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Die Reise

Auszeit in Bangkok

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Savatikaa Bangkok

Obwohl wir in aller Frühe an den Flughafen aufbrechen, ist die gesamte Hotelcrew schon wach, um uns nach einem kleinen Frühstück persönlich zu verabschieden. Ein letztes Mal sind wir hingerissen von der Herzlichkeit der Burmesen! Am Flughafen in Bangkok erhalten wir endlich die gesuchte Antwort auf unsere Frage betreffend den Einreisebestimmungen für Thailand. Vor der Passkontrolle finden wir des Rätsels Lösung in Form eines Plakates, auf welchem schwarz auf weiss steht was Sache ist. Judihui, die Vorschriften kollidieren nicht mit unseren Reiseplänen! Den Rest des Tages verbringen wir im MBK. Nach den elf Tagen in Myanmar ist das Angebot einfach immens. In Myanmar findet man nicht einmal den Hauch von ähnlichen Produkten. Da wir uns in den nächsten drei Tagen eine Sightseeing- und Reiseauszeit gönnen, verwenden wir unseren Aufenthalt im Shoppingparadies heute vor allem für das Update unserer Homepage. Von den Unruhen beim Parlamentsgebäude erfahren wir übrigens erst am Abend aus dem Fernsehen. Wir haben den ganzen Tag überhaupt nichts davon mitbekommen und da wir n

Myanmar (Burma)

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Viele neue Eindrücke

Obwohl uns der Wecker um kurz vor fünf aus den Federn holt und wir um diese Zeit normalerweise kaum einen Meter weit sehen, lassen wir uns das Frühstück heute nicht entgehen. Seit langer Zeit gibt es wieder einmal ein fast europäisches Morgenessen! Nach etwas mehr als einer Stunde Flug landen wir schliesslich um acht Uhr Ortszeit in Yangon, der ehemaligen Hauptstadt von Myanmar. Für die Fahrt in die Stadt schliessen wir uns einem Franzosen und einem Aussie an. Der eine kennt das ganze Taxiprozedere und der andere weiss eine nette Unterkunft. Zu gerne lassen wir uns von den beiden führen und geniessen die passive Ankunft in diesem Land. Im Hotel werden wir herzlich begrüsst und fühlen uns auf Anhieb mehr als willkommen. Versorgt mit vielen guten Ratschlägen machen wir uns schliesslich auf in die Strassen von Yangon. Unser erster Eindruck: die Gebäude sehen aus wie in Havanna, die Menschen wie in Indien, die Strassen wie in Kambodscha und das Chaos wie in Indonesien. Obwohl unsere Vorstellungen von Yangon vielleicht ein bisschen idyllischer und romantischer waren, fühlen wir uns nicht unwohl. Nach dem wir den im alleinigen Planet vorgeschlagenen Rundgang abgelaufen sind sowie eine erste Pagode besucht haben, finden wir uns auf dem Markt wieder. Dies ist ein Ort, wo man in Myanmar Geld wechseln kann. Den besten Kurs bekommt man bei den Händlern, die einem an jeder Strassenecke ansprechen. Da dabei die Gefahr übers Ohr gehauen zu werden jedoch besonders gross ist, lassen wir die Finger davon. Die zweite Möglichkeit sind die Schmuck- und Souvenirläden auf dem Markt. Auch diese Variante zählt zum Schwarzmarkt, wird aber offiziell nicht bekämpft. Die Vorteile sind dabei, dass man in Ruhe das Geld zählen kann (dazu später mehr…), bei allfälliger Unzufriedenheit den Shop wieder findet und der Kurs fast so gut ist wie auf der Strasse. Weiter kann das Geld auch im Hotel gewechselt werden. Dieser Kurs unterliegt allerdings Steuern, die direkt in die Tasche der Regierung wandern und ist deshalb weder sonderlich attraktiv, noch sehr verantwortungsvoll. Die bei uns übliche Variante auf die Bank zu gehen, ist hier keine Option. Man bekommt nur etwa halb soviel Geld. Der langen Reden kurzer Sinn – nach einigem Zögern von Odi wagen wir uns schliesslich zu einem Juwelier und wickeln das Geschäft ab. Da die grösste Note dem Gegenwert von einem Dollar entspricht, verlassen wir kurze Zeit später den Laden mit einem riesigen Haufen Geldnoten. Kleine Bemerkung am Rande: in Myanmar gibt es keinen einzigen ATM! Kurz vor dem grossen Nachmittagsgewitter ziehen wir uns in einen westliches Kaffee zurück und gönnen uns eine kleine Auszeit. Auf dem Rückweg zum Hotel entdecken wir schliesslich ein Kino. Da wir den Film „The Mummy III“ bis dato überall verpasst haben, nutzen wir die Chance und sitzen kurze Zeit später im Filmtheater. Obwohl wir uns die zweit beste Kategorie leisten, bezahlen wir nur gerade 1,4 Franken Eintritt! Der einzige Nachteil: es gibt keine Popcorn. Zum z’Nacht und anschliessendem Schlummtertrunk treffen wir uns mit Greg, dem Aussie aus dem Taxi. Das Essen schmeckt weitaus besser, als die Güetzi mit Ablaufdatum Oktober 2007, die wir heute in einem Shop gekauft haben. Es scheint, als ob man hier auch beim Einkaufen den Kopf bei der Sache haben muss.

Thanks for coming!

Einmal mehr müssen wir uns heute morgen als erstes mit einem Visumproblem beschäftigen. Thailand hat vor kurzem die Einreisebestimmungen geändert und wir sind uns auf einmal nicht mehr sicher, ob unsere Reisepläne mit diesen Vorschriften kooperieren. Da wir auch nach einer Stunde im Internet nicht viel schlauer sind, wenden wir uns schliesslich an das thailändische Konsulat in der Schweiz. Schauen wir mal, was die dazu meinen. Ansonsten werden wir wohl mit einer einmaligen Provision dem Zöllner an der laotisch-thailändischen Grenze auf dem Sprünge helfen müssen :-). Nachdem wir das Ticket für den Nachtbus nach Mandalay gekauft haben, finden wir tatsächlich einen richtigen Supermarket. Hier bekommt man fast alles, was man auf der Strasse weitgehend vergebens sucht. Nur ein Beispiel sind die Getränke. Auf der Strasse sowie in den kleinen Shops wird praktisch nur Wasser verkauft und Petflaschen sind hier immer eine Rarität. Dass Myanmar zu den ärmsten Ländern gehört, ist auch sonst allen Ecken ersichtlich. Die von den Engländern während der Kolonialzeit aufgebaute Infrastruktur wurde nach dem Bau nie unterhalten und zerfällt heute langsam aber sicher in Einzelteile. Die riesigen Löcher im Trottoir, durch die man locker bis zwei Meter in die Tiefe stürzen kann, sind nur ein Exempel. Das Wahrzeichen von Yangon ist die Shwedagon Paya, eine riesige Tempelanlage. Wir verbringen über eine Stunde zwischen all den Stupas und geniessen die friedliche Atmosphäre. Nicht zum ersten Mal bedankt sich ein älterer Mann bei uns, dass wir nach Myanmar gekommen sind. Nach den Unruhen im Herbst 2007 sowie dem verheerenden Wirbelsturm vor einem halben Jahr habe die Anzahl Touristen dramatisch abgenommen. Dabei brauche sein Land Reisende wie uns so dringend. Auch wir haben uns lange überlegt, ob wir in ein Land, das von einem Militärregime regiert wird, wirklich bereisen wollen. Die Reaktionen der Burmesen haben uns aber bereits in den ersten zwei Tagen gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir sind der Meinung, dass ein Boykott vor allem der Bevölkerung und nicht der Regierung schadet. Wir achten deshalb auch besonders darauf, dass unsere Devisen möglichst nicht in der Tasche der Regierung landen. Zum Glück gibt es mit dem Lonely Planet einen Reiseführer, der in die gleiche Richtung zielt und so ein vertretbares Reisen zulässt. Via Kandawgyi Lake spazieren wir schliesslich zurück ins Hotel. Den Abend verbringen wir wieder mit Greg. Nach einem authentischen burmesischen Leckerbissen geniessen wir den Schlummertrunk auch heute wieder in einer nobleren Bar über den Dächern von Yangon. Da wir die einzigen Gäste sind, werden wir von den zehn Angestellten ganz besonders aufmerksam bewirtet. Auch die Jazzband spielt nur für uns ganz alleine. Das einzige Anstrengende an der Sache ist, dass wir auch die einzigen zum Applaudieren sind.

Mit dem Bus 695 Kilometer in den Norden

Damit wir vor der langen Busfahrt nach Mandalay einigermassen frisch bleiben, beschränkt sich unser heutiges Programm eher auf „unschwitzige“ Aktivitäten. Nachdem wir auf dem Markt nochmals eine Stange Geld gewechselt haben, verziehen wir uns deshalb wieder ins Kino. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Theater schauen wir uns den Film „Wanted“ an. Als die Vorstellung zu Ende ist, sehen wir am Durcheinander auf dem Boden warum es die ganze Zeit um uns so knackte und raschelte. Es scheint als ob jeder mindestens ein halbes Kilo Sonnenblumenkerne verschlingt hat! Schliesslich ist es an der Zeit zum Busterminal zu fahren. Da die Informationen über die Dauer der Busfahrt zwischen 12 und 18 Stunden schwanken, haben wir uns mental auf eine sehr, sehr lange Fahrt eingestellt. Als wir mit dem Taxi am Busterminal ankommen, trauen wir unseren Augen kaum. Ein solch riesiges Terminal haben wir in unserem Leben noch nie gesehen! Auf der Fläche von mehreren Fussballfeldern reihen sich unzählige Busgesellschaften in einer Art Dorf aneinander. Obwohl unser Taxifahrer unsere Buscompany kennt, muss auch er über zehn Minuten suchen, bis er uns am richtigen Ort ausladen kann. Warum niemand auf Platz 1 und 2 sitzen wollte, wird uns spätestens beim Einsteigen klar. Die Platzverhältnisse sind doch eher beschränkt und wir brauchen einen Augenblick bis wir uns einigermassen bequem platziert haben. Zum Schlafen kommen wir die ganze Nacht nicht wirklich. Zwei grössere Polizeikontrollen sowie die vielen Pinkel- resp. Essenspausen, bei denen immer der ganze Bus aussteigen muss, halten uns mehr oder weniger wach. Einzig beim Stopp, wo der Strassengraben die übliche Toilette ersetzt, dürfen wir gnädigerweise sitzen bleiben. Wir können uns ein Grinsen nicht verkneifen, als wir praktisch alle Passagiere in Reih und Glied beim Erledigen ihres Geschäftes beobachten können. Die Fahrweise unserer zwei (!!! – wahrlich eine Seltenheit in Asien) Fahrer ist defensiv und angenehm. Wir sind froh, dass die Jungs so vorsichtig unterwegs sind, denn ansonsten könnte es für die vor ihrem Lastwagen auf der Strasse schlafenden Fahrer doch recht unangenehm werden. Als um sechs Uhr die Sonne aufgeht, können wir beobachten wie das Leben auf dem Lande langsam erwacht. Die Stimmung ist sehr eindrücklich. Besonders fasziniert bin ich von den vielen Mönche zwischen 5 und 90 Jahren, die sich in kleinen Gruppen auf den Weg machen, um ihr Essen bei der Bevölkerung einzusammeln. Odi erfreut sich währenddessen eher an den unzähligen Ochsenkarren, die uns am Strassenrand auf ihrem Weg auf die Felder begegnen. Obwohl wir nun doch schon einen Moment am Reisen sind, können wir kaum glauben wie viele neue Eindrücke dieses Land uns bietet. Uns kommt es jedenfalls vor, als ob wir irgendwie in einem anderen Jahrhundert gelandet wären!

Myanmar, Bagan, Transport

Geschafft, wir sind in Mandalay!

Nach 15 Stunden haben wir es geschafft – wir sind in Mandalay! Wie gewohnt finden wir ohne Probleme ein freies Zimmer in einem Guesthouse. Da wir von der Busfahrt doch ziemlich müde sind, gönnen wir uns erstmals ein bisschen Erholung. Doch auch nach drei Stunden Schlaf sind wir immer noch derart „groggy“, dass sich unsere erste Entdeckungstour auf einen gemütlichen Spaziergang beschränkt. In einem Teahouse essen wir das wohl günstigste Essen des ganze Jahres! Für umgerechnet nur 1,5 Franken verpflegen wir uns mit Nudeln und Cola. In Mandalay herrscht weniger Betrieb als in der Hauptstadt. Alles scheint hier ein bisschen langsamer und gemütlicher. Für uns Berner also definitiv ein Ort, an dem wir uns wohl fühlen sollten! Die Menschen heissen uns hier noch viel herzlicher willkommen als in Yangon. Von überall wird uns ein nettes „Hello“ zugerufen und ein Lächeln geschenkt. Wie in der Hauptstadt hat es auch in Mandalay viele Moscheen. Auch katholische Kirchen und Hindutempel gehören zum Strassenbild. Spätestens als wir auf der Dachterrasse unseres Guesthouses ein Bier geniessen und der Muezzin zum Gebet ruft, sind wir uns sicher, dass die Bevölkerung die Religionsvielfalt akzeptiert und lebt. Das gleiche gilt wohl weitgehend auch für Homosexuelle, sind wir doch heute auf dem Markt einer richtigen Schwulenparade begegnet. Das indische Essen an der Strassenecke, die Chapatis und das Curry schmecken hervorragend. Einzig die Kinder, die einem hier bedienen und die in ihrem ganzen Leben nie eine Schule von innen sehen werden, stimmen uns nachdenklich. Nach dem Essen lassen wir uns von einer Ritschka zu den Moustache Brothers fahren. Die drei Brüder sind die bekanntesten Gesichter einen Komödiantenfamilie und stehen aufgrund ihrer zweideutigen Äusserungen über die Regierung auf der schwarzen Liste. Zwei der drei Brüder wurden deshalb auch schon mehrmals verhaftet und in einem Arbeitslager festgehalten. Da die Regierung ihnen die öffentlichen Auftritte verboten hat, findet die Show nun jeden Abend in der Privatgarage der Familie statt. Obwohl wir uns etwas mehr Hintergrundinformationen zum Land erhofft haben und die Tanzeinlagen sowie der Eintritt doch eher an der oberen Grenze sind, werden wir ganz gut unterhalten. Alleine die Zivilcourage der Moustache Brothers der Regierung zu trotzen, verdient unseren Respekt.

Acient City’s

Zusammen mit Greg mieten wir uns heute einen 60-jährigen Oldtimer und besuchen die drei alten Königsstädte Amarapura, Sagaing und Inwa. Als wir über holprige Strassen zu unserem ersten Ziel fahren, fühlen wir uns ein bisschen wie britische Kolonialherren und wir können nicht genau eruieren, ob nun wir oder das Auto die grössere Attraktion sind. In Amarapura ist nicht mehr viel vom alten Glanz übrig. Der Ort wird heutzutage vor allem wegen seines Klosters und der 200-jährigen, 1,2 Kilometer langen Holzbrücke besucht. Jeden Tag nach zehn Uhr dürfen Interessierte die 1300 im Kloster lebenden Mönche beim Mittagessen beobachten. Eine schier endlose Reihe von Männern jeden Alters wandert an uns vorbei, um im riesigen Speisesaal zusammen die letzte Mahlzeit des Tages einzunehmen. Ab dem fünften Lebensjahr können grundsätzlich alle einem Kloster beitreten. Wie lange man bleiben möchte, ist jedem freigestellt. Einige bleiben nur eine Woche, viele einen Monat oder ein Jahr und andere für immer. Wer kann, kauft seinem Sohn oder seiner Tochter für umgerechnet drei Franken die vorgeschriebene Kleidung und übergibt seine Kinder in die Obhut der Mönche. So unvorstellbar dies für uns tönen mag – hier werden die Kinder mit allem notwendigen versorgt und ihre Eltern im täglichen Überlebenskampf ein wenig entlastet.

Myanmar, Mingung, Monk

Nachdem wir auch die Brücke besichtigt haben, fahren wir weiter nach Sagaing. In diesem Ort hat es nur gerade 500 Stupas und Pagoden. Soweit das Auge reicht, ragen die goldenen Dächer über die Baumkronen hinaus. Wir sind uns inzwischen fast sicher, dass es in Myanmar praktisch für jeden Einwohner eine Paya gibt. Vorbei an uralten Tempelanlagen werden wir an unserer letzten Destination mit der Kutsche zu einem weiteren Kloster gefahren. Die Bauten in Inwa sind für uns die Krönung des Tages. Umgeben von einer Landschaft mit einer unglaublich friedlichen Stimmung findet man hier einige wahre Kunstwerke an Bauten.

Mandalay

Das schlechte Wetter verschiebt unsere geplante Sightseeing-Tour auf den Nachmittag. Erst als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, machen wir uns auf die Suche nach einem Gefährt, das uns den Rest des Tages in der Stadt herum chauffieren kann. Da die Anzahl Touristen wie bereits erwähnt seit längerer Zeit schwindend klein ist, versuchen wir bei jedem Transport eine anderen Person zu berücksichtigen und so das Geld so gut wie möglich unter all den Fahrern zu verteilen. Bei einem Durchschnittseinkommen von einem Dollar pro Tag können wir so doch einigen Familien wenigstens für ein paar Tage über die Runden helfen. Mit einem kleinen Mazda-Pickup fahren wir los zu den Sehenswürdigkeiten von Mandalay. In der Mahamuni Paya können wir einen Buddha bestaunen, der mit einer 15 cm dicken Schicht aus Goldpapier überdeckt ist. Leider ist das weibliche Geschlecht auch im Buddhismus dem männlichen Pendant nicht ganz gleich gestellt, so dass ich das Heiligtum nur aus einer gewissen Entfernung betrachten darf. Im alten Königspalast verweilen wir nicht lange. Nach den grossartigen Bauten in Beijing beeindruckt uns diese Version nicht besonders und wir widmen uns stattdessen lieber den restlichen Pagoden und Klöstern in der Stadt. Auch wenn die Pagoden in ihren Grundzügen immer gleich aussehen, hat doch jede Paya ihre Besonderheit. Neben einem aus 20’000 Seiten bestehenden in Stein gehauenen Buch, gibt es auch einen 900 Tonnen schweren Buddha aus Marmor zu bestaunen. In einer weiteren Paya werden wir von einem jungen Mönch in perfektem Englisch angesprochen. Der 19-jährige scheint sehr gebildet und wir diskutieren mit ihm eine ganze Weile über den Buddhismus sowie die Probleme in seinem Land. Besonders interessiert ist er auch an unserem Lonely Planet, den wir ihm während wir uns die Pagode anschauen zum Lesen überlassen. Am meisten beeindruckt uns heute die Shewenandaw Kyaung, ein Klosterbau aus Holz, der sich durch seine filigranen Schnitzereien hervorhebt. Zum Schluss der Tour besteigen wir den 230 Meter hohen Mandalay Hill. Von hier soll der Sonnenuntergang bei schönem Wetter ganz besonders schön sein. Da der Himmel aber inzwischen wieder mit einer dicken Wolkenschicht überdeckt wird, sitzen wir bald wieder im Taxi und widmen uns stattdessen den üblichen Abend-Aktivitäten.

Mingun

Heute machen wir mit dem Schiff einen Ausflug nach Mingun. Da es Touristen nicht erlaubt ist mit dem öffentlichen Boot zu fahren, schippern wir auf einem Touristenboot und einer überraschend grossen Anzahl an Backpackern die elf Kilometer den Fluss hinauf. Mingun ist bekannt für seine aus dem 19. Jahrhundert stammende Pagode. Da der König während dem Bau verstarb, wurde das Heiligtum nie ganz fertig gebaut und erinnert teilweise eher an einen überdimensionalen Haufen von Ziegelsteinen. Als Kontrast zu den überwiegend weissen Payas finden wir es jedoch ganz nett zur Abwechslung einmal eine etwas andere Bauweise anschauen zu können. Zurück in Mandalay geniessen wir den Luxus einer Klimaanlage und bleiben vorwiegend im kühlen Zimmer. Irgendwie ist es uns heute fast zu heiss, um uns weiteren ernsthaften Aktivitäten zu widmen. Die Menschen in Myanmar haben ihre eigene Art, sich vor der Sonne und Hitze zu schützen. Die Frauen und Kinder benützen als Sonnenschutz eine gelbliche Paste, die sie sich vorwiegend in das Gesicht schmieren. Die Männer suchen ihre Abkühlung indem sie statt einer Hosen einen Sarong tragen. Beides scheint sehr hilfreich, laufen hier doch fast alle mit gelben Gesichtern und/oder Röcken durch die Strassen.

Durchgeschüttelt nach Bagan

In keinem Land haben wir bis jetzt derart schlechte Strasse angetroffen wie in Myanmar. Wie überall fehlt auch zum Strassenbau schlicht das Geld. Wird ausnahmsweise doch ab und zu irgendwo eine Strasse ausgebessert, werden alle passierenden Fahrzeuge unverzüglich zur Kasse gebeten. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man in einem Dorf innerhalb von 50 Metern zwei Mal eine Gebühr bezahlen muss. Auch die Route nach Bagan erinnert uns eher an eine staubige Wüsten-Ralley als an eine Hauptverbindungsachse zwischen zwei wichtigen Zentren. Ganze sechs Stunden werden wir auf unseren Sitzen so richtig durchgeschüttelt. Verglichen mit den Pick-ups, auf denen die Burmesen jeden möglichen Platz mindestens zu dritt besetzen, sind wir aber eigentlich ganz zufrieden mit unserem im Vergleich luxuriösen Bus. In Bagan angekommen, schnappen wir uns im Guesthouse ein Velo und machen uns auf zu den ersten Stupas. Auf einer Fläche von 42 km2 sind hier in den letzten 2000 Jahren unglaubliche 4400 Tempel entstanden. Erst als wir für den Sonnenuntergang auf eine der unzähligen Stupas steigen, wird uns die immense Anzahl an Anlagen so richtig bewusst. Soweit das Auge reicht, ragen die Spitzen zwischen den Feldern dem Himmel entgegen. Der Anblick ist atemberaubend! Durch Zufall hat sich Greg für den Sonnenuntergang die gleiche Stupa ausgesucht und so treffen wir schon ein bisschen früher als verabredet wieder auf unseren australischen Freund. Leider hat sich in der Zwischenzeit die einzige Wolke am ganzen Himmel genau vor die Sonne geschoben. Als Ersatz für den nicht ganz so optimalen Sonnenuntergang, geniessen wir das Abendessen neben einer beleuchteten Stupa unter dem Sternenhimmel. Was den Untergang der Sonne betrifft, bleiben uns zum Glück ja noch zwei Abende.

Bagan

Nach dem Frühstück satteln wir wieder unsere Velos und radeln los zu den Stupas. Unser primäres Ziel sind heute die Bauten in Old Bagan. Dort sind auf einer relativ kleinen Fläche einige der grössten Tempel versammelt. Wie im ganzen Land hat es auch Bagan nur vereinzelte Touristen. Während wir in Mandalay vor allem die Ritschkafahrer abwehren mussten, werden wir hier praktisch auf Schritt und Tritt von den Souvenirverkäufern verfolgt. Pro Tourist zählen wir mindestens 20 Verkäufer! Was meist mit einem „Where are you from?“ beginnt, endet über kurz oder lang immer mit einem Verkaufsgespräch. Da wir die Touristenzahlen und die damit verbundene Not der Bevölkerung kennen, versuchen wir so nett wie möglich zu bleiben und uns einen Spass aus den Belagerungen zu machen. Allerdings wird es auch uns ein paar Mal schlicht zu anstrengend, so dass nur klare Worte wieder ein bisschen Ruhe bringen. Kurz vor der letzten Pagode verabschiedet sich die Luft aus meinem Hinterreifen und die Fahrt über die Sandpisten wird noch ein bisschen anstrengender. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang schaffen wir es aber zur gleichen Pagode wie am Vorabend.

Myanmar, Bagan, Payas

Da uns die Verkäufer schon kennen, werden wir in Ruhe gelassen und geniessen die Aussicht bald tout seul. Ganz alleine bleiben wir dann aber doch nicht, gesellt sich doch kurz vor dem Grande Finale ein Haufen von schnatternden Archäologiestudenten zu uns… Am Abend landen wir in einem unscheinbaren Restaurant. Nach dem Motto „Good food takes time“ zaubert die ganze Familie für uns einen super feinen indischen Leckerbissen zu.

Mt. Popa

Der letzte Ausflug mit Greg bringt uns zum Mount Popa. Da wir am Vorabend eine Flasche Popsi – eine scheussliche malaysische Fälschung von Pepsi gekauft haben – wird uns der Fels wohl eher als Mount Popsi in Erinnerung bleiben. Der Berg ist der wichtigste Nat-Wahlfahrtsort im Lande. Die Nats sind eine Art Geister und gehören wie der Buddhismus zum spirituellen Alltag der Burmesen. Beim Aufstieg werden wir von unzähligen Affen begleitet. Zum Glück sind die Viecher hier aber nicht aggressiv und lassen uns einigermassen ungestört den Berg hinauf klettern. Wirklich stören tun uns nur die Affenschei… und Affenpi… der Tiere, die grosszügig überall auf den Treppenstufen verteilt sind. Pech, dass wir wie bei jedem Heiligtum auch hier die Schuhe ausziehen müssen… Zurück in Bagan heisst es Abschied nehmen von Greg. Thanks mate, for having a great time – see you again! Da erst kurz nach Mittag ist, schnappen wir uns wieder unsere Bikes und radeln nochmals los zu ein paar weiteren Stupas. Die Sonne scheint heute ganz besonders erbarmungslos auf uns nieder und wir kommen zeitweise kaum vom Fleck. Für den letzten Sonnenuntergang haben wir uns eine neue Stupa ausgesucht. Nach dem Einkreisverfahren nähern wir uns zum Abschluss unserer Tour de Bagan dem Tempel irgendwo mitten in einem Feld und geniessen einen letzten Ausblick auf Bagan. Auf der Rückfahrt darf sich heute Odi mit einem Platten abmühen. Nur gut, dass das Flicken der Reifen hier so günstig ist… In netter Gesellschaft von einem Deutschen lassen wir uns wieder von der gleichen Familie bekochen. Das Wonderful Tasty Restaurant ist wirklich wonderful and tasty!

Drei Stromsysteme

An unserem letzten Tag in Myanmar gönnen wir uns wieder einmal eine Auszeit. Nachdem wir ausgeschlafen haben, beschäftigen wir uns vor allem mit Fotos aussuchen, Tagebuch schreiben und lesen. Bei einem kurzen Spaziergang durch das Dorf kaufen wir unsere letzten Souvenirs ein. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir in der Luft und verlassen Bagan in Richtung Yangon. Da wir noch ein paar Dollar übrig haben, können wir uns diesen Flug leisten und müssen so nicht noch einmal 15 Stunden in einem Nachtbus verbringen. Man gönnt sich ja sonst nichts… Zum Abschluss unserer Reise noch eine kurze Geschichte zur Stromversorgung im Myanmar: die Häuser mit Stromanschluss sind mit drei verschiedenen Systemen ausgerüstet. Eine Stromart stellt die Regierung zur Verfügung. Diese Versorgung ist ziemlich unzuverlässig und fällt entsprechend oft aus. An dieser Leitung sind all Luxusdinger wie bspw. die Klimaanlage angeschlossen. Daneben gibt es den Strom von den Chinesen. Dieser ist dank des hohen Preises relativ stabil und versorgt den Rest des Hauses. Wer es sich leisten kann hat zudem als Notstrom einen Generator vor dem Haus. Dieser wird allerdings nur im äussersten Notfall angeworfen. Nach den vielen Stromausfällen und den anschliessenden Reset-Prozeduren wissen wir die Steckdosen in der Heimat nun jedenfalls wieder so richtig zu schätzen.

Wer unseren Bericht über Myanmar aufmerksam gelesen hat, weiss wie gut es uns hier gefallen hat. Da das Land unbedingt einen Besuch wert ist und wir den Menschen von ganzem Herzen mehr Touristen wünschen, haben wir nachfolgend noch einige zusätzliche Informationen zu Myanmar zusammengetragen:

Myanmar oder Burma?
Das Land wurde von den Engländern während der Kolonialzeit von Myanmar in Burma umbenannt. 1989 hat die Regierung den Namen schliesslich wieder gewechselt. Dies war eine von unzähligen Massnahmen, um sich so weit als möglich vom englischen Kolonialismus zu lösen.

Aung San Suu Kyi
Die wohl berühmteste Burmesin ist die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Ihre Partei hat 1988 die gewaltfreie prodemokratische Bewegung angeführt und in der Folge die demokratischen Wahlen von 1990 mit 82 % der Stimmen gewonnen. Entgegen dem Volkswillen hat die Militärregierung die Macht jedoch nie abgegeben und regiert resp.  kontrolliert das Land bis heute. Aung San Suu Kyi wurde seither dreimal unter Hausarrest gestellt. Sie lebt nach wie vor isoliert in ihrem Haus in Yangon.

Sanktionen aus dem Westen
Als Folge des dritten Hausarrestes von Aung San Suu Kyi im Jahr 2003 stellten die EU sowie die USA alle internationalen Beziehungen mit Myanmar ein. Die Sanktionen sind bis heute in Kraft. Die umliegenden asiatischen Länder – hauptsächlich China, Thailand und Singapore – beteiligen sich nicht an diesen Sanktionen.

Menschenrechte
Die Menschenrechte in Myanmar werden von der Militärregierung kontrolliert und eingeschränkt. Negative Äusserungen über die Regierung führen zu Verhaftung und Zwangsarbeit.

Unruhen im Herbst 2007
Vor einem Jahr haben in mehreren Städten Mönche und Studenten friedlich gegen die Militärregierung demonstriert. Die Proteste wurden von der Regierung gewaltsam unterbunden und haben bis heute keine Veränderung gebracht.

Taifun im Frühling 2008
In diesem Frühling wurde das Land von einem heftigen Taifun getroffen. Unglaublich viele Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Die besonders stark betroffen Gebiete sind für Touristen nicht zugänglich.

Informationsfluss
Wir haben das Gefühl, dass die Regierung hauptsächlich darauf bedacht ist, dass möglichst wenig Informationen das Land verlassen. Die Burmesen sind aus unserer Sicht sehr gut über das Weltgeschehen informiert. Mit den Touristen sowie zahlreichen ausländischen Fernsehsendern und Zeitungen gelangen die wichtigsten Informationen ins Land. Das Medium Internet wird vom Staat so gut als möglich kontrolliert. Einige Seiten sind gesperrt.

Sicherheit
Wir hatten während der ganzen Reise nie auch nur den Hauch eines Gefühls von Unsicherheit. Das Land ist aus unserer Sicht für Touristen absolut sicher.

Wie kann man den Menschen in Myanmar helfen?
Packt eure sieben Sachen und reist nach Myanmar! Die Burmesen warten regelrecht auf mehr Touristen. Bitte nicht vergessen: das mitgebrachte Geld sollte möglichst in den Taschen der Bevölkerung landen und nicht in denen der Regierung!!!

Hier sind die Bilder

Central Thailand

Short cut zu den Bildern

Fasch es Loch im Gring

Ausgeschlafen und erholt machen wir uns gegen Mittag auf ins MBK. Da wir keine grosse Lust haben schon am Morgen früh mit einem Taxi- oder Tuk Tuk-Fahrer zu verhandeln und wir am Bahnhof sowieso noch einen Fahrplan besorgen müssen, wollen wir mit der Metro ins Shoppingparadies fahren. Weit kommen wir jedoch nicht, denn Odi schlägt schon nach ein paar Meter an einer Sonnenstore ziemlich heftig den Kopf an. Zum Glück ist die Wunde nicht so tief, dass man nähen müsste und wir können den Schaden mit einem „sexy“ Pflaster wieder einigermassen beheben. Im MBK konzentrieren wir uns vor allem auf das visuelle Shopping. Einzig Odi kauft sich einen Ersatz für seine „verlöcherten“ Jeans sowie ein neues T-Shirt. Alles andere werden wir erst kurz vor unserer Heimreise kaufen. Schliesslich wollen wir unsere Tramper nicht gleich wieder mit unnötigem Ballast füllen. Für den Rest des Nachmittags verziehen wir uns deshalb ins Kino und amüsieren uns beim Film „Zohan“. Auf dem Rückweg im Taxi (ja, am offiziellen Taxistand im MBK haben wir einen freundlichen Fahrer gefunden…) müssen wir feststellen, dass das ÖV-Konzept von Bangkok wirklich eine Katastrophe ist und bleibt. Oder wart ihr schon mal in einer Stadt in der das Taxi günstiger ist als die Metro?

Bus 73

Laut den Informationen im alleinigen Planet sollte Bus 73 eigentlich die Lösung für alle unsere „Transportprobleme“ Richtung MBK sein. Der Zufall will es, dass wir nur wenige Meter neben unserem Hotel die dazugehörige Bushaltestelle entdecken. Ohne lange zu überlegen, springen wir in den nächsten Bus und fahren tatsächlich auf direktem Weg zu einem Spottpreis in das Shoppingcenter. Judihui, damit sind wir sämtliche Preisdiskussionen sowie den langen Umweg mit der Metro auf einen Schlag für immer los! Im MBK verbringen wir die meiste Zeit in einem Coffeeshop mit gratis W-LAN. Zu einem feinen Kaffee können wir so wieder einmal ohne Zeitdruck ein paar Mails beantworten und durch das WorldWideWeb surfen. Nachdem Odi seinen obligaten T-Shirt Kauf getätigt hat, fahren wir mit dem Bus wieder zurück ins Chinatown, wo wir den Rest des Abends bei einem Bier auf der Dachterrasse des Hotels geniessen.

Sangkhlaburi

Der Wecker holt uns früh aus den Federn. Unser Ziel ist ein von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannter Nationalpark an der Grenze zu Burma. Die Busfahrt klappt trotz einmaligen Umsteigen ohne Probleme und schneller als erwartet kommen wir sieben Stunden später an unserem Ziel an. Da von Sangkhlaburi keine Karte im Reiseführer abgedruckt ist, laufen wir in den ersten Minuten ziemlich orientierungslos durch das Dorf. Nach einigem Suchen finden wir schliesslich einen freundlichen und englisch sprechenden Thai. Ohne zu zögern stellt er uns zwei Mopedtaxis zur Verfügung, die uns umsonst zu der von uns gesuchten Unterkunft bringen. Nach ein paar Tagen in Bangkok können wir kaum glauben, wie unaufdringlich und zurückhaltend die Thais in dieser Gegend sind. Leider ist die Regenzeit in dieser Region noch nicht ganz zu Ende und beim Gedanken an das geplante  Dschungeltrekking im erwähnten Nationalpark macht sich bei uns beiden bald eine gewisse Ernüchterung breit. Wie gerufen kommt uns daher die Information, dass der Nationalpark für „Otto-Normal-Tourist“ gar nicht zugänglich ist und wir uns deshalb mit einem Blick aus der Ferne begnügen müssen. Um uns noch ein bisschen die Beine zu vertreten, machen wir einen kurzen Spaziergang zum Khao Laem Lake. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt hier auch heute noch in schwimmenden Häusern auf dem See. Das idyllische Bild wird einzig durch die doch recht zahlreich vorhandenen Bungalows für Touristen gestört. Im Bett unseres Hostels stellen wir fest, dass das Zitat im Lonely Planet – it isn’t the cleanest in town, but it is the cheapest – eine Spur Wahrheit beinhaltet. Wir haben in der Tat wieder einmal eine rechte Absteige erwischt und sind uns einig, dass wir gewisse Löcher doch langsam aber sicher satt haben!

Kanchanaburi

Als Ersatz für den gestrichenen Dschungeltrek machen wir nach dem z’Morge eine einstündige Bootsfahrt auf dem Khao Laem Lake. Aufgrund eines neuen Staudammes wurde hier vor einigen Jahren ein Dorf vollständig überflutet. Als stumme Zeugen ragen heute das Dach einer Pagode sowie einige Bäume aus dem Wasser. Wieder an Land schnappen wir unsere Tramper und springen in den nächsten Bus. Der kurze Ausflug nach Sangkhlaburi wird somit als eine Art Nullnummer in unsere Reisegeschichte eingehen… Am Busterminal in Kanchanaburi überwindet Odi tatsächlich seine jahrelange Ritschka-Phobie und steigt ohne jeglichen Druck von meiner Seite freiwillig in ein solches Gefährt ein. Schon nach wenigen Minuten ist er sichtlich froh, dass er bei den tropischen Temperaturen die weite Strecke zum Hostel gefahren wird. Nach einem Tagesausflug vor ein paar Jahren hätte niemand von uns beiden gedacht, dass wir je wieder hier landen werden. Umso überraschter sind wir, als wir  auf eine Backpacker-Strasse treffen, wo sich Hostels, Restaurants und Bars dicht aneinander gedrängt aufreihen. Spätestens als wir ein ruhiges Hostel mit Garten finden und das saubere und helle Zimmer beziehen, sind wir glücklich wieder hier zu sein. Kanchanaburi verdankt seine Bekanntheit der „Death Railway“, die die Japaner während des zweiten Weltkriegs zwischen Thailand und Burma gebaut haben. 100’000 Kriegsgefangene haben während dem Bau ihr Leben aufgrund miserabler Zustände verloren. Auf dem lokalen Friedhof, dem wir einen kurzen Besuch abstatten, haben einige Engländer, Aussies und Holländer ihre letzte Ruhe gefunden. Zum z’Nacht lassen wir es uns in einer Strassenküche à la Ko Tao (ja KK und Stuwi, er hat sehr oft erwähnt, wie toll es hier doch ist…) richtig gut gehen. Unglaublich was die Köchin mit ihrer minimalen Einrichtung im Nu für uns auf den Tisch zaubert!

Death Railway

Heute wollen wir den berühmtesten Teil der Death Railway mit dem Zug abfahren. Die Strecke ab Kanchanaburi in Richtung burmesische Grenze soll aufgrund ihrer Topografie ganz besonders spektakulär sein. Spätestens bei der Haltestelle vor der Brücke am Kwai sind wir froh, dass wir unsere Fensterplätze Fahrrichtung links bereits in der Stadt bezogen  haben. Ohne Vorwarnung drängeln sich die Pauschaltouristen plötzlich zu Hunderten in den Zug. Leider entpuppt sich die Fahrt als kleine Enttäuschung. Der bekannteste Abschnitt ist nur wenige Meter lang und wurde zudem stark renoviert.

Thailand, Kanchanaburi, Death Railway

An der Endstation beobachten wir die Thais am Baden bei einem Wasserfall. Dabei stellen wir überrascht fest, dass alle Frauen sowie die meisten Männer voll bekleidet in das kühle Nass springen. Obwohl wir nun doch schon öfters in einem buddhistischen Land auf Besuch waren, ist dieser Anblick für uns doch eher ungewohnt und neu. Zurück in Kanchanaburi werden wir beim Apéro auf unserer Terrassse unfreiwillig Opfer eines hinterhältigen Gecko-Angriffes. Genau über uns hat sich eine fünfköpfige Familie versammelt, die dort ohne Vorwarnung ihre Abendtoilette verrichtet. Glücklicherweise rutscht Odi nach dem ersten Volltreffen einen Meter nach rechts, denn das Sprichwort „Alles Gute kommt von oben“ können wir heute definitiv nicht unterstützen.

Tiger Temple

Seit wir zu Hause im Fernsehen eine Reportage über den Tiger Tempel gesehen haben, war für uns klar, dass wir bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit den dort lebenden Mönchen und Tigern einen Besuch abstatten wollen. Heute ist es nun soweit und wir machen uns mit einem gemieteten Roller auf den Weg. Da die Tiere immer erst am Nachmittag für interessierte Besucher aus ihren Gehegen geführt werden, stoppen wir am Morgen bei einem historischen Park, der mit den Tempelanlagen von Angkor Wat verwandt ist. In der Tat können wir gewisse Parallelen feststellen und wir nutzen das Sonnenlicht, um ein paar gute Aufnahmen zu machen. Irgendwann ist es schliesslich Zeit zu den Mönchen und Tigern zu fahren. Am Eingang werden wir von einem beissenden Gestank empfangen. Nachdem wir den für thailändische Verhältnisse übermässig hohen Eintrittspreis beglichen und eine Art „Ich weiss das Tiger gefährlich sind“-Zettel unterschrieben haben, dürfen wir die Anlage betreten. Durch einen dreckigen und chaotischen anmutenden Innenhof geht es an frei herumlaufenden Wasserbüffel, Wildschweinen, Ziegen, Pferden, usw. vorbei Richtung „Tiger Walk“. Mit ein paar Hundert weiteren Touristen sind wir gerade rechtzeitig eingetroffen, um die Tiger in einem Konvoi in den Canyon zu begleiten. Langsam aber sicher dämmert es uns, dass der ganze Spass doch recht fragwürdig scheint und wir uns wohl ein bisschen zu viel erhofft haben. Im Canyon angekommen müssen die Wildkatzen für Fotos mit den Touristen posieren. Da man zum Knuddeln weitere dreissig Franken hinblättern muss, entscheiden wir uns für die kostenlose Variante. Einzeln werden wir von einem Angestellten an der Hand von Tiger zu Tiger geführt und abgelichtet. Die Tiere machen trotz des riesigen Tamtam praktisch keinen Wank und dösen scheinbar friedlich vor sich hin. Obwohl auch wir zugegebenermassen Freude an den Bildern haben, fällt unser Fazit doch eher nüchtern aus. Wie kann es sein, dass diese Wildkatzen jeden Nachmittag dieses Schauspiel mitmachen? Spätestens als wir im hinteren Teil der Anlage auf einen ziemlich unzufriedenen Tiger (der hinter Gittern ist) treffen, ist unser Respekt vor diesen Tieren jedenfalls im Nu wieder zurück. Weiter fragen wir uns, was mit all dem Eintritts- und Fotogeld passiert. Die Anlage ist derart schlecht unterhalten und unvollständig gebaut, dass wohl kaum von einem ernst gemeinten Auswilderungsprojekt die Rede sein kann. Auch die Bezeichnung Tempelanlage ist aus unserer Sicht eher etwas übertrieben. Wir finden zwar einen mikrigen Tempel, in dem ein Mönch mit uns sogar ein paar Raucherstäbchen anzündet, aber man sollte auch in dieser Hinsicht nicht zu viel erwarten. Ob hier tatsächlich Mönche wohnen, können wir nicht beurteilen. Wir haben jedenfalls auf dem ganzen Areal nur drei von ihnen entdeckt. Ziemlich enttäuscht lassen wir den Tiger Tempel hinter uns und fahren nach einem kurzen Fotostopp bei der Death Railway zurück nach Kanchanaburi. Zwei Kilometer vor dem Ziel sitzen wir auf einmal etwa zehn Zentimeter tiefer auf unserem Gefährt. Wir haben noch nicht einmal besprochen was jetzt zu tun ist, kommt uns schon ein Thai zu Hilfe und führt uns in die nächste Werkstatt. Zehn Minuten und weniger als einen Franken später ist der Hinterreifen repariert und wir wieder einmal mehr als erstaunt über die hilfsbereiten und ehrlichen Thais.

Erholung pur

Unser heutiges Programm geht wieder einmal in das Kapital Erholung. Ausgeschlafen machen wir einen zweistündigen Spaziergang durch das Städtchen. Die zwei Stunden haben uns so geschafft, dass wir danach einzig noch zum Lesen fähig sind… :-). Uff, zum Glück ist nicht jeder Tag so stressig!

Es gibt immer eine einheimische Variante…

Nach vier Nächten in Kanchanaburi gilt es heute Abschied von diesem netten Plätzchen zu nehmen. Am Southern Busterminal in Bangkok, welches sich zu Odis totaler Verwirrung im Westen der Stadt befindet, machen wir uns auf die Suche nach dem lokalen Bus, der uns an den Flughafen bringt. Obwohl uns alle an die Taxis verweisen, sind wir überzeugt, dass es eine billigere Variante geben muss. Tatsächlich finden wir nach einigem Suchen die gewünschte Linie. Dank unserer Ausdauer sparen wir rund den vierfachen Betrag im  Vergleich zu einer Taxifahrt! Eine gewisse Hartnäckigkeit zahlt sich eben immer irgendwie aus… Da unser Flug nach Myanmar morgen in aller Frühe abfliegt, steigen wir für eine Nacht in einem Hotel gleich neben dem Flughafen ab. Dies ermöglicht uns ein paar Minuten länger Schlaf und dazu werden wir erst noch mit einem Shuttleservice zum Terminal gebracht. Was will man mehr…

Die versierten Südostasienkenner fragen sich vielleicht, warum wir nicht direkt aus der Region um Kanchanaburi in Myanmar eingereist sind. Obwohl wir uns nun während einer Woche nur einen Steinwurf von diesem Land entfernt aufgehalten haben, ist eine Einreise auf dem Landweg leider nicht möglich. Viele Gebiete in Myanmar sind bis heute für Touristen gesperrt und deshalb sind auch wir gezwungen ab Bangkok mit dem Flugzeug einzureisen.

Hier sind die Bilder