen afrikanischen Alltag zu erzählen. Wir fragen ihm auf einer wunderbaren Terrasse mit Blick auf den Kavango (wird dann in Botswana zum Okavango) Löcher in den Bauch und erfahren so allerhand über Namibia, das afrikanische Leben und seine Arbeit hier in Rundu. Wer auch mehr wissen möchte, findet auf www.interteam.ch seine Berichte. Als ob dem nicht schon genug wäre, stellt uns Dani auch noch sein Bett zur Verfügung. Ach tut das gut, wieder einmal auf einer weichen Matratze zu nächtigen (das Teil im Dachzelt ist pickelhart!). Dani, danke vielmals für deine Geduld, deine offenen Antworten und Erzählungen sowie deine Gastfreundschaft! Falls du mal in unserer Nähe ein Bett brauchst, bist du jederzeit herzlich willkommen.

Tsidlo Hills
Wir sind zeitig auf und nach dem Frühstück mit Dani brechen wir auf in Richtung Botswana. Der Grenzübertritt klappt wie am Schnürchen. Wir würden sogar behaupten, dass wir bei der Einreise in Botswana auf die netteste Zöllnerin überhaupt treffen. Die Dame heisst uns derart herzlich in ihrem Land willkommen, dass uns schon fast die Worte fehlen. Auch wir werden bald zu ihren Lieblingen, als wir für Touristen wohl eher atypisch von uns aus das Fleisch und die Milch deklarieren und dann auch abgeben (dass wir eine Ladung Hamburger retten, sei hier nur am Rande erwähnt :-) ). Im ersten Kaff nach der Grenze versuchen wir an Geld zu kommen. Da die Bank gut besucht ist, müssen wir viel Geduld aufbringen bis wir endlich an der Reihe sind. Als ich dann schliesslich irgendwann dran bin, kommt prompt ein Chief herein, der dann natürlich seine Geschäfte auch noch vor mir erledigen darf… Unser erstes Ziel in Botswana sind die Tsidlo Hills, welche aufgrund der zahlreichen über 3000 Jahre alten Felszeichnungen zum Unesco Weltkulturerbe gehören. Im Lonely Planet ist die Anfahrt sehr, sehr abenteuerlich beschrieben. Drei sandige 4×4 Tracks sollen zu den Hills führen und wir überlegen lange, welchen wir nun wirklich nehmen wollen. Den ersten verpassen wir dann auch prompt. Beim zweiten können wir kaum glauben was wir sehen: neben einem klar angebrachten Wegweiser treffen wir auf eine halbe Autobahn (immerhin ungeteert), welche uns auf direktem Weg in die Pampa führt. Bei den Hills angekommen, nehmen wir uns gleich einen Führer, welcher uns auf einem zweistündigen Walk einige der zahlreichen Zeichnungen zeigt. Eindrücklich, wenn man bedenkt, wie alt diese sind. Wir nicht unfroh, als wir wieder zurück im Camp sind. Heute war es wirklich ganz ausserordentlich heiss und wir haben beide ein kleines Australien-Red-Center-Backflash. Nicht nur die Hitze ist identisch, sondern auch die Landschaft gleicht sich sehr. Am Abend gibt es wieder Camping-Freiheit pur. Wir sind einmal mehr alleine und geniessen die Ruhe und die Natur am Lagerfeuer. Odi macht heute sogar mit Kuhdung – eh, also Kuhscheisse – Feuer. Wie ihr seht, haben wir schon einige Sitten angenommen :-) .

Traumhafter Community Camping
Nach fünf Stunden Fahrt treffen wir in Maun, dem Tor zum Okavanga Delta ein. Bevor wir die nächsten Tage planen, schauen wir zuerst am Flughafen vorbei, um zu checken, ob wir heute allenfalls noch zu einem Rundflug über das Delta starten können. Da es jedoch zu windig und damit auch zu dunstig (der viele Sand nebelt so ziemlich alles ein) ist, beschliessen wir zuerst in den Moremi National Park zu fahren und den Flug auf später zu verschieben. Obwohl wir wissen, dass im Park alle Camps ausgebucht sind, fahren wir auf gut Glück in Richtung Gate und finden tatsächlich auf einem traumhaften Camping kurz vor dem Tor ein Plätzchen für die Nacht. Der Camping gehört der nahegelegenen Gemeinde und ist so ziemlich der schönste, den wir bis dato auf dieser Reise angetroffen haben. Zugegebenermassen hat das ganze zwar auch seinen Preis (40 Dollar pro Nacht), aber da wir damit die Gemeinde direkt unterstützen und sowohl die Lage als auch der Platz an und für sich einfach der Hammer sind, zahlen wir den Preis gerne. Schöner könnte es wirklich kaum sein!

 Namibia, Ethosha, Bird

Moremi National Park
Leider wird die Nacht nicht mehr ganz so traumhaft wie der Abend. Irgendwann fängt es an zu blitzen und donnern. Am Anfang können wir die Wetterkapriolen problemlos ignorieren. Irgendwann wird es dann jedoch einfach zu viel. Drei Gewitterfronten ziehen über uns hinweg und rauben uns jeglichen Schlaf. Die Blitze sind derart zahlreich und hell, dass die Nacht immer wieder zum Tag wird. Die ohrenbetäubenden Donner, die auf die Blitze folgen, sind nicht minder unangenehm. Mehrere Male können wir keine einzige Sekunde zwischen Blitz und Donner anzählen und wir machen uns beide unsere Gedanken, ob wir im Dachzelt überhaupt noch sicher sind. Während Odi sich mehr Sorgen über umfallende Bäume macht – in der Zwischenzeit kommt auch noch ein orkanartiger Wind angebraust – gilt meine Angst eher einem allfälligen Blitzeinschlag. Erst als die halbe Nacht vorbei ist, fängt es endlich an zu regnen. Damit sind zum Glück auch Donner, Blitz und Wind vorbei und wir finden doch noch etwas Schlaf (wie heftig das Gewitter effektiv war, zeigt mein Traum: ich träume tatsächlich, dass wir evakuiert werden…). Trotz der praktisch schlaflosen Nacht sind wir am Morgen wieder zeitig auf den Beinen. Schliesslich wollen wir den Moremi N.P., welcher auch zum Okavango Delta gehört, besuchen. Über den Park und den Ausflug an und für sich sind Odi und ich geteilter Meinung. Während Odi über sieben Stunden mit unserem 4×4 den coolsten Track ever fahren kann (durch Wasser, durch Sumpf, über halbe Brücken, über ganze Brücken, durch Sand, usw.) und dies auch sichtlich geniesset, hätte ich mit maximal einer Stunde Track und 10x mehr Tieren gut leben können… Auf dem Rückweg nach Maun kommen wir einmal mehr in eine Veterinärkontrolle. Da uns der nette Herr beim Verlassen der Stadtgrenze bereits vorgewarnt hat, wissen wir was auf uns wartet: Fleisch, Milch, Früchte und Obst abgeben. Irgendwie ist in Botswana eine Fruchtfliegenplage ausgebrochen, die es notwendig macht, dass an diesen Checkpoints stets alle diese Produkte abgegeben werden müssen. Aus dem Kühlschrank kommt alles direkt ins Feuer – ausser die Milch, die darf zum Glück noch ein Kind des Dorfes trinken. Zurück in Maun haben wir nur noch drei Ziele: einen Flug für morgen reservieren, einen Camping finden und ein kühles Bier trinken. Auch wenn uns der Tag unterschiedlich gut gefallen hat, anstrengend war es für beide!

Flug über das Okavano Delta
Unser Tag beginnt mit einem einstündigen Flug über das Okavango Delta. Wir bekommen eine Maschine für uns ganz alleine (ein Pilot ist natürlich auch dabei…) und sind noch vor dem Frühstück in der Luft. Das Delta sieht aus wie ein grosses Korallenriff von oben und ist zu unserem Erstaunen gar nicht überall nass und sumpfig, sondern oft auch trocken und struppig. Da wir nur 140 Meter über dem Boden fliegen, können wir sogar ab und zu Elefanten, Giraffen, Zebras, Büffel, Impalas, Gnus, Hippos (ich) und Löwen (Odi) ausmachen. Wie meist in so kleinen Maschinen wird mir irgendwann leicht schlecht, so dass ich nicht ganz unfroh bin, als wir nach einer Stunde wieder am Boden sind. Schön wars trotzdem… :-) . Den Rest des Tages verbringen wir mit praktischen Dingen: Auto putzen (nach Odis Track von gestern sieht das Baby aus wie Sau), einkaufen, Waschen (von Hand…), lesen, Bier trinken, Karten schreiben, Route planen, morgigen Tag organisieren, Tagebuch schreiben, in den Pool springen (ich), fotografieren (Odi), kochen, relaxen…

Im Mokoro durchs Delta
Zum ersten Mal auf dieser Reise können wir am Morgen Zelt und Auto stehen lassen, denn wir machen heute direkt ab dem Camping einen Ausflug in das Okavango Delta. Bevor wir in die berühmten Mokoro (kleine Nussschalen, wie ein Kanu) umsteigen, werden wir mit dem Schnellboot eine Stunde in ein Dorf etwas ausserhalb gefahren. Ab hier werden wir danach zu zweit von einem lokalen Guide (wir bekommen ein starkes Mädel) durch das Delta geschippert. Die Fahrt ist gemütlich langsam und gibt einem die Möglichkeit das Delta so richtig auf sich einwirken zu lassen. Oft fahren wir mit dem Mokoro sogar mitten durchs dicke Schilf und Gras. Um den Ausflug wirklich perfekt zu machen, fehlen leider wieder die Tiere. Nur ein einziges Krokodil finden wir. Von den Hippos, die es hier in rohen Mengen geben soll, ist kein einziges in Sicht. Ob ich diesem allerdings im Kanu überhaupt hätte begegnen sollen, lassen wir nun mal offen… Nach drei Stunden in der Nussschale legen wir schliesslich auf einer Insel an. Nach einem kurzen Imbiss können wir die Gegend nun auch noch zu Fuss erkundigen. In Einerkolonne stampfen wir dem Guide hinterher und sind immer auf der Hut, was für ein Tier uns wohl hinter dem nächsten Busch erwartet. Dieses Gefühl ist immer wieder spannend, könnte man hier im Extremall doch auf Elefanten, Löwen, Büffel und allerhand sonstiges Getier treffen. Die richtig gefährlichen Tiere bleiben zum Glück fern. Ausser Gnus, Pumbas und Antilopen entdecken wir in der Mittagshitze nichts. Da uns auf der Rückfahrt im Mokoro das Trinkwasser ausgeht, ermutigt uns unsere Guide, das Wasser des Okavango zu trinken. Das Wasser ist wirklich unglaublich sauber und wir überlegen nicht lange und genehmigen uns gerne ein paar Schlücke. Gut schmeckts, nur der Abgang ist etwas erdig. Nach sieben Stunden auf dem Wasser haben wir genug Sonne getankt (Sonnenbrand lässt grüssen…) und freuen uns auf den gemütlichen Abend – den letzten in Botswana – mit Bier und Grillade. Den Rest des mitgebrachten Okavango-Wassers machen wir auf dem Feuer nach jordanischer Art heiss. Wir wollen schauen, ob die Tips der Wüstenführer wirklich zu gebrauchen. Dazu stellen wir die volle PET-Flasche offen ins Feuer. Und siehe, das Wasser fängt irgendwann an zu kochen und die Flasche ist zwar verformt, aber nicht leck. Wenn ihr also einmal keinen Kochtopf aber eine PET-Flasche dabei habt, voilà – that’s the way!

Hier noch unsere Top-Okavango-Delta-Erlebnisliste:
Nr. 1 Über das Delta (Flugzeug)
Nr. 2 Durch das Delta (Auto)
Nr. 3 Über das Delat (Mokoro)
Nr. 4 Durch das Delta (zu Fuss)

Back to Namibia
Nach sechs Tagen Botswana fahren wir heute wieder zurück nach Namibia. In Botswana hat es uns sehr gut gefallen. Irgendwie war alles hier ein bisschen relaxter als in Nambia. Ich bin fast sicher, dass wir hier nicht zum letzten Mal waren. Schliesslich haben wir nur einen kleinen Teil des Landes gesehen. Die Fahrt ist relativ unspektakulär und lang. Unterwegs halten wir immer wieder an um zu tanken, etwas zu kaufen oder um ein Foto zu machen. Irgendwo in the middle of nowhere gibts wieder einmal eine Veterinärkontrolle und wir dürfen zum ersten Mal am heutigen Tag extrem ahnungsloser Tourist spielen. Seit den Tracks im Moreni Game Reserve fehlt uns nämlich das vordere Nummernschild. Inoffiziell haben wirs längst bemerkt, offiziell jedoch nicht. Der Herr lässt uns dann auch mit einigen mahnenden und eher unfreundlichen Worten davon ziehen. An der Grenze das gleiche Spiel nochmals. Alles wir den Papierkrieg schon erledigt haben und losfahren wollen, werden wir wieder gestoppt. Auch in diesem Fall ist unser Talent zum Schauspielern erfolgreich. Dieser Herr will uns zwar zuerst (als Witz) eine Busse aufbrummen, lässt uns dann aber mit dem Hinweis, dass wir uns auf einer Polizeistation melden sollen, ziehen. Aus Zeitmangel resp. aufgrund der wahnsinnig schnellen afrikanischen Bürokratie werden wir das natürlich nicht tun. Nach zehn Stunden auf der Autobahn erreichen wir schliesslich Windhoek und sind froh, dass wir nun den grössten Teil der Reise an die Küste Namibias hinter uns gebracht haben.

Swakopmund
Die Fahrt an die Küste dauert nicht lange. Bereits am Mittag treffen wir in Swakopmund am Atlantik ein. Swakopmund erwartet uns mit kühleren Temperaturen. Zum ersten Mal müssen wir sogar ein Jäggli anziehen. Der Wind, welcher hier an der Küste stets ein bisschen weht, hat es irgendwie in sich. Hier im Süden von Namibia fühlen wir uns eher wie in Australien. Alles ist wahnsinnig zivilisiert sowie organisiert und hat eigentlich so gar nichts mit Afrika zu tun. Auch unser Camping ist wahnsinnig luxuriös. Wir bekommen sogar ein eigenes Badezimmer direkt am Stellplatz. Am Nachmittag schlendern wir durch Swakopmund. Das Kaff wirkt (heute ist Sonntag) wie ausgestorben. Die Strassen sind leer und es ist so gar nichts los. Ein bisschen irritiert sind wir ab all den deutschen Wörtern, die uns von überall her ins Auge fallen. Der Reiseführer hat nicht ganz unrecht, wenn dort steht, dass es hier fast deutscher ist als in Deutschland. Zum Aperölen und Znachten müssen wir schliesslich ziemlich nahe ans wärmende Feuer rücken. Zum Glück haben wir genug Holz dabei, so dass es doch noch ganz “kuschelig” warm wird :-) .

Übrigens zum 1ten: auch heute haben wir wieder einen Polizist erfolgreich wegen unseres Nummernschildes angeschwindelt. Um nicht mehr ganz so fest schauspielern zu müssen, haben wir dann heute sogar die Autovermietung informiert, dass sie doch ein neues Schild organisieren sollen. So können wir allfällige weitere Kontrollen doch schon ein bisschen entschärfen… :-) .

Übrigens zum 2ten – ein kleiner Tipp für künftige Namibia- resp. Botswana-Reisende. Trifft man auf Menschen ist immer zuerst ein “Hello” gefolgt von einem “How are you?” zu empfehlen. Diese Frage gefolgt von ev. noch ein bisschen mehr Smalltalk öffnet meist schon alle Tore und der Kontakt – mit wem auch immer – wird super einfach und herzlich.

Raue (und kalte) Küste
Der Tag beginnt neblig und eher feucht. Das raue Klima an der Küste erinnert uns an einen nebligen Novembertag in der Schweiz. In der Nacht tropfte es mir sogar mitten aufs Gesicht, so feucht (und ungelüftet) wars im Zelt. Nicht ganz einfach zu verkraften, wenn man bedenkt, dass wir in Afrika sind. Warm verpackt machen wir am Morgen einen Ausflug zu einer riesigen Robben-Kolonie. An die 100’000 Stück liegen hier faul versammelt umher und machen allerhand komische Geräusche und stinken munter vor sich hin. Wie rau die Küste ist, zeigen auch die zahlreichen Schiffswrecks, die hier immer wieder anzutreffen sind. Die Wellen sind hoch, der Wind stark und zum Baden lädt hier überhaupt gar nichts ein (Wassertemperatur ca. 14 Grad). Am Nachmittag verzichten wir auf den eigentlich geplanten Rundflug über die Namibwüste. Das Wetter ist einfach zu wenig schön, um 700 Franken ohne mit der Wimper zu zucken zu investieren. Stattdessen machen wir uns auf die Suche nach Flamingos. Gemäss Reiseführer soll es diese im Süden von Swakopmund – genauer in Walvis Bay – en masse geben. Obwohl wir alles geben und sogar eine mehrere Kilometer lange ins Meer führende, extrem sandige 4×4-Piste befahren, finden wir nichts was sich fotografieren lässt. Einzig irgendwo am Horizont lassen sich mit etwas Phantasie einige Vögel ausmachen.

Namibia, Walvis Bay, Bird

Interessant ist, wie sich die Landschaft auf einen Schlag verändert. Kaum sind wir aus Swakopmund raus, zieren grosse Sanddünen die Szenerie und das Wetter wird schlagartig besser und auch wärmer – nur der Wind bleibt. Da wir morgen ab Swakopmund einen Halbtagesausflug in die Wüste machen, nächtigen wir heute trotzdem nochmals im “kalten” Swakopmund. Um uns warm zu halten, feuern wir entsprechend wieder richtig ein. Hoffentlich wirds dann die letzten Tage im Hinterland wieder ein bisschen wärmer…

Paniert!
Wieder einmal haben wir etwas Glück. Wir haben als einzige die Wüstentour bei Chris gebucht und kommen so am Morgen in den Genuss einer Privattour in das Hinterland von Swakopmund. Unser Guide ist ein interessierter und engagierter Kerl, welcher uns allerhand Pflanzen und Gestrüpp in der Wüste zeigt. Wir wissen nun genau, welche Pflanzen giftig sind und welche im Notfall als Wasserquelle dienen könnten. Auf der Tour darf auch die berühmte Welwitschia nicht fehlen. Die Pflanzen treten immer im Doppelpack auf – ein Männlein und ein Weiblein – und können bis zu 2000 Jahre alt werden. Wir sind beeindruckt von der Flora, die hier in der kargen Wüste überlebt. Die Landschaft selber erinnert uns sehr an das Death Valley bei Las Vegas. Der Rundblick ist atemberaubend und wunderschön. Zum Schluss der Tour stoppen wir noch bei einer Düne. Der Run von der Düne hinunter macht uns derart viel Spass, dass wir dies am Nami gleich nochmals tun wollen. Zurück in Swakopmund müssen wir aber zuerst einen Reifen reparieren lassen. Hinten links verlieren wir irgendwie etwas gar viel Luft. Eine halbe Stunde später und 2 Franken ärmer ist der Schaden behoben (es war kein Loch, der Reifen war einfach nicht mehr gut in der Felge integriert) und wir können nochmals zu Dünen fahren. Inzwischen ist der Wind so stark, dass wir beim Auf- und Abstieg so richtig paniert werden. Überall haben wir anschliessend irgendwie Sand und wir freuen uns schon auf die nächsten panierten Tage in der Wüste von Sesriem. Da wir keine Lust auf noch mehr Wind und kaltes Wetter haben, machen wir kurzerhand einen Abstecher ins Hinterland. Wir haben heute auf der Tour in the middle of nowhere einen Camping entdeckt, welcher so ganz unserem Gusto entsprach – und so nächtigen wir wieder einmal alleine auf einem nigel nagel neuen Camping mitten in der Natur von Namibia.

Bienenalarm!
Vor uns liegen heute eigentlich nur wenige Kilometer Fahrt. Wir wollen im nahen Namib-Naukluft National Park nächtigen. Dort haben uns Maya und Barns ein idyllisches Plätzchen empfohlen, welches ihnen aus ihrer letzten Namibia-Reise in bester Erinnerung ist. Leider entpuppt sich das Mirabib-Camp als richtiges Bienenparadies. Wir checken jeden der fünf Plätze rund um den grossen Felsen aus und trinken an zwei Orten sogar ein Bierchen. Doch leider werden wir überall im Nu von zahlreichen Bienen belagert. Die Viecher sind derart penetrant, dass sie sogar zwischen Flip Flop und Fuss landen. Obwohl wir alles geben, um doch noch einen geeigneten Platz zum Übernachten zu finden, geben wir irgendwann auf. Wir wissen zwar nicht genau, ob die Bienen tatsächlich stechen, aber mit mir als Bienenallergikerin ist es irgendwie einfach zu heikel und auch zu unangenehm. Nach einer kurzen Lagebesprechung entscheiden wir deshalb weiter zu fahren. Wir haben irgendwo in unserem Camping-Guide das Wort “Erdmännchen” gefunden und sind uns beide im Nu einig, dass wir bis dorthin weiterfahren wollen. Sowenig Glück wie wir in Mirabib hatten, so viel Glück haben wir nun auf der Solitaire Guestfarm. Von den drei Stellplätzen ist noch einer frei und wir zögern nicht lange und schnappen uns das schöne Fleckchen neben der Farm. Hier fühlen wir uns endlich auch wieder wie in Afrika. Steppe, die typischen Bäume und das Licht sind genau nach unserem Gusto. Als Supplement gibt es noch einen zahmen Oryx und einen zahmen Springbock dazu. Nur die Erdmännchen lassen sich nicht blicken… :-( .

Cheetahs
Ein weiterer toller Nebeneffekt unserer Farm ist das Engagement der Besitzer für Cheetahs. Auf 500 ha werden zurzeit drei Cheetahs gehalten, die irgendwo Probleme machten (meist Stand dabei Kuhfleisch auf dem Speiseplan) oder ohne Mutter in der Freiheit keine Überlebenschancen gehabt hätten. Halb frei und selbstständig und dabei immer gut von zwei Biologen beobachtet und wenn notwendig versorgt, werden die Tiere hier auf die Wiederauswilderung vorbereitet. Da wir noch nie einen Cheetah gesehen haben, zögern wir nicht lange und begleiten die Biologin auf ihrem morgendlichen Kontrollgang durch das Gehege. Wir staunen nicht schlecht, als wir kaum hinter dem Zaun angekommen, das Auto verlassen dürfen und uns mit Peilsender zu Fuss auf die Suche nach den Tieren machen.

 Namibia, Solitaire, Cheetah

Auf die beiden Ladies müssen wir denn auch nicht lange warten. Nach nur wenigen Metern können wir die Tiere in der Steppe ausmachen. Doch es wird noch besser. Die beiden kommen direkt auf uns zu und wir dürfen einfach ruhig stehen bleiben und die zwei beim Trinken aus nur gerade drei Metern Distanz beobachten. Sehr geil… Die dritte Katze müssen wir etwas länger suchen. Nachdem per Piepston der ungefähre Aufenthaltsort bestimmt ist, machen wir uns wieder zu Fuss auf die Suche nach dem Tier. Wir müssen auf einer kleinen Fläche über 30 Minuten suchen, bis wir das Tier schliesslich super gut getarnt in einem Busch entdecken. Kleines Detail am Rande: diesen Busch haben wir schon ein paar Mal ganz Nahe umrundet… :-) . Nach diesem Cheetah-Erlebnis lassen wir die Farm hinter uns und fahren nach Sesriem/Soussuvlei. Die roten Dünen gehören neben dem Etosha N.P. zu den absoluten Highlights von Namibia. Damit wir ungefähr wissen, wo wir morgen was finden, machen wir vor dem Sonnenuntergang noch rasch einen Ausflug zu den Dünen. Schliesslich fahren wir morgen um 5 Uhr in absoluter Dunkelheit los und da macht es Sinn, wenn man schon ungefähr einen Plan hat. Die Landschaft haut uns ziemlich schnell aus den Socken. Es ist wirklich eindrücklich, was die Natur hier einmal mehr erschaffen hat. Obwohl das Licht ganz optimal ist (zu viele Wolken), verknipsen wir schon eine ganze Menge Speicherplatz.

 Namibia, Sesriem, Vlei

Der einzige Nachtteil an diesem super speziellen Ort ist die Distanz National Park / Camping. Bevor man bei den Dünen ankommt, müssen stets über 60 Kilometer gefahren werden. Besonders cool sind aber die letzten fünf Kilometer. Diese sind nur für 4×4 Autos befahrbar und Odi verpasst mir sogleich ein Crahskurs im Sandfahren. Unter lautem Getöse (liebe Grüsse an die Schaltung) schaffe ich es tatsächlich bis nach hinten – das fägt!

Zum heutigen Tag gibt es noch einen kleinen Exkurs über die “nervigsten” Nambia-Camping-Reisenden:
1. Platz –> Maui-Camper in der Herde: ca. 20 Fahrzeuge à zwei Personen, die “gemeinsam” im Konvoi Namibia durchqueren und dabei das vollständige “ich bin alleine unterwegs”-Gefühl haben. Sie stellen ihren Camper überall ab. Selbstverständlich stand auch auf unsere Platz beim Eintreffen schon so ein Herdentier. Die ganz cleveren nächtigen gar direkt vor dem WC!
2. Platz –> Overlander: “Overlander” gilt in Namibia als Schimpfwort, welches uns bis anhin gänzlich unbekannt war. Overlander sind Namibia-Touristen, welche auch in Herden jedoch nur mit einem Fahrzeug bewaffnet, unterwegs sind. Man stelle sich einen grossen 4×4 Car vor, wo die abenteuerlustigen Touris drin sitzen. Gepennt wird im Zelt am Boden und gegessen wird an grossen Gemeinschaftstischen. Wer sich noch immer nichts unter den Overlandern vorstellen kann, dem empfehle ich das äusserst amüsante Buch “Hummeldummel”.
3. Platz –> Dachzelter im Konvoi: diese sind mit den Maui-Camper vergleichbar. Allerdings schlafen sie im Zelt auf dem Dach und haben keinen Führer mit dabei. Und wehe man unterbricht den Konvoi auf der Strasse. Rigoroses Überholen folgt sofort.
4. Platz –> Dachzelter ohne Konvoi. Das wären dann wir. Auch wir sind manchmal ein bisschen doof. Aber lassen wir das…
5. Platz –> Backpacker: zum Backpacken in Namibia braucht es vor allem viel Zeit und Geduld. ÖV ist nämlich hier eher Mangelware. Entsprechend landen die wenigen Backpacker auf dem besten Platz und sind somit ein bisschen die Helden.

Natürlich gibt es noch weitere Touris. Vor allem die B&B-, Farm- und Lodge-Besucher. Diese sind uns aber wenig bis gar nicht begegnet, da wir ja eigentlich immer auf einem Camping die Nacht verbracht haben.

In den Dünen von Soussusvlei
Bei ziemlich eisigen Temperaturen packen wir um 4.45 Uhr (crazy!) im Dunkeln das Dachzelt zusammen. Wir sind fix unterwegs und stehen sogar noch vor dem Öffnen des Tores am Gate parat. Selbstverständlich sind wir aber nicht die ersten… Kaum fällt der Startschuss fängt das Rennen an (heute musste gar ein Springbock sein Leben lassen bei all den übermotivierten Touristen…). Alle wollen möglichst schnell zur Düne 45 oder weiter, um den Sonnenaufgang miterleben zu dürfen. Entsprechend wir die maximale Geschwindigkeit praktisch dauernd überschritten. Wir lassen die Düne 45 links liegen und fahren rechts daran vorbei. Wir hoffen, dass wir ganz hinten im Tal mit weniger Touris den Tag begrüssen dürfen. Fast wäre dieses Vorhaben in die Hosen gegangen. Denn auf den letzten paar Kilometer fahren wir uns tatsächlich im Sand fest. Doch mit allen möglichen Tricks, die in diesen Situationen gefragt sind, kommen wir zum Glück nach ein paar Minuten wieder vom Fleck (Stuwi & Kare: wir habens nun im Griff – und erst noch ohne Luftablassen…). Unsere Düne ist die “Big Daddy”-Düne. Wir sind zwar nicht ganz alleine, aber die grosse Masse bleibt wir erwartet aus. Der Sonnenaufgang und das Zusammenspiel der Farben sind einmalig und unvergesslich.

 Namibia, Sesriem, Dune

Die kühleren Morgenstunden nutzen wir anschliessend zum Erklimmen einer (ich) resp. zweier (Odi) weiterer Dünen. Dazu stehen auch noch zwei Wanderungen zu den beiden Vleis (ausgetrocknete Salzpfanne mit toten Bäumen, die irgendwo mitten in den Dünen auftaucht) auf dem Programm. Irgendwann wird es uns dann aber doch zu heiss und wir freuen uns auf einen gemütlichen Nami im Camp. Leider ist der Wind jedoch derart stark, dass das gemütlich nicht so intensiv ausfällt wie erwünscht. Aber im Windschatten des Autos lassen sich die Böen irgendwie dann doch aushalten und die Erdmännchen rund um unseren Platz entschädigen auch noch für eine ganze Menge Wind. Nach dem langen Tage resp. der frühen Tagwache sind wir bald im Bett. Eigentlich eine Schande, wenn man den Mond und das Sternenmeer sieht. Aber mit fast zufallenden Augen gehts fast nicht anders.

Namibische Alkoholsperre
Die erste Tat des Tages ist heute wohl die wichtigste: wir müssen vor der Biersperrstunde an Bier kommen (in Namibia kann man ab Samstag 13 Uhr bis Sonntagabend kein Alkohol mehr kaufen!). Das Vorhaben gelingt mit Bravour und der Kühlschrank ist bald wieder voll mit Windhoek Lager und Savanna. Über kleine Landstrassen tuckerln wir schliesslich gemütlich in Richtung Windhoek. Die Landschaft ist abwechslungsreich und schön. Ab dem frühen Nami stellen wir ein letztes unser Dachzelt auf, Odi verfackelt den Rest des Holzes und die letzten Vorräte werden verspiesen. Ab Morgen ist fertig mit dem Camperleben. Die letzte Nacht in Namibia wollen wir uns wieder einmal in einem Bett ausruhen. Praktisch eine Resozialisierungsmassnahme für das westliche Leben zu Hause…

Zum Schluss noch etwas lustiges (wir finden es auf jeden Fall lustig…): In Namibia herrscht Velohelmfplicht. Das wäre an und für sich nichts besonders. Bedenkt man aber, dass weitaus mehr Leute stehend auf einem offenen Pick-up von A nach B gefahren werden – dies scheint uns um einiges gefährlicher als mit dem Velo unterwegs zu sein -, können wir uns ein Grinsen kaum verkneiffen. Afrika!

Windhoek
Bevor wir heute losfahren können, müssen wir erstmals unser Auto “entpuffnen”. Alles muss irgendwie wieder an seinen ursprünglichen Ort verfrachtet resp. in die Tramper gestopft werden. Wir sind erstaunlich schnell fertig mit der Puffnerei und können so bald die letzten paar Kilometer nach Windhoek unter die Räder. nehmen Nachdem wir uns in einem Guesthouse ein Bett gesichert haben, wollen wir noch ein bisschen in die Stadt. Obwohl heute Sonntag ist, haben die grossen Malls alle geöffnet und da heute alle frei haben, sind auch entsprechend viele Leute am Einkaufen. Diese Tatsache so wie die furchtbare Entdeckung, dass alle Verkäufer mit einem Samichlausen-Hut herumlaufen, lässt gar nicht erst Shopping-Laune aufkommen, weshalb wir in der Innenstadt fliehen. Im Vergleich zur Mall herrscht hier absolut tote Hose. Immerhin finden wir einen kleinen Touri-Market, wo wir dann noch so einiges an Souvenirs erstehen. Ansonsten ist Windhoek schnell besichtigt. Einige alte deutsche Häuser gibt es, aber das wärs dann auch schon gewesen. Anstatt uns weiter auf die Suche nach irgendwelchen Highlights zu machen, ziehen wir entsprechend relaxen im Guesthouse vor. Zum Znacht suchen wir dann doch noch eine Attraktion der Hauptstadt auf. Das Joe’s Beerhouse gilt gemäss diversen Quellen als MUST see. Und siehe da, wir werden nicht enttäuscht. Die Atmosphäre ist lebhaft und unterhaltsam, das Essen (Gnu, Springbock, Oryx, Krokodil, Zebra, Strauss… halt von allem ein bisschen) sehr lecker und das Bier kühl. Ein gelunger letzter Abend unserer Reise.

Am zweitletzten Tag möchte ich noch einige allgemeine und persönliche Gedanken zu Namibia (und auch Botswana) zu Papiere bringen, die ich bis anhin im Tagebuch noch nicht ausreichend oder gar nicht erwähnt habe: Namibia ist ein sehr sicheres Reiseland (auch Botswana). Berücksichtigt man die gleichen Regeln wie bei uns, wird einem mit grösster Wahrscheinlichkeit überhaupt nichts passieren. Die Menschen sind überaus freundlich und hilfsbereit und sehr offen (dito Botswana). Den Unterschied zwischen schwarz und weiss ist in Namibia weitaus weniger krass als zum Beispiel in Südafrika (in Botswana haben wir gar keinen Unterschied entdecken können – wir waren aber ja auch nur in Maun!). Natürlich gibt es Unterschiede und natürlich gibt es auch Townships. Aber diese sind nicht flächendeckend in jedem Kaff zu finden. Und wenn es sie gibt, muss man als Tourist schon ziemlich gut schauen, um diese Wohnviertel überhaupt zu entdecken. Zudem sind die Quartiere recht grosszügig angelegt und der Abstand zum Nachbar ist relativ human. Diese Beschreibung gilt nur für Südnamibia. Im Norden leben alle – wie im Bericht oben nachzulesen – noch sehr ursprünglich und traditionell. Obwohl der Tourismus und auch andere Industriezweige Geld bringen, sind rund 50% der Namibier (crazy!) arbeitslos (Botswana weniger als 10%). Ein weiteres Problem ist auch die relativ hohe HIV-Rate (dito in Botswana). Zudem müssen mehr als 50% der Namibier von weniger als 2 Dollar pro Tag leben (da Botswana zu einem der reichsten Länder Afrika’s gehört, ist die Armut dort weitaus weniger ausgeprägt resp. das Geld weitaus gleichmässiger verteilt). Als Tourist – vor allem im Süden – merkt man nicht viel von diesen und anderen Problemen. Das Land ist derart gut organisiert, sauber und ordentlich, dass man manchmal schon fast vergisst, dass man in Afrika ist. Wir hatten oft ein Australien-Backflash. Einzige Unterschiede: statt Känguruhs hats Löwen.; statt 24 h fliegt man nur 10 h; statt 10 h Zeitverschiebung hat man max. 1 h und statt Englisch spricht man auch Deutsch. Wer also mal ein bisschen Afrika schnuppern möchte, ist hier mehr als am richtigen Ort! … Bei Fragen, bitte fragen. Bei Anmerkungen, bitte anmerken…

Last day
Da wir Windhoek ja gestern schon fertig besichtigt haben und der Flug erst um 9 Uhr Abends abhebt, sind wir beim Frühstück vor allem damit beschäftigt, eine sinnvolle Beschäftigung für den heutigen Tag zu finden. Nachdem wir alle Game Farms in der näheren Umgebung rasch im Internet angeschaut haben, fällt unsere Wahl schliesslich auf das Vaan Diljoen Game Reserve. In diesem Park sollte es nicht ganz so touristisch und “Zoo-mässig” zu und her gehen und wir können erst noch alleine herumfahren resp. herumlaufen. Dafür fehlen aber auch die wirklich “gefährlichen” Tiere. Vom Auto aus ist dann auch nicht viel zu sehen. Erst als wir zu Fuss einen Walk zu einem Wasserloch machen, entdecken wir auch Tiere. Zwei Mal müssen wir sogar einen Umweg machen, da wir nicht sicher sind, wie die Tiere auf uns reagieren. Schliesslich wollen wir uns nicht vor einer Herde Gnu’s resp. Affen in Sicherheit bringen… so schnell sind wir dann doch nicht. Auf der Rückfahrt fordern wir uns auf eine andere Art noch ein bisschen heraus: wir versuchen die Autovermietung in Windhoek ohne Karte zu finden. Und siehe da, die Stadt ist derart übersichtlich, dass wir bis auf den letzten Abzweiger den Weg (wenn auch eher indirekt) finden. Ja, und das wars dann auch schon wieder mit unserer Reise durch Namibia und Botswana. Schön war’s – vor allem die grossartige Natur, die Ruhe, die Freiheit und die freundlichen Menschen sind einfach wunderbar. Afrika, wir werden sicher wieder kommen! Ps: wers noch nicht gemerkt hat, wir haben den Flug nicht verpasst :-) .

Short cut zu den Bildern

 


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