Category Archives: Region Europa

Paris and around

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Vive la France
So rasch waren die Mädels schon lange nicht mehr angezogen. Da scheint sich jemand auf die Ferien in der Umgebung von Paris zu freuen. Mit dem Auto fahren wir los in Richtunng Westen. Wir kommen zügig und ohne Probleme voran. Der befürchtete Osterverkehr scheint sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich am heutigen Ostersamstag weitgehend inexistent. Am späteren Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft im Süden von Paris. Für die nächsten drei Nächte haben wir uns hier in einem Landhaus eingemietet. Wir werden freundlich empfangen und freuen uns ab der tollen Unterkunft. Da auch ein Grill zur Miete gehört, landet beim Einkauf auch Grillgut im Einkaufswagen. Bei angenehmen Temperaturen und viel Sonne lassen wir es uns gut gehen und freuen uns auf die nächste Woche in und um die französische Hauptstadt.

Province
Die Unterkunft rund 45 Minuten im Süden von Paris haben wir aufgrund der Lage von vier Unesco Weltkulturerben ausgesucht. Von hier aus wollen wir sternförmig ausschwärmen und jeden Tag mindestens eines besuchen. Heute steht ein Ausflug nach Province auf dem Programm. Das kleine Städtchen war im Mittelalter eine wichtige Handelsstadt zwischen Nord und Süd. Bis heute sind im Stadtkern neben der Stadtmauer viele Gebäude inkl. Kathedrale und Burg erhalten und können entsprechend besichtigt werden. Das wahre Highlight liegt aber eigentlich im Untergrund. Die Stadt wurde nämlich quasi zwei Mal gebaut. Einmal unter- und einmal oberirdisch. Wir haben Glück und können vier der eher raren Plätze auf einer Tour unter der Erde ergattern. Obwohl wir längst nicht alles verstehen, was der Guide zum damaligen Leben erzählt, sind wir beeindruckt. Auch an der frischen Luft ist das Städtchen schmuck. Das scheinen auch viele Ausflügler zu wissen und wir sind froh, waren wir zeitig vor Ort. Nach dem Osterbrunch strömen die Menschen nun in Scharen durch die Gassen. Zum Glück haben wir alle gesehen was wir sehen wollten und nehmen bald den Heimweg unter die Räder.

Paris, Provins, Louis XIII

Unterwegs machen wir noch einen Stopp in einem grossen Shoppingcenter. Eigentlich wollten wir nur was zum Essen einkaufen. Aber ausgerechnet der Carrefour hat als einziger Laden bereits geschlossen. Wir investieren die Euros stattdessen im H&M – sehr zur Freude der beiden Shopping-Queens. Für einen kleinen Schreckmoment sorgt Melia. Auf einmal ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Zum Glück finden wir sie aber nach einigen langen Sekunden wieder. Für den Rest des Einkaufes lässt sie meine Hand nicht mehr los… Kurz vor dem kleinen Kaff, wo wir wohnen, finden wir dann auch noch einen kleinen Shop, welcher ebenfalls an Ostern offen hat. Wir kaufen ein was wir brauchen und können so auch heute den Grill anwerfen. Nur zum Draussen Essen ist es auch heute Abend noch zu kühl. Nach Hamburger und Kartenspielen geht es nach einem ereignisreichen Tag ab ins wohlverdiente Bett.

Fontainebleu
Auch heute steht ein Unesco Weltkulturerbe auf dem Programm: das Schloss Fontainebleu. Hier haben so ziemlich alle Könige Frankreichs gehaust und einen Teil des Jahres verbracht. Jeder hat im im Schloss allerhand Prunk hinterlassen. Zum Glück können resp. müssen wir aber nicht alle der 1500 Zimmer besichtigen. Irgendwann wiederholen sich die kitschigen Möbel und überladenen Zimmer dann doch.

Paris, Fontainebleau, Lights

Zum Schloss gehört auch eine riesige Gartenanlage. Bevor wir diese erkunden, stärken wir uns aber erstmals bei einem Pic-Nic auf einer Parkbank. Das Wetter ist herrlich und die Sonne strahlt mit uns um die Wette. Auf Wunsch der Kinder mieten wir ein Ruderboot und lassen uns von ihnen eine halbe Stunde über den zum Schlosspark gehörenden See schippern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sie den Dreh irgendwann raus und bringen uns sogar auf die andere Seeseite und wieder zurück. Auch zu einer Kutschenfahrt lassen wir uns überreden. Mit ein paar anderen Touris fahren wir eine Runde um den Park und erfahren so weitere Einzelheiten zum Schloss und den Jagdgewohnheiten der Könige. Danach haben wir genug gesehen. Einige bekommen zum Schluss des Sightseeings eine Zuckerwatte (en francais: barbe à papa), andere einen Apérol resp. ein Bier. Die Gewohnheiten der letzten zwei Abende bleiben unverändert: grillen, spielen und geniessen.

Chartres und Versailles
Nach drei Nächten auf dem Land verlegen wir unsere Basis heute in die Stadt. Doch vorher sind noch zwei Sightseeing-Stopps eingeplant. Erster Halt: Kathedrale von Chartres, zweiter Stopp: Versailles. In Chartres weht in den Morgenstunden ein kühler Wind. Zum Glück sind wir in der Kirche geschützt und können das riesige Gotteshaus in aller (Wetter-)Ruhe anschauen. Wobei mit der Ruhe ist es heute eher schwierig. Die Kids sind nicht wirklich in Sightseeing-Stimmung und möchten viel lieber durch die Kirche hüpfen. In Versailles ist es dann definitiv vorbei mit der Ruhe. So viele Touristen haben wir seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen. Zum Glück haben wir von zu Hause aus einen Slot für die Besichtigung reserviert. Ohne wären wir heute definitiv nicht mehr reingekommen.

Paris, Versailles, Fence

Wir lassen uns mit den Massen von Raum zu Raum treiben. Der Palast hat “nur” 700 Zimmer und die meisten sind im Gegensatz zum Schloss in Fontainebleu auch nicht mehr möbliert. Hier hauste vor allem Louis der 14te, der Sonnenkönig. Der zu erahnende Prunk aus der damaligen Zeit ist gewaltig. Ebenso gewaltig ist der Schlossgarten. Dieser ist um ein Vielfaches grösser als in Fontainebleu, was den Vorteil hat, dass sich hier die Menschenmassen ein bisschen besser verteilen. Leider sind die Golf-Chärreli, die einem die weiten Wege ersparen würden, sehr beliebt und wir nehmen den Weg zum Kanal dann doch zu Fuss in Angriff. Statt eine Rundfahrt mit dem Golf-Chärreli machen wir dann halt nochmals einen Ausflug mit dem Runderboot. Die Navigation ist heute schwieriger. Die Grösse des Kahns und der Wind bringen neue Herausforderungen für die rudernde Jungmannschaft. Im Abendverkehr fahren wir in Paris ein und erhaschen von der Autobahn aus einen ersten Blick auf den Eiffelturm. Das gemietete Appartement ist klein, aber fein und ziemlich neu. Zum Znacht landen wir in einer Pub ähnlichen Spunte. Zum Znacht bekommen wir deshalb nicht gerade ein Gau-Milieu-Menu. Aber schmecken tut es trotzdem.

Pariser Turm
Ja, Pariser Turm hiess der Turm bei uns im Hause bis anhin. Tagesziel: nach dem heutigen Ausflug wissen alle, wie das Ding wirklich heisst. Wir haben bereits um 10.30 Uhr unsere Slot für den Aufstieg gebucht.

Paris, Eiffel Tower

Da wir noch mit dem ÖV in die Stadt fahren müssen, sind wir entsprechend zeitig unterwegs. Ein Vorortszug und die Metro bringen uns in die Nähe des Eiffelturms. Der (erste) Blick auf das Wahrzeichen der Stadt ist und bleibt etwas besonderes. Auch die Mädchen machen grosse Augen als sie vor dem Eiffelturm stehen. Zum Glück haben wir das organisatorische bereits zu Hause erledigt. Dank dem Zeitslot bringen wir zackig die erste Sicherheitskontrolle hinter uns, dürfen zu einer bestimmten Zeit in einer speziellen Schlange anstehen und erst noch mit dem Lift nach oben fahren. Für uns wird es der zweite Stock auf etwas über 150 Meter. Der oberste Stock war (leider) schon ausgebucht. Auch Odi und ich sind auch zum ersten Mal auf dem Eiffelturm. Entsprechend ist es für uns alle ein tolles Erlebnis. Nach zig Fotos und 10 (!) kleinen Eiffelürmchen in Form eines Schlüsselanhängers ziehen wir weiter. Mit der Metro fahren wir ein paar Stationen in der Nähe der Notre Dame. Wegen des Feuers im Jahr 2019 kann man die prächtige Kirche nur noch von aussen und mit etwas Abstand besichtigen. Mindestens die Kinder finden das aber gar nicht tragisch. In einer gemütlichen Ecke in einem kleinen Restaurant gibt es eine wohl verdiente Stärkung in Form von Pizza und Lasagne. Die Frau wünscht uns beim Bezahlen etwas zynisch “bon marathon”. Einen ganzen Marathon machen wir heute nicht. Aber wir bringen es bis zum Abend immerhin auf 14 Kilometer und über 20’000 Schritte. Via Marie du Ville, Centre Pompidou und les Halles landen wir irgendwann beim Louvre. Die Mona Lisa besuchen wir nicht. Uns genügen auf dieser Reise die Pyramiden, die als Eingang des Museums dienen.

Paris, L'ouvre

Langsam aber sicher werden einige müde und wir beschliessen beim Place de la Concorde den Heimweg anzutreten. Leider macht Mama dann einen kleinen Fehler. Ich kaufe prompt das falsche Billett – eine Station zu wenig – und beim Aussteigen teilt uns die “nette” Dame der SNCF mit, dass wir nun 4x 35 Euro Busse zahlen müssen. Immerhin erlässt sie uns dummen Touristen die Gebühr der Kids. Aber die 70 Euro sind trotzdem ärgerlich. Zum Znacht gibts für die einen Tortellini und für die anderen Baguette mit Nutella. Für ein Spiel reicht die Energie heute nicht mehr. Die Kids lechzen nach den Federn und schlafen nach einem langen und erlebnisreichen Tag bald ein.

Sacre coeur und andere Highlights
Den zweiten Tag in Paris starten wir im Quartier Montmartre. Das Quartier ist einfach zu schön. Die lebhaften Gässchen mit den charmten Lädeli gefallen besonders mir sehr gut. Mein persönliches Highlight von ganz Paris ist und bleibt aber Sacre Coeur.

Paris, Sacre Coeur

Die Basilka tront auf dem höchsten Punkt des Quartiers und ist einfach wunderschön. Und Dank dem tiefblauen Himmel ist der Anblick heute noch schöner. Mit der Metro geht es weiter zum Arc de Triomphe. Wir kaufen spontan im Internet ein Ticket für den Aufstieg und können die Schlange so im Nu hinter uns lassen. Von hier oben haben wir nochmals einen tollen Blick auf die Stadt und vor allem auf die umliegenden Strassen. Fun Fact: der Kreisverkehr um den Triumphbogen ist gar kein Kreisverkehr. Vielmehr gilt hier Rechtsvortritt. Im Mäc auf der berühmten Champs Elysée gibt es eine wohlverdiente Pause. Zu unserem Erstaunen sind zwar an der Strasse viele Luxuslabel zu finden, es gibt aber eben auch einfachere Shops, wie zum Beispiel der Mc Donalds. Auch PSG ist vertreten und ich bin beeindruckt, dass man hier vor dem Shop sogar Schlange stehen muss! Da noch viel Zeit bleibt und die Beine von allen noch fit genug sind, schlendern wir weiter über die Seine zum Hotel des Invalides. Eigentlich wollten wir hier noch das Grab von Napoleon besuchen. Da dieses aber nur via Musée des Armées erreichbar ist und uns ein Besuch dieses Museum akuell eher weniger angebracht scheint, laufen wir stattdessen weiter in Richtung Eiffelturm. Wir hören unseren Paris-Besuch dort auf, wo wir ihn angefangen haben: beim Eiffelturm. Heute ist sehr viel mehr los als gestern und wir müssen teilweise ziemlich gut schauen, dass niemand verloren geht. Nach noch mehr Kilometer und noch mehr Schritten als gestern treten wir am frühen Abend den Heimweg an. Im Gegensatz zu gestern schaffen wir es heute sogar das richtige Billett zu kaufen und ohne RogF in unseren Vorort zu fahren. Mit einem Baguette unter dem Arm erreichen wir müde aber zufrieden unser Appartement. Die Kids sind begeistert von Paris – und wir auch. Eines ist sicher: wir kommen wieder in diese tolle Stadt.

Paris, Eiffel Tower

Adieu
Nach einem einem letzten Baguette sitzen wir bald im Auto. Doch zuerst fährt uns Papa mit dem Dacia noch 1,5 Runden um den Arc de Triomphe. Wenn wir dann schon mit dem Auto hier sind, dann muss das fast sein. Der Rest der Fahrt ist weniger spekatakulär. Kilometer um Kilometer geht es ohne Probleme wieder nach Hause. Schön wars, vive la France!

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Grand Tour of Switzerland

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Grand Tour of Switzerland – Part 1
Wer hätte das gedacht: seit einem Jahr bestimmt Corona unser Leben und seit einem Jahr ist u.a. Reisen (natürlich nur ein sehr kleiner und eigentlich unwichtiger Teil unseres Alltags, aber für uns trotzdem relevant) kaum resp. nur unter erschwerten Umständen möglich. Da es aktuell wieder viele Einschränkungen gibt und reisen nur unter mühsamen Umständen und nur sehr begrenzt möglich ist, bleiben wir in den Frühlingsferien in der Schweiz. An und für sich nichts aussergewöhnliches, aber für uns trotzdem ungewohnt und eine Premiere dazu. Mal abgesehen von den Skiferien können wir nicht sagen, wann dies zum letzten Mal der Fall war. Wir haben lange zugewartet mit buchen und uns dann schlussendlich auch aufgrund der Wetterprognose für die Sonnenstube der Schweiz entschieden. Im Tessin wollen wir den grössten Teil der ersten Ferienwoche (Dienstag bis Samstag) verbringen. Wir freuen uns auf den langersehnten Tapetenwechsel. Bewaffnet mit dem Lonely Planet Switzerland und dem Grand Tour of Switzerland-Führer lassen wir das kalte Bern hinter uns und fahren los. Im noch kälteren Luzern machen wir Mittagshalt. Die Kids sind begeistert von der Kappellbrücke und die Fragestunde rund um den Brand von 1993 ist sogleich eröffnet. Leider ist es wirklich garstig und wir verlassen Luzern nach der Brücke und einem kurzen Bummel durch die Altstadt wieder. Mit einem Sack voller Sandwich geht es via Gütsch, wo unser erster Fotospot der Grand Tour of Switzerland ist, weiter in Richtung Süden. Nach dem Gotthard wird es zu unserer Freude tatsächlich etwas wärmer. Der Himmel ist tiefblau und die Sonne wärmt mit jedem Meter, welchen wir in Richtung Locarno fahren, ein bisschen mehr. Unsere Ferienwohnung ist in Tegna, ein paar Kilometer hinter Locarno, in einem kleinen Dorf. Es ist nicht super fancy, aber voll ok. Zu unserem Glück hat es unten im Haus sogar ein Restaurant, in dem wir als „Hotelgäste“ (es hat auch normale Zimmer) Essen dürfen. Zum Znacht lassen wir es uns deshalb gerne wieder einmal bekochen. Wir sind erstaunt wie viele Gäste das Hotel hat. Das Restaurant ist drinnen bis auf den letzten Platz gefüllt. Irgendwie scheinen die das hier nicht so genau zu nehmen. Wir sitzen draussen im Windschatten und geniessen den unerwarteten Restaurantbesuch alle in vollen Zügen.

Bijou Marcote
Auf dem Grand Tour of Switzerland-Weg fahren wir zeitig los an das südliche Ende der Schweiz. Der Navigator hat wie immer bei solchen Gelegenheiten nicht die direkte Fahrt auf dem Navi eingestellt. Wir Mädels hätten uns – auch wenn es zugegebenermassen eine nette Strasse ist – auch mit dem direkten Weg „begnügt“. Wir kommen trotz der gemütlichen Route gut voran und erreichen vor dem grossen Andrang das wunderbare Morcote.

Switzerland, Morcote, Lake

Das Fischerdorf direkt am Lago di Lugano ist wirklich malerisch. Wir machen zu Fuss eine Tour durch das Dorf und Anina meint irgendwann ganz nebenbei „Ich fühle mich fast ein bisschen wie in Italien“. Genau so haben wir uns das vorgestellt! Am heutigen Tag stehen nebenbei ganze vier Grand Tour-Fotospots auf dem Programm. Spätestens ab dem zweiten finden auch die Kids Gefallen an den „roten Fenster“. Auf diesen Dingern lässt es sich nämlich herrlich herum klettern und die Eltern spornen einem für einmal sogar dazu an. So sind alle happy: die Kids bekommen regelmässig eine Kletterstange vorgesetzt und die Eltern können ihrem Sammeltrieb, den sie bekanntlich normalerweise im Ausland mit den Unesco-Dingern ausleben, auch in der Schweiz ein bisschen nachkommen. Wobei heute ist in dieser Hinsicht eigentlich ein Glückstag, denn es steht sogar ein Welterbe auf dem Programm. In der Gegend um den San Giorgio wurden nämlich derart viele Dinosaurier in Form von Fossilen entdeckt, dass die Gegend und die Funde heute zum Unesco Weltkulturerbe gehören. Im Museum kann dies alles herrlich bewundert werden. Wir staunen nicht schlecht, wie gut alles erhalten ist. Irgendwann haben wir dann aber genug gesehen und fahren zurück zur Ferienwohnung. Die Rückfahrt zieht sich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in die Länge und wir möchten uns nicht vorstellen, wie es hier zu und her gehen muss, wenn im Sommer ALLE Schweizer hier Ferien machen. Zum Znacht wünschen die Kinder einen Topf Nudeln. Wir kochen deshalb heute Abend selber und lassen den interessanten und erlebnisreichen Tag ruhig in der Ferienwohnung zu Ende gehen.

Switzerland, Melide, Swan

Verzasca Tal
Brrr… der erste Blick aus dem Fenster verheisst nicht viel Gutes. Nur ein paar Höhenmeter weiter oben liegt Schnee. Dazu ist es immer noch grau und tropft vom Himmel. Die geplante Wanderung lassen wir kurzerhand ausfallen und beschäftigen uns stattdessen mit Plan B. So sitzen wir schliesslich pünktlich zur ersten Flugshow des Tages in der Falconeria in Locarno. Eine Stunde fliegen uns allerhand Vögel um die Ohren und wir erfahren einige interessante Fakten zu den Tieren. Die Kinder finden es grossartig – sogar Melia, die nach ihrem Vogel-Angriff vom letzten Herbst in Venedig doch das eine oder andere Mal den Kopf zu viel einzieht. Zu unserer Freude zeigt sich in der Zwischenzeit sogar die Sonne. Somit fahren wir trotzdem noch wie ursprünglich geplant ins Verzasca Tal. Wir haben Glück und finden sogar in der Nähe der berühmten Römerbrücke einen Parkplatz. Doch bevor wir uns das Bauwerk mit den vielen anderen Touristen ansehen, laufen wir zuerst in die andere Richtung und verpflegen uns mit dem obligaten Sandwich.

Switzerland, Lavertezzo, Verzasca, Water

Bei der Brücke sind die Kids einmal mehr voll im Element. Sie klettern flink über die Steine und rutschen auf den ausgewaschenen Steinen herum. Die Einzige, die das nicht so toll findet, bin ich. Schliesslich will ich weder jemanden aus dem eiskalten Wasser fischen, noch irgendwen nach Stürzen verarzten. Die Natur und der Fluss sind wirklich sehr eindrücklich und wunderschön.

Switzerland, Lavertezzo, Verzasca, Stone

Getrübt wird die Szenerie nur durch die zahlreichen Touristen. Die sind auch eindrücklich, aber mehr aufgrund der Anzahl und das ist irgendwie weniger schön (man lerne: auch in der Schweiz gibt es Massentourismus; und aktuell sowieso). Nach einem Zwischenstopp bei der Staumauer – no jumps today – steht als letzter Programmpunkt schlendern in Locarno auf dem Programm. Die Kids bekommen ihre wohlverdiente Gelati und die Eltern ihren wohlverdienten Aperol über die Gasse. Zu guter Letzt verwöhnt uns die Hotelküche nochmals mit einem Znacht. Wenn es jetzt noch ein paar Grad wärmer wäre, dann wäre das alles mehr als wunderbar hier im schönen Tessin.

Ponte Tibetano
Wir ändern spontan unsere Pläne – grundlos notabene. Statt wie ursprünglich vorgesehen nach Gandria zu fahren, wollen wir heute doch noch etwas wandern. Unser Ziel ist die Ponte Tibetano. Ein bisschen Tibet kann nicht schaden, finden wir. Die Brücke ist 270 Meter lang und verbindet auf 696 Meter über Meer und 130 Meter über Boden die Gemeinden Monte Carasso und Sementina. Gemäss Recherchen ist die Wanderung einfach und dauert knapp drei Stunden. Leider haben wir eine Kleinigkeit übersehen. Die recherchierte Wanderung beginnt weiter oben und um zu diesem Punkt zu kommen, braucht man eine Gondel, die man vorher hätte reservieren sollen – ausser man hat vieeeeel Zeit (für uns wären es drei Stunden). Auch für die Alternative – Shuttle-Bus, welcher ein Stück nach oben fährt – müssen wir zulange warten (auch über eine Stunde). Zu unserer Überraschung schlagen die Kinder themeselve tatsächlich vor, dass wir doch einfach laufen könnten. Das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen: los gehts! Und so wandern sie tatsächlich zwei Stunden und über 600 Höhenmeter am Stück steil den Berg hinauf – ohne murren und ohne jammern. Wow! Die Brücke ist dann tatsächlich auch wow. Niemand bekommt Höhenangst oder ähnliches und alle laufen mit viel Freude vom einen Tal in das andere. Der Abstieg wird dann zu unserer Überraschung nicht weniger anspruchsvoll als der Aufstieg. Irgendwie verpassen wir wahrscheinlich den easy Wanderweg und erwischen stattdessen die steile und ziemlich schwer begehbare direkte Route zurück ins Tal. Dass der Weg nicht super easy war zeigt auch die Wanderzeit: Auf- und Abstieg dauern fast gleich lange. Zurück beim Auto sind alle ziemlich groggy. Die Kids brauchen einen Zuckerschub und die Eltern eine Dusche. Als sich alle wieder erholt haben, machen wir noch einen Abstecher nach Ascona.

Switzerland, Ascona, Houses

Grosi und Grosspapi aus dem Gwatt sind seit heute auch in der Gegend und wir wollen uns mit ihnen zu einer Gelati am See treffen. Zur Freude der Kids gibt es sogar eine Trampolin-XL-Hüpfburg. Von den müden Beinen ist für einen Moment jedenfalls nichts mehr zu spüren. Obwohl es am See einige Take away-Anbieter für Pizzen und ähnliches gibt, verpassen wir das passende Angebot und fahren schliesslich zurück zur Ferienwohnung. Zum Glück haben wir noch ein paar Nudeln übrig. Trotz der vier stündigen Wanderung haben die Kinder noch immer Energie und sind fast nicht ins Bett zu kriegen. Nur die Eltern scheinen irgendwie müde…

Auf den Spuren von Tell
Bei stahlblauem Himmel treten wir wieder die Heimreise an. Einen letzten Halt im Tessin machen wir bei den Burgen von Bellinzona (by the way Unesco Weltkulturerbe).

Switzerland, Bellinzona, Castel

Da Odi und ich die drei Burgen schon einmal besichtigt haben, beschränken wir uns für den Besuch mit den Kids auf die mittlere Burg. Dort hat es nämlich auch noch ein rotes Fenster :-). Nach dem Gotthard gibt es eine Lektion in Schweizer Geschichte. Wir besuchen in Altdorf das Telldenkmal, am Urnersee die Tellplatte und in Küssnacht die Hohle Gasse. Zum Glück habe ich die Geschichte vorab nachgelesen und kann so zu allem was interessiert Auskunft geben. Überrascht sind wir vor allem von der Hohlen Gasse. Die ist nicht etwa wie der Name vermuten lässt eine Gasse im klassischen Sinn, sondern ein steiniger schmaler Feldweg, welcher keine grossen Ausweichmöglichkeiten nach links oder rechts zulässt. Aha – so lernen heute alle etwas. Unterwegs gibt es quasi on the fly noch zwei weitere rote Fenster zum Fotografieren. Damit endet der erste Teil der Grand Tour of Switzerland. Mal schauen, wo es uns nächste Woche hin verschlägt.

Grand Tour of Switzerland – Part 2
Nach einem Ruhetag am Trachselweg starten wir in die zweite Ferienwoche. Eigentlich wollten wir ein paar Nächte an den Genfersee. Aber aufgrund fehlenden kurzfristig buch- und zahlbaren Angeboten haben wir uns entschieden mehrheitlich zu Hause zu nächtigen und ab Bern zu Tagesausflügen zu starten. Meine Bedingung: wir stehen jeden Tag einigermassen zeitig auf und haben einen konkreten Plan. Und so sitzen wir heute Morgen um 9 Uhr dann auch im Auto und fahren zu unserem ersten Ziel: Augusta Raurica. Hier wollten wir schon ewig mal hin, um den Kindern zu zeigen, dass die Römer durchaus auch hier gelebt haben. Das Museum ist informativ und kinderfreundlich, das Amphitheater und einige andere Bauten durchaus sehenswert. Der Rest haut uns nicht aus den Socken. Vor allem der Zoo mit den Haustieren der Römer ist doch eher lachhaft. Nach dem Mittagsstopp im Burger King an der Autobahnraststätte geht es weiter nach Laufen. Das kleine Städtchen ist durchaus einen Bummel wert. Spannend ist, dass auf dem Eingangstor das Berner Wappen aufgemalt wurde. Das Kaff hat doch tatsächlich mal zum Kanton Bern gehört – wie so vieles in diesem Teil der Schweiz, wie wir später herausfinden. Nur ein paar Autominuten weiter halten wir bereits wieder an. In Liesberg befindet sich eine Tongrube, wo nach Lust und Laune unbeaufsichtigt und frei zugänglich nach Fossilien gesucht werden darf. Der Besuch hier war Papas Ferienwunsch. Bewaffnet mit Hammer, Meissel und Spachtel machen wir uns auf die Suche. Wir graben und zerlegen die Tonschicht geduldig Stück für Stück. Und tatsächlich finden wir irgendwann das erste versteinerte Schnäggli; in der Fachsprache Ammoniten. Nach zwei Stunden und ein paar weiteren Schnecken sehen wir aus wie Sau und haben genug vom im Schlamm buddeln. Müde aber zufrieden fahren wir zurück nach Bern.

Drei Unesco Weltkulturerbe
Ja, wer hätte das gedacht: es gibt sie immer noch, die von uns noch nie besuchten Unesco Weltkulturerbe in der Schweiz. Da diese nicht in unserem Buch sind, waren sie für uns bis dato weniger interessant. Aber wenn wir denn schon mal Ferien in der Heimat machen, ist das doch eine super Gelegenheit, diese nun endlich auch einmal zu besichtigen. Erster Programmpunkt: die Pfahlbauer am Neuenburgersee. Wunderschön am See gelegen, findet man hier ein informatives Museum zur Geschichte der Menschheit mit Hauptthema „Pfahlbauer“. Die Kids haben wie immer Freude an den vielen alten Sachen und sind mit vollem Elan dabei. Weiter geht es nach La Chaux-de-Fonds. Das Kaff mit seiner Schachbrett-Anordnung und einigen Häusern von Le Corbusier gehört auch zum Unesco Weltkulturerbe, beeindruckt uns aber nicht sonderlich. Bald landen wir deshalb in unserem letzten Programmpunkt von heute, dem Uhrenmuseum. Auch die Handwerkskunst rund um die Uhr, die in dieser Gegend bekanntlich stark verankert ist, wird von der Unseco besonders gewürdigt. Das Museum ist definitiv einen Besuch wert. Die vielen unterschiedlichsten Uhren sind eindrücklich.

Switzerland, La Chaux de Fonds, Museum

Retour zu Hause gönnen wir uns zum Abschluss des Tages die erste Pizza des Jahres bei Angelo und Gianni auf der Terrasse. Seit gestern dürfen die Terrassen wieder geöffnet sein. Obwohl Gianni sehr streng ist und wir die Maske auch im sitzen tragen müssen, geniessen wir diese neue Freiheit und lassen es uns schmecken.

Genfersee zum Ersten
Die paar Sachen, die wir für die eine Übernachtung brauchen, sind rasch gepackt. Die nächsten zwei Tage werden wir am Genfersee verbringen. Für die Übernachtung haben wir ein Hotelzimmer in Le Corsier-sur-Vevey gebucht. Auf dem Weg machen wir in Gruyeres kurz Halt.

Switzerland, Gruyere, Chruch

Eigentlich wollten wir nur rasch das rote Fenster fotografieren. Da wir es aber nicht auf Anhieb finden, sind wir dann doch länger im hübschen Kaff unterwegs. Weiter geht es zum Schloss Chillon.

Switzerland, Chillon, Castle

Mit unzähligen anderen einheimischen Gästen schauen wir uns das riesige Schloss an. Die Kids finden es grossartig und springen von einem Raum zum nächsten. Nach dem Mittagsstopp im Montreux am See wollen wir eigentlich noch etwas in den Weinbergen herum wandern. Da das Wetter aber nicht genau weiss, was es will, landen wir schlussendlich spontan im Museum von Charlie Chaplin. Er hat hier die letzten 25 Jahre seines Lebens mit seiner Familien gewohnt. Neben dem quasi original ausgestatteten Wohnhaus kann man auch jede Menge Filmkulisse bewundern. Ein Hauch von Hollywood! Die Kids finden die Ausstellung cool (ausser die Wachsfiguren, die so echt aussehen, dass vor allem Melia grossen Respekt hat). Kommentar von Anina: das ist der Mr. Bean von früher.

Switzerland, Vevay, Cahplin's World

Am Dorfplatz im Le Corsier geniessen wir in den Gartenbeiz des Hotels den Abend. Hier ist vor allem die Speisekarte cool. Auf der Kinderkarte steht tatsächlich Pferdefleisch. Der Blick der Mädchen spricht Bände.

Genfersee zum Zweiten
Bei stahlblauem Himmel gibt es Mitten in den Weinbergen bei Top-Aussicht Frühstück. Das Lavaux ist einfach wunderschön (und Unesco Weltkulturerbe). Weiter geht es nach Lausanne. Wir bummeln durch die sehenswerte Stadt, fahren mit der Metro an den See und geniessen dort die Sonne und die tollen Spielplätze. Mittagessen gibt es ein paar Kilometer weiter auch am See. Dort steht in Morges am Hafen das letzte rote Fenster dieser Reise.

Switzerland, Monetreux, Duck

Auf dem Heimweg machen wir schliesslich noch einen Stopp am Lac de Gruyeres. Dank des sehr niedrigen Wasserstandes des Stausees kann man aktuell auf die Insel in der Seemitte laufen.
Voilà – das war unsere Grand Tour of Switzerland. Das Buch ist wirklich sehr empfehlenswert. Wir haben einiges entdeckt und erlebt, das wir wohl nicht auf Anhieb einfach so gemacht hätten. Und die roten Fenster sind sowieso cool. Wir haben die zwei Wochen in der Heimat genossen. Die Schweiz ist wirklich sehr sehr schön. Wir sind uns aber auch einig, dass wir sehr sehr gerne wieder einmal ins Ausland würden. Selbst die Kids finden, dass „richtige“ Ferien noch cooler sind :-).

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Elba

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Ab in den Süden
Das Auto ist voll – übervoll – und wir sind parat für die Fahrt in den Süden! Das ist der Vor- oder auch Nachteil, je nach Sichtweise, wenn man mit dem Auto Ferien in der Nähe macht. Man muss so gar nichts überlegen und packt eher ein als wieder aus. Auch mal schön… Wobei ein bisschen mussten wir schon überlegen. Schliesslich ist zum ersten Mal seit langer Zeit wieder das Tauchgepäck dabei. Nach dem Stopover bei Edith in Costarainera fahren wir für eine Woche nach Elba in die ersten Tauchferien mit den Kids. Doch nun geht es zuerst zur Tante resp. Grosstante in das wunderbare Costa. Die Fahrt zieht sich wie immer in die Länge. Vor allem über den Simplon dauert es Dank den omnipräsenten Baustellen ewig. Nach dem üblichen Stopover in Gravellone Tocce mit Mäc und Shopping geht es zum Glück nur noch gerade aus bis ins Meer, dann ein wenig nach rechts und schon sind wir bei Edith. Wir fühlen uns sofort wie zu Hause und alle freuen sich wieder hier zu sein. Das wir nicht nur auf eine (Gross-)tante sondern gar auf zwei (Gross-)tanten treffen, ist die Überraschung. Sonja aus Luzern hat den Weg nach Italien auch gefunden. Beim Znacht gibt es denn auch viel zu erzählen und wir geniessen das Familientreffen mit den beiden Damen.

Mare, Mare…
Das Programm für heute ist klar: die Kids wollen an den Strand und ins Meer. Leider ist es nicht mehr ganz so warm und leicht windig, aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken. Wir sind quasi alleine am Strand und die Kids sofort im Element. Sand und Wasser, was will man mehr! Zum Zmittag gibt es die langersehnten Meerestierchen in allen Variantionen. Super fein!!! Dank dem Spielplatz direkt neben der Beiz können wir sogar gemütlich sitzen bleiben und das Essen so richtig geniessen. Nach dem Essen gibt es nochmals ein Bad in den Wellen, dann Gelati und schliesslich noch ein Besuch im Supermercato. Zurück bei Edith startet das gewohnte Verwöhnprogramm: wir fühlen uns wie in einem All inclusive-Hotel mit Familienanschluss – wunderbar!

Langhetti und andere (böse) Überraschungen
Beim Frühstück auf der Terrasse gestehe ich, dass mein schmerzender Zahn einen Zahnarztbesuch heute ganz gut finden würde. Seit gestern meldet sich das Teil ungewöhnlich stark und ich befürchte, dass es nicht nur ein empfindlicher Zahnhals ist. Dumm nur, dass ich just vor einer Woche zu Hause beim Zahni in der Routinekontrolle war und er meine Frage, ob denn oben links wirklich alles ok ist, mit einem eindeutigen Ja beantwortet hat. Doch zuerst fahren wir zu einem Langhetti bei Badalucco. Ein Langhetti sind kleine Seechen in einem Fluss, wo man sich wunderbar erfrischen und einen Tag fernab der Sommerhitze geniessen kann. Extrem heiss ist es ja nun gerade nicht mehr, aber dafür sind wir ganz alleine am kühlen Nass und lassen es uns richtig gut gehen – unter anderem mit Würstchen vom Einweggrill. Die Kids sind im Element und klettern wie Gemsen von einem Stein zum anderen. Gegen drei Uhr verlassen wir das Naturparadies und fahren zurück ans Meer. Während die einen sich am und im Meer tummeln, gehe ich zum Zahni. Leider ist der Besuch wenig erfolgreich. Mario bestätigt mir, dass es zwischen Füllung und Zahn einen Hohlraum hat und sich dieser langsam mit Bakterien füllt. Er hat aber keine Zeit zum Reparieren und verschreibt mir stattdessen für dich nächsten drei Tage ein Schmerzmedi (ich halte es aktuell gut ohne aus) und entlässt mich mit den Hinweis, dass ich zurück zu Hause doch bitte zum Zahni soll (zum Glück fahren wir nach Plan erst in ca. zehn Tagen retour). Auf meine Frage, ob dies alles Tauchkompatibel sei, meint er nur “NO”. Das wäre dann also quasi der Supergau: wir in unseren ersten Tauchferien seit gefühlten 10 Jahren, ich frisch nach einer Routinezahnkontrolle, wo noch alles ok war und jetzt soll auf einmal alles anders sein. Einen Plan B gibt es grad nicht und nach dem ersten Mini-Schock beschliessen wir einfach so zu tun, als sei nichts gewesen und die Dinge, zu nehmen, wie sie denn kommen – egal was Mario sagt… Die Wurzelbehandlung zu Hause kommt dann noch früh genung… bäh! Frisch geduscht spazieren wir ins Nachbardorf. Spazieren ist mindestens für den Hinweg ein wenig übertrieben. Wir quetschen uns nämlich alle in einen Kleinwagen, welcher uns netterweise auflädt, und fahren nach Cipressa. Dort gibt es Pizza und Pasta, Wein und Bier. Das Grappa zum Schluss ist Medizin pur und setzt quasi einen Schlusspunkt unter den Tag – guet Nacht!

Italy, Costarainera, Lagetti

Weiter gehts
Unsere sieben Sachen müssen heute wieder ins Auto. Wir haben soviel dabei, dass die Laderei ziemlich wohl überlegt sein muss. Irgendwann ist dann aber alles drin und wir ready für die Weiterfahrt nach Piombino. Bis bald, Edith – tschüss, Sonja. Wegen des Brückeneinsturzes in Genova haben wir viel Zeit eingerechnet für die heutige Etappe. Nach einigem überlegen, haben wir uns entschieden trotzdem durch die Stadt zu fahren und auf die Umfahrung und damit den Umweg von ca. 100 km zu verzichten. In der Stadt müssen wir logischerweise die Autobahn kurz verlassen und durch die Grossstadt fahren. Zu unserer Überraschung ist aber alles bestens organisiert. An jeder Kreuzung steht die Polizei und winkt engagiert den Verkehr durch die Strassen. Wir verlieren nur gerade 15 Minten und sind unkomplizierter als erwartet retour auf der Autobahn. Von hier können wir auch die eingestürzte Brücke resp. was davon übrig geblieben ist, sehen. Krass, eine Brücke und es fehlt einfach ein Teil davon! Am Nami kommen wir im schönen Agriturismo in der Nähe von Piombino an. Es hat hier alles was wir brauchen: viel Platz, viel grün, einen Pool und einen Spielplatz. Der Rest des Nachmittages vergeht auf alle Fälle wie im Nu. Zum Apero erwarten wir schliesslich Hiltis. Sie sind hier in der Nähe in den Ferien und wir haben uns für heute Abend zum Znacht verabredet. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten finden sie uns und nach einem kurzen Apero fahren wir in ein Kaff und verbringen bei Pizza und Pasta einen lustigen Abend zusammen. Der Zahn ist übriges fast nicht mehr spürbar. Nur beissen geht (noch) nicht. Entweder ist er also Tod oder auf dem Weg zur Besserung.

Elba
Aufgrund der Erfahrungen vom letzten Mal (= riesiges Chaos und alle kommen auf irgendeine Fähre, aber sicher nicht auf die, die sie gebucht haben) haben wir keine bestimmte Abfahrt für die Überfahrt reserviert. Unsere Taktik geht auf und wir kaufen am Hafen einfach für das nächste Schiff ein Billett. Wir sind überrascht wie gesittet es dieses Mal zu und her geht. Auf die Minute pünktlich setzen wir nach Elba über. Die Fahrt dauert nur eine Stunde und ist rasch vorbei. Der effizienten Beladung folgt die effiziente Entladung und ohne Stress sind wir auf der Insel, wo wir zuerst in den Conad stürmen und uns mit allem eindecken, was wir in den nächsten Tagen brauchen werden. In Morcone angekommen, suchen wir zuerst die Tauchschule auf. Dort sollen wir den Schlüssel für unsere Ferienwohnung bekommen. Wie erwartet sind wir zu früh und gehen deshalb noch etwas Futtern am Strand. Da wir danach immer noch zu früh sind, stürzen wir uns schliesslich in die Strandklamotten und nehmen ein erstes Bad im Meer. Nach der Abkühlung ist es dann soweit und wir können unser Heim für die nächsten sieben Tage beziehen. Wir sind überrascht ab der Grösse und dem Komfort und fühlen uns sofort wohl. Auch die Meersicht ist nicht ohne und wir freuen uns, dass wir hier gelandet sind. Zum Znacht gibt es was der Kühlschrank hergibt. Die Kids sind von den letzten Abenden hundemüde und müssen wieder mal zeitig ins Bett. Als alle Mückenstiche versorgt sind, gibt es kurz nach acht Ruhe.

Italy, Elba, Morcone, Portoferraio, Stairs

Die Frisur ehhhh der Zahn hält!
Heute wird sich zeigen, ob unser Plan im Grundsatz aufgeht: die Kids gehen in den Piraten-Club während Mama und Papa sich unter Wasser tummeln. Die Piratenfrau haben wir schon gestern kennengelernt und da die beiden alleine mit Patrizia unterwegs sind, dürfen sie wählen was sie denn machen möchten. Sie wählen den Strand. Doch zuerst wollen sie genau schauen, wie wir Eltern uns vorbereiten und alles anziehen. Zusammen laufen wir an den Strand, verabschieden uns und während die Kids sich am Strand und im Meer vergnügen, tauchen wir wieder einmal ab. Ehrlich gesagt, bin ich in Anbetracht des Zahnes schon ein wenig nervös. Doch alles geht gut und der Zahn macht ganz nach meinen Vorstellungen mit – Schwein gehabt… Im Nachhinein bin ich sogar froh, dass Mario nicht daran herum gefummelt hat. Der Tauchgang ist ok, aber mehr nicht. Aber das ist uns egal. Wir geniessen es einfach wieder einmal unter Wasser zu sein. Bei der Bootseinfahrt werden wir bereits von zwei winkenden und lachenden Kindern empfangen. Die beiden hatten viel Spass mit Patrizia und wollen morgen auf jeden Fall wieder mit ihr auf die Piste – Glück gehabt. Die Tauchsachen sind mit Hilfe der Girls rasch versorgt und wir können subito mit den Spaghetti weiter machen. Danach mieten wir sehr zur Freude der Mädels ein Pedalo. Sie haben sich das schon lange gewünscht und heute soll dieser Wunsch nun in Erfüllung gehen. Zum Abschluss des Tages ist nochmals Strand und Meer angesagt. Die beiden Wasserratten können kaum genug bekommen und sind fast nicht nach Hause zu kriegen. Da so ein Tag am Meer müde macht, gibt es der einfachheithalber wieder kalte Küche in der Ferienwohnung. Die beiden hätten eh keine Zeit zum Auswärts essen gehen. Sie spielen den ganzen Abend zusammen tauchen. Der Rucksack dient als Jacket und als Flasche wird einfach ein weiterer Sack hinten auf den Rucksack geschnallt. Fantasie pur!

Italy, Elba, Morcone, Stone Fish

Spass in den Wellen
Same procedeure as yesterday: Kids zu Patrizia, Mama und Papa ins Meer, dann Essen in der Strandbeiz gefolgt von Strand und Meer. Morgen soll das Wetter wechseln. Dies kündigt sich heute mit Wind und höheren Wellen an. Noch stört uns dies nicht – im Gegenteil: wir haben viel Spass in den Wellen! Da unsere Vorräte teilweise ausgehen, verlassen wir den Strand heute ein wenig früher und fahren nach Capolivieri (hier im Kaff gibt es nur einen leeren Minimarket auf dem Camping mit quasi nix an Vorrat). Das Städtchen ist wirklich schmuck und auch ein wenig touristisch. Da der Wind langsam eher unangenehm wird und wir nicht mehr stundenlang verweilen wollen, gibt es ein Stück Pizza und eine Gelati über die Gasse. Wir sind froh, dass wir für alle Notfälle doch auch noch eine Heizung in der Ferienwohnung hätten. Aber soweit wird es hoffentlich nicht kommen…

Italy, Elba, Morcone, Beach

Radio gelb schwarz
Nach einer stürmischen dasNacht mit viel Wasser von oben, werden wir heute Morgen von einem grauen Himmel empfangen. Zum Glück wird man beim Tauchen sowieso nass, so dass das Wetter eigentlich keine grosse Rolle spielt. Zudem kühlt das Wasser nicht so schnell ab wie die Temperaturen an Land, so dass wir immer noch mit 22 Grad Wassertemperatur rechnen können. Ein bisschen kalt wird es dann aber trotzdem… Während die Kids sich mit dem Kids Club auf dem Spielplatz tummeln, schwimmen wir am Ponte Morcone tauchend unsere Runden und erfreuen uns vor allem an einem Octopus. Die warme Dusche danach ist eine wahre Wohltat und nach einer Portion Pasta sind wir ready für ein bisschen Sightseeing. In Portoferraio schauen wir uns das Fort und die Altstadt an. Hübsch und abwechslungsreich. Vor dem Antreten der Retourfahrt wartet dann noch eine unerwartete Herausforderung auf uns: das Auto springt nicht an. Zum Glück treffen wir auf zwei rüstige Rentner, die wir beim Fort oben fotografiert haben – man trifft sich immer zwei Mal im Leben -, welche uns helfen das Auto anzuschieben und den Motor wieder in Gang zu bringen. Den Abend verbringen wir “zu Hause” und ich vor allem vor dem Radio. Heute ist YB nämlich ein weiteres Mal in der CL unterwegs und obwohl das Spiel in Italien stattfindet, habe ich keinen Bildempfang. Doch zum Glück gibt es Radio gelb-schwarz, welches mich live mit allem wichtigem versorgt. HOPP YB!

Italy, Elba, Morcone, Coral

Herbstlicher Tag
Der Himmel ist wieder blau in blau. Aber man merkt, dass der Sommer nun wirklich langsam fertig ist. Es ist grad ein paar Grad kühler als bei unserer Ankunft. Trotzdem widmen wir uns heute wieder dem Standard-Programm inkl. Pedalo. Einzige Änderungen: statt Patrizia ist heute Steffi im Kids-Club und statt die Beiz links nehmen wir die Beiz rechts. Die Kids baden immer noch voller Elan im Meer. Wir Eltern lassen uns aber nur noch schwer zu einem Bad überreden. Auch am Abend müssen die Faserpelze ein bisschen früher als Anfangs Woche angezogen werden und der Elternabend auf der Terrasse wird auch immer wie frischer. Der Herbst ist da!

Italy, Elba, Morcone, Moray Eel and Crab

1. Schnorchelversuche
Der Tauchgang heute ist sehr schön. Auf etwas über dreissig Meter gibt es ganz viele schöne grosse und intakte Gorgonien zu bestaunen. Dazu finden wir noch einen Einsiedlierkrebs und einen grossen Drachenkopf. Taucherherz was willst du mehr! Am Nami ist Anina zum ersten Mal bewusst mit der Tauchmaske im Meer unterwegs. Am Abend kann sie sich vor lauter Fische, die sie gesehen haben soll, gar nicht mehr erholen. Ein weiteres Highlight ist die riesige Hüpfburg-Rutschbahn, die heute am Strand für eine Geburiparty aufgestellt wird. Netterweise dürfen diese die Kinder bis zum Eintreffen der Gäste benutzen. Die Kids sind praktisch im Himmel. Gegen Ende des Nami machen wir nochmals einen Ausflug nach Capolivieri. Ohne Wind ist es äusserst angenehm und nach einer kurzen Shopping-Tour gibts ein feines Apero an der Piazza und danach wieder Pizza über die Gasse. Irgendwann sind die beiden dann aber müde und Anina wirds vor lauter herrje grad auch noch schlecht. Zu Hause im Bett bessert sich der Zustand aber sofort wieder und wir dürfen noch einige Abenteuer, die sie heute erlebt haben, anhören.

Italy, Elba, Morcone, Octopus

Aquanautic
Heute ist der letzte Tag in Morcone. Zum letzten Mal unter Wasser, zum letzten Mal in den Piraten-Club. Wir sind dankbar und stolz haben die Kids so toll mitgemacht bei unseren ersten Tauchferien zu viert. Alles hat bestens geklappt – auch Dank dem super, sehr individuellen Service für die Kids von Aquanatic. Ab Mittag wird der Himmel immer wie grauer. So haben wir genug Zeit nach dem letzten Zmittag am Strand in der Ferienwohnung schon mal zu packen was packbar ist. Danach zeigt sich noch kurz die Sonne und wir gehen für einen letzten kurzen Schwumm mit Taucherbrille in das doch nun recht kühl gewordene Meer. Lange halten wir es nicht aus und die Dusche zu Hause wird von allen geschätzt. Vor dem Znacht gibt es eine kleine Schulstunde, die nicht ganz so erfolgreich ausfällt. Was ist ein Erdbeben, was ist ein Tsunami? Nini ist danach auf jeden Fall ziemlich verstört. Bei einem Wolkenbruch geniessen wir Eltern den letzten Abend auf der Terrasse. Schön wars hier in Morcone. Auch wenn es natürlich bessere Tauchspots gibt, ist das hier für Familien mit kleinen Kindern oder auch mit Kindern, die tauchen lernen wollen, einfach genial. Macht weiter so!

Italy, Elba, Morcone, Snail

Back to Costa
Die restlichen Sachen sind rasch parat und im Auto verstaut. Die übervolle Fähre – dieses Mal Moby, das nächste Mal nehmen wir wieder Blue Navy – bringt uns leicht verspätet zurück aufs Festland. Das Wetter ist nun ziemlich hässlich, so dass uns der Abschied von der Insel leicht fällt. Zum Abschluss der Ferien fahren wir nochmals nach Costa zu Edith. Wir kommen gut voran – auch in Genua – und sind zeitig an unserem Ziel. Damit die Kids nach der Autofahrt noch etwas Auslauf bekommen, machen wir zuerst einen Stopp an einem Spielplatz am Meer. Danach beziehen wir wieder unser Quartier bei Edith. Zum Znacht kommen auch Marie-Lena – die Enkelin von Bela – und ihr Freund vorbei. Bei einem Gulasch geniessen wir den Abend in grosser Runde.

It’s a rainy day…
Ausgeschlafen werden wir noch von der Sonne geweckt. Es reicht gar noch für das Zmorge auf der Terrasse. Leider werden die Wolken aber immer wie mehr, so dass wir kuzerhand unser Schönwetterprogramm auf Schlechtwetter umstellen müssen. Als erstes gehen wir Schoppen. Die Kinder werden von der Grosstante so richtig verwöhnt! Dann ist dolce far nicht viel am trockenen in Costa angesagt: spielen, malen, basteln, Tagebuch schreiben, quatschen, iPad schauen, trinken, essen… Schliesslich steht der letzte Abend bei Edith an. Wir werden nochmals richtig verwöhnt. Danke Edith!

Prachtsherbst
Das Wetter hält uns nicht mehr länger im Süden. Und da auch keine Besserung in Sicht ist und zudem die Wetterprognosen zu Hause schon fast hervorragend sind, verlassen wir das regnerische Costa. Das übliche Heinweg-Programm steht auf dem Programm. Zu unserer Freude erwischen dieses Mal sogar einen Autozug durch den Simplon. So wird die Heimfahrt noch ein bisschen kürzer. Zu Hause ist dann tatsächlich Prachtswetter (und wird es auch die nächsten Tage bleiben). So ist die Rückkehr einfach. Der Garten wartet auf uns und wir freuen uns auf unerwartete Grilladen im Spätherbst.

 

Short cut zu den Bildern