Ready für Südkorea
Unser nächstes Reiseziel ist auf dem Mist der Jugend gewachsen. Irgendwann haben sie aufgrund diverser Influenzer:innen angefangen von diesem Land zu schwärmen. Und irgendwann haben wir Eltern gefunden, warum nicht? Am Morgen bevor es los geht, sind alle noch mit den üblichen Tätigkeiten eines normalen Donnerstag beschäftigt. Nach den letzten Tests in der Schule und den letzten Mails im Homeoffice machen wir uns nach dem Mittag auf an den Flughafen. Obwohl wir früh dran sind, stehen schon mehrere Reisegruppen mit Südkoreanern beim Check-in in der Schlange. Dank dem Kinderbonus, der auch im Teenie-Alter noch zu greifen scheint, können wir aber bald an einem Extraschalter die Koffer abgeben. Wir sind nicht die einzige Familie, welche wenig später am Gate auf den Abflug wartet. Südkorea scheint (auch) eine Familiendestination zu sein. Der Flug ist lang, aber angenehm. Die Finken sind nicht chic, aber lustig. Das Essen ist fein und koreanisch. Wir verspeisen das erste Bibimpap. Bei den koreanischen Nachbarn spicken wir, wie dieses gegessen wird. Einige können danach sogar etwas schlafen resp. dösen. Andere sind fast die ganze Nacht mehr oder weniger wach und vertreiben sich die Zeit mit den üblichen Flugi-Tätigkeiten.
Ankündigung zum Tagebuch dieser Reise: wir sammeln Fun Facts und werden jeden Tag eine lustige Eigenheit Südkoreas zum Besten geben.
Navigieren für Fortgeschrittene
Nach 12 Stunden Flug landen wir in Südkorea. Die Einreise klappt ohne Probleme. Das Gepäck ist da und den Autoschlüssel des Mietautos haben wir auch bald in der Hand. Die erste Herausforderung erwartet uns bei der Navigation in das Guesthouse. Trotz Navi müssen wir zwei Ehrenrunden einlegen. Aus geplanten fünf Minuten werden über 30 Minuten Fahrt. Da der Tag schon weit fortgeschritten ist, ignorieren wir die Müdigkeit für den Moment und hoffen, dass wir so dem Jetlag ein Schnippchen schlagen können. Sehr zur Freude der Kids steht stattdessen der erste Einkauf in einem Convenience Store auf dem Programm. Die Augen fallen dann auch nicht zu, sondern werden grösser und grösser und das Einkaufskörbli füllt voller und voller. Für einen Restaurantbesuch reicht die Energie dann aber nicht mehr. Stattdessen gibt es ein paar Snacks im Zimmer. Kurz nach acht Uhr Ortszeit liegen wir schliesslich alle im Bett und schlafen bald tief und fest. Mindestens bis kurz nach Mitternacht, als wir alle rund zwei Stunden hellwach sind und eine Schlafpause einlegen.
Fun fact of the day:
Bei jedem Hauseingang steht ein Schuhschäftli, wo man die Strassenschuhe gegen die Hausschuhe tauscht. Auch im Haus selber gibt es mehrere Schuhvarianten. Stets findet sich sicher ein neues Paar für das Bad. Je nach Hausbauaufbau gibt es auch Schuhe für die Waschküche und weitere Räume. Manchmal zieht man sogar beim Eingang in ein Restaurant die Schuhe aus und tauscht die Strassenschuhe gegen Restaurantschuhe.
Znacht mit Familienanschluss
Irgendwann sind wir wieder eingeschlafen und erwachen tatsächlich erst um acht Uhr wieder. Höchste Zeit aufzustehen und die Reise richtig zu starten. Mit der gestrigen Navigations-Erfahrung sind wir heute von Anfang zielsicher unterwegs. Der Trick bei allen Autobahn-Verzweigungen: man folge der Farbe, die auf dem Navi angezeigt wird. Diese ist nämlich auch auf dem Boden des Highway aufgemalt. In Suwon legen wir den ersten Stopp ein. Der Stadtkern wird umrundet von einer alten Mauer, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Das Wetter ist angenehm frühlingshaft und sogar die Sonne zeigt sich durch den Dunst immer mal wieder. Nach der Mauer besuchen wir einen alten Königspalast. Alles ist schön renoviert und schmuck. Noch schmucker wird es für einen Teil der Familie dann im Stadtkern.

Die Girls können ihr Glück kaum fassen, als sie all die tollen Shops zu Gesicht bekommen. Natürlich dauert es nicht lange bis die ersten Souvenirs in der Tasche landen. Weiter geht die Fahrt nach Gongsanjeong. Auch hier wartet eine Mauer auf uns. Dieses Mal in Form eines Forts. Wir umwandern den ganzen Hügel und geniessen die Ruhe und Natur.

Übernachtet wird heute in einem traditionellen Hanok. Entsprechend rar sind die Möbel. Das Apero gibt es auf dem beheizten Zimmerboden. Danach wagen wir einen ersten Restaurantbesuch. Mit Google-Translate sowie Händen und Füssen bestellen wir etwas zum Futtern. Die Angestellten des Familienbetriebes haben ihre helle Freude an uns. Der Chef persönlich hilft uns, mischt am Tisch das Essen korrekt zusammen und zeigt uns auch, wo wir die Stäbchen und die Löffel finden: in der Schublade des Tisches. Zurück im Hanok gibt es eine koreanische Dusche. Im Badezimmer hat es keine Duschwand oder ähnliches und man kann quasi auf dem WC sitzend duschen. Auch das Bett ist ungewohnt. Es stehen zwei dünne Matratzen bereit, die wir selber auf dem Boden ausrichten. Eine ziemliche harte Sache für unsere europäischen Rücken :-).
Fun Fact of the day:
In Südkorea gibt es quasi keine öffentlichen Abfalleimer. Stattdessen nimmt man seinen Müll wieder mit nach Hause und entsorgt diesen dann selber fachgerecht.
Kirschbäume à gogo
Trotz der extrem harten Schlafunterlage haben wir fast alle erstaunlich gut geschlafen. Nur Odi war in der Nacht noch ein bisschen mit dem Jetlag beschäftigt. Zmorge gibt es aus dem Convenience Store um die Ecke. Alle bekommen einen Kaffi und weiter geht die Fahrt nach Busosan-Seong. Auch hier wartet auf einem Hügel ein Fort mit alten Tempeln auf uns.

Hier ist es noch schmucker als gestern. Dank der frühen Morgenstunde an einem Sonntag sind wir fast alleine. Die Kirschbäume blühen auch hier in voller Pracht. Sehr praktisch: bei den Wanderwegen sind nicht nur Zeit und zurückzulegenden Kilometer angeschrieben, sondern auch gleich noch die Kalorien, die man dabei verbrauchen wird. Nach fast zwei Stunden wandern, geht es weiter zu einem königlichen Grab. Die Grashügel können nur von aussen bestaunt werden. Von dem was sich im Innern der Gräber befindet, bekommt man nur Dank Museum eine Idee. Mit Blick auf erste Getbols (Schlick- und Wattflächen an der Küste Südkoreas) geht es weiter zu den Dolmen bei Gochang. Dolmen, sind Grabmonumente aus der Jungsteinzeit, die vor allem in der Bretagne, auf den Britischen Insel (Stonehenge lässt grüssen), in Skandinavien oder eben hier in Südkorea zu finden sind. Die Besichtigung ist easy going. Wir werden in einem kleinen Touristenzug an den vielen Steinen vorbei gefahren… Odi nimmt es als Einziger noch etwas genauer und macht sich auch noch zu Fuss auf, um einige der riesigen Brocken aus der Nähe zu fotografieren. Wir Mädels vertreiben uns währenddessen die Zeit bei Caffe Latte und Gelati. Im Vergleich zu den letzten zwei Nächten erwartet uns heute etwas mehr Platz. Wir haben ein Haus dem Land gemietet. Nach dem Einkaufen rücken wir Eltern nochmals zu einem Dolmen aus. Danach gibt es selbst gekochte einheimische Leckereien aus der Hausküche.
Fun fact of the day:
Es gibt sogar Autohausschuhe! Wir beobachten Einheimische, die ihre Strassenschuhe gegen Autofinken tauschen. Vielleicht wäre das auch was für uns… mindestens diejenigen, die jeweils das Auto staubsaugen, hätten bestimmt Freude. Und zum Schuhe putzen nach einer Wanderung gibt es Automaten mit Luftstrahl. Damit kann auch das allerletzte Steinchen aus den Sohlen weg gepustest werden.
Wärmebox
Ich werde von heftigem Donnergrollen geweckt. Das schöne Wetter macht heute Pause und Nieselregen begleitet uns den ganzen Tag. Unweit der Unterkunft besuchen wir zum Start des Tages eine Akademie von Konfuzius. Die Lehrstätte für die Weisheiten des Gelehrten ist fast 500 Jahre alt und gehört heute Morgen uns ganz alleine. Nur das Gequatsche der Dorfältesten Frauen durchbricht die Stille. Obwohl die Meisten kaum noch gehen können und mit Rollator, Elektro-Roller und Co. hergefahren sind, sitzen sie nun alle zusammen jätend auf dem Boden und tauschen wahrscheinlich gerade den neusten Dorfklatsch aus. Ein herzerwärmendes Bild. Weiter geht es ans Meer. Das garstige Wetter passt irgendwie hervorragend zum nächsten Programmpunkt. Auch hier sind wir wieder alleine unterwegs. Obs am Wetter liegt? Über lange Holzstege in allen möglichen Höhen direkt über dem Meeresboden wandern wir über die eindrücklichen Getbols. Das Timing hätte besser nicht sein können. Es ist Ebbe und damit der Blick auf Fauna und Flora im Schlick vollständig frei. Nach der Kälte folgt im Kaffee eine unerwartete Wärmung. Wir dürfen unsere Füsse zum Käfele in einer Wärmebox parkieren. Dank der 60 Grad haben alle bald wieder trockene Socken und warme Füsse. Da wir noch etwas zu früh für das Checkin im nächsten Airbnb sind, machen wir noch einen Halt bei ein paar Outlet-Stores. Die Koreaner scheinen wandern und golfen zu lieben. Genau dafür wird nämlich in den meisten Shops alles mögliche angeboten. So ist dann unsere Ausbeute ziemlich gering und nur Melia und ich finden eine Kleinigkeit. Nach dem Bezug unserer Bleibe fahren wir mit der Metro in die Innenstadt. Bereits die Metrostation ist sehr hübsch. Man könnte diese leicht auch mit einem botanischen Garten verwechseln. Auch sonst ist alles sehr aufgeräumt und wohl organisiert. Für 70 Rappen pro Person fahren wir in einem sauberen und sehr modernen Zug zum Shoppingquartier in die Stadtmitte.

Eigentlich wollten sich die Mädels ja vor dem Shoppen noch eine Manicure gönnen. Da aber spontan niemand Zeit hatte, bleibt nun mehr Zeit zum Shoppen. Dass dies eigentlich auch ganz ok ist, merken die Beiden bald. Sie sind im Himmel und mehr als einmal völlig überfordert bei all dem Angebotenen. Den Tag lassen wir bei koreanischem Grill ausklingen. Fleisch und x Schälchen mit allen möglichen Leckereien landen auf dem Tisch. Trotz einer Trainingsrunde zu Hause in Bern wissen wir immer noch nicht genau, wie man das alles korrekt isst. Dank dem persönlichen Grilleur, welcher sich für uns um das Fleisch kümmert, und ein paar Blicken zum Nachbartisch, klappt aber irgendwann alles bestens. Fun Fact vorneweg: geschnitten wird mit einer Schere. Messer sind auf einem koreanischen Tisch Tabu. Und alles wird in einem Salatblatt gebündelt und dann ins Maul befördert. Gewöhnungsbedürftig, aber fein.
Fun Fact of the day:
Nach der Fuss-Wärmebox von heute noch ein paar weitere Ausführungen zu Wärme und heizen: Koreaner lieben es warm. Man kann hier so ziemlich alles heizen: den WC-Ring, jedes Bett, natürlich den Boden, den Teppich im Wohnzimmer und noch vieles mehr.
Haeinsa Temple
Die Sonne scheint und der Himmel ist tiefblau. Perfekt für die Weiterfahrt in die Berge in der Mitte von Südkorea. Den ersten Stopp legen wir wieder bei einer Akademie von Konfuzius ein.

Weiter geht es zum bekanntesten buddhistischen Kloster des Landes. Eingebettet in den Hügeln liegt der Haeinsa Temple. Über viele Stufen, vorbei an zahlreichen Hallen, Pagoden und Pavillons gelangt man zu einer besonderen Bibliothek. Über 80´000 Holztafeln mit buddhistischen Schriften werden hier in speziellen Räumen, die perfekt gegen die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen schützen, gelagert. Unnötig zu sagen, dass diese zum Unesco Weltkulturerbe gehören. Besonders mir gefällt das Ganze super gut. Ich liebe bekanntlich die Stimmung in buddhistischen Klöstern sehr.

Damit ist das heutige Kulturprogramm aber noch nicht erledigt. Es gibt noch zwei weitere Stops bei sogenannten Tumuli´s. Die Erd- resp. Steinhügel sind Grabstätten der alten Königs- und Adelsfamilien. Am einen Spott sollen es über 500 (!) sein. Die Tradition wurde, wenn auch in weit kleinerer Form, über Jahrhunderte weitergelebt. Irgendwann war das ganze Land dann derart mit kleinen individuellen Friedhöfen überzogen, dass es heute nicht mehr möglich ist, die Verstorbenen so zu begraben. Die grossen Hügel aus den früheren Dynastien zählen ebenfalls zum Unesco Weltkulturerbe des Landes. Auch weil natürlich allerhand interessantes darin gefunden und ausgegraben wurde. Wir hätten uns hier noch länger beschäftigen können. An beiden Orten gibt es auch Museen. Da das Ganze aber doch auch repetitiv ist, belassen wir es bei der Besichtigung der Originale in der Natur.

Das heutige Airbnb ist wieder auf dem Land. Auswärtige Gäste verirren sich wohl nur selten in diese Gegend. Mit der Papago-App fragen uns die interessierten Gastgeber denn auch über unsere Reise aus und freuen sich über Besucher aus Europa. Das Haus ist leicht überdimensioniert für uns vier. Man könnte hier mit der gesamten Sippe anreisen und hätte mehr als genug Platz. Leider haben wir es verpasst die Nutzung des Hot Pots anzumelden. So gibt es für die Mädels statt Hot Pot „nur“ hot Badewanne. Zum Glück sind sie auch damit aber mehr als zufrieden.
Fun Fact of the day:
Südkorea ist das Land der öffentlichen Wc´s. Überall finden sich diese. Und sie sind alle sehr sauber!!! On top ist jede Kabine mit einem Emergency Knopf aufgerüstet. Sollte einem also auf dem WC was auch immer passieren, ist Hilfe wahrscheinlich nicht weit.
Melias Geburi in Busan
Time is running… Mindestens zweimal im Jahr wird uns dies ziemlich klar bewusst. Nämlich immer dann, wenn die Kids ihren Geburi feiern. Nachdem Anina vor zwei Wochen zu Hause ihren 13ten feiern konnte, ist heute Melia dran. Ganze 11 Jahre wird sie heute alt. Happy Birthday, unsere geliebte Tochter. Bleib genau so wie du bist. Wir sind mega stolz auf dich resp. euch beide!
Nach den ersten Kerzen und ein paar Päckli sitzen wir wieder im Auto. Wir beschliessen auf direktem Weg nach Busan zu fahren. Schliesslich soll es dort mehr als genug zum Entdecken geben. Wir starten beim Gamcheon Quartier. Früher ein Slum ist das Viertel heute bekannt als Santorini Südkoreas. Hier treffen wir zum ersten Mal auf ganz viele westliche Touristen. Wir lassen uns durch die Gassen treiben und erfreuen uns an den vielen farbenfrohen und fotogenen Häusern. Als Highlight lassen wir uns als Karikatur verewigen. Ganze 5 Minuten braucht die Dame für das Kunstwerk. Wir sind zufrieden! Weiter geht es zum grössten Fischmarkt des Landes. Wir staunen nicht schlecht ab all dem Meeresgetier, welches hier angeboten wird. Der Fischgeschmack ist weniger schlimm als erwartet. Neben all den Verkaufsständen gibt es mindestens genau so viele Restaurant´s, wo man die Fische direkt verspeisen kann. Die Mädels haben aber bei all dem Anblick überhaupt so gar keine Lust auf Fisch. Und so gibt es auch kein Tintenfisch-Experiment und ergo auch kein Film, des noch zuckenden Tieres nachdem es geköpft wurde (s. SRF Dok „Zwei Reisen, zwei Welten!“). Stattdessen gibt es ein paar Strassen weiter Dumplings über die Gasse.

Weit weniger spektakulär, aber mehr als lecker. In der zweiten Reihe am schönsten Strand Busans beziehen wir später unser Penthouse im 28igsten Stock. Der Ausblick durch die riesige Fensterfront ist der Wahnsinn. Genau so wahnsinnig ist auch das Penthouse. Ein schönerer Ort für den Geburi-Kuchen hätten wir fast nicht finden können. Melia ist happy und wir auch! Zum Abschluss des Tages erkunden wir unser Viertel. Leider ist es ziemlich windig, so dass es am Strand nur einen kurzen Spaziergang verträgt. Ein paar Strassen weiter im Landesinnern gibt es zum Glück aber auch ganz viel zu entdecken: Shops, Restis, Hellseherinnen, Game Salons und auch wieder ganz viele Fische, die in engen Aquarien auf ihr Ende warten. Unser Magen sind noch voll vom Zvieri und darum gibt es das Gleiche wie zum Zmittag: Dumplings aus der Strassenküche. Wir sind uns einig: Busan fägt und es gäbe noch ganz viele weitere Sachen zu entdecken.

Fun Fact of the day:
Härzli werden hier nicht mit zwei Händen gemacht, sondern mit dem Daumen und dem Zeigefinger einer Hand. Alle unsere Härzli gehen heute ausnahmslos alle an Melia & Anina!!!
Mini-Pool
Das Wetter ist richtig schlecht. Es regnet praktisch den ganzen Tag. Nur gerade den ersten Tempel am Meer, den Haedong Yonggung-sa, können wir noch trocken besichtigen. Leider hat es sehr viele Touristen, so dass der Besuch eher mässig eindrücklich ausfällt. Danach besuchen wir nach einer kurzen Ehrenrunde zurück nach Busan – ich habe die falsche Autobahn erwischt – den Tempel von Tongdo-sa. Hier sind die Besuchermengen zum Glück wieder überschaubar.

Ob dies am Wetter oder an der Distanz zu Busan liegt, wissen wir nicht. Auf jeden Fall gefällt uns auch dieses Unesco Weltkulturerbe sehr gut. Weiter geht es zu Petroglyphen. Der Regen ist nun richtig stark geworden und die Mädels entscheiden aufgrund der Aussicht auf ein paar Zeichnungen an einem Felsen, im Auto zu bleiben. Odi und ich stampfen tapfer im Regen los. Nach 20 Minuten haben wir das Ziel erreicht. Leider sind die Felsen auf der anderen Flussseite und wir sehen trotz Feldstecher erst einmal gar nichts. Hilfe kommt von der Aufsicht. Die Dame verlässt für uns das trockene Häuschen und hilft beim Heranzoomen der Zeichnungen. Ehrlicherweise müssen wir sagen, dass dieses Weltkulturerbe eher à la Zahn ist (Insider… sorry). Wenn man sich aber überlegt, wann diese Felszeichnungen entstanden sind und was sie darstellen, dann hat es den Unesco-Stempel aber trotzdem mehr als verdient. Pflotschnass sind wir wieder zurück beim Auto und wollen eigentlich im Museum nur rasch aufs WC. Aber der einzige englischsprachige Angestellte hüpft bei unserem Anblick förmlich vom Bürostuhl und wir können ihm die persönliche Führung durch das Museum nicht ausschlagen. Zum Glück kann der Herr nur gerade so viel Englisch, wie er Infos zum Thema hat. Entsprechend dauern die Ausführungen nicht allzu lange. In der Ausstellung erfahren wir auch, dass wir wohl soeben das jüngste Unesco Welterbe ever besucht haben. Wir schauen staunend einen 5 minütigen Clip an und erfahren, wie so eine Ernennung jeweils erfolgt. In Gyeongju beziehen wir später das nächste Häuschen. Dieses Mal für zwei Nächte. Das freut vor allem die Kids sehr. Das Haus hat nämlich einen Mini-Pool im Haus! Es geht nicht lange und die beiden planschen im warmen Wasser. Wir können sie Dank dem Versprechen auf etwas Shopping aus den Badehosen locken. Und so schaffen wir es auch noch auf einen Sprung ins Kaff.

Fun Fact of the day:
Die Südkoreaner gehen gerne früh heim. Um 9 Uhr schliesst hier eigentlich alles. Auch die Restaurants! Das Nachtessen sei also wohl geplant. Ansonsten bleibt nur der Gang in einen Convenience Store und der Griff zur Nudelsuppe. Was ja auch nicht nur schlecht ist…
Rund um Gyeongju
Es gibt sehr viele Unesco Welterbe in Südkorea und natürlich wollen wir möglichst alle sehen. Oft gehören mehrere Spots zu einem Welterbe, so dass wir schon zu Hause alles gut planen mussten. Unser Programm ist deshalb nicht nur heute wohl überlegt. Stopp Nummer eins ist Seokguram. Die Grotte ist wegen ihrem riesigen Buddha aus Stein bekannt. Danach folgt wieder eine grössere Tempelanlage.

In Bulguk-sa sind wir nicht ganz alleine. Wegen der vielen Leute wird uns das Ganze eher als religiös angehauchtes Disneyland in Erinnerung bleiben. Nächster Stopp: Namsan. Hier finden sich auf einem Hügel unzählige frei zugängliche Steinpagoden, Steinbuddhas, royale Gräber, usw. Da wir leider keine Zeit für eine längere Wanderung haben, picken wir nur einen Spot heraus und wandern zu zweit los. Die Kids widmen sich der modernen Kultur. Sie bleiben im Auto und schauen ihre aktuelle koreanischen Lieblingsserie. Wir staunen, dass all die Stätten unbewacht im Wald herumstehen und frei besuchbar sind. Die Koreaner scheinen zum Glück noch einen grossen Respekt vor solchen Reliquien zu haben. Es wird merklich Sorge getragen als in unseren Breitengraden. Zurück in Gyeongju parkieren wir das Auto bei unserem Haus und machen uns zu Fuss auf das Kaff zu entdecken. Die Kids sind motiviert dabei. Die Tour wird nämlich am Schluss in der Einkaufsstrasse enden :-). Über die Kappellenbrücke Südkoreas, vorbei an Königsgräbern, Königspalästen und dem ältesten Observatorium der Welt spazieren wir über zwei Stunden durch die Schätze der Silla-Ära. Das Wetter ist übrigens wieder richtig nett geworden. Die Girls haben gar kurze Hose an. Dank des Sonnenscheins ist heute auch die Einkaufsstrasse gut besucht. Die Läden haben deshalb alle offen und die müden Beine der Shopping-Queens plötzlich rasch wieder fit. Zwischendurch gibt es immer mal wieder einen Kaffee oder einen spannenden Snack. So kommen auch bei diesem Teil alle auf ihre Kosten. Den Abend verbringen wir im Haus. Die Kids sind im Pool und wir Eltern lagern die Beine hoch. Daneben läuft die Waschmaschine.
Fun Fact of the day:
Nie hätten wir gedacht, dass es hier guten Kaffee gibt. Die Koreaner scheinen gar richtige Kaffee-Liebhaber zu sein. Cafes gibt es fast wie Sand am Meer – mit feinem Kuchen und Gebäck notabene.
Ballenberg & Hündchen
Heute steht gleich zwei Mal eine Art Ballenberg auf dem Programm. Im Unterschied zu zu Hause wohnen hier die Menschen aber noch immer in diesen Dörfern. Yangdong und Hahoe sind ungefähr gleich gross und gut zu Fuss erkundbar. Natürlich hat auch hier die Moderne Einzug gehalten. An den alten Häusern sind zum Beispiel ganz viele Satellitenschüssel angebracht. Das erwartete malerische Bild wird aber nicht (nur) dadurch gestört. Das Ganze ist zwar schön und nett, aber irgendwie trotzdem total überbewertet. Zwischen den Dörfern besuchen wir zur Abwechslung auch noch eine Akademie von Konfuzius.

Wahrscheinlich weil Wochenende ist, gibt es sogar ein bisschen Programm. Wir könnten uns verkleiden, unsere Namen auf südkoreanisch malen, Tee trinken und uns mit Weisheiten eindecken. Was auffällt: wir treffen auf einmal mehrmals auf Koreaner, die uns in passablem Englisch ansprechen. Die Südkoreaner sind sonst ein sehr zurückhaltendes Völkchen. Sie vermeiden meist sogar den Blickkontakt. Englisch sprechen zudem die meisten nicht oder kaum. Und wenn doch, verstehen wir sie meistens trotzdem nicht. In Andong, dem wohl verschlafensten Kaff dieser Grösse (ca 150´000 Einwohner), beziehen wir in einem Wohnquartier wieder ein Haus in traditionellem Stil. Es gibt kein richtiges Zentrum, keine Shopping-Strasse und auch keine grossen Sehenswürdigkeiten (in der Stadt, in der Umgebung schon). Zum Glück gibt es im Haus Empfehlungen für Restaurants. Sonst wären wir wohl bei einer Instant-Nudelsuppe gelandet. So aber bekommen wir frische Nudeln. Beim Eintreffen können wir uns direkt auf der Warteliste eintragen. Die Bude hat regen Zulauf. Warum wissen wir spätestens als auch wir das Essen bekommen. Es schmeckt hervorragend. Wie bereits erwähnt ist heute Samstag. Um acht Uhr ist trotzdem Schluss. Schon irgendwie crazy, wenn die Restis früher schliessen als die Läden. Auf dem Verdauungsspaziergang kommen wir an einer Zoohandlung vorbei. Die Welpen, die im Schaufenster ausgestellt sind, sind zuckersüss und tun uns richtig leid. Wir würden am liebsten alle kaufen. Immerhin haben die Tierchen eine valable Chance einen Käufer zu finden. Die jungen Koreaner halten nämlich heutzutage Hündchen statt Baby´s. Und diese notabene wie Babies… Es gibt alles für die Hündchen, was es nicht auch für Kinder gäbe. Wirklich crazy! Kein Wunder, dass die Einwohnerzahl von Südkorea schrumpft.
Fun Fact of the day:
Die Grösse der Duschtücher ist unschlagbar oder anders gesagt, saumässig klein. Selbst die Handtücher sind bei uns zu Hause grösser als die Duschtücher, die hier zur Verfügung gestellt werden.
1:0
Los gehts heute bei einem riesigen Buddha-Kopf auf einem Felsen. So was haben wir noch nie gesehen – weder hier in Südkorea, noch sonst in Asien. Weiter geht es zu einem Mountain Tempel. Hier steht das älteste Holzgebäude des Landes. Und hier geht Papa 1:0 in Führung. Er wird als Erster der Familie von einer Einheimischen um ein Foto gebeten. Bevor wir den längeren Autoabschnitt unter die Räder nehmen, stoppen wir nochmals bei Konfuzius. All die Tempel sind wunderschön, sehen aber schlussendlich alle ähnlich und gleich aus. Entsprechend sind wir nicht unhappy, dass es nun langsam aber sicher in Richtung Seoul geht; auch wenn das gleichzeitig bedeutet, dass die Reise sich langsam aber sicher dem Ende neigt. Nach zwei Stunden Fahrt und einem kurzen Shoppingstopp für die Kids – Zitat: Shopping = Sightseeing 🙂 – stehen nochmals zwei Königsgräber auf dem Programm. Genau heute, wo wir ein bisschen später als geplant dran sind, gibt es strikte Öffnungszeiten. Bis anhin stand zwar immer eine Zeit angeschrieben, doch ein offizielles Tor, welches geschlossen wurde, gab es nie. Im Gegenteil: nach 17 Uhr war immer alles weiterhin zugänglich und erst noch gratis. Doch hier gilt nun: geschlossen ab 17 Uhr und geschlossen am Montag. Es ist jetzt 16.15 Uhr und Sonntag. Entsprechend sind wir etwas im Schuss und scheuchen die Kids zu Grab 1 und weiter zu Grab 2. Um die bereits bekannten Grashügel sind hier auch diverse Steinfiguren aufgestellt. Andere Dynastie, andere Ära. Entsprechend bekommen die Königsgräber nochmals einen neuen Touch. Nach einer sehr schnellen Runde verlassen wir um 17.04 Uhr die Anlage wieder. Geschafft!

Im Convenience Store decken wir uns mit Convenience Food ein. Es gibt Nudelsuppe und Dumplings im Haus am Teich. So heisst unsere riesige Hütte für die heutige Nacht.
Fun Fact of the day:
Statt „smile“ oder „cheese“ heisst es hier „kimchiiii“, wenn auf einem Foto gelacht werden soll. Jedem Land sein Ausdruck. Hier ist es das Nationalgericht, welches herhalten darf.
Suppe mit Huhn
Wir sitzen schon im Auto als das Haus-Müeti mit einem Tablett voll mit Essen um die Ecke kommt. Sie hat uns ein frisches, koreanisches Frühstück zubereitet: Kimchi, Reis mit Gemüse, Sauce und Salat. Zum Glück ist sie so flexibel und rennt direkt zurück ins Haus um Verpackungsmaterial zu holen. Damit hätte sich der Einkauf für das Zmittag auch gleich erledigt. Unser Plan ist nämlich eine rund zwei stündige Wanderung beim Namhansanseong Fort – inkl. Picnic. Das Fort liegt unweit von Seoul. Auf der Mauer wandernd, können wir die Stadt im Dunst gut erkennen.

Weiter geht die Fahrt in die Agglo von Seoul. In einem Hochhaus in Guri werden wir heute nächtigen. „Aglo von Seoul, total untouristisch“, so lässt sich die Nachbarschaft hier am treffendsten beschreiben. Wir latschen planlos drauf los. Und wieder gibt es überall etwas spannendes zu entdecken. Wie immer in Korea fühlen wir uns auch hier super save. Es ist schon erstaunlich, wie sicher das Land zu sein scheint. Wir haben uns keine einzige Sekunde auch nur ansatzweise nicht sicher gefühlt. Auch erstaunlich: wir haben noch keine einzige offensichtlich obdachlose Person gesehen und auch Bettler oder sonstige lusche Gestalten sind uns bis jetzt noch keine begegnet. Das Znacht wird wieder zum Experiment. Wir sitzen um einen kochenden Topf mit Huhn-Suppe. Wohlversorgt mit den Anweisungen des Chefs. Für die Kids gibt es Nudeln und Kimchi. Odi und ich kümmern uns um das Huhn.
Fun Fact of the day:
Der Strassenverkehr ist sehr relaxt und kontrolliert. Ob das an den zahlreichen Blitzkästen liegt, die gefühlt alle paar Kilometer am Strassenrand stehen? Auf jeden Fall haben wir noch nie so viele Blitzkästen auf einem Haufen gesehen. Wir sind gespannt, wie viel Male es uns erwischt hat. Zum Glück ist das Navi sehr zuverlässig und warnt immer schön, wenn wieder ein Kasten in die Nähe kommt.

Ab nach Seoul
Zum Start des Tages gibt es nochmals ein paar Königsgräber. Heute haben wir keinen Stress. Und da auch nicht Sonntag ist, sind wir fast alleine in der riesigen Anlagen unterwegs. Das Prinzip ist immer das Gleiche: ein Holztor markiert den Anfang des Grabes. Ab hier gibt es einen Weg, welcher zum Tempel führt. Die leicht erhöhte, linke Seite ist nur für die königliche Familie. Rechts läuft das Fussvolk. Das wird auch heute noch so gelebt. Hinter dem Tempel liegt dann leicht erhöht das Grab, bewacht von allerhand Steinfiguren. Alles ist streng nach Feng Shui angeordnet. Nachdem wir alle neun Gräber abgelatscht haben, sitzen wir wieder im Auto. Nächster Stopp: internationaler Flughafen Incheon bei Seoul. Hier geben wir das Mietauto ab und fahren mit dem Zug in die Innenstadt. Am Flughafen gibt es aber erst noch einen kleinen kulinarischen „Ausrutscher“. Einige haben extrem Lust auf Hamburger und Pommes – jammie, Burger King :-). Die Zugfahrt an den Hauptbahnhof in Seoul dauert eine Stunde. Nach zwei weiteren Stationen mit der Metro werden wir mitten im Herzen von Seoul ausgespuckt. Unser Airbnb könnte besser kaum liegen. Nur ein paar Seitengasssen trennen uns von Myeong-gong, einem der sehr pulsierenden Spots der Stadt. Die Kids sind von der ersten Sekunde an geflasht ohne Ende und strahlen über das ganze Gesicht. Den Rest des Tages verbringen wir im Umkreis von ein paar hundert Metern rund um unsere Basis. Wir kommen kaum vorwärts. Auf jedem Meter gibt es etwas zu sehen, zu kaufen, zu essen, usw. Alles grösser, lauter und bunter. Znacht gibts über die Gasse. Wir (fr-)essen uns durch das Angebot der zig Strassenküchen. Fazit nach diesen ersten paar Stunden in Seoul: crazy, crazier, the craziest. Zum Glück haben wir zuerst den Rest des Landes besucht und uns Seoul für den Schluss aufgespart. Die Stadt ist doch nochmals ein bisschen anders als der Rest des Landes.
Fun Fact of the day:
Die Koreaner scheinen in der Küche das Geschirr nie abzutrocknen. Überall, wo wir nächtigen durften, fehlten die Abtröchnitücher. Stattdessen hatte es überall sehr prominent grössere Halter, wo man das gewaschene Geschirr zum Trocken hineinstellen kann.
Im Hanbok
Wir stellen wie immer den Wecker auf acht Uhr. Alle sind relativ rasch auf den Beinen und gespannt was uns heute alles erwartet. Nach einem kurzen Stopp in der Bäckerei um die Ecke laufen wir zum Gyeongbokgung Palast. Um zehn Uhr findet hier die erste Wachablösung statt und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Mit gaaaaanz vielen anderen Touristen stellen wir uns hinter die Abschrankung und warten auf Action. Die Show ist ganz ok. Vor allem der ID-Check, wie er vor 500 Jahren durchgeführt wurde, und die dumpfen Schläge auf die riesige Trommel werden in Erinnerung bleiben.

Koreaner lieben es, sich in Trachten zu werfen und sich zu verkleiden. Nicht nur hier ist uns das aufgefallen. Was eher neu ist: auch ganz viele Touristen werfen sich in den traditionellen Hanbok. Wir Mädels fackeln nicht lange und wollen auch verkleidet durch den Palast laufen. Wir werfen ebenfalls in Schale. Lustig und irgendwie komisch in einem :-). Nettes Detail: in einem Hanbok kostet der Besuch des Palastes nichts. Im Palast herrscht eher Dichtestress. Schon fast wehmütig denken wir an all die Tempel und Paläste zurück, die wir in den Tagen davor oft für uns alleine hatten. Wieder in Strassenkleidung lassen wir uns durch Bukchon treiben. Das Quartier ist vor allem wegen den vielen alten Häusern bekannt und entsprechend fotogen. Die Leute, die dort wohnen, scheinen weniger Freude an den Besuchermassen zu haben. Es gilt eine Besichtigungszeit und am Sonntag ist der Besuch ganz untersagt. Als nächstes besuchen wir den Changdeokgung Palast.

Seines Zeichen Unesco Weltkulturerbe – auch wegen dem Secret Garden. Leider gilt für den Besuch des Gartens eine strikte Höchstzahl an Besuchenden. Und leider haben wir vergessen uns um einen der raren Plätze zu bemühen. Zum Glück ist die Anlage aber auch ohne Gartenzugang riesig und Grünfläche hat es auch so mehr als genug. Irgendwann haben wir genug Paläste intus und machen uns auf den Heimweg. Nach 15 Kilometern Fussmarsch sind wir wieder zurück im Airbnb. Die Kids erlauben sich nur eine kurze Pause. Sie wollen sofort wieder los zum Shoppen. Nach weiteren zwei Stunden und drei Geschäften laden wir die Taschen ab und suchen noch etwas essbares. Da wir genug auf den Füssen waren, heute etwas zum Sitzen. Koreanischer Grill ist die Lösung.
Fun Fact of the day:
In Korea gibt es über 1300 Olive Young. Das ist die beliebteste Kette mit Beauty Artikel und ausserhalb von Seoul auch fast die einzige. Ich war schon ein bisschen enttäuscht, dass es nicht so viele und wenn dann nur diesen einen Shop gab. Aber hier in Seoul ist alles ganz anders. Da gibt es zwar immer noch alle paar hundert Meter einen Olive Young, aber dazu kommen noch eine ganze Menge weitere Beauty Shops. Das Angebot ist crazy – an Shops und auch in den Shops. Und die Shops sind voll – voll mit Frauen, die sich mit Beauty Artikel eindecken.
Gangam Styl
Frühstück bei Hello Kitty im Hello Kitty Cafe! Tönt crazy? Ist es auch. Und teuer ist es ebenfalls. Und fein? Nun ja, einmal muss man es wohl einfach erlebt haben. Mit der Metro fahren wir über 30 Minuten quer durch Seoul nach Gangam. Stehend notabene! In Gangam erwartet und ein bisschen ein anderer Groove. Wir fühlen uns fast wie in New York – nur inkl. super sauber. Zuerst geht es auf das 6. höchste Gebäude der Welt, dem Lotte World Tower. Die Weitsicht ist gut und Seoul einfach nur gigantisch gross. Hochhäuser ohne Ende! Weiter geht es zur Starfield Library. Dieser Spot ist als Instagram-Spot bekannt. Ob hier wirklich jemand Bücher ausleiht – viel Spass beim Suchen -, wissen wir nicht. Das Ambiente und die Lautstärke erinnern auf alle Fälle wenig an eine Bibliothek.

Weiter geht es zum wirklich allerletzten Grab. Mitten in Seoul bestaunen wir nochmals die Gräber von zwei Königen und einer Königin. Eindrücklich ist das Ganze vor allem wegen den Hochhäusern im Hintergrund und weil wir erst zum zweiten Mal richtig Nahe zu den Steinfiguren, die das Grab bewachen, kommen. Die Kids haben es gesehen mit den Gräbern und warten im Schatten. Mit dem Zug geht es zurück ins Zentrum. Dort wartet auch noch der letzte Palast auf uns. Das Timing könnte besser nicht sein. Wir erwischen die letzte englischsprachige Tour des Tages und besichtigen den Jongmyo Tempel mit einer Horde anderer Touristen. Für uns auch deshalb der am wenigsten eindrücklich Palast, der Paläste in Seoul. Danach startet nach einer kurzen Pause im Airbnb erneut eine Shopping- und Fressstandtour. Den Weg und die Geschwindigkeit geben die Girls vor. Zum Glück lässt auch ihre Energie nach über 16 Kilometer auf den Füssen irgendwann nach. Die Shops werden auch langsam repetitiv (fast wie die Gräber und Tempel und Paläste 🙂 ) und satt sind auch alle irgendwann. Bett wir kommen 🙂
Fun Fact of the day:
Nie die Beilage aus essen. Wer die kleinen Schälchen mit den Beilagen aus isst, bekommt subito ein neues volles Schälchen. Es ist durchaus üblich, überall mindestens einen kleinen Resten übrig zu lassen.

Hellblaues Liebesschloss
Unseren letzten Tag in Seoul lassen wir ruhiger angehen. Wir bleiben einen Moment länger liegen. Obwohl wir keine grossen K-Pop-Fans dabei haben, wollen wir doch auch noch etwas davon mitbekommen. Dazu besuchen wir in eine Art K-Pop-Museum. Lustig ist es vor allem, weil es viele coole Film- resp. Fotosets gibt. Später spazieren wir mit ganz vielen Einheimischen am Cheongye-cheon entlang. Der Cheongye-choen ist ein 11 Kilometer langer, modernisierter Wasserlauf. Die Einheimischen verbringen ihre Mittagspause hier in Scharen. Besonders fällt uns eine grosse Gruppe auf, welche mit Zange und Plastiksack ausgerüstet ist. Wir interpretieren: Büro-Team, welches in der Mittagspause Trash Hero spielt. Dumm nur, dass ungefähr 50 Personen hintereinander den gleichen Weg ablaufen. Müll hat es aber der ca. 5ten Person sicher keinen mehr – wenn überhaupt etwas am Boden liegt. Auf dem Gwangjan Market saugen wir nochmals die Atmosphäre eines südkoreanischen Marktes auf. Wir probieren, was uns anspringt. Wir könnten uns den ganzen Resttag durchfressen. Leider ist aber der Hunger irgendwann gestillt. Auf dem Rückweg ins Hotel geben die Kids noch die letzten Wong aus. Das Portemonnaie ist danach endlich leer und die Koffer definitiv voll. Zum Abschluss unserer Reise fahren wir mit der Gondel auf den Hausberg von Seoul, wieder ein Namsan. Man könnte oben, noch höher hinaus und noch auf den Seoul Tower. Das lassen wir aber aus. Einerseits waren wir ja gestern schon auf der Lotte und andererseits gibt es auch am Fuss des Towers genug zu bestaunen. Zum Beispiel aber tausenden von Liebesschlösser. Wir kaufen natürlich auch eines. Jeder darf etwas drauf schreiben. Danach hängen wir unser Schloss zu all den anderen. Auch unterhaltsam sind die vielen jungen Südkoreanerinnen, die sich im Abendlicht in Pose werfen. Alle super gestylt und wenn nicht mit einem Typen unterwegs, dann sicher mit ihrem Plüschtier. Zum Sonnenuntergang laufen wir den Berg hinunter. Schöner könnte es kaum sein. Nach dem letzten koreanischen Grill und dem letzten Besuch einer Fotobox ist dann definitiv Schluss. Morgen wird uns der Wecker in aller Frühe wecken und Koreanair uns zurück in die Schweiz fliegen.

Fun Fact of the day:
Die Fussgänger haben nie Vortritt. Im Gegenteil, wir müssen sehr gut schauen, dass wir nicht unter einem Auto landen. Entsprechend würde auch niemandem in den Sinn kommen, bei rot oder ohne Fussgängerstreifen die Strasse zu überqueren. Netterweise stehen hier in Seoul bei jedem Fussgängerstreifen Sonnenschirme. So kann man immerhin im Schatten auf grünes Licht warten. Weniger Fun: auch für die Autos gilt die Farbe der Ampel strikt. So strikt, dass sogar die Ambulanz mit Blaulicht an der Kreuzung auf grün warten muss…
Amrex, wo fährst du?
Der Wecker holt uns früh aus den Federn. Wir müssen vor sieben los in Richtung Flughafen. Die Metrostation haben wir gestern ausgecheckt, so dass wir dann auch sicher ohne Suchen auf dem richtigen Perron landen. Die Hauptherausforderung wartet dann aber unerwarteterweise am Hauptbahnhof auf uns. Wir suchen den Weg zum Flughafen-Zug und finden ihn nicht. Weil alles in koreanisch angeschrieben ist, hängen wir uns irgendwann bei Einheimischen ran. Doch auch sie finden dummerweise den Zug nicht. Nach unzähligen ultralangen Rolltreppen müssen wir kehrt um machen und verlieren auch deshalb wahnsinnig viel Zeit. Trotz eines beherzten Schlussspurt stehen wir schlussendlich 1 Minuten zu spät vor den Schranken des Flughafen-Express. Die Schranken bleiben geschlossen und der Zug fährt ohne uns. Am Schalter wird uns immerhin das Ticket erstattet und Odi versteht zum Glück auch wo die Alternative – quasi der Bummler – losfährt. Gott sei Dank haben wir in weiser Voraussicht genug Zeit eingeplant. Ansonsten wäre es mehr als knapp geworden… Auch der Rückflug verläuft angenehm und ruhig. Leider ist er noch eine Stunde länger – 13 Stunden! Das ist dann eigentlich auch gerade der einzige Wermutstropfen dieser Reise. Die Flugzeit ist lang, sehr lang. Aber sonst können wir Südkorea allen zu 120 Prozent empfehlen. Wir sind happy, dass uns die Kids auf diese Idee gebracht haben. Und wir sind einmal mehr sehr dankbar, dass wir wieder so eine tolle Reise erleben durften. Ich bin sicher, dass einige von uns über kurz oder lang wieder hier landen werden – trotz Flugzeit :-).
